Kate Pepper - 7 Minuten zu spät

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WORUM GEHTS 

Copyright rororo
Alice ist mit ihrer Freundin Lauren verabredet. Als sie sieben Minuten zu spät am Treffpunkt erscheint, ist ihre Freundin nicht da. Als sie auch später nicht kommt oder zu erreichen ist, gehen alle davon aus, dass sie vorzeitige Wehen bekommen hat, schließlich ist sie im achten Monat gewesen. Doch in keinem Krankenhaus ist sie angekommen. Alice, die selbst mit Zwilligen schwanger ist, macht sich die größten Sorgen. Selbst die erlösende Nachricht, dass sie gefunden wurde, kann sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Schließlich wurde sie brutal ermordet und das Baby, Ivy sollte es heißen, wurde ihr herausgeschnitten. Welcher kranke Perverse ist nur zu so einer Tat fähig. Anfangs geht die Polizei von einem Serientäter aus, da vor einiger Zeit schon eine Schwangere verschwunden ist, die ebenfalls mit Immobilien-Haien Ärger hatte. Dabei muss Alice feststellen, dass ihr Vermieter, der sie selbst gerade aus dem Haus wirft im Zusammenhang mit dem Tod von Lauren steht. Sie macht sich nicht nur auf die Haussuche, sondern ermittelt auf eigene Faust in der Immobilien-Szene. Dabei gerät sie in tödliche Gefahr und kommt einen grausamen Geheimnis auf die Schliche.

SARAHS MEINUNG

Ihr Gesicht sah aus wie aus Plastik, maskenhaft, seltsam gelöst. Um ihren Körper hing ein grellbuntes Schwangerschaftskleid. Ihr Bauch war verschwunden, sie sah aus wie ausgehöhlt. (s. 88)

Diese Zitat stammt aus dem Thriller „7 Minuten“ und zeigt den bildhaften, detaillierten, ehrlichen und schonungslosen Stil auf, den die Autorin gewählt hat, um den Lesern ein grausames Thema zu vermitteln.

In ihrem Thriller setzt sie auf Seitensprünge, Schwangerschaft, den aktuellen Immobilien-Markt, Immobilienhaie und die Aufklärungsarbeit bei ungeklärten Morden. Eine brisante Mischung, wie man bald feststellen darf. 

Als Einstieg in ihren Thriller hat sie den Zeitpunkt gewählt, wo Alice zu ihrer Verabredung mit ihrer Freundin zu spät kommt, und merkt, dass sie nicht erscheint. An dieser Stelle wird dem Leser eine Protagonistin präsentiert, die authentisch, charakterstark, lebendig und emotional ist. So wie man sich eine werdende Mutter mit Zwillingen vorstellt. Auch die anderen Figuren sind erstklassig beschrieben. Sie sind alle unterschiedlich, ergeben jedoch zusammen ein Ganzes. Dadurch ergibt sich für den Leser, dass zahlreiche weibliche Protagonisten mit männlichen Partnern an ihrer Seite für jeden Geschmack etwas bieten. Vom Fremdgeher über den fürsorglichen Ehemann bis zum Tyrannen ist alles dabei.

Da ich selbst im letzten Jahr Mutter geworden bin, kommt bei mir natürlich neben dem Rätseln um den Täter und den Grund, die Frage auf, wie ich reagiert hätte, ob ich ebenfalls so stark wie die Protagonistin gewesen wäre. Auf der anderen Seite dreht sich mir jedoch auf der Magen um, da wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wird, und es schon bestialisch ist, wenn ein lebendiges Kind aus einer Frau einfach herausgeschnitten und entführt wird. Für schwache Seelen ist dieses Thema sicherlich nicht.

Die Umsetzung ist der Autorin auf der einen Seite sehr gut gelungen. Man fiebert mit, und erlebt zahlreiche spannende Momente, die dank falscher Fährten besonders attraktiv geworden sind. Neue Details und Hinweise sorgen für neuen Wirbel und lassen eigentlich keine Langeweile zu. Allerdings auch nur eigentlich, denn ganz ehrlich kommt mir im Mittelteil zu viel Immobilien-Anteil vor. Hier eine Besichtigung, da ein neuer Makler, dann werden alle vertrieben. Klar gehört es zum Buch, denn darauf basiert die Mordstory, aber oft geht die Spannung dadurch etwas verloren. So kommt man bis zum Schluss häufiger in Versuchung die eine oder andere Seite zu überspringen. Allerdings kann man auf Grund der Buchlänge der Versuchung widerstehen.

Dann kommen die letzten Seiten, und ich muss sagen, dass mich dies absolut enttäuscht hat. Der Ausgang des Buches ist interessant, verzwickt und doch logisch. Alles andere als erwartet und vieles muss man einfach erst einmal sacken lassen, um dann festzustellen, dass es einen trotzdem nicht befriedigt. Die Autorin versucht auf der letzten Strecke noch eine unnötige Spannung zu erzeugen. Ganz nach dem Motto: Thriller müssen am Ende spannend sein. Diesen Anstieg nutzt sie dann für eine so haarsträubende Auflösung, die wohl nur wenige Leser ernsthaft zufrieden stellt. Mit einem Epilog versucht sie die Fehler zu beheben, aber sorgt dort eher noch für eine Portion Kopfschütteln mehr. Dementsprechend gehört dieser Ausgang zu meinen Nieten des Jahres dazu.

Alles in allem fand ich jedoch das Thema trotz Brutalität sehr interessant, sodass ich dem Buch gerne noch drei Sterne gebe. 


 
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R. L. Stine - Die Tramperin

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WORUM GEHTS 

Copyright Fanseite R.LStine
Felicita ist auf den ersten Blick ein Mädchen, wie jedes andere auch. Doch wer sie kennt, weiß, dass die 17jährige nicht normal ist. Sie verfügt über eine Gabe – Telekinese. Diese wird ihr zum Verhängnis, als ein befreundetes Paar durch ihre Gabe stirbt. Um nicht als Monster dargestellt zu werden, flieht sie und kommt nach Shadyside. Schon die ersten Minuten sind alles andere als traumhaft, denn sie gerät in die Fänge eines üblen Mannes, der sich Killer nennt. Doch sie kann fliehen und lernt dabei Nick kennen. Sie verliebt sich sofort in ihn und als sie die Chance bekommt ein Haus zu sitten, bleibt sie da. In der Schule begegnet sie Nick wieder und er verschafft ihr auch einen Job. Doch leider ist er vergeben und seine Freundin Zan alles andere als freundlich. Auch sie hat ein düsteres Geheimnis, welches ihre Vergangenheit überschattet. Als Felicita dann auch noch einen Zettel findet, dass jemand ihr Geheimnis kennt, überschlagen sich die Dinge, und sie gerät in Todesgefahr.



SARAHS MEINUNG 

Dann sah sie zu, wie der Bleistift wie eine Rakete durch den Raum schoss – mitten in Dr. Shanks linkes Auge hinein. (S. 16)



Dieses Zitat stammt aus dem Buch „Die Tramperin“ aus der Kultserie Fearstreet, die bei der Jugend von heute, sehr gut ankommt. Ich selbst habe diese Bücher schon in meiner Jugend gerne gelesen, und finde auch heute noch darin Entspannung, da sie lehrreich, unterhaltsam und doch wesentlich leichter als die Erwachsenen-Kost ist.



Dieses Buch habe ich damals schon gelesen, konnte mich aber nur wage an den Inhalt erinnern. Der Leser trifft auf die Protagonistin Felicita, die über übersinnliche Kräfte verfügt. Schon seit ihrer Geburt kann sie mittels Gedankenkraft Dinge beeinflussen. Das ist auch der Grund, warum sie auf der Flucht ist. Sie wird dem Leser als sehr labile Persönlichkeit präsentiert. Eine Außenseiterin, die nur einen Wunsch hat, endlich zur Ruhe zu kommen, anerkannt zu werden und Freunde zu finden. Wünsche, die jeder Teenager hat. Dies bietet den jungen Lesern die Möglichkeit sich besser mit der Protagonistin zu identifizieren. Ihre Gedanken, die zahlreich im Buch vertreten und mit kursiver Schrift kenntlich gemacht wurden, und Handlungen sind absolut verständlich. Der Leser bekommt trotz schwacher Beschreibung der Figur ein gutes Bild. Auch die anderen Figuren sind interessant. Allerdings finde ich sie eher unsympathischer und teilweise sehr durchgeknallt. Selbst Nick, der als netter Junge und Retter dargestellt wird, ist durch seine zweigleisige Art eher unsympathisch.



Vom Stil her erwartet den Leser der gewohnt gute, bildhafte, lebendige Stil, der auch heute noch modern ist, und sich flüssig lesen lässt. Die Sätze sind leicht, kurz und einprägsam. Zahlreiche Absätze, gut sichtbare Dialoge, kurze Kapitel und klare Gedanken unterstützen den Stil. So ist es ein leichtes den Inhalt zu verstehen, und zu verfolgen.



Inhaltlich ist R. L. Stine eigentlich für spannungsgeladene Jugend-Thriller bekannt. Es gibt jedoch leider auch einige Exemplare, die sich mit magischen und ungewöhnlichen Dingen befassen. In diesem Fall ist es Telekinese. In Kombination mit dem realen Spannungsteil, finde ich es wie immer unpassend. Auch die Umsetzung wirkte auf mich, als hätte er sich bei diesem Band von X-Men inspirieren lassen. Eine Schule, in der ungewöhnliche Kinder auf ihre Fähigkeiten ausprobieren müssen. In diesem Fall zwar eher zu Forschungszwecken, als aus Nächstenliebe. Spannung kommt bei diesem Buch immer wieder auf. Es sind kleine Rückblenden oder gegenwärtige Ergebnisse, die für einen Anstieg der Spannung sorgen. Zum Schluss hin steigert sich diese zu einem enormen Höhepunkt, der Nervenkitzel und Atemstillstand für wenige Seiten bedeutet. Allerdings ist er für mich zu unrealistisch und wirkt leicht an den Haaren herbeigezogen. Es ist nicht die Tatsache, dass es noch eine weitere Person mit Fähigkeiten gibt, sondern wie der Streit und Machtkampf endet. Zudem ist vieles einfach zu offen gelassen, um vielleicht noch Platz für einen zweiten Teil zu lassen. Mir jedenfalls war dieser Band zu unabgeschlossen.



Nichtsdestotrotz ein interessanter Thriller, der den Lesern eine Menge Lehrgehalt bietet. Es befasst sich mit Trennungsängsten, Fremdgehen, Eifersucht und dem Aspekt anders zu sein. Es zeigt dem Leser, dass es immer auch andere Menschen gibt, die ähnlich sind oder auf ihre Art und Weise anders, sodass man gar nicht so einsam ist, wie man glaubt. Man muss nur sein eigenes Schicksal nicht zu ernst nehmen und die Augen für andere Dinge öffnen.



Da ich solche Jugendbücher nicht mehr alleine lese, habe ich auch meine Nichte lesen lassen, die immer gerne solche Bücher für mich liest. Seit dem ersten Fearstreet Band ist sie begeisterter Fan dieser Reihe. Sie sieht es zwar ähnlich mit den übersinnlichen Aspekten, aber fand das Buch noch eine Spur spannender und den Schluss minimal besser.



Aus diesem Grund gibt es von uns beiden drei Sterne für das Buch. Mehr ist jedoch nicht drin, da wir beide eben realistischere Thriller dieser Serie bevorzugen.





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Becker, Maryanne: Die Flickschneiderin

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Copyright Maryanne Becker
Maryanne Becker ist eine unglaubliche Autorin, die mit ihren historischen Romanen das Herz berührt. Sie vermittelt die Deutsch-Belgische-Geschichte fesselnd, dramatisch und bewegend, wie sie schon in „Grenzlandfrau“ verdeutlicht hat.



In diesem Buch wird der Leser ins Jahr 1914 entführt. Am letzten Zipfel Deutschlands bringt Fini, die Frau eines angesehenen Bauern, ihre jüngste Tochter Anna auf die Welt. Noch während des ersten Weltkrieges verstirbt ihr Vater an gebrochenem Herzen, und Anna muss früh lernen, dass das Leben aus harter Arbeit besteht. Während ihre älteste Schwester ins Kloster geht, müssen die anderen vier Mädchen helfen wo sie können. Erst im Haushalt und auf dem Hof, und später auch bei den Flickarbeiten, die Fini übernimmt, um die Familie über Wasser zu halten. Liebe, Freizeit sind genauso rar wie Nahrungsmittel. Vom ersten Sonnenstrahl bis zum Einbruch der Nacht gibt es nur Arbeit. Doch Anna hat schon früh ihre Leidenschaft zum Nähen entdeckt und würde alles tun, um Schneiderin zu werden. Als sie an der Reihe ist den Lebensunterhalt der Familie zu unterstützen, bekommt sie die Möglichkeit in die Eifel zu gehen und für eine jüdische Familie eine Flickschneiderei zu betreiben. Sie nimmt das Angebot an, und lernt dort nicht nur ein liebevolles Zuhause, sondern auch Leo kennen. Eine Liebe, die Dank Hitler, nicht funktionieren kann, und so steht Anna bald ohne Arbeit, ohne Leo, dafür mit Kind alleine da.



Der Inhalt dieser Erzählung ist fiktiv, spiegelt jedoch die geschichtlichen Aspekte detailliert wieder. Angefangen mit Annas Geburt, lässt die Autoren den Leser mit einem informativen, packenden und klar strukturierten Stil an ihrem Leben teilhaben. Emotionen, Situationen und geschichtliche Fakten lassen sich erstklassig nachvollziehen und haben für eine durchweg vorhandene Faszination meinerseits gesorgt. Maryanne Becker wählt klare, einfache Sätze, die genau die richtige Menge an Adjektiven beinhalten, um nicht überladen, langatmig zu erscheinen, und trotzdem alles lebendig erscheinen zu lassen. Stilistisch ein wahrer Lesegenuss.



Die Härte, Konflikte, Nöte und Sorgen der damaligen Zeit fängt die Autorin so farbenfroh ein, dass man mit den einzelnen Protagonisten von der ersten Seite an mitleidet. Besonders bei Anna wird die Schwere des ersten und zweiten Weltkrieges deutlich. Als jüngstes Kind, lernt sie nur die harten Seiten kennen, während ihre älteren Schwestern zumindest ein paar gute, satte und lustige Jahre erleben durfte. Nichtsdestotrotz ist Anna eine einfühlsame, charakterstarke Persönlichkeit, der ich immer nur das Beste gewünscht habe. Als dieses Glück mit ihrer neuen Stelle beginnt, hatte ich durchweg die Hoffnung, dass es andauert, obwohl im Klappentext die tragische Wendung zu erahnen war.



Wer Maryanne Becker und ihre Werke kennt, der weiß, dass sie eine Autorin ist, die versucht den Leser durch Fakten und Realität zu überzeugen, und nicht durch ein Happy End. Sie fängt auf eindrucksvolle Weise die beiden Weltkriege ein. Hier bleibt kein Herz unberührt und kaum ein Auge trocken.



In diesem Fall setzt sie ihr Augenmerk nicht auf eingezogene Soldaten oder die typische Judenproblematik, sondern beleuchtet die Entwicklung der Nähmaschine, von kleinen Schneidereien und der Konflikt zwischen Juden und arischen Bürgern, die sich jedoch nicht zu den Nazis zählen.



Es ist eine fesselnde Erzählung, die aufdeckt, wie das Leben ab 1914 für das gemeine Volk war. Packend, ehrlich, schockierend und an keiner Stelle kitschig oder übertrieben.



Maryanne Becker ist in meinen Augen wieder ein Meisterwerk gelungen, dass man gelesen haben sollte. Es eignet sich zusätzlich hervorragend für den Schulunterricht, denn es ist nicht nur geschichtlich, sondern auch stilistisch absolut lehrreich, und bietet inhaltlich viel Diskussionsgrundlage.

Autor: Maryanne Becker

Titel: Die Flickschneiderin

Verlag: Grenz-Echo-Verlag

Erschienen: 03/2012

ISBN-10: 3867120684

ISBN-13: 9783867120685

Seiten: 263

Kosten: 15,14€




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Victoria Holt - Das Geheimnis der Nachtigall

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WORUM GEHTS 

Copyright Sarahs Bücherwelt
19. Jahrhundert: Susanna ist vier Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Trotzdem ist sie bei ihrem Vater und dem indischen Personal nie einsam. Als sie mit 10 Jahren nach Neland zurück muss, um eine feine Erziehung zu genießen, bricht die Welt für sie zusammen. Mit 17 kehrt sie zurück und lernt Aubrey und das echte Indien kennen. Sie ist froh, als ihr Vater nach England versetzt wird, und Aubrey mitkommt, da sein Bruder im Sterben liegt. Die Verlobung und die baldige Hochzeit macht das Glück perfekt. Doch schon auf der Hochzeitsreise lernt sie das wahre Gesicht von Aubrey kennen. Im Drogenrausch feiert er Orgien, und vergewaltigt sie. Nicht mal die Geburt von Julian ändert sein Verhältnis zu Drogen. Im Gegenteil, das Kindermädchen eignet sich perfekt als Geliebte für zwischendurch. Das schlimmste ist jedoch die Tatsache, dass er für den Tod seines ungeborenen Neffen verantwortlich ist. Susanna möchte einfach nur weg, aber nicht ohne Julian, und den lässt Aubrey nicht gehen. Als sie zu ihrem Vater muss, der im Sterben liegt, ahnt sie nicht, dass es das letzte Mal ist, dass sie Julian sieht. Bei ihrer Rückkehr ist er tot. Verstorben an einer Lungenentzündung und behandelt von Dr. Damien, einem Arzt, der mit Drogen experimentiert und in ihren Augen für die Sucht von Aubrey verantwortlich ist. Sie schwört Rache, tödliche Rache.

SARAHS MEINUNG

Victoria Holt ist bekannt für ihre tirivialen, aber romantischen Thriller. Es gibt kaum ein Werk von ihr, welches mich nicht überzeugen kann.

In diesem Thriller begegnet der Leser einer ausgepsorchen starken Protagonistin. Um sie und ihr späteres Handeln besser nachvollziehen zu können, erfährt der Leser ihre Kindheit und Jugend an Hand einer detaillierten Rückblende. Ihre Stärke, Liebe zu außergewöhnlichen Frauen jeglicher Schichten und der Wunsch nach Liebe werden greifbar. Genauso charakterstark und einmalig wie Susanna, sind auch die anderen Figuren. Zusammen ergeben sie eine lebhafte Schwar mit der nie Langeweile aufkommt. Anders ist man es jedoch von Victoria Holt nicht gewohnt.

Inhaltlich wird der Leser in zwei Welten entführt. In eine Zeit wo Frauen zum Heiraten gut waren, jedoch nicht mehr. Die typische Kindheit in Indien, die steife englische Erziehung, die widerum auf das orientalische Leben im Bosporus zu Kriegszeiten treffen. Es sind vielschichtige, kompett unterschiedliche Welten, die von Holt zu Leben erweckt werden. Sie beschreibt so farbenfroh, dass man sofort das Gefühl hat, den Ort selbst zu kennen.

Auch thematisch kann die Autorin glänzen. Geht sie sonst auf Gouvernanten in Adelshäusern ein, greift sie diesmal auf die schlechten Verhältnisse in englishcen Krankenhäusern und die ärmlichen Situationen von unverheirateten Dorffrauen zurück. Zudem befasst sie sich mit den ersten Rauschgiftversuchen im medizinischem Bereich zur Schmerzlinderung. Ich finde, dass sie dies außergewöhnlich gut recherchiert hat. Es sind Dinge, die ich bis dato noch nie in meinem Leben gehört hatte. Über die früheren Verhältnisse in Kranenhäusern und den Beruf Krankenschwester habe ich zwar schon einiges gelesen, aber so explizit, empfand ich es wirklich interessant. Wer einmal bei Google nachsieht, wird erkennen, dass sie harte Fakten zum Beispiel über die Orte oder teilnehmenden Personen, wie Nightingale eingebaut hat. Das gleiche gilt für die Handhabung mit dem Rauschgift. Die ersten Versuche waren verpönt und heute ist eine Betäubung bei einer Operation oder bei Schmerzen absolut üblich. Zum ersten Mal fand ich es inhaltlich wirklich lehrreich und informativ.
Dadurch wirkte es jedoch stellenweise einfach zu sachlich. Der spannende Faktor geht stark verloren. Das wird besonders im Mittelteil sehr deutlich. Am Anfang muss man sich noch ein Bild machen, um den Hass nachvollziehen zu können. Doch dieser ist später nur mit Worten präsent, und wird erst zum Schluss wieder greifbar.

Dieser ist in meinen Augen auch nicht unbedingt ideal gewählt. Hier kommt der berühmte Kitschfaktor zum Vorschein, den ich durch die Fakten sogar ziemlich hoch finde. Mir war es eine Spur zu viel. Romantik ist jedoch auch im Mittelteil vertreten, wo es jedoch ebenfalls zu sehr nach Happy End und Glück aussieht. Es ist jedoch nicht schlecht.

Im Großen und Ganzen ein wirklich nettes Buch, dass ich inhaltlich gerne weiterempfehle, sofern der Kitschanteil nicht stört.



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Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

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WORUM GEHTS 
Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle. (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG


Copyright Krüger Verlag
Rachel Joyce ist eine Autorin, die ich bis zu diesem Titel noch nicht kannte. Mit ihrem Werk hat sie sich jedoch in mein Herz geschrieben.

Der Leser wird in die kleine Welt von Harold Fry entführt, der pensioniert, einen langweiligen und festen Tagesablauf hat. Ein Brief wirft ihn völlig aus der Bahn und reißt alte Wunden wieder auf. Mit Harold und den anderen Figuren, ist es der Autorin gelungen, normale Menschen, wie du und ich erstehen zu lassen. Sie wirken mit ihren Wehwechen, ihren Ängsten und Gefühlen, absolut realistisch. Auch wenn ich selbst mit 28 Jahren mich eigentlich nicht in das Leben eines 65jährigen hineinversetzen kann, hat es die Autorin geschafft, alles authentisch wirken zu lassen. Diese Lebendigkeit und Ehrlichkeit ist erschreckend, aber positiv gemeint. Mit Harold als Hauptfigur konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Das lag jedoch nicht nur an seiner guten Umsetzung, sondern auch am ausschmückenden, lebendigen, einfachen und echten Stil. Es wirkt nichts künstlich, aufgesetzt oder in die Länge gezogen. Die Autorin versteht es das Wesentliche im Auge zu behalten und dafür zu sorgen, dass alles klar und verständlich dargestellt wird.

Auch die Umsetzung im Allgemeinen steckt voller Liebe und Können. Zahlreiche Kapitel zeigen die wichtigsten Abschnitte seines Marsches. Am Ende ist sogar eine Karte von England, die seine Route aufzeigt. So kann der Leser genau verfolgen, wo er langgegangen ist. Allerdings gibt es hier auch kleinere Schwächen, die jedoch vom Gesamtbild überdeckt werden. Zahlreiche Sprünge der Perspektive, wie zum Beispiel zwischen Harold und Maureen, sorgen dafür, dass man überlegen muss, wo man sich gerade befindet. Zudem muss man genau lesen, um den zeitlichen Wechsel von Gegenwart zu den früheren Ereignissen nicht zu verpassen. Trotz dieser kleinen Schwächen, denn in meinen Augen ist es einfach zu viel, ist alles logisch und ersichtlich.

Inhaltlich setzt die Autorin auf die Bewältigung der Vergangenheit. Ein vielschichtiges Thema, dass schon so mancher Autor für sich als Themengebiet benutzt hat. In diesem Fall beinhaltet es die verschlossenen Augen gegenüber des Sohnes. Sein Alkoholkonsum, Depressionen und Drogen. Sein gesamtes Verhalten wurde über Jahre schön geredet. Ebenfalls wird lange über den Selbstmord des Sohnes und die Folgen für die Eltern behandelt. Dies ist zwar ein Teil der Selbstfindung, aber da schon nach wenigen Seiten ersichtlich ist, dass der Sohn Selbstmord begangen hat, empfinde ich nicht, dass ich mit diesem Hinweis zu viel verrate. Neben der ganzen tragischen Geschichte um seinen Sohn, lüftet sich auch nach und nach das Geheimnis um Queenie und sorgt für ein Aha-Effekt, der Tränen rührt.
Insgesamt erinnert mich die Pilgerreise leicht an Forrest Gump. Gerade wo auch hier die Medien so aktiv wurden.

Eine wirklich schöne Geschichte, die jedoch schlecht aufgeteilt wurde. Auf den ersten 200 Seiten wird das 1/3 des Weges bis ins kleinste Detail beschrieben. Hart, bewegend und schmerzhaft, nicht nur für den Protagonisten. Die nächsten 100 Seiten beschreiben den restlichen Weg. Für mich einfach zu kurz, wenn man bedenkt, wie ausführlich vorher alles war. Hier hätte die Autorin ein besseres Mittelmaß finden sollen. Auf den letzten Seiten befasst sie sich mit der Auflösung und Aufarbeitung. Ein Schluss, der logisch, authentisch, passend und absolut traurig ist. Tränen sind hier vorprogrammiert.



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Freya North: Polly

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WORUM GEHTS 

Eigentlich liebt Polly ihren Job als Englischlehrerin in London und sie liebt ihren Freund Max. Ein wenig bange ist ihr daher schon, als sie ihre Koffer packt, um für ein Jahr in Vermont, USA, an einer Privatschule zu unterrichten. Doch kaum hat Polly amerikanischen Boden unter den Füßen, lässt sie sich nur allzu gern von der schönen Neuen Welt verführen - vor allem dann, wenn sie ihr in Gestalt des umwerfend gut aussehenden Sportlehrers Chip Jonson begegnet ... Ein quirliger Roman, der vor Temperament Funken sprüht, zwischen Neuer und Alter Welt, zwischen Techtelmechtel und Treue hin- und herpendelt ... und schließlich zu einem überraschenden Happy-End findet.(Quelle: Klappentext)
Copyright Sarahs Bücherwelt

SARAHS MEINUNG

Polly ist ein moderner Liebesroman für Frauen bis 30, den ich mir bei einem Tauschspiel ertauscht habe. Ich fand die Idee, einer joblichen Auszeit gepaart mit neuen Aussichten, sehr reizvoll.
Doch schon nach wenigen Seiten, hätte ich am Liebsten das Buch abgebrochen. Ich konnte mich einfach mit dem Stil und der Umsetzung nicht anfreunden.

Gott ich kann nicht glauben, dass ich...
Willst du mich heiraten?
Da war es!

Bitte?
Polly war wie gelähmt und tränenerstickt. Sie konnte unmöglich antworten. (Zitat S. 7)

Wie man unschwer an diesem Beispiel erkennen kann, wird zwischen Gedankenspiel, wörtlicher Rede genauso extrem gewechsel wie zwischen den Perspektiven. Bei jedem Absatz musste ich damit rechnen, dass ich ohne Vorwarnung plötzlich Max, Polly oder eine andere Figur begleiten musste. Ersichtliche Szenenwechsel find ich oft passend, aber hier war ich einfach schnell frustriert, wenn ich mal wieder feststellen durfte, der Blickwinkel wurde schon wieder gewechselt. Sonst ist der Stil sehr detailliert, oft sogar bis ins kleinste, unwichtigste Detail. Besonder die verschiedenen sexuellen Akte oder Fantasien bekommen eine Aufmerksamkeit, die jedes erotische Drehbuch hätte ersetzen können. Da geht es von einem harten Schwanz über feuchte Geschlechtsteile, die mit Zungen, Fingern und anderen Dingen bearbeitet werden. Wobei es allerdings nicht vulgär wird, sondern auf einem für mich akzeptablen Level bleibt.

So anschaulich die Situationen und Schauplätze beschrieben werden, so bildhaft sind auch die einzelnen Figuren. Optisch, wie auch vom Charakter her. In dem Punkt ist es der Autorin gelungen moderne, altersgerechte Protagonisten ins Leben zu rufen. Ich selbst bin im gleichen Alter, 28, und kann mich daher unglaublich gut in die Gefühlswelt von Polly, aber auch von Max hineinversetzen. Bei gleichaltrigen Protagonisten fällt mir dies meistens besonders leicht.

Inhaltlich versucht die Autorin sich mit einem Thema zu beschäftigen, dass für diese Altergruppe sicherlich nicht unbedingt falsch ist. Oft ist man mit einem Partner lange zusammen, und durch eine neue Situation verändert sich die Gefühlslage für einen Moment, sodass Unsicherheit entsteht oder man sich besser gesagt seiner Gefühle wieder klar werden muss. Die ausgewähte Ausgangslage, ein zeitlich begrenzter Jobwechsel und die große Entfernung, sind eine ideale Grundlage. Mit ihr gelingt es Freya North perfekt darzustellen, wie Leute nicht nur ihre Beziehung in Frage stellen, was eine neue Person in ihrem Leben bededeutet und das keine Beziehung wirklich sicher ist. Zudem greift sie auf dasThema Selbstfindung und die Selbstentdeckung zurück, welches ich besonders auf den letzten 60 Seiten so erstklassig finde. Mit diesen Seiten ist ihr ein tiefgründiger Schluss gelungen, der von den Standard-Happy-Ends abweicht und zum Nachdenken anregt. Während in der Mitte die Geschichte durch den einen oder anderen Seitensprung und andere unnötige Beschreibungen in die Länge gezogen wird, kann der Einstieg, aber besonders der Schluss überzeugen. 

Alles in allen ein nettes Buch, dass jedoch durch seine zähflüssige Mitte gerne um 100 Seiten hätte gekürzt werden dürfen. Nette Idee zum Thema Fremdgehen.  Klasse Protagonisten, interessantes Thema, perfekter Schluss treffen auf nervigen Stil und langatmigen Mittelteil.

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Katrin Lankers: Elfenblick

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WORUM GEHTS 

Copyright ArsEdition
Mageli ist 16 Jahre alt, als sie Erin kennenlernt. Ihr Leben ist eher durchschnittlich. Ärger mit der Mutter, nervige Brüder, eine klasse beste Freundin, ein Vater der häufig weg ist, durchschnittliche Schulleistungen und Jungs interessieren sie nicht so. Als sie zufällig einen Bericht liest, in dem es um vertauschte Kinder geht, muss sie wissen, ob sie auch vertauscht wurde. Schließlich sieht sie komplett anders aus, als ihre Familienmitglieder. Auf der Suche nach der Wahrheit, muss sie feststellen, dass alle Beteiligten nach und nach verstorben sind. Und genau auf dieser Suche lernt sie Erin kennen. Er ist der Sohn des Elfenkönigs und beide verlieben sich in ihrer Traumwelt ineinander. Als er in Gefahr gerät, macht sie sich auf den Weg in die Elfenwelt und gerät in ein Abenteuer, mit dem sie niemals gerechnet hätte, denn das dunkle Geheimnis ihrer Geburt verfolgt sie auch in der Welt der Elfen.

SARAHS MEINUNG 

Ich liebe Jugendbüchern in denen Magie vorkommt. Wo sich ein normaler Mensch in ein Fantasy-Wesen verliebt. Das war schon lange vor „Bis(s)“ der Fall. In diesem Fall verliebt sich ein Mädchen in den Sohn des Elfenkönigs.

Alleine schon das Cover ist ein Blickfang, der so manchen Leser im Buchladen magisch anzieht. Ich persönlich kaufe gerne Bücher, die mich vom Cover her ansprechen, und die Farbgebung ist einfach klasse. Auch der Inhalt klang vielversprechend. Letzten Endes konnte mich die Umsetzung jedoch nicht gänzlich überzeugen.

Es beginnt schon mit den Protagonisten. Lankers entwickelt außergewöhnliche Protagonisten, mit denen sich so manches schüchterne Mädchen identifizieren kann. Die Mehrheit wird jedoch eher schwer eine Bindung herstellen können. Mageli ist absolut hübsch, wirkt auf andere total eingebildet, fühlt sich selbst aber eher schüchtern. Klischeehaft, denn viele Schönheiten sind sich ihrer Schönheit nicht bewusst. Ihre Freundin vertieft sich in tiefsinnigen Fragen, und Erin wird eher als attraktiver Märchenprinz dargestellt. Vieles wird in meinen Augen zu sehr im optischen Bereich beschrieben. Gedankengänge und Handlungen waren für mich oft nicht 100% nachvollziehbar. Zum Beispiel konnte ich bis zum Schluss nicht begreifen, warum sie trotz vorhandener Geburtsurkunde an ihrer Identität zweifelt. Ich bin auch die einzige Rothaarige in meiner Familie und würde nie so zweifeln. Gerade wenn man es schwarz auf weiß hat, müsste der Gedanke, warum man ins Krankenhaus zur Recherche fährt, näher erläutert bekommen. So blieb vieles einfach unverständlich. Auch in anderen Punkte bleibt mir die Protagonistin fremd. Warum verlässt sie mitten in der Nacht das Haus, um zu ihrer Freundin zu gehen. Diese ungeklärten Aspekte im Verhalten der Hauptfigur sorgen für Frust.

Thematisch setzt das Buch nicht nur auf den magischen Teil, sondern hauptsächlich auf die Vertauschung von zwei Babys bei der Geburt. Daraus eine magische Sache zu machen, ist interessant. Aber in meinen Augen hätte dieses Thema einfach realistischer umgesetzt werden müssen. Nur auf Grund eines Zeitungsartikels den Verdacht zu entwickeln, man sei nicht das leibliche Kind, ist einfach an den Haaren herbeigezogen. Auch die Liebesgeschichte ist in meinen Augen schwach umgesetzt und an Twilight angelehnt. Schließlich verliebt sich Mageli in Erin weil er absolut traumhaft aussieht und so gut riecht. Oberflächlicher hätte die Geschichte nicht entstehen können. Selbst als ihr bewusst wird, dass sich diese Treffen nur in ihrer Traumwelt abspielen, tut sie alles, um ihn zu retten. Das zeigt, dass die Autorin ihren Weg nicht konstant verfolgt. Sie baut immer wieder Wendungen ein, weil sie merkt, dass sie so nicht weiterkommt. Dann wird auf einmal ein Menschen-Elf eingebaut, der ihr sagt, dass es wirklich Elfen gibt und Erin kein Traum ist. Manche Wendungen sind gut, viele jedoch einfach nur schwach. Ohne lange zu überlegen oder zu recherchieren weiß sie genau, wie sie das Tor zur Elfenwelt öffnet. Beim ersten Mal, wo sie genau dies gemacht hat, hat sich jedoch kein Tor geöffnet.

Spannung kommt durch diese Wendungen, Vorhersehbarkeit und die vielen Klischees einfach nicht auf. Das Buch lässt sich wirklich leicht lesen und sorgt auf seine Art und Weise für Unterhaltung. Die Wortwahl ist kindgerecht, einfach und überzeugt durch kurze, moderne Sätze. Ein kleiner Anteil an jugendlicher Sprache rundet dieses Gesamtbild ab.

Nur Sprache alleine reicht in meinen Augen nicht aus. Oft verliert sich die Autorin in unnötigen Details. Da kann auch der mysteriöse Abstecher in die Elfenwelt zu den Bösen keine Spannung aufbauen. Auch wenn man sich hier fragt, wie alles zusammenhängt. Zumindest auf den ersten 200 Seiten, danach ist alles sehr klar.

Selbst der Schluss kann nicht überzeugen. Alles wird aufgeklärt, und damit das Traumpaar nicht mit trüben Gedanken belastet wird, wird noch eine neue Wendung eingebaut, die absolut vor Kitsch trieft und mich einfach nur enttäuscht hat. Dies hätte in einem späteren Band eingebaut werden können, aber nicht hier.

Da ich selbst oft immer Bedenken habe, dass ich mit meinen 28 Jahren einfach den Kinderblick verloren habe, habe ich dieses Buch auch von meiner Nichte 11,5 Jahre lesen lassen. Sie gab mir das Buch nach einem Tag wieder. Sie hat 250 Seiten gelesen und abgebrochen, da sie es einfach langweilig und mega kitschig fand. Zudem hatte sie der naive Stil genervt. Alles wird einen in den Mund gelegt und wer selbst mal nachdenkt oder sein Gehirn benutzt, wird feststellen, dass einfach zu vieles nicht konsequent und schlüssig ist. So etwas lohnt sich in ihren Augen nicht zu lesen. Dabei liebt sie sonst Bücher aus dem Verlag.

Wir freuen uns definitiv nicht auf einen zweiten Teil, sofern sich die Autorin nicht deutlich verbessert. Zudem ist die Geschichte irgendwo abgeschlossen und für mich gibt es keinen wirklichen Ansatzpunkt, wo ich sage, das muss ich unbedingt wissen. Kurz nichts hat dafür gesorgt, dass ich den zweiten Teil lesen muss.

Autor: Katrin Lankers
Titel: Elfenblick
Verlag: arsEdition
Erschienen: 2012
ISBN-10: 3760779808
ISBN-13: 9783760779805
Seiten: 448
Kosten: 19,99€

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: leicht
Leserschaft: 12-15Jahre
Lesedauer: 1 Tag

Mein Dank geht an Blog Dein Buch.


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Kleiner Geheimtipp

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Hey Leute, 


heute möchte ich euch mal kein Buch vorstellen. Selten aber es kommt vor. Dieses Mal möchte ich euch einen echt coolen, neuen Shop vorstellen, der Unterstützung braucht, damit er bekannter wird. Und wie auch bei Büchern, unterstütze ich gerne unbekannte und kleine Unternehmen.


Copyright Point Rouge
Point-Rouge.de  ist ein neuer Online-Shop für exklusive und hochwertige Beauty-Produkte.Von Haarpflege über Prafüm bis zum Make-Up ist alles vertreten. Hier wird Kosmetik günstig angeboten.


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Also, schaut einfach mal vorbei. Ich kann den Shop nur empfehlen. Tolle Geschenkideen für unkreative Männer*zwinker*



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Elizabeth Haran: Im Schatten des Teebaums

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WORUM GEHTS 

Australien, 1900: Eliza ist als Reporterin für eine kleine Zeitung tätig, als in einem Nachbarort Tantanoola ein Tiger gesichtet wurde. Vor zehn Jahren ist ein Tiger in diesem Gebiet verschwunden, und nun scheint er wieder aufgetaucht zu sein. Schafe werden auf bestialische Art und Weise gerissen. Eliza reist trotz Verbot ihrer Mutter hin und trifft dort gleich auf einen Konkurrenten. Da es im Hotel keinen Platz mehr gibt, muss sie eine andere Bleibe finden, und trifft dabei auf ihre verschollene Tante. Tante Mathilda hat seit zig Jahren keinen Kontakt mehr zur Familie, und das aus guten Grund. Alles hängt mit einem tragischen Unfall zusammen. Die Umstände sorgen dafür, dass sich Tante und Nichte näher kommen und sich blenden verstehen. Kurze Zeit später kommt auch ihre jüngere Schwester Katie vorbei, die jedoch weniger mit ihrer Tante zurecht kommt. Zumal Katie sich auf den ersten Blick in die Konkurrenz von Eliza verliebt hat. Dieser nutzt sie nach Strich und Faden aus, um an Informationen von Eliza zu kommen. Diese ist jedoch voll und ganz mit ihrer Arbeit und dem Jäger Brodie beschäftigt. Es dauert nicht lange und die erste Spur ist gefunden. Doch dann überschlagen sich die Dinge. Eliza entdeckt den angeblichen Tiger und findet heraus, was hinter den verschwundenen Schafen steckt. Während ihr Konkurrent den Täter bloßstellt, um eine gute Story zu veröffentlichen. Zeitgleich muss sich Mathilda mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, während Katie sich über ihre Gefühle klarwerden muss. Auch Eliza steht vor einer großen Entscheidung.

SARAHS MEINUNG

Plötzlich blieb Mannie wie angewurzelt stehen und riss die Augen auf. Eine klebrige, verklumpte Masse hob sich rot glänzend von dem mit Raureif überzogenen Erdboden ab. Gleich daneben lag ein zerfetztes, blutiges Schaffell.
Mannie stand da wie versteinert, den Blick unverwandt auf die Überreste des Tieres geheftet. (Zitat S. 7)

Dieses Zitat stammt aus dem Prolog des Buches „Im Schatten des Teebaums“ und zeigt deutlich die abenteuerliche und detaillierte Art und Weise, die Dinge zu beschreiben.

Elizabeth Haran ist eine Autorin, die mich schon mit einem anderen Australien-Roman überzeugen konnte. Dementsprechend freute ich mich, dass mir meine Mutter ein weiteres Buch dieser Autorin schenkte.Ich freute mich auf leichte, romantische und doch spannende Kost, die mir meinen Kurzurlaub auf Sylt versüßen sollte.

In diesem Buch wird der Leser ins Australien von 1900 entführt. Eingeführt wird die Geschichte mit einem Prolog, der es schon in sich hat. Durch Andeutungen wird der Leser auf den reißenden Tiger aufmerksam gemacht. Nichts für schwache Mägen. Gekonnt baut sie Geheimnisse ein, die den Leser binnen weniger Seiten fesseln. Was ist mit dem Tiger oder was passierte vor all den Jahren mit Mathilda, sind nur zwei der Geheimnisse.

Die Protagonisten sorgen für ein angenehmes Lesevergnügen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Eliza ist eher die rebellische, kämpferische Natur, die auf eigenen Beinen stehen möchte, und von einem Mann als gleichwertig betrachtet werden will. Ihre Schwester stellt hingegen die typische romantische Persönlichkeit dar, die nur ans Heiraten denkt. Von der ängstlichen Mutter, über den verständnisvollen Vater, dem egoistischen Konkurrenten und dem schwarzen Schaf der Familie, ist alles vertreten. Lebendig und menschlich werden die Charaktere dargestellt, wodurch sofort eine Verbindung hergestellt werden kann. In meinen Augen wird dadurch der Einstieg deutlich vereinfacht.

Auch inhaltlich kann das Buch überzeugen. Die Tigersuche sorgt für eine abenteuerliche Spannung, humorvolle Ansätze sind zum Beispiel in dem Pferd Nelly zu erkennen, und auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Während in dem anderen Werk das Augenmerk auf die Ureinwohner gerichtet wird, werden sie hier nur am Rande erwähnt und man bekommt aufgezeigt, wie sich diese Menschen in der weißen Kultur unterordnen müssen. Genauso wenig setzt sie diesmal die Landschaft in Szene. In diesem Buch versucht sie ihr Können im Bereich Plot zu verdeutlichen. Die Idee und der Ansatz gefallen mir sehr gut. Zwar wird dem Leser bald deutlich, wie die Geschichte ausgehen wird, aber Vorhersehbarkeit ist hier nicht negativ. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Mittelteil stellenweise zu langatmig war. Zwar werden genug Nebenhandlungen eingebaut, die gegen die Langatmigkeit ankämpfen, aber besonders die Landwirtschaftveranstaltung empfand ich als nervig. Von einem Wettbewerb geht es zum nächsten und die Spannung geht einfach unter.

Allerdings ist dies nur ein Bruchteil, sodass irgendwann wieder der Punkt, wo man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, weil man die Geschichte verfolgen möchte. Da nimmt man auch gerne die eine oder andere Zähflüssigkeit in Kauf. Bei dem hervorragenden Stil macht das Lesen einfach zu viel Spaß. Lebendig, detailliert und farbenfroh. Mit ihm gelingt es nicht nur ein Kopfkino entstehen zu lassen, sondern das Land kennen und lieben zu lernen.Allerdings hätte ich mir etwas mehr Landschaft gewünscht, denn die Orte konnte ich mir im Kopfkino nicht so gut vorstellen, wie in „Leuchtende Sonne, weites Land“ oder wie es ihr bei den Figuren gelingt.

Auch dieser Roman konnte mich überzeugen. Sicherlich nicht so perfekt, wie „Leuchtende Sonne, weites Land“, aber trotzdem schön und leicht zu lesen, weswegen der Roman auch gerne vier Sterne bekommt.


 
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Harold Cobert: Ein Winter mit Baudelaire

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WORUM GEHTS 

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Mitten im Herbst wird Phillippe von seiner Ex-Frau aus dem Haus geworfen. Nach der Scheidung hatte sie ihm noch einige Monate eingeräumt. Doch irgendwann ist genug. Seine Tochter darf er sehen, sobald er eine neue Wohnung hat. Doch mit 27 und einem Zeitvertrag gar nicht so leicht. Zu allem Pech läuft es auf der Arbeit nicht besonders gut. Mit der Wohnungssuche beschäftigt, vernachlässigt er die Kundenaquise, und als ihm ein anderer Mitarbeiter seinen Auftrag wegschnappt, kündigt er wutentbrannt. Damit hat er sein Schicksal besiegelt. Er bekommt kein Arbeitslosengeld und auch keine Sozialhilfe, sodass er ohne Geld schnell auf der Straße landet. Anfangs ungewohnt und schrecklich, gewöhnt er sich bald an das Leben auf der Straße. Prügeleien, die Suche nach dem Schlafplatz, Bettelaktionen um Essen und Geld, und der schwere Weg zurück in die Normalität gehören zu seinem Alltag. Besonders im Winter ein schweres Unterfangen. Begleitet wird er von einem Hund namens Baudelaire, der ihn nicht nur beschützt, sondern ihn auch Freunde vermittelt, die ihm auf seinen Rückweg helfen.

SARAHS MEINUNG

Gerüche nach Essig und Verschimmeltem. Feuchter, kalter Asche. Saurer Milch und Resten von billigem Wein. Gerüche, die sich an Kleider und Haut heften. Anfangswendet er das Gesicht ab, zieht angewidert die Nase kraus, um möglichst wenig einzuatmen, und entblättert den Müll mit spitzen Fingern. (Zitat S. 106)

Dieses Zitat stamm aus dem Buch „Ein Winter mit Baudelaire“, welches mir meine Mutter geschenkt und wärmstens empfohlen hat. Auf poetische Art und Weise befasst sich der Autor mit dem Thema Obdachlosigkeit. Einfache kurze Sätze treffen auf poetische Umschreibungen. Ein Stil, der mir außerordentlich gefällt, da er ohne Umschweife alles auf den Punkt bringt. Lebendig, freifbar und menschlich wird alles beschriebenn. Mit diesem Stil kann Cober, trotz Zeichenfehler und Rechtschreibfehler, fesseln.

Mit dem gewählten Thema greift der Autor ein Thema auf, welches all gegenwärtig ist und jedes Jahr im Winter zahlreiche Todesopfer forder. Erstklassige Recherche trifft in diesem Fall auf eine interessante Umsetzung. An Hand von Phillippes Schicksal geht er auf Ursache, Tagesablauf und Rettung ein. Laut meiner Mutter ein wahres Schicksal, kann ich es nicht glauben, da weder im Buch diesbezüglich etwas angedeutet, noch vom Autoren etwas dazu gesagt wird. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass es einen so weltfremden Menschen wie den Protagonisten gibt.

Damit wären wir auch beim Hauptkritikpunkt angelangt. Laut Klappentext verliert er alles. Nach der Trennung von der Frau, sein Kind und später wird sein Arbeitsvertrag nicht verlängert. Dinge, die ich nachvollziehen kann und wo ich denke, dass sie aus dem Leben gegriffen sind. Allerdings ist schon hier ein Fehler drin, denn Phillippes Vertrag wird nicht nicht verlängert, sondern in diesem Fall kündigt er sogar selbst. Ein himmelweiter Unterschied wie ich finde. Jeder kann nachvollziehen, dass der Protagonist wütend ist und ich kann sogar eine solche Kurzschlussreaktion begreifen, aber jeder normale Mensch, würde nach wenigen Minuten klar denken, und sehen, dass er damit in der Gosse landet. Eine Erklärung für das Verhalten und er hätte sicherlich zumindest die Chance bekommen die letzten Tage im Betrieb bleiben zu dürfen, damit er zumindest Arbeitslosengeld bekommt. Jeder Chef hätte für eine Scheidung und Wohnungssuche Verständnis.
Ich meine, ich kenne mich zwar mit den deutschen Abläufen aus, aber Frankreich kenne ich nur aus dem Urlaub und eben Büchern. Bürokratie ist mir dementsprechend fremd. Ich kenne nur die Abläufe, wie sie im Buch beschrieben wurden. Phillippe ist in meinem Alter, und ich selbst wurde auch einmal arg aus der Bahn geworfen und habe zeitgleich keine Vertragsverlängerung erhalten, sowie so wenig Arbeitslosenhilfe, dass ich meine Miete hätte nicht bezahlen können, und hätte wieder nach Hause ziehen müssen. Dinge passieren, aber mit 27 sollte man zumindest die grundlegenden Dinge der Bürokratie beherrschen oder zumindest wissen wo man sich erkundigt. Google ist ihm nicht fremd, und nutzt er ständig. Selbst wenn man gewisse Dinge nicht weiß, kann man sich dort informieren. Für mich ist das gesamte Bild, was Phillippe darstellt weltfremd, naiv und schwach. Laut Internet gibt es auch in Frankreich ein Trennungsjahr. Phillippe wird zwei Monate nach der Scheidung rausgeworfen. Somit hatte er 14 Monate Zeit sich mit der Trennung und der Wohnungssuche zu beschäftigen. Kämpfen und Hoffen kann man bis zur Scheidung, aber danach nichts zu unternehmen, nenne ich gleichgültig. Und so wird der Protagonist immer wieder dargestellt. Ganz oft hatte ich das Gefühl, dass er sich wie 12 verhält. Kindisch, gutgläubig und weltfremd.

Ich meine, es gibt sicherlich weltfremde Menschen, aus diesem Grund ist es sicherlich nicht schlecht umgesetzt. Auf der anderen Seite kann ich jedoch nur den Kopf schütteln. Oft hat mich das Verhalten einfach nur aufgeregt. Vieles sind einfach nur Ausreden. Ich habe auch Probleme mit meinem Vater, und würde mich trotzdem im absoluten Notfall an sie wenden. Auch das er seiner Frau sozusagen die Schuld gibt, sorgt eher für Antiphatie, als für Sympathie.
Cobert versucht eben auf seine Art und Weise die Schicksale hinter den Gesichtern auf der Straße zu zeigen.

Sieht man aber mal davon ab, dass ich den Protagonisten einfach unpassend fand, wird das Leben auf der Straße hart und realistisch beschrieben. Cobert beschönigt nichts und nimmt kein Blatt vor den Mund. Geklaute Sachen, betteln, Hygiene, Wohnungssuche, Jobsuche, schmerzende Glieder, harte Parkbänke, Alkohol, Obdachlosenheime und der absolut kalte Winter. Kein normaler Mensch hat die Vorstellung, wie hart ein solcher Winter ist, und gerade die kalten Temperaturen der letzten Jahre, haben das Buch nötig gemacht, um aufzuklären.

Damit es im nächsten Winter nicht wieder so viele Tote gibt, hat Cobert Adressen mit Unterkünften und diverse Spendenorganisationen am Ende aufgezeigt.

Im Großen und Ganzen ein wertvolles Buch, das jedoch in meinen Augen durch den Protagonisten, der einfach zu weltfremd ist, zerstört wird. Wie im Klappentext beschrieben, hätte es mich weniger gestört, aber durch Naivität und Eigenverschulden, konnte ich trotzdem wenig Mitgefühl entwickeln. Zudem ist der rasante Schluss zu schnell und abgehackt. Auch hier hat der Autor nicht nachgedacht, und sogar einen Fehler begangen, denn er hat den treuen Begleiter, Baudelaire, trotz Krebs und starker Schmerzen zum Sterben mit nach Hause gegeben. Kein Tierarzt w würde das machen, und kein Tierliebhaber verlangen.
Genauso wie die Alltagsbeschreibungen, wo Cobert in einzelnen Wörtern und sehr kurzen Sätzen alles beschreibt. Hier hätte es zum ersten Mal länger sein dürfen, als es ist.
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