Der kleine Hobbnix - A. R. R. R. Roberts

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==Pflichtlektüre in Berlins Hauptschulen...?==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor dem Lesen===

Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Bevor mir nun jemand den Kopf wegen der '''Überschrift''' abreißt, ich habe sie nur gewählt, weil die Sprache mich an viele Kids aus Berlin erinnert. Schaut man sich Taff an ist „Alter, Krass, Disch und Co“ Standard. Ist aber nur ein kleiner Witz. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, habe ich das Buch bei einem Weihnachtswichteln im Jahre 2010 geschenkt bekommen, und da nun der Hobbit anlief, wollte ich nicht nur den Film sehen, das Buch lesen, sondern auch die Parodie endlich anfangen. Gesagt, getan.. Meine Meinung in endkrasser Ehrlichkeit nur für euch.

'''Buchdaten'''
Autor: A. R. R. R. Roberts
Titel: Der kleine Hobbnix
Taschenbuch: 270 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. Juni 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453879473
ISBN-13: 978-3453879478
Originaltitel: The Soddit.
Kosten: ab 2€ gebraucht
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Fantasy-Parodie
Niveau: trivial
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage

'''Autor/in'''
Adam Roberts ist eine der vielversprechendsten Stimmen in der neueren britischen Sci-Fi. Geboren wurde er 1965. Nach der Schule studierte er Englische Literatur in Aberdeen und Cambridge und arbeitet derzeit als Dozent an der University of London. Er ist bekannt für seine Parodien über bekannte Fantasy-Romane, wie „Der kleine Hobbit“.


'''Optischer Eindruck'''
Das Cover trifft genau meinen Geschmack. Ich liebe Comic-Zeichnungen, die zudem so schön farbenfroh gestaltet sind. Im Laden hätte ich das Buch sofort mit zur Kasse genommen. Es ist lustig und macht auch Lust das Buch zu lesen.

'''Zitierter Klappentext'''
Mit "Der kleine Hobbit" begann das größte Fantasy-Epos aller Zeiten: "Der Herr der Ringe". Doch wie der nun vorliegende Text beweist, hat uns J.R.R. Tolkien offenbar einige wesentliche Informationen vorenthalten: Denn schon einmal hat sich ein sagenhaftes Wesen auf die Suche nach dem Ring der Macht begeben – der Hobbnix Bingo Beutelsack, der eigentlich ein geruhsames Leben in seinem Erdloch führen wollte, bis eines Tages ein etwas verwirrter Zauberer an seine Tür klopfte … (Quelle: Klappentext) (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Der Hobbnix, unter sich nur liebevoll der Hoppler genannt, ist ein kleines Wesen mit verkrüppelten Arthritis-Füßen. Auch Bingo Beutelgrabscher gehört zu dieser Gattung. Tief unter der Erde ist sein verschimmeltes Reich voll Würmer, denn so schreibt es die Verordnung vor. Partyräume oder Weinkeller an die Oberfläche, damit sie besser überfallen werden können, Hobbnixe hingegen unter die Erde, um die Leiden zu verstärken. Doch wir schweifen ab. Bingo, also genauer gesagt Bingo Dietrich Beutelgrabscher, ist dementsprechend mehr als nur genervt, als seine wohlverdiente Ruhe gestört wird. Ganzalt, der schwerhörige Zauberer bittet um Einlass. Genauergesagt hat er ihn kurzerhand für ein Abenteuer eingeplant. Abenteuer? Bingo würde ihn am Liebsten vor die Türe werfen, doch diese wurde von Zwergen aus der Angel gerissen. Pralin, Qwalin, Milli, Vanilli, Mori, Ohri, Nasi, Bohri, Klön, Bifi, Bofi und Thothorin, der stotternde Zwergenkönig sind auf den Weg zum Einzigen Berg, wo der Drache Schmauch lebt. Sie wollen seinen Schatz stehlen, und brauchen dafür aber Bingo. Nach ganz viel Zureden, Alkohol und vielleicht auch einiger Drogen willigt Bingo ein, um nicht von den Zwergen getötet zu werden. Denn diese können ein nein nicht akzeptieren. Es ist ein Entschluss, den der wehleidige Bingo Beutelgrabscher schon nach wenigen Metern bereut. Unterwegs lauern zahlreiche Gefahren. Trolle in Frauenkleidung, Feige Elfen, ein philosophierender Schmollum oder bayrische Bierbrauer. Das nicht alle ihre Freunde sind, dürfte klar sein, obwohl er eigentlich den philosophierenden Schmollum echt cool findet, denn der löst seine Rätsel nicht und geschenkt ihm sogar ein Dingda mit TM. Ein Dingsda mit TM, dass im Schicksal ihrer Truppe die entscheidende Rolle spielt. Von Ganzalt brauchen sie schließen keine Hilfe zu erwarten, denn der hustet oder schläft vor sich hin. Doch der scheintote Ganzalt muss unbedingt dabei sein, wenn sie das „Gold“ finden, sagen die Zwerge. Bingo fängt jedoch an zu zweifeln, und zwar genau, als sie den Einzigen Berg und somit den allseits gefürchteten Drachen Schmauch erreichen. Bleibt nur zu hoffen, dass das krasse Dingsda mit TM auch seinen Zweck erfüllt und das Schicksal nicht abändert.

'''Sarahs Meinung'''
Parodien gehören heute einfach dazu. Viele große literarische Werke oder Filme mussten daran schon glauben. Man nehme nur „Scream“. Doch auch Tolkien bleibt nicht verschont. All das, was er in seiner poetischen Sprache über den Hobbit Bilbo Beutlin erzählt hat, wird mit dieser Parodie endlich richtig gestellt.

Schon das Cover stimmt perfekt auf die Parodie ein, und ein Blick auf die Karte von Obermittelerde, die gleich zu Beginn des Buches zu sehen ist, sorgt für so manchen Lacher. „Brechtal“, „Oben ohne“, „Unten ohne“ „Ein einziger Baum“, „Noch zwei Bäume“, „Ballermann“ oder gar „Ähm, Tja, Also“. Lustiger geht es bei den Bezeichnungen der Karte gar nicht. Nutzt dies schon einmal, eure Lachmuskulatur aufzuwärmen, denn so wie es begonnen hat, geht es auch weiter. Naja, zumindest am Anfang. Da wären zum Beispiel die Zwerge, die an die Assi-Jugend erinnert. Ihr wisst nicht was ich mein... Gut.. „ Hey, wenn du dann net da sein tust, bist du krasser Todfeind von uns Zwerge und wir jagen disch und machen disch kalt, du Abschaum hey!“ (Zitat S. 38) oder auch die französischen Trolle in Frauenkleidung sorgen für anfängliche Freudentränen in den Augen. Doch leider werden die Begeisterungsschübe immer schwächer und man muss schon mit sich kämpfen, wenn man die Mundwinkel nach oben bekommen möchte. Das liegt nicht daran, dass der Autor kein Talent hat oder seine Pointen und Anspielungen schon zu Beginn verschießt. Es liegt viel mehr daran, dass es zum einen immer mehr wird, und zum anderen, dass es zumindest mich einfach nur noch genervt hat. Aber es ist nicht nur die ständige Assi-Sprache, der man überdrüssig wird. Im Buch lässt sich fast keine Seite lesen, ohne dass man von den Worten erschlagen wird.Übrigens ist sprachtechnisch alles vertreten, was Rang und Namen hat. Assi-Sprache, Barzi-Dialekt, französische Anhauchungen oder rappige Texte. Fehlt nur noch der Chinaman und obligatorische Nix verstehen Mensch, und alles wäre vollständig. Schauen okay, aber lesen ist in diesem Fall sehr anstrengend. Im Grunde ist es auch die ständige Wiederholung in so manch anderen Bereichen. Ganzalts Taubheit ist nur ein kleines Beispiel. Auch die Rätsel bei Schollum sind unterstes Niveau und waren auch der Punkt, wo ich zum ersten Mal nicht gelacht, sondern eher den Kopf geschüttelt habe, denn eins der Rätsel ist der Zungenbrecher Fischers Fritze...All das was mich die ersten 100 Seiten wirklich noch amüsiert hat, empfand ich später als negativ.

Die Geschichte selbst folgt linear dem Vorbild vom „kleinen Hobbit“. Ich selbst habe gerade erst „Der Hobbit“ gelesen und ich kann euch nicht empfehlen, die Werke direkt hintereinander zu lesen. Oft mache ich dies gern, um direkter und besser vergleichen zu können. Doch der sehr ähnliche Inhalt kombiniert mit den negativen Gedanken zum Ende hin, wirken sich nicht unbedingt positiv auf die Leselust aus. Glücklicherweise bin ich in diesem Punkt sehr ausdauernd. Andere Leser hätten sicherlich abgebrochen. Dementsprechend war ich auch nicht enttäuscht, als das Buch mich am Schluss gar nicht mehr überzeugen konnte. Man kann im Grunde sagen, dass die Parodie ihren Höhepunkt am Anfang erlebt hat, wo es die Leser noch mitreißen konnte.

Trotzdem ist das Buch nicht schlecht. Es ist eine schöne Parodie, die sicherlich um Längen besser gewesen wäre, wenn auf andere Jokes, Pointen und weniger Assi-Sprache gesetzt worden wäre. Auch hätte in meinen Augen gerne die Werbung auf den letzten, sagen wir 20 Seiten, ja auch ich kann übertreiben, weggelassen werden dürfen. Zu viel Werbung stinkt.

Alles in allem ist es ein nettes Buch, dass besonders am Anfang die Lachmuskulatur bis zum Muskelkater vorantreibt, Taschentücherberge entstehen lässt und große Freude bereitet. Dass es aber der Mitte nachlässt, muss man einfach hinnehmen. Manchmal ist weniger mehr. Übrigens fände ich es lustig, wenn ein solches Werk mal in Schulen durchgenommen werden würde, wo diese Sprache an der Tagesordnung steht, denn dann würden die Kids vielleicht auch merken, wie assi oder anstrengend das ist. Andere würden so vielleicht generell mal ein Buch lesen. Nur mal als Tipp für lesende Lehrer.
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Der Fluch der Dunkelelfen - Die Legende von Drizzt / Robert A Salvatore

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Eigentlich richten sich diese Bücher eher an Rollenspieler, aber nachdem ich die Bücher bei einem Adventskalender gewonnen habe und nun schon ein Jahr lang unberührt in meinem Bücherregal stehen, habe ich mich nun für eine Buch Challenge durchringen können diese Werke zu lesen. Wie mir der dritte und letzteTeil gefallen hat, lest einfach selber.

===Buchdaten===
Autor: R.A. Salvatore
Titel: Der Fluch der Dunkelelfen
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. April 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442267560
ISBN-13: 978-3442267569
Originaltitel: Forgotten Realms. The Dark Elf Trilogy 03: Sojourn
Serie: Dunkelelfen

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 4 Tage
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Die Rache der Dunkelelfen - Die Legende von Drizzt / Robert A Salvatore

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Eigentlich richten sich diese Bücher eher an Rollenspieler, aber nachdem ich die Bücher bei einem Adventskalender gewonnen habe und nun schon ein Jahr lang unberührt in meinem Bücherregal stehen, habe ich mich nun für eine Buch Challenge durchringen können diese Werke zu lesen. Wie mir der zweite Teil gefallen hat, lest einfach selber.

===Buchdaten===
Autor: R.A. Salvatore
Titel: Die Rache der Dunkelelfen
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. November 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442267552
ISBN-13: 978-3442267552
Originaltitel: Forgotten Realms. The Dark Elf Trilogy 02: Exile
Kosten: 12€
Serie: Dunkelelfen

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 4 Tage
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Jaouen, Hervé - Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?

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Dieses Buch habe ich gesehen und da mich der Erfolg in Frankreich neugierig gemacht hat, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Sofort habe ich mich ans Lesen gemacht, denn ich wollte wissen, ob mich ein solches Buch auch überzeugen kann. Aber lest nun einfach selbst...

===Buchdaten===
Autor: Hervé Jaouen
Titel: Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 1 (März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825177866
ISBN-13: 978-3825177867
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 14 Jahre
Kosten: 14,90€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Jugendbuch
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: ab 12
Lesedauer: 1 Tag
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J. R. R. Tolkien - Der Hobbit

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Bei diesem Werk war ich mir absolut sicher, dass meine Erwartungen erfüllt werden würden. Deswegen will ich euch nicht länger auf die Folter spannen und mein neuestes Exemplar vorstellen.
Quelle: Klett Cotta

===Buchdaten===
Autor: Tolkien
Titel: Der Hobbit
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., Aufl. (10. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608939776
ISBN-13: 978-3608939774
Originaltitel: The Hobbit
Kosten: 14,95€

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 3 Tage
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Heiko Grießbach - Im finsteren Wald

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Bei diesem Buch konnte ich ebenfalls nicht widerstehen, denn die filmartigen, kurzen Kapitel und der Schauplatz im Herzen von Thüringen hatten einen gewissen Reiz ausgeübt. Obwohl ich genügend zu lesen hatte musste ich mir deswegen das Buch holen, als mich der Autor bezüglich einer Rezension fragte.
===Buchdaten===
Autor: Heiko Grießbach
Titel: Im finsteren Wald
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1480070904
ISBN-13: 978-148007090
Kosten: 8,00
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Horror
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1 Tag


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R. A. Salvatore - Die Dunkelelfen

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===Buchdaten===
Autor: R.A. Salvatore
Titel: Die Dunkelelfen
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442267544
ISBN-13: 978-3442267545
Originaltitel: Forgotten Realms. The Dark Elf Trilogy 01: Homeland
Kosten: 12€
Serie: Dunkelelfen

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 4 Tage
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John Cheever - Willkommen in Falconer

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===Buchdaten===
Autor: John Cheever
Titel: Willkommen in Falconer
Gebundene Ausgabe: 223 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832180699
ISBN-13: 978-3832180690
Originaltitel: Falconer
Kosten: 19,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Drama
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1 Tag

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J. Rallison - Feensommer

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===Buchdaten===
Autor: Rallison, Janette
Titel: Feensommer: Dreimal verwünscht, verliebt für immer
Broschiert: 421 Seiten
Verlag: Arena (Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401503758
ISBN-13: 978-3401503752
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Kosten: 14,99€
Serie: Feli Everstar

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: ab 14 Jahren
Lesedauer: 3 Tage
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Sebastian Fitzek - Die Therapie

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===Buchdaten===
Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Die Therapie
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Knaur; Auflage: Originalausgabe, 11. Auflage, (Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426633094
ISBN-13: 978-3426633090
Kosten: 9,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Psychothriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

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Clara Kramer - Eine handbreit Hoffnung

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===Buchdaten===
Autor: Clara Kramer
Titel: Eine handbreit Hoffnung
Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Verlag: Droemer (2. November 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426275074
ISBN-13: 978-3426275078
Originaltitel: Clara's War
Kosten: 19,95€

===Leseinformationen===
Genre: Biographie
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Clara Kramer wurde 1927 unter den Namen Schwarz geboren. Sie ist die älteste Tochter ihrer jüdischen Eltern. Aufgewachsen ist sie in Polen und lebt nun in den USA.

===Optischer Eindruck===
Ein Mädchen, ein geschriebener Text sind alles was das Cover bietet. Aber genau das trifft es auf den Punkt und gefällt mir sehr gut.

===Zitierter Klappentext===
Ausgerechnet ein Nazi versteckt Clara und ihre jüdische Familie in einem Erdloch unter seinem Haus. Clara gelingt es, dort Tagebuch zu führen. Sie beschreibt die entsetzliche Enge, das grausame Stillhalten-Müssen und die Todesangst, wenn über ihrem Kopf die deutschen Besatzer ihre Reden schwingen, die Dielenbretter unter den Stiefeln ächzen. Mehr als sechzig Jahre danach erzählt sie nun ihr Schicksal: wie trotz des Kriegs stets die Hoffnung in ihrem Herzen weiterlebte – und sie gerettet wurde. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Eine-Handbreit-Hoffnung-Geschichte-wunderbaren/dp/3426275074/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1352973494&sr=8-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Clara, die von allen liebevoll Clarutschka genannt wird, wird 1927 in Polen geboren. Zusammen mit ihrer großen Familie, die alle jüdischen Glaubens ist, wächst sie auf. Ihre Eltern sind nicht gerade arm. Als Hitler in Polen einmarschiert wissen sie, dass das glückliche Leben zu Ende ist. Die Aufteilung an Russland gewährt ihnen noch einen kurzen Aufschub, bis Hitler den Pakt bricht und nun die Macht komplett übernimmt. Ihnen wird klar, dass sie im Ghetto nicht lange überleben werden. Sie müssen sich verstecken, aber bis auf einen ehemaligen Verbrecher, der nur zwei Zimmer hat, will sie keiner aufnehmen. Als Freunde sich selbst ein Versteck bauen, helfen sie und können so den ersten Übergriff überleben. Danach muss es schnell gehen, und hier ist ihnen das Glück hold. Eine ehemalige Angestellte bietet ihnen Hilfe an. Als Nazis haben sie das Haus mit dem Versteck zugeteilt bekommen und bieten nun einigen Familien an, sich dort zu verstecken. Insgesamt 18 Leute hausen nach einiger Zeit in einem kleinen Loch unter der Erde. Sie überleben und müssen jeden Tag miterleben, wie Freunde, Verwandte und Bekannte sterben. Sogar sie selbst bleiben nicht davon verschont, als ein Feuer ausbricht und Claras Schwester einfach abhaut. Sie will nicht ersticken und nimmt lieber den Tod durch erschießen in Kauf. Tragisch ist nur, dass sie im Haus überlebt hätte. So leben die Familien auf engsten Raum bis zum Ende des Krieges. In einem Tagebuch, das ihr Retter, Herr Beck, geschenkt hat, schreibt sie jeden Tag, die Erlebnisse und Gefühle auf. Dieses diente ihr zusätzlich zu ihren Erinnerungen als Stütze für dieses Buch.

===Sarahs Meinung===
Das Thema „Nazis und die Judenvernichtung“ sind absolut wichtig und ein trauriges Stück deutscher Geschichte, das in meinen Augen niemals vergessen werden darf. Trotzdem sprießen seit Jahren immer neue Werke aus den Boden. Irgendwo ist es immer gleich und viele sind schon genervt. Meine Mutter, die selbst 1938 geboren wurde, fasziniert trotzdem jedes Werk. Es ist einfach ihre Kindheit und weckt eben positive, aber auch negative Erinnerungen. Dementsprechend habe ich auch so manches Buch mit dieser Thematik gelesen, einfach weil ich indirekt einen persönlichen Bezug dazu habe. Trotzdem muss ich sagen, dass viele Werke in letzter Zeit einfach nur hingeklatscht wirken. Erst kürzlich habe ich „Der Mann, der ins KZ einbrach“ gelesen, und bei solchen Werken entsteht das Gefühl: Hier möchte jemand noch auf den Zug aufspringen und Geld damit machen. Meine Mutter hat schließlich ihre Erfahrungen auch nicht in ein Buch gepackt. Zudem zeigt meine Erfahrung, dass die ersten Werke einfach authentischer und wirklich informativ sind. Da das Tagebuch von Clara Kramer jedoch sogar ausgestellt wurde, empfand ich ihren Roman schon vorab als wertvoll und freute mich darauf ihn zu lesen.

Wie eben erwähnt sind viele Werke einfach nur schnell geschrieben wurden. Bei dem Buch „Wir Kinder von Bergen-Belsen“ zum Beispiel waren viele Angaben einfach widersprüchlich und das hat mich leicht gestört, aber hier konnte man noch sagen: Vielleicht war die Liste der Nazis falsch. Allerdings durfte ich hier schon im Prolog den gleichen Fehler bemerken. Und dieser Fehler zieht sich durch das gesamte Buch.
Am Anfang des Buches befindet sich eine Ahnentafel. Nicht alle Geburtstage wurde eingefügt, aber 90% der Menschen hatten Geburts- und Todesjahr angegeben. Und ich ziehe solche Sachen gerne beim Lesen heran. Da viele 1943 gestorben sind, hat man natürlich die anderen Daten nicht so im Kopf, und ich habe hier viel geblättert. Genauso gibt es auch am Anfang eine Skizze die das Haus und das Versteck grob angegeben haben. Damit fand ich den Einstieg schon mal sehr gelungen, aber war dementsprechend auch schon während des Prologes auf 180, weil die Ahnentafel nicht mit dem Buchinhalt übereinstimmt. Abgesehen von der 1 in Mathe, habe ich sogar meinen Mann gefragt und er konnte mir das auch nicht erklären. Liegt es an der Übersetzung? Ich weiß es nicht, aber so viele Fehler kann man nicht machen und dementsprechend kam ich mir ziemlich verar...t vor. Wenn man schon ein so wichtiges und authentisches Buch schreibt, sollten Fakten stimmen.

Hier einige Bespiele. Vielleicht versteht ihr meine Aufreger...

ZITAT PROLOG: „Sie reichte Babcia, meiner Großmutter, die kleine Zosia...“ Unter dem Titel „Prolog“ steht deutlich 1.9.1939... Laut Ahnentafel wurde Zosia aber erst 1941 geboren....

In einem späteren Abschnitt heißt es, dass Giza mit 33 Jahren Witwe wurde. Laut Ahnentafel wurde sie 1906 geboren und ihr erster Mann starb 1937. Die beiden Beispiele sind noch Punkte, wo ich sage: Nach all den Jahren erinnert sie sich nicht mehr genau, und die Leute, die die Ahnentafel erstellt haben oder Korrektur gelesen haben, haben nicht darauf geachtet. Spätestens nach dem Tod ihrer Schwester hatte ich jedoch die Nase voll. Wie oben erwähnt starb ihre Schwester, als sie aus Panik während eines Brandes auf die Straße lief, aus Angst im Versteck zu ersticken oder zu verbrennen. Sie wurde 1928 geboren und starb 1943. So sagt es die Zeittafel, aber auch die Zeitangabe im Kapitel. Doch statt mal nachzurechnen heißt es, dass ihre 13jährige Schwester tapfer war und sie nicht verraten hatte. Selbst wenn man mal annimmt, dass sie noch keinen Geburtstag 1943 hatte, wäre sie 14 gewesen. Und bei einer Schwester, sollten die Fakten stimmen. Es tut mir leid, aber solche Fehler stören enorm und lassen die Glaubwürdigkeit schrumpfen. Das das der Presse nicht auffällt, finde ich schon ein Armutszeugnis.

Abgesehen von diesen Fehlern ist das Buch sehr bewegend. Die Zeit bis zum Versteck sorgt für ein gutes Kennenlernen der Familie und erklärt auch die historischen Fakten in Polen. Genauso ist auch die Zeit im Versteck. Die Emotionen, Ängste, Wünsche und Trauer sind dank der lebendigen, bildhaften Sprachwahl mit ihren einfachen Worten, greifbar. Zumal der Mann, der sie versteckt hat ein Trinker, Schläger, Ehebrecher, Nazi-Freund und Antisemit. In Kombination mit kleinen Auszügen aus dem Tagebuch ist es noch einmal authentischer. Ich persönlich hätte mir hier auch einfach eine Übersetzung des Tagebuches, das im Original polnisch ist, vorstellen können, denn die Ausschnitte zeigen, wie dramatisch alles war. Im Grunde leidet man mit jeder Sekunde, die man weiterliest. Auch wenn man weiß, wer überlebt hat und wie alt er geworden ist, ist es trotzdem eine emotionale Zitterpartie. Die Beschreibungen sind jedoch kindgerecht. Es wird alles an der Oberfläche erwähnt, aber nicht ekelhaft beschrieben. Wenn man bedenkt, dass die Leute manchmal tagelang für eine andere Person gefastet haben und so schon wenig Essen hatten, sich tagelang nicht gewaschen haben. Es muss schon ein erschreckendes Bild gewesen sein. Und dies wird leider wiederum nur erwähnt, aber nicht wirklich tief. Schwache Mägen können das Buch problemlos verschlingen. Damit will ich nicht sagen, dass ich darauf giere. Aber ich bin der Ansicht, dass bei diesem Thema schockiert werden muss und das geht eben nur mit manchmal unappetitlichen Schilderungen. Sie sind hier vorhanden, leider nur sehr selten, dass sie nicht groß auffallen.

Untermalt wird das Ganze von einigen Bildern. Großeltern, ihre Schwester, sie selbst in verschiedenen Altersstufen und natürlich das Versteck. Einige Fotos direkt nach der Zeit im Versteck hätte ich mir ebenfalls gewünscht.

Für mich ist das Buch wertvoll, aber ich empfinde es als wichtig, wenn nicht sogar als das Wichtigste, dass die Fakten stimmig sind. Und wenn ich dann solche Fehler sehe, frage ich mich schon, warum sie entstanden sind, aber auch ob die Geschichte aufgebauscht und einiges, was nicht bekannt war, hinzugedichtet wurde. Ich muss sagen, dass ich hier schwer enttäuscht war, und mir fällt es schwer dieses Buch zu bewerten. Jedes Schicksal dieser Zeit ist wertvoll und sollte nie vergesse werden, um auch die heutigen Kids aufzuklären, aber sollte ein Buch empfohlen werde, das voller Fehler steckt. Auch wenn es nur Zahlen sind, vieles andere muss man so hinnehmen, da man es nicht so leicht ausrechnen und in Frage stellen kann. Dementsprechend bekommt das Buch auch nur drei Sterne. Die Übergriffe, Massengräber und auch die Zeit vor und im Versteck will ich nicht kritisieren, aber wenn ich Fehler finde, dann zweifle ich, und dann kann ein Buch noch so wertvoll sein, ich kann ihm bei der Masse keine 5 Sterne geben.


===Abschließendes Fazit===


Pro: Stil, Fotos, Ahnentafel, Skizze Versteck
Contra: Fehler Text / Zeittafel, Schocks fehlen
Empfehlung:



~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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