Enid Blyton - Das Geheimnis um ein blaues Boot

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Dass Geheimnis um ein blaues Boot Bd 15
Verlag: Erika Klopp
Erschienen: 1970
ISBN-13: 978-3781752559
Seiten: 127
Einband: HC
Kosten: gebraucht 0,50€
Serie: Geheimnis-Reihe

===Inhaltsangabe===
Die Spürnasen glauben nicht wirklich, dass es in dem alten Turm spukt. Auch wenn die Besucher der Galerie, einmal in der Woche das Gespenst heulen hören. Doch als sie zusammen mit ihrem Freund Ern einen verregneten Nachmittag dort verbringen, hören sie auch ein schauerliches Geheul. Und als dann auch noch ein blaues Boot aus einem Gemälde verschwindet, wird es langsam wirklich unheimlich! Die Kinder wittern ein Geheimnis und geraten dabei in große Gefahr.

===Meine Meinung===
Enid Blyton ist eine der besten Kinderbuchautoren und auch heute mit fast 30 Jahren lese ich ihre Werke immer noch sehr gerne. Während meiner Jugend bevorzugte ich die fünf Freunde und erst im letzten Jahr kamen weitere Werke, wie die Abenteuer-Reihe hinzu. Die mir vorliegende Geheimnis-Reihe war mir bis es vor mir lag ebenfalls unbekannt.

Der Buchrücken erzählte mir gar nichts über den Inhalt und daher hatte ich am Anfang einige Schwierigkeiten, die Kinder einzuordnen. Sonst beschreibt Enid Blyton ihre Charaktere immer am Anfang für neue Leser. Hier werden die Namen einfach eingeworfen und Alter, sowie Aussehen werden weggelassen. Schnell bin ich aber dahinter gekommen, dass es sich um eine Detektivgruppe handelt. Schon nach einigen Seiten bekommen sie von ihrem Kumpel Ern Besuch. Dieser ist bei seinem Onkel, dem gewalttätigen Dorfpolizisten. Als dieser mal wieder übertreibt, darf sich Ern in der Gartenlaube verstecken. Warum das heimlich sein muss, konnte ich nicht nicht nachvollziehen. Er hätte doch auch seine Mutter informieren können, dass er bei Freunden schläft. Aber so ist es für junge Leser spannender. Schon am Anfang beschließt die Gruppe mehrere Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Darunter auch die Seefahrerbilder im Gespensterturm. Sie werden dabei Zeugen des schrecklichen Geheuls und entdecken einen Geheimgang, der ihr Interesse weckt. Am nächsten Tag wollen sie diesem Geheimgang nachgehen. Doch als sie ankommen stellen sie fest, dass eins der Gemälde verändert wurde. Ein blaues Boot war gestern noch da, heute ist es aber verschwunden.
Spannend, kindgerecht und heiter erzählt die Autorin dieses Geheimnis. Auch wenn ich inzwischen andere Spannungsgrade gewohnt bin, weiß ich, dass ich es als Kind super spannend gefunden hätte. Auch so, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in einem Zug durchgelesen. Zwar ist schon in der Mitte des Buches, im Grunde bevor das Boot verschwindet, für mich schon deutlich gewesen, wie es weiter geht, aber Enid Blytons Bücher sind oft vorhersehbar geschrieben.
Die Schilderungen sind bis zum Schluss gewaltfrei, logisch nachvollziehbar und interessant. Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne Bücher aus ihrer Feder liest.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Werk vier Sterne. Abzug gibt es, da es schon vor dem entdeckten Geheimnis vorhersehbar war. Das ist einfach zu früh gewesen.

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Autoreninterview mit Ursula Ellis

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Autorenportrait
Die Autorin wurde 1943 in Erlangen geboren und wuchs dort auch auf. Sie studierte Englisch, Französisch und Spanisch. Während dieses Sprachstudiums verbrachte sie zwei Jahre in New York und 18 Monate in Barcelona. Jahre später zog es sie und ihren Ehemann nach Spanien, um dort zu arbeiten und zu leben. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland verfasst die Autorin Kurzgeschichten für Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Homepage der Autorin: http://www.ursula-ellis.de



Wie kamen Sie zum Schreiben?
Schon sehr früh. Mein erstes "Honorar" verdiente ich im Alter von ca. 12 Jahren. Sobald im Gymnasium als Hausaufgabe Aufsatz anstand, erledigte ich das für meine Mitschüler. Gegen ein entsprechendes Honorar von 50 Pfennigen oder so. Später studierte ich Sprachen und wollte ursprünglich Buchübersetzer werden. Da wurde auch ein gewisses schriftstellerisches Talent gefordert. Ich landete allerdings dann doch in der Industrie. Nebenher habe ich immer geschrieben. Noch heute liegen unveröffentlichte Geschichten aus jener Zeit in meinen Schubladen herum. Während meines Spanienaufenthaltes bekam ich die Möglichkeit, für die deutschsprachige Costa Blanca Zeitung Reportagen zu schreiben. Dadurch lernte ich auch eine Presseagenturleiterin aus Deutschland kennen. Sie nahm mich unter Vertrag und ich schrieb bis vor kurzem Kurzgeschichten, die durch diese Agentur an Zeitungen und Zeitschriften vermittelt wurden.
Mein Buch "Es kommt mir alles spanisch vor" entstand zum Teil schon während meines Aufenthaltes in Spanien. 2005 veröffentlichte ich die erste Auflage, die dann 2009 aktualisiert wurde.

Was macht eine Ursula Ellis, wenn sie sich nicht dem Schreiben widmet?
Sie liest viel, bespaßt ihren Hund Georgie, fährt Fahrrad, ist in einigen Foren aktiv, verreist gern mit dem Wohnwagen, geht gern zu Lesungen und hört gern afrikanische und südamerikanische Musik.

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Daniel Defoe "Robinson Crusoe" – das hilft mir beim Überleben auf einer einsamen Insel.
das Buch der Bücher, die Bibel
das "Eugen-Roth-Buch" – wenn ich lange genug auf der Insel bin, habe ich die Gelegenheit,
alle Gedichte daraus auswendig zu lernen. Ein paar kann ich schon.

Wer ist ihr Vorbild/Lieblingsautor?
Vorbilder habe ich keine.
Lieblingsautoren: Peter Mayle, Erich Kästner, Robert Gernhardt, Elke Heidenreich ,wie
oben schon erwähnt, Eugen Roth und viele andere mehr

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?
Marc Bielefeld "We speak Deutsch ... aber verstehen nur Bahnhof"

Welches geschriebene Buch von Ihnen ist ihr Lieblingsbuch ?

Es gibt nur ein Buch von mir. Also ist es "Es kommt mir alles spanisch vor".
Das Büchlein "Opa macht den Führerschein und andere Katastrophen" gibt es nicht im Handel. Es ist eine kleine Auswahl einiger meiner veröffentlichten Kurzgeschichten. Ich habe es als Geschenk für Freunde und Bekannte drucken lassen.

Wie soll das nächste Buch heißen?
Über ungelegte Eier gackert man nicht.

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?
In Zeiten der Weltwirtschaftskrise vielleicht ein Wort von Mahatma Gandhi:
"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

Vielen lieben Dank für dieses ausführliche Interview. Ich wünsche gesundheitlich, privat und beruflich alles Gute!!!!

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Enid Blyton - Tina und Tini Bd. 6 Das Geheimnis des Gärtners

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Tina und Tini – Das Geheimnis des Gärtners
Originaltitel: -
Verlag: Schneider
Erschienen: 1978
ISBN-13: 978-3505078064
Alter: ab 9
Seiten: 121
Einband: HC
Kosten: 0,50€ gebraucht
Serie: Tina und Tini

===Inhaltsangabe===
Langweilig wird es Tini, ihrer besten Freundin Tina und deren Bruder Tobbi nie. Da keine Ferien sind, befinden sie sich im Internat Bergheim. Dort stoßen sie auf rätselhafte Dinge. Was sucht der komische Alte, der wie ein vergessener Weihnachtsmann aussieht, in der Bibliothek Warum kann er anfangs nur auf Krücken laufen und später springt er wie ein junger Gott nach Hause? Warum gräbt der Gärtner am alten Turm? Tina und Tini wittern ein großes Geheimnis, dass es zu lösen gilt.

===Meine Meinung===
Enid Blyton ist eine sehr bekannte Autorin. Schon als Kind habe ich Bücher aus ihrer Feder, wie zum Beispiel „5 Freunde“ sehr gerne gelesen. Auch 20 Jahre später finde ich ihre Kinderbücher noch wunderschön. Zwar merkt man, dass viele Abenteuerreihen eine gewisse Ähnlichkeit haben, aber das nimmt man in Kauf. Tina und Tini hingegen ist eine Reihe, welche mir bis dato fremd war. Während die „5 Freunde“ mehr eher etwas für beide Gruppen ist, wird diese Reihe mehr was für Mädchen sein. Auch wenn es um Geheimnisse und Abenteuer geht, sind die Hauptfiguren nun mal weiblich. Auch wenn Tinas Bruder Tobbi meist dabei ist.

Am Anfang, muss ich ja zu meiner Schande gestehen, kam ich durch die ähnlichen Namen sehr durcheinander. Ich brauchte zwei Anläufe, bis ich den Bruder einem der Mädchen zu ordnen konnte. Erwachsene eben. Kinder denken dabei eben nicht so viel nach. Wie eingangs erwähnt, habe ich noch kein Buch dieser Reihe gelesen. Gerade am Anfang wird hier auch ältere Abenteuer eingegangen, Figuren aber kaum merklich eingeführt. Ist man sonst von der Autorin eine kleine Einführung der Charaktere gewohnt, musste ich hier einfach selbst ein Bild entwickeln. Sogar als Leseratte empfand ich es ohne bildhafte Beschreibung recht schwer. Also schnappte ich mir die Figuren von Cover und setzte diese in die Geschichte ein.

Die ersten Seiten ist es noch recht fad. Ich durfte am langweiligen Internatsleben teilhaben und erst mit dem komischen, alten Kauz aus der Bibliothek kam etwas Leben in die Geschichte. Als dann der neue Gärtner auftauchte, war schnell klar, dass es im Grunde dieser alte Mann war. Nun galt es für mich herauszufinden, was dahinter steckt. Gewohnt bildhaft baut die Autorin Spannung auf, bis zum Schluss, wo der Höhepunkt regelrecht vor Spannung strotzt. An manchen Stellen merkte ich, dass Enid Blyton versucht hat, auf ihre Seitenzahlvorgabe zu kommen. Wenn ich selbst ein Abenteuer in diesem Ausmaß erleben würde und kurz vor der Entdeckung eines Geheimnisses stehen würde, könnte ich nicht durch kleine Rückschläge abgehalten werden oder auch nur ein oder zwei Tage warten. Ob nun zwei Kinder nicht mit schleppen können, mir wäre das egal. Für etwas Werkzeug würden auch drei Kinder reichen. Aber dadurch wird den Lesern gezeigt, dass man in einigen Bereichen einfach Geduld haben muss.
Schon nach 80 Seiten war mir klar, warum der falsche Gärtner nichts findet und ich war nicht nur gespannt, ob ich mit meiner Vermutung richtig gelegen hatte, sondern auch wie es aufgelöst wird. Bei Enid Blyton ist das Ende meist sehr actionreich.

Unterstützt wird die Geschichte von zahlreichen Zeichnungen, sodass die Fantasie der kleinen Leser unterstützt wird. Die Story ist in mehrere Kapitel unterteilt. Dies erleichtert leseschwache Kinder Pausen zu finden und nicht überfordert zu werden.

Gelesen habe ich das Buch an einem Tag gelesen.

Empfehlen kann ich das Buch nicht nur Kindern / Mädchen, sondern auch Erwachsenen, die in Erinnerungen schwelgen möchten.


===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch vier Sterne. Abzug gibt es, da ich mich am Anfang schwer in die Erzählung fand. Vorkenntnisse wären hier von Vorteil gewesen. Für Kinder aber auch nach so vielen Jahren noch empfehlenswert.

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Anke Höhl-Kayser

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Autorenportrait
Anke Höhl-Kayser, geboren 1962, studierte Literaturwissenschaften in den Fächern Anglistik, Skandinavistik, Amerikanistik und Germanistik. Ihr Magisterexamen machte sie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und dem Berner Sennenhund der Familie, Baloo, in Wuppertal.


Wie kamen Sie zum Schreiben?
Sozusagen wie die Jungfrau zum Kinde. Das Schreiben kam zu mir, hat mich vereinnahmt und beherrscht mich seit dem Moment, als ich in der Schule die ersten Buchstaben erlernte. Es begleitet mich in jeder Lebenslage, und manche meiner Freunde sind überrascht, worauf sich alles schreiben lässt: Über Tempotücher bis hin zur SMS-Funktion des Handys. Letzteres ist zwar lästig, aber nützlich. Hier habe ich zahllose Gedichte und etliche Entwürfe zu meinen Fantasy-Romanen auf Waldspaziergängen hineingetippt – im Blindflug: erstaunlicherweise ohne ein einziges Mal über Steine oder Wurzeln zu stolpern.
Vor Jahren las ich in der Biografie über den großen Berliner Chirurgen Ferdinand Sauerbruch, dass er noch auf dem Sterbebett die Bewegung des Wundnähens vollführte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich während meiner letzten Atemzüge mit den Fingern Buchstaben auf die Bettdecke kritzele.

Was macht eine Anke Höhl-Kayser, wenn sie sich nicht dem Schreiben widmet?
Dann bin ich mit vielen verschiedenen Jobs gesegnet: Chauffeurin, Krankenschwester, Seelsorgerin, Hausaufgabenbetreuung, Köchin, Putzfrau, Wasch- und Bügeldienstleistungen, Hundeausführerin – kurz, ich bin Ehefrau, Mutter von zwei Kindern (13 und 10 Jahre alt) und Frauchen eines knapp 5jährigen Berner Sennenhundes.

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Als erstes fällt mir da mein Lieblingsbuch über vier Jahrzehnte ein: Franz Werfel, Das Lied von Bernadette (ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich es inzwischen schon gelesen habe, aber ich entdecke immer wieder Neues).
Als nächstes würde ich gern Lothar-Günther Buchheims Das Boot mitnehmen, weil das nicht nur beeindruckende Kriegsliteratur ist, sondern mich auch die Meerbeschreibungen beim ersten Lesen vor 20 Jahren sehr fasziniert haben, und weil ich es gern noch einmal mit Muße lesen möchte.
Und außerdem hätte ich Thor Heyerdals Kon Tiki dabei, damit ich mir im Zweifelsfall ein Floß zur Flucht von der einsamen Insel bauen könnte.

Wer ist ihr Vorbild/Lieblingsautor?
Mein Lieblingsautor und Vorbild, was den Stil und die Fähigkeit zur Schilderung menschlicher Emotionen anbelangt: Franz Werfel. Kennengelernt habe ich ihn durch ein Referat im Deutsch-Leistungskurs kurz vor dem Abitur und war von seinem Schicksal und seiner Menschlichkeit tief bewegt.
Ich schätze auch seine Lyrik, die er selber höher wertete als seine wunderbaren Romane.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?
Urlaubslektüre – witzig, leicht und fantasievoll: Kerstin Gier, Saphirblau. Macht einfach nur Spaß.
Davor habe ich Klänge aus dem Schneckenhaus von Maryanne Becker gelesen, ein hochinteressanter und von seiner spannenden Schilderung her an Jürgen Thorwald erinnernder Erfahrungsbericht über hörgeschädigte Menschen mit Cochlea-Implantaten.

Welches geschriebene Buch von Ihnen ist ihr Lieblingsbuch ?
Alle. Ich habe ja auch kein Lieblingskind.

Wie soll das nächste Buch heißen?
Ronar – Zwei Welten. Die Fortsetzung meines Fantasy-Jugendromans wird Ende des Sommers 2010 erscheinen.

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?
Ich würde mich riesig freuen, wenn die Leser mich näher kennenlernen möchten. Dazu eignen sich meine Bücher perfekt – denn, um es mit Goethe zu sagen: „Jeder Schriftsteller schildert sich einigermaßen in seinen Werken, auch wider Willen, selbst...“


Hiermit möchte ich mich recht herzlich bei Anke für dieses liebe Interview bedanken und die Möglichkeit ihre klasse Werke zu rezensieren. Ich wünsche Anke alles Liebe für ihren weiteren Weg, viel Erfolg und einen schönen Urlaub.




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Arthur-Heinz Lehmann - Hengst Maestoso Austria

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===Buchdaten===
Autor: Heinz Lehmann
Titel: Hengst Maestoso Austria
Originaltitel: -
Verlag: Ullstein
Erschienen: 1966
ISBN-13: 978-3795105518
Seiten: 144
Einband: TB
Kosten: 0,50€ Ebay
Serie: -

===Inhaltsangabe===
Der Reitlehrer Georg Hochleitner reist zum Gestüt Piber, um den Hengst Maestoso Austria zu sehen. Er verliebt sich in Marika, die seine Leidenschaft für Pferde teilt. Sie ist im Besitz der kostbaren Stute Deflorata.

Marikas Verlober Graf Ferencz , der ruder ihres verstorbenen Mannes, steht ihrer Liebe zu Georg jedoch im Weg. Erst über die Suche nach Maestoso Austria finden Marika und Georg schließlich zusammen.

===Meine Meinung===
Mein erster Lehmann „Glück auf vier Beinen“ wurde abgebrochen. Diesen Klassiker wollte ich jedoch trotzdem eine Chance geben. Am Ende habe ich mir geschworen, ich werde nie wieder ein Werk aus dieser Feder lesen.

Am Anfang war die Geschichte noch verständlich, wenn man sich an den altmodischen Stil gewohnt hat. Zitat Seite 8“ Aber als ich mich dann hochgerappelt habe und hineingehatscht bin ins Haus, da hätte ich doch den vertrackten Knöchel gegen zehn wunde Herzen austauschen mögen.“So würde kaum ein moderner Autor mehr schreiben. Trotzdem war für mich verständlich, dass Hauptfigur, die in der Ich-Form erzählt, Liebeskummer hat. Hatte mich bei dem anderen Buch so sehr der schwäbische Dialekt gestört, hatte ich die Hoffnung, dass dies hier nicht der Fall sein würde. Schließlich fing es ganz annehmbar an. Jedoch durfte ich schon auf Seite 9 feststellen, dass der Autor auch hier nicht darauf verzichtet. Zitat Seite 9:“Dö Haxn is beim Teifi.“ oder „ Fahr doch net mit aaner rossigen Stuten, daß mir der Hengst rebellisch wird. Der is aa bloß a Mensch!“ Wobei ich glaube, dass dies eher nach bayrisch klingt, als nach schwäbisch.
Am Anfang war dies alles noch akzeptabel, da die wörtliche Rede sehr kurz gehalten wurde und somit musste ich mich nur mit dem altmodischen Schreibstil ärgern. Wenn ich da noch die Hoffnung hatte, dass es auch im Verlauf nicht anstrengender wird, merkte ich aber bald, dass dieses Buch auf einen normalen Durchschnitt an wörtlicher Rede basiert. Kurz gesagt, es wurde sich viel unterhalten. Nach 50 Seiten habe ich den Kampf aufgegeben. Auch wenn ich einiges mehr verstanden habe, als beim meinem Lehmann-Vorgänger, war es für mich kein Lesevergnügen, sondern eher eine Qual. In diesem Fall habe ich mich entschieden, dass ich das Buch lieber abbreche. Ich habe mir lediglich noch die Pferdefotos, die über das Buch verteilt sind, angesehen. Darauf ist der Majestätische und auch seine Freundin zu sehen. Es handelt sich um Schwarzweißbilder mit einem Begleittext. Für mich das einzige Highlight im gesamten Buch.

Das Buch wurde 1956 verfilmt. Den Heimatfilm habe ich aber nie gesehen und kann daher keine Vergleiche ziehen.

Empfehlen kann ich das Buch nicht. Abgebrochen ist einfach nicht empfehlenswert.

===Bewertung===
Von mir bekommt dieses Werk lediglich einen Stern und diesen gebe ich sogar gerne. Zumindest die Fotos haben diesen Stern verdient.




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Astrid Lindgren - Pippi in Taka-Tuka-Land

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===Buchdaten===
Autor: Astrid Lindgren
Titel: Pippi in Taka-Tuka-Land
Originaltitel:Pippi Langstrump i Söderhavet
Verlag: Oetinger
Erschienen: 1970
ISBN-13: 978-3837302226
Seiten: 184
Einband: HC
Kosten: 1,00€ auf dem Flohmarkt
Serie: Pippi Langstrumpf

===Inhaltsangabe===
Pippi Langstrumpf hat gerade ihre Freunde, Thomas und Annika von den Masern kuriert. So wirklich fit sind sie allerdings nicht. Da erhält Pippi einen Brief von ihrem Vater, dem König vom Taka-Tuka-Land, dass er sich auf den Weg macht, sie abzuholen. Seine Untertanen möchte endlich ihre Prinzessin kennenlernen. Pippi, die immer gute Ideen hat, entschließt sich Thomas und Anika mitzunehmen, damit sie durch die Luftveränderung wieder komplett genesen.

 
===Meine Meinung===
Astrid Lindgren starb 2002 im Alter von 95 Jahren. In ihrem Leben hat sie viele Kindergeschichten geschrieben und ist unter anderem mit dem Michel aus Lönneberga, Geschichten aus Bullerbü und natürlich Pippi Langstrumpf sehr bekannt geworden. Mit Pippi Langstrumpf hat sie dabei eine Geschichte geschrieben, die mit Witz und Charme jeden Leser in ihren Bann zieht. Das kleine rothaarige Mädchen mit großen Kräften und vielen Geschichten von weit entfernten Ländern und deren Kulturen regt zum Lachen an und fasziniert nicht nur Kinder. Gerade da ich selber rote Haare und viele Sommersprossen habe, wurde ich früher oft Pippi genannt. Dementsprechend habe ich ihre Geschichten sowohl in Buchform, als auch im TV geliebt.

In diesem Teil geht es auf die weit entfernte Südsee-Insel. Wie von allen vorherigen Pippi-Abenteuern ist man schnell in der aktuellen Geschichte und erlebt Pippi, Thomas und Annika hautnah. Die Charaktere, Umgebungen und Begebenheiten sind farbenfroh, heiter und spannend geschildert. Schon ab der zweiten Seite dürfte jeder Leser gefesselt sein. Das Buch wird aufgelockert von hübschen Illustrationen, sodass man die Geschichten genau vor Augen hat. Die Abenteuer sind wirklich lustig und nett geschrieben, Astrid Lindgren beweist hier erneut eine unglaubliche Fantasie, die das Lesen zu einem reinen Vergnügen machen. Wenn vorher die Geschichten noch halbwegs realistisch waren, wenn man einmal vom Gewichteheben oder ähnlichen Ideen absieht. Doch hier greift die Autorin wirklich vollends in die Fantasie-Kiste. Trotzdem wird dadurch auch die Fantasie der kleinen Leser gefördert.

Gelesen habe ich das Buch in einer Stunde, da es doch recht kurz ist. Meinem Stiefsohn habe ich jeden Abend ein Kapitel vorglesen. Diese eignen sich durch die größere Schrift aber auch zum Lesenlernen.

Auch wenn man diese Geschichte alleine, ohne Vorkenntnisse der anderen Teile, lesen kann, würde es doch empfehlen, damit man einfach alles einmal gelesen hat.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch wegen seiner kultigen Figur einfach mal wieder fünf Sterne. Für Kinder ist es einfach was Besonderes.

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Zsuzsa Bánk - Der Schwimmer

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===Buchdaten===
Autor: Zsuzsa Bánk
Titel: Der Schwimmer
Originaltitel: -
Verlag: Fischer-Verlag
Erschienen: 2002
ISBN-13: 978-3596510207
Seiten: 284
Einband: TB
Kosten: 8,90€
Serie: -


===Meinung=== 
Nach dem Klappentext freute ich mich sehr auf dieses Buch. Es klang nach einem poetischen, bildhaften, leichten und doch spannenden Roman.

Das Cover wirkte ebenfalls ansprechend. Dieses ruhige Gewässer mit dem Boot und den Steg, wirkte auf mich beruhigend und entspannend.

Der Stil der Autorin ist sehr schlicht, melancholisch und besticht durch kurze, präzise Sätze. Leider schafft die Autorin dadurch keine authentischen Charaktere, keine Spannung und keine klare Struktur. Sie verliert sich in ihren Erzählungen. Den Hintergrund, dass ihre Mutter den Vater verlassen hat, um nach Deutschland zu fliehen, und nun der Vater mit seinen beiden Kindern durch das Land zieht, wird deutlich. Durch die vielen fremd klingenden Namen, ständig wechselnde Orte und Begebenheiten / Situationen, kam ich nicht in die Erzählung. Ich entwickelte das Gefühl, dass einfach Gedankengänge aufgeschrieben worden sind. Gedanken schweifen leider ständig ab. Mal wird die Schule erwähnt, dann wechselt es zum Klavierspiel, dann zum Schwimmen und schon ist man bei einer Hochzeit. Es wird aber nicht genau berichtet, sondern aus Sicht eines Kindes einzelne Punkte angerissen, sodass ein grobes Bild entsteht und sobald man dies vor Augen hat, ist schon die nächste Situation da. Die Figuren wirkten fremd und ich fragte mich ständig, ob sie es sich ausgedacht hat, ihre Eltern erlebt hatten oder Verwandte. Ich habe es zu Ende gelesen, aber fand es nicht besonders. Die guten Kritiken der Presse, konnte ich nicht nachvollziehen.

Pro Seite sind meist zwei Absätze, sodass die Gliederung sehr übersichtlich ist. Kapitel sind in der Regel 20 Seiten lang, wodurch dem Leser Pausenmöglichkeiten aufgezeigt werden. Mich hat diese Aufteilung jedoch sehr verwirrt. Zum Beispiel wird ein Name als Kapitelüberschrift im Kapitel genannt. Ich lerne aber auch andere Personen kennen und das nächste Kapitel hat dann die Überschrift, wie diese Person. Da hätte ich es verständlicher gefunden, wenn die Person auch erst in diesem Kapitel eingeführt worden wäre.

Gelesen habe ich dieses Werk an einem Tag, da ich kein anderes Buch mit in den Park genommen hatte. Für mich jedenfalls nichts, was ich wieder lesen muss. Daher fällt es mir auch sehr schwer, dieses Buch weiterzuempfehlen.


===Bewertung===
Die Meinungen gehen hier stark auseinander, wenn man sich Amazon.de ansieht, für mich ist das Buch einfach zu verwirrend aufgebaut, besticht durch wenig Spannung und einem ständigen Wechsel. Daher gibt es von mir lediglich zwei Sterne. Diese gibt es für das Cover.




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Marion Zimmer-Bradley - Phantastische Wirklichkeiten

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===Buchdaten===
Autor: Marion Zimmer-Bradley
Titel: Phantastische Wirklichkeiten
Originaltitel: konnte ich nicht finden
Verlag: Stendel
Erschienen: 1992
ISBN-13: 3926789069
Seiten: 126
Einband: TB
Kosten: 3,00€ Flohmarkt
Serie: -

 
===Inhaltsangabe===
Das Buch beinhaltet eine autobiographische Geschichte über ihre eigene Lebensreise und eine kleine Auswahl ihrer Lieblingsgeschichten, welche aus ihrem Fantasy Magazin stammen.

**Meine Reise durch die Welt der phantastischen Wirklichkeiten**
Autobiographische Erzählung von Marion Zimmer-Bradley, wie sie zum Schreiben gelangt ist und ihren Weg zur bekannten Autorin gemeistert hat.

**Tochter der Eiche**
Als die Eichen vor seinem Büro gefällt werden, findet ein Büroangestellter eine völlig verängstigte und nackte Frau, die nur er sehen kann. Sie freunden sich an und er erfährt, dass sie aus der Eiche kommt und in einen neuen Baum muss. Während sie aus Eicheln einen neuen Platz für sie züchten, wird sie von ihm schwanger und gebärt ihm eine Tochter.

**Das Andinkratuch**
Als eine Mutter stirbt, gibt sie ihren Söhnen einen Befehl. Sie beerdigen sie wie gewünscht und töpfern aus ihrer Asche eine Schale. Als ihr neuer Mann die Kinder, die er nun zu sich nimmt, misshandelt und ihnen nichts zu essen gibt, beschützt die Mutter sie durch ihre Schale, in dem sie ihnen zu Essen gibt.

**Der mühevolle Weg nach oben**
Ein arbeitsloser Mann sitzt nur faul auf seinen vier Buchstaben, während die Frau sich um Haushalt, Erziehung und das Geld kümmert. Die Tage, als er eine Entspannung braucht und zu einem Guru pilgert, sind für sie unbeschreiblich schön. Nur leider zu schnell zu Ende und auch danach ändert sich nichts, außer das er meditiert und seinen Körper für Stunden im Wohnzimmer zurück lässt. Aber eine Frau von Welt, weiß was dabei zu tun ist.

**Malevandras Teich**
Ein verkrüppelter Junge wird nach dem Tod seiner Mutter aus dem Hause gejagt und verbringt eine Zeit allein im Wald.

**Der letzte Einsatz**
Eine Dame verspielt jeglichen Besitz den sie hat im Casino. Nach ihrem Tod findet sie keine Ruhe, bis sie einem jungen Mann, der Schulden hat, beim Spiel im Casino hilft.

===Meine Meinung===
Nachdem Wolfgang Gogolin versucht mir Kurzgeschichten näher zu bringen, wollte ich mich an eine diese Sammlung heranwagen. Mein letztes Bradley-Buch hat mich eine Woche gekostet, da es super viele Seiten hatten. Mir ist ihr detaillierter Schreibstil und die Erzählweise aus weiblicher Sicht noch gut in Erinnerung. Dementsprechend war ich erstmal schockiert, als ihre Autobiographie total trocken und normal wirkte. Ich bin davon ausgegangen, dass sie es etwas mystischer oder spannender erzählt. Ihr Leben und wie sie zu ihrer Bekanntheit gelangte, ist sicherlich aufschlussreich und für Fans interessant. Für mich hat nur eine so geschriebene Biographie nichts mit dem Thema zu tun, was ich in diesem Werk erwartet habe.

Die Geschichte „Tochter der Eiche“ ist zwar ganz nett zu lesen, aber verstanden, warum genau er sie sehen konnte, habe ich nicht verstanden. Im Grunde sind alle Geschichten nett zu lesen, sie haben auch einen fantasievollen Touch, aber wirklich gefallen hat mir lediglich die Story: „Der mühevolle Weg nach oben“ hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ich glaube jede Frau würde sich wünschen, so ihren Mann loszuwerden. Während des Lesens habe ich mich ständig gefragt, was die Autorin an diesen Geschichten so besonders findet, dass es ihre Lieblingsgeschichten sind. Ich habe ja keinen „Herr der Ringe“ - Stil erwartet, aber zumindest etwas Spannenderes. Für mich dümpelte der Inhalt meist recht flach vor sich hin. Egal welche Geschichte ich gelesen habe, und es handelt sich ja um Kurzgeschichten von unterschiedlichen Autoren, ich wusste immer, wie als nächstes passiert. Keine Überraschungen oder Wendungen, wie ich nicht erahnt hatte. Auch wenn alles bildhaft und authentisch beschrieben wurde, war ich froh, als ich das Buch durchgelesen hatte. Irgendwo kann ich nun nachvollziehen, dass dieses Werk nicht sehr bekannt ist. Ich finde, da hat man nichts verpasst.

Gelesen habe ich das Buch an einem Tag, aber nur weil ich bis zur letzten Seite die Hoffnung hatte, dass noch ein oder zwei gute Geschichten kommen.

Auch wenn ich „Nebel von Avalon“ und auch dieses Werk durchgelesen habe, so langsam bin ich von dieser Autorin nicht mehr überzeugt, denn ihre zwei Geschichten sind einfach nur langweilig.

Empfehlen kann ich das Buch nicht wirklich. Wenn es mir nicht gefällt, kann ich es nicht weiterempfehlen.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch, wegen der einen interessanten Story zwei Sterne. Mehr kann ich aber einfach nicht vergeben.



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Ingeborg Middendorf - Der Mann, der nicht küsste

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Heute habe ich ein Buch für euch, dass sich mit einem sehr interessanten Thema befasst. Liebe, Sex und Partnerschaft im Alter. Egal wie alt man ist, jeder Mensch wünscht sich Liebe. Manchmal findet man sie im Verein, in der Nachbarschaft oder im Altersheim. Es gibt auch für ältere Menschen viele Möglichkeiten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es sogar eine Partnervermittlung extra für Senioren gibt, die sich Seniorenvermittlung schimpft? Dieses Buch zeigt auf jeden Fall, dass sich jeder Mensch Nähe wünscht, und dabei ist es in der heutigen Zeit doch völlig egal, auf welchen Weg man seinen neuen Partner kennenlernt. Lasst euch nun in eine Welt entführen, die leider viel zu oft totgeschwiegen wird.


===Buchdaten===
Autor: Ingeborg Middendorf
Titel: Der Mann, der nicht küsste
Originaltitel: -
Verlag: Storia Verlag
Erschienen: 2010
ISBN-13: 9783940270016
Seiten: 191
Einband: TB
Kosten: 19,00€
Serie: -

===Inhaltsangabe===
Sex ja, Liebe nein. Eine Frau über sechzig hat eine Affäre mit
einem sehr viel jüngeren verheirateten Türken, Orkan, dem
Mann, der nicht küsst. Sie widersetzt sich allen Klischees, nach
denen eine Frau ihres Alters asexuell zu sein hat. Sie begehrt
und sie verführt und lässt sich verführen. Hin- und hergerissen
zwischen der Sehnsucht nach Abenteuer und der
nach mehr Nähe, zwischen dem Reiz des Fremden und dem
Zusammenprall der Kulturen, zwischen der Einsamkeit einer
Mutter, deren einziger Sohn längst flügge ist, der Furcht vor
dem Älterwerden und schlichter schierer Lebensfreude. (Buchangabe)


===Leseprobe===
Auszug aus der Verlagsleseprobe:

Seite 3:
Immer noch fühle ich die zittrige Erregung, die stundenlang
anhält, nachdem er gegangen ist. Er geht immer pünktlich –
zurück in sein anderes Leben und irgendwie finde ich das gut.
Es ist so verlässlich. Er hat die Kontrolle, wenn ich schon
längst dabei bin, sie aufzugeben und mich fallen lasse, nur
noch Schauder.
Die kleinen feinen Haare an den Armen und am Nacken
stellen sich auf, wenn er mich ansieht, nur ansieht und wenn
er zu mir kommt, leise in die Wohnung.
Die Tür habe ich nur ein Stückchen geöffnet, damit die Katze
nicht rausläuft. Aber sie läuft gar nicht mehr raus, seitdem sie
so viel gestreichelt wird, und profitiert von meinem Liebesverlangen.
Er geht in das große Zimmer, das halb leere Zimmer, das
immer meinem Sohn gehört hat. Es ist sein Zimmer und ich
sitze an dem Schreibtisch, der sich mit Papieren und Büchern
gefüllt hat. Anders als bei ihm. Bei ihm lag nichts auf dem
Tisch. Aber er wohnt ja nicht mehr hier.
Ich schaue auf die erleuchtete Scheibe des Laptops, auf der
ein Text steht, und hoffe, dass ich schnell genug war, ihn zu
schließen, damit er nicht sieht, was ich geschrieben habe,
damit ich ein Geheimnis habe, so wie er.
Er steht hinter mir, dicht und ich spüre seinen harten
Schwanz.
Schreib ruhig weiter, sagt er. Ich gehe schon mal in die
Küche.
Wenn du willst, kannst du ja nachkommen.
Ich habe dir was mitgebracht, sagt er im Gehen und wedelt
mit der Hand, in der er zwei Höschen hält. Glatte helle knappe
Höschen, die ich anlasse, wenn er mich liebt.

(Genehmigung des Auszuges vom Verlag, die mir das Buch zur Rezension überlassen haben)

===Meine Meinung===
In den letzten Jahren habe ich wirklich viele Bücher gelesen, aber eine Lektüre mit dieser Thematik hatte ich bis dato noch nie. Eine ältere Dame, die sich noch für Sex interessiert. Ein Thema das gerne totgeschwiegen wird. Daher fand ich es einfach mal interessant, über so etwas zu lesen.
Auch wenn Sex etwas Normales ist, möchte man sich seine Eltern oder andere ältere Menschen dabei nicht vorstellen und manche finden es sogar anstößig, obwohl es eigentlich etwas ganz Natürliches ist.

Das Cover ist mit Mosaiksteinen und in rosa, lila und grünen Farben gestaltet und zeigt, wenn man genauer hinsieht, eine Frauenfigur. Ich mag solche Farben und daher spricht mich das Cover auch an. Die Farbauswahl wirkt einfach lebendig.
Die Schrift der Seiten ist leserfreundlich und etwas größer, sodass auch ältere Leser keine Schwierigkeiten haben dürften.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt damit, dass sie auf Orkan wartet, ihren jüngeren Liebhaber. Er ist Türke und befriedigt sie, wie sonst keiner. Er lässt sie zappeln, wenn er sie besucht. Belohnt sie aber mit unglaublichem Sex. Lediglich alles was das Küssen betrifft, möchte er nicht machen, und genau das wünscht sich unsere Hauptfigur so sehr. Ich habe beim Lesen sogar das Gefühl entwickelt, dass sie von ihm etwas abhängig ist. Trotzdem lies es sich nicht weinerlich, wenn er sich mal ein paar Tage nicht blicken lässt und sie vor Sehnsucht und Feuchtigkeit zerfließt.
Jede seiner Fantasien, die er aus zahlreichen Porno-Filmen entnommen hat, macht sie mit. Bis er an seine Grenzen stößt und merkt, dass er auch eine Affäre besitzen will, wie es seine Kultur lehrt.
Der Stil ist bildhaft, peppig und prickelnd. Jede Frau, egal in welchem Alter sie sich befindet, hatte schon mal solche Sehnsüchte nach einem Mann. Egal, ob sie frisch verliebt ist oder wirklich einfach nur guten Sex will. Diese Schilderungen der Autorin kommen mir auch in jungen Jahren mehr oder weniger bekannt vor. Einerseits empfinde ich es daher als gut zu wissen, dass es sich auch im Alter nicht ändern wird. Auf der anderen Seite möchte ich mir dies gar nicht vorstellen und wissen schon gar nicht.
Die Autorin ist selbst in diesem Alter und ich denke, dass hier ihre Erfahrungen mit einfließen und dafür sorgen, dass die Geschichte so authentisch wirkt.
Das Geschriebene wirkt zwar erotisch und macht Lust auf mehr, aber es ist nicht billig. Illustrativ, aber nicht pornografisch.
Gerade da ich in einem jüngeren Alter bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Erzählung positiv empfinden würde und sogar anderen Frauen, auch in jüngeren Jahren empfehlen könnte.
Mir ist aber ein Punkt negativ aufgefallen. Die Autorin verwendet keine wörtliche Rede. Die Satzzeichen muss sich der Leser denken. Dadurch empfand ich es sehr schwer Gesagtes und gedachtes zu trennen. Normalerweise gewöhne ich mich schnell an diesen Stil und muss nur manche Passagen doppelt lesen. Hier empfand ich es als extrem schwer. Die Autorin springt sehr viel. Sie erzählt etwas aus der Vergangenheit so, dass ich es nach dem Lesen schon als Gegenwart empfinde und plötzlich ist es dann wieder eine andere Zeit. Ich war mir beim Lesen nie sicher, in welcher Phase ich mich befand. Dadurch war es auch schwer zu sagen, ob es einfach nur erzählt wird, was er gesagt hat, oder ob es wirklich gerade stattgefunden hat. Es mag auch sein, dass ich die Zeiträume im Buch überhaupt nicht verstanden habe.

Jedenfalls kam ich durch diesen Aspekt beim Lesen öfters ins Stocken. Gelesen habe ich das Werk an zwei Tagen.

Empfehlen kann ich das Buch vor allen Dingen Frauen ab 40. 40-Jährige haben nämlich noch jede Menge Sex, das Tabu gilt vor allem für die aus gesellschaftlicher Sicht
älteren Damen. Außerdem dürfte es Leserinnen in diesem Alter leichter fallen, sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Mir fiel es schwerer, da ich einfach noch nicht all das erlebt habe, was eine fast 60jährige Dame gesehen / erlebt / gefühlt hat. Trotzdem ist es für jüngere Leser interessant und vielleicht auch fremd zu lesen, wie die Sexualwünsche älterer Frauen aussehen.

Wer wissen will, ob sie später von Orkan doch noch geküsst wird, sollte das Buch lesen.

===Bewertung===
Wegen meiner Schwierigkeiten mit dem Zeitenstil, bekommt die Erotik-Lektüre lediglich vier Sterne. Mehr Abzug kann ich aber nicht geben, da es bildhaft, ehrlich und in einem nicht anstößigen Stil verfasst ist.


 
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Matthias Gerschwitz

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Autorenportrait

Matthias Gerschwitz wurde am 01.10.1959 als sechstes und jüngstes Kind einer hochmusikalischen Familie in Wuppertal geboren. Nach seinem Abitur ging es über die Bundeswehr zum Studium. Seit 1992 lebt und arbeitet er als selbständiger Kommunikationswirt in Berlin. 1994 wurde bei einem Arztbesuch das HIV-Virus in seinem Blut festgestellt.    



Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich bin 1959 geboren und in Solingen als sechstes (und jüngstes) Kind meiner Eltern aufgewachsen. Meine Geschwister machen überwiegend Musik (Klassik, aber auch Rock), da wollte ich definitiv was Anderes machen und habe Werbung studiert. Seit 1992 bin ich in Berlin mit einer Werbeagentur selbständig, da kommt man schon zum Schreiben, auch wenn es "nur" Werbetexte sind. Mein erstes Buch ist daher auch ein Bindeglied zwischen Werbung und "Schreiben" geworden – denn es ist die Chronik eines alten deutschen Markenartikels ("Bullrich-Salz"), von der Erfindung 1827 bis heute. Die Recherche dafür hat mir viel Spaß gemacht – und Berliner Geschichte interessiert mich sowieso, da lag das zweite Buch über die älteste Kneipe meines Bezirks (Charlottenburg), die 1892 gegründet wurde, nahe. Ich mag es, Geschichte an Hand von Geschichten zu erzählen – die staubtrockenen Geschichtsbücher eignen sich ja nicht dazu, ein Gefühl für die jeweilige Zeit zu bekommen. Mein aktuelles "Geschichtsbuch" dreht sich um das Haus in Solingen, in dem ich aufgewachsen bin ... das ist auch so'n alter Kasten, der schon seit 1831 steht.

Was macht ein Matthias Gerschwitz, wenn er sich nicht dem Schreiben widmet?
Dann arbeite ich in meinem »Brotberuf« als Kommunikationsberater und Inhaber einer Werbeagentur. Ansonsten gehe ich gerne mit Freunden aus oder lade sie zum Essen und Klönen ein. Ich fahre leidenschaftlich gerne Auto (Smart Cabrio ), mittlerweile auch wieder Fahrrad, versuche, regelmäßig ein Sportstudio von innen zu sehen und liebe es gelegentlich , auf meinem Sofa zu faulenzen oder bei einem guten Film die Welt zu vergessen.

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Felice Picano: »Der Köder« (wurde früher auch unter »Gefangen in Babel« veröffentlicht), Friedrich Hollaender: »Von Kopf bis Fuß« und ein Buch, das ich gerade (äußerst ungern) verliehen habe und hoffe, bis zu meiner Abreise zurückzubekommen: »Sehen Sie, das war Berlin« oder so ähnlich ... die Geschichte des Theaters, Varietés und Kabaretts in Berlin vom 18. Jahrhundert bis etwa 1985.

Wer ist ihr Vorbild/Lieblingsautor?
Sprachlich: Wolf Schneider. Inhaltlich: Keiner. Vorbild: keiner.

Welches lesen Sie zur Zeit?
Marianne Gilbert: »Das gab's nur einmal«

Welches geschriebene Buch von Ihnen ist ihr Lieblingsbuch ?
Alles von Kurt Tucholsky und Erich Kästner

Wie soll das nächste Buch heißen?
Berliner Straße, Charlottenburg: Die vergessene Magistrale (Arbeitstitel)

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?
»Vorsicht! Lesen gefährdet die Dummheit.»


An dieser Stelle möchte ich mich bei Matthias Gerschwitz herzlich für das Interview bedanken. Es ist mir eine wahre Freude, dass ich sie kennen lernen durfte. Ich wünsche beruflich, privat und auch "gesundheitlich" alles Gute. 
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Wolfgang A. Gogolin

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Autorenportrait

Wolfgang A. Gogolin wurde 1957 geboren und arbeitet als Rechtspfleger. Er ist in Hamburg wohnhaft und hat schon fünf Bücher veröffentlicht. Er ist zudem Gründungsmitglied der Literaturgruppe Wortwerk-Hamburg und veranstaltet monatlich die „Spät-Lese“ im Kulturpunkt Basch.
 





Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich bin über das Viel-Lesen zum Schreiben gekommen. Irgendwann kam der Punkt, an
dem ich das Denken über Dinge in Geschichten gekleidet habe. Da mir die ganz normalen
Menschen am Herzen liegen, vom Milchmann bis zur Nachbarin, bekomme ich jederzeit neue
Inspirationen.

Was macht ein Wolfgang Gogolin, wenn er sich nicht dem Schreiben widmet?
Er liest, leitet den Kulturpunkt in Hamburg-Barmbek und er widmet sich mit großer
Leidenschaft dem Kochen. Alles, was vier Beine hat, kann wohlschmeckend sein – eine Frage
der Zubereitung ;-)

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Tom Sharpe – Puppenmord
Roald Dahl – Küsschen, Küsschen
Harald Wohlfahrt – Kunst und Magie in der Küche
Da das letzte Werk ein Kochbuch ist, habe ich noch eines gut:
Alessandro Baricco SEIDE. Ein unglaublich gutes Buch!

Wer ist ihr Vorbild/Lieblingsautor?
Roald Dahl wegen seiner brillanten Kurzgeschichten. Unerreicht und immer wieder gut.
Oscar Wilde, schrieb dicht und packend. Ich ziehe den Hut vor seinem Lebenswerk.

Welches lesen Sie zur Zeit?
Simultan:
Francoise Sagan - ...ein gewisses Lächeln
Edward Morgan Forster- Wiedersehen in Howards End

Welches geschriebene Buch von Ihnen ist ihr Lieblingsbuch ?
Das ist stimmungsabhängig. Derzeit „Geist der Venus“.

Wie soll das nächste Buch heißen?
„Eins“ vom Tüffers-Verlag, dort ich bin in der Anthologie mit einem Kurzkimi vertreten
(Erscheint Ende Juli 2010).
„Rot ist die Lust“ Wortkuss-Verlag, eine Geschichte in einer erotischen Sammlung (Erscheint
Juli/Anfang August 2010).
Und im Herbst 2010 erscheint „Wolfsspuren“ im Mariposa-Verlag. Auch diesmal
wieder eine Anthologie. Meine Story heißt „Wolfswärme“ und handelt von einem
Wolf, der, mit durchaus nachvollziehbaren Gefühlen, aus dem Tierpark ausbricht.
In der Schreibtischschublade sammle ich gerade Material für einen ganzen Band mit eigenen
Geschichten. Titel ??? Vielleicht „Menschenwesen“, aber noch ist alles offen.

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?
Ja!
Egal ob es IPad oder andere Tablet-PC gibt, das Buch in der Hand ist durch nichts zu
ersetzen. Das geschriebene Wort, seit Jahrhunderten, ist angenehm warm fühlbar, es strömt
Papierduft aus und Druckerschwärze und es ist ein lebendiger Freund.
Das Knistern der Seiten beim Umblättern und das Schmökern im Bett ...unvergleichlich!
Tablet-PC versus Buch, das ist der Unterschied zwischen einer fürsorglichen
Krankenschwester und kalter Apparatemedizin. Es lebe das gedruckte Buch!


Vielen lieben Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ich wünsche viel Erfolg und weiterhin kreative Ideen, die andere Leser und mich erfreuen werden.
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Corrie ten Boom - Die Zuflucht

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===Buchdaten===
Autor: Corrie ten Boom
Titel: Die Zuflucht
Originaltitel:The Hiding Place
Verlag: Brockhaus
Erschienen: 2004
ISBN-10: 3417208173
Seiten: 240
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Serie: -

===Inhaltsangabe===
Corrie wird 1892 geboren und wächst mit ihren Geschwistern zusammen bei ihren Eltern auf, die ein Uhrmachergeschäft besitzen. Nachdem ihre große Liebe sie einfach „sitzen lässt“, heiratet sie nie, sondern lebt mit ihrer Schwester weiterhin bei ihrem Vater. Als der zweite Weltkrieg ausbricht, ist für sie klar, dass sie sich der Juden annehmen. Mit Codewörtern versucht die Familie ten Boom herauszufinden, ob es noch „freie Plätze“ auf dem Land gibt, bauen einen geheimen Raum bei sich im Haus, um selbst Juden zu verstecken. Alles geht über lange Zeit gut, bis sie verraten werden. Danach beginnt der Leidensweg, der vom Gefängnis bis zum Todeslager Ravensbrück führt. Doch Corrie gibt auch hier nicht auf und kämpft tagtäglich gegen den Tod.

===Meine Meinung===
Der zweite Weltkrieg ist ein Thema, welches oft in Büchern vorkommt und für viele Menschen einfach ein wichtiges, aber überredetes Thema ist. Trotzdem lese ich seit meiner Kindheit gerne Bücher mit dieser Thematik, da meine Mutter selbst in diesem Krieg aufgewachsen ist.
Mit Holland und dem zweiten Weltkrieg verbindet man in der Regel „Anne Frank“. Doch diese Frau kennt die andere Seite und ist eine wahre Heldin. In diesem Buch wird der Zeitrau, 1892-1945 behandelt.

Die Biographie beginnt mit der Hundertjahrsfeier des Uhrenladens ihres Vaters und springt danach zu Corries Einschulung. Diesen Sprung finde ich nicht sehr gelungen. Ich hätte es persönlich besser gefunden, wenn ihre Geschichte gleich mit der Einschulung begonnen hätte. So wären die Personen später bei der Hundertjahrsfeier vertrauter. So musste ich sie erst einige Seiten lesen, bis ich wusste an welchem Zeitpunkt der Einstieg genau war. Nachdem ich aber bei ihrer Kindheit weiterlesen konnte, war ich mitten in ihrem Leben. Am Anfang fragte ich mich immer, warum sie noch im hohen Alter bei ihrem Vater lebte. Nach dem ich von Karel und der erlebten Enttäuschung gelesen hatte, konnte ich es irgendwo nachvollziehen. Spannend, authentisch und sehr bildhaft schildert sie, wie sie den Beginn des zweiten Weltkrieges erlebt und wie ihre „Zusammenarbeit“ mit den Juden beginnt. Sie ist eine bemerkenswerte Frau, die trotz der ernsten Situation immer eine Portion Humor und Lebenslust versprüht. Ab dem Punkt, wo sie verraten wird und die Familie im Konzentrationslager landet, war ich so vertraut mit Corrie, dass ich richtig mitgelitten habe. Klar wusste ich, durch die Buchangaben, dass sie überlebt hat, aber trotzdem sind die Schilderungen so grausam und real, dass man innerlich leidet. Auch wenn man, wie ich schon viele Bücher mit diesem Thema gelesen hat, ist die Brutalität eines KZ's immer wieder schockierend. Die Autorin vermittelt dem Leser das Gefühl, selbst vor Ort gewesen zu sein. Die Hoffnungen, Ängste und den Mut erläutert sie plausibel. Man fällt aus allen Wolken, als dann alle Hoffnungen wie Seifenblasen platzen. Aber die „Verräter“ haben damals aus politischer Überzeugung gemacht, wie sicherlich viele.

Ständig habe ich mir die Frage gestellt, wie ich reagiert hätte, ob ich auch so mutig gewesen wäre.

Leider gibt es einen Kritikpunkt, der mir gerade bei Biographien besonders störend auffällt. Auch diese Biographie beinhaltet keine Fotos. Zwar gibt es auf der Rückseite ein Bild von ihr, aber ich hätte mich hier sehr gefreut von der Familie, dem Haus, dem Laden oder zumindest der Straße Bilder zu sehen. Klar wurde vieles vernichtet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich alles vernichtet wurde.

Was diese Frau, und auch der Rest ihrer Familie erlebt hat, ist so interessant geschildert, dass ich das Buch an drei Tagen gelesen habe. Inhalt und Thema fesseln, sodass es schwer ist mit dem Lesen aufzuhören. Leider hatte ich nicht die Zeit, um es in einem Zug zu lesen. Kapitel gibt es 18 inklusive dem Vorwort. Der Kapitelname verrät, worum es in dem Kapitel geht. Es gibt genügend, und ich konnte so einfach gut gewählte Pausen einlegen, ohne mitten in einem wichtigen Teil pausieren zu müssen.

Empfehlen kann ich dieses mitreißende, einfühlsame und zugleich bewegende Schicksal jedem, der sich für diese Zeit interessiert und einmal die Sicht der Helfer erfahren möchte, die trotzdem auch die Sichtweise der Juden / Versteckten gut beleuchtet. Wer sich für die politischen Dinge zur damaligen Zeit interessiert, sollte sich dieses Buch nicht holen, da es um die menschliche Seite geht.

===Bewertung===
Von mir bekommt die Lektüre volle fünf Sterne. Sie ist anschaulich, einschneidend und glaubwürdig. Für eine Biographie über dieses „abgegraste“ Thema, ist sie sehr empfehlenswert. Ähnlich zu vergleichen mit „Meine Zeit mit Anne Frank“ von Miep Gies.

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Marielle Righini - Die Florentinerin

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===Buchdaten===
Autor: Mariella Righini
Titel: Die Florentinerin
Originaltitel: Florentine
Verlag: Heyne
Erschienen: 1996
ISBN-10: 3453124340
Seiten: 294
Einband: TB
Kosten: 2,20€ gebraucht auf dem Flohmarkt
Serie:

===Inhaltsangabe===
Vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Florenz, wo Kunst und Kultur ein goldenes Zeitalter erleben, erzählt Mariella Righini die fesselnde Liebesgeschichte zwischen der schönen Florentinerin Simonetta und Giuliano de Medici.
Ein Roman über ein ergreifendes Frauenschicksal, der die Pracht der Fürstenhöfe, Sitten und Gebräuche sowie die Kunstschätze jener Zeit mit einer Fülle von Details farbig und lebendig schildert.

===Meine Meinung===
Historische Romane können gut, aber auch total schwer zu lesen sein. Dieses klang aber recht interessant, da es sich um eine fesselnde Liebesgeschichte handeln sollte. Auf eine schöne Herz-Schmerz-Geschichte hatte ich richtig Lust.

Der Einstieg beginnt damit das Simonetta im Jahre 1469 im Alter von 16 Jahren nach Florenz kommt und mit Marco Vespucci verheiratet wird. Leider ist er dem Alkohol zu getan und macht um sie einen großen Bogen. Er erscheint nicht mal zur eigenen Hochzeitsfeier und flüchtet, sobald er sie erblickt. Enttäuschend, aber Simonetta macht das Beste daraus und bei ihren Streifzügen durch Florenz lernt sie Giuliano kennen und für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie aber verheiratet und er soll als Kardinal anfangen.
Die Geschichte wird aus Sicht beider Beteiligten erzählt. Nicht unbedingt abwechselnd, aber immer erfährt man etwas aus Simonettas Sicht und die Zeit danach wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von Giuliano erzählt. Diese Art von Erzähltechnik ist zwar schön und gut, gefällt mir persönlich aber überhaupt nicht. Bei manchen Werken ist es wichtig, das man beide Seiten kennenlernt. Meist werden dann aber die gleichen Begebenheiten erzählt und dann ist es langweilig. In diesem Fall wird immer weiter erzählt, sodass nichts wiederholt wird, aber dadurch hatte ich das Gefühl immer einen Teil zu verpassen. Die Geschichte an sich ist trotzdem sehr mitreißend. Simonetta, die heiratet und von ihrem Mann nicht beachtet wird und dann das Herz eines Frauenheldes erobert. Sobald ich in der Geschichte war, viel es mir leichter dem Inhalt zu folgen. Während der ersten 50 Seiten hatte ich wegen der älteren Sprachwahl etwas Schwierigkeiten. Die beiden Figuren oder in diesem Fall sogar Personen wurden authentisch umgesetzt, denn Simonetta Vespucci und Giovanni de Medici gab es wirklich. Sie hatten eine Affäre und auch die Zeichnungen bzw. Gemälde wurden so gezeichnet, wie es im Buch steht. An dieser Stell muss ich sagen, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Gerade jemand, der sich nicht sehr gut mit dieser Zeit auskennt, bekommt einen farbenfrohen Eindruck über die Renaissance.
Trotzdem hatte ich mir das Buch nicht gar so traurig vorgestellt. Die Namen hatten mir nichts gesagt und erst später gemerkt, wie real dieses Schicksal doch war. Als Simonetta an Schwindsucht erkrankt, ist es sehr tragisch und die Autorin schildert den Teil so gefühlsecht, dass sogar mir die Tränen gekommen sind. Als dann auch noch Marco die Ehe annullieren lassen will, sodass Giuliano und Simonetta hätten glücklich werden können, holt sie der Tod. Wenn das nicht traurig ist, dann weiß ich es nicht. Als sie ihr Leben aushaucht, ist es sehr dramatisch geschildert und trotzdem altmodisch. Klar spielt das Buch in einer Zeit, wo der Sprachstil gut passt, aber gerade jüngeren Lesern, wie mir fällt es auch nach vielen Seiten noch etwas schwer und wir finden einige Sätze, die uns das Lesen erschweren. Ich musste so manchen Satz doppelt lesen, um den Sinn wirklich zu begreifen und zu verinnerlichen.

Gelesen habe ich diesen historischen Liebesroman innerhalb von drei Tagen. Es war recht schwer, sodass ich nicht mehr als 100 Seiten wirklich konzentriert lesen konnte. Danach habe ich gemerkt, dass ich etwas überlese und lieber abgebrochen. Die vielen Namen und der alte Stil haben einfach dafür gesorgt.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne historische Romane oder sich für diese Epoche interessiert.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch vier Sterne. Abzug gibt es wegen der alten Sprache. Mir hat es etwas den Lesespaß genommen. Ansonsten ist es farbenfroh und authentisch.

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Günther Moosbauer - Die Varusschlacht

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===Buchdaten===
Autor: Günther Moosbauer
Titel: Die Varusschlacht
Originaltitel:
Verlag: C. H. Beck
Erschienen: 2010
ISBN-10: 3406562574
Seiten: 126
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie:

===Inhaltsangabe===
Im Jahre 9 n.Chr. werden drei römische Legionen unter dem Feldherrn Publius Quinctilius Varus in einen von germanischen Stämmen gelegten Hinterhalt gelockt und vollständig aufgerieben - ein schwerer Schlag für das Imperium Romanum und seine Expansionsbestrebungen in Germanien. Dieser Band bietet einen kompetenten Überblick über Vorgeschichte und Verlauf der Varuskatastrophe sowie über die schriftlichen und archäologischen Zeugnisse, die von diesem historisch folgenreichen Ereignis künden. (Buchangabe)


===Meine Meinung===
Die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen, ist ein faszinierendes Thema und wird gerne im Geschichtsunterricht verwendet. Gerade da diese Schlacht nicht nur als Niederlage der Supermacht Rom gilt, sondern auch als Anfang der Deutschen Geschichte gilt. So bin ich auch mit diesem Thema in Kontakt gekommen. In diesem Werk erhält der Leser einen guten Einblick in diese wichtige Schlacht.
Der Einstieg in das Thema beginnt mit der Vorstellung von beiden Parteien. Hier geht es um die Ausrüstung und die Organisation beider Heere. Ist dieser Punkt abgearbeitet, geht es mit dem Beginn der Auseinandersetzungen weiter. Hierbei geht es um das Eindringen der Römer im germanischen Reich bis hin zur Varusschlacht. Zum Abschluss werden römische Funde in Germanien aufgezeigt, die als Beweise für die Schlacht gelten.

Aufgeteilt ist diese Fachliteratur in 16 Kapitel, wobei der Beginn und die Schlacht selbst, den größten Teil des Werkes ausmachen. Vorne im Buch findet man einen Kapitelüberblick, sodass bei Bedarf auch nur einzelne Passagen heraussuchen kann, die für einen im Moment relevant sind.

Der Text ist sehr nüchtern und fachlich gehalten. Zahlen, Daten und Fakten werden gut vermittelt und sind für Anfänger und Fortgeschrittene Geschichtsstudenten oder auch Abiturienten leicht verständlich. Dabei werden in diesem Buch viele Zeichnungen zum Heer, der Umgebung, Waffen oder Landkarten veröffentlicht, die den Inhalt besser veranschaulichen. Mir persönlich ist nicht langweilig geworden beim Lesen, was bei vielen tockenen Werken der Fall ist. Außerdem wird hier nichts wiederholt oder in die Länge gezogen. Auf 126 Seiten wird alles genannt, was an Wissen relevant ist.

Gelesen habe ich dieses Buch in drei Tagen, da ich das Thema höchst interessant fand und die Umsetzung für die wenigen Seiten sehr gelungen ist. Das Werk beinhaltet keinerlei geschichtlicher Fehler, zumindest konnte ich beim Lesen keine entdecken, was bei anderer Literatur häufiger vorkommt und sei es nur Zahlendreher.

Wer einen Einstieg in das Thema sucht, sollte sich dieses Buch kaufen. Empfehlenswert ist es für Anfänger mit Sicherheit. Wer auf dem Gebiet versierter ist, sollte lieber auf andere Literatur zurückgreifen. 2000 Jahre Varusschlacht, wäre für Fortgeschrittene definitiv empfehlenswerter. Hier sollte man entscheiden, welche Art von Literatur / Wissen man benötigt.

===Bewertung===
Für den Einstieg und als kurze Zusammenfassung ist dieses Werk wirklich gelungen und sehr anschaulich umgesetzt worden. Daher bekommt es fünf Sterne.





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Andreas Bräme - Die 101 wichtigsten Fragen - Judentum

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===Buchdaten===
Autor: Andreas Brämer
Titel: Die 101 wichtigsten Fragen: Judentum
Originaltitel: -
Verlag: C. H. Beck
Erschienen: 2010
ISBN-13: 9783406599842
Seiten: 155
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Serie: 101 wichtigesten Fragen




===Inhaltsangabe===
Wer ist ein Jude? Woran glauben Juden? Was ist koscherer Sex? Wie sieht eine Synagoge aus? Wer hat den Davidstern erfunden? Ist Israel ein jüdischer Staat? Diese und andere Fragen beantwortet Andreas Brämer knapp, kenntnisreich und für jeden verständlich. Insgesamt bieten die Fragen und Antworten, die nach Themen wie "Gesetz und Ethik", "Symbole und Zeichen", "Gebet und Gottesdienst" oder "Israel und Diaspora" angeordnet sind, eine umfassende und kurzweilige Einführung in die jüdische Religion. (Buchangabe)

===Meine Meinung===
Weltweit gibt es mehr als 10.000 Religionen. Manche mehr, manche weniger bekannt. In der Schule lernt man zwar etwas über unterschiedliche Religionen, aber wirklich ausführlich wird lediglich die Bibel behandelt. Daher wollte ich mich einfach mal selbst mit anderen Weltreligionen auseinandersetzen, um einfach mal andere Einblicke zu bekommen. Dieses Buch soll viele Fragen beantworten und ist aus diesem Grund sehr interessant für mich gewesen.

Das Buch ist in elf Hauptkapitel unterteilt. Jedes Kapitel beantwortet bestimmte Fragen, die sich mit diesem Bereich befassen. In der Einleitung erfährt der Leser, was es genau mit dem Judentum auf sich hat, denn auch wenn man weiß, dass Juden von Hitler verfolgt wurden, was das Judentum genau ist, weiß nicht jeder. Das nächste Kapitel befasst sich mit der Bibel und der jüdischen Literatur. Hier erfährt der Leser, welche Texte in der jüdischen Bibel enthalten sind und was zum Beispiel die jüdische Philosophie insbesondere beinhaltet. Im dritten Kapitel geht es um den Glauben und Gott. Hier wird genau untersucht woran Juden glauben und an wen genau. Es geht weiter mit der Ethik und den Gesetzen. Es geht hierbei um Umweltschutz, Sex, Verbote, Gesetze, Leitlinien und Lebensmittel. Weiter geht es mit den Symbolen und den Zeichen. Hier erfährt man etwas über die Kleidung, Kopfbedeckung, die Zahl sieben, den Davidstern oder Bräuche. Gefolgt wird das Kapitel mit dem Thema Gebete und Gottesdienst. Hier wird man aufgeklärt, wie oft der Gottesdienst stattfindet, welche Gebete es gibt oder wie eine Synagoge aussieht. Das nächste Kapitel befasst sich mit dem Schabbat und anderen Festkulturen. Zum Beispiel erfährt man etwas über das Wochenfest, die jüdische Zeitrechnung, den Jahresanfang oder den Schabbat. Im nächsten Kapitel geht es um den Lebenszyklus und das Geschlecht. Hier befasst sich der Autor mit der Beschneidung, der Geburt von Mädchen, geschlechtsspezifische Rechte oder mit der Bar-Mizwa. Weiter geht es mit der Einheit und Vielfalt, die sich mit den Samaritanern oder Karäer befasst. Im vorletzten Kapitel geht es um Israel und Diaspora. Hier geht es darum, ob Israel ein jüdischer Staat ist, wie viele Juden dort leben oder ob alle hebräisch sprechen. Zu guter letzt gibt es noch Informationen zu Religionsstudium und man erhält Informationen, wo man sich weiter mit dieser Religion befassen kann. Auf den letzten Seiten gibt es noch ein umfangreiches Glossar, wo wirklich alle wichtigen jüdischen Begriffe erklärt werden.

So viel zum Allgemeinen. Jedes Kapitel steht mit großer Schrift am Seitenanfang. Eine neue Frage wird ebenfalls in größerer Schrift sichtbar gemacht. Dadurch wirkt es sehr übersichtlich und ich fand immer gleich jede Frage, die mich besonders brennend interessiert hat, oder welche ich am Ende noch mal lesen wollte, weil ich mir einige Informationen herausschreiben wollte. Die Fragen sind sehr gut gewählt und für meine Bedürfnisse wurden Fragen gewählt, sie sich jeder Mensch sicherlich schon mal gestellt hat oder auch wirklich von Interesse sind. Auch für Laien wie mich, war das Thema sehr leicht und verständlich umgesetzt. Bei manchen Sachbüchern kommen durch das Lesen neue Fragen auf. Dies ist hier nicht der Fall, sondern alles wird beantwortet. Leider beinhaltet das Buch keine Fotos. Gerade manche Fragen, wie den Kerzenleuchter oder ähnliches, hätte ich gerne bildhafter vor Augen gehabt. Auch eine Landkarte, wo man Israel findet, wäre schön gewesen. Zwar bin ich in Erdkunde recht fit, aber das trifft nicht auf jeden zu.

Gelesen habe ich das Buch an zwei Tagen und muss sagen, dass ich nach dem Lesen wirklich viel mehr über das Judentum gelernt habe. Es ist eine interessante und vielseitige Religion, bei der es sich lohnt, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für Religionen informiert. Hier bekommt man alles bildhaft erkärt.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch fünf Sterne, da alle Fragen sachlich, bildhaft und für jeden Laien verständlich erklärt werden. Außerdem wurde mir die Religion näher gebracht, was Sinn dieses Fragenbuches ist.
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