Töchter des Schweigens / Elia Barceló

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 Seid ihr eher der Typ, der Geheimnisse bewahrt oder nicht?

Obwohl sie eigentlich vorgehabt hatte, das Auto ein Stück weiter oben stehen zu lassen und zu Fuß hinunterzugehen, parkte Rita fast vor Lenas Haustür, stellte den Motor ab und blieb einige Minuten so sitzen, absurderweise auf der linken Seite, rechts den Hebel der Gangschaltung, die Hände am Lenkrad und den Blick verträumt auf die scheußliche Franziskus-Kirche gerichtet – weiß, modern in den Sechzigerjahren, äußerlich wie ein Fabrikgebäude –, die so gute Erinnerungen in ihr weckte. (Zitat S. 17 – Erste Sätze)


Ich mag Bücher mit dunklen Geheimnissen der Vergangenheit. Trotzdem habe ich bis dato noch nie etwas von diesem Buch gehört, bis ich es als Gewinn bei der Rebuy Challenge gewonnen habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine spanischen Werke mag. Trotzdem habe ich mich auf das Buch gefreut, denn es wird hoch gelobt und das Cover mit dem Mädchen am Steg machte mich neugierig.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Elia Barceló
Titel: Töchter des Schweigens
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 3 (17. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492274714
ISBN-13: 978-3492274715
Originaltitel: Las largas sombras
Preis: € 10,99
Genre:  Drama, Vergangenheit, Krimi
Gelesen in: 5 Tagen

== FIGUREN ==
Magda wird zu Lena
Marga wird zu Rita
Tere wird zu Teresa
Sole wird zu Marisol/Sole
Candela
Carmen
Ana

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Spanien
Zeit: 2007 und 1974
Alter der Figuren: 50 und Anfang 20

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Sieben unterschiedliche Mädchen gehören zu einer Clique, die jeweils von unterschiedlichen Zukünften träumen, sich aber gemeinsam auf ihre Abschlussklassenfahrt nach Mallorca freuen. Endlich ohne Eltern sein, hübsche und kultivierte Ausländer verführen, ihre Sprachkenntnisse zum Besten geben und vor allen Dingen endlich eine richtige Disko. Die Zeit davor verbringen sie mit einem Geburtstag und dem Planen der Reise. Während dieser Klassenfahrt passiert jedoch etwas ganz Schlimmes. Das dunkle Geheimnis ist so tragisch, dass niemand darüber reden will. Die Mädchen sind danach traumatisiert. Jede geht ihren eigenen Weg, ändert ihren Spitznamen um. 30 Jahre gehen sie sich so aus den Weg, doch dann dreht Rita einen Film über Mallorca und löst damit eine Lawine aus. Es ist klar, dass das Geheimnis ans Licht kommen muss, und dann bringt sich auch noch Lena um, oder wurde sie vielleicht umgebracht? Und vor allen Dingen was passierte vor 30 Jahren?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Elia Barceló erschafft mit ihrem Werk „Töchter des Schweigens“ einen eindrucksvollen Roman, der einerseits brillant ist, aber auf der anderen Seite völlig verwirrend und langweilig ist. Kein Wunder das ich fast eine Woche überlegt habe, wie ich das Buch nur bewerten soll. Aber macht euch am Besten selbst einen Eindruck.

Der Leser steigt an einer interessanten Stelle in das Buch ein. Rita ist auf den Weg zu ihrer früheren Freundin Lena und findet sie tot in der Badewanne. Selbstmord, Mord, die Polizei fängt an zu ermitteln, und dadurch trifft die alte Clique aus der Jugend aufeinander. In abwechselnden Szenen begleitet ihr nun die Gegenwart und die Vergangenheit. Also genau das, was ein gutes Buch voller Geheimnisse ausmacht.

Auf der einen Seite wird eine Clique von Mädchen, die gerade ihr Abitur geschrieben haben, eingeführt. Die Jungs oder auch Mädchen im Kopf haben, von der Zukunft, dem Studium, Kindern und Familienglück träumen. Es ist eine leidenschaftliche, authentische Jugend, in der sich mancher Leser wiedererkennen wird, und die Frage immer wieder aufkeimen lässt, was diese Jugend mit ihrer Hoffnung so jäh hat enden lassen.

Auf der anderen Seite sind die Schilderungen der Gegenwart. Vollends entwickelte Charaktere, die so gar nichts mit ihre jüngeren Ebenbildern zu tun haben. Geschickt spinnt die Autorin Ereignisse, Geschichten, Erlebnisse und Gefühle, um eine Verbindung entstehen zu lassen. So entsteht eigentlich ein ausgereifter Charakter. Zudem empfand ich diese Umsetzung einer Entwicklung sehr interessant. Dazu ist es nötigt die einzelnen Geschichten der Frauen und ihren Lebenslauf näher unter die Lupe zu nehmen. Eins wird auf diese Weise schnell deutlich, alle wurden von dem damaligen Erlebnis überschattet und beeinflusst. Über viele Seiten befasst sich die Autorin mit Figuren, die Nähe statt sexuellen Kontakt benötigen, die von Machos betrogen wurden oder einem Betrüger auf den Leim gegangen sind. Es sind aber genau diese ausführlichen Szenen, die immer wieder von dem Geheimnis ablenken und die Frage aufkommen lassen, wann denn endlich darauf eingegangen wird.

Leider ist es so, dass die Autorin mehr wert auf diese Art von Spannung legt. Bis fast zum Schluss muss sich der Leser gedulden, bis das Geheimnis gelüftet wird. Um dann festzustellen, dass dies zwar schlüssig ist, aber nach all den Seiten eine kleine Enttäuschung.

Und genau damit schafft es Elia Barceló bei mir diese gemischte Stimmung hervorzurufen. Obwohl ihr Buch durch die direkte, offene, lebendige und sehr ernüchternde Sprache leicht zu lesen ist, ist das Buch ein Kampf. Gerade Personen, die ein schlechtes Namensgedächtnis haben, werden das Buch verfluchen. Zu Beginn wird darauf hingewiesen, wie die Person vorher und später hieß. Schlüssige Änderungen, wie zum Beispiel Magdalena hieß früher Magda und später Lena. Nur empfand ich es unglaublich frustrierend mir bei vier Figuren zwei Namen merken zu müssen und dann noch deren Geschichte zusammen zu setzen. Vielleicht wären die Namen weniger das Problem, wenn nicht alle Informationen wild gewürfelt wären und man sie wie ein Puzzle zusammensetzen muss. Krebs, Homosexualität, brutale Ehemänner, Ehebruch, Missbrauch und so vieles mehr findet Platz in dem Buch, dass es einfach zu viel ist. Stellenweise fühlt man sich trotz der guten Idee erschlagen und wünscht wich wirklich nur endlich die Auflösung von damals, sodass es endlich eine Zusammenfügung ergibt.

Highlight des Buches ist der erklärende und eigentlich schöne Epilog, der zumindest alle offenen Fragen irgendwo klärt.

An sich ist das Buch brillant von der Idee, den Charakteren, dem Stil, aber die Autorin will zu viel, zu sehr aufrütteln und erschlägt dadurch stellenweise. Wer damit kein Problem hat, sollte das Buch lesen. Ich war x-mal am Überlegen abzubrechen, weil die negativen Punkte dominiert haben. Ich habe es sogar einmal gemacht, aber dann doch wegen der guten Kritiken weitergelesen. Sonst hätte das Buch einen Stern bekommen. :)
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Die Welt der tausend Ebenen / Philip J. Farmer

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Welcher Autor ist eigentlich euer Favorit bei SciFi?

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, an dem ich richtig lange gelesen habe. Es hat fast 1000 Seiten und dafür brauche ich natürlich auch etwas Zeit. Das Buch habe ich 2011 durch Zufall entdeckt. Ich habe damals hochschwanger im Hifi-Laden auf meinen Mann gewartet. Dort liegen Bücher als Dämm-Material aus und da sie wissen, wie gerne ich lese, darf ich immer stöbern und mir das eine oder andere Buch mitnehmen oder gegen eins von meinen alten Büchern tauschen. Obwohl SciFi nicht mein Genre ist, wurde mir das Buch laut Google empfohlen und da es ein Klassiker ist, habe ich es mir damals mitgenommen. Es handelt sich um einen Sammelband, der die fünf Zyklen rund um die Welt der tausend Ebenen beinhaltet. 


== OPTK ==
Das Cover ist nicht so meins. Hintergrund schwarz, also schon einmal düster. Darauf ein komisches Wesen in einer Art Nebelschleier oder Gestein. Ich kann das nicht so gut erkennen. Mir gefällt es einfach nicht.

== FIGUREN ==
Robert Wolff – unglücklich verheiratet, seine Vergangenheit ist unbekannt
Kickaha – Reist von einer Welt in die nächste und ist ein Abenteurer
Chryseis – Einst ein Mensch, wurde ihr Gehirn in einen anderen Körper gepflanzt
Podarge – Frau im Vogelkörper und Feind des Lords.
Laksfalk – Ein Ritter, der sich Kickaha und Robert anschließt.
Urzien – Vater von Wolff

== DIE WELT DER TAUSEND EBENEN ==
„Die Welt der tausend Ebenen“ ist ein Zyklus, der aus insgesamt fünf Bänden besteht. Der erste Band wurde im Jahre 1965 veröffentlich. Da es nun einmal ein Sammelband ist, über den ich berichte, werde ich nun ausführlich auf alle einzelnen Bände eingehen.

== 1. MEISTER DER DIMENSIONEN – 1965 ==
Robert Wolff ist 66 Jahre alt, ein Professor für Englisch und kann im Moment einfach nicht klar denken. Der Grund dafür ist, dass er im Keller eines Hauses steht, das er gerade besichtigt und ihm ein junger Mann durch eine Öffnung in der Wand etwas komisches zugeworfen hat und sich danach die Wand wieder geschlossen hat. Wahnsinn, ein Tagtraum, er muss dieser Sache auf den Grund gehen. Er nimmt das Horn mit nach Hause und bricht spontan in der Nacht in das Haus ein. Er spielt auf dem Horn die Melodie nach, die der junge Mann auch gespielt hat und vor ihm öffnet sich tatsächlich die Wand. Er geht durch und befindet sich in der Gartenwelt. Wolff, wie er sich nur noch nennt, wird mit jeden Tag jünger in dieser Welt und trotzdem fühlt er sich dort wohl. Er lernt sogar die Sprache und freundet sich mit Chyseis an, einer wunderschönen Frau, die ihm erzählt, wie die Welt läuft, das niemand krank wird und alles nach dem Willen des Lords geschieht. Sie selbst wurde vor 3000 Jahren von der Erde entführt und zu dem gewandelt, was sie nun ist. Bevor Wolff seinen Wissensdurst stillen kann wird sie von Gworls entführt und Wolff macht sich auf die Suche nach ihr. Und dabei lernt er die Welt, die aus insgesamt fünf Ebenen besteht und miteinander verbunden ist näher kennen.

== 2. WELTEN WIE SAND – 1966 ==
Inzwischen ist Frieden auf der Welt der ebenen eingekehrt.  Wolff und Kickaha leisten Wiedergutmachung und die Harpyie Podarge sinnt nach Rache, sodass sie sogar auf ihren Körper verzichtet hat. Wolff ist dies aber egal, denn er ist mit Chyseis an seiner Seite glücklich. Doch dann wird sie wieder entführt. Alles spricht dafür das sein Vater Urzien ihn in eine Falle locken will. Obwohl er es weiß, hinterlässt er Kickaha nur eine Nachricht, die sie aber nie bekommen wird, und reist durch das Dimensionstor. Vor Ort erkennt er, dass er über dieses Tor jedoch nie wieder zurück kann. Er sitzt auf einer kleinen Insel fest. Es dauert nicht lange, bis er erkennt, dass er nicht alleine in die Falle getappt ist, sondern auch viele andere seiner Familienmitglieder.

== 3. LORD DER STERNE – 1968 ==
Während Wolff festsitzt, läuft zu Hause alles aus dem Ruder. Die Scheller, eigentlich Gefäße für Erinnerungen, haben einfach zu viele Informationen gesammelt und übernehmen nun Körper. Sie saugen deren Bewusstsein aus und den Geist aus und pflanzen ihre eigenen Erinnerungen in die leere Hülle. Deswegen wurden sie eigentlich verbannt in die Maschinenwelt, aber nun sind sie zurück und wollen alle Lords töten und die Welten übernehmen. Kickaha hat Wolffs Nachricht aus Band zwei gar nicht erhalten und daher ist der Palast schutzlos und den Angreifern nicht gewachsen. Kickaha und Anana nehmen jedoch den Kampf auf und verlieben sich sogar ineinander.

== 4. HINTER DER IRDISCHEN BÜHNE – 1970 ==
Mit Hilfe von Chryseis kann Wolff zurückkehren in den Palast. Doch dieser wird noch immer von den Scheller belagert. Wolff flieht durch ein Dimensionstor auf die Erde. Anana und Kickaha folgen ihm und dort wird Kickaha total aus der Bahn geworden, als er erfährt, dass auch die Erde mit seinem Sonnensystem von den Lords erschaffen wurde. Nichts scheint real zu sein. Doch dafür ist keine Zeit, sie müssen den Lord der Erde retten, bevor die Scheller ihn in die Finger bekommen und das ist leichter gesagt als getan, denn Intrigen und Machspiele erschweren die Aufgabe.

== 5. PLANET DER SCHMELZENDEN BERGE – 1977 ==
Kickaha ist aus dem letzten Kampf noch schwer verwundet und die Welt von Lord Urthona macht ihn regelrecht krank mit ihren Waffen, fleischfressenden Monstern. Und eigentlich leben sie nur noch, weil sie das Horn haben. Kurze Zeit später werden sie auch noch getrennt und so muss sich Kickaha alleine auf die Suche nach dem Palast machen, wo er Wolff vermutet.

== MEINE LESEERFAHRUNG ==
Wie ihr schon heraushört gibt es keine 1000 Ebenen, sondern nur 5 und warum der Deutsche Titel so umgewandelt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Aber nun gut, der Titel ist ja nicht das Wichtigste an einem Buch. Obwohl ich eigentlich kein Fan von SciFi bin, bin ich erstaunlich gut in das Buch gekommen. Die Figuren sind allesamt sehr schön geschildert. Sie sind individuell, detailliert und man muss sie mögen oder sich vor ihnen fürchten. Der Autor erschafft ein sehr klares Bild. Gleiches gilt auch für die Welt. Er erschafft eine Umgebung, die unglaublich und doch wunderschön ist. Ich kann mir jede Pflanze, Frucht und jeden Weg genau vor Augen vorstellen und das gefällt mir sehr gut. Der Autor hat eben einen faszinierenden und leichten Stil, der die Seiten nur so an einem vorbeifliegen lässt. Am Anfang muss natürlich vieles erst einmal eingeführt werden, aber es wirkt trotzdem nicht langweilig oder gar langatmig. Inhaltlich ist diese Welt und die dortigen Abenteuer sehr spannend umgesetzt.

Der Einstieg ist nicht unbedingt ideal gelöst. Hätte ich nicht diesen kompletten Zyklus in einem Sammelband gehabt, ich hätte einige Tage damit verbracht zu suchen, wie der erste Band heißt. Es mag doof klingen, aber ich hatte das Gefühl, dass es davor noch einen Band gibt Zumindest die ersten 50 Seiten, danach löst sich das Gefühl auf.

Der erste Band ist sehr spannend und einmal angefangen kann man ihn kaum aus der Hand legen. Die Kämpfe, die unbekannte Welt und Wolff als Figur machen das unmöglich. Leider geht es nicht so spannend weiter, wie es begonnen hat. Der zweite Band ist zwar sicherlich genauso schön geschildert von den Figuren, die sich entwickelt haben und von den Schauplätzen, aber ich muss ehrlich sagen, dass es inhaltlich verwirrender war. Ich weiß nicht, ob der Autor minimal seinen Stil geändert hat oder ob ich unkonzentrierter gelesen habe, aber ich hatte bei diesem Band plötzlich das Problem Zusammenhänge zu erfassen und habe sogar ein paar Mal zurückgeblättert, um noch mal etwas nachzulesen oder zu erkennen. Nach diesem Buch geht es aber bergauf und ehrlich gesagt wird es mit jedem Band spannender. Die Figuren haben sich so klasse entwickelt, die Geschichte wirkt so gigantisch und trotzdem nicht erstickend. Es macht unglaublich Spaß das Buch zu lesen.

Ich muss ehrlich sagen, dass es das beste Sci-Fi Buch ist, welches ich in den letzten Jahren, wenn nicht sogar bis dato überhaupt gelesen habe. Allerdings muss ich sagen, dass mir am Ende so ein Schluss, also eine echter Kampf zwischen dem Lord und zwischen Wolff irgendwo  gefehlt hat. Der Schluss ist stimmig und irgendwo auch spannend, aber der Punkt auf dem I ist es nicht.

Alles in allem sind es schöne Werke, wo man auch die schriftstellerische Entwicklung des Autors verfolgen kann. Schließlich liegen zwischen Band 1 und Band 5 rund 10 Jahre. Und die merkt man minimal und das im positiven Sinne.

== BUCHFAKTEN ==
Autor:  Philip José Farmer
Titel:  Die Welt der tausend Ebenen
Taschenbuch: 956 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (November 1995)
ISBN-10: 3426057662
ISBN-13: 978-3426057667
Preis: € 9,98
Genre: SciFi
Gelesen in: 21 Tagen
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Die Jasminschwestern / Corinna Bomann

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Habt ihr auch ein Geheimnis, das eure Enkelkinder oder Urenkel herausfinden könnten?

“Aber das Glück ist sehr launisch, und das Glück war zu jenen Zeiten wie ein Vogel, der zu dünn für jedes Gitter war. Er blieb, solange er bleiben wollte, flatterte dann aber einfach davon.” (Zitat S.92)



Dies ist eins der schönen, tiefsinnigeren Aussagen, die ihr im Buch finden werdet. Wenn das nach eurem Geschmack ist, dann solltet ihr jetzt unbedingt weiter lesen, denn dann könnte das Buch, welches ich gerade beendet habe, genau euer Geschmack sein. Das Cover ist auf jeden Fall eine Augenweide.Gerade durch die Blumen auf dem Buchschnitt, hätte ich es mir gekauft, wenn ich es nicht geschenkt bekommen hätte. Auch das Haus mit dem See ist einfach schön. Trotzdem hat mich das Buch leider nur teilweise gepackt. Warum möchte ich euch nun verraten.

== FIGUREN ==
Melanie – Fotografin mit vietnamesischen Wurzeln
Robert – Melanies Verlobter, nach Autounfall im Koma
Hanna – Urgroßmutter von Melanie
Thanh – Jasminschwester von Hanna

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Hamburg, Berlin, Saigon, Paris
Zeit: 2010er / 1920er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Gegenwart: Melanie kommt von einem Fotoshooting wieder zurück nach Berlin, als sie zu Hause angekommen einen Anruf von der Polizei erhält. Ihr Verlobter hatte einen Autounfall und liegt im Krankenhaus. Vor Ort stellt sich heraus, dass die Verletzungen gefährlich sind, und es nun heißt, hoffen, dass er aus dem Koma wieder erwacht. So gehen die Monate ins Land und nach einem Zusammenbruch ist Melanie klar, dass es so nicht weitergeht. Ihre Mutter schickt sie zu ihrer Großmutter und zu ihrer Urgroßmutter Hanna, die ein Mode-Musseum samt Park und See zum Entspannen haben. Damit Melanie auf andere Gedanken kommt, und Hanna endlich ihre Geschichte erzählen kann, bevor sie mit ihre fast 100  Jahren früher oder später die Erde verlässt, setzt sie Melanie auf ihre Geschichte an, und so erfährt Melanie etwas über die Jasminschwestern.

Vergangenheit: Hanna hat Glück. Ihr Vater hat Geld, sie wächst wohlbehütet in einem tollen Haus auf und liebt Vietnam mit ihrem aktuellen französischen Einfluss. Nur an Freunden fehlt es ihr und als sie zufällig Thanh in ihrem Garten trifft, freunden sie sich an. Als deren Mutter stirbt, nimmt Hannas Familie sie als Hausmädchen auf. Doch dann stirbt der Vater und Hannas Mutter geht zurück zu ihrer Familie, denn sie besitzen nichts mehr. Dort heiratet sie einen Schmied, der Thanh als eigene Tochter akzeptiert. Alles scheint perfekt zu laufen. Hanna erlernt sogar das Nähen von ihrer Mutter. Alles ändert sich jedoch mit der arrangierten Ehe, die Hanna bald eingehen soll. Sie liebt diesen Deppen nicht, und so beschließen Thanh und Hanna zu fliehen. Die Flucht wird zwar nicht entdeckt, aber ihr Helfer verschachert sie an Menschenhändler. Während Thanh noch vom Schiff verschleppt wird, gelangt Hanna nach Deutschland, wo sie eigentlich erst ihren Namen Hanna bekommt. Zu ihrem Pech ist sie in einem Hamburger Bordell gelandet. Ein Jahr lang muss sie alles über sich ergehen lassen und auch den Neid ihrer Kollegen ertragen, bis ihr die Flucht gelingt. Unerkannt kommt sie bis nach Berlin, findet einen guten Job und verliebt sich sogar, doch ihr Zuhälter steht wie ein düsterer Stern am Himmel und wartet darauf seinen Verlust einzufordern.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Jasminschwestern“ ist ein Buch, welches aus zwei Handlungssträngen besteht. Warum Autoren immer versuchen solche Vergangenheitsszenen zu schreiben, werde ich nie verstehen, und das ist auch der Punkt, warum mich das Buch nicht vollends überzeugen konnte.

Am Anfang schaffte es Corinna Bomann mich sofort zu packen. Sie hat einen illustrativen Stil, weißt Talent für dramatische und emotionale Situationen auf und schafft es mit ihren Stil zu fesseln. Kein Wunder, dass ich zu Beginn mehr von Melanie und ihrem Leben wissen wollte. Mit der Zeit hat sich dies jedoch geändert und ich bin am Ende des Buches der Meinung, dass die Gegenwart der Schwachpunkt ist. Ohne ihn hätte mir das Buch definitiv besser gefallen. Melanie ist eine liebe Persönlichkeit, die an ihre Grenzen stößt, aber sie ist auch ein Mensch, der mir nicht sonderlich gefällt so spontan aus dem Bauch heraus. Sie hat es ja ach so schwer, sie flirtet trotzdem mit dem Gärtner und gibt ihr Leben für ihren Verlobten auf, nimmt kaum noch Aufträge als Fotografin auf, um da zu sein, wenn er aufwacht, aber ist lange weg bei ihren Großeltern, wo ich sagen würde, da hätte ich sie auch einen Auftrag annehmen können. Dieser Part zieht sich in meinen Augen unnötig in die Länge und ist irgendwo, tut mir leid liebe Corinna Bomann, gänzlich uninteressant. Mir fehlte die Bindung zu Robert, und daher war es mir echt egal, ob Robert am Ende aufwacht, oder sie vielleicht mit dem Gärtner anbandelt, der ihr Röte ins Gesicht zaubert.

Hingegen ist die Vergangenheit unglaublich schön, spannend und genau mein Geschmack. Als Leser lernt man das alte Vietnam kennen und bekommt tiefere Einblicke, als so mancher Vietnam Film der 80er und 90er Jahre. Man leidet mit Hanna und freut sich, dass sie fliehen kann. Immer mehr möchte man wissen und wie sie zu dem geworden ist, was sie nun ist. Außerdem muss man weiterlesen, wie es mit ihrer Jasminschwester ausgeht. Genau so muss eine Geschichte sein. Es gibt genügend Spannungsmomente, wo ich als Leser mitgefiebert habe, vorausgedacht habe und immer wieder überrascht wurde. Klar erfüllt es viele Klischees und oft habe ich mir gedacht, auch wenn viel schief gelaufen ist, hat Hanna immer wieder richtig Glück, aber so ist es im Leben hin und wieder. Die Geschichte um Hanna ist authentisch und dabei ist es egal, ob sie in Vietnam, Deutschland oder Paris spielt. Alleine diese Geschichte hätte als Buch vollkommen ausgereicht, weil sie einfach wunderbar zu lesen ist.

Besonders der Schluss hat mir sehr gut gefallen. Er ist anders und zeigt, dass es auch ein trauriges Happy End geben kann. Ich muss sagen, dass ich zwar nicht geweint habe, aber mich sehr berührt gefühlt habe, als ich es aus der Hand gelegt habe.

Fazit: Das Buch ist wirklich gut, sofern man die Vergangenheit betrachtet. Im Grunde könnt ihr die Gegenwart ruhig ausblenden. So macht das Lese doch gleich viel mehr Spaß. Auf jeden Fall zauberhaft geschrieben.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Die Jasminschwestern
Titel: Corinna Bomann
Verlag: Ullstein
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 528
ISBN: 978354828527
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Drama, Geheimnis
Gelesen in: 3 Tage
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Das Mädchen aus Mantua / Charlotte Thomas

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Musstet ihr schon mal etwas machen verrücktes machen, um euren Traum zu verwirklichen?

Sein Tod würde wohl keinen Menschen bekümmern. Filiberto hatte beobachtet, wie der Leichnam auf das Tuch gelegt wurde, und bevor die Mönche die Gestalt darin einrollten, erhaschte er noch einen Blick auf das entstellte Gesicht. Es war schwarz verfärbt und auf so groteske Weise angeschwollen, dass es eher an eine Teufelsmaske gemahnte als ein menschliches Antlitz. (Zitat S. 374)


Dieses Zitat stammt aus einem Buch, welches ich mir nie und nimmer selbst geholt hätte. Meine Mutter fand schon immer Mädchen interessant, die ihren Weg gegangen sind. Deswegen hat sie sich das Buch geholt. Ich bin generell nicht so der Fan von historischen Romanen, und dementsprechend wusste ich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Da mir jedoch das Cover gut gefallen hat mit dem etwas traurig, neugierig blickenden Mädchen, habe ich mich zügig ans Lesen gemacht.

== FIGUREN ==
Celestina – Möchte Medizin studieren
Timoteo – Student, der ihr Geheimnis kennt
Filiberto - Chirurg

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Padua
Zeit: 1600

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Padua, 1601: Celestina ist eine selbstbewusste und noch recht junge Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes zusammen mit ihrer Stiefschwester nach Padua zu Verwandten zieht. Doch dort ist gerade eine blutige Fede zwischen Bertolucci, ihren Verwandten und den Caliari. Sie mischt sich mehr oder weniger ein, und das hat für sie später Konsequenzen. Eigentlich ist sie nur nach Padua gekommen, um dort an der Universität Medizin zu studieren, um später, wie ihr verstorbener Mann, als Arzt tätig sein zu können. Doch Frauen dürfen nicht studieren und so lernt sie heimlich in den alten Büchern und verkleidet sich regelmäßig als Mann, um studieren zu können. Lediglich einem fällt dieser Umstand auf Timoteo, der ebenfalls Studenti ist und in den sie sich auch schwer verliebt. Blöd ist nur, dass er ein Caliari ist und zudem in ein anderes Mädchen verliebt ist. Eskaliert die Situation für Celestina?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Mädchen aus Manuta“ ist eine Mischung aus Medizingeschichte, Krimi und Liebe mit historischem Hintergrund. Die Mischung ist eigentlich gar nicht so schlecht und die Autorin schafft mit einem temporeichem Stil ein gutes klares Bild der unterschiedlichen Szenarien. Die Mischung der verschiedenen Thematiken ist ausgewogen, beschreibt aber auf Grund des Medizinstudiums, viele medizinische Fakten. Klingt doch eigentlich gut, aber vollends kann mich das Buch nicht überzeugen und das liegt nicht nur an der lieben Medizin.

In meinen Augen bleibt Celestine als Hauptfigur einfach zu sehr im „Mutter Theresa“ Charakter stecken. Schon jung eine Witwe geworden, ist sie noch wunderschön, kann ihr Leben in die Hand nehmen ist unglaublich schlau, hat die Geduld wie ein Engel und nichts an ihr ist negativ. Mir persönlich ist es eine Spur zu viel des Guten. Die anderen Charaktere sind interessant gestaltet, vermitteln ein klares Bild und sind zumindest etwas ausgewogener bei ihren Eigenschaften.

Historisch ist das Buch sehr interessant geschildert. Padua als Stadt und die Universität konnte ich mir bildhaft vorstellen. Und auch die Umsetzung, dass eine Frau nicht studieren darf, sowie die Schwierigkeiten, die eine Frau aus dem Weg schaffen muss, um ihren Traum vielleicht leben zu können sind authentisch vermittelt. Allerdings muss man sich für historische Medizin, Obduktionen und der Anatomie des Menschen begeistern können. Obwohl sich die Autorin große Mühe gibt, sind es einfach zu viele Szenen, die manchmal nicht unbedingt etwas für schwache Mägen sind. Gerade die Gerüche beschreibt sie so detailliert, dass man das Gefühl hat sie riechen zu können. Wer sich für Medizin interessiert, wird sich unglaublich unterhalten fühlen, denn im diesem Bereich würde ich das Buch als kleine Perle betiteln. Ich bin jedoch für mich der Auffassung, dass es manchmal einfach zu viel ist und die Spannung streckenweise verloren geht.

Letzten Endes kommt so oder so jedes Buch zu einem Ende. Dieser Ausgang ist passend gewählt, aber er vermittelt das Gefühl, dass die Autorin sich eine Fortsetzung zu der Familienfehde offen hält.

Fazit: Was für mich nicht zu einem Begeisterungsjubel führt, kann für euch ein absolutes Lesehighlight sein. Daher bekommt das Buch von mir faire drei Sterne. Es ist schließlich gut und interessant geschrieben, sofern die Thematik einem selbst Spaß macht.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Charlotte Thomas
Titel:  Das Mädchen aus Mantua
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2012 (1. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404167325
ISBN-13: 978-3404167326
Preis: € 9,99
Genre: Historisch
Gelesen in: 4 Tagen

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Ich versprach dir die Liebe - Priscille Sibley

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Wie würdet ihr in einer solchen Situation entscheiden? 

Diesmal habe ich ein ganz besonderes Buch, welches ich euch vorstellen möchte. Ich habe es von meiner Mutter geschenkt bekommen und ich habe mich darüber total gefreut. Am Anfang wusste ich nicht genau, ob ich das Buch lesen will. Klar, hab ich mich gefreut, aber wenn man Mama von zwei kleinen Kids ist, dann ist die Thematik schon sehr emotional. Nun musste ich es aber lesen, da mein Sohn nach einem gelesen Buch, den 5er SUB-Stapel neben meinem Bett auffüllt, und diesmal hat er dieses Buch gegriffen. 


== COVER ==
Das Cover ist auf jeden Fall genial. Im Laden hätte es mich sofort angesprochen. Die Holzmaserung mit Herzen drin, ist einfach nur schön anzusehen.

== FIGUREN ==
Elle – Wünscht sich unbedingt ein Kind, nach einem Unfall jedoch Hirntod und schwanger
Matt – Ehemann und Arzt von Elle
Phil – Freund und behandelnder Arzt von Elle
Christopher – Bruder von Elle
Linney – Mutter von Matt, hat die Patientenverfügung als Elle sie mit 18 ausfüllte

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive: Ich Perspektive von Matt
Alter der Figuren: Mitte 30

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Elle und Matt kennen sich seit ihrer Kindheit. Schon immer haben sie nebeneinander gewohnt und irgendwann wurde aus Freundschaft Liebe. Obwohl die Beziehung nicht durchgängig ist, und Matt sogar eine andere Frau heiraten will, ist die Liebe zu Elle immer gegenwärtig und siegt. Die beiden fangen eine wunderbare Liebesgeschichte an, zu deren Glück nur noch ein Baby fehlt. Doch Elle hat Probleme ihre Kinder auszutragen. Bei Dylan ist es dann soweit, aber bei ihm wickelt sich die Nabelschnur um den Hals und er kann nur noch tot geholt werden. Für Elle bricht die Welt zusammen, und eigentlich sollte sie keine Kinder mehr bekommen, weswegen es immer wieder Streit mit Matt gibt. So auch an dem Abend zuvor. Als ihm am nächsten Morgen ein Anruf aus dem Krankenhaus erreicht, geht er von einer kleinen Verletzung aus. Nie im Leben hätte er damit gerechnet, dass der Streit, der zwar mit Sex geendet hat, der letzte Abend mit Elle sein sollte. Aber der Unfall von Elle, war alles andere als harmlos. Während sie im Obergeschoss die Fenster von außen geputzt hat, ist Elle ohnmächtig geworden und von der Leiter gestürzt. Ihr Gehirn wurde durch den starken Sturz auf einen Stein so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie eigentlich nie wieder aufwachen kann. An Matt ist es nun die Geräte abzuschalten, und den Wunsch möchte er ihr auch erfüllen, denn Elles Mutter starb lange und qualvoll an Krebs, und das wollte Elle nie. Bevor er jedoch sein Okay gibt, erfährt er, dass sie in der 8SSW ist. Als die Ärztin ihm bestätigt, dass das Baby geboren werden kann, will er Elle den Wunsch von einem Baby erfüllen, aber seine Mutter sieht es anders, denn Elle hat an ihrem 18. Geburtstag eine Patientenverfügung unterschrieben, dass sie auf keinen Fall künstlich am Leben erhalten werden möchte. Es beginnt ein Kampf vor Gericht um das Leben eines ungeborenen Kindes, bei dem niemand sicher sein kann, dass es seinen eigenen Kampf überhaupt schaffen wird. Wie der Kampf ausgeht, müsst ihr selbst lesen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Ihr steht schon an der Inhaltsangabe von mir, dass das Buch nichts für Menschen ist, die gerade schwanger oder nah am Wasser gebaut sind. Es ist ein Thema, über das man nicht viel nachdenken möchte und das einfach nur traurig stimmt.

Die Autorin wählt den Einstieg in die Geschichte in meinen Augen perfekt. Man erlebt den tragischen Anruf vom Krankenhaus und ist sofort in den Bann der Geschichte gezogen. Es ist eine Situation, die man niemanden wünscht. Mit dem plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen umzugehen, ist unglaublich schwer. Dieses Thema allein ist schon schwere Kost, aber die Tatsache, dass dieser Mensch auch noch ein Baby erwartet, steigert das ganze dramatisch.

Allerdings war ich am Anfang mit den Figuren nicht ganz im Einklang. Auf der einen Seite störte mich minimal die Tatsache, dass Matt selbst Arzt war. Auf der anderen Seite und das störte mich mehr, war die Tatsache, dass Elle schon eine kleine Berühmtheit war, weil sie mal für die Nasa gearbeitet hat. Warum konnten nicht Otto-Normalos genommen werden? Sie sind ja nicht unsympathisch, aber ich fand es am Anfang eben nervig. Irgendwann wird aber klar, dass die Autorin dies aus guten Grund getan hat. So kann sie die Konflikte viel besser darstellen. Und mit diesem Wissen ist der Kampf vor Gericht, um das Leben des kleinen Babys, wirklich noch interessanter.

Damit es aber nicht zu langatmig wird, baut die Autorin Rückblenden ein. In diesen erfährt der Leser die Liebesgeschichte zwischen Elle und Matt. Hier fand ich die Tatsache, dass sie zwischenzeitlich getrennt waren, etwas unbehaglich, aber wahre Liebe siegt bekanntlich und unter diesem Aspekt, ist die spätere Geschichte nach dem Unfall einfach noch tragischer. Als Leser fragt man sich immer wieder selbst, wie würde man handeln, welche Entscheidungen würde man treffen, ist die Umsetzung in meinen Augen moralisch vertretbar. Es ist alles sehr schwer zu verdauen.

Ich muss zugeben, dass ich trotzdem mich manche Sachen nicht vollends überzeugt haben, immer wieder Tränen in den Augen hatte, und es mich besonders geärgert hat, dass Elle auf diese dämliche Leiter gestiegen ist, denn sie wusste mit Sicherheit von der Schwangerschaft. Ich selbst wusste es immer schon bevor die Tage ausblieben und trotz Schmierblutungen in der 8 SSW.

Der Stil selbst ist sehr einfach gehalten und schafft es die Emotionen gut zu vermitteln. Erwartet aber keine kitschigen Ausbrüche. Matt ist allein wegen seines Berufs eher sachlich und objektiv, auch wenn er gerade einen Menschen verliert. Auf der anderen Seite dürft ihr euch mit einigem Fach-Chinesisch anfreunden. Es hält sich in Grenzen, aber gehört einfach zu einem solche Werk dazu.

Es ist auf jeden Fall eins der bewegendsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und wer endlich mal wieder ein Buch sucht, dass zum Nachdenken anregt und das zu einem Thema, dass selten in einem Buch zu finden ist, dann kann ich euch nur sagen, lest es.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Priscille Sibley
Titel:   Ich versprach dir die Liebe
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2015 (14. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404169425
ISBN-13: 978-3404169429
Originaltitel: The Promise of Stardust
Preis: € 8,99
Genre: Familie, Drama
Gelesen in: 3 Tagen
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Liv, Forever / Amy Talkington

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Wie aufs Stichwort ging das Licht aus. Es wurde stockfinster. Die Gruppe war schon ein paar Meter weiter gegangen, und ich hörte, wie unsere Führerin versuchte, Ruhe zu bewahren. Ich lachte in mich hinein –es war, als würde ein Geist gegen die Verleugnung seiner Existenz protestieren (nicht dass ich an Geister glaubte) –, aber dann spürte ich plötzlich etwas. (Zitat S. 16)

Klingt spannend, ich hoffe ich konnte euch damit neugierig machen. Ich für meinen Teil habe das Buch gesehen und musste das Buch einfach lesen. Praktischerweise hatte das Buch auch noch ein romantisches Thema, wenn auch nur bedingt. Ich habe nicht lange gefackelt, als ich es zur Rezension angeboten bekommen habe. Meine Erwartungen waren bei diesem niedlichen Cover einfach groß, obwohl ich wusste, dass es für die Autorin ein Debüt ist. Genug der langen Worte, begleitet mich doch nach Wickham Hall.

== FIGUREN ==
Liv – Malt gerne und stirbt recht früh
Gabe – Ein guter Freund, der Geister sieht und ein Außenseiter ist
Malcom – Attraktiv, gehört einem Geheimbund an, liebt Liv auch nach ihrem Tod

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive:
Alter der Figuren: 16-17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Liv möchte nur eins, und das ist zeichnen. Als sie von der Elite-Schule Wickham ein Stipendium angeboten bekommt, ist sie mehr als glücklich und ihre Pflegeeltern sind sehr stolz auf sie. Wickham ist die Schule, auf der Präsidenten und viele andere reiche Männer der Welt waren. Für Liv ist es eine Chance, doch vor Ort wird schnell klar, dass sie eher eine Außenseiterin sein wird. Ihre Pflegeeltern gehören nicht zur Elite und sie selbst interessiert sich eben nur fürs zeichnen. Bei der Einführungsrunde sieht sie zum ersten Mal Malcom, der Traumtyp der Schule, und er ist es, der das Schuljahr mit einem Eröffnungstanz einläutet. Dazu wählt er überraschenderweise sie aus. Davon ist Gabe so gar nicht begeistert, der von den Reichen der Schule wenig hält und ebenfalls wie Liv ein Außenseiter ist. Bei ihm liegt es aber daran, dass er seit dem Tod seines Bruders angeblich Geister sieht. Auch Liv glaubt ihm nicht. Bis zu einem heimlichen Date mit Malcom bei dem sie sich fluchtartig trennen müssen und Liv wenige Minuten später in einen Brunnen geschubst wird. Der Sturz hat tödliche Folgen. Nach ihrem Tod geht sie jedoch nicht in den Himmel, sondern bleibt auf Wickham Hall, wo sie nur von Gabe gesehen werden kann. Sie erkennt, dass auch viele andere Geister dort verweilen und das ihr Mord als Selbstmord dargestellt wird. Irgendetwas stimmt nicht auf Wickham Hall. Sie und Gabe fangen an zu ermitteln, und auch Malcom, der sie wirklich zu lieben schien, beteiligt sich an den Ermittlungen, die immer engere Kreise um seinen elitären Club ziehen. Hat Malcom vielleicht doch damit was zu tun?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Liv, Forever“ ist ein Jugendbuch mit einem thematischen Mix aus Thriller, Tod und erster Liebe. Also genau das, was die heutigen Jugendlichen gerne lesen, und genau mein Genre um einfach zu entspannen.

Der Einstieg in das Buch ist der Autorin durch eine tödliche, packende Beschreibung sehr gut gelungen und man möchte wissen, was das andere Mädchen mit der aktuellen Geschichte zu tun hat. Generell muss ich sagen, dass die Autorin ein gutes Gespür für Figuren hat. Sie wirken lebendig, obwohl sie manchmal schon verstorben sind. Sie haben ihren eigenen Charakter, der sehr ähnlich und doch unterschiedlich ist. Zwar werden hier die Klischees zwischen Arm und Reich etwas in den Vordergrund geschoben, aber das gehört eben zum Inhalt.

Inhaltlich hat die Autorin ebenfalls sehr viel richtig gemacht. Eine zarte Liebesgeschichte, verstorbene Mädchen, die ein Geheimnis verbindet, ein mysteriöser Geheimbund. Das ergibt in der Theorie eine interessante Mischung, die euch sicherlich an das Buch fesseln wird. Ich zumindest empfand es inhaltlich spannend und wollte die Hintergründe für die immer unterschiedlich gehaltenen und vorgetäuschten Selbstmorde wissen. Mit Sicherheit wird es aufmerksamen Lesern schon recht früh gelingen die Hintergründe richtig zu deuten, aber dadurch verliert das Buch nicht an Spannung. Was mich jedoch störte ist die Tatsache, dass so viel auf Geister gesetzt wird, und diese irgendwie naiv wirken. Statt über Jahre zu kommunizieren, auch wenn sie ihre Gründe dafür haben es zu lassen, finde ich doch naiv. Genauso die eigentlichen Morde selbst. Obwohl wohl jedes Mädchen gerne mit dem Schulliebling ausgehen würde.

Das Liv als Hauptfigur stirbt, ist etwas schade, auch wenn es dadurch einfach besser ins Konzept passt. Vielleicht hätte sie durch ein Nahtoderlebnis die Geiser auch sehen können, oder hätte im Koma liegen können, oder vielleicht hätte sie auf Notizen eines früheren Mädchen stoßen können. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie die Morde hätten aufgeklärt werden können. Aber immerhin gibt es endlich mal eine jugendliche Liebesgeschichte, die kein Happy End hat.

Alles in allem macht das Buch Spaß, es ist so schön leicht geschrieben, und die Idee ist auf jeden Fall mal etwas anderes im Vergleich zu den sonst so beliebten Vampir-Romanen. Obwohl ich kein Fan bin von Werken, wo mysteriöse, magische Zufälle mitspielen, auch wenn sie halbwegs logisch erklärt werden, hat mich das Buch sehr gefesselt. Ich kann es euch empfehlen.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Amy Talkington
Titel:  Liv, Forever
Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Deutsche Erstausgabe (23. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407744870
ISBN-13: 978-3407744876
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Liv, Forever
Preis: € 14,95
Genre: Fantasy, Jugend, Liebe, Tod
Gelesen in: 2 Tagen

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Magische Novembertage / Anke Höhl-Kayser

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Ein schmaler, nur einen Meter hoher Gang führte eine ziemlich lange Strecke durch komplette Finsternis, bis sich die eigentliche Grabkammer vor ihnen öffnete. Jetzt konnten sie sich endlich wieder aufrichten. Und – mehr noch: Sie sahen wieder etwas. Aber Marie war sich nicht sicher, ob sie sich wirklich darüber freuen sollte, denn genau in der Mitte der eiförmigen Grabkammer flackerte ein kleines, bläulich weißes Licht. »Ein Dödenlicht«, sagte Nis. Zum ersten Mal, seit sie ihn kannte, hörte Marie Besorgnis in seiner Stimme. »Das ist kein gutes Zeichen, oder?«, murmelte Imken. »Nein«, sagte Nis. »Es ist eine Warnung, dass wir nicht weitergehen sollen.« (Zitat aus dem Kapitel Im Reich der Unterirdischen – Genehmigt von Anke Höhl-Kayser)


Heute habe ich wieder ein Buch für euch, dass mir vor einigen Tagen von meiner lieben Anke Höhl-Kayser zugespielt wurde. Seitdem ich „Ronar“ gelesen habe, bin ich eigentlich ein Fan von ihr. Sie schreibt so schöne Kinderbücher, dass ich mich immer freue, wenn ich wieder etwas von ihr höre. Und auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, denn es spielt auf der Insel Sylt, wo ich selbst schon war. Aber nun lasst euch in einen regnerischen November voller Magie entführen und entscheidet selbst, was ihr von dem Buch haltet.

== OPTK ==
Das Cover ist eigentlich sehr schön gezeichnet. Eine kleine Hütte, Bäume und vielleicht Strand und Himmel. Es wirkt schön, ruhig und fesselt wegen der Ölfarbe, die das eigentliche Bild charakteristisch gestaltet hat, interessant.

== FIGUREN ==
Marie – 11jähriges Mädchen
Nis – Ist ein netter Puk
Imken – Stammt von Sylt
Finn – Ein Zwerg

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Sylt
Zeit: 2010er
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 11

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Marie Gerber ist 11 Jahre alt, als ihre Welt zusammenbricht. Ihre Eltern trennen sich nach einem Streit und die Mutter zieht zur Mamaoma, einer 72-jährigen Tierärztin, nach Sylt. Marie ist das gar nicht recht. Sie vermisst Bochum, ihren Vater und ihre Freunde. Auf Sylt mag sie niemand und der November ist außerdem kein schöner Monat für eine solche Insel. An einem besonders schlimmen Tag, schreit sie ihren Frust am Strand aufs Meer hinaus. Beobachtet wird sie zu dem Zeitpunkt von Nis, einem Jungen von rund 13 Jahren. Dieser spricht sie an, bringt sie nach Hause und hört ihr zu. Eigentlich könnte sie froh sein, einen so netten Jungen kennengelernt zu haben, wäre da nicht die Tatsache, dass er stolze 235 Jahre alt und ein Puk ist. Genauer gesagt ist er der Hausgeist der Familie. Doch damit nicht genug. Durch ihn erfährt Marie auch, dass auf Sylt ein Streit zwischen den Puken und den Zwergen ausgebrochen ist. Der Grund sind die Bewohner von Sylt, die die Naturgeister immer mehr verdrängen und das können und wollen sich die Zwerge nicht gefallen lassen. Und so nehmen sie den Menschen Dinge oder auch Tiere weg. So auch Imken, einer Klassenkameradin von Marie. Ihr wurde ihr treuer Hund gestohlen. Zusammen mit Nis wollen sie den Hund wiederholen und sorgen dafür, dass ein Krieg ausbricht.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Magische Novembertage“ ist ein schönes Fantasy-Abenteuer für Kinder. Dabei hat die Autorin sich der Legenden, die sich auf Sylt hartnäckig halten aufgegriffen und zu einem modernen Märchen verarbeitet. Eigentlich genau ein Buch nach meinem Geschmack, aber so 100% konnte mich Anke leider diesmal nicht überzeugen.

Es fängt schon mit Marie als Figur an. Sie ist 11 Jahre alt, wirkt aber für mich eher wie ein 8 jähriges, kleines Mädchen. Ich selbst habe einen 12 jährigen Stiefsohn, und seine Cousine ist gerade 14 geworden. Dementsprechend kann ich mich an 11 noch sehr gut erinnern. Weder diese beiden, noch ich als 11 jährige waren so wie Marie. Sie ist trotzig, bockig und stellenweise einfach kindisch. Nun könnte man das Argument der elterlichen Trennung für ihr Verhalten anbringen, aber ich war ebenfalls 11 Jahre alt, als sich meine Eltern für einige Zeit getrennt haben, und ich kann daher Maries Verhalten nur bedingt verstehen. Im Grunde war ich nie mit ihrer Figur verbunden und das bis zum Schluss. Eine leider etwas traurige Tatsache, zumal ich die anderen Werke der Autorin kenne und liebe.

Aber nicht nur die Figur, sondern auch Sylt selbst. Ich war dort im Urlaub, mein Mann arbeitet regelmäßig dort und ich liebe Bücher von bekannten Orten, wo ich mich sofort erinnert fühle und Dinge erkenne. In diesem Fall gibt es zwar ein paar Punkte, wo ich Sylt im Verlauf erkenne, aber gerade am Anfang hätte es eine ganz andere Insel sein können.

Abgesehen davon hätte ich mir etwas mehr über die Legenden gewünscht. Obwohl ich ein Nordlicht bin, kannte ich Nis Puk so als Sage nicht. Und leider hatte ich das Gefühl, dass die Autorin dies voraussetzt. Ich habe erst einmal Google befragt und mich so über die Legenden informiert. Danach hatte ich ehrlich gesagt einen besseren Zugang zu dem Buch.

Und abgesehen von diesen Punkten ist das Buch wirklich schön. Es steckt voller Magie, Abenteuer und vor allen Dingen wird es eigentlich nicht langweilig. Der leichte, kindliche Stil, den Anke Höhl-Kayser verwendet ist illustrativ und lässt die Seiten vorbeifliegen. Also genau das, was ich mir eigentlich von einem guten Kinder-Fantasy-Buch erwarte.

Wenn euch also meine anfänglichen Kritikpunkte nicht stören, dann solltet ihr euch das Buch einfach mal anschauen.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Anke Höhl-Kayser
Titel: Magische Novembertage
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (15. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957650240
ISBN-13: 978-3957650245
Preis: € 7,90
Genre: Kind, Fantasy
Gelesen in: 5 Tagen

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Söldnertreue / Stefan Burban

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Vor einigen Tagen hat mich mal wieder überraschend Post vom Autor Stefan Burban erreicht. Mein erster Gedanke „Schon wieder eins“. Das ist nicht negativ gemeint, aber er ist einer der Autoren, die wirklich viel veröffentlichen. Diesmal ist sein Fantasy-Roman in die nächste Runde gegangen und ich war schon neugierig, wie er die Fortsetzung 



== OPTK ==
Das Cover ist wie gewohnt ansprechend. Lila Hintergrund und eine magische Person im Vordergrund.

== HAUPTFIGUR ==
Logan – Anführer des Schwarzbären-Clans
Kilian – Söldner

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Fantasy-Welt
Zeit: Unbestimmt

== LESEPROBE ==
Diesmal gibt es wieder nur einen Link zur Leseprobe auf der Seite des Autoren.

== WORUM GEHT ES LAUT ZITIERTEN KLAPPENTEXT==
Logan, seit Coyle Polloks Tod Anführer des Schwarzbären-Clans, wacht mit eiserner Faust über den brüchigen Frieden zwischen den nördlichen Königreichen und dem Steppenvolk. Doch immer wieder überqueren abtrünnige Moyri die Grenze und richten furchtbare Massaker an. Die Gefahr eines Bürgerkrieges unter den Clans wird schließlich zur tödlichen Bedrohung, als Logan trotzdem unerbittlich am Frieden festhält. Hin und her gerissen zwischen der Liebe zu seinem eigenen Volk und dem Wunsch, den Frieden zu bewahren, trifft er eine verhängnisvolle Entscheidung und spielt damit seinen Feinden unbewusst in die Hände. Als schließlich auch noch eine Söldnerarmee aus dem Norden ins Land der Moyri einmarschiert, scheinen alle Hoffnungen endgültig verloren...

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Söldnerehre“ war ein Buch, welches ich von Stefan Burban so nicht erwartet hatte. Weg vom SciFi Sektor und auf ins Fantasy-Land. Der erste Roman war nicht schlecht, hatte aber klar seine Passagen, die definitiv verbesserungswürdig waren. Ob er in das Genre gefunden hat, werde ich euch nun mit meiner Rezension zu „Söldnertreue“ dem zweiten Band der Söldner-Reihe vielleicht etwas vermitteln können.

Diesmal geht es um das beliebte Thema „Frieden“, was passiert, wenn jemand versucht den Frieden zu wahren, und dabei rechts und links aus den Augen verliert, weil er so verbohrt ist? Genau diese Situation beschreibt der Autor in diesem Werk. Aber keine Sorge nicht langweilig, sondern wie gewohnt mit vielen unglaublich detaillierten Kampfszenen, die sich gerade im Fernsehen gut machen würden, den Leser aber auch ein schönes Kopfkino bescheren.

Kilian, der Anti-Held aus dem ersten Band darf natürlich nicht fehlen und so wie er ein Antiheld ist, sind die anderen Charaktere ebenfalls recht ungewöhnlich. Dem Autor gelingt es jedoch sie mit vielen Details so zum Leben zu erwecken, dass man als Leser einfach nur denkt, ja, den könnte ich kennen.

Allerdings und das mag vielleicht daran liegen, dass der Autor wirklich ein Buch nach dem anderen auf den Markt bringt, habe ich immer wieder das Gefühl, kenne ich. Klingt unter dem Aspekt, dass es der zweite Fantasy-Roman ist, etwas abwegig, aber so empfinde ich. Um Frieden ging es schließlich im Ruul-Konflikt auch und die Schlachten sind zwar anders, aber irgendwo auch wieder nicht. Ich liebe normalerweise genau diese Schlachten, einfach weil sie imposant und so gigantisch sind, aber diesmal hab ich öfters pausieren müssen, weil ich in Versuchung kam, etwas vorzublättern. Das lag aber auch wieder an dem gewählten Humor, der einfach noch immer nicht nach meinem Geschmack ist.

Vielleicht wäre es einfach mal Zeit für ein gänzlich anderes Genre, abseits vom sich ähnelnden Militär.

Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr schön zu lesen. Vielleicht kommt mein Gefühl nicht nur daher, weil der Autor viel hintereinander veröffentlicht, sondern weil ich in der letzten Zeit eher selten andere Werke aus diesen beiden Genres lese. Lasse ich mal meine persönlichen Neigungen außen vor, ist das Buch leicht vom Stil, sorgt sicherlich bei humorvolleren Menschen für Lacher und die Schlachten von ihm sind das Lesen wert, wenn man noch nicht zu viel kennt. ;)

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Stefan Burban
Titel:   Söldnertreue
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Atlantis Verlag (28. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864021650
ISBN-13: 978-3864021657
Preis: € 13,90€
Genre: Fantasy
Gelesen in: 10 Tagen


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Loving / Katrin Bongard

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Gemurmel setzt ein. Ich sehe an die Tafel. Die meisten der Bücher habe ich schon gelesen. Und meine Eindrücke auf eine Internetseite zu schreiben, hört sich auch nach einer einfachen Sache an.
Im Kurs verständigen sich schon die ersten Paare, doch Frau Bolder bittet um Ruhe und stellt drei Weckgläser auf den Tisch. In jedem Glas befinden sich Zettel, in einem Blaue, im nächsten Rote, im dritten Weiße. Themen und Partner werden ausgelost. Mir wird etwas mulmig. Ich bin kein guter Teamarbeiter.
»Möchte eine oder einer von euch ziehen?«
Alle sehen auf ihre Tische. Egal, was hier herauskommt, niemand möchte dafür verantwortlich sein. (Zitat S. 19 – Für den Stil und wie alles beginnt)


Als ich dieses Buch gesehen habe, dachte ich nur, das Cover ist so was von dämlich. Ein Paar, welches sich fast  küsst, selbst aber im Schatten ist, weil die Sonne fast untergeht. An sich nicht schlecht, aber ganz ehrlich ich fand, es sieht billig aus. Hätte ich es im Laden gesehen, wäre ich weitergegangen. Zumal der Titel auch nicht gerade toll klingt. Allerdings habe ich es in einer Verlagsmail entdeckt und da ich ein großer Jane Austen Fan bin, war mir klar, muss ich lesen.

== FIGUREN ==
Luca – sportlich, sexiest Schüler
Ella – Bücherwurm, Jungfrau, unsportlich, Bloggerin
Zoe – Beste Freundin von Ella
Sven – DJ
Melanie – Svens Schwester und Freundin von Luca
Alex – Blogger(in) aus Leipzig

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Berlin
Zeit: 2013
Perspektive: Ich-Perspektive
Alter der Figuren: 17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Ella ist eine typische Buchbloggerin. Dicke Brille, liest super viel, geht nicht auf Partys und einen Freund hat sie auch nicht. Dafür spioniert sie für Zoe immer wieder Jungs aus, in die ihre beste Freundin verliebt ist. Diesmal ist es der Schulschönling Luca, der eigentlich mit Zoes Zweitbester Freundin Melanie zusammen ist. Obwohl es Ella nicht richtig findet, will sie ihrer Freundin helfen, und bekommt im gemeinsamen Deutsch-Kurs die Möglichkeit. Immer ein Junge und ein Mädchen sollen zusammen eine berühmte Liebesgeschichte analysieren und auf einer Website präsentieren. Ella bekommt ihr Lieblingsbuch „Stolz und Vorurteil“ zugeteilt und als Partner leider Gottes Luca. Am Anfang ist sie wenig begeistert, doch zum Glück sind erst einmal Ferien, und die haben es in sich. Ella bekommt nämlich eine Lasic-OP zum 17. Geburtstag und als die Schule beginnt, braucht sie keine Brille mehr. Im Gegenteil, sie ist wie ein neuer Mensch, feiert plötzlich ihren Geburtstag und fängt an zu Joggen. Nur das Lesen will sie nie aufgeben. Das Projekt mit Luca läuft langsam an, und schon beim ersten Treffen muss Ella erkennen, dass er nicht umsonst so begehrt ist. Er ist nicht nur sportlich, sondern auch unheimlich klug und ehe sich Ella versieht ist sie in ihn verliebt. Und auch Luca scheint in sie verliebt zu sein, doch dann wäre da Melanie, seine Freundin, und die Tatsache, dass sie eigentlich keinen Freund möchte, der alle Mädchen wegen einer anderen abserviert. Doch gegen Gefühle kommt sie nicht an, und so bahnt sich eine zarte Liebesgeschichte an, die nach ihrem Besuch auf der Leipziger Buchmesse ein jähes Ende findet, denn als sie zurück kommt, extra früher für Luca, hat er kein Interesse mehr an ihr und hängt wieder mit Melanie zusammen. Ob er sie nur verarscht hat, oder ob es an Alex liegt, den sie in Leipzig besucht hat? Ella versteht die Welt nicht mehr und befindet sich plötzlich im gleichen Chaos wie ihre Roman-Figuren.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Kennt ihr den Moment, wenn ihr ein Buch aufschlagt, anfangt zu lesen und denkt „Oh nein, schon wieder 50 Seiten näher am Ende“? Es gibt manchmal Bücher, die sind so locker und schön geschrieben, obwohl sie eigentlich vorhersehbar und voller Klischees sind, dass man anfängt sie zu lesen und die Vorstellung aufzuhören einen traurig stimmt, bevor das Ende überhaupt greifbar ist. So ist es mir mit diesem Buch ergangen, und deswegen ist es mein persönliches Highlight des Monats.

Der Einstieg in das Buch, aber auch der Verlauf sind eigentlich wirklich nur voller Vorhersehbarkeit und Klischees. Nehmen wir zum Beispiel die Figuren. Ella ist das typische Mauerblümchen, das nur wegen ihrer Brille eins geworden ist. Sie ist Buchbloggerin mit dicken Brillengläsern, mag keine Partys und dann kommt eine simple Laser-OP, auf die ich später noch eingehen möchte, und plötzlich nimmt jeder sie wahr. Völliger Blödsinn in meinen Augen, ich habe auch eine Brille, aber deswegen nehmen mich die Leute trotzdem genauso wahr, aber obwohl ich es total doof finde, stört es nicht. Auf der anderen Seite ist da Luca, der Schönling, der begehrte Junge den alle Mädchen toll finden. Auch er erfüllt alle Klischees, sportlich, attraktiv und intelligent. Aber es passt eben zu dem Buch und dem leichten Stil, sodass es völlig beim Lesen untergeht und mal ehrlich, trotz der Klischees, schließt man beide in ihr Herz.

Was mich ehrlich gesagt mehr störte, war die Umsetzung der Lasic. Sie wird so kinderleicht dargestellt und ist es in Wirklichkeit gar nicht. Ich selbst bin stark Kurzsichtig und würde es so gerne machen lassen, aber meine Augen verändern sich immer. Die Autorin geht auf Probleme oder ähnliches gar nicht ein, alles geht innerhalb von wenigen Tagen. Bei meiner Freundin wurden einige Untersuchungen gemacht, bevor der Termin gemacht wurde, und soweit ich informiert bin, werden erst Personen ab 18 Jahren operiert, weil sich vorher noch alles am Auge ändern kann.

Das ist aber auch einer der wenigen Kritikpunkte, die ich finden konnte. Die Geschichte selbst ist durch einen leichten Beigeschmack von Jane Austen einfach nur schön zu lesen und es ist eine moderne Jugendliebesgeschichte, die Spaß macht. Und ganz ehrlich gesagt, als Jugendliche hätte ich mich noch viel besser unterhalten gefühlt, da ich mich an der Laser OP und andere Kleinigkeiten nicht gestört hätte. Es ist einfach, wie soll ich sagen, eine Geschichte, die ablenkt und an einem seitentechnisch vorbeifliegt. Ich finde, dass die Autorin die erste Liebe und auch das Thema Buchblogger sehr schön vorstellt und in einigen Punkten motiviert.

Zum Beispiel fange ich auch gerade mit Joggen an, und habe schon nach 300m keine Puste mehr. Es stimmt aber, wenn man am Ball bleibt und täglich trainiert, es irgendwann besser wird. Bei mir in langsamen Schritten, aber zu sehen, wie fit Ella nach einem Monat ist, motiviert mich bei jedem Schritt.

Zudem empfinde ich es klasse, dass sie dieses alberne Sternsystem bei uns Bloggern kritisiert. Mir fällt es jedes Mal so schwer ein Buch mit Sternen zu bewerten. Auch ich möchte lieber darüber diskutieren und erfahren, wie anderen das Buch gefallen hat, denn eine Bewertung passt nicht immer.

Schön finde ich vor allen Dingen die Gedanken und Emotionen von Ella. Sie sind manchmal rational und manchmal so vollkommen bauchgesteuert und von Gefühlen gelenkt, dass es einfach nur völlig realistisch ist. Zumindest, dürften einige Leser sich wiedererkennen. Hier ist aber dann auch wieder ein Kritikpunkt. Katrin Bongard setzt einige Zeit lang auf das Thema Lucas Ex-Freundinnen. Hier finde ich, dass sie den Abschnitt nicht so glücklich auflöst.

Fazit: Alles in allem ist es aber eines der schönes Liebesgeschichten im Jugendbuchformat, die ich in den letzte Monaten gelesen habe. Zwar werden nur Klischees aufgegriffen und nicht alles ist wirklich perfekt umgesetzt, aber das Leben ist auch nicht perfekt, und in diesem Fall siegt der Wunsch, dass das Buch bitte nie aufhören soll. Und weil ich dieses Gefühl hatte bekommt von mir die Geschichte eine klare Kaufempfehlung und ist mein Mailight.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Katrin Bongard
Titel:  Loving
Broschiert: 296 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503489
ISBN-13: 978-3841503480
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Jugend
Gelesen in: 2 Tage


* Buchsponsoring by Oetinger
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Das Mitternachtskleid: Ein Märchen von der Scheibenwelt - Terry Pratchett

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Was fanden die Menschen bloß an Lärm so toll? Tiffany Weh verstand es nicht. Wieso war Lärm so wichtig? (Zitat Erste Sätze des Buches)

 
Kennt ihr den Moment, dass ihr den Inhalt eines Buches lest und denkt, das Buch muss ich unbedingt lesen? So ging es mir damals bei diesen Werk. Ich habe es damals bei einem Gewinnspiel ausgesucht, weil es genau mein Geschmack sein müsste. Lediglich die Tatsache, dass es ein Scheibenwelt-Märchen ist, habe ich überlesen. Einmal habe ich mich vor Jahren mit dieser Welt befasst und einfach keinen Zugang gefunden, ob es mir diesmal gelungen ist? Obwohl ich wenig Lust hatte, habe ich mich, nachdem ich vom Tod des Autoren  in diesem Jahr erfahren habe, mit dem Buch auseinander gesetzt.

== OPTK ==
Das Cover hat auf jeden Fall etwas. Ich mag es auf jeden Fall. Eine Frau, leider gesichtslos in einem schwarzen Kleid, an dem blaue Kobolde zerren. Im Laden hätte mich das Cover angesprochen und in die Hand nehmen lassen.

== HAUPTFIGUR  ==
Tiffany Weh – Hexe

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Scheibenwelt
Perspektive: Dritte Person

== DIE SCHEIBENWELT==
Für alle, die die Scheibenwelt-Reihe nicht kennen, vorab ein paar Infos. Die Welt ist platt und wird von vier Elefanten getragen, die wiederum auf einer Schildkröte stehen.Naturgesetze sind vermenschlicht,  Tod und Krieg sind normale Wesen, Magie gehört zum Alltag und Skurrilität ebenfalls.

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Tiffany Weh ist die zuständige Hexe für die gesamte Kreide und somit hat sie eine große Verantwortung und kaum eine Minute Ruhe, denn die Dorfbewohner gönnen ihr einfach keine Pause. Sie muss Zehennägel schneiden, Sterbenden ihre Schmerzen abnehmen und andere unschöne Arbeiten übernehmen. Akzeptiert wird Tiffany trotzdem nicht. Und dann taucht auch noch etwas uraltes und böses auf und macht gezielt Jagd auf eine gewisse Junghexe.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Mitternachtskleid“ ist der vierte Tiffany Weh Roman und Band 38 aus der Scheibenwelt. Für mich ist es ehrlich gesagt der erste Roman der kompletten Reihe und damit entsteht das größte Problem, es ist sehr schwer in die Scheibenwelt einzutauchen. Das ist auch der Grund, warum ich das Buch mehrfach angefangen habe, bevor ich es jetzt wegen des Todes des Autors auch endlich durchgelesen habe.

Durch die Tatsache, dass Fans der Reihe schon die komplette Entwicklung vom kleinen Mädchen zur aktuellen Junghexe verfolgen durften, ist es nur normal, dass es für mich als Quereinsteiger fast unmöglich war, die Figur wirklich zu verstehen. Obwohl die Junghexe wirklich total detailliert beschrieben wird, hatte ich meine Probleme. Es fehlt eben das gewisse Hintergrundwissen.

Inhaltlich hat mich das Buch überrascht. Vor Jahren hatte ich mal in einen anderen Band der Reihe reingelesen und Pratchett hat einen skurrilen Humor, den viele einfach sehr schätzen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie mein Mitbewohner zur damaligen Zeit immer wieder gelacht hat, wenn er auf dem Balkon saß und einen seiner Scheibenwelt-Romane gelesen hat. Ich habe nicht diesen gesegneten Humor, aber auch wenn ich ihn hätte empfand ich den Roman teilweise sehr depressiv und das nicht nur, weil die sonst so lieben Leute, plötzlich geoutet werden, und der Leser gesagt bekommt, dass in allem etwas Böses steckt. Mit dem Wissen, dass der Autor damals schon krank war, wird diese Umsetzung irgendwie greifbarer und als Leser merkt man, dass der Autor seine Krankheit, seine Gefühle und Ängste in die Zeilen hat fließen lassen.

Zudem muss ich zugeben, dass ich doch etwas geschockt war, wie viel Gewalt in diesem Buch vorkommt. Es kommt sogar häusliche Gewalt vor und irgendwie passt das nicht. Allerdings kenne ich wie gesagt nicht wirklich die Dinge in der Scheibenwelt.

Im Grunde, und das tut mir leid, habe ich mich mit dem Buch bis zum Schluss nicht wirklich wohl gefühlt. Es blieb mir alles fremd. Und daher bewerte ich es mal fair neutral mit 3 Sternen, denn das Buch kann nichts dafür, dass ich es nicht so toll fand, weil ich vielleicht keine anderen Bände kannte.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Terry Pratchett
Titel: Das Mitternachtskleid
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442478707
ISBN-13: 978-3442478705
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 - 14 Jahre
Originaltitel: I Shall Wear Midnight
Preis: € 9,99
Genre: Fantasy
Gelesen in: 10 Tagen
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Das unwahrscheinlich geheime Tagebuch vom kleinen Schwein / Emer Stamp

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Das Buch habe ich eigentlich nicht für mein Buchregal geholt, sondern für meinen Sohn. Er liebt Gregs Tagebücher, und irgendwie hat mich das Buch an seine Lieblingsbücher erinnert. Spontan habe ich es zur Rezension angefordert, und bereue es wirklich sehr, warum, lest einfach selbst.



''' OPTK '''
Die Optik ist wirklich hübsch. Grünes Cover mit einem niedlichen Schweinchen und anderen lustigen Zeichnungen, wie ihr sie auch im Buch finden werdet. Das Cover macht definitiv Lust auf mehr.

'''FIGUREN '''
Schwein – es ist kein Pferd, kein Huhn, es ist ein Schwein
Bauer – einfach nur ein Bauer
viele andere Bauernhoftiere

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: irgendwo auf einem Bauernhof
Zeit: 2010er
Perspektive: Ich Perspektive vom Schwein
Alter der Figuren: rund 500 Tage alt

''' LESEPROBE '''
Damit ihr einen Eindruck bekommt, gibt es hier eine Leseprobe: http://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?buyButton=no&showExtraShopButton=false&fullscreen=yes&isbn=9783414824165

''' WORUM GEHT ES? '''
Zusammen mit der Kuh, den gemeinen Hühnern und seinem besten Freund, der Ente, lebt das kleine Schwein auf einem Bauernhof und kann sich kein schöneres Leben vorstellen. Von allen Tieren, da ist sich das kleine Schwein sicher, liebt der Bauer es am meisten. Denn er gibt ihm immer extra viel leckeres Schweinefutter zu fressen. Doch die Ente warnt ihren Freund: Der Bauer führt in Wahrheit Böses im Schilde! Das kleine Schwein traut seinen Ohren nicht. Sollte das tatsächlich stimmen? Zusammen mit der Ente plant das kleine Schwein seine Flucht und bekommt am Ende sogar unverhofft Hilfe von den gemeinen Hühnern. (Quelle: Klappentext)

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Das unwahrscheinlich geheime Tagebuch vom kleinen Schwein“ ist ein Tagebuch, der etwas ungewöhnlichen Art. Es orientiert sich mit seinem Comic Stil an vielen anderen Vorgängern, wie zum Beispiel Gregs Tagebücher. Genau deswegen dachte ich, das wäre etwas für meinen 11jährigen Sohn. Er fährt voll darauf ab und hat schon viele solcher Tagebuch-Lektüren in der Schule bei Buchbesprechungen genutzt. Mit einem Schwein wäre mal was anderes.

Allerdings kann das Buch weder ihn noch mich überzeugen. Er hat sogar nach gut 50 Seiten abgebrochen, weil er einfach die Nase voll hatte. Und irgendwie kann ich es gut nachvollziehen.

Inhaltlich dürft ihr euch auf eine tierische Geschichte freuen.Es ist auf Spaß ausgelegt und mit Sicherheit gibt es einige lustige Momente, die aber leider in meinen Augen nicht so zum Vorschein kommen, wie sie könnten. Und das liegt eindeutig am Stil.

Vielleicht soll es witzig sein, vielleicht möchte der Autor damit einfach die Intelligenz von Schweinen etwas niedriger darstellen oder vielleicht möchte er einfach auf die Pisa Studie aufmerksam machen. Das erinnert mich eindeutig an die ersten Grundschuljahre meines Sohnes. Manchmal fehlen Worte, manchmal fangen fünf Sätze mit „Ich“ an, manchmal finde ich die Satzstellung etwas merkwürdig. Das Buch ist für Kinder und diese sollen doch zumindest richtig schreiben und lesen lernen. Mein Sohn war wie gesagt schon recht bald davon genervt. Seine Aussage: „Kann der kein Deutsch oder hat Google beim Übersetzen geholfen.“ Ganz so schlimm ist es nicht, aber auch ich kann nicht nachvollziehen, warum der Autor diese Umsetzung gewählt hat. Im Original mag der Witz bei der Sprache vielleicht durchkommen, aber uns hat er bei der Übersetzung nicht erreicht. Wenn weder ein Kind, dessen Zielgruppe das Buch ja ist, noch eine Mutter von 3 Jungs lachen kann, dann kann ich das Buch leider nicht in den Himmel loben.

Zitat Seite 5: “Fuchs ist böse. Der hat Ente total traurig gemacht.“ oder Zitat Seite 7: “Bis weit nachdem überall schon die Lichter aus WARN.”

Mit Sicherheit werden es einige lustig finden, aber unsere Familie ist dann leider doch sehr enttäuscht.


'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Emer Stamp
Titel:   Das unwahrscheinlich geheime Tagebuch vom kleinen Schwein
Gebundene Ausgabe: 201 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Boje); Auflage: Aufl. 2015 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3414824167
ISBN-13: 978-3414824165
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
Originaltitel: The unbelievable top secret diary of pig
Preis: € 12,99
Genre: Kids, Humor
Gelesen in: 1 Stunde






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Paperblanks - Edle Notizbücher

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Kürzlich habe ich euch mein neues Lesetagebuch vorgestellt. Wer nicht so viel Geld ausgeben will, kann auch ein einfaches Notizbuch nehmen. Das habe ich vor meinem richtigen Lesetagebuch auch gemacht. Notizbücher gibt es in jedem Laden zu kaufen, aber ganz ehrlich, die sehen in der Regel so was von langweilig aus. Wenn ihr das genauso doof findet, wie ich, dann habe ich eine coole Alternative für euch.


Bei Paperblanks gibt es richtig schöne und edle Notizbücher. Sie sehen optisch nicht nur unglaublich hochwertig aus, sondern auch die Seiten haben eine angenehme Dicke, sodass man beim Schreiben nicht gleich fünf Seiten weiter alles lesen kann. Wenn ihr ein solches Notizbuch für eure Bücher herausholt, um kleinere Gedanken festzuhalten, da werden sicherlich einige neidisch gucken. 

Ich selbst habe von Paperblanks ein ganz zauberhaftes Mini Exemplar bekommen. Dies ist für meine Buchnotizen etwas zu klein, aber ich nutze es aktuell um mein Diätprogramm festzuhalten. Sprich habe ich genug getrunken, wie viel Salz habe ich gegessen, welchen Sport habe ich gemacht und habe ich die 8 Portionen Obst und Gemüse erreicht. Sowie den Blutdruck zu 2 Zeiten am Tag.

Wenn mein eigentliches Lesetagebuch jedoch beendet ist, werde ich ab jetzt bei Paperbanks immer mal vorbeischauen. Wie gefallen euch diese einzigartigen Motive und Notizbücher?
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Bird Box / Josh Malerman

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So leben die drei. Sie gehen für lange Zeiträume nicht nach draußen. Wenn sie es tun, dann mit verbundenen Augen. Die Kinder haben die Welt außerhalb ihres Zuhauses nie gesehen. Nicht mal durch die Fenster. Und Malorie hat sei mehr als vier Jahren nicht mehr hinausgeschaut. Vier Jahre. (Zitat S. 7 – Beschreibung des Stils)
 
Ich oute mich jetzt einmal. Ich gehöre zu den Frauen, die Horrorfilme total lieben. Es darf kein Trash-Horror sein, aber so ein guter, wenn Horrorfilm hat schon etwas. Dementsprechend lese ich hin und wieder auch gerne Werke aus diesem Sektor. „Bird Box“ hat mich aus zwei Gründen angesprochen, denn zum einen geht es um eine Schwangere und zum anderen geht es darum, dass man seine Augen nicht öffnen darf. Das Ergebnis für mich Horror. Inwiefern mir das Buch am Ende gefallen hat, verrate ich euch nun.
 

'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist schwarz und es zeigt ein Loch mit Vögeln. Irgendwie schlicht, aber es sorgt für einen gewissen Grusel-Faktor.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Malorie – Mutter von zwei kleinen Kindern / Schwanger
Shannon – Schwester von Malorie, fällt dem Etwas zum Opfer
Tom – Ruhepol im Haus, wo Malorie sich versteckt

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive : Dritte Person
Alter der Figuren: Mitte 20

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Seit vier Jahren kämpf Malorie gegen etwas das sie nicht sehen kann. Sie weiß nur, dass wenn sie oder ihre Kinder, die sie einfach nur „Junge“ oder „Mädchen“, das Etwas sehen, sich umbringen oder den anderen gefährden. Sie hat nicht so lange dafür gekämpft, um alles aufs Spiel zu setzen, aber sie muss endlich raus und so beschließt sie mit den Kindern auf den Fluss zu fahren, auf der Suche nach einer ganz besonderen Farm. Dabei lässt sie die letzten Jahre besonders die Anfänge Revue passieren.

Alles beginnt vor fünf Jahren, als es erst in Russland und später auf der ganzen Welt zu merkwürdigen Gewaltausbrüchen kommt. Aus unerklärlichen Gründen bringen die freundlichsten Menschen ihre Nachbarn, die Familie und / oder einfach sich selbst um. Irgendwie verbreitet sich die Nachricht, dass diese Menschen etwas sehen und dieser Anblick diese Veränderung hervorruft. Niemand weiß genau, was sie sehen, aber die Leute bekommen es mit der Angst zu tun. Einer nach dem anderen verdunkelt die Fenster, läuft mit Blindenstock herum oder lässt sich sogar blenden. In genau dieser Situation erfährt Malorie, dass sie von einer flüchtigen Affäre ein Kind erwartet. Mit ihrer Schwester steht sie die erste Zeit durch, doch dann bringt sich ihre Schwester einfach, weil die Abdeckung im Badezimmer einen Spalt nach draußen ermöglicht hat. Malorie kann nicht mehr an diesem Ort bleiben und flieht in einen anderen Ort, wo eine alte Anzeige in der Zeitung Zuflucht verspricht. Sie wird von der Gemeinschaft aufgenommen, aber die Situation spitzt sich auch dort zu.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Bird Box“ ist ein ungewöhnliches Horror-Buch, welches viel Potential hat, aber an zwei kleineren Punkten zumindest bei einigen Lesern scheitern wird.

Josh Malerman gelingt es mit seinem Szenario eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die die Urängste der Menschen betrifft. Eine Bedrohung, die wenn man sie sieht, zum Wahnsinn oder einer Veränderung des Charakters führt, macht Angst. Genauso ist die Tatsache, nie wieder einen Blick in die Welt werfen zu können, um nicht Gefahr zu laufen, dieses Etwas zu sehen, sehr beängstigend. So wie der Autor diese Szenerie erschafft, entsteht das Gefühl, als könnte dieses Etwas aus dem Buch springen und sein Unwesen in unserer Realität umsetzen. Definitiv Horror pur.

Mit einer schwangeren Protagonistin oder in den anderen Teilen des Buches einer Mutter von zwei Kindern, gelingt es dem Autoren diese Angst noch zu schüren. Schließlich sind Kinder, ob geboren oder nicht, hilfsbedürftig und benötigen unseren Schutz. Aus Malories Sichtweise erfährt der Leser die gesamte Situation der letzten Jahre. Und hier kommt der erste kleine Punkt zum Vorschein. Der Autor setzt auf einen sehr minimalistischen Stil. Während er so zwar eine ängstigende Grundstimmung erschafft, muss ich ehrlich zugeben, dass ihm das bei den Figuren weniger gelingt. Trotz „Mutter-Verbundenheit“ und der Tatsache, dass Malorie ihre Kinder drillt, um sie ausreichend schützen zu können, bleibt mir die Figur auf emotionaler Ebene fremd. Vielleicht wäre die Ich-Perspektive hier eine bessere Wahl gewesen, um Emotionen und die Sichtweise der Figuren zum Beispiel durch Wechsel der Perspektive besser vermitteln zu können. Wobei diese Kühle und Distanz in seinem Stil natürlich auch etwas Besonderes ist und vielleicht nur so eine Angst beim Leser wirklich aufkommen lassen kann.

Nun hatte ich als Leser stets die Hoffnung, dass der Autor durch die zweite Erzählebene, die Bindung zu Malorie stärken würde. Zeitgleich hofft man, dass so Dinge, wie die Entstehung, warum sie diese gefährliche Reise antreten, warum sie vier Jahre isoliert gelebt haben oder was genau man nun sieht, geklärt wird. Leider werden diese Punkte in meinen Augen gar nicht wirklich geklärt, und gerade das enttäuscht mich dann doch etwas. Zwar lässt Josh Malerman den Leser dadurch mit einem ängstlichen Gefühl zurück und man könnte sogar sagen, dass vielleicht ein solcher Roman ein Auslöser für ein solches Szenario sein könnte, aber ich persönlich hätte gerne eine Aufklärung gehabt. Aliens, die eigene Paranoia oder ähnliches. Mir wäre alles recht gewesen. Ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl, dass der Autor selbst keine plausible Erklärung gefunden hat, um den Leser glücklich zu machen, und sich so für ein halbwegs offenes Ende entschieden hat.

Auch der Aspekt der Blindheit kann mich nicht vollends zufrieden stellen. Zwar wird das Gehör richtig trainiert und das finde ich klasse beschrieben, aber gerade die Umstellung von sehen auf eigentlich blind, wird einfach zu wenig thematisiert. Okay, man verbindet sich die Augen, ist blind, aber diese Hilflosigkeit draußen, die zumindest viele am Anfang empfinden werden, gerade an Orten wo man noch nie war, geht einfach unter. Ich meine, eine Reise mit einem Ruderboot auf einem Fluss zu machen, ist sicherlich schon für eine Person, die seit Geburt blind ist, schon schwer, aber für jemanden, der sich die Augen verbindet, stelle ich mir das richtig schlimm vor. Und genau dies wird einfach nicht authentisch genug dargestellt. Verirren oder ähnliches gibt es zudem ebenfalls nicht wirklich.

Alles in allem ist es ein interessanter Horror-Roman, der auf jeden Fall ängstigen kann, aber definitiv nicht für die breite Masse ist. Ich kann ihn mir jedoch sehr gut verfilmt vorstellen, weil dann einfach die Situationen für den Zuschauer noch etwas lebendiger sind.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Josh Malerman
Titel: Bird Box - Schließe deine Augen
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531215
ISBN-13: 978-3764531218
Originaltitel: Bird Box
Preis: € 19,99
Genre:  Horror
Gelesen in: 5 Tagen


*Buchsponsoring
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Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt / Andrea Schacht

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"Streck dein Bein aus, Princess!""Kann ich nicht.""Gott, das alte Lied schon wieder. Ausstrecken!"Ich schniefte."Heulsuse."Es war mir egal."Jämmerliche Elitezicke!""Ich sterbe!""Quatsch. Jetzt streck dein Bein aus."(Zitat S.80 – Zeigt Kyrias Wesen)



In letzter Zeit muss ich sagen, lese ich gerne mal eine Dystopie. Nachdem ich gerade die Bestimmung im Kino gesehen habe, musste ich mir einfach mal wieder ein Buch aus diesem Genre zu Gemüte führen. Vor vier Tagen habe ich nun das Buch, welches ich mir ausgesucht hatte, beendet. Und erst jetzt konnte ich mich an die Rezension setzen. Das liegt aber nicht daran, dass ich so wenig Zeit hatte, sondern daran, dass ich einfach nicht wusste, wie ich das Buch bewerten sollte. Es hatte mir gefallen, aber irgendwie eben auch nicht. Aber nun genug der einleitenden Worte begleitet mich nach NuYu in die Welt von Reb & Kyria.

== OPTK ==
Dasa Cover gefällt mir eigentlich sehr gut. Wobei ich sagen muss, dass die Variante des gebundenen Buches besser gefallen hat. Das Taschenbuch ist in rosa, hat eine gesprungene Sanduhr drauf und ein irgendwie trauriges Mädchen. Bei der gebundenen Ausgabe ist es ein langer Weg durch einen Wald und ein Dorf im Hintergrund.

== FIGUREN ==
Kyria – 18 Jahre, reiche Mutter, hat einen Gendefekt, zickig
Bonnie – Ihre Erzieherin und beste Freundin in NuYu
Reb – Ohne ID, hilft Kyria bei der Flucht
Hazel – Kyrias Freundin außerhalb von NuYu
Cam – Hilft dem Untergrund

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Erde, Nuyu
Zeit: Zukunft
Perspektive: Ich Perspektive Kyria
Alter der Figuren: 18

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Kyria wächst mit ihrer Mutter und ihrer befreundeten Erzieherin in Nuyu auf. Pandemie ist Nuyu das, was die Menschen als wohlhabende Region nennen. Sie haben ID's, die ihre Krankengeschichte gespeichert haben, aber auch alle anderen Informationen, Geld oder die Möglichkeit in ihre Wohnungen zu kommen. Es ist im Grunde eine totale Überwachung, die als reine Sicherheitsmaßnahme getarnt ist. Außerhalb von Nuyu, gibt es viele andere Sektoren, die noch genauso leben, wie es vor der Pandemie der Fall war. In dieser Welt wächst Kyria ohne Vater auf. Er starb vor ihrer Geburt an einem schlimmen Gendefekt, den er ihr vererbt hat. Das heißt Kyria wird früher oder später genauso qualvoll sterben wie er.

Es ist Kyrias 18 Geburtstag, als sich ihr Leben grundlegend ändert. Vor wenigen Minuten war sie noch das privilegierte Mädchen und nun soll sie in den Tempel, obwohl sie wahrscheinlich eh nicht mehr lange zu leben hat. Aber ablehnen kann sie einfach nicht und dann wird sie auch noch von Hornissen gestochen. Im Krankenhaus trifft sie auf Reb, einen der Menschen ohne ID, den sie aber schon einmal im Fernsehen gesehen hat. Sie sorgt dafür, dass er behandelt wird. Und er ist es, der sie aufmuntert, als sie zufällig von ihrer Freundin Bonnie hört, dass sie bald sterben wird, weil die Krankheit bei ihr ausgebrochen ist. Kyria weiß was das heißt. Untersuchungen, volle Überwachung und das möchte sie nicht. Sie will ihre letzten Tage in Ruhe verbringen und kommt auf die Idee, ihre alte Freundin Hazel zu besuchen, die sie von früher kennt und die in den Reservaten außerhalb von NuYu lebt. In Reb findet sie einen Verbündeten, zumal gerade durch einen Totalausfall überall Chaos herrscht. Zusammen mit Reb macht sie sich auf den Weg und muss erkennen, dass die heile Welt,die ihr von den hohen Tieren in NuYu vorgespielt wird, gar nicht so heil ist. Zum Beispiel muss sie erkennen, dass bestimmte Epidemien in den No-ID Regionen nicht von Unsauberkeit kommen, sondern von der Regierung dort platziert werden. Auch schafft es Reb ihr deutlich zu zeigen, dass ihre Symptome ganz harmloser Natur sind. Zusammen kommen sie mit Hilfe des Untergrunds sowohl zu Rebs Vater, als auch zu Hazel. Beide sind somit am Ziel angekommen, aber vor Ort muss Kyria eine Menge Dinge erfahren, die ihr Leben auf den Kopf stellt und zudem die Frage aufkommen lässt, was wirklich hinter allem steckt, denn Kyrias einziger Gendefekt sind fehlende Weißheitszähne.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Kyria & Reb“ ist eine klassische Dystopie und eigentlich genau mein Genre. Etwas Zukunft, etwas Chaos und eine interessante Liebesgeschichte. Doch in diesem Fall kann ich den positiven Meinungen vieler anderer Leser einfach nicht zustimmen. Ich habe das Buch ausgelesen und vier Tage lang darüber gegrübelt, wie ich das Buch bewerte. Ich hatte gerade erst „Die Bestimmung“ im Kino gesehen und war hin und weg. Dieser Effekt fehlte bei dem Buch gänzlich. Zwar möchte ich genau wie die Hauptfigur die Hintergründe erfahren und werde somit auch weiterlesen, aber auch nur weil ich es hasse, wenn ein Buch nicht abgeschlossen ist. Auch wenn viele begeistert sind, möchte ich euch meine Kritikpunkte nicht vorenthalten und hoffe, dass ihr sie nachvollziehen könnt.

Die Geschichte beginnt mit Kyrias Geburtstag und zeigt im Groben und Ganzen, die aktuelle Situation der Welt nach der Pandemie. Sich in diese Welt zu versetzen ist überraschend einfach, weil die Autorin hier ein sehr gutes, klares Bild schafft. Die Unterschiede, die Überwachung und die Reservate sind für mich verständlich gewesen. Erst später wird deutlich, dass das anfängliche Bild lückenhaft ist, weil vieles erst später im Verlauf erzählt wird. Aber gerade bei einer Dystopie sollte die Umgebung von Anfang an vollständig sein.

Ähnlich wie die Geschichte von Kyria, die  aus der Ich-Perspektive vermittelt wird. Für mich gehört zu einer Ich-Perspektive, dass ich mich direkt in die Figur hineinversetze, sie nachempfinden kann. Das ist bei Kyria aber einfach nicht gegeben. Ihre Angst vor dem Tod, den Wunsch ihre Freundin zu sehen und vieles kann ich schon nachvollziehen, aber in diesem Fall schafft Andrea Schacht einfach keine Bindung entstehen zu lassen. Im Gegenteil ich war stellenweise von ihr einfach nur genervt. Obwohl ich weiß, dass sie immer wie eine Prinzessin behandelt wurde, was ihre Art vielleicht rechtfertigen würde, empfand ich sie nur als unerträglich. Kyria ist verwöhnt, zickig und total wehleidig. Zum Beispiel jammert sie über ihren baldigen Tod, weil ihre Beine schmerzen, und Reb muss ihr erklären, dass es einfach nur Muskelkater ist, weil sie zum ersten Mal viel gelaufen ist. Sie ist so naiv und das ändert sich leider bis zum Schluss des Buches nicht. Naiv und zickig. Ich empfand es daher so anstrengend, zumal Reb, zwar ein interessanter Charakter ist, aber auch so übertrieben klischeehaft. Und stellenweise dachte ich schon, das er genau wie Kyria ist, nämlich ebenfalls launisch und zickig. Die Nebenfiguren sind ebenfalls kein Highlight, sondern eben nur blasse Randfiguren, die sich aber mal von der nervigen Art unterscheiden. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass die Figuren schlecht sind. Stellenweise war ich extrem genervt, wenn Kyria wieder gejammert oder sich wiederholt hat, aber es gab auch Momente, wo ich dachte, sie könnten im Verlauf sympathischer werden.

Kommen wir nun zum Inhalt. Der basiert, wie die meisten Bücher auf Spannung und Liebesgeschichte.

Die Liebesgeschichte ist ein Klassiker, der eigentlich schön schnulzig sein kann und mir daher gefällt. Happy End für zwei total Menschen aus unterschiedlichen Welten. Nur muss man ehrlich sagen, dass es bei einer solchen Umsetzung funken muss, und das schafft Andrea Schacht nicht. Schon beim ersten Treffen weiß jeder Leser, dass die beiden sich verlieben. Es wird gestänkert, gezickt, sie gehen getrennte Wege und merken dann, dass sie den anderen lieben. In diesem Fall immer die gleichen Sprüche, was sogar die Figuren selbst zugeben, keine Highlights in der Umsetzung, ein paar Eifersuchtsszenen und das war es schon. Eine prickelnde Liebesgeschichte, wo man die Funken sprühen sieht, ist diese Umsetzung definitiv nicht. Allein die Szene, wo er in den Laden geht und Kondome holt.

Bleibt also die Spannung, und die ist stellenweise vorhanden. Allen voran die Frage: Was steckt hinter dem Lügengerüst um ihren Gendefekt. Klar gibt es Momente, wo sie fliehen, oder fast auffliegen oder etwas verhindern müssen, wo ich sage, das ist spannend. Unterbrochen wird aber alles durch langatmige Dialoge oder Erklärungen, Wiederholungen und die Tatsache, das Kyria immer so viel jammert. Außerdem stört mich der ständige Zufall. Klar gibt es Zufälle, aber muss jede Information ein neuer Zufall sein? Jeder hilft ihr gerne die Wahrheit aufzudecken, fordert dafür nichts und ist glücklich ihr etwas helfen zu können. Wie gebratene Tauben, die einfach in den Mund fliegen. Ein paar Hindernisse hätten dann doch nicht geschadet.

Alles in allem ist das Buch sicherlich nicht verkehrt. Es lässt sich sehr leicht lesen und der Stil der Autorin ist modern und verständlich. Nur nützt das nichts, wenn der Inhalt einfach stellenweise nicht überzeugen kann. Sie schafft es zum Beispiel nicht Emotionen klar zu vermitteln, Spannung aufgebaut zu lassen oder die Bindung zu den Charakteren zu erschaffen. Klar möchte ich irgendwo wissen, wie es weiter geht, aber das ist für mich kein Grund zu sagen, das Buch war genial. Empfehlen kann ich das Buch trotzdem, denn ich habe nicht abgebrochen und es gab nette Momente.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Andrea Schacht
Titel:   Kyria & Reb - Bis ans Ende der Wel
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (2. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802597400
ISBN-13: 978-380259740
Preis: € 9,99
Genre:  Dystopie
Gelesen in: 4
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