Mut zur Freiheit / Yeonmi Park

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Heute möchte ich euch mehr zu dem Buch erzählen, welches einige schon aus der umfangreichen Blogtour, die vor einigen Tagen lief, kennen. Diesmal hab ich das Buch wieder zusammen mit meiner Mutter gelesen, denn sie liebt Biographien. 


==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Yeonmi Park 
Titel: Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (19. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442314186
ISBN-13: 978-3442314188
Originaltitel: In Order to Live
Preis: € 19,99
Genre: Biographie 
Gelesen in: 5 Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
 Yeonmi Park wurde 1993 in Nordkorea geboren und lebt derzeit in New York, wo sie ein Studium absolviert und bei der UNO tätig ist. Die Geschichte ihrer Flucht aus Nordkorea wurde in der englischen Presse breit dokumentiert, u.a. in Artikeln des »Daily Mail«, des »Telegraph« und des »Independent«. Ihre Aufsehen erregenden Reden, u.a. beim »One Young World Summit« in Dublin, dem »Oslo Freedom Forum« oder »TEDx« in Bath, machten sie einem breiten Publikum bereits vor Erscheinen ihres Buches bekannt. Yeonmi Park ist mit ihren jungen Jahren eine herausragende Aktivistin für Menschenrechte und kämpft mit großem Engagement dafür, ihrem Volk eine Stimme zu geben. (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover ist passend, aber ich muss sagen, es weckt bei mir nicht die Lust es zu kaufen. Ein älteres Foto aus dem Land von der Autorin oder ähnliches, hätte mir als Cover mehr gefallen. Im Buch selbst gibt es solche Fotos nämlich anzusehen.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Yeonmi - Flüchtling

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Hyesan  in Nordkorea, China, Südkorea
Zeit: 2000er 

==ooo ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Es war eine kalte, schwarze Nacht, als meine Mutter und icham 31. März 2007 das steile Felsufer des Jalu hinunterkletterten, der Nordkorea von China trennt. Über und unter uns waren Patrouillen, und alle hundert Meter standen auf beiden Seiten des Flusses Soldaten, die auf jeden schossen, der die Grenze zu überqueren versuchte.  (Zitat S. 15)

==ooo INHALTSANGABE  ooo==
Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe - vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren. (Zitat Klappentext)

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Mein letztes Buch, welches sich mit Nordkorea beschäftigt hat, ist schon sehr lange her. Zumindest in Bezug auf Biographien und ich weiß nur noch, dass ich es unglaublich interessant fand. Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich an der Blog-Tour teilnehmen wollte.

Erzählt wird die eindrucksvolle Geschichte von Yeonmi, die schon viel zu früh erwachsen werden musste. Die Situation in Nordkorea ist nicht die beste und sie schildert ausführlich von Anfang an, wie sie ihren Weg gegangen ist. Entbehrungen, Beeinflussung durch das Regime und manchmal sogar Todesängste. Dagegen sind kalte Nächte und wenig Essen schon fast harmlos.  Authentisch und wirklich emotional greifbar schafft es die junge Frau ihr erlebtes mitzuteilen. Es ist also nicht immer etwas für schwache Nerven und gerade für mich, die schwanger ist, ist das Buch schon eine kleine, harte Nuss, weil es eben um ein junges Mädchen geht, dem man eigentlich helfen möchte.

Es dauert lange und ist ein steiniger Weg, bis Yeomni wirklich da angekommen ist, wo sie immer hinwollte. Der Weg muss gelesen werden, daher kann ich das Buch nur empfehlen. 

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Der Kuss des Rabens / Antje Babendererde

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Ich weiß, dass ich mir mit dieser Rezension sicherlich viele Feinde machen werde und viele auch anderer Meinung sind und sie sicherlich negativ bewerten werden, zum Beispiel bei Amazon, aber damit muss ich wohl leben, denn heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das eine große Fangemeinde hat. Das Problem liegt darin, dass es mir so gar nicht gefallen hat. Schaut aber einfach mal selbst, ob es vielleicht was für euch wäre.


==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover war es, das es mir angetan hat. Genau aus diesem Grund wollte ich das Buch für die Blogtour lesen. Es ist im dunklen Pink, Lila, hat etwas magisches und passt zum Buchinhalt.

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Mila ist jung, sieht attraktiv aus und ist neu in der Stadt. Als Austauschschülerin hat sie es ins ferne Thüringen geschafft und findet Deutschland mit seiner Kultur so viel besser, als ihre alte Roma-Vergangenheit. Deswegen überlegt sie auch nicht lange, als ihr angeboten wird kostenlos ein weiteres Jahr dort zu bleiben, um ihr Abitur zu machen. Am Anfang ist es Mila schwer gefallen sich wirklich zu integrieren, denn jeder fand sie merkwürdig, doch durch Jassi hat sie den Sprung ganz nach oben geschafft. Sogar Tristan, der düstere Schönling interessiert sich von ganzem Herzen für sie. Es könnte alles perfekt sein, würde nicht plötzlich Lucas auftauchen. Lucas und Tristan haben eine gemeinsame Vergangenheit, die sie nicht gerade zu besten Freunden gemacht hat. Ihre Feindschaft hat nicht nur fatale Folgen, sondern auch Milas Vergangenheit holt sie ein und sorgt für schlaflose Nächte. Und dann passiert etwas schreckliches. 

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Ich habe echt lange überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll, ohne den Fans der Autorin auf den Schlips zu treten. Dementsprechend hoffe ich, dass meine ehrlichen Worte als subjektive Meinung akzeptiert werden, ohne das ich in der Luft zerrissen werde.

Ich habe das Cover gesehen, den Klappentext gelesen und wusste, das Buch muss ich lesen.  Genau aus diesem Grund hab ich mich so gefreut, als ich zur Blogtour eingeladen wurde. Schon vorab hatte ich mich durch mein Blogthema mit dem Buch etwas auseinandergesetzt und wusste, was mich grob erwarten würde. Ein toller, mystischer und spannender Jugendroman. Von der Theorie her ein Buch, das bei mir sehr große Chancen hat, einen Wow-Effekt auszulösen und mich zu einem Fan zu machen. Auch mit meinen 32 Jahren liebe ich einfach Jugendbücher. 

Doch schon der Einstieg gefiel mir so gar nicht. Verschiedene Zeiten, die zwar eindeutig angegeben sind, aber damit auch wechselnden Perspektiven, die erst einmal sortiert sein wollen. Das dauert einige Seiten bevor man sich wirklich gut eingefunden hat. Zumindest war dies in meinem Fall so. Es gibt nur selten Bücher, die mich von der ersten Seite begeistern und umhauen, sodass ich diese Tatsache nicht weiter schlimm fand. 

Trotzdem hatte ich arge Schwierigkeiten mit dem Einstieg, und das lag größtenteils an dem gewählten Stil der Autorin. Es ist sehr subjektiv und ich hoffe, ihr könnt gleich nachvollziehen, was mir persönlich  nicht gefallen hat. An sich ist der Stil sehr leicht, einfache und keine verschachtelten Sätze. Jugendlich, frisch und verständlich. Nur beschreibt die Autorin alles etwas sehr distanziert, wie ich finde. Mir viel es durch die Wortwahl einfach schwer Mila zu verstehen und mich in sie hineinzuversetzen. Ich fühlte mich von Anfang bis Ende wie ein Außenseiter. So, als würde mir jemand was erzählen, aber sehr oberflächlich. Für mich, und da muss ich ehrlich sein, war das größte Problem definitiv der Stil und die damit entstandene Distanz. 

Außerdem war der Ablauf der Geschichte einfach nicht meins. Wie oben erwähnt gab es viele Sprünge. Nicht nur von der Perspektive her, sondern auch vom Inhalt. Da ist Mila gerade angekommen und innerhalb von wenigen Seiten sind Monate vergangen, sie verliebt sich, bekommt das neue Schulangebot... Normalerweise hasse ich Autoren, die wirklich jedes Detail aufschreiben, sich verlieren und alles unnötig in die Länge ziehen. Hier hätte ich mir aber ganz klar einfach mehr Länge gewünscht, um diese Distanz zu Mila und Tristan zu überwinden. 

FAZIT: 
An Spannung und auch an mysterischen Dingen mangelt es dem Buch nicht. Inhaltlich genau meins und auch absolut spannend, aber das nützt wenig, wenn man sich mit den Figuren nicht anfreunden kann. Für mich ist es daher nur ein Buch mit 3 Sternen. Es tut mir wirklich leid. 

==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Antje Babendererde 
Titel: Der Kuss des Rabens
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Arena (1. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401600095
ISBN-13: 978-3401600093
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 17,99
Genre: Thriller, Mystery
Gelesen in: 3 Tagen

Figuren: Tristan, Mila, Jassi, Lucas, Wilma, Munin, Hugin 
Schauplatz: Moorbach, Dorf in Thüringen
Zeit: Gegenwart

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In den Augen der anderen / Jodi Picoult

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Insgesamt drei Bücher von Jodi Picoult habe ich von meiner Mutter geschenkt bekommen, und nachdem ich angefangen habe, wollte ich auch schnell den dritten Band lesen, der ebenfalls sehr interessant klang. Gerade in der Schwangerschaft bin ich zwar kein Fan von so traurigen Büchern, aber ich war echt neugierig. 


==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: In den Augen der anderen
Titel: Jodi Picoult
Taschenbuch: 688 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe 
Jahr: Auflage: Aufl. 2013 (21. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404168240
ISBN-13: 978-3404168248
Originaltitel: House Rules
Preis: € 9,99
Genre: Drama, Familie, Krankheit
Gelesen in: 10Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Die gebürtige New Yorkerin Jodi Picoult eroberte im Sturm die Herzen ihrer Leser. Vor allem ihr Talent , mit Feingefühl vielschichtige zwischenmenschliche Beziehungen zu beschreiben, schätzen ihre Fans. Die 1967 geborene Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hanover, New Hampshire. Bereits während ihres Studiums widmete sie sich dem Schreiben und arbeitete zunächst als Texterin und Lehrerin. Ihren ersten Roman verfasste sie 1992, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war. Damit sie für ihre Bücher effektiv recherchieren kann, hat ihr Mann seinen Beruf aufgegeben. Jodi Picoult kann so die Schauplätze ihrer Romane besuchen, um eine genaue und authentische Beschreibung zu liefern. Kein Wunder also, dass man mit ihren Romanhelden jedes Mal mitfiebert, als ob sie wirklich wären. (Quelle: Amazon,de)

==ooo DAS COVER ooo==
Passt zu allen Werken der Autorin. Blau-Grauer Himmel als Hintergrund, eine Frau mit Locken im Vordergrund, mit zerzausten Haaren. Ein Gerichtstermin oder ein sortierter Kleiderschrank hätte mir besser gefallen.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Jacob – Intelligent, Asperger Authist
Emma – Mutter, die alles für ihren Sohn tut
Theo – Der jüngere Bruder von Jacob
Oliver – Anwalt der Familie

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive: Diverse Perspektiven 
Alter der Figuren: 16-40

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Alles in Jacobs Zimmer ist so präzise angeordnet wie in einem Artikel von Architectural Digest. Alles hat seinen Platz. Das Bett ist gemacht, und die Stifte auf dem Schreibtisch liegen exakt im rechten Winkel zur Maserung. Jacobs Zimmer ist der Inbegriff der Ordnung. (Zitat S. 105)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Jacob ist anders als die meisten Jugendlichen. Er ist sehr intelligent, unterhält sich am Liebsten zur Zeit über Forensik, stellt gerne Tatorte nach, hat keine Freunde, kann niemanden in die Augen sehen, hat für jeden Wochentag eine andere Farbe und braucht einen 100% geregelten Tagesablauf. Geht nur einer zu falschen Zeit über die Ampel oder knüllt ein Blatt Papier, könnte das schon für ihn zu viel sein. Daraus resultiert ein Anfall, der mehr oder weniger heftig ist, denn Jacob leidet am Asperger Syndrom. Dahinter versteckt sich ein Autismus, der ganz besonders ist, denn das Kind ist nicht in sich gekehrt, sondern kann nur mit Emotionen nichts anfangen. Alles in Jacobs Leben ist geregelt. Mittwochs ist zum Beispiel der gelbe Tag. Alles vom Essen bis zur Kleidung muss gelb sein. Sein 16jähriger Bruder ist davon natürlich schon etwas genervt, aber so langsam bessert sich Jacobs Leben, denn Jess, eine Studentin, hilft ihm gewisse Brücken zu überwinden. Doch dann kommt es zwischen ihm und Jess zu einem großen Streit. Als er zur nächsten Sitzung zu ihr geht, passiert etwas. Was genau verrät Jacob nicht. Jess ist auf jeden Fall tot, er konstruiert einen seiner Tatorte und wird leider überführt. Seine Mutter glaubt an seine Unschuld, sein Anwalt will zumindest verhindern, dass er ins Gefängnis muss, und sein Bruder versteht die Welt an manchen Tagen nicht mehr. Hat Jacob wirklich seine „Freundin“ Jess kaltblütig ermordet?

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„In den Augen der anderen“ ist wieder ein typischer Picoult. Sie setzt auf verschiedene Perspektiven, die zwar klar getrennt sind und auch gute Einblicke in alles gewähren, aber manchmal weniger, dann doch besser wären. Hinzu kommt ein interessantes Thema, das Mütter zu Tränen rührt und bewegt. 

Diesmal befasst sie sich mit dem Asperger-Syndrom. Gehört habe ich davon schon, jedoch nie so ausführlich darüber etwas gelesen. Gerade als Schwangere fragt man sich schon, ob es wirklich Zusammenhänge zwischen dieser Krankheit und dem Impfen vorhanden sind, denn schließlich muss ich mir die Frage bald wieder stellen. Darum geht es jedoch nicht, sondern, um die Krankheit selbst und die Frage, ob ein solcher Mensch zu einem Mord fähig ist und in dem Fall schuldfähig ist.

Der Leser wird langsam in Jacobs Welt eingeführt und lernt die Krankheit so gut kennen, wie sie manche Dokumentationen auch vermitteln würden. Auswirkungen von Nahrungsmitteln auf den Verlauf, Dinge die zu Ausrastern und Anfällen führen, die Sichtweise der Menschen und vieles mehr. So ein Buch sollte schon Pflichtlektüre sein, denn diese Art von „Behinderung“ ist nicht unbedingt selten, und das Buch schafft es mit seiner Umsetzung mir sehr deutlich zu machen, wie diese Menschen ticken. Ein besserer Umgang mit ihnen ist dadurch garantiert, und deswegen empfand ich das Buch als sehr wertvoll, aber eben auch beängstigend, wenn man beim Lesen selbst schwanger ist.

Schon zu Beginn deuten viele Indizien auf verschiedene Schuldige hin. Es könnte Jacob gewesen sein, denn es gab schon häufiger Ausraster, es könnte der Bruder gewesen sein, der gerne in andere Häuser einbricht, oder der Freund von Jess gewesen sein, der sehr gewalttätig ist. Ich muss zugeben, dass ich den Fall schon sehr früh gelöst habe, aber sicherstellen wollte, ob ich auch richtig lag. Der Weg ist lang, und gerade in der Mitte ist es immer wieder so, dass es stellenweise langatmig wirkt. 

Obwohl ich wusste, worauf das Buch mit großer Wahrscheinlichkeit hinauslaufen wird, wollte ich immer wissen, ob ich richtig liege, und Jacob nun schuldig oder unschuldig ist. Nach einer gewissen Seitenzahl stellt sich das Buch jedoch nicht mehr dieser Frage, sondern es geht nur noch darum dafür zu sorgen, dass Jacob nicht schuldfähig ist. Lediglich Jacob geht es um die Wahrheit und seine Unschuld. Klar lernt man dadurch diesen Typ von Autismus kennen und das besser, als wenn man nur über den Mord selbst reden würde, aber es enttäuscht einen sehr, dass alle davon ausgehen, das die Fakten nur auf ihn hindeuten. Immer wieder spricht Jacob davon, dass die Wahrheit gesagt werden muss, aber niemand fragt ihn, was denn in seinen Augen die Wahrheit ist. Erst zum Ende des Buches wird dieses innerhalb von wenigen Seiten abgehakt. Extra noch einmal mit einer Portion Verwirrung, um dann später etwas zu erklären. Muss denn das sein? Vom Anwalt und der Polizei erwartet man das so, aber von der eigenen Mutter, da hätte ich mir etwas mehr Feingefühl gewünscht. 

Das Buch endet wieder so, wie man es von der Autorin gewohnt ist, in einem kleinen Wutanfall, denn die Autorin schafft es nicht ihre Werke wirklich präzise zu beenden, sondern beantwortet alles sehr wage und lässt unglaublich viel Freiraum für Spekulationen. Und das hat mich an diesem Buch mal wieder richtig gestört. Obwohl man deutlich weiß, wer nun der Schuldige ist, möchte man doch nach dem langen Prozess auch wissen, wie der Rest des Prozesses weiterläuft und wie die Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall nun endgültig aufklärt, aber auch wie es für die anderen Figuren weitergeht. Spekulationen sind ja nicht schlecht, aber es nervt schon etwas, wenn man bei allen Büchern alles etwas offen hält. 
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Immer montags beste Freunde / Laura Schroff

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Lust auf ein ganz besonderes Buch? Ich selbst hätte es ganz ehrlich im Laden nie auch nur angeschaut, da der Titel langweilig klang, und mich das Buch auch inhaltlich so gar nicht gereizt hat. Das ist jedoch der Vorteil, wenn man eine Leseratte als Mama hat, die einem dann die Bücher schenkt. Ich muss sagen, ich wurde überrascht. Daher stell ich es euch nun einfach mal schnell vor, und lass euch entscheiden, ob das Buch was für euch wäre. 


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Laura Schroff, geboren und aufgewachsen auf Long Island, hat als Verkaufsleiterin und Marketingspezialistin für mehrere große Medienunternehmen und bekannte Magazine gearbeitet, darunter People, InStyle und Bribes. Sie war zudem Teil des Marketingteams, das USA Today zum Erfolg führte. Laura liebt es, Zeit in ihrem Ferienhaus auf Long Island zu verbringen und ihre Familie in New York und Florida zu besuchen. Heute lebt Laura mit ihrem Pudel Coco in New York City.(Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Es ist ein helles Gelb / Beige, unten die Skyline von New York, und oben eine Silhouette von einer Frau im Business-Dress und einem Jungen. Es passt zum Inhalt, aber ich würde mich nicht darin verlieben. 

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Laura – Verkaufstalent, nett und selbstbewusst
Maurice – Ein Junge, der ums Überleben kämpft

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: New York, USA
Zeit: 1980-2000
Perspektive: Verschiedene Perspektiven 

==ooo ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Der Junge ist in seiner ganz persönlichen Hölle gefangen.
Er ist sechs Jahre alt, herzzerreißend dünn und hat überall
Flohbisse. Sein Bauch schmerzt vor Hunger, aber das ist
nichts Neues. Mit zwei war er einmal so ausgehungert, dass
er den Müll durchwühlte und Rattenkot aß. Daraufhin
musste ihm der Magen ausgepumpt werden.  (Zitat. S. 17)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Laura ist eine Frau im mittleren Alter, alleine, geschieden und auf ihre Karriere stolz. Als Tochter eines Alkoholikers hatte sie es nie leicht und musste sich immer schon durchkämpfen. Auch beruflich hatte sie nie die Qualifikationen, die sie benötigt hat, aber trotzdem ist sie ihren Weg gegangen. Nicht mal der Tod ihrer Mutter oder die Scheidung der ersten Ehe haben sie dauerhaft aus der Bahn werfen können. Ihr Leben ist strukturiert und durchgeplant, als sie eines Tages wegen eines Unwetters ihren Plan über Bord werfen muss. Sie nutzt den Nachmittag, um einen Spaziergang zu unternehmen, und bekommt nur am Rande mit, wie sie ein verhärmter Junge anbettelt. Für New York eigentlich ganz normal, aber diesmal veranlasst sie eine innere Stimme anzuhalten und so lernt sie Maurice kennen. Statt ihm Geld zu geben, geht sie mit ihm Essen, in den Park und freundet sich mit ihm an. Aus diesem einen Treffen werden regelmäßige Treffen über Jahre. Sie kocht für ihn, wäscht seine Wäsche, geht zu Schulgesprächen hin und unterstützt Maurice so gut sie kann. Doch irgendwann wird Maurice älter, geht seine eigenen Wege und Laura lernt endlich einen Mann kennen, der jedoch wenig Verständnis für ihre Freundschaft hat. Sie muss sich mehr oder weniger entscheiden. 

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Am Anfang dachte ich, was liest meine Mutter da nur wieder für einen Schrott. Es ist nichts aufregendes, was man sich hinter der Freundschaft so im ersten Moment vorstellen kann, und daher dachte ich nur, bloß schnell durchlesen und abhaken. Doch kaum hat man angefangen, fesselt einen die Welt, auch wenn sie  manchmal hätte chronologischer für mein sein dürfen.

Laura ist eine Frau, die trotz vieler Rückschläge und einer nicht so berauschenden Kindheit ihren Weg gegangen ist. In vielen kleinen Rückblenden geht sie auf ihre Kindheit, Jugend und ihren Werdegang ein. Manchmal hätte es mir chronologischer besser gefallen, aber man weiß stets nach wenigen Worten, in welcher Zeit man sich grob befindet. So lernt man Laura sehr gut kennen, und das gefällt mir sehr gut, weil es einfach schön ist, diese liebe Frau kennenzulernen.

Maurice ist hingegen ein Junge, wie es leider in New York zahlreiche Kinder gibt. Kein gutes Elternhaus, keine Perspektive und im Grunde ist vorprogrammiert, dass sie auf der Straße sterben werden, oder den Weg ihrer Eltern gehen werden. Drogen, Alkohol, Straftaten stehen in seiner Umgebung ganz weit oben, und ich muss sagen, dass man viel über die Schattenseiten des sonst so coolen Amerikas erlebt, die einen doch etwas erschüttern. Zwar weiß man im Grunde seines Herzens von solche Stadtteilen und mit Sicherheit hat sich da nicht viel gebessert in den letzten Jahren, aber es wird so authentisch geschildert, dass man selbst Mitleid mit den Menschen hat.  Auch seine Geschichte wird nicht sehr chronologisch erzählt. Immer wieder Rückblenden zu verschiedenen Situationen, die aber ein sehr gutes Bild ermöglichen. 

Unterteilt ist das Buch in verschiedene Kapitel, bewegt sich rasch voran, und durch die verschiedenen Kindheiten, die allesamt nicht schön sind, wird man nicht nur emotional sehr berührt, sondern die Seiten fliegen nur so an einem Vorbei. Es ist nichts besonderes, ganz klar, aber es lässt sich schön lesen, und die Fotos am Anfang und Ende des Buches geben einen kleinen Einblick, wie die Figuren aussehen. Es wirkt dadurch so greifbar, und auch wenn man sich ab und an fragt, warum muss nun wieder eine andere Szene aus der Vergangenheit durchgekaut werden, ist es so, dass man die Figuren nicht loslassen möchte. Allerdings wird eben auch deutlich, dass die „Gegenwart“ also die jüngeren Geschehnisse eher banal waren und Laura nicht so viel getan hat, wie sie hätte tun können. Ich hätte mir persönlich eine deutlichere Fixierung auf Maurice gewünscht, aber man kann nun einmal nicht alles haben.

FAZIT: Ich habe mich beim Lesen wohlgefühlt, und das Buch innerhalb von wenigen Stunden immer wieder weitergelesen, wie schon lange kein Buch mehr. Es ist einfach, leicht und berührt doch. Vielleicht weckt es den einen oder anderen auf, der jetzt vielleicht ebenfalls einem anderen Obdachlosen oder Bettler hilft. 
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Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel / Amanda Prowse

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr ganz so viel gelesen, weil ich wegen der Kids und der Schwangerschaft nicht so dazu gekommen bin. Das Buch hab ich mir spontan bei einem meiner Sporttage gegriffen, obwohl es schon recht lange im Regal stand. Heute hab ich es ausgelesen und möchte es euch vorstellen. 


==ooo DER ERSTE EINDRUCK ooo==
Eine junge Frau, die zwischen Bäumen steht, verträumt nach unten schaut, und im Hintergrund der Sonnenuntergang. Wow, ja, ich mag das Cover.

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Amanda Prowse kündigte vor fünf Jahren ihren Job als Unternehmensberaterin, um sich fortan nur noch dem Schreiben zu widmen. All ihre Bücher haben drei Dinge gemeinsam: Sie halten uns nachts davon ab, die Nachttischlampe auszuknipsen. Sie erzählen Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Sie bewegen uns zutiefst und rühren uns zu Tränen. (Quelle Amazon.de)

==ooo WICHTIGE FIGUREN UND FAKTEN ooo==
Figuren: Poppy, Peg, Jo, Maxy, Martin
Schauplatz: England (Larkhill), Karibik (Saint Lucia)
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Poppys Perspektive

==ooo WORUM GEHT ES IN DEM BUCH ooo==
Poppy hatte es nie leicht. Ihre Mutter war eher schlecht als recht und dementsprechend hat sie früh ihre Kindergarten-Liebe geheiratet. Mit Martin hat sie endlich das ganz große Glück gefunden. Die Hochzeit war zwar unspektakulär, aber sie ist glücklich. Ihre zwei zauberhaften Kinder machen die Familie komplett. Doch dann passiert es. „Es“ vor dem  jede Frau Angst hat. Da ist plötzlich unter dem Arm ein Knötchen, das da nicht sein sollte. Der Besuch beim Arzt ist noch dazu da, um ihre Angst in Luft aufzulösen, aber es stellt sich heraus, es ist bösartiger Krebs, der zudem noch bis in die Knochen gestreut hat. Linderung kann eine Therapie bringen, aber sie wird sterben. Mit 32 Jahren ist das für Poppy ein richtiger Schock. Am Anfang kämpft sie alleine, bis der Arzt ihr deutlich macht, dass es wirklich keine Heilungschancen gibt. Erst dann weiht sie Martin ein. Am Anfang geht es ihr noch gut, aber mit der Zeit geht es ihr immer schlechter, und sie möchte ein paar Dinge geregelt haben, wegen der Kinder, wegen Martin, aber auch wegen dem Unbekannten, der sich als ihr neuer Onkel herausstellt. 

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Es gibt Bücher, die kann ich euch wirklich nur ans Herz legen, und das Exemplar, welches ich gerade ausgelesen habe, ist ein solches. Ich bin zwar durch den Bauchzwerg wirklich emotional, und konnte am Anfang nicht verstehen, warum es auf der Rückseite heißt, man bräuchte Taschentücher, aber zum Schluss kullerten sogar bei mir die Tränchen. 

Den Einstieg in das Buch fand ich noch wirklich lahm. Ein sehr einfacherer Stil, der sich wirklich leicht lesen ließ. Jedoch auf Grund der übertrieben glücklichen Familie einfach nur langweilig wirkte. Poppy hat alles, und der Leser weiß durch den Klappentext, dass sie bald Krebs haben wird. Heile Welt wird zerstört, ist nicht unbedingt etwas besonderes, sondern für viele Menschen leider Wirklichkeit. Wie schnell es heißt „Sie haben Krebs“ habe ich vor vielen Jahren bei meinem Schwager erleben dürfen. Steht mit beiden Beinen im Leben, ist nicht immer ganz fit, aber glücklich in seiner Midlife-Crisis und plötzlich ist da Krebs, der gestreut hat. Ihm geht es jedoch wieder gut. 

Bis zur Hälfte des Buches fand ich es einfach nur öde. Sie hat eben Krebs, weigert sich logischerweise zu akzeptieren, dass sie bald sterben wird, kümmert sich noch um alles, wirkt nach außen hin glücklich und ist so alltäglich trotz der Krankheit. Es tut mir wirklich leid, aber mir fehlte einfach etwas im emotionalen Bereich. So distanziert wie sie die Krankheit am Anfang erlebt hat bzw. so wie sie alles weggeschoben hat, so kam es eben auch rüber. Trotz Schmerzen und Tabletten, die ab und an erwähnt werden, wirkt sie glücklich und gesund. Erst sehr viel später, geht sie auf die Gewichtsabnahme, die Tatsache, dass sie nichts mehr schmeckt und vieles mehr ein. Ab diesem Zeitpunkt hatte sie mich, und als sich dann auch noch die familiären Dinge überschlagen, hatte sie mein vollstes Mitgefühl. Ich hab mitgefiebert, auf ein Wunder gehofft und wollte nicht, dass es Poppy schlechter geht.

Irgendwann kam dann jedoch der Punkt, wo das Buch, das vorher einfach irgendwo langsam, sehr schleichend auf einen bestimmten Endpunkt zugelaufen ist, plötzlich rapide an Tempo zugelegt hat. Wie im echten Leben kommt auch hier eine schlagartige Wendung, die alles nicht nur greifbarer, sondern endgültig macht. Genau das macht beim Lesen eine emotionale Lawine los. Spätestens auf den letzten 30 Seiten haben sich bei mir die Schleusen geöffnet. 

Es ist ein trauriges, sehr realistisches Schicksal, das berührt und gerade, wenn man selbst in dem Alter von Poppy ist, und dazu noch zwei kleine Kinder hat, dann ist man echt sehr ängstlich, denn in der Tat ist niemand vor Krebs geschützt. 

FAZIT: Der anfängliche Wow-Effekt fehlt, aber zum Schluss wird das Buch echt genial und dann macht es Klick, denn auch der Anfang ist genial. Das Buch macht großen Spaß, nicht im positiven Sinne, denn das Thema ist traurig, aber es macht Spaß, weil es so realistisch, greifbar ist. 

==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Amanda Prowse
Titel: Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (19. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492307833
ISBN-13: 978-3492307833
Originaltitel: Will You Remember Me?
Preis: € 9,99
Genre: Drama, Tod, Krebs
Gelesen in: 5 Tagen





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