Camille und Paul / Domenique Bona

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Heute habe ich mal wieder eine Biographie für euch, die sicherlich nichts für die Mehrheit von euch sein wird. Leider ist es bei mir auch so der Fall. Es ist schwer ein Buch vorzustellen, dass man unter normalen Umständen nie gelesen hätte. Leider habe ich es bei der Rebuy Challenge gewonnen. Aber da ich hoffe, dass es vielleicht doch einen interessiert und ich eh jedes Buch rezensiere, kommt ihr in den Genuss einer ungewöhnlichen Biographie.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Domenique Bona
Titel:  Camille und Paul
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. März 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442739969
ISBN-13: 978-3442739967
Originaltitel: Camille et Paul. La Passion Claudel
Preis: € 1,00
Genre: Biographie
Gelesen in: 20 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover zeigt ein Bild der beiden Geschwister. Für mich ein ideales Cover, denn bei einer Biographie möchte ich die Menschen dahinter kennenlernen und das geht mit einem Bild sehr gut.

== FIGUREN ==
Camille – Ältere Schwester
Paul – Jüngerer Bruder
Rodin – Affäre von Camille

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Frankreich
Zeit: 1860 und später

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==

Camille, die ältere, schlägt die Augen im Winter auf. Das Land rings um Fereen-Tardenois ist gefroren. Die Bäume sind kahl, die Herden in den Stall zurückgekehrt. Ein eisiger, böser Wind, der den Kindern, die alt genug sind, die Stimme des Teufels zu hören, Alpträume beschert, bläst und heult über den Schieferdächern der kleinen Stadt, der Hauptstadt des Departements Aisne. Nichts vermag diesen Wind zu mildern oder zu besänftigen, wenn er sich entfesselt: Seine mächtigen Wutausbrüche sind von dieser Gegend ebensowenig zu trennen wie die fette Erde und die hügelige Landschaft. Das Wasser des Ourcq wird bald gefrieren. Es ist der 8. Dezember 1864, der Tag, an dem die Katholiken das Fest der Unbefleckten Empfängnis begehen - der nicht mit der Erbsünde behafteten Geburt der Jungfrau Maria.  (Zitat S. 11 – Die ersten Sätze des Buches zeigt den Stil)


== WORUM GEHT ES IlAUT ZITIERTEN KLAPPENTEXT ==
Camille Claudel verbindet seit ihrer Kindheit eine besondere Beziehung zu ihrem Bruder Paul. Aufgewachsen unter dem strengen Regiment der gefühlskalten Mutter, geben sich die Geschwister gegenseitig Halt und entdecken gemeinsam ihre Begeisterung für die Kunst. Als Camille allerdings die Geliebte von Auguste Rodin wird, kommt es zum Bruch. Viel zu sehr verletzt den tief religiösen Paul die Affäre seiner Schwester mit Rodin. Während Paul später zu einem der angesehensten Schriftsteller Frankreichs wird, driftet Camille nach der Trennung von Rodin immer stärker in eine Wahnwelt ab und verbringt die letzten dreißig Jahre ihres Lebens in einer Heilanstalt.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Ich liebe Biographien und dabei ist es mir egal, ob es hierbei um einen schweren Schicksalsschlag geht, oder um die Biographie von Mozart, wenn ihr versteht was ich meine. Ich finde andere Geschichten und Lebensabschnitte einfach faszinierend. Da ich jedoch keine Verbindung zur Kunst habe, war mir das Geschwister-Paar Camille und Paul kein Begriff.

Für diese Biographie habe ich jedoch richtig lange benötigt, denn ganz ehrlich sie ist alles andere als faszinierend. Sicherlich liegt es daran, dass ich mit Kunst nicht viel anfangen kann, aber eben auch an anderen Aspekten des Werkes.

Die Autorin hat definitiv ausführlich recherchiert und versucht ein facettenreiches Bild der Geschwister und insbesondere Camille entstehen zu lassen. Logischerweise liegt der Schwerpunkt später auf das Leben von Paul, denn die letzten 30 Jahre ihres Lebens verbrachte die Künstlerin Camille in einer Art Heilanstalt.

Die Personen werden gut dargestellt und wirken lebendig, allerdings ist der Stil, der gewählt wurde sehr steif. Weswegen ich das Buch gefühlte zehn Mal angefangen habe, bevor ich mich auf dem Heimtrainer immer wieder mal zu ein oder zwei Kapitel durchringen konnte. Ich weiß nicht einmal ob steif oder gar sachlich passend ist, denn es werden in der Tat sehr viele Adjektive genutzt, um alles bis ins winzigste Detail zu beschreiben. Trotzdem blieb mir ide emotionale Ebene verwehrt und da liegt glaube ich der Knackpunkt, weswegen ich mit der Biographie wenig anfangen konnte.

Schaut einfach selbst einmal, ob das Buch inhaltlich, wie auch stilistisch gefällt. Von mir gibt es faire drei Sterne.
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Wie viel Leben passt in eine Tüte? / Donna Freitas

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Ich fand es an dem Tag, an dem meine Mutter beerdigt wurde. Sie hatte es an einem Ort verborgen, von dem sie wusste, dass ich dort nachschauen würde. Es hing an ihrem Lieblingskleid, das ich immer so gern hatte anziehen wollen. (Zitat: Kapitel 1 / Erste Sätze)

Um das was Rose dort findet geht das Buch, welches ich euch nun vorstellen möchte. Das Buch habe ich durch Zufall geschenkt bekommen. Bei einem Weihnachtswichteln habe ich angegeben, dass ich gerne Jugendbücher lese. Mein Wichtel war ein Schatz und hat dieses Buch gewählt. Vom Cover her hatte ich nicht damit gerechnet, dass es mich anspricht, denn es ist total schlicht mit dem Rosa und der leicht goldenen Schrift. Mir fehlt die Tüte als Symbol. Aber nun lasst mich euch verraten, was euch in dem Buch erwartet. 


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Donna Freitas
Titel: Wie viel Leben passt in eine Tüte
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423782838
ISBN-13: 978-3423782838
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Originaltitel: Survival Kit
Preis: € 8,95
Genre: Liebe, Drama, Familie, Jugend
Gelesen in: 2 Tagen

== FIGUREN ==
Rose – 16, verliert ihre Mutter an Krebs, wird depressiv
Will – Gärtner und Mitschüler, dessen Vater ebenfalls an Krebs gestorben ist
Jim – Bruder von Rose
Chris – Rose Exfreund
Krupa – Beste Freundin von Rose

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Rose
Alter der Figuren: 16 / 17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Rose ist 16 Jahre alt, als sie ihre Mutter an den Krebs verliert. Für sie bricht die Welt zusammen und sie wird depressiv. Sie verbannt Musik, geht nicht mehr zu den Cheerleadern und ihren Freund Chris kann sie nicht mehr in ihre Nähe lassen. Auch nach drei Monaten ist das Loch unendlich tief. Nicht mal das Survival Kit, eine Tüte mit Dingen, die ihr über den Tod hinweghelfen sollen, kann sie trösten. Trotzdem nimmt sie das Geschenk ihrer Mutter und will zumindest eine Sache erfüllen, denn inzwischen ist sie an einem Punkt, an dem sie merkt, dass es so nicht weitergeht. Als Chris dann auch noch mit ihr Schluss macht, ist dies ihre Ablenkung. Zusammen mit dem Gärtner Will, einem Schulkameraden, pflanzt sie Pfingstrosen in ihren Garten. Doch die Ablenkung ist nur von kurzer Dauer. Als sie ihre Freundin Krupa zu einem Eishockeyspiel begleitet, wird sie zum ersten Mal richtig abgelenkt. Nicht nur vom Spiel selbst, sondern vor allen Dingen von der Nummer 6, Will. Irgendwie hat ihr der Nachmittag mit ihm gefallen, und obwohl sie es nicht wahrhaben will und sich ja gerade erst getrennt hat, verliebt sie sich trotz der Trauer nach und nach in ihn. Krupa, die das natürlich mitbekommt, vermittelt und so verbringen Will und Rose viel Zeit miteinander. Es ist klar, dass auch er sich verliebt  hat und irgendwann lassen sich die Gefühle nicht mehr leugnen. Beide werden ein paar. Doch dann ruft das Krankenhaus an. Rose Vater wurde schwer verletzt eingeliefert. Sie bittet Will sie zu begleiten, aber er blockt einfach nur ab, und lässt sie in dieser Situation im Stich. Auch danach meldet er sich nicht. Für Rose bricht erneut die Welt zusammen und sie versteht nicht, warum Will so reagiert. Hat ihre Liebe eine Chance, überlebt ihr Vater?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Wie viel Leben passt in eine Tüte“ ist ein außergewöhnliches Jugendbuch, das sich mit der Thematik Liebe, Trauerbewältigung und den Tod eines nahestehenden Menschen befasst. 

Der Leser lernt die Hauptfigur Rose kurz nach dem Tod kennen, als diese im Schrank ihrer Mutter ein Survival Paket findet. Dahinter verbirgt sich eine Tüte gefüllt mit Dingen, die Schritt für Schritt zum Loslassen und Bewältigen führen. Entstanden sind die Tüten für Eltern am ersten Schultag, wenn sie ihre Kinder loslassen müssen. Der Tod ihrer Mutter ist für Rose sehr tragisch und der Leser bekommt in der Ich-Perspektive die ganzen Emotionen authentisch, greifbar beschrieben, sodass nicht nur gleich eine Bindung besteht, sondern der Schmerz teilweise zu spüren ist. Ihr ganzes Verhalten hat sich verändert und wer schon einmal getrauert hat, und sei es nur der großen oder ersten Liebe hinterher, der weiß, dass Trauer das eigene Verhalten verändert. Jeder geht anders damit um, aber in meinen Augen ist diese Umsetzung sehr schön gewählt und wird dem Leser gut vermittelt. Neben Rose sind die anderen Charaktere zwar interessant gestaltet, aber eher Randfiguren, die größere Auftritte haben. Chris der sie verlässt, Krupa die ihr hilft  oder ihre schrullige Oma. Eine größere Rolle, die ebenfalls liebevoll gestaltet ist, aber nicht so ausgeprägt vermittelt wird, ist die Figur von Will. Seine Trauer ist ebenfalls greifbar und zeigt, dass es einige auch Jahre später noch aufwühlt. Durch alle Figuren entsteht in meinen Augen eine wunderbare Geschichte, die zwar völlig vorhersehbar ist, aber durch ihre Natürlichkeit fesselt.

Der Stil ist detailliert, beschreibend und vermittelt die Emotionen bestens. Mit ihm fliegen die Seiten nur so an einem Vorbei und man wünschte ehrlich, dass das Buch mehr Seiten hätte.

Ich finde die Thematik unglaublich wichtig, auch bei Jugendbüchern, denn Krebs, andere Krankheiten oder ein Unfall können jeden Treffen. Das Buch bietet in meinen Augen eine sehr gute Hilfestellung für alle Altersklassen, wie sie mit dem Tod umzugehen haben. Wer planen kann, kann so zum Beispiel seinen Liebsten eine ähnliche Tüte gestalten. Hat eine gute Freundin einen Verlust erlitten, könnte man als nahestehende Person eine Tüte basteln. Ich persönlich finde diesen Ansatz nämlich sehr gut, weil es Schritt für Schritt hilft die Gefühlt zu verarbeiten und loszulassen.

Es gibt sicherlich einige, die dem Buch zu viel Klischee unterstellen, und das mag in Bezug auf die Figuren auch manchmal zutreffen. Das Cheerleader ist mit dem Star  der Schule zusammen und verliebt sich als nächstes in den Star eines anderen Sports. Das hätte man besser lösen können, wie gesagt perfekt ist das Buch nicht in allen Details, aber lässt man dies außen vor und konzentriert sich auf die Gefühle dahinter, dann ist es perfekt. Ich war häufig den Tränen nahe, weil ich einfach weiß, dass es mir ähnlich gehen würde und da meine Mutter recht alt ist, muss ich damit immer rechnen. Dementsprechend hat das Buch bei mir nicht nur starke Gefühle ausgelöst, sondern mir auch einen schönen Weg für eigene Trauerbewältigungen aufgezeigt.

Für mich zählt es ohne Frage mit zu den schönsten Büchern, die ich in diesem Jahr lesen durfte, und kann das Buch trotz seiner Vorhersehbarkeit, dem schlichten Cover und den vorhandenen Klischees wärmstens ans Herz legen. Mich hat das Buch so überzeugt, dass ich hoffe bald weitere Bücher der Autorin lesen zu dürfen. Auch ein dickes Lob an die Übersetzerin, die in meinen Augen alles richtig gemacht hat.
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Eine handvoll Worte / Jojo Moyes

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass in Deutschland unglaublich viele Fans hat. Ich habe schon so viele positive Kritiken gelesen, bevor meine Mutter mir das Buch geschenkt hat. Da ich für eine Challenge ein Buch mit grünen Cover benötigt habe, musste ich zu diesem Highlight greifen, denn im Grunde habe ich nur zwei Bücher mit grünen Cover. Wie mir mein erster Jojo Moyes gefallen hat, und ob ich es auch empfehlen kann, verrate ich euch nun.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Jojo Moyes
Titel:  Eine handvoll Worte
Broschiert: 592 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 19 (4. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267764
ISBN-13: 978-3499267765
Preis: € 14,99
Genre: Drama, Liebe, Vergangenheit
Gelesen in: 9 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover ist schön, aber nichts besonderes. Ein Hügel auf dem zwei Bäume und eine Frau angedeutet sind. Sie trägt einen Korb und es wehen Blütenblätter heraus, die ein halbes Herz ergeben.

== FIGUREN ==
Elli – Reporterin, hat eine Affäre
Jennifer – verliert ihr Gedächtnis nach einem Unfall, verheiratet, aber anscheinend unglücklich

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Zeit: Gegenwart und 1960er Jahre
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: Anfang, Mitte 30?

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
«Was steht denn sonst noch in der SMS? Und sag mir jetzt bitte nicht, es geht um Sex in seinem Büro.»
Ellie schaut auf ihr Handy und scrollt durch die Textnach- richt. «‹Schwierig, von zu Hause anzurufen. Dublin nächste Woche, Planung aber noch nicht sicher. Bis später x.›«
«Er hält sich alles offen», sagt Douglas. (Zitat S. 11 – Beschreibt die Situation zwischen John und Ellie)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Elli arbeitet bei der Zeitung Nation und liebt ihren Job. In der letzten Zeit ist ihre Motivation etwas eingeschränkt, denn sie ist verliebt. John ist jedoch verheiratet und gedenkt nicht sich zu trennen. Zumindest vertröstet er sie immer wieder. Entweder träumt sie wie ein verliebter Teenager von ihm und wartet auf eine Email, oder sie springt, sobald er auch nur eine Minute Zeit hat. Darunter leidet ihre Arbeitsqualität, sodass ihre Chefin Melissa, sie schon von den Redaktionstreffen ausgeschlossen hat. Ihre letzte Chance ist in den Archiven eine Idee für das Thema „Vor 50 Jahren“ zu finden. So stößt sie auf einen Liebesbrief, der einfach nur wunderschön ist. Er weckt in ihr den Wunsch die Geschichte hinter dem Brief zu erfahren. Unterstützt wird sie von Rory, einem Archiv-Mitarbeiter, den sie bald mehr als nur schätzen lernt. Doch kann sie sich von John trennen, obwohl sie ihn liebt und auf eine gemeinsame Zukunft hofft?

In den 60er Jahren geht es um den Liebesbrief und um Jennifer. Sie ist mit Laurence verheiratet, einem reichen Geschäftsmann, und ist dafür zuständig an seiner Seite schön auszusehen. Was Liebe und Glück bedeute erfährt sie erst, als sie Anthony, einen recht munteren Journalisten, kennen lernt. Sie beginnt eine Affäre mit ihm und ist zum ersten Mal wirklich sie selbst und glücklich. Ein Autounfall mit Gedächtnisverlust lässt sie Anthony jedoch vergessen, bis sie seine Briefe findet. Schafft sie es, sich von Laurence zu trennen, um mit ihrer großen Liebe nach New York zu gehen?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Ich habe noch nicht „Ein ganzes halbes Jahr“ gelesen, da ich es mir aufsparen wollte. In so vielen Buchblogs wird das Buch in den Himmel gelobt, dass ich einfach warten wollte. „Eine handvoll Worte“  klingt genauso viel versprechend und die Kritiken sind ebenfalls sehr positiv. Die Idee hinter dem Werk ist einfach großartig, denn ich liebe Werke, die in der Gegenwart und Vergangenheit spielen und sich erst nach und nach aufklären. Als Ansatz dafür eine Liebesgeschichte und einen romantischen Liebesbrief zu nutzen, ist für mich als Romantikerin  perfekt. Ich glaube deswegen waren meine Erwartungen an das Buch recht hoch.

Leider kann ich den Hype um das Buch nicht ganz nachvollziehen, und habe es sogar nach 250 Seiten eigentlich abbrechen wollen, hätte ich nicht eine Abneigung gegen Abbrüche aus Angst etwas zu verpassen. Bis zum bitteren Schluss war es für mich eher ein Kampf mit einigen schönen Momenten. Warum ich so empfinde, möchte ich euch versuchen zu erklären, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob das auf euch ebenfalls zutrifft oder ob das Buch unter diesem Aspekt überhaupt für euch etwas ist.

Der Hauptkritikpunkt ist einfach der verworrene Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Normalerweise mag ich solche Wechsel gerne, sofern sie klar sind. Obwohl die Autorin es versucht, wirkt die Geschichte durch ihre Umsetzung sehr verworren. Zwar wird klar, dass die Autorin versucht einen Spiegel aufzubauen, der zeigt, dass sich Schicksale wiederholen, aber eine klarere Linie hätte mir an einigen Stellen zumindest mehr Lesegenuss verschafft. Vielleicht wäre das Lesen einfacherer gewesen, wenn mehr  Zeiten genannt worden wären, die zwei Perspektiven eine andere Schrift gehabt hätten. Ich konnte zumindest viele der Sprünge erst später erkennen. Das liegt daran, dass die Autorin zu den vielen weiblichen Figuren gerne „sie“ schreibt. Stilistisch einwandfrei, bekommt man nur so nicht immer mit, wer denn eigentlich gemeint ist. Gerade bei einem Wechsel zwischen Jennifer und Elli dauert es oftmals einige Sätze, bis ein Stichwort den Wechsel erkennen lässt. Ich weiß, dass die zum Spiegel gehört und zeigen soll, wie ähnlich die Situationen irgendwo sind und an sich ist diese Idee der Umsetzung wirklich reizvoll, aber eben unglaublich schwer.

Damit hätte ich mich vielleicht noch anfreunden können, denn ich bin für solche ungewöhnlichen Mittel zu begeistern, auch wenn diese ihre Eingewöhnungszeit benötigen. Allerdings bleibt es nicht bei diesem Kritikpunkt. Mit Ellie ist Jojo Moyes keine Figur gelungen, die ich beeindruckend oder bindend fand. Wie es ihr bester Freund auf den Punkt bringt, sie wirkt wie ein unreifer Teenager, wie sie auf eine SMS oder Email wartet, diese stundenlang mit Freundinnen analysiert und sofort springt, wenn ihr Liebster „jetzt“ ruft. Das Bild passt zu einer jugendlichen Figur, aber nicht zu Ellie, die schließlich auf der anderen Seite als reif und erwachsen geschildert wird. Bei Jennifer hingegen fiel es mir leichter mich auf sie einzulassen, wenn auch nur bedingt, denn mir fehlte von Anfang an die Beteiligung am Unfall. Was passierte genau, wie musste sie um ihr Leben kämpfen.

Emotionen sind das Stichwort hierfür. Ich für meinen Teil empfand den Stil der Autorin zwar als detailliert, aber fremd. Sie schafft es nicht die Emotionen der Hauptfiguren präsent zu schildern. Ich empfand die Situationen stets wie eine Fremde und sehr distanziert. Bei einem solchen Werk erwarte ich jedoch Nähe.

Wie gesagt, ich hatte bis zum Schluss immer die wage Hoffnung zu verstehen warum viele das Buch so genial finden. Im Ansatz kann ich es nachvollziehen und die Grundidee und viele weitere Ansätze sind wirklich einmalig. Nur mangelt es mir leider Gottes an der Umsetzung der Figuren und dem wirren Springen der Autorin.

Wäre für mich die Nähe zu den Figuren vorhanden gewesen, ich hätte das Buch wirklich genial gefunden, aber so war ich froh, als ich es endlich ruhigen Gewissens beendet aus der Hand legen konnte.
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Gertrudas Versprechen / Ram Oren

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Als Aufgabe einer Lese-Challenge hatte ich die Aufgabe einen biographischen Roman zu lesen. Entschieden habe ich mich für dieses Rezensionsexemplar, welches vor einigen Tagen bei mir angekommen ist. Entschieden habe ich mich für das Buch, weil ich biographische Berichte über den Zweiten Weltkrieg liebe, denn meine Mutter kann sich auf Grund ihres Alter nur an wenige Dinge erinnern. 

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Ram Oren
Titel:  Gertrudas Versprechen
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (20. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832163336
ISBN-13: 978-3832163334
Originaltitel: Shevu'ah
Preis: € 9,99
Genre: Biographie
Gelesen in: 2 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover zeigt die liebe Gertruda mit ihrem Schützling. Ein authentisches Cover und in meinen Augen sehr gut gewählt.

== FIGUREN ==
Karl – SS Offizier, verheiratet mit einer Jüdin
Mira – Jüdische Frau von Karl
Helga -Gemeinsame Tochter von Karl und Mira
Jacob – Jude, Millionär aus Warschau, ist in Paris als der Krieg ausbricht
Lydia – Frau von Jacob und alleine in Warschau als der Krieg beginnt,Jüdin
Michael – 3 Jahre alt, als er seine Mutter Lydia verliert, Jude
Gertruda – Katholisch, Kindermädchen von Michael, später seine Ersatzmama
Anna – Zweite Frau von Jacob

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Warschau, Paris, Wilna, Berlin
Zeit: Zweiter Weltkrieg
Perspektive: Verschiedene Perspektiven

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==

„Auf einer Anhöhe im zerbombten Warschau stand das ehrwürdige alte Palais der Familie Stolowitzky. Wie durch ein Wunder hatte es den Krieg unbeschädigt überstanden. Ein Kunstwerk aus vier Stockwerken behauener Steine und fein gemeißelter Kanten, mit prächtigen Bleiglasfenstern und Deckenmalereien, von dessen Dachvorsprüngen die Statuen alter Kämpfer grüßten.
Nur zwei der ehemaligen Bewohner waren noch am Leben, ein Junge und seine Kinderfrau – Flüchtlinge in einem fernen Land.“ (Zitat S. 8 – Zeigt die Tragweite des Inhalts)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Deutschland: Karl ist glücklich. Er hat einen Job, seine Traumfrau geheiratet und eine bezaubernde Tochter. Doch das Glück endet jäh mit der wirtschaftlichen Krise in Deutschland. Er zählt zu den vielen Arbeitslosen und schließt sich frustriert Hitler und dessen Partei an, die ihm Aussicht auf einen Job stellen. Die Ideale der Partei, sprich den Judenhass, sieht er als kleine Lüge an, um Mitglieder zu werben. Das ihn die Partei später zwingt sich von seiner Frau scheiden zu lassen, da Mischehen nicht erlaubt sind, kann er nicht fassen und versucht noch so aus der Situation herauszukommen. Lediglich seine Frau erkennt die Zukunft von Deutschland, aber für sie ist es zu spät, weil Karl keine Farbe bekennt. Er schafft es lediglich seine Tochter aus dem Land zu bringen, bevor es zu spät. Kurz darauf muss er nach Polen und wird für verschiedene Ghettos eingeteilt.

Polen: Gertruda hat gerade den größten Dämpfer ihres Lebens bekommen. Ihre große Liebe hat sie vor dem Traualtar stehen lassen und mit dieser Schmach kann sie kaum leben. Sie geht nach Warschau, um dort ihr Glück zu suchen, und nicht immer an diesen verdammten Tag erinnert zu werden.

Polen: Das jüdische Ehepaar Stolowitzky hat inzwischen alles, was sie sich wünschen. Geld, Häuser, eine gutlaufende Firma und endlich einen bezaubernden Sohn, den sie nicht mehr zu hoffen gewagt haben. Für ihn stellen sie die freundliche Gertruda an, die für Michael alles macht. Während dieser Zeit braut sich in Deutschland der Anfang des Krieges zusammen, und als in der deutschen Firma fast alle Leute entlassen oder wichtiges Personal verhaftet wird, muss auch Jacob Stolowitzky erkennen, dass etwas vor sich geht. Noch hofft er auf eine kurzzeitige Sache und fährt ruhigen Gewissens nach Paris zu Verhandlungen vor Ort. Während seines Aufenthaltes greift Hitler die Polen an und ist innerhalb von kurzer Zeit in Warschau. Gertruda, Lydia und Michael fliehen nach Wilna, dem Ort ihrer Hoffnung. Unterwegs werden sie vom Chauffeur ausgeraubt und das Elend ohne Geld macht Lydia krank. Sie stirbt kurze Zeit später und nimmt Gertruda das Versprechen ab, auf Michael aufzupassen und ihn ins geheiligte Land zu führen, wenn der Krieg vorbei ist. Gertruda nimmt sich Michael an und gibt ihn als ihren Sohn aus. Kann sie ihn aber ohne Unterlagen retten, zumal er beschnitten ist und man ihn jeder Zeit als Juden identifizieren kann?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
In dem Buch „Gertrudas Versprechen“ wird die unglaubliche Geschichte von Gertruda erzählt, die ihr Leben riskiert, um den kleinen Juden Michael zu retten. Einige werden sicherlich denken – Nicht schon wieder eine Kriegsgeschichte. Für mich sind diese Bücher jedoch immer etwas Besonders, weil meine Mutter ihre Kindheit im Zweiten Weltkrieg hatte und ich somit eben eine gewisse Bindung zu diesem Krieg habe. Viele Bücher sind einfach so gestaltet, dass ich mich ehrlich frage, warum die Leute sich die Mühe machen, ihre Geschichte festzuhalten. Manches wirkt sogar einfach nur erfunden, um damit noch Geld und Anerkennung zu verdienen. Es gibt aber Ausnahmen und dieses Buch stellt eine solche dar.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Am Anfang ist das etwas verwirrend, denn eigentlich möchte man Gertruda kennenlernen und ihren Weg nachvollziehen können. Die anderen Perspektiven, wie zum Beispiel die von Michaels Opa oder die von Karl wirkt am Anfang einfach nur störend.Außerdem fragte ich mich zu Beginn immer, wie alt ist Gertruda eigentlich, denn das Buch beginnt zwar recht früh, aber eben irgendwo mittig. Nach gut 50 Seiten legt sich aber dieses Gefühl und man fühlt sich mit allen Charakteren verbunden. Man zittert mit Jacob in Paris, obwohl man schon vom Innenklappentext weiß, dass seine Frau stirbt und er dies wohl nie erfährt. Man fragt sich, wann Karl endlich aufwacht und zittert mit Gertruda und Michael, obwohl man weiß, dass sie überleben werden.

Damit der Leser erkennt, dass nicht alles glückliche Zufälle sind, und das es andere Schicksale im Dritten Reich gab, die unnötig und so was von traurig sind, werden auch weitere Figuren eingeführt, wie zum Beispiel der Lungenspezialist, der Michael zwei Mal das Leben rettet oder ähnliche Figuren. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, obwohl dies bei einer solchen Geschichte nicht so wichtig ist, aber viele dieser liebgewonnenen Charaktere überleben nicht unbedingt. Das dürfte von Anfang an klar sein, aber Ram Oren schreibt es so neutral und in einem kurzen Satz, dass man an diesen Stellen schlucken muss. Im Grunde schafft er es in solchen Moment mit einem Satz das auszudrücken, was Hitler verursacht hat, einen leeren Platz, einen unnötigen Tod zu dem nicht viel zu sagen ist. Mir hat der Autor mehrfach den die Sprache verschlagen durch sein Ausdrucksweise. Mehrfach war ich kurz davor eine Träne zu vergießen. Emotional ist es eins der bewegendsten Kriegs-Bücher, die ich je gelesen habe.

Zwischendurch gibt es immer wieder ein kleines Bild zum Beispiel von Karl oder von Gertruda. Hier hätte ich mir etwas mehr Bilder gewünscht, weil die Menschen dadurch noch plastischer geworden wären. Allerdings habe ich mich auch so verbunden gefühlt. Obwohl Gertruda im Grunde nichts anderes gemacht hat, als viele andere Personen in dieser Zeit, die Juden geholfen haben, ist diese Geschichte trotzdem etwas außergewöhnliches, weil sie einfach so interessant geschrieben wurde.

Wenn ihr wissen möchtet, was aus Gertruda, Michael und Karl geworden ist, der sollte auf jeden Fall das Buch lesen. Meine Mutter hat das Buch in einem Atemzug verschlungen und als Zeitzeuge liest sie definitiv einiges. Für sie eins der besten Bücher, die sie in den letzten Jahren über ihre Kindheit gelesen hat. Diese Tatsache spricht ebenfalls für das Buch. Für mich oder besser gesagt uns ist das Buch eine klare Leseempfehlung.

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Beltz & Gelberg Buchblogger 2015

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Obwohl mein Glück für dieses Jahr aufgebraucht ist, wäre es für mich ein Traum diesen Titel zu erlangen. So wie mir geht es sicherlich allen Buchbloggern, die Fan von Beltz & Gelberg sind. Deswegen versuche ich einfach mein Glück. Doch nun erst einmal für alle Unwissenden, worum geht es eigentlich.

BUCHBLOGGER 2015
Beltz & Gelberg arbeitet erneut mit Blogg dein Buch zusammen und lädt zu einem besonderen Gewinnspiel ein! Alle Teilnehmer können sich für Elisabeths Steinkellners neuen Titel „Rabensommer“ bewerben und erhalten somit die Chance diesen exklusiv vor Erscheinen in den Händen zu halten. Natürlich wird Beltz & Gelberg auch in diesem Jahr seinen offiziellen Buchblogger des Jahres küren, der mit tollen Preisen rechnen kann!

Copyright Belz & Gelberg

RABENSOMMER
Das verspricht euch der Rabensommer: Seit Jahren sind sie beste Freunde, fast alles haben sie zusammen gemacht - wie Raben. Jetzt, nach dem Abitur, muss jeder für sich entscheiden, wie es weitergeht. Die Ich-Erzählerin Juli entschließt sich zu studieren, doch noch bevor es losgeht, verändert sich alles, Schlag auf Schlag: Niels, mit dem sie seit einem Jahr zusammen ist, macht mit ihr Schluss. August lüftet sein Geheimnis. Und Ronja geht nach London. Juli ist auf sich allein gestellt und muss ihr Leben, das ihr wie ein Haufen lauter kleine Schnipsel vorkommt, neu sortieren...

WAS REIZT MICH AN DEM TITEL?
Das Buch befasst sich mit dem Thema - Freundschaft, erwachsen werden und der Neuausrichtung eines Lebens. Das Abitur steht bevor und für viele beginnt ein neuer Abschnitt. Alte Freunde gehen, neue kommen hinzu. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Debüt heitere und emotionale Einblicke in diese Richtung geben wird und die jüngeren Leser auf diese bewegende Zeit vorbereitet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich das Leben verändert, wenn die Schule erst einmal hinter einen liegt. Kleine, aber gravierende Veränderungen schleichen sich ein. Wie sagte meine Nichte mit ihren fast 15 Jahren so schön, bald hat uns das echte Leben.

Obwohl ich mit Sicherheit nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, würde ich das Buch gerne lesen. Zusammen mit meiner Nichte, wie so viele andere Bücher auch.  Warum dürfte für einige engere Leser mehr als verständlich sein. In gewisser Weise trifft dieses Buch gerade auf mich zu. Meine beste Freundin, meine Mutter, ist kurz davor eine Reise, wahrscheinlich ohne Rückkehr anzutreten. In gewisser Weise erwartet auch mich ein Neuanfang.
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Der Waldläufer - Im Bergwald / Arne Rosenow

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Heute habe ich eine Fortsetzung, die ich euch vorstellen möchte. Ich habe schon den ersten Band von Arne Rosenow zur Rezension zugesandt bekommen, und durfte nun Armin auf seinem weiteren Wege begleiten. Das Cover ist diesmal noch düsterer. Ein Wald, ein Bach der sich herunter schlängelt, Steine und ein Mensch. Alles recht undeutlich zu erkennen. Mittig platziert ist wieder eine Rune, wie schon im ersten Band. Optisch gefällt es mir auf jeden Fall schon mal besser, abgesehen von der Rune. Aber nun begleitet mich ins nächste Abenteuer und guckt, ob das Buch auch was für euch. 


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Arne Rosenow
Titel:  Der Waldläufer - Im Bergwald
Taschenbuch: 312 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (15. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503103765
ISBN-13: 978-1503103764
Preis: € 11,90
Genre: Historisch, Magisch
Gelesen in: 2  Tage

== FIGUREN ==
Armin – Waldläufer, Schmied, hilfsbereiter Mensch
Berthold – Sohn eines Bauern
Franka – Schwester von Berthold

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Norddeutschland
Zeit: 13. Jahrhundert
Perspektive: 3 Person
Alter der Figuren: um die 16-40

==ZITAT==
Es war eine unheimliche Menge an schwarzen Vögeln. Und als Armin wieder die Lichtung erreichte, warf er einen Blick zum Blocksberg und hielt inne. Der Berg war von dunklen, fast schwarzen Wolken umgeben. Der Gipfel ragte aus einer Nebelbank hervor, so dass es schien, als wenn der Gipfel schwebte.
„Was passierte dort oben?“, fragte sich Armin. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und der Ast rutschte ihm von der Schulter. Es war Walpurgisnacht!... (Zitat S. 262 – Genehmigt vom Autor)

== WAS PASSIERTE IN BAND EINS ==
Der Junge, Armin, lebt als Leibeigener auf dem Hof von Fitje. Als Baby nahm sich dieser ihm an, als ihn ein Mönch vorbeibrachte. Armin muss alle Arbeiten erledigen, wie die anderen Knechte auch. Nur wird er gerne herumgeschubst und mehr bestraft, da er nicht immer hören kann und manchmal recht impulsiv ist. Als der Sohn von Fitje ihn mal wieder schikaniert und ihm den Geldbeutel seines Vaters unterschiebt, muss Armin fliehen, denn niemand schenkt ihm Glauben, dass er nicht der Dieb des Geldes ist. Er flieht ins nahegelegene Moor und wäre dort auch in sein Verderben gerannt, hätte ihn nicht ein Bettler, der mit Tieren sprechen kann, gerettet. Dieser lehrt ihn die Kräuterheilkunde und andere nützliche Dinge. Von ihm erfährt er auch mehr über seine eigene Herkunft. Eine Information, die ihn dazu bringt bei Fitje einzubrechen, um sein Eigentum, welches dieser ihm gestohlen hat, zurückzuholen. Als Fitje dabei verletzt wird, muss er erneut fliehen und diesmal weiter weg als nur ins Moor. Wie ihm sein Freund geraten hat, macht er sich auf zu dem Wald, wo er her zukommen scheint. Dort angekommen verrät ihm jeder, dass der Wald böse ist. Trotzdem geht er hinein und trifft so auf Mime den Zwerg, der ihn in die Kunst des Schmiedens einführt. Doch nach seinen Lehrjahren muss Armin weiter und sein Weg ist holprig.

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Armin im Bergwald angekommen. Dort hofft er nach seiner langen Reise nicht nur mehr über sich zu erfahren, sondern auch eine Arbeit als Schmied zu finden. Die örtlichen Gruben bringen jedoch nichts mehr ein, und fast jeder in der Region ist, froh, wenn er Arbeit gefunden hat. Für Armin gibt es nichts und so beschließt er weiterzuziehen. Bevor es jedoch dazu kommt, stürzt unweit von Goslar ein Stollen in sich zusammen. Armin eilt mit den anderen hin,um vor Ort zu helfen. Niemand traut sich jedoch wieder in den einsturzgefährdeten Stollen. Lediglich der junge Berthold rennt hinein, denn sein Vater Michel ist unter den verschütteten Opfern. Da Armin mit dessen Schwester Franka auf dem Markt in Goslar einige Worte gewechselt hat, und er gehört hat, dass sie sonst nur die Großeltern haben, rennt er Berthold hinterher. Zusammen mit einem mutigen Bergmann können sie den Vater schwerverletzt retten. Es ist aber klar, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt. Armin tut alles, und bleibt sogar,um am Hof zu helfen, während der Vater sich erholten soll. So freundet sich die Familie mit ihm an und er ist auch später ein gern gesehener Gast, obwohl er eine Anstellung als Schmied findet. Als er diese wegen Geldmangel des Grafen verliert, findet er auf dem Hof wieder Unterschlupf. Es könnte recht schön sein, doch dann überschlagen sich die Dinge und Armin wird beschuldigt ein Hexer zu sein. Damit ist sein Todesurteil gesprochen, wenn er nicht schafft alle vom Gegenteil zu überzeugen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Der Waldläufer – Im Bergwald“ ist die Fortsetzung von Arne Rosenows historischen Roman mit dem Waldläufer Armin, der auf der Suche nach seiner Herkunft und seinem Geheimnis ist. Während der erste Band hauptsächlich in Norddeutschland spielte und eine schöne Reiseroute aufwies, spielt die Fortsetzung lediglich in der Region „Bergwald“ sprich dem heutigen Harz. In diesem Abschnitt greift der Autor die Legenden und Fakten rund um Hexen, sowie Heilkunde.

Der Übergang zwischen Band eins und Band zwei ist Arne Rosenow nahtlos gelungen. Er wiederholt nur wenig, dafür aber relevante Punkte, sodass eine längere Pause oder ein Quereinstieg problemlos möglich sind.

Während meiner Jugend war ich regelmäßig in den Ferien im Harz, sodass ich Städte, Wälder und Berge sogar einigermaßen zuordnen konnte. Eine Karte hilft bildlich, aber der Autor schafft eine authentische Kulisse.

Die neuen Figuren passen in die Umgebung und wurden so gestaltet, dass der Leser sie eigentlich sofort ins Herz schließen sollte, sofern es sich um die gute Charaktere handelt. Alle anderen wurden so geschildert, dass die Sympathie ausbleibt.

Generell muss ich sagen, dass die Thematik Hexen, Aberglaube, Heilkunde und ein kleiner mysteriöser Touch, gut umgesetzt wurde. Ich hatte das Gefühl genau nachvollziehen zu können, wie Gerüchte über Hexen entstanden sind, und mich stellenweise immer wieder gefragt, sind es nur Gerüchte oder stimmt vielleicht doch etwas.

Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte für mich trotzdem nur eine solide Fortsetzung ist. Solide nicht im negativen Sinne, aber auch nicht so, dass ich restlos begeistert bin. Das warum möchte ich euch kurz erklären. Während das erste Buch sich in meinen Augen im Verlauf entwickelt hat. Armin ist ein Waldläufer und er geht seinen Weg. In diesem Band wird er immer wieder als Waldläufer bezeichnet und stellt sich so vor. Allerdings bleibt er während des Bandes in der Region und tritt dadurch in meinen Augen auf der Stelle. Ich verbinde eben inhaltlich wenig mit einer Person, die ein Waldläufer ist. Wobei ich zugeben muss, dass ich mir an manchen Stellen gewünscht hätte, wenn Armin Franka geheiratet hätte und vor Ort geblieben wäre, weil die Familie sehr liebenswert war. Aber wie gesagt, passt das eben nicht zum Waldläufer und daher hab ich schon nach 100 Seiten immer wieder gedacht, wann geht es endlich weiter zum Beispiel in Richtung Erzgebirge oder Bayern.

Nichtsdestotrotz fand ich die Geschichte von Anfang bis Ende fesselnd und der Autor sorgt dafür, dass Armins Weg nicht unbedingt leicht ist. Ihr könnt euch jedenfalls auf eine Menge Überraschungen und Wendungen einstellen, die aber eben örtlich etwas gebunden sind.

Ich freue mich trotzdem auf den nächsten Band, und lass mich überraschen, ob Arne Rosenow diesmal wieder Armin zum Läufer werden lässt.
 
*Buchsponsoring

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Hansetochter / Sabine Weiß

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Nein, was sich meine Mutter bei dem Buch gedacht hat, weiß ich nicht. Es ist normalerweise nicht ihr Genre und ich liebe zwar historische Romane, aber nur wenige können mich überzeugen. Trotzdem habe ich mich irgendwo auf das Buch gefreut, weil es in meiner Heimat-Region spielt. Überzeugen konnte mich Sabine Weiß mit ihrer „Hansetochter“ jedoch gar nicht.


== OPTK ==
Eine Frau mit halben Kopf und im Hintergrund eine alte Stadt. Es ist passend, okay, aber haut mich nicht vom Hocker, obwohl es schön gezeichnet ist.

== FIGUREN ==
Henrike: junges Mädchen, das um ihr Erbe kämpft
Simon: jüngerer Bruder von Henrike
Jost: Kaufmannsgeselle
Margarethe: Köchin
Nikolas: Vetter
Adrian: Junger Kaufmann
Konrad: Vater von Henrike
Hartwig: Onkel von Henrike

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Lübeck
Zeit:1375

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Lübeck im Jahre 1375. Die junge Henrike lebt zusammen mit ihrem 13jährigen, jüngeren Bruder Simon und ihrem Vater zusammen. Ihre Mutter ist verstorben und so ist die Köchin Margarethe, die einzige erwachsene Frau im Hause. Eigentlich sind alle glücklich und erwarten sehnlichst die Ankunft von Adrian, einen jungen Kaufmann aus Brügge. Politisch sieht die Lage etwas verzwickter aus. Der dänische König liegt im Sterben und der Kaiser möchte Lübeck besuchen. Außerdem stört Hartwig, der Bruder ihres Vaters ungemein. Und in dieser Situation überschlagen sich die Dinge. Konrad, der Vater von Henrike stirbt unter mehr als mysteriösen Umständen und Hartwig ergreift nicht nur die Vormundschaft, sondern auch das Geschäft seines verstorbenen Bruders. Henrike erträgt diese Situation nicht und versucht mit Adrians Hilfe, in den sie sich langsam verliebt, die Wahrheit über den Tod ihres geliebten Vaters aufzudecken. Doch es gibt jede Menge Feinde und Steine, die Henrike immer wieder in den Weg gelegt werden.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Hansetochter“ ist ein klassischer, historischer Roman, der in meinen Augen definitiv nur etwas für absolute Fans dieses Genres ist. Wer nur gelegentlich und bevorzugt etwas leichtere Kost aus diesem Sektor mag.

Der Einstieg beginnt mit einem Prolog, in dem sich Henrike als Junge verkleide in ein Hurenhaus begibt. Warum? Das verrät die Autorin natürlich nicht sofort, sondern erst 500 Seiten später. Dadurch möchte sie die Spannung aufbauen und den Leser ans Buch fesseln. Leider ist es mir völlig egal, warum die arme Henrike das machen musste, schließlich gibt der Klappentext schon die nötigen Gründe. Lediglich Details fehlen eben. Auf den folgenden 500 Seiten wird ausführlich erklärt, wie die Handelsbereiche in der damaligen Zeit ausgesehen haben und es wird alles sehr authentisch und voller Fakten beschrieben. Aber ich empfinde den teilweise sehr detaillierten Stil frei von jedweder Spannung. Man merkt, dass die Autorin hier wirklich ihr Augenmerk drauf ausgelegt hat. Nämlich die historischen Kaufmänner wieder zum Leben zu erwecken. Den Mord, die Intrige und die Liebesgeschichte sind so nebensächlich.

Hätte das Buch nicht in Lübeck gespielt, einer Stadt, in der ich schon oft war, dann hätte ich ganz ehrlich abgebrochen. Ich empfand es aber interessant zu sehen, wie sich die Stadt seit damaligen Zeit entwickelt hat.

Henrike ist zudem eine Persönlichkeit mit der man zwar schnell warm wird, die aber leider nichts besonderes an sich hat. Im Grunde habe ich mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, aber es hat auch keinen Spaß gemacht.

Da es eine persönliche Meinung ist und es eben wirklich daran liegt, dass es mir zu historisch angelegt war, gibt es faire 3 Sterne, denn eigentlich macht die Autorin alles richtig.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Sabiane Weiß
Titel: Hansetochter
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2014 (17. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404168879
ISBN-13: 978-3404168873
Preis: € 9,99
Genre: historisch
Gelesen in: 9 Tagen


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Die Zeitengängerin / P. C. Cast

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, auf das ich ganz lange warten musste. Bei Facebook wurden Buchblogger gesucht, die Lust auf dieses Buch hatten. Es klang total interessant, also habe ich mich beworben und wurde ausgewählt. Nach über vier Wochen, fast so lang wie der Kita-Streik, habe ich auf das Buch gewartet. Ob sich das warten gelohnt hat, ich für meinen Teil sage leider: Nein.


== BUCHFAKTEN ==
Autor:  P. C. Cast
Titel: Die Zeitengängerin
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956491076
ISBN-13: 978-3956491078
Originaltitel: The Avenger
Preis: € 9,99
Genre: historisch, SciFi,
Gelesen in: 5 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover gefällt mir sehr gut. Eine total niedliche, weibliche Persönlichkeit, ein Schwert und das im goldenen Look. Es hat etwas, wie ich finde.

== FIGUREN ==
Alexandra – kann Tote sehen und mit ihnen reden, Ex Militär
Caradoc – keltischer Druidenkrieger

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Die tote Frau seufzte. Ihre Stimme war von einer unbestimmten Sehnsucht erfüllt und klang
mehr als nur ein wenig sentimental. „Es ist wunderschön hier, nicht wahr? Dieses offene, weite Land hat so etwas Friedliches.“ (Zitat. Kapitel 1 – Erste Sätze im Buch)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Alexandra ist eine außergewöhnliche Frau, die schon seit ihrer Kindheit tote Menschen sehen kann, die nicht ins Jenseits gehen wollen. Sie hat sich zurückgezogen auf eine Ranch und will nur ihre Ruhe haben. Doch das Militär lässt sie nicht in Ruhe. Sie soll einen Auftrag erledigen, aber sie hat für sich selbst mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber abgeschlossen. Erst als ihr ein komischer Mann im Traum erscheint, und das etwas mit ihrem Auftrag zu tun haben soll, willigt sie zu einem Gespräch ein.

Sie soll ins Jahr 60 vor Christis Geburt reisen und das Amulette der Kriegskönigin Boudica finden. Dort wartet auch ein Krieger namens Caradoc auf sie, und er ist der Mann aus ihrem Traum. Das alles muss sie jedoch nicht aus Spaß machen, sondern um zu verhindern, dass eine außerirdische Lebensform alle weiblichen Wesen auf der Erde vernichtet.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Zeitengängerin“ ist anders als ich erwartet habe und das hat leider zu einer großen Enttäuschung geführt. Aber am Besten von vorne, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob das Buch nicht vielleicht etwas für euch ist. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Es beginnt schon damit, dass ich völlig überrascht war, dass die Hauptfigur mit Toten sprechen kann. Das erinnerte mich völlig an Ghost Whisperer, was ich eigentlich mag. Der militärische Hintergrund in Kombination mit Außerirdischen war jedoch einfach zu viel. Außerdem merkt man sofort, dass irgendetwas fehlt. Was ich nämlich nicht wusste, es ist der Dritte Band einer Reihe, die von verschiedenen Autoren verfasst wird, einzeln gelesen werden kann, aber minimal zusammenhängend ist. Übersetzt wurde bis dato nur dieser Band. Ich persönlich fühlte mich in die Welt, das Militär und die Situation sehr reingeworfen, und hatte immer das Gefühl Zusammenhänge nicht zu kennen, obwohl ich wusste, dass es einzeln lesbar ist und nicht zusammenhängt. So wie zum Beispiel bei Tess, die einfach eingeworfen wird, und sicherlich in einen der anderen Bände eine Hauptrolle hatte. Ich denke oder hoffe, dass die Situation mit den Außerirdischen im ersten Band besser erklärt wird, denn so ist es einfach nicht wirklich verständlich und eine schlechte, gegebene Tatsache.

Aber nicht nur diese Tatsache, sondern auch die Figuren haben mir so gar nicht gefallen. Alexandra war keine Person, die ich sympathisch fand. Das lag daran, dass irgendwas vorgefallen sein muss, was sie verändert hat, und das blieb mir verschlossen. Sie wirkte irgendwie blass und die Adjektive, die für sie genutzt wurden waren oberflächlich.

Vielleicht hätte ich mich mit ihr irgendwann angefreundet, wenn das Buch anders verlaufen wäre. Leider setzt die Autorin auf null Spannung. Sicherlich auch eine Möglichkeit, aber diese ganzen Zufälle und gegebenen Variablen haben einfach genervt. Sie will nicht, also träumt sie, bekommt eine kurze Geschichte genannt und reist sofort in die Vergangenheit. Auch das wird nicht näher beschrieben, abgesehen davon, wie sich ihre Moleküle verändern, und sie sogar mit der korrekten Kleidung in der Vergangenheit ankommt, obwohl sie ja mit modernen Kleidern los gereist ist. Generell wird immer alles so gelöst. Kommt sie in eine gefährliche Situation, wo es endlich mal spannend werden könnte, ist auch schon eine Rettung in der Nähe. Manchmal passt so was, aber hier hat es mich verrückt gemacht.

Abgerundet wird es dann durch eine vorprogrammierte Liebesgeschichte, eine große Portion Erotik und Romantik.

Nein, ich war froh, als ich das Buch endlich ausgelesen habe. Ich mag P. C. Cast, aber nicht bei dieser Umsetzung. Die Grundidee ist gut gewesen und hätte so viel gute Möglichkeiten geboten, aber diese wurden leider nicht genutzt

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Der dunkle See / Conny Schwarz

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Heute habe ich ein Buch für euch, das ich als Rezensionsexemplar angefordert habe, weil ich denke, dass die Thematik sehr wichtig ist. Es hierbei um Flüchtlinge und die rechte Szene. Aktuelles Thema würde ich sagen, wobei es nicht nur die rechte Szene betrifft, sondern jeder zu diesem Thema seine eigene Meinung hat und nicht jede ist unbedingt positiv.


== DAS COVER ==
Ein Boot an einem Steg, im Hintergrund ist ein roter Wald und Himmel. Es ist düster, hat was bedrückendes, aber im Laden hätte ich mir das Cover ganz ehrlich nicht näher angesehen.

== FIGUREN ==
Thea Dombrowski – Reporterin für die Lokalzeitung

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Deutschland / Wartenburg
Zeit: 2010er
Perspektive:
Alter der Figuren:

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
»Was ist passiert?«, flüsterte Thea und beugte sich zu ihm hinunter. Aber Karl antwortete nicht. Äußerlich schien er in Ordnung zu sein, sie konnte jedenfalls keine Verletzungen erkennen, trotzdem war seine Welt komplett aus den Fugen. Erneut gab er einen wimmernden Laut von sich und deutete vage den Flur hinunter.

Thea sah etwas auf dem Boden liegen. Langsam ging sie darauf zu und erkannte, dass es sich bei den Schlieren auf dem Fußboden, die sie im dämmrigen Licht zunächst für eine aparte Maserung des Linoleums gehalten hatte, um verschmiertes Blut handelte. Und der Gegenstand, der dort lag, war eine abgetrennte Hand. (Zitat S. 26 Beispiel für den Stil)

== ZITIERTER KLAPPENTEXT ==
Lokalreporterin Thea Dombrowski hat sich mit ihrer Tochter inzwischen halbwegs in Wartenburg eingelebt. Was daran liegen mag, dass in der idyllischen Kleinstadt mehr passiert, als sie gedacht hätte. Eine Reihe mysteriöser Einbrüche hält den Ort in Atem. Eines Morgens macht Thea eine schockierende Entdeckung: Auf der Website des »Wartenburger Anzeigers« hat ein Unbekannter ein Video veröffentlicht, in dem das Innere ihres Zuhauses zu sehen ist. Jemand muss in ihrer Abwesenheit dort eingedrungen sein und die Aufnahmen gemacht haben. Gleichzeitig verschwindet Benjamin Ullreich, der Sohn ihrer Nachbarin, spurlos. Als schließlich einer von Benjamins Lehrern tot im Wald aufgefunden wird, ist klar, dass schnell etwas passieren muss, damit die Situation nicht völlig außer Kontrolle gerät

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Der dunkle See“ ist der zweite Band der Reihe um Thea Dombrowski. Hinter ihr versteckt sich eine durchaus sympathische Reporterin, die vor allen durch ihr loses Mundwerk sehr liebenswert wirkt. Sie tritt gerne in ein Fettnäpfchen und wird gerne vom Chef ausgenutzt. Obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe, hatte ich keine Schwierigkeiten mich in die Situation von Thea und vor allen Dingen mit ihrer Persönlichkeit hineinzuversetzen. Schwieriger war es für mich bei den restlichen Figuren, da mir die Verbindungen einfach nicht bekannt waren. Es empfiehlt sich also den ersten Band gelesen zu haben.

Inhaltlich greift das Buch ein wichtiges Thema auf. Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland  und die Stimmung ist ehrlich gesagt in diesem Punkt sehr geteilt. Es geht von „Die armen Menschen, wir müssen ihnen helfen“, über „Warum fühlt sich Deutschland noch fast 100 Jahre nach Hitler für alles schuldig“ bis hin zu „Sollen die Schmarotzer bleiben wo sie sind, denn nicht jeder ist ein verfolgter Flüchtling“. Jedem seine Meinung. Um diese geht es jedoch nicht, sondern um das Buch, was sich mit dieser Thematik befasst.

Auf jeden Fall setzt das Autorenduo diese Thematik interessant um, und sorgt mit Mord, Verschwinden und anderen Dingen dafür, dass es eigentlich nicht langweilig wird. Im Gegenteil es ist nicht nur recht spannend, sondern setzt auch auf eine Art satirischen Humor, der mir trotz des Themas ab und an ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat. Diesen Humor findet ihr vollen Dingen bei der Hauptfigur und ihrem Charakter. Nicht das ihr das falsch versteht.

Trotzdem gab es immer wieder die eine oder andere Passage, wo ich das Buch nur zu gerne aus der Hand gelegt habe. Das waren Momente, wo es einfach nur langatmig wurde. Zum Glück sind diese selten.

Möchte ich mehr davon lesen.Ehrlich gesagt nein. Mir hat das Buch zwar gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber es hat mich nicht so vom Hocker gehauen, dass es auch nur drei Sterne bekommt. Zum Beispiel fand ich die Emails oder den Schriftverkehr gerade am Anfang aus der Luft gerissen und daher total unnötig.

== BUCHFAKTEN ==
Autor:  Conny Schwarz
Titel:  Der dunkle See
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (20. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832163093
ISBN-13: 978-3832163099
Preis: € 9,99
Genre: Krimi
Reihe: Thea Dombrowski
Gelesen in: 3 Tagen

* Buchsponsoring
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Zwischen Ehre und Pflicht / Stefan Burban

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Ja, es geht schon wieder weiter. Das war zumindest mein Gedanke, als Stefan Burban mir seinen inzwischen achten Band vom Ruul-Konflikt hat zukommen lassen. Während man auf viele tolle Werke oftmals ein ganzes Jahr warten muss, geht es hier spätestens nach 6 Monaten weiter. Einerseits schön, aber wenn es eine Thematik ist, die man sonst nicht so gerne liest, ist es manchmal schon erschlagend. Wie mir das neue Abenteuer gefallen hat?


== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Der Krieg dauert noch immer an und ein Ende ist nicht in Sicht. Währenddessen wird eine spezielle Einheit von Rangern mit Leitung von Major Flynn für ein halbes Jahr auf einen abgelegenen Planeten geschickt. In dieser Zeit soll die dortige Miliz ausgebildet und auf einen tödlichen Angriff auf die Ruul vorbereitet werden. Doch die Ruul kommen hinter den Plan und es kommt zu einer gigantischen Schlacht zwischen den Rangern und einem Heer von Ruul.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Seit dem ersten Band verfolge ich die Militär Geschichte rund um die unbeliebten Ruul. Am Anfang war ich beeindruckt von Stefan Burban seinem Stil, seinen Ideen und seinen grandiosen Weltraumschlachten. Obwohl ich eigentlich SciFi überhaupt nicht mag, hat er es geschafft, dass ich seine Romane sehr gerne gelesen habe. Auch wenn ich so langsam mit den hartnäckigen Fans der Reihe aneinander stoße, frage ich mich schon, ob nicht langsam ein Ende der Reihe oder zumindest eine kreative Pause notwendig wäre.

Als ich den Band angefangen habe, dachte ich erst, ich habe mich vergriffen und den vorherigen Band zur Hand genommen. Ich habe zweimal gucken müssen, dass ich den richtigen Titel in der Hand habe. Es ist noch so, dass es gleich klingt, aber die Idee ist dem Vorgänger sehr ähnlich und da ich durch meinen Nachwuchs sehr eingespannt und wenig schlafe, war ich im ersten Moment doch verwirrt. Außerdem habe ich das Gefühl gehabt, dass der Band etwas auf der Stelle tritt.

Klar unterscheidet sich das Buch, es gibt wieder atemberaubend, detaillierte Schlachten, die im gewohnten Stil des Autors zu Leben erwachen, aber es fehlt einfach etwas Neues, eine Entwicklung. Ich habe diesmal richtig lange für das Buch gebraucht, weil mir eben dieser Aspekt fehlte. Sicherlich lässt sich das Buch gut lesen und allein betrachtet ist es ein sehr gutes Werk, aber betrachtet man die Reihe als gesamtes, ist es eins der schwächsten Werke, weswegen ich eben zu dem oben schon genannten Schluss gekommen bin, dass vielleicht eine kleine Pause nötig wäre.

Ich gebe dem Buch faire drei Sterne, und hoffe, dass der nächste Band, der ja schon angekündigt ist für September 2015, wieder besser wird.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Stefan Burban
Titel:  Der Ruul-Konflikt 8: Zwischen Ehre und Pflicht
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Atlantis Verlag (20. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864021669
ISBN-13: 978-3864021664
Preis: € 13,90
Genre:  SciFi
Gelesen in: 20 Tagen

* Rezensionsexemplar
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Das Mädchen auf den Klippen / Lucinda Riley

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Ausgelesen. Diesmal habe ich ein Buch gelesen, welches ich mal wieder von meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Einiges und vor allen Dingen positives hatte ich schon vorher von diesem Buch gehört. Begleitet mich doch spontan in das gelesene Abenteuer und entscheidet, ob das Buch vielleicht etwas für euch ist.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Lucinda Riley
Titel: Das Mädchen auf den Klippen
Leserschaft: jedermann
Seitenanzahl: 444
Übersetzung: Sonja Hauser
ISBN: 978-3-442-47789-0
Verlag: Goldmann
Preis: € 9,99
Genre: Familie, Drama, Geheimnis, Liebe
Gelesen in: 3 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover hat etwas geheimnisvolles mit der verschlungenen Treppe, den Klippen im Hintergrund und den Blumen. Es passt zum Inhalt, aber ich persönlich hätte ein einsames Mädchen auf Klippen noch etwas besser gefunden.

== FIGUREN ==
Grania – Baby verloren, getrennt von Matt, reist nach Dublin zu ihrer Familie
Matt – Lebenspartner / Ex Freund von Grania
Aurora – Das Mädchen von den Klippen, sieht ihre tote Mutter
Alexander – Vater von Aurora, der immer Kopfschmerzen hat und oft weg ist

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Irland, England, USA
Zeit: 2010er und 1920er Jahre
Perspektive: Verschiedene Perspektiven

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Grania überlegte verzweifelt, was zu tun sei. Bevor sie zu einer Entscheidung gelangen konnte, drehte sich die Kleine um und sah sie mit leerem Blick an.Grania streckte instinktiv die Arme aus. »Ich tu dir nichts. Komm zu mir.«
Das Mädchen starrte sie weiter unverwandt an.
»Wenn du mir sagst, wo du wohnst, bringe ich dich nach Hause. Hier draußen holst du dir den Tod. Bitte lass dir helfen«, flehte Grania sie an. (Zitat S. 9 /10 – Zeigt das Kennenlernen zwischen Aurora und Grania)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Grania Ryan wirft die Fehlgeburt völlig aus der Bahn. Als dann noch etwas passiert, reist sie einfach zu ihren Eltern nach Irland und verschanzt sich dort. Ihrem Lebensgefährten Matt weicht sie aus, und will nicht mit ihm reden. In ihrer Trauer und Wut entdeckt sie Aurora, ein kleines Mädchen, dass im Nachthemd auf den Klippen steht. Ihre Mutter macht daraus ein Geheimnis und wünscht sich nur das Grania sich von Aurora fernhält. Doch so leicht ist es nicht, denn ihre Wege kreuzen sich immer wieder, und über die Vergangenheit zwischen den Lisles und den Ryans will ihre Mutter einfach nichts verraten. Als das kleine Mädchen sich mit Grania anfreundet, haben sie eine Menge Spaß, bis ihr Auroras Vater Alexander sie bittet als Kindermädchen einzuspringen. Er muss beruflich weg, und die Haushälterin will zurück nach London. Zwei Monate, gutes Geld und Ablenkung von ihrer Trauer. Aurora zu Liebe sagt sie zu und passt auch später noch auf das Mädchen auf, als diese vor ihrem neuen Kindermädchen abhaut. Es entsteht eine innige Freundschaft, und dann erfährt Grania mehr über die Vergangenheit. Trotzdem bricht sie nicht den Kontakt ab und heiratet sogar Alexander, als dieser im Sterben liegt, um Aurora als Stiefmutter halt geben zu können. Nur sich selbst kann sie keinen Halt geben, denn irgendwo mochte sie den fremden Alexander recht gern, und in ihrer Trauer vermisst sie Matt umso mehr. Doch der hat längst eine andere.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Mädchen auf den Klippen“ ist ein simples Buch, das sich auf Vergangenheit und Gegenwart beruft, wie viele andere Werke auch. Auch die Grundidee seitens der Vergangenheit ist nichts besonderes und wirkt so, wie bei vielen anderen Geschichten bis auf einige Details, und genau diese Details machen das Buch zu etwas Besonderem.

Das Buch um die Geschichte der Lisles und Ryans wird in verschiedene Erzählstränge gepackt. Die Geschichte um Grania, Matt, Auror und Alexander ist die Rahmengeschichte, die  manchmal etwas schleppend läuft, da der Leser nicht das nötige Verständnis für Grania aufbringen kann. Sie verliert ihr Baby, was ich als zweifache Mutter sehr tragisch finde, aber immer wieder wird ein weiterer Grund angedeutet, aus dem jedoch ein wahnsinniges Geheimnis gemacht wird und sich später als Nichtigkeit herausstellt. Generell ist Grania, die einen übertriebenen Stolz aufweist, nicht immer ideal. Trotzdem schließt man sie auf Grund ihrer Fürsorge Aurora gegenüber sofort ins Herz. Unterbrochen wird diese Rahmengeschichte immer wieder von kleineren Briefen, die Aurora als eine allwissende Erzählerin immer wieder  einbindet, denn für sie ist diese Geschichte schon lange passiert. Während Aurora im Buch selbst als kleines Mädchen dargestellt wird, das sich nach Liebe sehnt, wird sie in meinen Augen in den Briefen eher Vorlaut und Frühreif vorgestellt. Sie entwirft dem Leser zu liebe nach der Hälfte des Buches einen Stammbaum ein, der echt praktisch ist, um alle Zusammenhänge übersichtlich nachlesen zu können. Idealerweise wäre dieser ans Ende gepackt worden mit dem Hinweis von Aurora, doch bitte bis dort hin zu blättern. Hatte man Fragen oder wollte sichergehen, dass keine Beziehung verwechselt wird, dann musste man  immer wieder diese Seite suchen. Neben diesen beiden Strängen warten noch zwei Binnengeschichten auf den Leser. Einmal wird die Geschichte von ihrer Granias Mutter, dem Tod ihres Bruders und den eventuellen Zusammenhängen für den Freitod ihrer Cousine Jahre später, die Auroras Mutter war.  Zeitgleich erfährt der Leser auch die Geschichte von Auroras Wurzeln erzählt von Mary, die damals mit einem Ryan verlobt war, der jedoch im Krieg starb. Sie nahm sich einer anderen Waise an, die bei den Lisles Unterschlupf gefunden hatte, wür die sie gearbeitet hat. Als das Mädchen abgeschoben werden sollte, flieht Mary mit ihr und täuscht den Tod vor. Später heiratet sie und bekommt noch ein weiteres Kind, Granias Urgroßmutter, während ihre Adoptivtochter in die Lisles einheiratet und Auroras Mutter zeugt. Ihr seht alles hängt zusammen und durch die Binnenhandlungen wird das ganze Netz erst richtig deutlich.

Ich muss zugeben, dass mir durch die Binnenhandlungen Grania mehr ans Herz gewachsen ist, denn diese Rückblenden sind in meinen Augen das Highlight und hätten gut und gerne Platz für eine alleinstehende Geschichte gereicht. Die Schicksalsschläge, die alle Generationen erleiden müssen sind interessant und voller Spannung, sodass ich immer wieder mitgefiebert habe, denn Happy Ends sind leider spärlich gesät. Dafür gibt es viele traurige Momente, die mir beim Lesen Tränen in den Äuglein beschert haben.

Schade fand ich jedoch den Ausgang, denn für die kleine Familie gibt es nur ein indirektes Happy End. So wie es das echte Leben oft vorspielt, aber mir hätte es an diesem Punkt etwas ausführlicher besser gefallen. Schließlich wurde vorher alles so detailliert beschrieben. Damit möchte ich nicht sagen, dass die gewählte Form schlecht ist. Mit wenigen Worten wird alles gesagt, was eigentlich relevant ist und Spielraum für eigene Vermutungen lässt, aber ich hätte mir ganz ehrlich eine klare Ansage der Autorin gewünscht.

Alles in allem ist das Buch unglaublich gut geworden. Obwohl mich einige Punkte, wie der Schluss nicht vollends überzeugt haben, ist die Geschichte dieser beiden Familien wunderbar zu lesen und fesselt. Ich für meinen Teil konnte nicht aufhören zu lesen und war froh, wenn ich wieder in diese Geschichte eintauchen durfte. Die Geschichte ist nicht anspruchsvoll und enthält vieles, was ich schon in anderen Werken gelesen habe, aber ganz ehrlich, das Buch macht Spaß und hat den Wunsch in mir nach mehr geweckt. Das spricht für das Buch, die Autorin und natürlich auch für die Übersetzung. Empfehlen kann ich das Buch allen Leseratten, die gerne Werke mit Schicksalsschlägen, Liebe, Vergangenheit und Geheimnissen lieben. Ideal bei einer Tasse Tee, einem Keks auf dem Sofa an einem Sonntag Nachmittag zu lesen.

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Das Blutschwert - Buffy / C. Golden, N. Holden

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Ward ihr in den 90ern Buffy Fans, oder was war euer Serien-Highlight dieser Generation?

Buffy, ich persönlich habe einige Folgen gesehen, aber als Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Mein Mann ist da ganz anders. Er hat alle Staffeln auf DVD gehabt, konnte mitsprechen und hat eben auch drei Bücher von Buffy. Da ich gerade für eine Challenge ein Buch mit Vampiren brauchte, habe ich mich entschlossen, mir eins dieser Werke zu Gemüte zu führen. Eigentlich ist es das letzte Buch, welches er noch von Buffy herumstehen hat, welches ich noch nicht gelesen habe. Damit ich es endlich hinter mir habe, denn wirklich begeistern kann mich diese Serie nach wie vor nicht, habe ich es einfach mal als Aufgabe für ein magisches Wesen gelesen. 



== OPTK ==
Buffy sitzt in einer typischen Fotopose auf einer Treppe zeigt ihr Dekollete und schaut irgendwie bedröppelt oder bekifft. Das schoss mir zumindest als erstes durch den Kopf. Das Cover ist nicht schlecht, aber ich finde das Buffy irgendwie etwas freundlicher hätte schauen dürfen.

== FIGUREN ==
Buffy – Vampirjägerin, Schülerin in Sunnydale, kämpft später gegen Chirayoju
Willow – Hexe und ebenfalls Schülerin in Sunnydale
Angel – Vampir-Freund von Buffy
Xander – Befreundet mit Buffy, kämpft später gegen Sanno
Chirayoju – Böser Vampir, der als Essenz in ein Schwert verbannt wurde
Sanno – Gottheit, die mit Chirayouju gekämpft und ebenfalls eine Essenz im Schwert wurde

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Sunnydale, USA
Zeit: 90er Jahre
Perspektive: Dritte Person

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Sanno, der Gott, der von den Menschen König der Berge genannt wurde, erhob sich wie jeden Morgen von den Wolken um den Berg Hiei und wandelte wie ein Mensch über die Erde.Jeder seiner Schritte verursachte ein keines Erdbeben und lockte die Gläubigen an, die ihn begrüßten, als wäre er die Sonne. ( Zitat S. 105 -  Es zeigt, wie die vergangene Zeit in kursiver Schrift dargestellt wird.)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Ruhe kehrt nie in Sunnydale ein. Dafür sorgen schon die ganzen Vampire, die fast täglich das kleine Örtchen belästigen. Doch jetzt scheint etwas noch sonderbareres in Sunnydale zu passieren. Buffy weiß nicht was, aber sie ahnt, dass es eine große Bedrohung ist. Buffy kann die Gefahr regelrecht spüren und ist irgendwie überrascht, dass die Gefahr auch von Willow auszugehen scheint. Es dauert nicht lange, bis Buffy die Hintergründe erkennt. Vor langer, langer Zeit herrschte im fernen China ein Zauberer und Vampir namen Chirayoju, der alles andere als freundlich gesinnt war. Als er sich zum Ziel gesetzt hat, auch Japan seinen Willen aufzuzwingen, greift der legendäre Sanno, ein Berggott ein. Der Kampf endete damals unentschieden und die Essenz von beiden wurde in ein einfaches Schwert gebannt. Dieses ist nun in Sunnydale. Eigentlich nicht weiter schlimm, wäre Willow nicht Willow und hätte einen der Mächtigen aus den Schwert befreit, der nun von ihren Körper Besitz ergriffen hat. Buffy und Xander setzen alles daran, um gegen diese beiden mächtigen Gegner zu kämpfen und vor allen Dingen ihre Stadt und Willow zu retten.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Buffy gehört definitiv zu den Kult Serien der 90er Jahre. Entweder mag man die Serie und damit auch das Buch, oder nicht. Deswegen richtet sich die Literatur auch vor allen Dingen an Fans, die nicht genug bekommen können. Aber das dürfte, wohl den meisten Lesern klar sein.

„Das Blutschwert“ ist der 5. Band der Buffy-Reihe. Der Leser wird in die bekannte Welt von Sunnydale und Buffy geworfen. Logischerweise sind Gefühle, Beziehungen, Zusammenhänge vorausgesetzt. Nichtsdestotrotz hatte ich als Buffy-Laie nicht das Gefühl arg auf den Schlauch zu stehen. Minimales Hintergrundwissen reicht vollkommen aus.

Buffy selbst ist eine Figur, die schon durch die Fernsehserie stark vorgeprägt ist. Man hat ein klares Bild im Kopf und die Autoren haben sich sehr stark an die Serie gehalten. Auch ohne den Hinweis auf die Serie, würde man Buffy sofort identifizieren können. Sportlich, selbstbewusst, kampfbereit und trotzdem weiblich. Gleiches gilt auch für die anderen Charaktere, die sehr lebendig geschildert sind. Besonders die Gegner sind diesmal sehr interessant. Nicht nur wegen dem fernöstlichen Hintergrund, sondern auch wegen dem Kampf zwischen Vampir und Gottheit. Es ist doch mal etwas sehr interessantes, aber irgendwie habe ich mich an „Die Dämonin des Todes“ erinnert. Die Bücher haben sehr ausgefallene Gegner, bei denen man eigentlich weiß wie es ausgeht, und trotzdem mitfiebert.

In diesem Teil haben sich die Autoren etwas besonderes einfallen lassen. Und zwar bekommt Willow einen Part, der zum ersten Mal zeigt, wie ihr die böse Seite steht. Aber nicht nur dieser Part ist ein interessanter Einblick, sondern auch der Rest des Buches setzt auf spannende Momente. Zum Beispiel müssen Buffy und Xander, den wohl härtesten Kampf ihres jeweiligen Lebens führen. Es ist sogar ein so tödlicher Kampf, dass sich Angel entscheiden muss, wen von beiden er versucht zu retten. Ihr seht also, es ist spannend.

Allerdings haben die Autoren durch die präsenten Figuren viel Zeit, um Details auszubauen. Theoretisch nicht schlecht, aber manchmal sind es dann doch längen. Gerade die Vergangenheit der „bösen Gegner“, welche in kursiver Schrift festgehalten ist interessant, aber manchmal einfach zu lang, wie ich persönlich finde, dadurch geht die aktuelle Zeit etwas verloren, denn die Kapitel haben natürlich auch ihre eigene Länge. Aber nicht nur hier sind Längen zu finden. Gerade am Schluss, wo der finale Kampf statt findet, übertreiben es Nancy und Christopher. Jedes noch so winzige Detail in der Bewegung wird erfasst. Zwar möchte das Autorenduo sicherlich erreichen, dass ein genaues Kopfkino, wie bei der Serie entsteht, aber ich empfand es stellenweise einfach zu detailliert. Einfach weil die vorhandene Spannung dadurch immer wieder minimiert wird.

Alles in allem ist das Buch auf jeden Fall recht spannend geschrieben und ich kann mir diesen Inhalt sehr gut als Serienteil, aber auch als kleinen extra Film von Buffy vorstellen. Wie mir, dürfte es sicherlich auch den Fans damals gegangen sein. Ich denke, diese Tatsache zeigt, dass die beiden Autoren eigentlich alles richtig gemacht haben.  Ein Buch soll doch so sein, dass man es auch gerne sehen würde oder es sich im Kopf idealerweise vorstellen kann. Da mir einige  Passagen aber einfach zu übergenau geschildert wurden, und ich der Meinung bin, dass manchmal weniger mehr ist, bekommt das Buch von mir lediglich vier Sterne. Ich denke aber, dass echte Fans, genau diese haargenau beschriebenen Szenen lieben werden und für diese Gruppe das Buch absolut empfehlenswert ist und sicherlich auch fünf Sterne wert. Für einen Nicht-Fan finde ich aber 4 Sterne fair.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Christopher Golden, Nancy Holden
Titel:  Buffy – Das Blutschwert
Gebundene Ausgabe: 246 Seiten
Verlag: Egmont Vgs (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802526627
ISBN-13: 978-3802526626
Preis: € 0,01
Genre: Fantasy
Gelesen in: 5
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Haus der Erinnerungen / Barbara Wood

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„Victor Townsend war ein nichtswürdiger Mensch. Manche sagen, er hätte sich der Schwarzen Kunst verschrieben. Andere behaupten, er hätte mit dem Satan selbst in Verbindung gestanden. Nichts in der Welt wird mich dazu bringen, über die unsäglichen Scheußlichkeiten zu sprechen, die dieser Teufel begangen hat. Solange Victor Townsend lebte, machte er den Menschen in diese Haus das Leben zur Hölle.“( Zitat S. 89 – Zeigt Stil, und die Figur von Victor in der Gegenwart)


Na, wenn das nicht neugierig macht. In einem meiner vielen Buchpakete habe ich vor Jahren Barbara Wood für mich entdeckt. Ich finde ihre geheimnisvollen Werke sehr interessant, und daher habe ich nicht lange überlegt, und mir dieses Buch bei meinem Arzt ertauscht. Dafür habe ich ein Werk aus meinem SUB abgegeben, das dort so lange lag und auf das ich wirklich, wirklich keine Lust hatte. Ob sich der Tausch für mich gelohnt hat, verrate ich euch jetzt aber mal ganz schnelle.

== FIGUREN ==
Andrea – lebt in den USA, hat sich von ihrem Freund getrennt, kennt die Großeltern nicht
Jennifer – Verheiratet mit John
John – Spieler, verheiratet mit Jennifer
Victor – Johns Bruder, Arzt, schwarzes Schaf der Familie
Harriet – Victors Lieblingsschwester, verliebt in jemanden, den ihr Vater nicht akzeptiert

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England
Zeit: Gegenwart (schätze 1980) und Vergangenheit (1900)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Andrea fliegt für ihre Mutter Ruth in dessen Heimat England. Für sie ist das Kennenlernen ihrer Verwandten, für ihre kranke Mutter sozusagen der Besuch ihres sterbenden Vaters. Am Anfang möchte Andrea nur schnell wieder zurück in die USA, denn bei ihrer Großmutter im Haus ist es total kalt, sie hat keinen richtigen Bezug zu den ihr fremden Verwandten und sie fühlt sich in dem Haus gänzlich unwohl. Verstärkt wird das Gefühl durch die Tatsache, dass immer wieder die Uhr stehen bleibt und sie in dieser Zeit andere Menschen sieht. Erst später erkennt sie, dass diese Personen der Vater von ihrem Großvater ist, als sie zufällig ein altes Foto von ihm entdeckt. Immer wieder taucht sie nun in die Vergangenheit von damals ein und muss erleben, was damals wirklich passiert ist, und das nichts von dem stimmt, was alle über den verstorbenen Victor denken.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Barbara Wood ist eine Autorin, die wirklich tolle Mystery-Bücher schreibt. Egal in welcher Zeit, die Werke spielen, man fühlt sich wohl, und möchte wissen, welches Geheimnis nun hinter der Geschichte steckt. Es sind Überraschungen, die Lust auf das nächste Buch machen. Ich hab schon so viele Bücher von ihr gelesen und hatte dementsprechend große Hoffnungen in das vielversprechende „Haus der Erinnerungen“

Ich muss jedoch ehrlich zugeben, dass es das erste Buch der Autorin ist, was mich, wenn mich meine Erinnerungen nicht trüben, nicht wirklich gefallen hat. Es beginnt schon mit dem Einstieg in das Buch. Andrea ist eine Persönlichkeit, die mir einfach nicht gefallen wollte. Sie fährt für ihre Mutter nach England, was ich liebenswert finde, aber wie sie ihren Partner abserviert hat, wie sie sich in England verhält. Ich fand es für mich sehr schwer eine Bindung zu ihr aufzubauen. Sie wirkt so kühl und distanziert.

Abgesehen davon, empfand ich die Umsetzung eher unglücklich gewählt. Einerseits werdet ihr Andrea in der aktuellen Zeit begleiten, wie sie in dem Haus lebt, mit der Großmutter spricht, ihren Großvater besucht und ständig Kopfschmerzen hat, nichts essen kann, sodass man schon denkt sie wird vergiftet, weil sie dem Geheimnis zu nahe kommt. Auf der anderen Seite sieht sie die damalige Zeit im Zeitraffer. Das heißt, sie erlebt bestimmte, wichtige Szenen als unbeteiligter Geist, wie ich es jetzt einmal nenne. Diese Szenen und die Vergangenheit ist wunderbar plastisch, gefühlvoll und beängstigend, dass ich sie perfekt beschrieben finde. Nur hätte ich mich eben gefreut, wenn Andrea sie nicht mittels Visionen, sondern zum Beispiel an Hand von geheimen Briefen, einem plötzlich auftauchenden Sohn von Victor oder ähnliches erfahren hätte. Zumal ich nicht nachvollziehen kann, warum sie, aber sonst nie jemand auch nur annähernd eine solche Erfahrung gemacht hat. Okay, sie ist unvoreingenommen, aber gibt es nicht auch andere Personen, wie Freunde, Gäste, kleinere Verwandte, die unvoreingenommen sind und das Haus betreten. Außerdem finde ich es albern, dass sie nicht versucht klarzustellen, was damals wirklich passierte.

Klar, bin ich total gefesselt gewesen und wollte mehr von dem Geheimnis wissen. Aber das Buch besteht nun einmal nicht nur aus der Vergangenheit.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Barbara Wood
Titel: Das Haus der Erinnerungen
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 15 (11. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596109744
ISBN-13: 978-3596109746
Preis: € 8,99
Genre: Historisch, Familie, Drama
Gelesen in: 3 Tagen
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Galileos Tochter - Dava Sobel

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Heute habe ich noch einmal eine Biographie für euch. Diesmal trifft es den lieben Galileo und seine Tochter. Sicherlich kein Buch, dass Millionen von Fans hat, aber wer sich für den Menschen interessiert und ich gehöre dazu, ist es eine gute Möglichkeit ihn noch eine Spur besser kennenzulernen. Bekommen habe ich das Buch als Gewinn der Rebuy Challenge.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Dava Sobel
Titel: Galileos Tochter: Eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833305177
ISBN-13: 978-3833305177
Originaltitel: Galileo`s Daughter. A Historical Memoir of Science, Faith and Love
Preis: € 10,50
Genre: Biographie
Gelesen in: 5 Tagen

== DAS COVER ==
Rotes Cover, ein Bild von Celeste und eins von ihrem Vater, dazu ein Sternzeichen-Kreis. Es passt natürlich, aber ein Highlight ist es dennoch nicht.

== FIGUREN ==
Celeste – Tochter von Galileo
Galileo – Wissenschaftler

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Italien
Zeit: 1600

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Hochberühmter Herr Vater. Wir sind in tiefstem Kummer über den Tod Eurer geliebten Schwester und unserer lieben Tante. Wir empfinden, sage ich, großen Schmerz über ihren Verlust, und um so mehr, als wir ja wissen, welche Pein Ihr erdulden müßt, weil Ihr nun gewissermaßen niemanden mehr auf dieser Welt habt und beinahe nichts mehr verlieren könnt, was Euch kostbarer wäre, so daß wir uns vorstellen können, wie schwer dieser so unerwartete Schlag für Euch war.  (Zitat  Erster Brief von Celeste an Galileo)

== ZITIERTER KLAPPENTEXT ==
Celeste ging bereits als junges Mädchen ins Kloster. Über hundert Briefe an den Vater sind erhalten und zeigen einen Galileo, wie wir ihn nicht kennen: voller Mut, die Wahrheiten, auf die er stieß, zu erklären. Sobel versteht es meisterlich, die Stimmen von Galileo und seiner Tochter in ihre Erzählung einzuweben. Und sie führt uns die wohl dramatischste Konfrontation von Kirche und Wissenschaft vor Augen, die es in der Geschichte gegeben hat.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Galileo kennt nun wirklich jeder und sei es nur durch seinen Spruch, ich zitiere: „Und sie dreht sich doch.“ Ich habe schon einige Biographien über ihn gelesen und das schon in meiner Schulzeit, und finde sein Leben durchaus interessant. Dieses Buch soll dafür sorgen ganz neue Blickwinkel auf diese wichtige Persönlichkeit zu werfen.

Galileo Galilei ist eine Persönlichkeit gewesen, die mit seinen Erkenntnissen nicht immer gut angekommen ist. Dava Sobel hat es sich zum Ziel gemacht, seine Biographie endlich einmal lebendig, verständlich und vor allen Dingen spannend zu gestalten. Dabei greift sie auf Celeste, die Tochter von Galileo zurück und ihre Briefe an den Vater. Die Briefe selbst sind in einem etwas altertümlichen Deutsch übersetzt und nicht immer leicht zu lesen, wie der erste Brief schon erahnen lässt, aber so wirkt es authentischer.

Zwischen diesen Briefen setzt die Autorin auf einen sehr leichten, anschaulichen und doch informativen Stil, der sich wie ein Bericht lesen lässt und veranschaulicht was in dieser Zeit passiert ist, was der Brief im Allgemeinen bedeutet, was Galileo in dieser Zeit gemacht, erlebt oder erkannt hat. Es ist eine Art Berichtsform, die trotzdem gut zu lesen ist und Spaß bereitet. Manchmal stört, sie da Emotionen auf der Strecke bleiben, wie ich finde, aber es gibt schlimmeres. 

Seine Erkenntnisse, seine Krankheiten, das Leben im Kloster und vieles mehr. Das Leben von Galileo wird sehr ausführlich dargestellt und in der Tat konnte ich mein bisheriges Bild über diesen Mann und dessen Tochter Celeste verfeinern und ergänzen.

Es ist eine schöne Biographie, die man gerne liest, sofern einen das Thema interessiert.
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Das magische Messer / Philip Pullman

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"Was ist los, William?" fragte die alte Frau. "Was ist passiert?" "Meine Mutter braucht einen Ort, an dem sie ein paar Tage lang bleiben kann", sagte der Junge. "Es ist im Augenblick zu schwierig, sie zu Hause zu versorgen. Das heißt nicht, daß sie krank ist. Sie ist nur etwas durcheinander und macht sich Sorgen, aber sie wird Ihnen keine Mühe machen. Sie braucht nur jemanden, der nett zu ihr ist, und das könnten Sie doch wahrscheinlich leicht tun." Die Frau starrte ihren Sohn an, offenbar ohne ihn zu verstehen, und Mrs. Cooper sah einen blauen Fleck auf ihrer Wange. Will hatte die Augen nicht von Mrs. Cooper gewandt, und auf seinem Gesicht lag Verzweiflung. (ZITAT S. 8/9)


Na, neugierig geworden? Diesmal handelt es sich um ein Buch, welches ich mir vor gut vier Jahren mit einem kostenlosen Tauschticket ertauscht habe. Damals wusste ich nicht, dass es zu einer Reihe gehört und habe mich von dem blauen, zauberhaften und magischen Cover mit dem Heißluftballon lenken lassen. Gesehen und verliebt. Später dachte ich – Cool, den goldenen Kompass habe ich im Kino gesehen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Insgesamt habe ich das Buch aber nun zum dritten Mal angefangen und nun eher auf Krampf beendet.

== FIGUREN ==
Will – Junge, der seine Mutter schützen will und seinen Vater sucht
Lyra – Sucht ebenfalls ihren Vater
Sir Charles Latrom – klaut das Alethiometer

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Oxford Cittágazze
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: ca 11.

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Zusammen mit seiner Mutter lebt Will in Oxford. Sein Vater verschwand irgendwann spurlos auf einer seiner Expeditionen im Norden. Seitdem ist seine Mutter verändert. Sie leidet unter schlimmen Angstzuständen, die noch verschlimmert werden, als seine Mutter von komischen Männern bedroht wird, den Aufenthaltsort seines Vaters zu verraten. Kurzer Hand bringt er seine Mutter zu Mrs. Cooper. Er verspricht sie bald abzuholen und kehr nach Hause zurück, um weitere Informationen herauszubekommen. Als die Männer nachts wiederkommen und sogar einbrechen, kann er nur knapp entkommen und hinterlässt einen der Einbrecher tot zurück. Will flieht ohne zu wissen wohin und als er ein schimmerndes Fenster in der Luft sieht, geht er einfach durch. Auf der anderen Seite ist alles anders und die Straßen sind komplett leer. Irgendwann trifft er auf Lyra, die durch ihren Vater in diese Welt gelangt ist. Die Welt nennt sich Cittágazze und es nur Kinder gibt, die die Stadt bewohnen, denn die Erwachsenen werden von bösen Gespenstern verfolgt, die nur sie sehen können. Sie machen alle Erwachsenen zu willenlosen Zombies.

Lyra und Will beschlie0en zusammen zu arbeiten und irgendwann folgt sie Will in seine Welt, um mehr über einen geheimnisvollen Staub zu erfahren. Doch sie laufen dabei Sir Charles Latrom, der Lyra das Alethiometer klaut und es ihr nur zurückgibt, wenn sie ihm das magische Messer bringt. Dieses ist imTurm der Engel in Cittágazze. Das besondere an dem Messer ist die Tatsache, dass es jede Materie zerschneiden kann und Türen zu anderen Welten öffnen. So machen sich die beiden auf den Weg zum Turm, wo es zu einem schlimmen Kampf kommt. Will verliert dabei zwei seiner Finger und damit wird er zum neuen Träger des Messers und damit nimmt der anstehende Krieg der Welten seinen Lauf, in dem Will eine gefährliche und tragende Rolle spielt.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das magische Messer“ ist die Fortsetzung von „Der goldene Kompass“. Ich habe den Film so oft gesehen und habe ihn stets als spannend empfunden. Daher war ich so neugierig und froh durch Zufall die Fortsetzung ertauscht haben.

Das Buch beginnt mit Will und seiner Welt. Es ist ein Unterschied zum ersten Buch und irgendwie wusste ich nicht, was ich davon halten soll. Dann kommt er durch Zufall eine Welt, wo Gespenster Erwachsene jagen und töten. Es klingt alles so furchtbar kompliziert und komplex. Lyras Welt mit den Dæmons, sprechenden Eisbären und Hexen kennt man aus dem Film und das konnte ich mir alles gut vorstellen. Die neue Welt hingegen ist so anders und fremd, dass es mir unglaublich schwer fiel.

Hinzu kommt eben die Tatsache, dass die Figuren aus dem ersten Band zwar vorkommen, aber alle in unterschiedliche Richtungen gehen und nicht mehr das eingeschweißte Team von damals sind. Einzig Lyra und eben ihre Welt erinnern mich daran. Ich hatte eben vielmehr einen Roman erwartet, wo sich die Welt wieder hauptsächlich um Lyra, ihre bekannten Freunde und eben um die bekannte Welt dreht. Will empfand ich total nervig und konnte mich nicht in ihn hineinversetzen. Er tötet jemanden und für ihn ist es so, als würde er eine Spinne töten. Also im Grunde ist es ihm egal. Vielleicht ist auch er der Grund, warum mir das Buch so wenig Spaß gemacht.
Außerdem wechselt die Perspektive häufig und so begleitet man manchmal die Hexen. Das Kapitel ist dann recht langweilig, sorry wenn ich es sage, und nimmt den eigentlich dramatischen Inhalt von Lyras Abenteuer die schon aufgebaute Spannung.

Zum ersten Mal kann ich nachvollziehen und das leider mit einer traurigen Erkenntnis, warum der zweite Teil nie in die Kinos kam. Im Kino wäre ich wahrscheinlich genauso enttäuscht gewesen.

Fazit: Sicherlich ist das Buch im Ansatz spannend und ich denke, dass könnt ihr auch meiner Inhaltsangabe entnehmen, aber die Umsetzung ist in diesem Buch nicht vollends so gelungen, wie ich es nach dem Kino-Erfolg erwartet habe. Hätte der Autor vielleicht auf den lieben, aber komischen Will verzichtet, dann sähe es vielleicht anders aus, aber so, und durch die immer wieder ruinierte Spannung, hat mir das Buch leider null Spaß gebracht.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Philip Pullman
Titel: Das magische Messer
Reihe: Der goldene Kompass
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Carlsen; Auflage: 11., Auflage (August 1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551352372
ISBN-13: 978-3551352378
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Originaltitel: The Subtle Knife
Preis: € 8,99
Genre: Fantasy Jugend
Gelesen in: 5 Tagen

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Grabesstille / Tess Gerritsen

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»Und du siehst aus, als könntest du eine Portion Hirn gebrauchen.« Keine sehr kluge Bemerkung angesichts der Situation, denke ich. Jetzt ist die Begierde der Männer mit Zorn vermischt – eine gefährliche Kombination. Doch das Mädchen steht ganz ruhig da, mit nichts als diesem lächerlichen Küchenutensil in der Hand. Als die Männer sich auf sie stürzen, wippe ich schon auf den Fußballen, mache mich zum Sprung bereit. (Zitat S. 12)

Ich mag Krimis und Thriller, allerdings bin ich kein Fan von Reihen, sofern ich sie nicht von Anfang an begleitet habe. Dementsprechend hätte ich mir nie dieses Buch geholt. Nur habe ich bei Rebuy die Buchblogger-Aktion gewonnen und wegen meiner Schwangerschaft das Buchpaket zugeschickt bekommen. Eben darunter dieses Buch. Das Cover mit der Statue gefällt mir nicht sonderlich gut und meine Erwartungen nach dem Klappentext waren alles andere als positiv. Zumal ich ehrlich gesagt die TV-Serie schon nicht mag. Deswegen ist es eins der erste Werke, die ich von der Rebuy-Challenge aus dem Regal gegriffen habe.

== FIGUREN ==
Jane Rizolli - Mordkommision
Maura Isles - Gerichtsmediziner

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Boston
Zeit: 2000er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Es ist eine schaurige Touristentour durch Bostons Chinatown, die wie jeden Tag stattfindet. Nur diesmal wird eine abgetrennte Hand gefunden, die definitiv keine Requisite ist. Die passende Leiche wird nicht weit entfernt auf einem Dach gefunden. Kommissarin Rizolli und Gerichtsmedizinerin Isles fangen an in Chinatown zu ermitteln. Hat es was mit dem Amoklauf in einem chinesischen Restaurant vor vielen Jahren zu tun? Denn die Spur führt sie zu Iris Fang, der Witwe eines der Opfer. Iris hat nie an die damaligen Ermittler und deren Techniken geglaubt. Sie hatte immer das Gefühl, dass damals etwas ganz anderes passiert ist, zumal ihre Tochter einige Jahre später spurlos verschwunden ist. Das Duo Rizolli & Isles nimmt sich auch dem fast 20 Jahre alten Fall an, und müssen bald erkennen, dass wirklich mehr dahintersteckt.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Grabesstille“ ist der neunte Fall von Rizolli & Isles. Blöd ist, wenn man die TV-Umsetzung überhaupt nicht mag und keins der vorherigen Werke kennt. Warum mir Rebuy in mein Gewinnerpaket damals dieses Buch gepackt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Eher weckt man doch die Lust, wenn man den ersten Fall geschenkt bekommt.

Dementsprechend war es schwer für mich den Einstieg in das Buch zu finden. Es beginnt schon damit, dass ich als Quereinsteiger keine Verbindung zu den vorherigen Fällen hatte, die aber gerade am Anfang irgendwo aufgegriffen wurden. Damit waren für mich das Duo irgendwie blass und ehrlich gesagt unvollständig. Nun gut, ich habe schon so viele Werke als Quereinstieg gelesen und irgendwann bekommt man eine leichte Bindung zu den Figuren, sofern die Geschichte von Anfang an fesselt.

Leider ist auch dieser Aspekt in diesem Fall nicht gegeben. Im Gegenteil, wie ich finde, denn die Geschichte zieht sich am Anfang arg in die Länge, sodass ich gar nicht weiß, worauf alles hinausläuft. Es mag sein, dass es für Fans der Reihe einfach schlüssiger ist, aber ich hatte nach 50 Seiten das Gefühl von Bahnhof im Kopf. Das lag nicht daran, dass zu viel passiert, ich unaufmerksam gelesen habe, sondern daran, dass ich immer das Gefühl hatte mir fehlt Grundwissen.

Nach gut 100 Seiten kommt langsam etwas Spannung auf, und die Ermittlungen sind interessant, wenn auch sehr wissenschaftlich und trocken an einigen Stellen. „Bones“ lässt grüßen. Aber wie gesagt, ich hatte immer einen faden Beigeschmack, der leider noch verstärkt wurde, denn mein Exemplar hatte einen Fehler, denn einige Seiten gab es in meinem Buch gar nicht. Fällt so auf den ersten Blick nicht auf, aber man kann das Buch dadurch leider nicht so abschließen, wie man möchte. So wie bei einer anderen Leserin hört das Buch spontan bei Seite 416 auf. Statt 417 geht es wieder mit Seite 385 von vorne los und war dann erneut bei Seite 416 zu Ende. Es sind nicht viele Seiten die zum Schluss fehlen, aber es ist eben so, dass die Gründe für einen fern bleiben. Dafür kann die Autorin nichts, aber da mir das Buch nicht so gefallen hat, werde ich kein vollständiges Exemplar nachkaufen, um die letzten Seiten lesen zu dürfen.

Ich gebe dem Buch faire 3 Sterne, da ich als Quereinsteiger einfach keine gute Voraussetzungen für eine solche Serie hatte, und dann auch noch ein kaputtes Buch hatte.

Wer also das Buch kennt und mir die Gründe nennen mag ich freue mich.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Tess Gerritsen
Titel:  Grabesstille
448 Seiten
Erschienen im Limes Verlag / Blanvalet
ISBN-10: 3809025771
ISBN-13: 978-3809025771
Original: The Silent Girl
Preis: 19,90 EUR
Genre: Krimi
Gelesen in:10

* Gewonnenes Buch
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