Charlotte Link: Die Stunde der Erben

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Charlotte Link ist eine großartige Autorin, die mit „Die Stunde der Erben“ ihre Sturmzeit-Trilogie abschließt. Obwohl ich begeisterte Leserin ihrer Werke bin, ist dies mein erster Band aus der Reihe. Da es sich jedoch auch ohne Probleme einzeln lesen lässt, habe ich mich nicht irritieren lassen.
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Der Leser wird in die Welt von Felicia und ihren Enkelkindern Alexandra und Chris entführt. Durch ihre Eltern, die in die USA ausgewandert sind, kommen sie direkt aus den USA ins West-Deutschland der 70er Jahre. Das ein kleiner Stamm der Familie ihre Zweige in der DDR hat, erfährt der Leser in Form von kleinen Einwürfen über deren Fluchtversuche.
Felicia, die inzwischen die 80 Jahre weit überschritten hat, möchte ihren Anteil der Spielzeugfabrik in sicheren Händen wissen, und entscheidet sich für Alexandra, die neben ihrer Jugendliebe Dan, die Firma leiten sollt

Doch mit der Übernahme geht es in Alexandras Leben langsam immer mehr bergab. Sie stürzt sich in die Arbeit, um die Probleme mit ihren Mann zu verdrängen, kümmert sich wenig um ihre Tochter und muss letzten Endes sogar den Selbstmord ihres Mannes verkraften. Sie stürzt sich noch tiefer in die Arbeit und nimmt dadurch ein riskantes Unternehmen an Bord, dass die Spielzeugfirma ihrer Großmutter in den Ruin treiben kann.

Dies ist in groben Zügen die Handlung des Buches. Leider kann mich die Umsetzung überhaupt nicht überzeugen. Obwohl das Buch zu 80% in den 80er Jahren spielt und ich diese Zeit aus eigenen Augen betrachten kann, konnte mich das Buch nicht fesseln. Es beginnt schon mit den Charakteren. Sie sind keinesfalls blass oder werden durch die vorherigen Bände vorausgesetzt. Im Gegenteil sie sind abwechslungsreich und werden perfekt eingeführt. Allerdings gelang es mir nicht mich mit den Figuren zu identifizieren. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie eine gehobenere und zerrüttetere Erziehung genossen haben. Viele Handlungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar. Dazu trug auch das Bild von West- und Ost-Deutschland bei. Ich selbst bin in Westdeutschland aufgewachsen, aber habe zahlreiche Verwandte und eine Ostdeutsche Mutter. In Kombination mit einigen Büchern bin ich der Meinung, dass ich mir ein recht authentisches Bild machen kann.Hier wird jedoch nur auf Klischees gesetzt. Fließend Wasser gab es vielleicht wirklich bei einem Hinterwäldler nicht, aber das gab es auch hier im Westen. Und hier wird oft der gesamte Osten als rückständig dargestellt.

Auch sonst konnte mich die Handlung diesmal überhaupt nicht fesseln. Während Charlotte Link sonst eher für einen Hauch Thriller und eine angenehme Spannung bekannt ist, muss ich sagen, dass ich dieses Werk langweilig fand. Der Kampf in der Firma, das zerrüttete Eheleben - all dies kann definitiv eher für langatmige Dramatik sorgen, aber nicht im Ansatz für einen Hauch Spannung. Hinzu kommen die ganzen zeitlichen Sprünge, die viele Jahre auslassen, während andere maßlos in die Länge gezogen werden.

Stilistisch kann sie zwar mit einem lockeren Stil überzeugen, aber da sie ständig unnötige Details einbaut, wirkt der Stil stellenweise doch sehr zähflüssig.

Neben Thriller lese ich auch gerne Bücher über die Geschichte Deutschlands oder Werke über mehrere Generationen. Dementsprechend bin ich nicht auf Thriller fixiert, aber dieses Exemplar kann nicht überzeugen.




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Stephen King: Das Mädchen

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Stephen King ist ein Autor, der fesseln kann, wenn er will. Besonders seine realistischen Bücher schaffen es immer wieder mich zu schockieren und zu packen. „Das Mädchen“ ist ein solches Werk.
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Trisha ist ein Scheidungskind, wie es im Bilderbuch zu finden ist. Ihre Mutter versucht alles richtig zu machen, der Bruder ist verzweifelt und hasst die neue Situation, und sie ist als jüngstes Mitglied genau zwischen den Fronten. Bei einem Rettungs-Versuch der Mutter, einer Wanderung in den Wäldern, ist sie an einem Punkt, wo sie nur noch die Schnauze voll hat, und um einen Moment Ruhe zu bekommen, geht sie einen anderen Weg für eine unnötige Pinkelpause. Statt wieder auf den Weg zu gehen, versucht sie quer Feld ein ihre Mutter mit dem streitenden Bruder einzuholen. Dabei verläuft sie sich immer mehr in den tiefen der Wälder. Eine kleine Ration an Lebensmitteln und Getränken, sowie einige Weisheiten ihres Vaters können ihr nicht lange helfen. Also macht sie sich ohne Spuren zu hinterlassen, denn Ordnung ist im Wald wichtig, auf den Weg zu einem Fluss, der sie in die Zivilisation bringen soll. Doch stattdessen irrt sie herum, stürzt schwer und fängt an zu halluzinieren. Sie spricht mit ihrem Idol aus dem Baseball, der sie immer dazu ermutigt, weiterzugehen, denn ihre Kräfte sind am Ende, und sie weiß, eine weitere Nacht überlebt sie nicht.

Eigentlich ein spannendes Thema. Die Idee, dass sich ein junges Mädchen im Wald verläuft ist alles andere als abwegig.Zudem bietet sie zahlreiche, spannende Möglichkeiten.

In diesem Fall setzt Stephen King auf authentisches 9jähriges Mädchen. Es kann vieles nicht einschätzen, hat ein beschränktes, leicht naives Blickfeld, und kann nur auf die wenigen Dinge zurückgreifen, die in ihrem kurzen Leben gelernt hat. Ein Mädchen aus dem echte Leben. Genauso, wie ich es mir gewünscht habe.

Passend dazu verwendet er er einen bildhaften und leicht naiven Stil, der zu der Gedankenwelt eines so jungen und lebhaften Mädchens passt. Klare Gedankengänge, logische Handlungen, die leider auf Halluzinationen treffen.

Genau damit sind wir an dem größten Störfaktor, wie ich finde. Ich persönlich hätte die Umsetzung alleine im Wald schon spannend genug gefunden, und war eher enttäuscht, dass sie in ihrer Fantasiewelt mit dem Baseball-Star redet und sich von ihm leiten lässt. Auch das Spiel, welches sie erlebt, habe ich eher als störend empfunden.
Dabei ist sein Ansatz so gut. Die Trennung der Eltern ist mehr als realistisch und die Auswirkungen so durchdacht, dass man das Gefühl hat, es würde einem selbst passieren. Dann der Grund für ihr Abenteuer im Wald. Ebenfalls konsequent nachvollziehbar. Sogar die Überlebenstipps sind absolut genial. Einiges kam mir bekannt vor, wie zum Beispiel, dass ein Bach zu einem Fluss führt und ein Fluss immer in der Nähe von Zivilisation ist oder zumindest hinführt. Es ist also absolut lehrreich verfasst. Bis auf diesen Störfaktor Halluzinationen.

Selbst der Schluss konnte mich durchweg überzeugen. Er ist logisch und spannend. Zudem baut er sich auf den Erlebnissen, die sich vorher im Buch abgespielt haben, auf.

Daraus ergibt sich eine gute Umsetzung, die wirklich nur durch ihren Tom leicht ruiniert wird. In meinen Augen verliert King dadurch das eigentliche Thema, und das finde ich schade. Daher gibt es auch leider keine volle Punktzahl.





Autor:Stephen King
Titel: Das Mädchen
Verlag: Schneekluth
Erschienen: 2000
ISBN-10: 3795117402
ISBN-13: 9783795117402
Seiten: 304
Kosten: 14,99€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller / Horror
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 1 Tag


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J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen

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Der Fänger im Roggen ist ein Kult-Klassiker, den ich immer wieder in Filmen erwähnt fand, sodass ich ihn auch lesen wollte. Leider wusste ich dank fehlendem Klappentext nicht worum es ging. So machte ich mich zum ersten Mal seit Jahren wieder blind ans Lesen. Es ist ungewohnt nicht zu wissen, was einen erwartet, obwohl ich oft genug beschwert habe, dass andere Klappentexte zu viel verraten.

Der Leser wird in die Welt des 16-jährige Holden Caulfie entführt. Es ist kurz vor Weihnachten als er aus dem vierten Internat fliegt, weil er seine Leistungen unterdurchschnittlich sind. Statt den Beginn der Ferien abzuwarten, haut er mitten in der Nacht ab und macht sich auf den Weg nach New York. Da seine Eltern von der neuerlichen Pleite nichts wissen, quartiert er sich in einem Hotel ein. Dort gerät er jedoch in eine Schlägerei mit einem Zuhälter, der mehr Geld für seine Prostituierte einfordert. Aus Angst zeiht Holden am nächsten Tag aus, und stellt seine Sachen im Bahnhof unter. Doch auch die nächsten Tage sind alles andere als erfreulich. Er trifft eine alte Freundin mit der er sich jedoch zerstreitet, mit seiner kleinen Schwester, die er aufsucht ist es auch nicht so einfach, und ein ehemaliger Lehrer, der ihm Unterschlupf gewährt, weckt die Angst vor sexuellem Missbrauch, sodass Holden den kalten Bahnhof vorzieht. Er beschließt endgültig abzuhauen. Doch seine Schwester will ihn begleiten, und das muss er abwenden.
Copyright Sarahs Bücherwelt

Es ist ein Thema, dass ich auf den ersten Blick sehr interessant fand. Tiefgründige Bücher mit jugendlichen Protagonisten finde ich immer gut. Doch dieses Buch ist in meinen Augen einfach nur eintönig, obwohl es so vielseitig ist. Erzählt wird das Buch aus Sicht des coolen, abgeklärten und harten Holden. Inzwischen befindet er sich in einer Therapie und berichtet über seine vorweihnachtlichen Erlebnisse und Gefühle.

Oberflächlich gesehen lernt der Leser einen Jungen kennen, der auf Schule keinen Bock hat, sehr cool und hart wirkt. Doch wie es auch im echten Leben ist, ist der innere Kern sehr weich und verletzlich. Dies erfährt der Leser an Hand von zahlreichen Gesprächen, die er mit verschiedenen Personen führt. Zum Beispiel einem Taxifahrer, einer Prostituierten, einer Mutter oder einer Freundin. Es sind Fremde oder Bekannte und trotzdem versteckt er sich bei jeder Person hinter einem Lügennetz, um selbst nicht verletzt zu werden. Dies ist sicherlich interessant, aber man muss stark zwischen den Zeilen lesen und wirklich darüber nachdenken, was damit gemeint ist. Denn oberflächlich gesehen, sind es oft harmlose Gespräche, wie zum Beispiel wohin die Fische gehen, wenn der Teich zufriert. Das er damit auch sich selbst meint, ist für oberflächliche Leser nicht ersichtlich.

Obwohl ich den Sinn des Buches, die Verzweiflung, Ängste und Gefühle nachvollziehen konnte, konnte mich das Buch nicht vom Hocker hauen. Anfänglich lag es definitiv am Protagonisten und der Tatsache, dass ich den Inhalt nicht mal an Hand einer Richtung kannte. Holden war mir anfangs so unsympathisch, bis ich den Sinn dieser übertrieben Person erkannte.

Nichtsdestotrotz fand ich das Buch trotz genauem Lesen besonders im Mittelteil einfach zähflüssig. Es werden immer neue Protagonisten eingeführt, mit denen er sich unterhält, obwohl mir persönlich schon klar war, worauf es hinausläuft. Im Grunde wird im jugendlichen Stil mit jugendlichen Ansichten der 50er Jahre vermittelt, wie das Erwachsenenwerden sich anfühlt, wie das Thema Sexualität betrachtet wird und vieles mehr. Auf Grund des Stils habe ich es zu Ende gelesen und da ich einfach wissen wollte, ob noch etwas bahnbrechendes passiert, aber im Grunde konnte mich das Buch einfach nicht überzeugen. Eigentlich dachte ich, dass die negativen Kritiker es einfach nicht verstanden haben. Ich habe es begriffen, und finde es sicherlich nicht schlecht, aber es gibt bessere Bücher. Was vielleicht auch an der Übersetzung liegen mag, denn das Original kenne ich nicht.
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Lauren St. John - Todesbucht

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Ich muss zugeben, dass ich von der Autorin zwar schon gehört, aber noch nichts gelesen habe. Da sie jedoch einen so guten Ruf hat, konnte ich bei Blog dein Buch nicht widerstehen und musste mich bewerben.
Quelle: Verlag

In dem Buch geht es um Laura. Ein Mädchen, dass nach dem Tod ihrer Mutter und einem unbekannten Vater seit ihrer Geburt im Kinderheim lebt. Unterbrochen wurde diese Situation nur durch zahlreiche Versuche sie bei Pflegeeltern unterzubringen. Doch Laura hat ihren eigenen Kopf und in diesem ist nur Platz für Bücher und Detektiv-Romane. Als sie nach 11 Jahren erfährt, dass sie einen Onkel hat, der sie zu sich nimmt, ist die Freude groß bis sie sieht wo er wohnt und wer bei ihm zu Hause kocht. Als er ihr jedoch Freiheiten wie ein Handy, Taschengeld und vieles mehr gewährt, und sie sich auch noch mehr oder weniger gut verstehen, ist sie glücklich. Besonders als sie Tariq, den Jungen, der kein englisch versteht und im Laden seiner Eltern arbeitet kennenlernt. Sie freunden sich an und für Laura ist es die schönste Zeit. Doch dann überschlagen sich die Dinge. Tariq redet von einem Tag auf den anderen nicht mehr mit ihr, ihr Onkel benimmt sich höchst merkwürdig und als sie auch noch herausfindet, dass er sie belogen hat, entschließt sie sich Nachforschungen anzustellen. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, dass ihrem Romanhelden Matt verdammt nahe kommt. Auch sie gerät in tödliche Gefahr.

Es ist eine schöne Idee, die sehr viel Freude beim Lesen bereitet. Auch wenn ich schon so gut wie 29 bin, lese ich immer noch sehr gerne spannende Bücher, die sich mit gruseligen Kriminalfällen beschäftigen. Ich war sofort in der Geschichte und empfand Laura als liebenswerte, sympathische, wissbegierige und neugierige Person, sodass sie mir sofort ans Herz wuchs. Sie ist ein tapferes und mutiges Mädchen, dass weiß was sie will und auch durchsetzt. Jedoch zeitgleich eben auch ihre Grenzen kennt. Ein ideales Vorbild für Mädchen in ihrem Alter, wie ich nicht nur selbst finde, sondern auch meine 11jährige Nichte, die zufälligerweise auch Laura heißt. Sie hat die Ähnlichkeiten genutzt und das Buch genauso wie ich an einem Tag verschlungen.

Das lag nicht nur an der oben erwähnten Protagonistin oder ihrem charmanten, wenn auch kauzigen Onkel, sondern eben auch am Stil. Dieser ist jung, dynamisch, kindorientiert und vor allen Dingen flüssig. Mit diesem gewählten Stil entsteht ein wahrhaftes Kopfkino, dem es an Tempo nicht fehlt.Jede neue Szene ist sofort präsent.

Inhaltlich bin ich absolut begeistert. Da ich davon ausgehe, dass dies der erste Teil einer spannenden Krimi-Reihe ist, ist es für mich, aber auch für meine Nichte selbstverständlich, dass Anfangs Laura, aber auch ihr Onkel näher eingeführt werden, damit die Situation für die Leser einfach selbstverständlich ist. Trotzdem mangelt es dem Buch nicht an Spannung. Anfangs eher seicht, steigt diese zum Schluss hin immer mehr an. Wobei auch schon von Anfang an Fragen auftauchen, die den Leser fesseln und miträseln lassen, sodass es hier nie langweilig wird. Zudem werden interessante Themen, wie Andersartigkeit, Misshandlungen, Sklaverei, Ausbeutung und Mobbing behandelt. Auf kindliche Art und Weise wird an die Themen herangegangen und alles einfach und anschaulich vermittelt.

Allerdings gibt es ein Punkt, der mich persönlich sehr gestört hat. Anfangs geht man davon aus, dass es sich um ein Buch in der aktuellen Zeit handelt. Doch dann ist da die Protagonistin die gerne Detektiv-Romane liest und in ein Haus zieht. Die Stimmung, die vermittelt wird erinnert mich allerdings eher an die 80er Jahre und das passt auch perfekt. Obwohl öfters schon Punkte wie Handy und Internet erwähnt werden, bin ich jedes Mal wieder wie aus einer weit entfernten Welt erwacht, wenn dann wieder solche Punkte erwähnt werden. Zum Beispiel ist im Haus ein Computer, aber Laura recherchiert lieber ohne, und erst fast zum Ende des Buches nutzt sie dann doch das Internet. Mir persönlich hätte es eben besser gefallen, wenn das Buch wirklich in den 80er Jahren gespielt hätte.

Nichtsdestotrotz ist es ein herrliches Buch, dass auf mehr hoffen lässt.

Autor: Lauren St. John
Titel: Die Todesbuch
Erschienen: 2012
ISBN-10: 3772525318
ISBN-13: 97837725253185
Seiten: 252
Kosten: 15,90€
Serie: Ein Fall für Laura Marlin

===Leseinformationen===
Genre: Detektiv-Roman
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: ab 11
Lesedauer: 3 Stunden



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Sophie Hannah: Nimmermehr

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WORUM GEHTS 

Nie wieder. Nie wieder will Sally ihren Mann betrügen. Nie wieder die quengelnden Kinder als Last empfinden, wenn sie, aufgerieben vom Job, nach Hause kommt. Vorausgesetzt, dass sie ihre geliebte Familie je wiedersieht. Sally glaubt nicht mehr daran. Denn sie ist in der Gewalt eines Wahnsinnigen. Er hat gemordet und wird wieder morden. Und er verfolgt einen monströsen Plan … (Quelle: Klappentext)


Copyright Sarahs Bücherwelt
SARAHS MEINUNG

Nimmermehr ist auch das Wort was mir einfällt, nachdem ich das Buch endlich aus der Hand gelegt hatte. Während mich „Still Still“ noch überzeugen konnte, bin ich von diesem Buch maßlos enttäuscht.

In diesem Buch entführt die Autorin die Leser in verschiedener Familien. Sie versucht den Leser aufzuzeigen, wie anstrengend es ist, wenn man Kinder in die Welt setzt. Dabei übertreibt sie unerhört. Ich selbst bin Mutter eines 9jährigen Stiefsohnes und eines acht Monate alten Sohnes. Klar ist es nicht immer leicht, und man muss hinterher räumen, seine Belange hinten anstellen und es ist absolut stressig. Aus diesem Grund kann ich die Wahl der Thematik nachvollziehen. Allerdings kommen vier Familien in dem Buch vor. Alle vier haben Kinder und alle vier sind genervt, angekotzt und regen sich ständig darüber auf. Im Grunde kann man es als Heul-Arie bezeichnen. 70% des Buches sind Gejammer und das nervt.

Auf Grund der oben genannten Thematik sind die Protagonisten auch alles andere als gut. Zwar wirken sie gedankentechnisch wie normale Mütter. Sie machen sich Sorgen, sind genervt und lieben und hassen ihre Kids zu gleichen Teilen. Aber wenn man nur auf negative Protagonisten trifft, dann macht das Lesen schon keinen Spaß mehr.

Da kann auch kein klarer, bildhafter Stil helfen, der durch eindrucksvolle Beschreibungen versucht zu punkten. Oft wirkt alles in die Länge gezogen, da zu oft unwichtige Details in den Mittelpunkt gestellt werden. Genau dies ist auch der Grund dafür, dass kaum Spannung aufkommt. Jeglicher Versuch wird zusätzlich im Keim erstickt, da einfach zu viele Perspektivwechsel vorkommen. Mal wird aus Sicht von Sally beschrieben, dann begleitet man die verschiedenen Polizisten. Auch hier wird einfach zu viel geschwafelt.

Abgeschlossen wird das Buch durch einen haarsträubenden, unbefriedigenden und leicht kranken Schluss. Er ist zwar logisch, aber für mich nicht die beste Option.
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Hilary Norman - Tödliche Zweifel

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WORUM GEHTS 

Von dem Tag an, da Matthew Gardner das Haus seiner neuen Frau betritt, beginnt er zu ahnen, dass das Leben mit ihr alles andere als harmonisch verlaufen wird. Denn zwei ihrer Töchter aus erster Ehe - Flic und Imogen - begegnen dem Stiefvater mit Hass und Ablehnung. Und was Matthews Frau als normales Verhalten pubertierender Mädchen interpretiert, wird für ihn zu einem Spiel auf Leben und Tod ═ scheint Flic und Imogen doch jedes Mittel Recht, um sich des ungeliebten Stiefvaters zu entledigen … (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG

In der Lesejury habe ich durch Zufall das Buch entdeckt, und musste es mir eintauschen. Es klang absolut vielversprechend und spannend vom Klappentext her. Obwohl mir Hilary Norman kein Begriff war, musste ich mir dies und noch ein weiteres Buch aus ihrer Feder ertauschen. Nun habe ich endlich angefangen und mir ein Buch davon vorgenommen.
Copyright Sarahs Bücherwelt

Doch schon nach wenigen Seiten bereute ich meinen Kauf, denn die Protagonisten waren alles andere als zufriedenstellend. Unglaubwürdig, fremd und komplett übertrieben in ihre Art und Weise. Es beginnt schon mit der frühen Heirat, nur weil man sich im Urlaub zufällig sieht, sofort zu heiraten, ist ein Aspekt, den ich nicht nachvollziehen kann. Und das obwohl ich selbst nach drei Monaten mit meinem Mann zusammengezogen und nach einem Jahr geheiratet habe, was für mich ebenfalls schon früh war. Ich meine selbst mit 40 Jahren kann man nicht sofort von der großen und wahren Liebe sprechen. Sicherlich ist es anders, aber trotzdem noch eher am Verliebten, als an echter Liebe. Doch nicht nur in diesem Punkt konnten mich die Figuren nicht überzeugen. Die Kinder haben einen übertriebenen Hass auf ihren Stiefvater. Auch in diesem Fall habe ich das Glück einen tollen Stiefsohn zu haben. Feindlichkeit in Maßen ist verständlich. Anfangs kann ich den Hass sogar noch nachvollziehen. Schließlich wurde ihr Leben im Urlaub komplett auf den Kopf gestellt, aber so übertrieben zu reagieren, und sogar über Leichen zu gehen, übersteigt meine Vorstellungskraft.

Genauso wie es bei den Protagonisten schon hapert, ist es auch mit der Umsetzung. Der Plot mit den eifersüchtigen Stiefkindern ist interessant und gut gewählt. Bis zu einem gewissen Grad auch spannend und vielversprechend umgesetzt. Schließlich wird hier mit ganz gemeinen Tricks gearbeitet, um den Stiefvater aus dem Haus zu ekeln. Lustig und doch gruselig, wie weit Menschen gehen würden. In diesem Fall setzt die Autorin jedoch auf Übertreibung, denn die Mittel, die die Kinder verwenden, würde kein normales Kind machen. Zum Beispiel mischen sie in das Essen, dass ihr Stiefvater für alle kocht, Lebensmittel, gegen die ihre Mutter aufs übelste allergisch reagiert. Egal wie groß der Hass auf den neuen Mann wäre, kaum ein Kind würde die eigne Mutter gefährden. Selbst hier kann man noch sagen, vielleicht ja doch. Doch dann endet der erste Teil des Buches sehr abrupt. Die Mutter stirbt auf mysteriöse Weise. Logischerweise möchte der Leser nun mehr über die Hintergründe erfahren, und rätselt mit. Doch der zweite Teil ist noch schlimmer, als der erste. Weitere Übertreibungen treffen auf auf die nächsten. Sie zieht wirklich alle Register. Von Vergewaltigung über Selbstmord bis Mord ist alles dabei. Irgendwann war ich nur noch erleichtert, als endlich das Finale näher rückte. Auch hier wird auf Nervenkitzel und extreme Spannung gesetzt. Ein Finale, wie man es in Action-Filmen a la Hollywood kennt.

Damit ist dann das Buch jedoch nicht beendet, sondern nun müssen alle offenen Fragen beantwortet werden. Es klärt sich alles komplett auf. Keine ungeklärten Fragen und auch sonst logisch und schlüssig. Allerdings setzt sie auch hier wieder auf unnötige Zusätze, um noch einen weiteren spannenden Teil einzubauen. Dabei wird wieder deutlich, dass weniger manchmal besser ist. Schon im Buch fand ich, dass die Spannung mit dem x-ten neuen Angriff untergegangen ist.

Lediglich der Stil der Autorin konnte mich überzeugen. Er ist flüssig, leicht und sehr angenehm zu lesen. Bildhaft, modern und ein Hauch Weiblichkeit ist zu erkennen. Dadurch kann der Leser sich alles sehr gut vor seinem inneren Auge vorstellen. Dazu kommen zahlreiche Kapitel, die ebenfall das Lesen vereinfachen.

Alles in allem konnte mich das Buch nicht überzeugen. Genialer Plot, lebendiger Stil und trotz diverser Höhepunkte nicht wirklich spannend. Zu viel ist einfach zu viel. Ich denke, die Autorin hätte mehr Erfolg gehabt, wenn sie das Buch um 150-200 Seiten gekürzt hätte. Weniger ist bekanntlich mehr. Aus diesem Grund bekommt das Buch, das so vielversprechend war lediglich drei Sterne.
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Stephen King - Dead Zone

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WORUM GEHTS 

Johnny hat schon als Kind hellseherische Fähigkeiten. Nach einem Nachmittag auf dem Eis, wo es einen Zusammenstoß mit einem größeren Jungen gab, hat er diese Gabe. Doch ahnt er nicht, worum es geht. Erst als er als Erwachsener nach einem Autounfall für fünf Jahre ins Koma fällt, merkt er, was er für Fähigkeiten hat. Er nutzt sie zum Guten und Bösen. Bis zu dem Tag, als er sieht, dass die Welt vor dem Untergang steht, wenn er nicht verhindert, dass ein bestimmter Präsident gewählt wird. Er opfert sich,um die Welt, wie er sie kennt zu retten.

SARAHS MEINUNG

Stephen King ist ein Autor, der zahlreiche gute Bücher, wie ich finde, geschrieben hat. Doch nicht jedes Buch kann mich wirklich überzeugen. „Dead Zone“ ist ein solches Exemplar.

Der Einstieg beginnt spannend. Der Leser lernt Johnny und sein erstes Erlebnis mit der Todeszone kennen. Um danach einige Jahre später in das eigentliche Abenteuer einzusteigen. Die Zeit vor, während und vor allen Dingen nach seinem Koma wird ausführlich beleuchtet. Doch kann mich diese Umsetzung einfach nicht überzeugen.

Es beginnt schon mit den Protagonisten. Dieser wird zwar über viele Seiten eingeführt und immer weiter entwickelt. Für meinen Geschmack bleibt er jedoch unscheinbar und oberflächlich. Zudem mag ich die Art, wie er beschrieben wird nicht. Einerseits offen, lieb und dann wieder egoistisch und böse. Wo Johnny noch akzeptabel geschildert wird, gehen die anderen Figuren noch weiter unter. Lediglich seine verrückte Mutter und seine große Liebe konnte ich mir noch halbwegs vorstellen.

Das zweite Problem des Buches ist, dass einfach zu lange über die Zeit während des Komas und die Anfänge danach verloren wird. Trotz mehrerer Versuche kommt einfach keine Spannung auf. Der Plot dümpelt vor sich hin. Erst auf dem letzten ¼ des Buches geht es endlich um das, was auf der Rückseite schon angekündigt wurde. Die Anfänge und Zusammenhänge rund um den neuen Präsidenten und das Attentat werden verständlicher und so kommt etwas Spannung auf. Aber für mich ist dies nur ein Versuch das Buch zu retten, der leider misslingt. Trotz kleinem Spannungsanstieg, fand ich diesen Teil einfach nur verwirrend und teilweise einfach an den Haaren herbeigezogen. Der erwartete Horror-Anteil, wie man den Stimmen von anderen Lesern entnehmen konnte, ist überhaupt nicht eingetreten. Zudem ist mir persönlich einfach zu viel unrealistischer Aspekt dabei. Für ein Horrorbuch okay, aber dies erinnert mich eher an einen miserablen Thriller.

Das kann auch kein guter Stil korrigieren. Im Gegenteil er ist nichtsaussagend und blass. Hätte ich nicht gewusst, von wem das Buch ist, ich hätte die charakteristische Handschrift des Autors nicht erkannt. Oft kam ich durch ellenlange Beschreibungen regelrecht in Versuchung 2-3 Seiten zu überschlagen, zu einem Punkt, wo endlich mal wieder etwas interessantes passierte. Ich musste mich echt zusammenreißen, damit ich das nicht immer tat, denn dann hätte ich wahrscheinlich nur 40% des Buches gelesen. So ist es bei 5-6 Überschlagungen geblieben. Doch für ein gutes Buch, ist das einfach zu viel.

Es mag sicherlich sein, dass vor vielen Jahren, das Buch stammt aus den 70er, die Idee noch als spannend und beängstigend angesehen wurde, und wir 40 Jahre später darüber nur lächeln können. Das ist mir schon bei einigen Werken aufgefallen, die früher absolute Bestseller waren und heute als „Schrott“ bezeichnet werden würden. Allerdings zeigen auch andere Bücher, dass sie nach so vielen Jahren einfach immer noch Kult sind und Stil haben. Selbst bei King gibt es unzählige Beispiele wie zum Beispiel Friedhof der Kuscheltiere oder Shining. Dementsprechend bin ich von diesem Buch einfach nur enttäuscht.

Man kann es lesen, aber in meinem Fall war es ein Kampf, der sich nicht lohnte.



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