Die Stimmen des Bösen / Kay Hooper

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Nachdem ich während meiner Weisheitszahn-OP den letzten Band dieser Reihe gelesen hatte, war mir klar, dass ich mich irgendwann an den zweiten Band wagen muss. Er sticht regelrecht aus dem Buchregal hervor und sagt: Bring es endlich hinter dich. Wer meinen Leseweg verfolgt, der weiß, dass ich gerne Bücher blind kaufe. Nach Cover, Titel oder einfach ohne Grund. Die beiden Bände stammen aus einer solchen Aktion und wurden von mir wegen dem Titel ertauscht. Der letzte Band und für mich mein erster Hooper waren so enttäuschend, das ich dies Buch am Liebsten ungelesen verschenkt hätte. 


'''o0o OPTK o0o'''
Ich mag grün, und das Cover ist okay. Es hat etwas geheimnisvolles an sich mit dem Mann am Fenster, den man nur verschwommen sehen kann.

'''o0o HAUPTFIGUR(EN) o0o'''
Nell – Paranormale Ermittlerin

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA
Zeit: Gegenwart (2000er)
Alter der Figuren: 25-50

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Sie verfügt über paranormale Fähigkeiten. Sie hat dem Bösen schon einmal ins Gesicht geblickt. Und ein quälendes Geheimnis überschattet ihre Vergangenheit. Doch nun muss Nell Gallagher an den Ort zurückkehren, den sie vor Jahren fluchtartig verließ. Eine Serie barbarischer Morde stellt die Polizei vor ein unlösbares Rätsel: Es trifft immer die angesehensten Männer der kleinen Gemeinschaft, und jeder von ihnen hatte etwas zu verbergen. Handelt es sich um Rache? Oder um etwas viel Dunkleres? Nur wenn Nell bereit ist, den Schleier über ihrer eigenen Vergangenheit zu lüften, kann sie die Dämonen der Gegenwart bekämpfen. Aber dabei riskiert sie weitaus mehr als nur ihr Leben … (Zitierter Klappentext)

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Die Stimmen des Bösen“ ist der zweite Band einer Trilogie, die vor allen Dingen Fans von paranormalen Geschichten begeistern wird. Nachdem ich schon beim dritten Band schmerzhaft erfahren muss, dass die Autorin mich mit ihren paranormalen Ansätzen, den Ausschweifungen und der Langatmigkeit nicht begeistern kann, hatte ich irgendwo die Hoffnung, dass es eine Ausnahme sei.

Obwohl es für mich augenscheinlich ein Fehl-Tausch war, hab ich auch den zweiten Band, der für mich noch spannender als Band 3 klang, angefangen. Wie auch bei „Das Böse im Blut“ schafft es die Autorin mich im ersten Moment zu packen. Sie erschafft eine Spannung, die viele langjährige Thriller-Autoren nicht immer so gut hinbekommen. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, wo sie den Thrill wieder aus den Augen verliert. Sie diskutiert und befasst sich seitenlang mit den paranormalen Fähigkeiten. Ich bin so schon nicht der Fan davon, aber wenn es zumindest so spannend wie bei „Ghost Whisperer“, dann wäre es mir egal. Aber immer wieder wiederholt sich die Autorin und zieht es in die Länge, ohne das wirklich etwas spannendes passiert.

Es ist aber nicht nur dieser Part, wie beim letzten mal, sondern auch die Figur von Nell. Wie hat eine andere Bloggerin es genannt „Nicht genug, dass die Protagonistin auf einmal zur FBI-Agentin mutiert, zu guter letzt hat sie auch noch übersinnliche Kräfte, die ihr bei der Mordermittlung helfen.“ (Zitat von AmysGarden auf Lovelybooks) Ich zitiere AmysGarden, da ich finde, dass sie die Figur, wie die Faust aufs Auge beschreibt. Nell ist keine gewöhnliche Protagonistin, sondern eine Figur, die so haarsträubend entwickelt wird, dass ich als Leserin weder eine Bindung zu ihr aufnehmen konnte, noch sie sympathisch empfand. Mich für meinen Teil hat sie oft mit ihrem Verhalten und Gedanken wahnsinnig gemacht.

Thematisch gesehen, setzt Kay Hooper aber nicht nur auf den Spannungsfaktor, sprich die Suche nach dem Täter, sondern auch auf eine Liebesgeschichte. Diese wirkt ebenfalls recht künstlich, haarsträubend und konnte mich einfach nicht umhauen. Ich gehöre aber auch zu den Lesern, die bei einer Liebesgeschichte Figuren brauchen, die überzeugen, was hier auf niemanden zutrifft.

Einziges Highlight ist in der Tat, wie die Autorin den Täter nachher offenbart. Nicht weil es eine meisterliche Leistung ist, sondern zumindest passt und ja, sogar einen Tick spannend ist.

Alles in allem kann ich sagen, wer einen der anderen Bände gelesen hat, und mit Kay Hooper nichts anfangen kann, der wird hier auf eine noch langatmigere Umsetzung treffen. Ich muss sogar sagen, dass sie sich mit „Das Böse im Blut“ gesteigert hat, und das fand ich schon enttäuschend. „Die Stimmen des Bösen“ zeigt jedoch, es gibt eine Steigerung.


'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Kay Hooper
Titel: Die Stimmen des Bösen
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Weltbild; Auflage: 1 (28. April 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898972771
ISBN-13: 978-3898972772
Preis: € 1
Genre:  Thriller, Paranomal
Gelesen in: 2 Tagen

'''o0o BUCHREIHE o0o'''
1. Die Augen des Bösen („Touching evil“).
2. Die Stimme des Bösen. Roman („Whisper of evil“).
3. Das Böse im Blut („Sense of evil“).
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Mord in Honeychurch Hall / Hannah Dennison

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Ich muss so 16 Jahre alt gewesen sein, da lag ich mit hohem Fieber im Bett, meine Monats-Ration an Büchern war aufgebraucht und ich schickte meinen Vater in die Bücherei um mir weitere Bücher auszuleihen. Damals habe ich mir nämlich immer rund 30-40 Bücher pro Monat ausgeliehen. Er brachte damals einen ganzen Stapel an Krimis mit.Statt der Agatha Christie Jugendbücher ist er in die richtige Krimi-Abteilung gewandert. Diese roten kleinen Bücher von Goldmann wurden es. Seitdem liebe ich klassische Krimis und als ich den Klappentext las, war mir klar, das muss ich lesen. Nun habe ich das Buch endlich ausgelesen und möchte euch mitnehmen in die Welt von Kat.


== OPTK ==
Die Optik ist eigentlich sehr schlicht. Vögel, Pflanzen, ein kleines Haus und Gartengeräte. Alles hübsch angeordnet und obwohl ich es im Laden wahrscheinlich nicht entdeckt hätte, gefällt es mir live sehr gut. Es hat etwas ruhiges und klassisches.

== FIGUREN ==
Diesmal sind es ein paar Figuren mehr, und da alle irgendwie eine kleine Hauptrolle spielen, werde ich mal alle wichtigeren Figuren aufzählen.

Kat – Mitte 30, TV-Moderatorin, kinderlieb, mag Antiquitäten
Vera – Haushälterin der Lordschaft
Eric – Veras Mann
Rupert – Der Lord im Ort, leicht unglücklich verheiratet
Lavinia – Frau von Rupert
Gayla – Verschwundes Kindermädchen
David – Lebensgefährte von Kat
Trudy – Frau von David, die aber in Trennung leben und Promijägerin ist
William – Pferdepfleger der Lordschaft
Iris – Mutter von Kat und geheime Autorin
Shaw – Polizist und Witwer in Kats Alter

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive von Kat
Alter der Figuren: Mitte 30-80

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Kat steht ein neuer Lebensabschnitt bevor. Sie hat ihrer Sendung, wo sie sich mit Antiquitäten beschäftigt, den Rücken zugekehrt und möchte mit ihrer Mutter einen Antiquitätenladen eröffnen. Doch ihre Mutter hat ganz andere Pläne. Sie ist ganz spontan aufs Land gezogen, hat ein baufälliges Herrenhaus erworben und sich zu allem Überfluss den Arm gebrochen. Kat reist zu ihr und wird schnell in die familiären Angelegenheiten des ansässigen Lords eingebunden. Bei ihrer Ankunft lernt sie nämlich das gekündigte Kindermädchen kennen, welches am nächsten Tag als vermisst gemeldet wird. Ihre Mutter hingegen wird von ihrem Nachbarn bedroht und der Lord möchte den Kauf des Herrenhauses rückgängig machen. Das ihre Mutter sich noch als berühmte Autorin entpuppt, ist für Kat fast schon zu viel. Doch es kommt noch schlimmer, denn Vera, die Haushälterin ist von ihrer Mutter ein riesiger Fan und ihre Mutter hat mehrere Geheimnisse, die niemand erfahren darf. Zudem macht die Ex-Frau von David, Kats Lebensgefährten, ihr immer Ärger und versucht die Familie in ihrer Reihe Skandale über Stars bloß zu stellen. Als Vera dann eines Abends nach einem geplatzten Essen mit ihrem Mann als Leiche wieder auftaucht, haben ganz viele ein Motiv. Doch wer war der Mörder wirklich?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Mord in Honeychurch Hall“ ist anders als ich erwartet habe. So komplett anders, dass ich nach den ersten 100 Seiten gar nicht wusste, was ich davon halten soll. Ausgegangen bin ich von einem klassischen Kriminalfall, herausgekommen ist aber so viel mehr, dass ich um es einfach mal vorwegzunehmen, Fan der Autorin geworden bin. Aber nun einmal der Reihe nach.

Mit Kat ist der Autorin eine interessante Persönlichkeit gelungen, die vielleicht nicht den Geschmack der Mehrheit treffen wird. Sie ist eben eine berühmte Persönlichkeit, die jeder zu kennen scheint und um es mal pauschal zu sagen, mich irgendwie an die drei vom „Trödeltrupp“ erinnert. Promi und Adel ist so eine Mischung, die ich persönlich sonst nicht bevorzuge, aber Kat ist irgendwie charmant, liebenswert und hilfsbereit, sodass man sie trotzdem mag. Ohne diese zusätzlichen Infos, die immer wieder genannt werden, wenn sie auf eine andere neue Figur trifft, würde man sie nie für einen Star halten. Gleiches gilt für die anderen Figuren, sie sind irgendwie klassisch, irgendwo miteinander verwandt wie es sich für Angestellte bei einem Lord gehört, aber sie sind trotzdem etwas Besonderes, wie zum Beispiel Rupert, der sogar eine Hausangestellte geheiratet hat oder sein Sohn Harry, der Biggles liebt. Die Personen zeigen somit einerseits Klischee-Charakter, sind aber trotzdem irgendwie davon entfernt.

So ungewöhnlich die Charaktere sind, ist auch der Inhalt, der aus verschiedenen Geheimnissen besteht. Nicht nur die Tatsache, dass ihre Mutter eine geheime, berühmte Autorin mit falscher Vita ist, wo ich mich frage, warum sie kein Pseudonym genutzt hat, sondern auch familiäre Todesfälle und der Mord. Die Autorin baut die Geschichte dabei sehr langsam auf, sodass ich mich lange gefragt habe, warum im Klappentext vom Mord einer Haushälterin die Rede ist, wenn das Kindermädchen verschwunden ist. Gerade durch diese Längen, wirkt es eigentlich eher unspannend und weniger spektakulär. Ja, die ewigen Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die sich um ihr Geheimnis oder Kats Berühmtheit drehen, aber auch um David und seine herausgezögerte Scheidung, sind manchmal echte Spannungskiller, aber als langweilig würde ich sie nicht titulieren. So lernt der Leser ganz ehrlich die Figuren tiefgehender kennen, was mich am Anfang gewundert hat, denn mir war nicht bewusst, dass es sich um einen Reihenstart handelt. Mit dem Wissen im Hintergrund klärt sich diese Tatsache jedoch weites gehend auf und ist im Grunde plötzlich nicht mehr so wichtig.

Im Gegenteil es ist eins der wenigen Bücher, wo ich wirklich bis zum Schluss nicht wusste, wer der Täter ist. Der Polizeibeamte ist etwas merkwürdig geraten und seine Techniken sehr ungewöhnlich, aber es ist endlich mal ein Kriminalfall, der nicht trocken ist. Es ist eine gute Mischung aus Liebesgeschichte, Vergangenheits-Geheimnisse und Mord. Das Lesen macht unglaublich Spaß. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre die Tatsache, dass mich die Einwürfe aus den etwas schwülstigen Romanen ihrer Mutter nicht unbedingt vom Hocker gehauen haben. Sie sind sicherlich gut und weisen dem Leser einen kleinen Einblick in die Vergangenheit, aber ich bin nicht soooo der Fan von solchen Romanen.

Nichtsdestotrotz ist dieses Buch eins der Highlights, die ich in diesem Jahr schon gelesen habe. Trotz kleiner Schwächen habe ich das Buch aus der Hand gelegt und war mega enttäuscht, weil die Fortsetzung erst im Januar 2016 erscheint. In meinen Augen hat die Autorin fast alles richtig gemacht. Ich bin jedenfalls gespannt, ob es im nächsten Band etwas mehr spannend wird und wie sich das Liebesleben von Kat entwickelt. Sie ist mir auf jeden Fall ans Herz gewachsen.

Fazit: „Mord in Honeychurch“ ist kein Klassiker im Krimi Genre, aber hat das gewisse Etwas um sich ins Gedächtnis zu brennen, weil es ein so gelungener Mix aus verschiedenen Genres ist. Einfacher Stil und eine Story, die zum Lesen bis zum Schluss verleitet.

== BUCHFAKTEN ==
Autor:  Hannah Dennison
Titel: Mord in Honeychurch Hall
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (2. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802597095
ISBN-13: 978-3802597091
Originaltitel: Murder at Honeychurch Hall 01
Preis: € 9,99
Genre: Krimi
Gelesen in: 2 Tagen
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Lesejournal - Mein Tagebuch rund ums Lesen

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Heute möchte ich euch mal ein ganz anderes Buch vorstellen, als es sonst der Fall ist. Zwar gibt es eine kleine Einleitung, die man lesen kann, aber es handelt sich um eine Art Tagebuch, wo alle Bücher, die ihr gelesen habt, eintragen könnt. Ich selbst finde so etwas klasse. Zwar habe ich durch meinen Blog immer eine Erinnerung an die Bücher und kann vergessene Dinge auffrischen, aber ich mache mir immer gerne Notizen von Hand. Das hat den Hintergrund, dass ich Dinge, die ich per Hand schreibe leichter im Kopf behalte, aber auch den Hintergrund, dass wenn ich ein Buch verschenke, vertausche oder verkaufe, immer eine meiner Notizen zu einem anderen Buch beilege, um dem neuen Besitzer vielleicht auch diese Perle näher zu bringen.


Das Lesesjournal aus dem Hause Leuchtturm kostet rund 20€, ist aus Leinen, hat zwei Lesezeichen und die Maße 145 x 215 mm. Es ist recht teuer, aber wirkt auch recht hochwertig. Die Seiten sind vor allen Dingen schön dick, sodass nicht alles von der anderen Seite lesbar ist. 

Auf den ersten Seiten wird das Lesejournal erklärt. Ein Aspekt, den ich persönlich nicht gebraucht hätte oder wenn nur in einer kurzen Erklärung von 1-2 Seiten. Nun gut, für alle, die das Buch neu haben und sich auf diese Situation einlassen wollen, ist es ein guter Einstieg.

Danach kommen 87 Seiten, wo der Leser etwas eintragen kann zu seinen Büchern. Und hier ist meine größte Kritik. Es können also nur 87 Bücher eingetragen werden. Ich selbst lese aber so viel mehr im Jahr und finde es schon recht schade. Dabei hat das Buch viel mehr Seiten. Nach den 87 Büchern folgen drei Bereiche. 

Lesen: Hier können Bücher eingetragen werden, die man zum Beispiel noch unbedingt lesen möchte oder eine Übersicht seines SUBs. Diesen Teil finde ich persönlich noch sinnvoll, weil ich eben gerne Schreibe und eine Übersicht des SUBs ist praktisch.

Verschenken: Hier können Bücher, die ihr verschenkt habt oder verschenken wollt notieren. Den Bereich würde ich nie nutzen, da ich mir nicht notiere, wenn ich was verschenke und bei Schenkungen spontan entscheide.

Verliehen / Geliehen: Hier können alle Leihgaben notiert werden. Auch ein Bereich, der für mich nichts ist. Ich leihe und verleihe keine Bücher.

Nun folgt noch ein Buchregister und ein Wörterbuch. Okay, hier kann man noch einmal die Bücher nach Alphabet sortieren und dann die Seitenzahl vermerken oder sich blöde Worte, die man entdeckt hat notieren. Das Buchregister ist okay, aber Wörter? Sind sie wichtig, merke ich sie mir, sind sie unwichtig, dann benötige ich sie nicht und vergesse sie. Sprich würde sie nie notieren. 

Nun aber zu den Buchseiten selbst. Ihr seht, wer viel liest, könnte sich über den einen oder anderen Teil des Buches ärgern und sich mehr Buchseiten wünschen. Diese sind nämlich 1A gestaltet. Titel, Form des Buches (Hörbuch, Print), Name des Autors, wann und wo gelesen, Originalsprache, Erscheinungstermin, Bemerkungen / Zitate, Bewertung, Entdeckt durch und verschenkt. Es ist also alles vorhanden, um andere neugierig zu machen. Find ich klasse. Von mir aus hätte das Buch zu 90% daraus bestehen können. Zwar stimmt, es, dass viele Deutsche rund 50-80 Bücher im Jahr lesen, aber ich lese dann doch eher so rund 10-15 im Monat.

Trotzdem eine schöne Art und Weise seine Bücher festzuhalten.
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Die Wunder des Himmels / Alexandra Jones

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Ich habe das Buch vor einiger Zeit getauscht gegen ein Buch auf das ich so gar keine Lust hatte. Dieses Buch klang genau nach meinem Geschmack. Warum also nicht tauschen?  Ich habe das Buch angefangen, abgebrochen und nach wenigen Monaten wieder angfangen. Aber leider hat das Buch nicht diese magische Wirkung auf mich, wie auf andere. Aber schaut einfach mal, ob es was für euch ist.


== OPTK ==
Das Cover ist nun kein Highlight. Orangener Hintergrund und darauf eine Küste zu sehen. Naja, meins ist es nicht.

== HAUPT FIGURE(N) ==
Irene – 14 Jahre alt, Träumerin, Wunsch Goldschmiedin zu werden

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England, Russland
Zeit: 1900-1920

== WORUM GEHT ES  ==
Irene träumt davon, Goldschmiedin zu werden. Doch die Zukunft eines jungen Mädchens Anfang des Jahrhunderts in England bietet wenig Chancen. Irene ist eines von acht Kindern einer Arbeiterfamilie, soll zunächst im Laden der Eltern mithelfen und dann so schnell wie möglich heiraten und Kinder bekommen.Als sie Lady Catherine kennenlernt, nimmt Irenes Leben die entscheidende Wende. Die Gutsbesitzerin erkennt die große Intelligenz und Begabung der jungen Frau und übernimmt ihre Erziehung. Irene nutzt diese einmalige Chance und bekommt nach drei Jahren das überwältigende Angebot, bei einem der berühmtesten Goldschmiede seiner Zeit zu lernen. Doch dazu muss sie England verlassen und nach Russland gehen. Und sie muss Randolph, die Liebe ihres Lebens, zurücklassen ...Die Wunder des Himmels ist ein großer Liebesroman vor dem Hintergrund des ersten Weltkriegs und der russischen Revolution. Ein mitreißendes Buch um eine in ihrer Zeit ungewöhnliche Frau, die Schwächen und Gefühle zeigt und mit Kraft und Mut ihre Träume verwirklicht. (Zitierter Klappentext)

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Wunder des Himmels“ ist ein Buch, welches ich nun schon zum zweiten Mal angefangen habe und welches mich trotzdem nicht so vom Hocker gerissen hat, wie ich es mir erhofft habe.

Es beginnt schon mit dem Einstieg. Irene wird als kleines Mädchen präsentiert, dass so gar nicht in ihre Zeit passt. Sie ist 14 Jahre alt, träumt den ganzen Tag und ist auf der anderen Seite total frech. Okay, sie hat 8 Geschwister, das 9 Geschwisterchen ist unterwegs und so kann ich es nachvollziehen, dass sie träumt und auch frech ist, um sich durchzusetzen. Aber ihre Persönlichkeit wird so ausgiebig beleuchtet, dass ich es auf die Dauer irgendwie nervig fand. Sie sieht sich eben nicht als Teil des Ganzen sondern irgendwie als Mittelpunkt, wobei ich das irgendwo auch noch nachvollziehen kann. Ihr Gegenpart ist am Anfang die liebe Tante, die mich in den Wahnsinn treibt. Herrisch, befielt und alle müssen springen. Während Irenes Eltern alles hinnehmen und kuschen.

Mit zwei Figuren die man so gar nicht mag, muss man sich nun herumschlagen. Und leider wird mir Irene auch im Verlauf nicht sympathischer. Das Hauptproblem ist, dass sie alles und damit meine ich alles über Irenes Leben erzählt. So lernt man Irene gut kennen, aber muss man wirklich jedes noch so unnötige Detail erfahren. Das zieht stellenweise den Roman arg in die Länge. Fehlt nur noch eine Beschreibung, wie sie sich  die Zehennägel einzeln schneidet, um es jetzt einmal zu übertreiben. Am Anfang denkt man noch, das ist okay, aber leider wird es in meinen Augen nicht besser.

Abgesehen von dem detaillierten Stil und Irene als Figur, ist die Geschichte sicherlich schön. Es spielt ungefähr in der Zeit 1908-1920. Es ist eine interessante Zeit des Umbruchs und man erfährt einiges über die damaligen Tage. Vor allen Dingen geht es aber, wie man schon ahnen kann um Schmuck und so lässt es sich nicht vermeiden, dass auch Fabergé eine Rolle spielt mit seinen interessanten Eiern. Generell spielt das Buch geschichtlich sehr viel in und um Russland, sodass die Perspektive des Ersten Weltkrieges diesmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten ist. Obwohl ich selbst schon in St. Petersburg war, kann ich mich mit dem Zaren-Volk einfach nicht identifizieren, zumindest zu damaligen Zeiten. Und dadurch ist das Buch inhaltlich schon einmal nicht meins, obwohl es sehr interessant ist. 


Ein Highlight ist aber der Schluss, er wirkt so künstlich, so herbeigeführt, dass ich froh war, als ich endlich die letzten Seiten beendet hatte. Damit ich das Buch fair bewerte, bleibe ich bei 3 Sternen. Warum? Ich denke, dass mich meine leichte Abneigung gegen diese damalige Zeit in Russland etwas gehindert hat, und nicht nur Irene oder der detailverliebte Stil.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Alexandra Jones
Titel: Die Wunder des Himmels
Taschenbuch: 637 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag); Auflage: 2 (22. April 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404146956
ISBN-13: 978-3404146956
Originaltitel: Fields of Romance
Preis: € 1
Genre: Historisch, Liebe, Familie, Frauen
Gelesen in: 10 Tagen
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Sakrileg / Dan Brown

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Heute möchte ich euch Buch vorstellen, welches ich mir ehrlich gesagt niemals freiwillig gekauft hätte. Warum, denn Thriller liebe ich eigentlich. Ich bin von Verschwörungen, Kirche und ähnlichen Ausrichtungen kein großer Fan. Zudem habe ich den Film damals gesehen. Nun habe ich das Buch jedoch bei der Rebuy Challenge gewonnen und dementsprechend musste ich es einfach lesen, denn ein vorhandenes Buch verschmähe ich nicht. 


== OPTK ==
Nein im Laden hätte ich mir das Buch nicht angesehen. Es ist total düster mit roten Elementen, die aber ehrlich gesagt noch düsterer und blutiger wirken.

== FIGUREN ==
Robert Langdon – Spezialist Symbologie
Sophie Neveu – Kryptologin und Enkelin des Mordopfers.

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Paris, London
Zeit: 90er Jahre

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
In der Grande Galerie stürzte Jacques Saunière, der Museumsdirektor, zu einem der kostbaren alten Meister, einem Caravaggio, klammerte sich an den schweren Goldrahmen und hängte sich mit seinem ganzen Gewicht daran, bis das Gemälde sich von seiner Aufhängung löste. Die Leinwand beulte sich aus, als sie den rückwärts fallenden siebenundsechzigjährigen Gelehrten unter sich begrub. (Zitat S. 10 / Prolog – Erste Sätze)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Robert Langdon befindet sich für einen Vortrag in Paris und möchte gleichzeitig sein neues Buch bekannter machen. Zudem recherchiert er über das Thea Göttinnen-Verehrung und hier ist der Kurator des Pariser Louvre der richtige Ansprechpartner. Zu dem geplanten Treffen kommt es jedoch nicht, denn der Kurator Jacques wurde im Louvre umgebracht. Bei der Leiche sind Symbole, die er sich zum größten Teil noch vor seinem Tod selbst zugefügt hat. Von der Polizei wird er nun gebeten, diese Symbole zu entschlüsseln und den Mordfall voranzutreiben. Vor Ort heißt es aber plötzlich, dass er für den Tod verantwortlich ist und die schöne Unbekannte hilft ihm zu fliehen. Sie ist die Enkeltochter des Ermordeten und glaubt daran, dass etwas vertuscht werden soll. Zusammen folgen sie den dürftigen Spuren, denn die Polizei hat Robert nicht alles gezeigt. Diese Spur führt sie zu einem Schließfach in der Schweiz, welches eine geheimnisvolle Truhe mit weiteren Spuren und dem Hinweis auf eine geheime Bruderschaft, der der Tote angehörte. Doch auch die anderen Mitglieder wurden in dieser Nacht umgebracht. Robert und Sophie wird klar, dass sie nun auch in Gefahr sind, geben aber nicht auf und folgen der Spur bis nach England. Verfolgt von Polizei und dem Mörder ist es ein Wettlauf um Leben und Tod.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Sakrileg“ ist der zweite Band, der sich mit Robert Langdon beschäftigt. Wie schon im ersten Band geht es um Religion und eine Geheimorganisation. Als Ausgangspunkt für das Buch hat sich der Atuor diesmal die Suche nach dem heiligen Gral ausgewählt.

Egal, ob der erste Teil bekannt ist oder nicht, Robert Langdon ist eine eindrucksvolle Figur, die sich im Laufe des Buches authentisch entwickelt, sodass ich als Leser ein klares Bild von ihm bekommen habe. Allerdings muss ich persönlich zugeben, dass ich im Kopf ein anderes Bild als die Wahl des Regisseurs hatte. Nichtsdestotrotz macht es viel Spaß die Geschichte mit einem etwas anderen Kopfkino erneut verfolgen zu können, und ich muss ehrlich sagen, das Buch ist definitiv besser.

Das liegt nicht nur an den anderen und in meinen Augen besser umgesetzten Charakteren, sondern vor allen Dingen an der gute Recherche, die einem Angst und Bange werden lässt. Generell ist das Buch sehr spannend verfasst und gerade durch die authentische Schauplätze, wo man einiges wiedererkennt, wenn man schon mal dort war, wirkt es noch greifbarer. Wer weiß, ob sich nicht genau das hinter unser aller Rücken schon einmal abgespielt hat.

Schön ist auch der angenehme, lebendige Stil, der dafür sorgt, dass man nicht die Lust am Lesen verliert. Gerade Personen, die sich mit dem Genre etwas schwer tun, können durch eine eher gehobene oder etwas langweiligere Sprache abschweifen, wie es bei mir oft der Fall ist. Hier hängt man den Worten, als würde der Autor selbst erzählen und man ihm lauschen.


Es ist ein absoluter Klassiker, den man so oder so kennen muss. Ich persönlich kann euch raten, lest das Buch, denn es ist um Längen besser als der Film.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Dan Brown
Titel:  Sakrileg
Leserschaft: Jedermann
Seitenanzahl: 640
Übersetzer: Piet van Poll
ISBN: 978-3404154852
Preis: 9,99 Euro
Genre: Thriller
Gelesen in:10 Tage
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Bob und wie er die Welt sieht / James Bowen

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Nachdem ich den ersten Band über Bob mehr oder weniger unfreiwillig in die Hände bekommen habe, bekam ich nun auch den zweiten Band von meiner Mama geschenkt. Ob mir die Fortsetzung besser gefallen hat, möchte ich euch nun verraten. Begleitet mich also erneut zu Bob und James. 


''' OPTK '''
Bob, ein Schal und im Hintergrund die tollen roten Busse. Ja, es ist schon süß.

'''FIGUREN '''
Bob – roter Kater
James - Straßenmusikant

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: London
Zeit: 2010er
Alter der Figuren: Mitte, Ende 20

''' WORUM GEHT ES? '''
Das Leben von James wurde mit dem Eintritt von Bob unglaublich verändert. Er sorgt nun für zwei Lebewesen und hat Verantwortung für sich übernommen. Bob unterstützt ihn täglich dabei, auf diesem Weg zu bleiben und Drogen oder anderen Gefahren zu strotzen. Manchmal sind es dabei echt harte Zeiten.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Bob, der Streuner“ hat einen gewissen Kult-Faktor. Das ungewöhnliche Duo und die teilweise bewegende, interessante Geschichte, wenn man die Aussage meiner Mutter heranzieht, begeisterte viele Leser. Nachdem mir der erste Band schon nicht so ganz zugesagt hat, weil das Kennenlernen an sich zwar interessant war, aber für mich einfach zu viel alltägliches passiert ohne wirkliche Highlights, hätte ich das zweite Buch nie gelesen, wenn meine Mutter es sich nicht gekauft hätte.

Den zweiten Band sehe ich persönlich noch kritischer, und sogar meine Mutter ist von der anfänglichen Euphorie etwas heruntergekommen. Während im ersten Band noch das Kennenlernen und die fremde Situation lockte, gelingt es dem Autoren mit der Fortsetzung einfach nicht zu punkten. Im Grunde werden bekannte Situationen wiederholt, ab und an mit kritischen Momenten gepokert. Mit Sicherheit steckt dahinter viel Wahrheit, aber mich hat das Buch doch etwas genervt.

Auf mich persönlich wirkte das Buch eher wie „Oh, der erste Band hatte so viel Erfolg, das nutzen wir nun aus und bringen weitere Werke heraus.“ Inhaltlich ist es aufgewärmter Kaffee. Lauwarm, geschmacklich kein Highlight, wenn nicht sogar etwas bitter. Es klingt vielleicht etwas doof, aber so empfand ich beim Lesen. Manchmal war ich persönlich stellenweise echt genervt, weil einfach alles so auf der Stelle getreten ist. Sogar meine Mutter meinte, dass sie sich mehr von dem Buch erhofft habe. Den nächsten Band, eine Weihnachtsgeschichte, hat sie sich im Anschluss gespart, was zeigt, dass ihr das Buch nicht gefallen hat. 


Es lässt sich genauso leicht lesen, wie der erste Band, aber wenn man sich gelangweilt fühlt, dann bringt es eben nichts. Sowohl meine Mutter, als auch ich sind uns diesmal einig: Ein netter Mensch, eine zauberhafte Katze, aber ganz ehrlich, Band 1 hätte gereicht.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: James Bowen
Titel:   Bob und wie er die Welt sieht: Neue Abenteuer mit dem Streuner
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2014 (13. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340460802X
ISBN-13: 978-3404608027
Originaltitel: The World According To Bob
Preis: € 8,99
Genre: Biographie
Gelesen in: 2

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Anwalt der Hexen. Pater Spee / Claus-Peter Lieckfeld

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Heute möchte ich euch Buch vorstellen, welches mir wieder von meiner Mutter geschenkt wurde. Im Moment liest sie total gerne historische Werke und genau in dieses Beute-Schema passt das folgende Buch doch sehr gut. Nachdem ich all ihre ausgelesenen Werke wieder mal geschickt bekommen habe, habe ich mir das Buch ausgesucht, da mich die Hexenverfolgung thematisch ebenfalls interessiert. Geht es euch genauso, dann freue ich mich, euch das Buch vorstellen zu dürfen. 


== OPTK ==
Das Buch stellt das Gesicht von Pater Spee dar. Mit einigen älteren Gebäuden im Hintergrund sicherlich ein passendes Cover.

== FIGUREN ==
Pater Spee – Gegner der Hexenverbrennung
Till – Sohn eines Tuchhändlers und Attentäter

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Deutschland
Zeit: 30jähriger Krieg

== ZITAT ZUM STIL ==
Der gefesselte Mann richtete sich auf, soweit es die Stricke, die seinen Leib vielfach kreuzten, zuließen. Und als er anhob zu sprechen, hätte es jeden, der den Kern nicht kannte, verwundert, wie aus einem so schmächtigen Leib eine derart mächtige Stimme tönen konnte: »Ha, Ich kenne eure Lügengespinste! (Zitat aus Kapitel 3 – Es zeigt den etwas schweren Stil)

== WORUM GEHT – DER ZITIERTE KLAPPENTEXT==
Anwalt der Hexen . Pater Spee- und der Mann, der ihn zweimal traf. Der mutigste Mann des Dreißigjährigen Krieges stand bei den Todgeweihten. Aber nicht auf den Schlachtfeldern. Friedrich Spee von Langenfeld, der Jesuit, Barock-Dichter, Beichtvater der Frauen, und Humanist schrieb einen Anti-Hexenhammer, riskierte Beruf und Leben, entging knapp einem Mordanschlag und seinen Fallenstellern: den Mitbrüdern aus der Societas Jesu. Der Mann, der Spee töten wollte, der Tuchhändlerssohn Till Rothmann aus Peine, verlor Vater und Schwester an die Hexenbrenner … und er traf Spee noch ein zweites Mal.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Der Anwalt der Hexen“ ist nicht wie anfänglich gedacht ein normaler historischer Roman, sondern hat einen biographischen Hintergrund. Ja, ich muss zugeben, dass ich in diesem Punkt doch recht unwissend war, und mich dementsprechend eigentlich am Liebsten vorab über diesen Mann im Internet gerne informiert hätte. Zeitgleich wollte ich mir die Vorfreude auf das Buch nicht zerstören, sodass ich recht blind in die Geschichte gestolpert bin.

Pater Spee ist ein sympathischer Mensch, der es sich zum Ziel gemacht hat gegen die Hexenverbrennungen anzukämpfen. Dabei setzt er sich einer Gefahr aus, die für ihn sogar beinahe tödlich endet. Zeitgleich wird der Leser jedoch mit Till vertraut gemacht, der zu den Schweden übergelaufen ist, um seine Heimatstadt und sein Heim wieder zurück zu erobern. Er ist ein Gegner von Pater Spee, dem er die Schuld dafür gibt.

Das Buch besteht aus vielen wirklich kurzen Kapitel, was mir eigentlich sehr gut gefällt. Und in diesem Fall ist es sogar hilfreich, denn immer wieder musste ich Pausen einlegen, weil ich mit dem Stil einfach nicht viel anfangen konnte. Das liegt daran, dass ich persönlich einen einfachen, modernen Stil bei historischen Werken bevorzuge, der mir zwar in Worten die Zeit näher bringt, aber sich eben leicht lesen lässt. Dieser Stil ist in meinen Augen etwas der Zeit angepasst. Nicht unbedingt wirklich schwer, aber man muss sich mehr konzentrieren und er ist manchmal sehr anspruchsvoll. Zwar ist die Geschichte an sich rührend, fesselnd und irgendwo traurig, aber mehr als einige Kapitel am Stück habe ich nicht geschafft, weil irgendwann die Konzentration nicht mehr ganz stimmig ist.

Und genau so etwas mag ich bei einem Buch nicht. Stellenweise fand ich es trotz der interessanten und lehrreichen Geschichte, die mich in den 30. jährigen Krieg und die Hexenverfolgung eintauchen lässt, einfach nur schwierig zu lesen, sodass ich oft genervt war.


Aus diesem Grund habe ich auch mal wieder richtig lange gebraucht und war irgendwo echt froh, als ich es wieder aus der Hand legen konnte. Im Nachhinein ist das Buch schon ein kleiner Lesetipp, aber man muss sich eben mit solch einem Stil anfreunden können, dann wird man glücklich.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Claus Peter Lieckfeld
Titel: Der Anwalt der Hexen
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Vedra; Auflage: 1.,Auflage (15. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939356239
ISBN-13: 978-3939356233
Preis: € 12,50
Genre: Historisch, Biographie
Gelesen in: 10 Tagen
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Hannibal / Thomas Harris

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Heute möchte ich mich dem letzten Band der „Hannibal Lecter“ Reihe widmen. Ich habe meinem Mann 2009 mehrere Bücher zum Adventskalender geschenkt und nachdem er die Werke damals gelesen hat, habe ich mich nun mit den Büchern beschäftigt. Wie mir mein letzter Thomas Harris gefallen hat, verrate ich euch nun. 


'''o0o OPTK o0o'''
Das Buch ist rot und eine Art Medaillon ist darauf abgebildet. Ein Mensch wird von einem Drachen verspeist. Es ist okay und passt zum Inhalt.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Claire Starling – FBI Agentin, bekannt aus der Zusammenarbeit mit Hannibal Lecter
Hannibal Lecter – geflohener Kannibale
Mason Verger – Sadist, der Hannibal Lecter zum Opfer gefallen ist

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA
Zeit: 80er / 90er Jahre
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 30-50

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
Starling war eine gute, aber keine überpenible Hausfau. Ihre Hälfte des Doppelhauses war sauber, und sie fand bei Bedarf alles. Doch Dinge hatten bei ihr die Angewohnheit sich anzusammeln – unsortierte, saubere Wäsche, zu viele Zeitschriften an wenigen Orten. (Zitat S. 33 – Stil und Personenbeschreibung)

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Claire Starlings Karriere beim FBI steckt in einer echten Krise und darunter leidet auch Claire.
Nachdem sie eine Drogendealerin festnehmen soll, kommt es zu einem tödlichen Schusswechel, der dafür sorgt, dass sie suspendiert. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges, wenn man bedenkt, dass ihr in den letzten Jahren immer wieder Steine in den Weg gelegt wurden, weil Frauen einfach nicht erfolgreich sein sollten. Eigentlich ist diese Suspendierung das Aus für sie. Ein Brief von Hannibal Lecter, dem Kanibalen, den sie am Anfang ihrer Karriere interviewed hat, kommt, wird sie wieder aktviert.

Während sie Hannibal Lecter sucht, gerät sie dabei selbst in Gefahr, denn sein größter Feind Mason Verger schwört endlich Rache zu nehmen. Nachdem ihm Hannibal die Wirbelsäule gebrochen und Hunde auf ihn gehetzt hat, die sein Gesicht zu einer üblen Fratze verunstaltet haben, hat er diesen Wunsch. Inzwischen hat er eine Idee, wie es ihm gelingt, denn er hat den optimalen Köder gefunden, der Hannibal aus seinem Versteck locken wird.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Hannibal“ ist der nachfolgende Roman von „Das Schweigen der Lämmer“. Erneut trifft der Leser auf Hannibal Lecter und seinen grausamen Kanibalismus. Vorweg möchte ich gleich sagen, dass das Buch nichts für schwache Nerven und Mägen ist, denn um einen außergewöhnlichen Roman zu schreiben, setzt der Autor auf viele Details, die nun einmal nicht unbedingt appetitlich sind.

Wer Hannibal Lecter schon durch die vorherigen Werke kennt, der wird eine gute Entwicklung von Claire entdecken. Alle Figuren sind unglaublich lebendig und detailliert geschildert, sodass sogar eine leichte Sympathie für Mason entstehen. Obwohl er mit seinen Ideen und Fantasien dem lieben Hannibal um nichts nachsteht, empfindet man durch die vorausgegangene Misshandlung seitens seinem Peiniger, eine gewisse  Sympathie auf Grund von Mitleid. Trotzdem möchte ich nicht sagen, dass ich ihn mag und seine Wesenzüge attraktiv finde. Er ist in meinen Augen abgrundtief böse, trotz dieser gewissen Sympathie. Seine Taten zum Beispiel sind streckenweisen so abscheulich, dass es sich sogar mir der Magen umdreht, da der Autor ein noch klareres Bild schafft, als der Regisseur bei der Verfilmung, die ich im Übrigen auch kenne. Bis zum Schluss lässt einen das Buch nicht mehr los und besonders der Schluss hat es in sich, sodass ich noch weiter Stunden damit beschäftigt war, dies zu verdauen.

Es ist eindrucksvoll, was ein Autor mir Worten zum Vorschein bringen kann. Egal ob man Fan dieser Reihe ist, oder nur einen der Filme kennt. Ganz ehrlich, das Buch ist Pflichtlektüre, wenn man auf Psychothriller steht.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Thomas Harris
Titel:  Hannibal
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (8. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453437403
ISBN-13: 978-3453437401
Originaltitel: Hannibal
Preis: € 2,50
Genre: Thriller
Gelesen in: 3 Tage
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Strandgut / Gerlinde Kurz

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Ich liebe Geheimnisse und das ist der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte und mich für ein Rezensionsexemplar beworben habe. Dafür auch vielen Dank an den Verlag. Nun habe ich es in den letzten Tagen gelesen und mir meine Meinung zu dem Buch gebildet. 


''' OPTK '''
Ein Schiffswrack, das am Strand liegt und ein alter Schlüssel im Vordergrund, sind nicht nur passend, sondern haben etwas geheimnisvolles. Mir gefällt es sehr gut und als Jugendliche hätte ich das Buch im Laden glatt in die Hand genommen, denn ich liebe Schiffe.

'''FIGUREN '''
Jakob – mit seiner Familie zugezogen, sammelt Schlüssel
Hannah – Klassenkameradin und neue Freundin von Jakob

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: Nordsee
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Jakob
Alter der Figuren: 15

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''
Tief unter mir fließt Wasser und sieht nicht anders aus als zuvor. Nur ich allein weiß, das rede ich mir zumindest ein, dass mein gelassenes Wasser, maximal verdünnt, Richtung Elbe zieht und immer noch weiter bis ins Meer. Ich schließe meinen Reißverschluss. (Zitat zum jugendlichen Stil S. 6)

''' WORUM GEHT ES? '''
Jakob ist gerade erst mit seiner Familie in ein Haus am Fluss gezogen, als auch schon die Schule für mindestens eine Woche ausfällt. Anscheinend gab es in der Kantine etwas zu Essen, das nicht ganz so frisch war. Er und Hannah, ein Mädchen aus seiner Klasse, die er zufällig im Supermarkt kennengelernt hat, sind einige der wenigen, die es nicht erwischt hat. Da seine Mutter ihn in sicheren Abstand wissen will, darf er mit Hannah an die Nordsee fahren. Es beginnt eine aufregende Zeit des Kennenlernens, die von einer alten Dame noch einmal mehr durcheinandergebracht wird. Sie scheint Jakob zu kennen, obwohl er zum ersten Mal dort ist. Eine alte Schatzkiste stiftet zusätzliche Verwirrung. In ihr sind alte Briefe und ein Bild von einem Jungen, der sein eineiiger Zwilling hätte sein können. Es muss damals etwas passiert sein, und Jakob ahnt, dass er erst Ruhe findet, wenn er das Geheimnis von damals lösen kann.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Strandgut“ ist ein interessantes Jugendbuch, welches um Freundschaft und Geheimnisse einer Familie geht. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, aber schon die ersten Seiten haben nicht den erhofften Effekt gehabt. Als Leser lernt man Jakob in einem Moment kennen, den ich persönlich einerseits lustig fand und total nachvollziehen kann, aber irgendwo auch unpassend. Und zwar muss Jakob unglaublich dringend auf Klo und weil er es nicht aufs Klo schafft, nimmt er einfach den Fluss, der es irgendwann in die Nordsee bringen wird. Es ist aber nicht nur diese Szene, sondern die gesamte Art von Jakob, die mich nicht unbedingt Sympathie-Wellen überschwappen lässt. Er sammelt Schlüssel, wird von der Klasse befremdlich aufgenommen und wird irgendwie komisch dargestellt. Hannah hingegen ist mir sofort mit ihrer kessen Art sympathisch.

Die ersten rund 100 Seiten dümpeln mehr oder weniger mit dem Kennenlernen und dem Zurechtfinden in der ungewohnten Umgebung vor sich hin. Es ist eine sehr zähflüssige Umsetzung, die immer wieder zu Pausen verlockt, was ich persönlich bei einem Buch alles andere als ideal finde. Ich zumindest möchte gefesselt, fasziniert oder berührt sein.

Die Hoffnung war, das die Geschichte mit der Reise auf die Insel an Fahrt aufnimmt und endlich spannend wird, wie es sich für einen Roman mit einem Geheimnis gehört. Leider empfand ich es nicht so. Es ist zwar interessant umgesetzt und als Leser möchte man wissen, was es mit den Briefen, den Doppelgänger und der Familie auf sich hat. Allerdings ist der Erzählstil der Autorin recht banal und kann die Emotionen zumindest für meinen Geschmack nicht bewegend genug einfangen. Es ist zwar ein interessanter Ansatz mit einer guten und klaren Lösung, aber ich war ehrlich gesagt froh, als ich mich endlich durchgekämpft hatte und ein anderes Buch anfangen konnte. 


Ganz schlecht ist das Buch nicht. Es gibt einige spannende und auch witzige Momente, aber eben leider Gottes nicht mehr.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Gerlinde Kurz
Titel: Standgut
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825179192
ISBN-13: 978-3825179199
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: € 15,90
Genre: Jugendbuch
Gelesen in: 4 Tagen

Ich bedanke mich bei Verlag für das Rezi-Ex.
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Der Waldläufer / Arne Rosenow

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Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Und zwar wurde das Buch vom Ehemann einer Bekannten geschrieben. Als sie mich fragte, ob ich Lust hätte das Buch zu rezensieren, habe ich anfänglich wirklich Bedenken gehabt. Einfach weil ich immer ehrlich bewerte und ich ja nie weiß, was mich bei einem Buch erwartet. Trotzdem habe ich ja gesagt, und ehrlich gesagt wurde ich positiv überrascht. Begleitet mich ins Norddeutschland vergangener Tage.


''' OPTK '''
Es ist ein nebliger See, mit einer Runde. Ja, eigentlich nicht schlecht, aber es ist auch kein Highlight. Hier bin ich ehrlich. Im Laden hätte es mich nicht angesprochen. Ein Moor, Irrlichter, ein Dolch mit vielen Verzierungen hätte mir in Kombination mit einer ausgefalleneren Schrift besser gefallen.

'''FIGUREN '''
Armin – Leibeigener von Fitje, lernt später die Schmiedekunst und wird zum Waldläufer
Fitje – Reicher Bauer, der viel Einfluss in ganz Norddeutschland hat
Mime – Zwerg, der Armin alles lehrt im Bereich der Schmiedekunst

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: Norddeutschland
Zeit: 13. Jahrhundert
Perspektive: 3 Person
Alter der Figuren: um die 16-40

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''
Ohne zu fragen stellte der riesige Wanderer seinen Stock an den Sims der Feuerstelle, trat an den Tisch und setzte sich an dessen Ende. Armin sah ihn forschend an.
Der Schlapphut verdeckte sein halbes Gesicht mitsamt dem linken Auge. Ein dichter Bart machte den Rest des Gesichtes fast unkenntlich.
Den Hut behielt der riesige Wanderer auf.
„Habt ihr Hunger? Ich habe ein Kaninchen im Topf.“
„Haha, dein Werk will ich gern prüfen. Tisch auf den Äugler und bringe einen Kanten.“(Zitat Seite 161 – Zeigt die eingeflochtenen Tiernamen)

''' WORUM GEHT ES? '''
Der Junge, Armin, lebt als Leibeigener auf dem Hof von Fitje. Als Baby nahm sich dieser ihm an, als ihn ein Mönch vorbeibrachte. Armin muss alle Arbeiten erledigen, wie die anderen Knechte auch. Nur wird er gerne herumgeschubst und mehr bestraft, da er nicht immer hören kann und manchmal recht impulsiv ist. Als der Sohn von Fitje ihn mal wieder schikaniert und ihm den Geldbeutel seines Vaters unterschiebt, muss Armin fliehen, denn niemand schenkt ihm Glauben, dass er nicht der Dieb des Geldes ist. Er flieht ins nahegelegene Moor und wäre dort auch in sein Verderben gerannt, hätte ihn nicht ein Bettler, der mit Tieren sprechen kann, gerettet. Dieser lehrt ihn die Kräuterheilkunde und andere nützliche Dinge. Von ihm erfährt er auch mehr über seine eigene Herkunft. Eine Information, die ihn dazu bringt bei Fitje einzubrechen, um sein Eigentum, welches dieser ihm gestohlen hat, zurückzuholen. Als Fitje dabei verletzt wird, muss er erneut fliehen und diesmal weiter weg als nur ins Moor. Wie ihm sein Freund geraten hat, macht er sich auf zu dem Wald, wo er her zukommen scheint. Dort angekommen verrät ihm jeder, dass der Wald böse ist. Trotzdem geht er hinein und trifft so auf Mime den Zwerg, der ihn in die Kunst des Schmiedens einführt. Doch nach seinen Lehrjahren muss Armin weiter und sein Weg ist holprig.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Der Waldläufer“ ist ein historisches Buch, welches im schönen Norddeutschland spielt und somit also auch in meiner Heimat.

Der Autor hat für seinen historischen Roman eine einfache, moderne Sprache gewählt, die leicht und zügig zu lesen ist. Gerade bei der wörtlichen Rede ist dies sehr angenehm. Allerdings versucht der Autor einige Begriffe aus der damaligen Zeit einzuführen, und so werden Orte, Flüsse oder Tiere mit ihren damaligen Bezeichnungen betitelt. Hammaburg zum Beispiel für Hamburg. Diese Begriffe werden am Ende des Buches ausführlich erklärt, aber ehrlich gesagt, fand ich diese Einwürfe etwas überflüssig. Entweder wähle ich einen komplett modernen Stil, oder halte alles im altmodischeren Stil. Einigen wird diese Mischung sicherlich gefallen, und an sich ist es auch nicht schlecht, aber während einige Worte herzuleiten waren,  trifft es eben nicht auf alle zu, und in dem Fall muss dann stets geschaut werden, was den Lesefluss minimal hemmt.

Durch eben diesen leichten Stil ist dem Autoren ein sehr guter Einstieg in die Geschichte gelungen. Gerade bei historischen Werken tue ich mich doch immer recht gerne schwer. Im Fall vom „Der Waldläufer“ war ich jedoch sofort in der Geschichte. Manchmal hatte ich etwas Schwierigkeiten mir die vielen Namen zu merken, die gerade am Anfang recht zahlreich erscheinen, aber die Hauptfiguren lassen sich schnell herauskristallisieren und sie sind alle umfangreich und authentisch beschrieben. Lediglich Armin wirkt an manchen Stellen etwas naiv, was jedoch bedingt an seinem Alter liegt und der Tatsache, wie er aufgewachsen ist. Zum Beispiel sollte ihm klar sein, dass er im Nachbars-Ort nicht einfach einkehren kann, ohne erkannt zu werden, gerade bei dem Einfluss den sein Arbeitgeber hat. Trotzdem wagt er es, und das könnte einige Leser doch zu einigem Kopfschütteln verleiten.

Inhaltlich setzt Arne Rosenow auf eine Mischung aus historischen Aspekten, die sich mit Norddeutschland befassen, und einer geheimnisvollen Reise. Es ist auf jeden Fall ein interessanter Weg, dem es manchmal an einem gewissen Spannungsbogen mangelt und kommt einige Spannung auf, dann wird diese durch eine abrupte Wendung minimiert. So muss zum Beispiel Armin ein Meisterstück anfertigen, was ihm nie gelingt und nachdem ein Waldläufer auftaucht, ist der Schmied plötzlich wie ausgewechselt. Leider mangelt es zumindest für meinen Geschmack an kleineren Erklärungen. Ich würde aber schätzen, dass dies im nächsten Band alles sinniger wird, wenn Armins Reiseroute endlich Hand und Fuß bekommt. Denn aktuell weiß der Leser nicht genau, was ihm am Ziel erwartet.

Und genau diese Ungewissheit macht Lust auf den zweiten Band. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass der Schluss bzw. der Cliffhanger für den ersten Band nicht glücklich gewählt ist. Zwar ist die Szene abgeschlossen, aber sie ist sehr alltäglich und ich persönlich bevorzuge spannende Cliffhanger, wo man dazu genötigt wird, den zweiten Band schon vorzubestellen.

Nichtsdestotrotz hat das Buch viel Spaß gemacht und mich über Stunden beschäftigt. Habe ich es mal pausiert, dann mit dem Wunsch zu erfahren, wie es weitergeht. Genau so sollte ein Buch schließlich sein. 



Fazit: Der Waldläufer ist ein historisch angenehmer Roman, mit einer interessanten Mischung aus Fakten, Sagen und modernem Stil gelungen, der Spaß macht zu lesen. Stellenweise muss man mit einigen Durststrecken und naiven, impulsiven Handlungen leben, aber der Leser wird mit einer guten Geschichte belohnt, die im nächsten Teil auf mehr Spannung und vielleicht auch Action hoffen lässt.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Arne Rosenow
Titel:  Der Waldläufer
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (29. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503007316
ISBN-13: 978-1503007314
Preis: € 9,99
Genre: historisch
Gelesen in: 3 Tagen


Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt.
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Das Schweigen der Lämmer / Thomas Harris

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Nachdem ich nun den Anfang mit „Roter Drache“ gemacht habe, habe ich mich nun auch an „Das Schweigen der Lämmer“ gewagt. Ich glaube der Film ist einfach Kult, und ich weiß gar nicht, wie oft ich ihn gesehen habe. Nun die Geschichte als Buch verfolgen zu können, ist natürlich wieder ein Unterschied. 


'''o0o OPTK o0o'''
Das Gesicht und der Falter, der auch im Buch vorkommen sind natürlich eine passende Sache, aber ich finde das Cover einfach zu schlicht und zu langweilig. Im Laden hätte ich es nicht angeschaut und ehrlich gesagt vom Cover auch nicht auf das Buch getippt.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Clarice Starling – FBI Agentin, Waise, erster aktiver FBI Fall
Dr. Hannibal Lecter – Anerkannter Psychiater, Kanibale, im Gefängnis
Der Serienmörder James Gumb (Buffalo Bill) – Transsexueller Serienmörder

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA
Zeit: 80er, 90er Jahre

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Claire Starling bekommt den Auftrag den Psychiater Hannibal Lecter wegen eines psychologischen Profils eines Serientäters, der nur Buffalo Bill genannt wird, zu befragen. Buffalo fängt seine Opfer, hält sie über mehrere Tage gefangen und richtet sie im Anschluss hin. Er bevorzugt weibliche, üppige und junge Opfer. Da das FBI auf der Stelle tritt, brauchen sie mal wieder die Hilfe von Hannibal, der sich bestens in solche Täter hineinversetzen kann. Für Claire ist es zudem die Chance sich als FBI-Neuling zu beweisen.

Claire besucht aus diesem Grund regelmäßig Hannibal Lecter und redet mit ihm nicht nur über den Fall, sondern auch über andere Dinge, wie zum Beispiel den Tod ihrer Eltern, die traumatischen Erlebnisse / Träume von der Schaffarm, die sie noch immer verfolgen.

Neben den Gesprächen versucht er sie immer wieder auf den Täter hinzuweisen, und dann wird wieder eine Frau entführt und für Claire, aber auch Lecter beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, wenn sie die Frau retten wollen. Und dann verschwindet Lecter aus seiner Zelle.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Das Schweigen der Lämmer“ ist ein Kult-Film, der in den 90er Jahren, aber auch jetzt immer noch seinen Kult-Status halten kann. Beängstigend, spannend und verstörend. So ist auch das Buch, wobei es einfach mehr in die Tiefe geht, und somit viel mehr Hintergründe offenbart, die aus dem Film, den ich nun wirklich sicherlich 10 Mal gesehen habe, gar nicht hervorgegangen sind.

Dem Autor gelingt es mit seinem Buch den Vergleich zwischen dem Schlachten von Tieren, also Lämmern mit dem Schlachten von Menschen sehr authentisch darzustellen. Generell setzt der Autor auf viele Ausführungen, aber vor allen Dingen auf eine bildhafte, lebendige Sprache, die ein gute Kopfkino entstehen lässt. Zudem muss ich sagen, dass er im Vergleich zu „Roter Drache“ schon früh auch Spannung und Kontinuität setzt. Langeweile kommt einfach nicht auf, und wenn sind es wichtige Szenen oder Gespräche, die Spaß machen.

Die Charaktere sind gut und glaubwürdig konstruiert, und in diesem Fall habe ich sogar irgendwo ein ähnliches Bild im Kopf beim Lesen. Wobei dies durch die Häufigkeit des Films auch geprägt worden sein kann.

Wer also Fan ist, sollte das Buch gelesen haben. Es ist brillant umgesetzt, leicht zu lesen, fesselt und ist eine schöne Ergänzung zum Film.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Thomas Harris
Titel: Das Schweigen der Lämmer
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453432088
ISBN-13: 978-3453432086
Originaltitel: The Silence of the Lambs
Preis: € 9,99
Genre: Thriller
Gelesen in: 2
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Les Miserables / Victor Hugo

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Ein lohnender Kampf durch einen nicht leichten Stil


Im Jahre 1845 war Herr Charles-Francois-Bienvenu Myriel Bischof von Digne. Er war ein Greis von etwa fünfundsiebzig und hatte den Bischofsstuhl von Digne seit 1806 inne. Obwohl diese Einzelheiten in keiner Weise unsere Erzählung tiefer berühren, ist es, und sei es auch nur, um in allem genau zu sein, wohl nicht müßig, hier von Gerüchten zu sprechen, die damals, als er in der Diözese ankam, über ihn verbreitet wurden. (Zitat S. 9 – Verständnis alte Sprache und Stil)

Heute habe ich für euch ein Buch, welches schon als echter Klassiker betitelt werden kann. Okay, ich habe faul die Film-Variante gelesen, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das Original viel schwerer zu lesen ist. Die Rede ist von „Les Miserables“ Ganze 15 Tage habe ich mich immer wieder für einige Abschnitte durch das Buch gekämpft, und freue mich nun, dass ich es euch vorstellen kann. Begleitet mich nun auf eine Reise in die Welt von Jean Valjean.

'''o0o OPTK o0o'''
Ich habe die Film-Variante und das Cover ist magisch. Ein Mädchen mit so wunderschönen, blauen Augen, dass ich mir das Cover sehr gerne immer wieder angesehen habe.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Myrie Bienvenu: Bischof von Digne
Jean Valjean – Sträfling, der später andere Namen annimmt
Fantine – Mutter von Cosette
Cosette – uneheliche Tochter von Fantine, der sich Jean nach deren Tod annimmt
Marius – große Liebe von Cosette

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Frankreich
Zeit: ab 1815
Perspektive: Dritte Person
Unterteilung: 5 Bücher

'''o0o WORUM GEHT ES? O0o'''
19 Jahrhundert: Nach 19 Jahren Haft, die Jean Valjean für den Diebstahl eines Stück Brotes und Fluchtversuche absitzen musste, durfte er nun von der Galeere runter und sich unters Volk mischen. Mit seiner Schwester und ihre Kinder, für die er das Brot stehlen wollte, hat er keinen Kontakt mehr, und durch die Jahre als Sträfling ist er innerlich erkaltet. Sarkastisch und genervt reagiert er auf die Abwehr und Verstoße aus Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten. Erst als er von Myriel, dem Bischof von Digne Hilfsbereitschaft und Vergebung kennenlernt, kehrt er in sich und schlägt einen neuen Weg ein. Das Diebesgut , welches ihm der Bischof sogar noch schenkt und die zweite Chance nutzt er und nimmt den Namen M.Madeleine an. Er erlangt Bildung, Ansehen, Reichtum und wird sogar Fabrikant und Bürgermeister. Er unterstütz die Armen und hilft, wo er es für sinnvoll hält. So hilft er zum Beispiel der erkrankten und armen Fantine, die ihre uneheliche Tochter einem Halunken anvertraut hat, und ihr ganzes Geld ihm gibt, damit er sich um ihre zauberhafte Tochter Cosette kümmert. Als er ihre Geschichte erfährt, nimmt er sich ihrer Schulden an, und will Mutter und Tochter vereinen. Bevor dies jedoch geschieht, wird ein fremder als Jean Valjean angeklagt, und der wahre Jean gibt sich zu erkennen. Er wird verhaftet, Fantine stirbt und als er fliehen kann, nimmt er sich Cosette als Vater an.
Es könnte alles nicht besser laufen. Doch als Cosette später den Studenten Marius kennen und lieben lernt, droht alles zu zerbrechen.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Les Miserables“ ist ein Klassiker, den viele kennen, aber mit Sicherheit kaum jemand gelesen hat. Das liegt nicht an der epischen und interessanten Thematik, sondern an der Tatsache, dass der Titel unglaublich schwer zu lesen ist. Ich selbst bin nur zufällig in den Genuss gekommen, denn meine Mutter hat das Buch gekauft und mir im Anschluss geschenkt. Ich habe mich ganze 15 Tage durch dieses Buch gekämpft und es war ein lohnender Kampf. Vorab möchte ich gleich einmal klarstellen, dass ich zu den ungebildeten Wesen gehöre, die weder das Buch kannten, noch einen Film oder das Musical gesehen haben. Es war also absolutes Neuland für mich.

Ohne wenn und aber, ist der Einstieg unglaublich schwer.  Obwohl ich das Buch zum Film hatte, und dies mit Sicherheit sprachlich leichter umgesetzt ist, hatte ich nicht das Gefühl, dass sich das Buch leicht lesen lässt. Ich muss sogar zugeben, dass ich am Anfang sogar kurz versucht war es ungelesen zu vertauschen. Es ist eine ältere Sprache, die sehr verschachtelt ist. Nicht nur von den Sätzen selbst, sondern auch inhaltlich. Bis zum Schluss gewöhnt man sich nur schwer an diesen Stil. Das ist auch der Grund, warum ich mir immer wieder Pausen gegönnt habe. Neben den Stil ist es aber auch die Tatsache, dass viele neue Figuren eingeführt werden. Wer ein Problem mit Namen hat, wird sofort an seine Grenzen stoßen, denn es bedarf einiger Zeit abseits der Hauptfiguren die Namen auseinander zu halten.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich mir viele historische Fakten wieder ins Gedächtnis rufen und einiges sogar nachlesen musste, denn das Buch spielt im alten Frankreich und die französische Geschichte spielt eine große Rolle. Bei all den Ludwigs kommt man schon durcheinander. Generell ist es aber schon 15 Jahre her, dass ich in der Schule die Entwicklung von Frankreich auswendig gelernt habe.

Dementsprechend ist das Buch alles andere als leicht. Es ist eine aneinander Reihung von Namen und historischen Ereignissen, die aber schon nach 50 Seiten zeigen, dass zumindest der Kern absolut lesenswert ist. Die Entwicklung von Jean Valjean zu verfolgen, macht unglaublich viel Spaß und nach jeder Pause ist es so, als das man einen alten Freund trifft. Bis zum Schluss steigert sich diese Verbundenheit, wenn auch nur minimal.

Nur minimal, denn der Autor verliert sich in unzähligen Nebensträngen, die zwar nicht minder interessant sind, aber die eigentliche Geschichte stark in  die Länge ziehen.  Es entsteht das Gefühl, als habe Hugo damals viele eigene Erlebnisse in das Buch einfließen lassen.

Es sind auf jeden Fall anstrengende 608 Seiten, die durch die Dramatik, Liebe, Herzlich- und Ehrlichkeit, jedes einzelne Wort der Qual wert waren. An einem Stück könnte ich es nicht lesen, das kann ich nicht abstreiten, aber jetzt wo ich Jean Valjean kennenlernen durfte, weiß ich, dass man sich ändern kann, und was innere Stärke bedeutet. Seine Figur macht Mut sich selbst im hellen Licht zu betrachten und vielleicht auch etwas Gutes in dieser immer kälter werdenden Zeit zu tun. 



Mich hat das Buch unglaublich beeindruckt und ich bin meiner Mutter dankbar, dass ich mich dank ihr mit dem Buch herumgeschlagen habe. „Les Miserables“ werde ich mit Sicherheit nie vergessen. Aus diesem Grund kann ich jedem sagen: Lest das Buch, es ist wirklich ein wertvoller, wenn auch schwerer Klassiker.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Victor Hugo
Titel: Les Miserables – Buch zum Film
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 4 (18. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746629578
ISBN-13: 978-3746629575
Preis: € 9,99
Genre: Historisch, Klassiker, Drama, Liebe
Gelesen in: 15 Tagen
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Fünfzehn Kopflose Tage / Dave Cousins

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich unbedingt lesen wollte, weil es einfach mal wieder ein ernstes Jugendbuch ist, aber auch irgendwo witzig zu sein schein. Nach „Zoom – Alles entwickelt sich“ hatte ich die Hoffnung, hier ein echt cooles Buch zu bekommen. Wie ernst das Thema ist, und wie gut die Umsetzung dem Autoren gelungen ist, verrate ich euch jetzt in meiner kleinen Besprechung.


''' OPTK '''
Das Cover ist lustig. Ein bellender Hund, eine Telefonzelle. Es passt zum Buch und es passt zu den Zeichnungen, die auch innen im Buch genutzt werden.

'''FIGUREN '''
Laurence – Schüler, kümmert sich um seine alkoholkranke Mutter
Jay – sein 6 Jahre alter Bruder
Mina – Mitschülerin, die erkennt, dass Laurence Hilfe braucht

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: England
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive:  Ich-Perspektive Laurence
Alter der Figuren: 6-15

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''
Die Tür knallt. Mum ist wieder da.Es hört sich an, als ob eine Leiche auf den Boden klatscht, als sie ihr Zeug im Flur ablädt. Sie geht direkt in die Küche. Ich höre, wie eine Flasche auf den Tisch ge stellt, der Deckel aufgeschraubt und der Inhalt leise gluckernd eingeschenkt wird.Mum hustet, zieht sich einen Stuhl ran und setzt sich.Zigarettenrauch zieht ins Wohnzimmer, wo Jay und ich uns still verhalten.  (Zitat S. 9 zeigt die Alkoholsucht und den Stil)

''' WORUM GEHT ES? '''
Laurence ist nicht wie andere Jugendliche. Er hat Verantwortung zu tragen für seinen 6 jährigen Bruder Jay, aber auch für seine Mutter, die sich zwar große Mühe gibt, dem Alkohol aber mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihren Kindern. Aus ihrer alten Stadt sind sie geflohen, weil das Jugendamt eingreifen wollte. Nun versucht Laurence das zu verhindern. Er geht zu ihrer Putzstelle, wenn sie morgens um 5.00 nicht aufstehen kann, er bringt seinen Bruder in die Schule, ins Bett und kümmert sich um den Haushalt. Damit seine Mutter wieder glücklich wird, versucht er bei einem Radio Sender eine Reise zu gewinnen. Auch dann noch als seine Mutter eines Tages nicht mehr nach Hause kommt. Anfangs denkt er noch, dass sie irgendwo besoffen hängen geblieben ist, doch dann kommt sie auch am nächsten Tag nicht und den danach auch nicht. Für ihn bedeutet dies noch mehr Stress, denn seine Nachbarin darf nicht merken, dass seine Mutter verschwunden ist. Geld hat sie keins hinterlassen und in der Schule darf er nicht mehr zu spät kommen, weil er sonst gewaltigen Ärger bekommt. Erwachsenen kann er sich nicht anvertrauen, denn niemand hätte dafür Verständnis und das Jugendamt ist immer präsent. Nur Mina, eine Mitschülerin, die er zufällig kennenlernt, erkennt den Ernst der Lage und hilft ihm. Was mit seiner Mutter passiert ist und wie das Buch ausgeht, lest selbst.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„15 Kopflose Tage“ ist ein interessantes Jugendbuch, dass sich mit der schwierigen Situation in Alkohol-Familien beschäftigt.

Der Autor beginnt den Einstieg in das Buch, in dem er den Lesern schildert, wie der Alltag für Laurence aussieht, wenn seine Mutter dort ist. Die Angst, den Wunsch nach Ruhe und die Tatsache, dass Kinder die Sucht der Eltern gerne vertuschen. Mit Laurence ist ihm ein außergewöhnlicher Protagonist gelungen, der sehr erwachsen und dann doch wieder kindlich erscheint, so wie es auch im realen Leben ist. Durch die Ich-Perspektiv wird es noch eine Spur authentischer, wenn es um die Emotionen, Gedanken und Träume des Jungen geht. 

Die Verantwortung, Last und der Wunsch nach einem normalen Leben werden sehr authentisch dargestellt. In manchen Situationen möchte man Laurence nur wachrütteln und ihm deutlich machen, dass manchmal das Jugendamt gar keine schlechte Alternative ist oder ihm sogar helfen könnte. Zudem sind nicht alle Erwachsenen schlimm. Trotzdem ist es schön zu sehen, wie auch andere Jugendliche helfen können, denn genau darauf ist das Buch ausgelegt. Wie kann ich selbst helfen, wenn ich bemerke, dass ein Klassenkamerad oder Freund in einer solchen Situation ist.

Trotzdem versucht der Autor das Thema noch etwas spaßig anzugehen. Um es aufzulockern hat er die Reise mit dem Radio-Quizz eingebaut. Hier gibt sich Laurence als sein verstorbener Vater aus und scheitert regelmäßig an vielen einfachen oder auch schweren Fragen. Er verdankt es oft nur der Dummheit der anderen, dass er nicht sofort wieder rausfliegt. Dabei ist diese Sendung sein Strohhalm im reißenden Bach. Seine Hoffnung, mit dem Gewinn wird alles wieder gut.

Und genau diese Lockerheit versucht er am Anfang des Kapitels mit einer kleinen Zeichnung zu erlangen. Wie auf dem Cover spielt ein Hund und eine Telefonzelle eine gewisse Rolle. Es ist auf jeden Fall lustig und zeigt, worum es im nächsten Kapitel geht.

Für mich ist das Buch ein außergewöhnliches Buch, welches sich gut im Schulunterricht lesen lässt, da es authentisch verfasst ist und viel Möglichkeiten für Aufklärung und Diskussionsmaterial bietet. 


Fazit: Es ist ein Buch, dass sich mit einem ernsten Thema befasst, aber dafür sorgt, dass es trotz guter Umsetzung auch spaßige und lockere Momente aufweist.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Dave Cousins
Titel: 15 Kopflose Tage
Broschiert: 301 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3772527787
ISBN-13: 978-3772527784
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahr
Preis: € 17,90
Genre: Jugendbuch
Gelesen in: 5 Tage

Das Buch wurde mir kostenfrei für eine unabhänige Rezension vom Verlag zugeschickt.
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Bob, der Streuner Band 1/ James Bowen

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Es gibt Bücher, die muss ich persönlich eigentlich nicht lesen. Hätte ich das Buch im Laden gesehen, ich hätte es wahrscheinlich zu 100% links liegen lassen. Dank meiner Mutter bin ich jedoch in den Genuss von Bob und James gekommen. Aber den Hype um die beiden Persönlichkeiten kann ich leider nicht nachvollziehen. Wie mir das Buch nun gefallen hat, lest selbst. 


''' OPTK '''
Eine gefällige, vielleicht glückliche Katze mit einem Schal. Ich meine wer Katzen mag, fühlt sich sofort angesprochen.

'''FIGUREN '''
Bob – roter Kater
James – Straßenmusiker in London

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: London
Zeit: 2010er
Alter der Figuren: Mitte Ende 20

''' WORUM GEHT ES? '''
James lebt von der Hand in den Mund. Er ist Musiker und lebt von dem, was er als Straßenmusiker verdient. Das ist nicht viel, aber als ehemaliger drogensüchtiger, ist er froh, auf eigenen Beinen zu stehen. Als er eines Tages bei sich im Treppenhaus einen roten Kater entdeckt, freundet er sich vorsichtig mit ihm an. Noch ahnt er nicht, dass er einer der unzähligen Streuner ist, und hofft, dass das Tier zu der Wohnungstür gehört, vor der es liegt. Als er aber Tage später erkennen muss, dass dem nicht so ist. Nimmt er den ausgehungerten und inzwischen verletzten Kater mit zu sich. Er geht mit ihm zum Arzt, lässt seine Wunden versorgen und pflegt ihn auch im Anschluss gesund. Schließlich hat er seine letzten 30 Pfund Bargeld in Medizin investiert. Anfangs ist es für James ungewohnt sich um einen anderen Menschen zu kümmern, aber mit Bob ist gleich ein inniges Verhältnis vorhanden. Und Bob dankt ihm für seine Rettung mit bedienungsloser Liebe. Er bleibt bei James und munter ihn auf, wenn es ihm schlecht geht.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Bob, der Streuner“ ist ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Mit Sicherheit schön und ich denke, dass viele Touristen das ungewöhnliche Straßen-Duo vielleicht sogar kennen. Muss man aber über diese Geschichte ein Buch schreiben? Ich persönlich denke nein, und vielleicht war das auch der Punkt, dass ich mit dem Inhalt einfach nicht warm geworden bin.

Ich meine, ich habe über 10 Jahren auch eine Katze aufgenommen, deren eigentliche Besitzerin sie wegen einem Kind an einen brutalen Freund abgegeben hat, der zufällig bei uns im Nachbarhaus wohnte. Bei uns fühlte sie sich wohl, blieb und ist noch immer dankbar dafür. Habe ich daraus eine Geschichte gemacht, nein, weil es viele Menschen so machen. Aber vielleicht fehlt mir der „arme“ oder „Drogen“ Hintergrund.

Das ist nur der Grund, warum ich das Buch nie gekauft hätte, hätte es meine Mutter sich nicht samt Fortsetzung gekauft. Nun habe ich es aber in die Hände bekommen und somit auch gelesen.

Leider hat mich die Geschichte inhaltlich überhaupt gefesselt. Am Anfang ist es interessant dem Kennenlernen der beiden  zu folgen. Gerade durch den sehr einfachen Stil, der zu dem Autoren passt, lässt sich das Buch sehr zügig lesen. Man muss nicht viel nachdenken, Worte googlen  oder Sätze nachlesen, weil sie zu verschachtelt sind. Ein definitiv angenehmer Stil für eine solche Geschichte, aber eben auch keine meisterliche Brillanz, sofern das ein Leser erwartet.
Doch nach diesem etwas interessanten Einstieg geht es einfach nur in einem eher einfachen Bogen, mit vielen alltäglichen Situationen weiter. Es fehlen mir ehrlich gesagt die einen oder anderen Highlights in jedweder Form. Damit meine ich, dass ich weder Momente hatte, wo ich mitgefiebert habe, weil ich Angst um Bob oder James hatte, noch welche, wo ich schmunzeln oder gar lachen musste.
Außerdem störte mich, dass Bowen sich mit der Zeit immer wieder wiederholt hat. Manchmal Worte, manchmal auch kleinere Szenen. Es ist im Grunde eine Erzählung über den Alltag mit einer Katze, die vielleicht durch die Einblicke ins Straßenmusiker-Leben noch etwas außergewöhnlicher sind, als mein Leben mit einer zugelaufenen Katze.

Mit Sicherheit ist es eine schöne Geschichte, wenn man Katzen liebt, den Autoren schon einmal live gesehen hat oder zu der älteren Generation zählt. Letzteres ist eine Vermutung, denn meine Mutter empfand das Buch als lesenswert und niedlich, sonst hätte sie sich nicht die Fortsetzung geholt. 



Für mich war es aber weder Lesegenuss noch Unterhaltung, obwohl ich meine Katze über alles liebe. Da das Buch jedoch meiner Mutter gefallen hat, bekommt das Buch von mir faire drei Sterne. Es ist eben eine Frage des Geschmacks.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: James Bowen
Titel:   Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2015 (17. Mai 2013)
ISBN-10: 3404606930
ISBN-13: 978-3404606931
Originaltitel: A Street Cat Named Bob
Preis: € 8,99
Genre: Biographie
Gelesen in: 2Tagen
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1 Kommentare:

Achtung, Zeitfalle / Andreas Schlüter

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Früher habe ich ja echt alles gelesen. Mich bis zum bitteren Ende durchgekämpft und da sogar bei Sachbüchern. Mit zwei Kindern hat sich das geändert. Deswegen hatte ich schon im letzten Jahr einige meiner Bücher, die noch auf dem SUB lagen aussortiert und bei einem Buchregal gegen interessantere Literatur getauscht. Darunter war auch dieses Jugendbuch. Es klang nach einem spannenden Abenteuer, fremden Orten und Spaß. Warum der Autor jedoch 2007/2008 zu den Jungen Top 10 von Lieblingsautoren gehörte, kann ich nach dem Werk jedoch nicht verstehen. Wahrscheinlich weil ich weiblich bin. 


'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist kindgerecht und bunt gestaltet. Der Mann, der in einer geheimen Tür verschwindet und die Bilder in dem Gang passen zum Inhalt. Im Laden selbst hätte mich das Cover weder als Kind, noch als Erwachsene angesprochen.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Ben – Computer Junkie, Schüler
Frank – Sportskanone im Bereich Fußball, Schüler
Miriam – Mode, Make Up, Jungs und Schülerin
Jennifer – Städte, Kultur, Schülerin
Thomas – Schüler, langsamer als eine Schnecke, Sammler
Kolja – Sitzenbleiber den niemand mag, Schüler

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Deutschland und Florenz
Zeit: Gegenwart (90er Jahre)
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 15/16 schätze ich

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
Thomas spannte ihn nicht länger auf die Folter. Er warf sich in die Brust, um der sensationellen Nachricht die nötige Bedeutung beizumessen, und gab bekannt: »Wir machen eine Klassenreise!« »Ist nicht wahr!«, brachte Ben nur hervor. Eine Klassenreise war das achte Weltwunder. Zitat S. 10

Wenn euch der Stil vom Zitat zusagt, gibt es hier die komplette Leseprobe:  http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/70999.pdf?download=true

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Ben, Frank, Miriam und Jennifer gehen in die gleiche Klasse und haben schon eine Menge Abenteuer in den letzten Jahren erlebt. Diesmal ist es jedoch kein Abenteuer das lockt, sondern die Krützdoof hat entschieden, dass eine Klassenfahrt ansteht. Endlich. Ziel der Reise ist Florenz und somit eine Menge an Kunst, Museen und Kultur. Für Jennifer genau das Richtige, während Miriam schon davon träumt den Italienern den Kopf zu verdrehen. Lediglich Kolja kann theoretisch nicht mitkommen, da die Fahrt einfach zu teuer ist. Spontan beschließt die Lehrerin einen Flohmarkt zu veranstalten und binnen weniger Sekunden ist dann tatsächlich der Betrag um insgesamt drei Schülern finanziell unter die Arme zu greifen da. Es kommt nämlich ein alter Mann zum Flohmarkt, der den Kindern 1500 Mark gibt für ein kleines Medaillon, welches Thomas gefunden und spendiert hat. Wie sich auf dem Weg herausstellt ist es ein uraltes Medaillon der Medici, einer berühmten Familie aus Florenz. Zufall? Als sie den Mann immer wieder sehen, glauben sie  langsam nicht daran und dann verschwindet auch noch Kolja. Während sie ihm folgen, geschieht etwas merkwürdiges. Sie befinden sich plötzlich im Jahr 1589. Erst gehen sie noch von einem Kostümfest oder einem Filmdreh aus. Später halten sie es für eine Zeitreise, aber dann müssen sie erkennen, dass sie im Cyberspace gefangen sind. Können sie wieder zurück?

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? O0o'''
„Achtung, Zeitfalle!“ ist der einzeln zu lesende dritte Band der Reihe „Level 4“. Er verspricht Spannung, Kultur und Spaß.

In der Tat lässt sich das Buch einzeln lesen. Ich selbst habe es mir bei meinem Arzt im Bücherregal ertauscht ohne die vorherigen Werke zu kennen. Der Autor hinterlässt genügend Informationen, baut diesen Roman jedoch so auf, dass man nicht das Gefühl hat, etwas wichtiges verpasst zu haben.

Als Einstieg wählt er die Schulstunde, in dem die Leser und die vier Freunde von der Klassenfahrt erfahren. Alle Figuren werden hier liebevoll dargestellt und in Szene gesetzt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das typische Mädchen, den Computernerd, den Sportler, aber auch die Leute, die sich eher für intellektuellere Dinge interessieren. Jede Figur ist anders und das ist für ein Jugendbuch immer wichtig. Ich konnte mich in alle Figuren hineinversetzen, allerdings hätte ich mir eine Angabe in Bezug auf das Alter gewünscht. Anfänglich hatte ich das Bild von ungefähr 13jährigen Figuren, später wirkten sie eher wie 16jährige auf mich. Hier hätte der Autor sich etwas klarer ausdrücken können.

Was durch die Figuren gut anfängt, spaltet inhaltlich jedoch komplett meine Meinung. Die Idee von Florenz gefällt mir ausgesprochen gut. Als Leser erfährt man viel über die Stadt, die Menschen und die Geschichte. Sogar ich als Erwachsene konnte eine Menge lernen und dieser Lehrgehalt gehört einfach in ein Jugendbuch. Der Autor hat sich mit dem Thema gut gefasst und alles authentisch mit viel Liebe zum Detail niedergeschrieben. Dabei achtet er auf eine sehr kindgerechte Darstellung, die nie einen einschläfernden Ton hat. Durch die große Schrift und die vielen Kapitel ist es angenehm zu lesen und dementsprechend hatte ich es auch an einem Abend durchgelesen.

Gerade die Zeit im alten Florenz empfinde ich als spannend. Warum sind sie dort, wie kommen sie wieder zurück? Alles Fragen, die mit der Zeit geklärt werden, aber für einen gewissen Spannungsteil sorgen. Es ist aber nicht konstant spannungsgeladen, sondern wird stellenweise schon recht langweilig, was aber daran liegt, dass die Kids keine Emotionen zeigen.  Es macht trotzdem gewissen Spaß der Geschichte und dem Verlauf zu folgen. Der Schluss ist eine Frage des Geschmacks. Er passt zum Buch, aber einige Leser werden mit Fragen zurückgelassen. Zwar unwichtigen Frage, aber einige werden eben genauso wie ich nicht 100% glücklich sein.

Was mich an dem Buch stört, sind alles Kleinigkeiten. Dinge, die nicht jedem Leser auffallen. Fangen wir mit dem Alkoholkonsum an. Wer als Jugendlicher auf Klassenfahrt geht, der weiß, dass es Partys gibt, Alkohol getrunken wird, obwohl es nicht immer offiziell erlaubt ist. Wie eingangs erwähnt, hatte ich ein Bild von 13jährigen Figuren und mich schon gewundert, warum diese so weit weg fahren und warum sie im Zug sogar gemischte Abteile dürfen. Als sie dann jedoch Bier konsumiert haben und sogar kaufen durften, war klar, dass es ältere Figuren sind, und das fand ich befremdlich. Erst einmal wegen diesem Wechsel, den ich innerlich durchleben musste, aber auch weil Alkoholkonsum nicht in ein Buch für Leser zwischen 11 und 13 Jahren (Empfehlung des Verlages) gehört.
Auf der anderen Seite stört mich die emotionale Basis. Stellt euch mal vor, ihr geht einen Gang entlang und seit plötzlich nicht mehr in der Gegenwart, sondern 1589, wo euch zwar alle verstehen und es nicht ganz so schlimm ist, wie es sein sollte, aber mal ehrlich, hättet ihr keine Angst oder Unsicherheit? Davon spürt man im Buch überhaupt nichts. Es ist so, als wären die Kids einfach bei einer Klassenfahrt in Hamburg in einen Zug gestiegen, der losgefahren ist und plötzlich sind sie in Bremen. Es wird eben alles so harmlos aufgenommen.

Als literarisches Highlight würde ich das Buch nicht bezeichnen. Es ist okay, stellenweise spannend, aber leider manchmal auch sehr langweilig und nicht immer perfekt umgesetzt. Vielleicht fehlt hier in der Tat die Erfahrung zu den ersten Bänden, die diese Emotionslosigkeit erklären könnte, aber wird nicht explizit gesagt es ist einzeln lesbar!? Außerdem frage ich mich, warum man in ein solches Buch Bilder einbaut. Zumindest in dieser Anzahl. Wenn ich mich nicht täusche sind es 3 Bilder gewesen. Entweder ganz oder gar nicht. 


Alles in allem habe ich mich unterhalten gefühlt, aber kann für mich sagen, dass ich den Autoren nicht zu meinen Top Ten im Bereich Jugendbücher zählen würde. Nicht mal, wenn ich wirklich eher Jungs-Lektüre betrachte, wie zum Beispiel die Drei ???.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Andreas Schlüter
Titel:   Achtung, Zeitfalle!: Ein Computerkrimi aus der Level 4-Serie
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: N.-A. (1. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423709995
ISBN-13: 978-3423709996
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre
Preis: € 7,95
Genre: Jugend, Krimi, Abenteuer, Computer
Gelesen in: 1 Tag

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Changers - Drew / T. Cooper

8
Heute habe ich ein Buch für euch, von dem ich schon einiges gehört habe, bevor ich mich selbst entschieden habe, es zu lesen. Es handelt sich diesmal um ein interessantes Jugendbuch, welches den Beginn der Changers Reihe einläutet. Begleitet mich also in die USA und in das Leben von Ethan.
Das Cover ist grün und ein Kopf mit verschiedenen Konturen ist darauf zu sehen. Es ist ein sehr passendes Cover, aber wäre nichts, was mir im Laden sofort ins Auge gesprungen wäre.




'''FIGUREN '''
Drew – Vorher Ethan, ein Changer in der ersten Wandlung
Audrey – ihre neue beste Freundin
Chloe – Oberzicke der Schule
Tracy – Betreut Drew in ihrem Dasein als Changer
Chase – ein anderer Changer für den Drew heimlich schwärmt

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: USA
Zeit: 2010er Gegenwart
Perspektive: Ich Persektive von Drew
Alter der Figuren: 14-16

''' WORUM GEHT ES? '''
Ethan ist 14, als er mit seinen Eltern in eine neue Stadt zieht. Als er am Morgen seines ersten Schultages aufsteht, verändert sich für ihn grundlegend alles. Er schaut nämlich nicht in sein Gesicht, sondern in das Gesicht eines Mädchen. Von seinen Eltern bekommt er kurz erzählt, dass er ein Changer ist und insgesamt 4 Wandlungen durchleben muss, bevor er zu seiner wahren gestallt findet. Nun ist er ein Mädchen, bekommt von der Organisation eine neue Vita und muss sich an die Umstellung gewöhnen. Gar nicht so leicht, denn mit der Verwandlung muss er auch erkennen, dass er plötzlich ganz andere Dinge mag. Statt Skateboard mag er jetzt Cheerleader, hat plötzlich eine beste Freundin und muss merken, dass es wirklich Schmetterlinge im Bauch und Liebe auf den ersten Blick gibt. Was Drew in ihrem Jahr als Mädchen erlebt, muss sie in einer Art Tagebuch festhalten, damit sie später darin lesen kann, um zu entscheiden, welche Persönlichkeit sie dauerhaft sein möchte. Eigentlich ist die Wandlung ja recht cool, aber die Regeln sind alles andere als angenehm. So muss sie sich von ihrer beste Freundin plötzlich fernhalten, weil ihr Bruder sie wahrscheinlich erkennt und ihr zu Nahe gekommen ist. Ihren Schwarm Chase darf sie auch nicht sehen, da sich ein Changer nicht mit einem anderen Changer einlassen darf. Drew kommt sich schon bald wie in einer Sekte vor, aber irgendwie ist es auch cool, seine Persönlichkeit wechseln zu können, oder?

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Changers – Drew“ ist der erste Band einer vierteiligen Reihe über die Figur Ethan, der u Beginn der Geschichte erfahren muss, das er ein Changer ist und nun in den nächsten Jahren vier andere Persönlichkeiten durchleben muss. Erzählt wird die Geschichte passenderweise in einer Art Tagebuchform und aus der Sichtweise von Drew bzw. Ethan.

Mit Ethan und auch seiner späteren Changers-Version Drew konnte ich mich als Leser sofort anfreunden. Er, ich sage bewusst er, denn auch im Verlauf ist er irgendwo ganz tief im Inneren noch immer Ethan, ist eine witzige, kluge und warmherzige Persönlichkeit, die sich auch mit dem Wandel zu Drew nicht verändert. Lediglich die Fähigkeiten der Person werden angepasst. Der einzige Punkt, der mich im Verlauf etwas gestört hat. Seine  inneren Werte sind irgendwo ähnlich geblieben, aber sein Können hingegen hat sich verändert. Vorlieben kann ich noch nachvollziehen, aber warum ihm einige Fächer schwerer fallen oder er über Nacht plötzlich nicht mehr skaten kann, finde ich doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Obwohl Cooper sich wirklich viel Mühe gibt und den Wandel gerade auf den ersten Seiten verständlich zu vermitteln, hat mich das doch etwas gestört.

Interessant ist auch, wie schnell sich Ethan mit Drew, sagen wir mal, anfreundet. Wenn ich mir vorstelle, aufzuwachen und plötzlich ein Junge zu sein, wäre ich deutlich verwirrter. Da könnten meine Eltern mir alles noch so ausführlich erklären und mir Leitfäden geben, ich wäre verwirrter und könnte mich nicht so schnell damit abfinden.

Gerade der Hintergrund der Changers wäre für mich der Knackpunkt gewesen. Sie wirken wie eine Sekte. Das liegt nicht nur daran, dass es einen Rat und gewisse Regeln gibt, sondern die Art von Verboten. Zum Beispiel darf kein Changer sich mit einem anderen einlassen, weil die Kraft dann nicht mehr übertragen wird und die Überlegenheit damit untergeht. Schließlich soll es bald nur noch ihresgleichen geben. Was jedoch die Frage aufwirft, wie sie sich fortpflanzen sollen, wenn es irgendwann keine Konstanten (normale Menschen) gibt. Zudem gibt es noch die Getreuen, eine Art Sekte, die gegen die Changers ankämpft.

Leider wird viel zu wenig über die beiden Gruppen genannt. Zwar gibt es eine ausführliche Beschreibung am Ende, aber im Buch bleibt alles eher schwach beleuchtet, so als würde sich Cooper erst einmal auf die Wandlung konzentrieren und im nächsten Band mehr auf die Gruppen eingehen. Es bietet auf jeden Fall viel Spielraum, aber leider wirkt daher manches auch recht inkonsequent, unlogisch, langgezogen und schwächelnd. Nun gut, das wird sich aber mit Sicherheit in den nächsten Bänden ändern.

Leider fand ich es auch schade, dass die Zukunft von Audrey verraten wird, und der Leser am Ende sehen kann, welche Verbindung Drew / Ethan zu diesem Vorfall haben wird, denn am Ende werden die weiteren Versionen von ihm verraten.

Generell lässt sich sagen, dass „Changers“ ein gutes Buch ist. Allerdings empfand ich es manchmal einfach zu langatmig und fand es etwas schade, dass sich der Autor eben so auf Drew konzentriert hat. Klar, ist die erste Version die prägendste und die Version, bei der es noch am schwersten fällt, aber etwas mehr Spannung, statt einer halben Vergewaltigung, wo sich die sonst so mutige Drew eher unterwürfig ergibt, oder etwas schwachen Andeutungen, hätten mir besser gefallen. Es lässt zwar viel Spielraum für die weiteren Bände, aber ich hoffe, doch, dass diese mehr Spannung aufgreifen. 




Alles in allem kann man es lesen, aber als Highlight würde ich es leider nicht bezeichnen. Ich bin trotzdem neugierig, wie es weitergeht und freue mich schon auf Band zwei.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: T Cooper
Titel:  Changers - Drew
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag; Auflage: 1 (5. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3440143627
ISBN-13: 978-3440143629
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


Wer mir bis zum 15.4.2015 verrät, welche Persönlichkeit er gerne sein würde und warum. Der kann den ersten Band von Changers gewinnen. Einfach per Kommentar antworten und in den Lostopf hüpfen.

Teilnehmen dürfen Personen ab 14 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Jede Person darf nur einmal teilnehmen.  Blog Marketing Blog-Marketing ad by hallimash
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