Das Glück liegt auf der Straße / Udo Fehring

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Doch der nächste Wirbelsturm, der sich auf dem Atlantik zusammenbraute, schien diese Kategorie mühelos überspringen zu können. Er hier „Sandy“. Mit Anna hatte er schon heftige Diskussionen, warum Hurrikans stets Mädchennamen hatten. Sie argumentierte, dass es in anderen Kontinenten üblich war, die Hurrikans bzw. Tiefdruckgebiete jährlich abwechselnd ein Jahr nach Mädchen zu benennen und ein Jahr nach Jungen.
Sandy war nur noch 250 Meilen von der Ostküste entfernt und hatte sich zu einem Monsterhurrikan entwickelt. Die Meteorologen wollten sich noch immer nicht festlegen, wo der Hurrikan auf Land treffen würde. Der in Frage kommende Abschnitt der Ostküste, auf den man den Auftreffpunkt des Zentrums vorhersagte, war noch 200 Meilen lang und New York lag am nördlichen Ende des Risikogebiets. (Zitat S. 72/73 genehmigt vom Autor)

Dieses Zitat stammt aus dem neusten Werk von Udo Fehring. Ich selbst habe schon zwei seiner Werke gelesen. Seine Werke bestechen ganz klar durch interessante Themen, wie zum Beispiel Netzhautablösung mit Blindheit oder Obdachlosigkeit, jedoch haben sie auch ihre Schwächen, wie Rechtschreibfehler oder schlechte Recherche. Wie es bei dem neuesten Werk aussieht, verrate ich euch nun. Ich kann euch schon einmal vorab verraten, dass der Autor sich wieder große Mühe gibt, das Werk jedoch einige Schwachpunkte habt und sich im gewissen Rahmen trotzdem lohnt.  
 
'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Udo Fehring
Titel:  Das Glück liegt auf der Straße
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (4. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3738629866
ISBN-13: 978-3738629866
Preis: € 7,50
Genre: Erzählung, Aktuelles, Kulturen
Gelesen in: einer Stunde

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Udo Fehring ist 1968 geboren und wohnt in Bergisch Gladbach. "Das Glück liegt auf der Strasse"ist sein 5.Werk. (Quelle: Amazon.de)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Horacio – Mexikaner, Straßenkehrer, freundlich
Anna – Kellnerin in einer Bar, liebenswert, humorvoll, Vegetarierin

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: New York, USA ; Mexiko
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Dritte Person

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Horacio ist eigentlich glücklich mit seinem Leben. Er hat eine nette Familie, einen guten Job, und dann flattert seine Kündigung in den Briefkasten. Einsparungsmaßnahmen, wie es im Brief heißt. Für ihn ist klar, dass er in seiner Heimat wenig Chancen hat, und beschließt spontan in die USA auszuwandern. Er besorgt sich die Arbeitserlaubnis, findet einen Traumjob bei der Stadtreinigung in New York und seine Wohnung sieht nach der Renovierung wirklich toll aus. Lichtblick neben seiner Arbeit ist die Kellnerin Anna, für die er anfängt zu schwärmen.  Seine Zeit in den USA wird immer wieder von Kleinigkeiten, wie einer ersten Erkältung oder „Sandy“ getrübt, doch dann erreicht ihn eine der schlechtesten Nachrichten, die ihn nur erreichen könnte, und es beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Einziger Halt sind seine neu gewonnenen Freunde und seine geliebte Anna, die ihm stets ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Ob er den Wettlauf mit der Zeit gewinnt, müsst ihr aber nachlesen.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
Udo Fehring ist ein Autor, der sich für interessante, einmalige und wichtige Themen interessiert, und versucht diese verständlich an den Leser zu bringen. Mit seinem neuesten Werk befasst er sich mit dem „Traum von Amerika“, sowie dem Thema Auswandern. In Zeiten der Flüchtlngswellen ist das Thema hoch aktuell und dementsprechend neugierig war ich persönlich, wie der Autor sich mit dem Thema „Neuanfang in einem fremden Land“ befasst, und wie er es umgesetzt hat.

Was sofort ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass die Seiten mit recht großer Schrift geschrieben wurden, sodass man noch mal pauschal 40-50 Seiten abziehen könnte, wäre es in normaler Schrift. Dadurch ist das Buch aber sehr angenehm zu lesen, was natürlich auch ins Gewicht fällt. Das wollte ich gleich vorab erwähnen, damit ihr wisst, was euch erwartet.

Doch wie hat mir der Inhalt, also die Geschichte selbst, gefallen? Es ist mal wieder sehr schwer in Worte zu fassen und der Autor spaltet wie schon bei den Werken vorher meine persönliche Meinung, sodass es mir etwas schwerer gefallen ist, das Buch zu bewerten. Es fängt schon mit dem Protagonisten Horacio an. Er ist nett, sympathisch, freundlich, etwas naiv, aber vor allen Dingen menschlich, und so mit greifbar. Trotz all dieser Adjektive bleibt er mir immer ein Stück fremd, denn dem Autoren gelingt es in meinen Augen nicht eine Verbindung aufzubauen, weil er nur an der Oberfläche kratzt.

Womit wir bei dem Hauptproblem des Buches wären. Nicht nur bei den Figuren, sondern bei der gesamten Umsetzung mangelt es einfach an Tiefe. Damit meine ich, dass sich der Autor nicht mit der Situation in Mexiko oder in den USA wirklich beschäftigt hat. Er wirft ein paar Fakten, wie zum Beispiel Wohnsituationen oder „Sandy“ ein, aber es ist eben eine nicht glücklich gewählte Oberfläche. Es ist schwer zu beschreiben, aber jeder der das Buch liest und einen ähnlichen Geschmack hat, wird sofort wissen was ich meine. Im Grunde ist es so, dass ich schon nach 10 Seiten ein Gefühl hatte, das ich als Schulaufsatz interpretiert habe. Was genau meine ich damit!? Kennt ihr das Gefühl einem roten Faden zu folgen, der aber sehr einfach gehalten ist? Genau das ist es im Grunde, ein dünner Faden, dem es an Verbindungen und Komplexität mangelt. Zum Beispiel lernt man Horacio an einem Tiefpunkt in seinem Leben kennen. Land, Leute, mehr zu seiner Situation wären interessant, aber es werden nur ein paar Fakten genannt und schon geht es in den Wunsch der USA-Auswanderung über. Auch hier mangelt es an Kreativität und Tiefgang. Statt den Vorgang an sich, samt Zeiten beschreibt, eventueller Pleiten oder Hürden ausbaut, denn so leicht ist es mit Sicherheit nicht eine Arbeitserlaubnis samt Job bei der Stadt von New York zu bekommen, klappt alles reibungslos. Gleiches gilt für die Umstellung, die erste Zeit im fremden Land. Es ist alles leicht und ohne wirklichen Tiefgang, so als hätte ich in der Schule damals dieses Thema als Aufsatz gehabt.

Statt sich wirklich auf das Thema „Auswandern“ zu konzentrieren greift der Autor immer wieder neue Themen auf. Probleme wie Krankheiten oder Hurrican. Um diese Idee wirklich gut umzusetzen hätte der Autor deutlich mehr ausholen, beschreiben und Tiefe integrieren müssen. Es ist ja nicht verkehrt, und es lässt sich gut lesen, nur wenn man eben mal selbst zu sich ehrlich ist, dann ist es zumindest bei mir so, dass ich Bücher aus dem Grund lese, um klar Unterhaltung zu finden, aber um auch etwas aus dem Werk mitzunehmen. Gerade bei einer solchen Lektüre muss ich aber ehrlich sagen, hätte ich mir eben mehr zu mitnehmen gewünscht. Einfach weil ich mich fürs Auswandern interessiere und die USA attraktiv sind.

Klar liegt für einige Menschen in den USA das Glück auf der Straße, aber der Weg dorthin ist nie so leicht und gänzlich ohne Steine, wie es der Autor schildert. Es ist ein gut gemeinter Versuch, der sich gut lesen lässt, aber leider ist es in meinen Augen auch nicht mehr, als dieser Versuch. Auch ohne den Versuch am Ende noch etwas Spannung reinzubringen hätte mich das Thema interessiert, aber auf den letzten Seiten noch einmal eine Schocknachricht, die schon im Klappentext angekündigt wird einzubauen, ist einfach zu spät, und kann das Buch leider nicht mehr herumreißen.

FAZIT: Wenn ihr ein Buch sucht, bei dem ihr euch über das Auswandern informieren wollt, oder das Feeling spüren wollt, lasst es. Sucht ihr hingegen eine leichte Lektüre, die unterhält, sehr einfach, jedoch schön geschrieben ist und ohne wirkliche Hindernisse das Leben im Ausland schmackhaft macht, dann kann ich euch das Buch empfehlen. Da das Buch diesmal ohne Recherche-Fehler auskommt und ich mich wie gesagt trotz der Oberflächlichkeit gut unterhalten habe, bekommt das Buch faire drei Sterne von mir.
* Rezi-Ex
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Licht aus, die Mayer kommt / Heike Kottmann

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das ich mir als Rezensionsexemplar ausgesucht habe, denn ich habe als Kind Hanni und Nanni geliebt, und wäre beinahe selbst auf ein Internat gegangen, was ich im Nachhinein vielleicht lieber hätte machen sollen. Wie so ein Alltag aussieht, die Vor- und Nachteile wurden in der Biographie festgehalten. Falls ihr neugierig geworden seid, bitte unbedingt weiterlesen.


'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Heike Kottmann
Titel: Licht aus, die Mayer kommt!
Broschiert: 256 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (26. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832162909
ISBN-13: 978-3832162900
Preis: € 9,99
Genre: Biographie
Gelesen in: 2 Tagen

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Heike – reiche Eltern, in der Grundschule gemobbt, intelligent, gutaussehend

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Salem / Bodensee
Zeit: 90er Jahre

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Eigentlich hat sich Heike total auf die Schule gefreut und sie macht ihr auch große Spaß, wären da nicht die anderen Kinder. Seit diese mitbekommen haben, dass ihre Eltern für die Eltern von Heike arbeiten, wird sie nur noch gemobbt. Freunde hat sie keine, in jeder Stunde wird sie mit allen möglichen Mitteln fertig gemacht und die Lehrer schauen nur weg. Als es in der weiterführenden Schule auch nicht besser wird, ist den Eltern klar, dass was geschehen muss, und das Thema Internat wird von einer guten Freundin der Eltern auf den Tisch gebracht. Heike ist sofort begeistert, aber ihre Eltern weniger. Trotzdem setzt sich das kleine Mädchen durch und kommt auf das Internat Salem am Bodensee. Von der ersten Minute an fühlt sie sich wohl, integriert sind in den Alltag und findet zum ersten Mal im Leben echte Freunde. Ihre Erlebnisse in den nächsten neun Jahren, hält sie in diesem Buch fest.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Licht aus, die Mayer kommt!“ ist eine biographische Erinnerung an eine wundervolle Zeit auf einem Internat. Jeder hat sich mindestens einmal vorgestellt, wie es sein könnte auf einen Internat zu leben. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich selbst im Alter von Heike vor der Wahl stand. Meine schulische Situation war nicht ganz so, aber grundlegend musste was getan werden. Bei mir stand jedoch Internat oder der Wechsel auf eine private Schule in einer anderen Stadt zur Debatte. Mir hat die Vorstellung von einem Internat, wo ich vielleicht auch gemobbt werden könnte und das dann 24 Stunden, weniger gut gefallen, und somit habe ich es lieber in Kauf genommen morgens um 6.00 mit der Bahn loszufahren und um 17.00 wieder zu Hause zu sein.

Hätte ich das Buch von Heike jedoch vorher gelesen, dann wäre ich wahrscheinlich eher auf ein Internat gegangen. Der Zusammenhalt, wie die Autorin im Buch beschreibt, ist einfach unglaublich. Spaß, Abenteuer, echte Freundschaften fürs Leben, Streit, Feindschaften, die erste Liebe. Das Buch ist unglaublich witzig im Stil und sorgt für ein anschauliches Erlebnis, so, als wäre ich selbst die Schülerin gewesen, was ganz ehrlich bei einem monatlichen Schulgeld von rund 2500€ definitiv nur der Elite möglich ist.

Die Autorin beschönigt die Sache nicht unbedingt, sondern geht auch auf Heimweh und andere Aspekte ein, die gerade am Anfang und vor allen Dingen junge Schüler/innen betreffen ein. Sie nimmt dadurch die Angst und zeigt, dass so eine Distanz zu den Eltern auch etwas schönes und lehrreiches sein kann. Am Ende steht man mehr auf eigenen Beinen, als man für möglich gehalten hätte.

Es gibt auf jeden Fall eine Menge schöner Momente, wo der Leser schmunzeln oder auch lachen wird. Jedoch gibt es auch Momente, wo der Leser fassungslos oder gar traurig sein wird. Zum Beispiel als das Flugzeug hinter dem Mädchentrakt von Salem abstürzt, bei dem 69 Insassen verstorben sind.

Alles in allem möchte ich euch nicht zu viel verraten, weil das Buch einfach durch seine Erfahrungen auf Salem etwas Besonderes ist. Würde ich zu viel verraten, wäre es jedoch langweilig. Es lohnt sich das Buch zu lesen, sofern einen das Internatsleben interessiert.
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Im Schlaf komm ich zu dir / Jennifer R. Johansson

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Ich erwachte hustend und keuchend. Mein Körper war in Schweiß gebadet. Wie zu einer Kugel zusammengerollt, schlang ich einen Arm um meine Knie und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Warum musste ich mir ausgerechnet ihn aussuchen? Warum einen Mörder? Traumseher zu sein nervte gewaltig, insbesondere da alle um mich herum Träumer waren. Ich wusste nicht, ob es noch andere wie mich gab – jedenfalls konnte ich dem Glückspilz von einem Träumer, der mir jeden Tag als Letzter in die Augen blickte, nicht entfliehen. Egal, wie sehr ich ihn abschütteln wollte, ich war für eine Nacht unausweichlich an ihn gekettet. (Zitat S. 12)

Klingt nach einem spannenden Buch, und genau aus diesem Grund wollte ich es auch lesen. Dabei ist das Cover eigentlich nicht unbedingt mein Geschmack. Blau, eine auf alt getrimmte Schrift und ein halbes, schlafendes Gesicht. Es passt, aber ist nicht unbedingt mein Highlight. Doch nun möchte ich euch natürlich verraten, wie mir das Buch gefallen hat. 
 
'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Jennifer R. Johansson
Titel: Im Schlaf komm ich zu dir
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (24. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345326813X
ISBN-13: 978-3453268135
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Originaltitel: Insomnia - The Night Walkers 1
Preis: € 14,99
Genre: Thriller, Jugend
Gelesen in: 4 Tagen

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Parker – 17, schläft nie, sieht andere Träume, alle denken er nimmt Drogen
Mia – sportlich, wird verfolgt und hat angenehme Träume

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: USA
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Parker
Alter der Figuren: 17

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Parker ist 17, sein Vater ist verschwunden und seine Mutter überängstlich, denn Parker hat abgenommen, sieht nicht gesund aus. Alle, sogar der Hausarzt tippen auf Drogen. Doch die Wahrheit sieht anders, Parker schläft schon seit 4 Jahren nicht mehr. Sein Körper liegt zwar schlafend auf dem Bett, doch sein Gehirn findet keine Ruhe. Im Gegenteil, es verbindet sich mit dem Traum der Person, die Parker als letztes am Abend gesehen hat. Sexfantasien, Shoppingtouren, der neue Rasenmäher, Mordfantasien und vieles mehr erlebt er, als wäre er selbst der Träumer. Nicht mal Zeuge eines Mordes zu sein, kann ihn noch schockieren. Als er völlig übermüdet fast einen Unfall verursacht, lernt er Megan kennen. Ihre Träume sind einschichtig, sehr beruhigend und er findet zum ersten Mal seit vier Jahren Schlaf, eigenen Schlaf. Auf der Suche nach diesem Mädchen trifft er sie in der Schule überraschend wieder, und ist noch überraschter, als sie einen ganz anderen Namen hat. Was steckt dahinter, und warum wird sie verfolgt?

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Im Schlaf komm ich zu dir“ klang für mich nach einem mehr als viel versprechenden Thriller. Für mich als Träumer gibt es nichts schöneres, als am Abend ins Bett zu gehen, und mich auf einen Traum zu freuen. Doch die Idee nicht seine eigenen Träume zu träumen und sogar gar nicht zu schlafen, ist faszinierend und ganz ehrlich beängstigend. Daher war ich sehr neugierig auf die Geschichte und deren Umsetzung.

Mit Parker ist der Autorin ein lebendiger, einfühlsamer und wacher Protagonist gelungen. Er ist sympathisch und vermittelt ein Gefühl einen authentischen Jugendlichen vor sich zu haben, der durch sein aufgewecktes Wesen und seine manchmal reifen Gedanken punkten kann. So wie es der Autorin mit Parker gelingt, kann sie auch die anderen Figuren zu leben erwecken, ohne sie flach oder lieblos erscheinen zu lassen. Pauschal würde ich die Charaktere als perfekt inszeniert bezeichnen, was auf die beruflichen Grundlagen der Autorin im Bereich der Psychologie zurück zu führen ist.

Während die Figuren wirklich gelungen sind, muss ich ehrlich sagen, dass mich gerade am Anfang das Buch nicht so ganz überzeugen konnte, wie ich gehofft hatte. Das liegt an der anfänglich mangelnden Spannung. Zwar schafft die Autorin eine gewisse Grundspannung durch die Idee zu schaffen, aber das nützt nichts, wenn einfach nicht so viel passiert, um diesen Anfang auszubauen. Generell empfand ich die Idee faszinierend was Schlafmangel anrichtet und wie gut sich Parker damit beschäftigt hat. Obwohl ich mich immer wieder gefragt habe, warum er denn schon vier Jahre so leben kann, ohne schon lange gestorben zu sein, denn Zeiträume zu den Fakten werden leider nicht genannt, was ich etwas schade fand.

Das Problem ist hauptsächlich, dass sich die Autorin ein echt schweres Thema ausgesucht hat, das nicht nebenbei eingeführt werden kann, sondern hier eine gewisse Aufmerksamkeit bedarf. Durch diese Einführung dauert es einige Zeit bis überhaupt der Klappentext in Kraft tritt und sich die Spannung langsam greifbarer aufbaut. Und Spannung kommt auf jeden Fall vor. Gerade im letzten Drittel baut sich diese so enorm auf, dass man sich teilweise schon etwas gruselt. Dadurch wird die Neugierde geweckt, wie das Buch weitergeht, aber man muss sich eben bis zu diesem Punkt durchkämpfen, und das bringt teilweise eben Lesefrust mit sich. Ich für meinen Teil bin jedenfalls genervt, wenn es am Anfang allzu schleppend voran geht.

Zumindest der Stil ist die gesamte Zeit konstant jugendlich und flüssig. Detailliert, aber nicht langatmig oder zähflüssig von den Details. Und deswegen habe ich die Hoffnung, dass der nächste Band einfach nur genial wird und das im Gesamtpaket.

*Rezi-Ex
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Cry Baby / Gillian Flynn

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Die Höflichkeit war am schlimmsten. Eigentlich sollte ich mir Notizen machen, mich vorbereiten, Fragen entwerfen. Stattdessen trank ich weiter Bourbon, warf Aspirin hinterher, schaltete das Licht aus. Das feuchte Schnurren der Klimaanlage und das elektronische Piepsen eines Videospiels nebenan schläferten mich ein. Ich war nur dreißig Meilen von meiner Heimatstadt entfernt, brauchte aber eine letzte Nacht mit mir allein. (Zitat. S. 14 – Stil und Camilles Art)

Heute habe ich mich mal wieder bewusst für ein Buch entschieden, auf das ich mich unglaublich gefreut habe. Der Hype um Gillian Flynn ist enorm und der Buchtitel, den ich im Übrigen bei einer Rebuy Challenge gewonnen habe, klang mörderisch vielversprechend. Das Buch hinterlässt zumindest bei mir einen bleibenden Eindruck, warum verrate ich euch nun.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Gillian Flynn
Titel:  Cry Baby
Broschiert: 332 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (8. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 365101164X
ISBN-13: 978-3651011649
Originaltitel: Sharp Objects
Preis: € 12,99
Genre: Drama, Thriller
Gelesen in: 4 Tagen

== AUTORENPORTRAIT ==
Gillian Flynn wuchs in Kansas City, Missouri, auf. Nach College und Universitäts-Studium in Kansas und Chicago zog es sie nach Kalifornien, anschließend nach New York. Sie war zehn Jahre lang die leitende TV-Kritikerin von >Entertainment Weekly<. Im Jahre 2006 erschien ihr erster Roman >Cry Baby<, mit dem sie großes Aufsehen erregte. Das Buch erhielt gleich zwei >British Dagger Awards<. Ihr zweiter Roman >Finstere Orte< erschien 2009 und wurde ebenfalls ein riesiger Erfolg. Im Juli 2012 erschien ihr dritter Roman >Gone Girl< und löste ein riesiges Medienspektakel aus. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde mehr als 3 Millionen mal verkauft. Alle drei Bücher werden verfilmt und demnächst im Kino zu sehen sein. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Chicago.
(Quelle: Amazon.de)


== DAS COVER ==
Ein schlichtes schwarzes Cover mit grüner Schrift und einer Rasierklinge. Passt wie die Faust aufs Auge und hat etwas spannendes, weswegen mir das Buch sehr gefällt.

== FIGUREN ==
Camille – gestörte Borderlinerin und Reporterin
Amma – Halbschwester ebenfalls etwas gestört
Adora – Mutter, die nur fürs Trauern lebt
Alan – Stiefvater, der ständig Angst vor Krankheiten hat

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive von Camille
Alter der Figuren: 16-50

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Als Camille von ihrem Chef nach Hause geschickt wird, hat sie darauf so gar keine Lust. In ihrer Heimat war sie schon 8 Jahre nicht mehr, ihre Eltern mag sie nicht wirklich und die gefundene Leiche, sowie das neu verschwundene Mädchen reizen sie nicht. Trotzdem macht sich die junge Reporterin auf den Weg nach Wind Gap. Was sie dort vorfindet, übertrifft die schlimmsten Vorstellungen. Ihre Mutter ist noch genauso schlimm wie frühe und ihr Stiefvater genauso öde wie eh und je. Ihre Halbschwester hingegen ist zu Hause das kleine brave Mädchen und unterwegs eine echte Bitch. Camille macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und muss hierbei eine Menge mit sich selbst klären, denn sie hat ihre Gründe, warum sie damals angefangen hat sich Worte in die Haut zu ritzen und später abzuhauen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich habe mich darauf sehr gefreut, denn ich habe einiges über die erstklassigen, hochgelobten Werke gehört. Allerdings kann den Hype zumindest bei diesen Buch einfach nicht vollends nachvollziehen. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und deswegen freue ich mich, dass das Buch bei anderen so gut ankommt, möchte aber auch Interessierten nicht verschweigen, warum es mich nicht umgehauen hat.

An sich setzt die Autorin auf wertvolle Themen, wie zum Beispiel Selbstzerstümmelung mit dem Messer, sprich Borderliner-Syndrom, aber auch der Ansatz des Münchhausen-Syndroms kommt in dem Buch vor. Da ich selbst früher geritzt habe, zum Glück nur sehr oberflächlich ohne sichtbare Narben, finde ich das Thema immer sehr interessant. Das Münchhausen-Syndrom finde ich als Mutter hingegen bewegend und man kann sich nicht genug darüber informieren, denn solche Fälle können auch in dem eigenen Bekanntenkreis vorkommen. Inhaltlich wird das ganze mit einem Mordfall und einem verschwundenen Mädchen, welches einige Seiten später ebenfalls Tod aufgefunden, abgerundet und dadurch soll das Buch eine gehörige Portion Spannung vermittelt bekommen. Also genau eine Mischung, die ich persönlich zu schätzen weiß, sofern es eben gut umgesetzt wurde.

Es beginnt jedoch schon bei der Hauptfigur Camille mit der ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin, obwohl ich ihre Ausgangslage gut nachvollziehen konnte. Unsympathisch ist sie nicht wegen ihrer eingeritzten Wörter, dem sexuellen Freizügigkeiten auf der Suche nach Liebe und Nähe, sondern schlichtweg von ihrer Art. Sie trinkt ständig, benimmt sich nicht wie 30, sondern wie Anfang 20. Ich war schockiert, als ich gelesen habe, wie alt sie in Wirklichkeit sein soll. So nimmt sie zum Beispiel mit ihrer 13 jährigen Schwester Drogen. Trotz schwerer Kindheit und Co, ist das ein Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann aus eigenen Erfahrungen.

Es ist aber nicht nur Camille, mit der ich einfach nicht warm wurde, sondern auch die Tatsache, dass das Buch einfach nur langweilig umgesetzt wurde. Da gibt es im Grunde einen Serienmörder, die Polizei verrät nichts, und Camilles Ermittlungen drehen sich im Kreis und sind von Sex, Rückblenden, Drogen und Alkohol unterbrochen. Es verschwinden keine weiteren Menschen und so dümpelt die Geschichte einfach nur vor sich hin. Es liegt sozusagen kein Druck vor, um zum Beispiel ein verschwundenes Mädchen zu finden, bevor diese ermordet wird oder ähnliches. Stattdessen werden schwache Geheimnisse aufgedeckt, die dem Buch leider nicht viel helfen. So bissen die beiden Toten immer wieder Leute und waren alles andere als brave Mädchen. Eigentlich ist keins der Mädchen im Ort brav. Sexorgien, Alkohol und Drogen sind mit 13 wohl etwas wunderbares, sodass die Frage, ob die Autorin auf eigene Erfahrungen setzt, immer wieder aufkommt.

Nun gut, viele haben gesagt, dass der Schluss des Buches das Highlight ist. Ich muss zugeben, dass das Buch für mich eine minimal überraschende Wendung hatte und es in der Tat noch einen kleinen Sprung macht, aber der Sprung reicht für mich nicht aus, um das Buch als genial zu bezeichnen.

Es ist eher langweiliger Durchschnitt aus dessen Grundidee so viel hätte gemacht werden können. Vielleicht verkenne ich auch nur die Brillanz hinter dem Werk. Für mich war es kein Highlight und ich war froh, als es beendet war. Und ich hoffe, dass Fans der Autorin meine Eindrücke einfach akzeptieren.
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Das Schicksal ist ein mieser Verräter / John Green

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Die Selbsthilfegruppe war also ätzend, und nach ein paar Wochen sträubte ich mich mit Händen und Füßen gegen den ganzen Zirkus. Tatsächlich hatte ich just an dem Sonntag, an dem ich die Bekanntschaft von Augustus Waters machte, alles versucht, die Selbsthilfegruppe zu schwänzen, während ich mit meiner Mut- ter auf dem Sofa saß und den dritten Teil eines zwölfstündigen America’s-Next-Top-Model-Marathons vom vergangenen Jahr sah, den ich zugegebenermaßen bereits kannte. (Zitat S. 12 – Zeigt Hazels Art sehr gut)

Heute möchte ich euch ein Buch aus meinem Buchregal vorstellen, bei dem ich mir nicht mal sicher bin, wo ich es her habe. Ich glaube jedoch, dass mir meine Mutter das Buch irgendwann einmal mitgegeben hat. Ich muss zugeben, dass die Thematik eigentlich nicht meins ist, denn meine Mutter hatte gerade einen Herzinfarkt und dementsprechend sind solche trüben, traurigen Themen nicht so meins, aber dtv steht in meinen Augen mit für die besten Jugendbücher und da mir mein Sohn das Buch zum Lesen herausgegeben hat, habe ich es angefangen. Ich habe es an einem Abend mit Tränen in den Augen verschlungen.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: John Green
Titel:  Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Carl Hanser; Auflage: 29 (30. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446240098
ISBN-13: 978-3446240094
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Originaltitel: The fault in our stars
Preis: € 9,95
Genre: Drama, Liebe, Krebs, Jugend
Gelesen in: 3 Stunden

== AUTORENPORTRAIT ==
John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt „Eine wie Alaska“ (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane „Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)“ (2008) und „Margos Spuren“ (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. In der Presse wurde Green bereits mit Philip Roth und John Updike verglichen. Greens jüngster Jugendroman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2012) ist ein weltweiter Bestseller, der in über 40 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde. Auch in Deutschland stand der Titel über ein Jahr auf der Spiegel-Bestsellerliste, wurde u.a. mit dem Buxtehuder Bullen und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 (Preis der Jugendjury) ausgezeichnet. Mit seinem Bruder Hank betreibt John Green einen der weltweit erfolgreichsten Video-Blogs, die Vlogbrothers. Rund 4 Millionen Leser folgen ihm auf Twitter. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Indianapolis.
(Quelle: Amazon.de)

== DAS COVER ==
Das Cover ist schlicht in blau gehalten mit einer Stadt als Silhouette und einigen Sternchen. Eigentlich ist es mir zu schlicht, aber bei einer solchen Thematik ist es nicht verkehrt und passt irgendwie zum Buch.

== FIGUREN ==
Hazel Grace – Krebs ohne Heilungschance
Augustus – Knochenkrebs, ein Bein und nicht rückfällig

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA / Amsterdam
Zeit: Gegenwart, 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive von Hazel
Alter der Figuren: 16 / 17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Hazel ist 13 als bei ihr eine tödliche Art von Krebs festgestellt wird. Sie hat noch ihr ganzes Leben vor sich und ist mehr oder weniger glücklich als die Metastasen in der Lunge mit einem neuen Medikament in den Griff bekommen werden. Sie wachsen nicht mehr und der Krebs breitet sich auch nicht mehr aus. Dafür füllt sich ihre Lunge regelmäßig mit viel Wasser. Ohne zusätzlichen Sauerstoff aus einem mobilen, sowie Nachtgerät, könnte sie nicht überleben. Inzwischen ist sie 16, studiert Literatur am Collage und hat nur einen Wunsch, das ihr Lieblingsbuch endlich fortgesetzt wird. Als sie mal wieder von ihrer Mutter zu einem Selbsthilfegruppentreffen gezwungen wird, ist sie sauer, aber irgendwo auch happy, und das liegt an Augustus, den sie dort kennenlernt. Er hat durch den Krebs ein Bein verloren, aber ist soweit frei vom Krebs. Er begleitet nur seinen Freund, der Augenkrebs hat, und kurz vor der Entfernung des zweiten Auges und somit Blindheit steht. Hazel und Augustus verstehen sich sofort und verlieben sich in einander. Obwohl Hazel sich am Anfang weigert, aus Angst, dass sie ihn genauso verlassen muss durch den Tod, wie seine vorherige Freundin, lassen sich beide auf die zarte und tiefgründige Liebesgeschichte ein. Man lebt nur einmal und Hazel erkennt, dass er für sie der richtige Mann ist. Er opfert sogar seinen Herzenswunsch, damit sie ihren Lieblingsautoren fragen kann, ob es eine Fortsetzung gibt, und wenn nein, ob er ihr zumindest sagen kann, wie es für die Figuren weitergeht, denn das Buch endet mitten im Satz. In Amerstdam muss sie jedoch erkennen, dass es nicht auf alle Fragen eine Antwort gibt, und dass das Leben nie gerecht ist. Ihr Lieblingsautor ist ein Säufer, der nach dem Tod seiner Tochter nicht mehr klarkommt und ihr trotz der unheilbaren Diagnose nicht einmal ein erdachtes Happy End präsentiert, und Augustus beichtet ihr, dass der Krebs zurück ist und die Chancen fast bei null sind. Jetzt muss Hazel nicht nur für sich stark sein, sondern auch für ihre wahre Liebe Augustus.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein Buch, dass emotional aufwühlt, die eigenen Blickwinkel verändert und einfach wunderbar ist. Wer Liebesgeschichten aus dem Hause dtv kennt, der weiß, dass diese Jugendbücher eigentlich nie enttäuschen und zumindest bei mir trifft es auch auf dieses Werk zu. Das Buch ist in meinen Augen wundervoll. Einmal angefangen konnte ich trotz Tränen in den Augen nicht aufhören zu lesen.

Es fängt schon mit dem Stil an. Verfasst wird die Geschichte aus der Ich-Perspektiv von Hazel, sodass der Leser viele Gedanken und Emotionen einfach besser verstehen kann. Generell würde ich den Stil als modern, jugendlich, bildhaft und lebendig beschreiben. Emails, SMS, wiedergegebene Dialoge in Ich:..., Mama:... Form. Es gibt auf jeden Fall viele stilistische Mittel, die das Buch aufpeppen und unglaublich leicht zu lesen gestalten.

Durch die Perspektive und den Stil sind die Hauptfiguren einfach nur echt. Ich konnte jede Minute alles nachvollziehen, und hatte das Gefühl selbst alles miterlebt zu haben. Beide Figuren sind aus dem Leben gegriffen. Sie haben Ängste, Stärke, Wünsche, sind manchmal naiv und kindlich, aber irgendwo auch auf einer andere Seite reifer, als man denkt. Die Dialoge sind dementsprechend sehr gemischt. Von ernst über witzig ist alles vertreten.
Gerade der Autor, den Hazel liebt und Augustus haben manchmal eine Sprache, die sehr gehoben ist und zum Nachdenken anregt, weil alles eine tiefere Bedeutung hat. Trotzdem ist es leicht zu lesen, zeigt aber die  Intelligenz der Figuren. Es sind Protagonisten, die man nie verlieren möchte, bei denen man weiß, dass es aber kein Happy End geben kann, und darauf setzt John Green auch nicht. Im Gegenteil er lässt zum Teil Hazels Lieblingsbuch wahr werden.

Inhaltlich befasst sich das Buch natürlich hauptsächlich mit dem Krebs, wie sich die Menschen damit verhalten und umgehen. Aber auch wie die Umwelt darauf reagiert oder lieber nicht reagieren sollte. Es öffnet wirklich die Augen, denn sobald man hört, jemand hat Krebs, geht jeder Mensch in eine Art Mitleidsphase über, und nach dem Tod kommen die liebsten Kommentare, aber niemand geht wirklich auf den Menschen ein, sagt ehrliche Worte oder ähnliches. Alleine hier bietet das Buch viel Diskussionsmaterial, weswegen es sich für Schulen, in meinen Augen, anbietet. Der Krebs wird nicht beschönigt und dementsprechend schockiert das Buch an vielen stellen.

Es rüttelt jedoch auch auf, und hat mir zum Beispiel ganz andere Blickwinkel ermöglicht. Zum Beispiel habe ich stets Angst wegen meiner Netzhautprobleme blind zu werden, aber wie sagte Augustus so schön, einmal in meinen Worten, da ich die Stelle vergessen habe zu markieren. Trotz Blindheit kann man leben, schöne Tage, witzige Momente und unglaubliches erleben. Man sieht im Grunde nicht den Tod ins Auge, sondern muss einfach lernen sein Leben umzugestalten, auch wenn dies nicht schön ist.  Auf der anderen Seite habe ich nach dem Herzinfarkt meiner Mutter nicht verstanden, wieso sie kein solches Luftgerät will. Hazel schleppt ihres den ganzen Tag mit sich rum, und ich kann inzwischen alles verstehen. Die Luftnot, das Lungenödem, das störende Kitzeln in der Nase und die Tatsache, dass man die Luftzufuhr nicht selbst mit eigenen Atemzügen vollends steuern kann. Alles wird so authentisch beschrieben ohne dabei wirklich auf Mitleid aus zu sein, dass es einfach genial ist.

Hinzu kommen die vielen Gedanken. Das Buch was mitten im Satz endet und dem Leser offen lässt, wie es weitergeht und aufzeigt, was das echte Leben mit sich bringt. Da kann der Satz in dem man sich befindet oft auch nicht weitergeschrieben werden. Es zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit ihrem Schicksal umgehen, dass nicht jeder stark genug für jede Situation ist. Aber es zeigt vor allen Dingen, dass das Leben zu kurz ist, und jeder seine Träume erfüllen sollte, statt nur davon zu träumen.

Das Buch beschönigt nichts, aber bringt den Leser nicht nur Tränen in die Augen, sondern Momente in denen er lachen kann. Das Buch ist das wahre Leben in geschriebener Form. Ich kann es nur jedem ans Herz legen.
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Exotische Welten / P. Farmer, R. Silverberg, V. McIntyre

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Nachdem es meiner Mutter leider nicht so gut geht und sie im Krankenhaus liegt, versuche ich noch mehr Sport zu machen, und viel zu lesen, um mich ganz ehrlich abzulenken und eben für alles zu tun, damit ich eben auch so alt werde. Um mich abzulenken habe ich mich für ein Buch entschieden, welches abseits meiner sonstigen Vorlieben ist. Scifi und dann noch drei Geschichten in einem Buch, aber wenn ich mich Konzentriere bin ich abgelenkter. 




== BUCHFAKTEN ==
Autor: Philip Jose Farmer und Robert Silverberg und Vonda N. McIntyre
Titel:  Exotische Welten: Die Liebenden / Zeit der Wandlungen / Traumschlange
Taschenbuch: 620 Seiten
Verlag: knaur; Auflage: 1. (1984)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426057786
ISBN-13: 978-3426057780
Preis: € 5
Genre: SciFi
Gelesen in: 10 Tagen

== AUTORENPORTRAIT ==
Philip Jose Farmer wurde im Jahr 1918 geboren und erlangte 1952 durch seinen Roman "The Lovers" Bekanntheit. 1953 bekam er den HUGO Award als vielversprechendster neuer Autor. "The World of Tiers" (Die Welt der tausend Ebenen) gehört zu den farbigsten und phantasievollsten Werken von ihm und eigentlich zur Pflichtlektüre.

== DAS COVER ==
Ein magisches Wesen, ein Vogel und ein Kreis mit einer Perle. So sehe ich das Cover. Es ist fantasievolll und gefällt mir daher sehr gut.

== DIE LIEBENDEN – INHALT UND MEINUNG ==
Nach einem apokalyptischen Krieg gab es nur wenige Überlebende, darunter der Sprachforscher Hal Yarrow. Er ist Untertan der Haijac Union, die ein Überbevölkerungsproblem haben und von einer staatlichen Kirche beherrscht werden. Yarrow ist mit dieser Situation genauso wenig glücklich, wie beruflich und sexuell. Zu allem Überfluss ist seine Frau Mary dem Staat sehr angetan und meldet jeden noch so kleinen Ausrutscher seinerseits. Deswegen nimmt er die Chance war, als er zu einer Eroberungsexpedition eingeladen wird. Das hierbei eine intelligente Bevölkerung getötet werden soll, ahnt er nicht. Zu allem Überfluss verliebt er sich Jeannette und nimmt sie zu seiner Geliebten, die er versteckt hält. Was er ebenfalls nicht weiß, sie ist eine Lalitha, die nach der Geburt eines Kindes stirbt. Deswegen trinkt sie Alkohol, der eine Schwangerschaft verhindert. Doch Yarrow verdünnt den Alkohol, weil er sie für eine Alkoholikerin hält. Unwissentlich wird sie schwanger und Yarrow gerät mit seinen Insektenlarven-Kindern ins Visier und muss die Vernichtung der Rasse verhindern.

Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben und bietet einen interessanten Ansatz. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es komisch fand so mit Insekten-Nachwuchs. Die Geschichte regt jedoch an, das eigene Leben zu überdenken und vielleicht das eigene Lügengerüst einzureißen, denn fast jeder nutzt Lügen.

== ZEIT DER WANDLUNGEN – INHALT UND MEINUNG ==
Bortha, ein Planet abseits unserer Welt. Die Kultur ist sehr eigen. So sind Gefühle gänzlich verboten und das Wort „Ich“ ist tabu. Kinnall hält sich daran, bis es zum Kontakt mit dem Raumfahrer Schweiz kommt und er dadurch zum Rebellen wird. Unter einer Art Droge offenbart er seine Gefühle, worauf eigentlich die Todesstrafe steht.

Klingt spannend? Nicht wirklich. Die Idee Gefühle einfach nicht auszusprechen ist zwar in unserer Kultur gang und gebe, aber ganz ehrlich, es ist völlig uninteressant umgesetzt. Das liegt an dem langatmigen Einstieg, aber auch an den Figuren zu denen ich kaum Zugang gefunden habe.

== TRAUMSCHLANGE – INHALT UND MEINUNG ==
In einer fernen Zukunft gibt es einen atomaren Holocaust. Jahre später leben die menschen in Stämmen in der Wüste oder in kleinen Ruinen der Städte. Die Heilpraktikantin Schlange hilft mit manipuliertem Schlangengift Todkranken. Meist ist ihre Arbeit gut, aber sie kommt manchmal auch zu spät. Als ihre Traumschlange mit der sie heilt und beruhigt getötet wird, muss sie eine neue Besorgen, doch das ist nicht so leicht. Auf ihrem Weg lernt sie Melissa ein Brandopfer kennen und beschließt sie auszubilden. Sie finden die Traumschlangen, doch werden sie von jemanden bewacht, der Heiler hasst und sie sich als Sklaven aneignet, wenn sie den Weg zu ihm finden. So wirft er auch Schlange und Melissa in eine Traumschlangen-Grube und überlässt sie ihrem Schicksal.

Das Buch ist sicherlich spannend und mit vielen Themen bedacht, die für einiges Aufsehen gesorgt haben muss. Schließlich ist das Buch aus den 70er Jahren und nicht alles ist so harmlos beschrieben. Schließlich geht es auch um Vergewaltigungen und Kindesmissbrauch. Obwohl es viele wichtige Themen aufweist, bleibt der Fantasie-Anteil und auch der Zukunftsaspekt seitens Sci-Fi stets präsent. Gefiel mir von allem am Besten.

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Crossfire - Versuchung / Sylvia Day

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„Schlafen Sie mit jemandem?“ […] Ich schnappte nach Luft. „Ich wüsste nicht, warum das Sie etwas angehen sollte.“
„Weil ich Sie ficken will, Eva. Deshalb muss ich wissen, wer mit im Weg steht, falls es denn jemanden gibt.“ (Zitat, S. 39)

„Es fällt uns beiden schwer zu vertrauen. Wenn wir unser Vertrauen missbrauchen, könnten wir alles verlieren. Denke dir ein Wort aus, das Macht für dich verkörpert. Dein Safeword, Engel. Wähle es.“
Der Druck seiner Fingerspitze wurde beharrlicher. Ich stöhnte. „Crossfire.“
(Zitat, S. 291)
 

Bei der Rebuy Bücher-Challenge habe ich unter anderen dieses Buch gewonnen. Da mir ein Titel mit V für eine Lesechallenge fehlte, habe ich mich ans Lesen gemacht. Vorab möchte ich schon einmal sagen, dass ich zwar nicht häufig diese Art von Lektüre lese, aber wenn sie gut umgesetzt ist, sicherlich nichts dagegen habe. Doch nun begleitet mich in die Welt und die Fantasien von Eva.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Sylvia Day
Titel:  Crossfire - Versuchung
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (14. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453545583
ISBN-13: 978-3453545588
Originaltitel: Bared to You
Preis: € 1.00
Genre: Erotik
Gelesen in: 2 Tage

== AUTORENPORTRAIT ==
Die Nummer-1-Bestsellerautorin Sylvia Day stand mit ihrem Werk an der Spitze der New York Times-Bestsellerliste sowie 28 internationaler Listen. Sie hat über 20 preisgekrönte Romane geschrieben, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Weltweit werden ihre Romane millionenfach verkauft, Lionsgate plant derzeit eine TV-Verfilmung von CROSSFIRE. Sylvia Day wurde nominiert für den Goodreads Choice Award in der Kategorie bester Autor.
(Quelle: Amazon.de)


== DAS COVER ==
Das Cover ist schlicht und lässt so gar nicht auf den Inhalt kommen. Lediglich zwei Manschetten-Knöpfe sind zu sehen. Es ist sehr schlicht, aber in der Bahn oder in der Handtasche fällt so nicht auf, was gelesen wird.

== FIGUREN ==
Eva – Mädchen mit reichem Stiefdad und neuen Job als Assistentin
Gidieon Cross – Reich, verwöhnt, will Eva um jeden Preis ins Bett bekommen

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: New York
Zeit: 2010er


== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Eva hat den Uniabschluss in der Tasche und zieht zusammen mit ihrem besten Freund Cray, einem Model nach New York. Sie sind schon seit Jahren befreundet und haben in der Vergangenheit einiges zusammen erlebt und gemeistert. Bevor es für Eva mit der Arbeit los geht, möchte sie den Weg zum neuen Arbeitsplatz einmal zu Fuß abgehen, damit sie nicht zu spät kommt. In Jogging-Klamotten macht sie sich auf den Weg und möchte eigentlich nur noch mit dem Fahrstuhl nach oben ins Büro, um die Zeit von Tür zu Tür zu wissen, als einer jungen Dame der Inhalt der Handtasche auf den Boden kippt. Eva springt ein und so lernt sie den attraktiven Gideon kennen, der ebenfalls hilft. Sie findet ihn einfach nur heiß, obwohl sie weiß, dass er nicht zu der Sorte „richtiger Mann“ gehört. Trotzdem wird ihr immer anders, wenn sie ihn im Fahrstuhl oder im Gebäude zufällig sieht. Als ihr Chef Mark dann auch noch von ihm einen Auftrag bekommt, und Gideon ihr sagt, dass er sie unbedingt flachlegen möchte, kann sie ihm nur schwer widerstehen. Gideon Cross hat eine Ausstrahlung die zum Vernaschen einlädt. Lange hält sie nicht durch und so kommt es zum ersten Sex, der in einer verhängnisvollen, prickelnden Affäre endet. Eigentlich könnte alles schön sein, wenn beide nicht eine düstere Vergangenheit hätten, die sie erst einmal bewältigen müssen, damit vielleicht mehr daraus wird.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Ich muss jetzt einfach einmal zugeben, dass ich wohl die einzige Buch-Bloggerin bin, die wohl Shades of Grey nicht gelesen oder angeschaut hat. Wer sich jetzt einen Vergleich erhofft, wird nun leider enttäuscht. Allerdings halte ich eh nicht viel von Vergleichen, denn jeder Autor hat eine andere Intension, Stil und Idee.

Und die Grundidee des Buches finde ich gar nicht einmal so verkehrt. Blickt man etwas hinter die Fassade des Buches, werdet ihr erkennen, dass es der Autorin um Vertrauen geht. Vertrauen ist etwas sehr kostbares und das es niemanden, egal ob wohlbehütet oder mit düsterer Vergangenheit, leicht fällt einem anderen Menschen zu vertrauen, ist den meisten Lesern klar. Daher finde ich die Umsetzung und der Versuch dieses Vertrauen aufzubauen als Grundidee wirklich gut umgesetzt.

Damit hat sich der positive Aspekt aus diesem Buch aber auch schon erledigt. Da es genügend positive Bewertungen für das Buch gibt, möchte ich meine Meinung nicht vorenthalten. Ob, und inwieweit ihr mir zustimmt, bleibt euch am Ende überlassen, denn Meinungen sind zum Glück verschieden.

Es beginnt schon mit den Figuren. Während Gideon als Mann von Welt, durchaus Sexappeal besitzt und verkörpert, was zu einem solchen Roman einfach dazu gehört, selbst wenn es ein übertriebenes Klischee ist, gefällt mir die Hauptfigur Eva gar nicht. Sie ist Mitte Zwanzig, muss ihre Persönlichkeit noch entwickeln und genau dadurch werde ich mit ihr nicht warm. Ich kann teilweise ihre Gedanken zwar inhaltlich verstehen, aber leider nicht durch meine Persönlichkeit nachvollziehen. Sie wirkt, obwohl sie einiges erlebt hat, teilweise noch sehr kindlich. Ihre Art Probleme zu bewältigen, ist mit total fremd, weil ich vielleicht in der Praxis in einem anderen Umfeld angesiedelt bin. Nun gut, ich muss mich bei einem solchen Werk nicht mit der Figur anfreunden oder sie gar prickelnd finden. Selbst zum Schluss des Buches war mir weder Gideon noch Eva wirklich nahe oder gar vertraut. An Gideon störte mich die Macht, die er verkörpert. Er ist Anfang 30, unglaublich reich und ihm gehört anscheinend alles. Das Gebäude in dem sie arbeiten, die Firma, die Evas Chef mit Jobs versorgt, das Haus in dem Eva wohnt, ja sogar der Club in dem sie feiert. Außerdem akzeptiert er kein Nein von Eva und sei es, dass er ihr zumindest orales Vergnügen bereitet. Nein, ein Fan von Männern, die kein Nein akzeptieren bin ich nicht.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich kein Typ für ONS oder Affären bin. Das kann natürlich auch der Grund sein, warum ich mit den Figuren nicht warm geworden bin.

Hätte die Autorin nun zumindest die Grundidee von Vertrauen und vielleicht Problembewältigung ernster genommen, wäre ich vielleicht doch mit ihrem Werk warm geworden. Leider geht dieser Aspekt immer wieder unter, und das liegt an der erotischen Ausrichtung dieser Reihe. Ich habe schon einige erotische Werke gelesen, und eigentlich sollte ein prickelnder Funke überspringen, die Fantasie anregen und vielleicht Lust auf den Partner wecken. Das gelingt der lieben Sylvia Day gar nicht. Dieses Katz und Maus Spiel am Anfang nervt nur, wenn Gideon Eva verführen will, und sie sich noch sträubt. Vielleicht wäre dies sogar noch interessant gewesen, wenn die Figuren mehr als nur erotische Anziehungskraft verbunden hätte. Spätestens nach der ersten Aussage von Gideo „Weil ich sie f... will (S. 29) ist klar geworden, dass das Buch eher vulgär für die einen oder eben leicht umgangssprachlich für die anderen ausgelegt ist. Im Grunde geht es fast nur um diese sexuelle Beziehung und die Szenen empfand ich nicht wirklich prickelnd. Schlimm ist hier vor allen Dingen, dass sich die Autorin auf wenige Beschreibungen versteift und es daher zu der einen oder anderen Wiederholung kommt. Wen es interessiert, Sylvia Day scheint ein Fan von oralen Spielereien zu sein. Im Grunde geht es jedoch nur darum „Endlich zu kommen“. Ich persönlich fand es zwar manchmal pikant und im Ansatz sogar vielleicht stellenweise prickelnd, aber meist eben nur langweilig. Außerdem verliert die Autorin in meinen Augen immer wieder durch manche solche Szenen den roten Faden. Sie verpasst gute Zeitpunkte, um gewisse Dinge einfließen zu lassen oder aufzuklären.

Wisst ihr woran mich das Buch erinnert hat, nachdem ich es endlich aus der Hand legen durfte. An diese stumpfen Erotik-Filme, die vor vielen Jahren ab und an auf Vox liefen. Von der Story bzw. der Grundidee noch okay, aber es läuft nur darauf hinaus, einmal alle Stellungen abzuarbeiten, und mit Vorliebe eben oral. Die Handlung wird hierbei jedoch aus den Augen verloren. Und nein, das überzeugt niemanden, sonst würde so was ja immer noch laufen, oder?

Nein, im Ernst. Ich bin mit der ewig gleichen Sexszene, der dümpelnden Handlung und dem wenig vorhandenen Prickelfaktor einfach nicht warm geworden. Es ist einfach nicht mein Buch und ich hoffe ihr könnt es im Ansatz nachvollziehen.
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Fear Street - Racheengel / R. L. Stine

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Heute habe ich mal wieder ein Buch für die jüngere Generation. Da ich weiß, dass viele Schüler nach Rezensionen von R. L. Stine auf der Suche sind, hoffe ich, dass ich mit diesem Bericht wieder einigen helfen kann. Ich selbst bin ein großer Fan des Autors, finde es aber immer wieder schade, wenn der Autor sich zu einem Werk verleiten lässt, das nicht auf realistische Argumente setzt. Ob das diesmal wieder der Fall ist, verrate ich euch natürlich in meinem Bericht.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: R. L Stine
Titel: Racheengel: Du sollst mich fürchten
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 3 (1. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785544251
ISBN-13: 978-3785544259
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: € 7,99
Genre: Thriller
Gelesen in: 2 Stunden

== AUTORENPORTRAIT ==
Robert Lawrence Stine, besser bekannt als R. L. Stine, wurde 1943 in Ohio geboren. Schon im zarten Alter von neun Jahren liebte er das Schreiben von Geschichten. Seine Karriere begann jedoch nicht schon in diesem Alter. Nach seinem Abschluss war er erst über Jahre als Lehrer tätig und hat auch Erfahrungen als Lektor gesammelt, bevor er selbst mit dem Schreiben begannt. Anfangs waren es jedoch eher humorvolle Sachen, bevor er sein Talent für Gruselgeschichten entdeckte. 1992 schaffte er mit der Reihe „Gänsehaut“ den Durchbruch. Inzwischen ist er nicht nur Millionär, sondern steht auf im Guinness-Buch der Rekorde. Neben Gänsehaut gibt es genauso viele Fans für die Jugendreihe Fear Street.

Weitere Werke des Autoren:
Der silberne Dolch
Die Stiefschwester
Die Wette



== DAS COVER ==
Das Cover des Buches ist schlicht gehalten, aber sehr passen. Eine Engels-Statue, zerbrochen am Boden und im Hintergrund eine Pistole. Passt somit zum Inhalt des Buches und gefällt mir sehr gut.

== FIGUREN ==
Reva – verwöhnte Kaufsmannstochter, Mutter gestorben, quält gerne andere
Hank – Footballer, Ex-Freund von Reva
Pam – Revas Arme Cousine
Foxy – Bekannter von Reva, Pams Freund

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: 2000er
Perspektive: Blickwinkel von Reva und Pam
Alter der Figuren: 16-17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Reva ist das, was alle als verwöhnte Zicke bezeichnen würden. Nach dem Tod ihrer Mutter lässt sie niemanden mehr an sich heran. Nichts macht ihr mehr Spaß als andere zu quälen. Kein Wunder, dass sie kurz vor Weihnachten mitten bei einer Autofahrt mit ihrem Freund Hank Schluss macht oder ihre Cousine Pam eiskalt anlügt und behauptet, dass ihr Vater keinen Ferienjob mehr frei hat. Sie ist sogar so kalt, dass sie versucht einer Schulkameradin den Freund auszuspannen, weil dieser recht süß ist. Was Reva will, bekommt sie und wenn nicht, kommt sie damit wenig klar. Selbst zur Arbeit bei ihrem Vater im Kaufhaus ist sie sich zu fein. Durch ihre Art macht sie sich unbewusst viele Feinde. Als eines Tages ihr Lippenstift mit einer Nadel bestückt ist, nimmt sie es noch als üblen Scherz eines Neiders hin. Als dann aber Blut in einem Parfümflakon und eine entstellte Schaufensterpuppe an sie geschickt wird, weiß sie, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet. Doch wer könnte so grausam sein.

Gleichzeitig muss Pam damit kämpfen, dass sie auch dieses Jahr Weihnachten kaum Geld hat. Ihr Freund nimmt extra einen Ferienjob an, aber niemand kann ihren besten Freund trösten, dessen Vater nach Jahren aus dem Kaufhaus ihres Onkels herausgeworfen wurde. Als sie Zeuge wird, wie ein weiterer Bekannter in einem Supermarkt klaut und er von einem todsicheren Ding, einem Einbruch ins Kaufhaus ihres Onkels spricht, ist sie anfänglich weniger angetan. Andererseits ist alles geplant, ihr fehlen Geschenke und sie würde sich schon gerne an diesem Teil der Familie rächen. Doch dann geht alles schief. Der eigentliche Wachmann ist nicht da, sondern ein anderer, der doch tatsächlich die Polizei rufen will. Bei der Flucht kommt es zu einem Schusswechsel. Laut Radio wurde der Wachmann getötet und das Bargeld aus dem Safe geklaut. Nur weiß Pam, dass sie kein Geld gestohlen haben. Und dann wurden sie auch noch beobachtet und werden nun erpresst.

Beide Situationen spitzen sich zu und enden für einen tödlich. Wer, das müsst ihr selbst lesen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Racheengel“ ist ein typischer Jugendthriller aus dem echten Leben gepult. So, wie es Fans von R. L. Stine lieben und schätzen.

Diesmal setzt der Autor auf zwei Erzählstränge, die am Ende miteinander verbunden werden. Erzählt wird entweder aus der Perspektive von Reva oder von Pam, sodass der Leser hautnah miterlebt, wie es sich in dieser Haut anfühlt, obwohl er dabei nicht die Ich-Perspektive wählt.

Reva ist eine interessante Persönlichkeit, die in der Regel als Schulschreck oder auch als Oberzicke bezeichnet wird. Sie ist nicht gerade sympathisch, reich, verwöhnt von Daddy und hält sich für die Größte. Der Autor zeigt all die schlechten Eigenschaft und versucht durch ihre Gedanken aufzuzeigen, wie gut sich diese Personen oftmals fühlen, wenn sie andere quälen. Es sind aufschlussreiche Beschreibungen, die einen diese Art von Menschen mit anderen Augen sehen lässt. In jeder Schule gibt es solche Personen, und vielleicht hat diese Person ebenfalls einen guten Grund oder merkt gar nicht, dass sie so aneckt. Zwar finde ich Persönlich die sekundenschnelle Wandlung zum Ende des Buches empfand ich zwar etwas zu künstlich, aber hey, so ist es manchmal im Leben und schließlich möchte der Autor zeigen, dass sich auch solche Persönlichkeiten ändern können. Es fehlt vielleicht nur der richtige Anstoß. Obwohl es sicherlich ein Thema ist, das gerade die Opfer solcher Zickenattacken informativ finden werden, fand ich Reva ehrlich gesagt eher nervig. Das liegt aber daran, dass R.L. Stine nicht aufzeigt, dass sie vorher anders war. Der Tod eines geliebten Menschen kann verändernd und prägend sein, deswegen wäre ein Prolog vorab hilfreich gewesen, um zu zeigen, wie Reva vorher war. Selbst mit der Aufklärung am Ende gelingt ihm dieses Bild leider so gar nicht.

Immer wieder wechselt die Perspektive von Reva zu ihrer Cousine Pam. Ich muss zugeben, dass ich ihre Geschichte weitaus interessanter und spannender finde. Sie übernimmt nicht nur den ärmeren Part, sondern ist durchaus freundlicher und zugänglicher. Mit ihr versucht der Autor aufzuzeigen, wie schnell jemand auf die schiefe Bahn geraten kann. Die Motive können unterschiedlicher Natur sein. Geldmangel, die Möglichkeit es zu tun oder Rache. Egal aus welchem Grund man sich mitreißen lässt, kein Plan ist sicher und immer kann etwas schief gehen. Ich persönlich finde die Umsetzung durchweg spannend und wollte immer wissen, wie sich Pam entscheidet bzw. aus der Sache herauskommt.

Hier muss ich zum ersten Mal zugeben, dass R. L. Stine sich diesmal richtig Mühe gegeben. Normalerweise gilt, wer mehrere Stines kennt, der weiß am Ende, worauf der Autor hinaus möchte. Diesmal hat er mich einige Male stark aufs Glatteis geführt und bis zum Schluss hatte ich eine andere Auflösung im Kopf.

Durch die realistische Umsetzung hat es R. L. Stine geschafft mich sehr gut zu unterhalten. Einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören. Für Wenig-Leser gibt es jedoch alle paar Seiten ein neues Kapitel, welches sich für eine Pause anbietet.

Das Buch ist auf jeden Fall gut umgesetzt und bietet in meinen Augen viele Möglichkeiten sich damit zu identifizieren, bei Entscheidungen eventuell zu helfen, aber auch Diskussionsmaterial. Aus diesem Grund kann ich den Thriller empfehlen. Macht euch also auf einen tollen Fall in der Fears Street gefasst.

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Die Geheimnisse der Welt / Lisa O'Donnell

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Heute habe ich ein Buch im Gepäck, welches ich zur Rezension angefordert habe, weil das Cover unglaublich cool aussieht, aber es auch inhaltlich sehr spannend klang. Das Buch ist jedoch gänzlich anders als erwartet, und daher habe ich lange gebraucht, um zu gucken, wie meine endgültige Meinung mit etwas Abstand aussieht.

== BUCHFAKTEN ==
Autor:     Lisa O'Donnell
Titel:  Die Geheimnisse der Welt
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832197796
ISBN-13: 978-3832197797
Originaltitel: Closed Doors
Preis: € 18,99
Genre: Jugend, Erwachsenwerden
Gelesen in: 5 Tagen

== AUTORENPORTRAIT ==
Lisa O'Donnell wurde für ihr Drehbuch The Wedding Gift mit dem Orange Screenwriting Prize ausgezeichnet. Für ihren Debütroman Bienensterben (DuMont 2013) erhielt sie 2013 den Commonwealth Writers Prize. Lisa O'Donnell lebt mit ihren zwei Kindern in Schottland. Stefanie Jacobs überträgt englische und französische Literatur ins Deutsche, u. a. von Miranda July, Benjamin Kunkel, Mark Watson, Nick Cave und Rajesh Parameswaran.
(Quelle: Amazon.de)


== DAS COVER ==
Das Cover ist echt hübsch. Roter Hintergrund, eine Art Schlüsselloch mit Figuren, Blumen, Ball und anderen Details. Ich mag es total gerne leiden und es passt total zum Buch.

== FIGUREN ==
Michael – Wird Erwachsen

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Schottland
Zeit: 80er Jahre
Alter der Figuren: 11/12

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Michael Murry ist 11 Jahre alt und steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Er liebt Geheimnisse und belauscht daher gerne andere Menschen. So auch seine eigene Familie in der es jede Menge Probleme und Konfliktherde gibt. Als seine Mutter eines Abends im Park überfallen und verletzt wird, geht sie aus Angst und Scham nicht zur Polizei. Sie will das Gerede im Dorf nicht unnötig schüren und sorgt somit für viel mehr Gesprächsstoff. Michael wäre aber nicht Michael, wenn er das auf sich beruhen lassen würde, und fängt an nach der Wahrheit zu suchen. Einer Wahrheit, die ihm am Ende nicht gefallen wird.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Geheimnisse der Welt“ ist keine leichte Kost, sondern ein sehr tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt.

Aus der Perspektive des 11 Jährigen Michael befasst sich die Autorin mit dem Thema Geheimnissen, und davon gibt es nicht nur im Buch viele, sondern auch im realen Leben. Manche Geheimnisse sind unwichtig, belanglos oder gar eine Kleinigkeit, aber manche können verletzen, tödlich oder richtig schlimm sein.

In einer Mischung aus kindlicher Naivität, wechselnden Szenarien und einer ernsten Sprache, die viel Aufmerksamkeit fordert, versucht die Autorin die Geschichte von Michael, dem Erwachsenwerden und dem Vorfall mit seiner Mutter zu erzählen. Es lässt Geheimnisse und das Verhalten gegenüber dem eigenen Nachwuchs in einem neuen Licht erscheinen und erinnert, wie schwer es eigentlich ist erwachsen zu werden.

Alles in allem ein gutes Buch, das aber sehr verworren und springend zu lesen ist und viel Aufmerksamkeit benötigt.
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Vergoogelt / Julia K. Stein

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Ich konnte gerade nicht mehr schlafen, weil ich meine Statistiken checken wollte. Das mache ich morgens als Erstes, aber immerhin stehe ich nachts nicht mehrmals auf, wie Chocolategirl mir das bei unserem letzten Chat gestanden hat. Außerdem habe ich Björn versprechen
müssen, am Wochenende das Internet nur für das Allernötigste zu nutzen. Daran halte ich mich natürlich, aber Statistiken checken ist ja nicht wahlloses Zeug googeln, wie zum Beispiel, wie teuer die Weinflasche von gestern wäre, wenn man sie nicht im Luxushotel, sondern im
Internet bestellt hätte. (Zitat Seite 15)

Das Buch, welches ich euch jetzt vorstelle, ist eher etwas für die jüngere Generation von Frauen. Sofern ihr Bloggen, Liebe und eine Portion Humor mögt, dann könnte das nachfolgende Buch etwas für euch sein. Also brav weiterlesen, wenn das der Fall ist und überlegen, ob es euch einen regnerischen Nachmittag versüßen könnte.


'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Julia K. Stein
Titel:  Vergoogelt
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1 (5. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839217261
ISBN-13: 978-3839217269
Preis: € 12,99
Genre: Liebe, Frauen, Bloggen
Gelesen in: 3 Stunden

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Julia K. Stein wurde in einer Kleinstadt im Ruhrgebiet geboren. Sie hat in Kalifornien und an der Ostküste der USA Literatur studiert, einen Magister der Philosophie und über Literatur promoviert. Davon merkt man in ihren Büchern allerdings (glücklicherweise) nichts. Sie hat Kurzgeschichten, Gedichte und Sachbücher veröffentlicht. Heute lebt sie in München. (Quelle: Amazon.de)


'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Lena – Bloggerin, chaotisch, süchtig, menschlich
Björn – sexy, freundlich, aufmerksam und kein Internetguru
David – sexy, Blogger, Yogalehrer und vielleicht schwul

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Deutschland
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive von Lena

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Lena ist überglücklich mit Björn und die Beziehung könnte nicht besser laufen. Okay, sie macht sich noch immer Sorgen wegen seiner super tollen Ex, und er hat mit ihrem Blog ein echtes Problem, aber abgesehen davon verstehen sie sich super. Während eines Urlaubs verändert sich Lenas Leben jedoch grundlegend. Nicht nur das sie fast pleite ist, weil sie ihrem Ex Geld geliehen hat, was sie Björn nicht sagen kann. Im Urlaub entsteht auch noch der Plan seine Eltern näher kennenzulernen. Wenigstens die Tatsache, dass sie einen Blogger-Guru trifft und einen attraktiven Blogger und Yogalehrer lenkt sie von den reichen und feinen Schwiegereltern ab. Zu Hause angekommen läuft es für ihren Blog überraschend gut, und auch die Tatsache, dass ihre Schwiegereltern in spe ihren Sohn wieder mit seiner Ex verkuppeln wollen, kann das nicht trüben. Doch als sie von Karsten das Geld nicht zurück bekommt, Geld das sie Björn für ein wichtiges Projekt versprochen hat, muss sie bei seiner ehemaligen Mitarbeiterin, die nun für einen Tv-Sender arbeitet, ein Interview annehmen. Doch das Interview ist eher eine Racheaktion der Mitarbeiterin. Und dann ist da auch noch David, der ihr immer wieder den Kopf verdreht, super gut aussieht, freundlich ist und ganz liebe normale Eltern hat.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Vergoogelt“ ist der zweite Band um Lena und Björn, und für mich der erste Band. Zum Glück kann man das Buch auch ohne „Liebe kann man nicht googeln“ lesen, und man merkt nicht mal, dass es sich hierbei um einen Folgeband handelt.

Lena ist eine etwas chaotische Persönlichkeit, die sich vollkommen mit den Zahlen ihres Blogs identifiziert. Und an manchen Stellen ist es schon sehr übertrieben, aber nicht unrealistisch, denn welcher Blogger möchte nicht berühmt sein. Schön ist, dass die Autorin hier natürlich viele Tipps und Informationen anbietet, die Neulingen etwas helfen können. In einer Art Tagebuch begleitet ihr Lena durch ihren Alltag, und erlebt dabei natürlich eine Menge.

Highlight könnte die Liebesgeschichte zu Björn sein, den sie in Band Eins kennengelernt hat. Könnte aus dem Grund, dass es leider nicht das Highlight des Buches ist. Wie es sich für eine Beziehung gehört gibt es Höhen und Tiefen. Leider Gottes gehört Lena zu einer sehr zweifelnden Persönlichkeit, die mich teilweise an mich erinnert. Zumindest in Punkto Ex-Freundin. Statt sich jedoch darauf zu konzentrieren, lässt die Autorin David einfließen und hier übertreibt sie es in meinen Augen schon recht dolle. Vom Klappentext ließ sich erahnen, dass dieser ein Konkurrent sein könnte. Eigentlich möchte ich nicht Spoilern, mache es jedoch in diesem Punkt, denn er hat mich arg enttäuscht. David ist kein Konkurrent, der Lena den Kopf verdreht, sondern nur ein attraktiver Yogalehrer, der ebenfalls bloggt. Total viel Potential, aber das wird nicht ausgeschöpft. Im Gegenteil, denn plötzlich ist David schwul, vergeben, und erst im letzten Moment, kommt es zu einer übertriebenen Wende.

Auch empfand ich die Möglichkeiten, wie sie ihr Geld verdienen will, um nicht gestehen zu müssen, dass sie ihres verliehen hat, etwas albern. Muttermilch verkaufen, wenn man selbst keine Kinder hat empfand ich echt schon als krasses Beispiel. Allerdings lässt die Autorin nichts aus, was gerade im Netz diskutiert wird. So geht sie zum Beispiel auch auf Amazon Vine ein, oder die Tatsache, dass manche Rezensenten sogar kostenlos etwas außerhalb des Programmes bekommen, wenn sie viele Bewertungen schreiben. Es ist alles so, ich greif es mal auf, geh kurz darauf ein, und lass es dann ungenutzt in der Versenkung verschwinden. Sie schreibt zum Beispiel 100te von Bewertungen, und dann geht sie darauf nicht weiter ein. Was soll das?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Umsetzung zwar ganz lustig fand, weil ich eben selbst Bloggerin bin und für mich alles einfach sehr greifbar ist, aber die Autorin will in meinen Augen zu viel und verliert sich gewaltig. Liebesgeschichte, Geldnöte, Schwiegereltern, Geliebte vom Papa, verkuppelbare Freundinnen – Um euch einen kleinen Eindruck zu geben. Das sind nur einige Themen. Was vielleicht auch noch wichtig ist, Magersucht, Fettsucht und ungesundes Essverhalten allgemein.

Wirkliches Highlight ist in meinen Augen Björn, weil er so herrlich bodenständig ist.

Alles in allem ein nettes Buch, das sich ideal beim Friseur lesen ließ, aber für mich absolut kein Highlight
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Sherlocks Geist / Wolfgang Kemmer

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Denise schüttelte den Kopf, gab Salvisberg das Tütchen zurück und besah sich noch einmal den Toten, der unter dem kleinen bodenfreien Zelt der Kriminaltechniker vor ihnen im Schnee lag. Der Mann war etwa 50 Jahre alt, stämmig, aber nicht dick und glatt rasiert. Er trug den Temperaturen und der Umgebung angemessene Outdoor-Kleidung und moderne Schneeschuhe aus Hartplastik. Die Skibrille hatte er hoch in die Stirn geschoben, sodass er Denise aus den gebrochenen Augen immer noch anzustarren schien. Sein Schal hing in den niedrigen Ästen einer der direkt neben ihm stehenden verkrüppelten Bergföhren, die hier die Randbereiche des Hochmoors säumten. Vor dem Bäumchen waren seine zwei Skistöcke ordentlich in den Boden gerammt. Die Handschuhe waren daraufgestülpt. Im Nacken des Mannes steckte ein kurzer gedrungener Pfeil. (Zitat aus Sherlocks Geist Kapitel 1)

Mit solch detaillierten Schilderungen müsst ihr euch anfreunden, wenn euch „Sherlocks Geist“ als Kriminalroman ansprechen sollte. Worum es genau geht und wie es mir gefallen hat, verrate ich euch nun.

 
'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Wolfgang Kemmer
Titel:  Sherlocks Geist
Broschiert: 275 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1 (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839217539
ISBN-13: 978-3839217535
Preis: € 11,99
Genre: Krimi
Gelesen in: 3 Tagen

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Wolfgang Kemmer wurde 1966 in Simmern/Hunsrück geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Angloamerikanische Geschichte in Köln und veröffentlichte in dieser Zeit auch seine ersten Kriminalromane. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Volontär und später als Lektor. Heute lebt er als freiberuflicher Autor und Redakteur mit seiner Familie in Augsburg. Er schreibt Kurzgeschichten für Anthologien und Zeitschriften und betreute viele Jahre als Herausgeber den Kurzkrimi-Podcast von Jokers-Weltbild. Mit Sherlock Holmes verbindet ihn seit Kindesbeinen eine immer wieder neu aufflammende Leidenschaft. Er hat selbst bereits mehrere Sherlock-Holmes-Geschichten veröffentlicht und eine Anthologie mit neuen Sherlock-Holmes-Stories herausgegeben. 2011 war er nominiert für den Agatha-Christie-Preis.  (Quelle: Amazon)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Denise – Kantonpolizei
Rickli - Polizist

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Berner Alpen
Zeit: Gegenwart 2010e
Perspektive: dritte Person

'''ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo'''
Kurz vor Silvester treibt in Meiringen ein Serienmörder sein Unwesen. Seine Opfer wurden alle mit Mordwaffen aus Sherlock-Holmes-Geschichten getötet und seltsamerweise tragen sie alle den Namen eines italienischen Geheimbündlers aus dem 19. Jahrhundert. Als auch noch ein mysteriöses Sherlock-Holmes-Double auftaucht, steht Denise Hostettler von der Kantonspolizei Bern vor einem rätselhaften Geflecht aus historischen Fakten, Fiktion und gegenwärtigem Entsetzen ...

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Sherlocks Geist“ ist ein Kriminalroman, den ich mir ausgesucht habe auf Grund der Tatsache, dass Sherlock eben eine kleine Rolle spielt, wenn auch nebensächlich. Als großer Fan dieses Detektivs konnte ich mir dies nicht entgehen lassen. Restlos konnte mich das Buch jedoch nicht begeistern.

Es fängt schon mit dem Cover an, das irgendwie komisch ist. Ein Baum, darin etwas Dekoration, eine versteckte Hand und etwas, das wie eine Kuhglocke aussieht? Nein, so ganz ist es nicht meins, und hier hätte ich ganz ehrlich ein Foto der Reichenbachfälle hätte mir besser gefallen.

Inhaltlich ist die Geschichte an sich sehr spannend und gar nicht schlecht umgesetzt. Die Morde basieren auf alten Sherlock Geschichten, ein Engländer, der Sherlock gerne liest, könnte der Hauptverdächtige sein, und die Anspielungen aus den Geschichten von Holmes sorgen für eine gute Grundstimmung. Lange muss ich als Leser darüber grübeln, wer dahinter stecken könnte und die Hintergründe. Von dem Aspekt ein gelungener Krimi. Nur leider setzt der Autor Wolfgang Kemmer regelmäßig auf langatmige Passagen, sehr viele Details  und dadurch geht viel der Spannung wieder verloren. Witzige Ermittlungen, wie es bei Holmes an der Tagesordnung lagen, und die ich persönlich im Ansatz genutzt sehr gut gefunden hätte, gibt es gar nicht. Die Ermittlungen sind eher trocken und tappen viel im Dunkeln. Selbst der Schluss ist zwar so gelöst, das man sagen kann, offene Fragen gibt es nicht, aber es basiert eben viel auf Vermutungen und Ahnungen.

Das größte Problem meinerseits war jedoch die Hauptfigur. Ich bin einfach nicht mit ihr und ihrer Art warm geworden. Sie wirkt in meinen Augen etwas unpersönlich und fremdlich. Dabei habe ich ein klares Bild von ihr im Kopf und der Autor gibt sich viel Mühe sie einzuführen, darzustellen und zu entwickeln. Daran liegt es also nicht.

Alles in allem ist das Buch nicht verkehrt und bietet kriminalistische Arbeit, gute Fälle und in Kombination mit Holmes, wird es viele Fans finden. Es bringt nur nichts, wenn man mit der Figur einfach nicht warm wird und die Details in meinen Augen einfach zu viel sind und die Spannung kappen. Aus diesem Grund gibt es von mir faire 3 Sterne.
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Granny, ein Mord und ich / Angelika Godau

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Tu was, befehle ich mir, während ich unkontrolliert zu zittern
beginne. Los, mach schon! Dummerweise fällt mir in entscheidenden Momenten nie was Gescheites ein. Ich liege weiter da und starre auf die Frau. Was tut die hier? Wie ist sie überhaupt hereingekommen? Meine Synap- sen feuern ins Leere, meine grauen Zellen liefern nicht die kleinste Erklärung. »Lieber Gott, sag mir, was ich tun soll!« »Ich weiß, dass du wach bist«, sagt sie unvermittelt und öffnet die Augen. Ihre Stimme klingt vollkommen ruhig, sogar melodisch. »Wie kann ein junger Mensch dem lieben Gott nur so den Tag stehlen? Faulheit ist aller Laster Anfang! Es ist bereits 6 Uhr, du wirst zu spät zur Kirche kommen!« (Zitat Seite 9)


Lust auf zwei verschiedene Welten die aufeinander prallen? Dann solltet ihr einfach weiterlesen, denn hier prallen zwei wirklich interessante Welten aufeinander. Es ist ein ungewöhnliches Buch, und leider gefällt mir nicht alles, aber vielleicht stört euch meine Kritik weniger und macht euch sogar neugieriger. 


'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Angelika Godau
Titel: Granny, ein Mord und ich
Broschiert: 347 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1 (5. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 383921727X
ISBN-13: 978-3839217276
Preis: € 13,99
Genre: Krimi, Historisch
Gelesen in: 8 Stunden

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Angelika Godau wurde zufällig, wie sie betont, in Bayern geboren, verbrachte aber die ersten zehn Lebensjahre im schönen Detmold. Schon ganz früh entdeckte sie ihr Talent, sich schriftlich auszudrücken. Bereits im zarten Alter von neun Jahren wurde ihr erster Artikel über eine Zirkusprinzessin in der Zeitung veröffentlicht. Kein Wunder, dass sie zuerst einmal Journalistin wurde und für verschiedene Tageszeitungen in Deutschland tätig war. Später studierte sie Psychologie und arbeitete als Therapeutin. Das Schreiben blieb aber ihre heimliche Liebe und nach den Büchern »Wenn Wirbel aus dem Lot geraten« und »Ein Streuner mit Sommersprossen« erscheint nun im Gmeiner-Verlag der erste »Granny-Roman«.  (Quelle: Amazon.de / Angebotsseite des Buches)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Luise – Tote Granny, liebenswert, altmodisch
Sabrina – alleinerziehend, Mutter von 2 Kindern, Journalistin
Otto – Kabinettsminister, attraktiv, freundlich

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Deutschland
Zeit: 1860er und 2010er

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Sabrina ist als Journalistin tätig und möchte endlich den Durchbruch schaffen. So balanciert sie die Karriere und sorgt für ihre beiden Kindern, denn von ihrem Ex hat sie sich glücklicherweise getrennt. Eigentlich könnte alles schön sein, wäre da nicht dieser wiederkehrende Alptraum, der sie in der Nacht quält. Immer wieder soll sie den Tod eines Kabinettsminister aufklären. Sie hat keine Ahnung was diese Träume bedeuten, bis eines Morgens eine alte Frau in ihrem Schlafzimmer sitzt und sich als Ururgroßmutter vorstellt. Diese war damals in den Kabinettsminister Otto verliebt und mit ihm als dessen Geliebte zusammen. Er starb jedoch sehr mysteriös und sie möchte endlich wissen, wer für seinen Tod verantwortlich ist. Da sie nun schon viele Jahre tot ist, benötigt sie die Hilfe von der lebenden Sabrina. Am Anfang verwirrt von der Tatsache Geister sehen zu können, beschließt sie ihrer Granny zu helfen, obwohl diese alles andere als wundervoll ist und mit ihren alten Ansichten unglaublich nervtötend ist. Nach und nach erfährt sie die Geschichte und zusammen versuchen sie herauszufinden, was damals am Todestag wirklich passiert ist.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Granny, ein Mord und ich“ ist ein Kriminalroman, der mich persönlich an „Ghost Whisperer“ erinnert und somit eigentlich genau mein Geschmack ist. Es ist eine Mischung aus Kriminalroman, Spannung, Liebesgeschichte, Gegenwart und Vergangenheit. Doch leider hat es die Autorin geschafft mich ehrlich zu schockieren mit ihrer Umsetzung. Wobei ich nicht weiß, ob schockieren der richtige Ausdruck für meine Empfindungen ist. Im Grunde habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben für eine Hauptfigur und sogar ein Stück für meine Generation und damit auch die Autorin geschämt.

Der Grund dafür ist die Umsetzung der Hauptfigur. Mir ist bewusst, dass die Autorin in ihrem Werk versucht die Unterschiede, sowie die Entwicklung der Bevölkerung zu verdeutlichen. Das heißt vor 145 Jahren wurde sich nur an einem Sonntag mal ein Kaffee gegönnt, um 6.00 noch im Bett liegen war schon etwas Besonderes und vieles mehr. Mir ist genauso bewusst, dass sie hierfür eben sehr deutliche Beispiele benutzen möchte, aber es war mir echt unangenehm, wie die Autorin im Grunde uns Frauen Mitte 30 dargestellt hat. Die Aussprache, die sie Sabrina hat zukommen lassen, erinnert mich eher an einen Teenager von 12-14 Jahren oder eine Person, die keine Bildung genossen hat. Stattdessen soll sie jedoch eine Persönlichkeit darstellen die Mitte 30 ist, zwei kleine Kinder hat, Journalistin ist und eigentlich mit beiden Beinen im Leben steht. Ich bin in ihrem Alter habe drei Jungs, einen davon in der Pubertät und als Mutter nimmt man sicherlich den einen oder anderen Ausdruck oder Spruch auf, und nutzt ihn, wie zum Beispiel „Chill mal dein Leben“, wo ich dann auch ab und an merke, dass ich sage „chill mal“. Es sind jedoch nur ein zwei Dinge, und es würde mir nie im Leben einfallen so etwas zu einer erwachsenen Person, einer älteren Dame oder einem Chef zu sagen. Das hat etwas mit Respekt zu tun und auch etwas mit Bildung. Sabrina hingegen lässt dauernd solche Sprüche fallen und das war echt schon übertrieben und manchmal peinlich.

Generell muss ich sagen, dass ich die Gegenwart nicht unbedingt als Highlight des Buches bezeichnen würde. Klar sind die Unterschiede zu damals interessant und manchmal musste ich auch über Granny und ihre Erfahrungen Schmunzeln, aber Highlight ist ganz klar ihre Geschichte. Die Vergangenheit liegt der Autorin und ich habe mich stets gefreut ihre Geschichte verfolgen zu dürfen. Es ist authentisch geschildert, leicht verständlich und die Liebesgeschichte wunderbar zart, natürlich und einzigartig.

Spannung kommt nur minimal aus, aber das war bei diesem Buch nicht anders zu erwarten. Die Grundspannung, durch den Tod des Kabinettsminister ist jedoch Spannung genug, um mich als Leser an das Buch zu fesseln. Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, dass ich gerne vorher schon mehr über den Tod gewusst hätte. Wie eine Art Prolog, wo der Leser etwas grausames erfährt und das Buch dann auf diese Situation zuläuft. Bei dieser Umsetzung wird sehr auf eine lineare Handlung geachtet, was nicht schlecht ist, aber den Nachteil hat, dass der Mord oder natürliche Tod eben erst recht spät aufgegriffen wird.

Zudem würde ich das Buch nicht als klassischen Kriminalroman bezeichnen, obwohl dieser so bezeichnet wird, sondern eher eine von den typischen Geschichten, wo in der Gegenwart eine Geschichte aufgedeckt oder erzählt wird, die ein Geheimnis mit sich bringt. Leider weiß ich nicht, ob man dafür schon einen Genre-Namen hat, denn mir fällt ehrlich gesagt keiner dazu ein. Darauf hatte ich jedoch auch gehofft, nachdem ich gemerkt habe, dass die Ermittlungsarbeiten nicht unbedingt klassisch sind und es eher an die oben genannte Serie erinnert.

Obwohl mich einiges in der Umsetzung gestört hat, bin ich neugierig, wie es mit diesem Duo weitergeht, denn es soll ja nur der erste Band sein. Ich hoffe jedoch ganz doll, dass die Autorin hier auf eine angemessenere Sprachwahl seitens der Hauptfigur setzt und erkennt, dass das einfach zu überspitzt ist. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und vielleicht gefällt es ja der Mehrheit, dann werde ich damit auch leben. :)

Fazit: Die Geschichte und der Ansatz sind wirklich schön, zumindest in meinen Augen, wenn es um die Vergangenheit geht.  Die Ausdrucksweise gefällt mir wirklich so gar nicht, seitens Sabrina, aber das müsst ihr einfach selbst entscheiden. Obwohl nicht alles rund ist, hat mich das Buch auf weitere Episoden neugierig gemacht und daher kann ich euch das Buch empfehlen. Zur Sternebewertung: Hier schwankte ich zwischen 3 und 4, aber wenn mich die Ausdrucksweise so wahnsinnig macht, kann ich keine vier vom Bauchgefühl her geben, auch wenn ich mich gut unterhalten gefühlt habe.
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Liebesleben verzweifelt gesucht / Rosie Blake [Rezension]

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Um mich herum hielten Verliebte Händchen und kicherten wie verrückt. Aufgeregte Kinder starrten mit staunenden Augen auf die hell erleuchteten Abflugtafeln. Eine junge Mutter schmuste mit ihrem perfekten, reizenden Baby. Ein Papa drückte seinen Jüngsten an sich, während der große Bruder ihm auf den Rücken zu klettern versuchte.
Keiner war allein. Eine einsame Träne rann mir über die Wange. Wütend wischte ich wie weg.  Was sollte das eigentlich? Warum war ich hier? Wie hatte es nur so weit kommen können? (Zitat S. 5)

Ja, wie hatte alles nur so weit kommen können, und was ist an ihrer Situation überhaupt so schlimm? Mit diesen beiden Fragen beschäftigt sich das Buch, das ich euch nun vorstellen möchte. Es ist ein Buch für Frauen, die gerne Liebesromane lesen. Aber entscheidet selbst, ob es passen könnte. 


 '''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Rosie Blake
Titel:  Liebesleben verzweifelt gesucht
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (5. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802596536
ISBN-13: 978-3802596537
Originaltitel: How to get a (love) life
Preis: € 9,99
Genre: Liebe
Gelesen in: 3

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Rosie Blake schrieb Kurzgeschichten, Theaterstücke sowie Artikel für die Cosmopolitan, bevor sie ihren ersten Roman verfasste. Sie liest viel, schaut gern Disney-Filme und ist nach acht Staffeln "Dr. House" der Überzeugung, wenn nötig, eine erstklassige Tracheotomie ausführen zu können. Rosie lebt mit ihrem Mann in Großbritannien. (Quelle: Amazon.de)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Nicola – Planerin, Dauersingle und leicht unsicher
Caroline – Isst gerne, Mama mit Leib und Seele, Chaotin
James – Chef der beiden, chaotisch, zerstreut, liebenswert
Thalia – Zicke, arrogant und James Freundin

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: England
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Nicole
Alter der Figuren: 29-35

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Nicola ist 29 Jahre alt und nach einer derben Enttäuschung in Form von frisch zusammengezogenen Freund und ihrer besten Freundin, hat sie die Nase voll von Männern. Sie plant alles bis ins kleinste Detail durch. Was sie wann isst, wann sie aufsteht, wann sie putzt und alles um sie herum muss ordentlich sein. Da passt ein Mann definitiv nicht hinein. Ihre etwas chaotische Arbeitskollegin sieht das jedoch anders. Als sie hört, das Nicola an Valentinstag noch nie ein Date hatte, schlägt sie eine Wette vor. Nicola muss alles versuchen, um am Valentinstag ein Date zu haben, und diese sagt sogar zu. Doch so leicht, ist es gar nicht. Die Dates, die sie von Caroline oder ihrem Bruder vorgeschlagen bekommt, sind mehr oder weniger Deppen. Im Winter mit dem Kanu fahren oder die ganze Zeit nur rappen. Eigentlich kann es gar nicht mehr schlimmer kommen, für Nicola aber schon. Doch bis Nicola erkennt, wer ihr Traumprinz ist, muss sie noch viele Frösche  küssen.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Liebesleben verzweifelt gesucht“ ist eigentlich ein Buch nach meinem Geschmack, denn ich liebe leichte, vorhersehbare Liebesromane, die mit vielen Hindernissen gespickt sind. Dabei ist es egal, ob von bekannten Autoren oder ob es ein Debüt ist. Diese Umsetzung hat mich jedoch lange nachdenken lassen, bevor ich mich an die Bewertung machen konnte.

Der Ansatz der Geschichte hat so viel Potential für Verwicklungen, romantische Geschichte, Pannen und vieles mehr. Durch ihr junges Alter und Theater-Erfahrung hätte die Autorin problemlos witzige Dialoge und ein peppiges Szenario mit Chats und ähnlichen integrieren können. Darauf greift die Autorin jedoch gar nicht zurück, und das Buch dümpelt nur so vor sich hin.

Es fängt schon mit Nicola als Hauptfigur an. Sie hat diesen Plan-Zwang, aus der Angst heraus, wieder etwas nicht im Griff zu haben. Ich kann sie nachvollziehen und manchmal ist sie mir sogar sympathisch, aber die meiste Zeit empfinde ich sie eher als blass und nervig. Ihre Kollegin ist dagegen deutlich sympathischer. Sie ist chaotisch und liebenswerter. Damit möchte ich nicht sagen, dass Nicola nicht liebenswert ist, aber ich bin mit ihr wenig warm geworden.

Das liegt jedoch viel an der Umsetzung des Romans. Die Hintergründe für ihren Plan-Zwang werden erst zu spät offenbart. Die Dates sind nicht persönlich. Statt selbst richtig aktiv zu werden, lässt sie sich einige Dates von ihrem Bruder oder ihrer Kollegin vorschlagen. Abgesehen von einer kleinen Liste früherer Bekanntschaften, ist sie eher passiv. Und ich denke da liegt das größte Problem des Buches. Es ist eben alles passiv. Die Dates sind plötzlich da, laufen schief und sind nach wenigen Stunden abgebrochen. Zwar sind die Pleiten eigentlich ganz lustig, aber was nützt das, wenn die Stimmung einfach nicht aufkommt. Hier hätten Chats, Telefonate, SMS oder ähnlich die Situation eingeleitet, die Pleiten alles ruiniert und einige nervige Kandidaten vielleicht noch für Lacher gesorgt. So war es, ach plötzlich ein Date, beendet, es passiert viel Zwischendurch im Büro und dann geht es wieder mal los. Schon recht schnell wird jedoch klar, wen die Autorin als Traumprinzen auserkoren hat. Wen möchte ich natürlich nicht verraten, aber eins ist klar. Außer den immer wieder kleinen Andeutungen, die schon auf den ersten Seiten vorkommen, versteht man null, warum diese Bindung später zustande kommen soll. Nun könnte das Buch wenigstens punkten, wenn das Zusammenkommen klasse wäre oder durch lustige Hürden bestechen würde. Bis zum Schluss konnte ich keine Magie spüren, die Dialoge waren eher langweilig ohne schlecht zu sein, und dann entsteht das Gefühl, dass der Autorin auch keine gute Möglichkeit eingefallen ist, wie sie das Buch romantisch und einfallsreich zu Ende bringen könnte. Ohne Magie gibt es plötzlich ein Verwechslung, die innerhalb von wenigen Stunden geklärt wird und ganz ehrlich schwach wirkt.

Ich habe schon so viele Bücher in diesem Bereich gelesen und es ist wirklich nicht so, dass es absolut schlecht ist. Es ist nur so, dass es mich überhaupt nicht begeistert, umhaut oder so anspricht, dass ich mich amüsiert habe. Ein Liebesroman, wo nicht die Funken sprühen, die Hormone zu spüren sind, und die Verwicklungen passend integriert werden, kann mich eben nicht überzeugen. Die Situation vom Eingang ist also so umgesetzt worden, dass ich vom Herzen her nicht verstehe, wie es so weit kommen konnte. Für mich gibt es faire 2 Sterne.


*rezi-Ex
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