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Buchkritik - Ein Tag, ein Jahr, ein Leben / Alvarez

Mit Tragik in die Vergangenheit


Lust auf? Ja auf was, denn ganz ehrlich mir fällt so spontan nichts ein, was hier schreiben könnte. 
Vielleicht Lust auf eine vergangene Liebe, einen Rückblick auf vergangene Zeiten und ein Geheimnis oder gar einen tragischen Tod, aber ich glaube damit würde ich das Buch mehr interessant machen, als es dies überhaupt verdient.  Ach, entscheidet doch bitte selbst.



FAKTEN ZUM BUCH 
Autor: Viola Alvarez
Titel: Ein Tag, ein Jahr, ein Leben
ISBN-10: 3959732309
ISBN-13: 9783959732307
Erscheinungsdatum: 04.08.2016
Verlag: Weltbild
Preis: € 5,99
Genre: Liebe, Rückblick, Geheimnis
Gelesen in: 7 Tagen

DAS COVER
Ein altes Haus, Schloss im Dämmerlicht mit einem See vorne, wo sich das Gebäude spiegelt. Es hat etwas sehr ruhiges und gefällt mir gut. 

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH 
In einem noblen Altenheim feiert die ehemalige Kunsthändlerin Melusine von Grenwald ihren 102. Geburtstag. Sie blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Und doch ist es vor allem die Liebe zu Wilhelm Bellwitz, genannt „Krempe“, die sie umtreibt. Eine Liebe, die vor mehr als 70 Jahren begann und ein tragisches Ende fand, als Krempe, der damalige Boss der Berliner Unterwelt, einem Verbrechen zum Opfer fiel.
Melusine vertraut der einfühlsamen Pflegerin Monika die Geschichte einer großen Liebe und eines grausamen Verlustes an. Nach und nach offenbart sich der jungen Frau eine verhängnisvolle Wahrheit, die sie nicht mehr loslässt.

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Ich weiß, die Autorin hat viele tolle Werke geschrieben und hat auch so manchen Fan, den ich wahrscheinlich mit meiner Kritik erst einmal verärgern werde, aber ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich das Buch nur durch Zufall in die Hände bekommen habe. Meine Mutter war so frei es sich im Weltbild-Verlag zu bestellen und ich lese aus Prinzip alle ihre ausgelesenen Werke. Sie fand es in Ordnung, ich fand es leider nur schlecht. 

Dabei hatte ich das Buch aus der Tüte genommen und gedacht, das klingt wirklich genial. Ich mag solche Rückblenden-Geschichten mit einem Hauch von tragischer Liebe. 

Doch dann kommt der Prolog, man fängt an zu lesen, das fröhliche Lächeln verschwindet aus dem Gesicht mit jedem neuen Wort und am Ende der Seite merkt man schon deutlich, der Stil liegt einem so gar nicht. Es ist so, dass hier nicht auf einen zu einfachen Stil, zu vulgären, zu altmodischen oder vielleicht auch langatmigen Stil gesetzt wird. Die Sätze haben eine gute Länge, sind nicht zu verstrickt, aber ich empfand es schwer und nervig zu lesen, weil es eher etwas gehobener klingt. „Ob man nun proklamiert, lieber an den Zufall oder doch an die eigene Gestaltungskraft zu glauben, am Ende kommt nie das dabei heraus, was man sich vorgestellt oder erhofft hat.“ Zitat Prolog. Und genau dieser Satz war es der mir aufgestoßen ist. Ich weiß was proklamiert heißt, fand es aber einfach irgendwie falsch und so ist es bei vielen Sätzen, wo ich einfach genervt war von Wortwahl und Umsetzung. „Das liegt daran, dass reich und reich sich gerne gesellt, und wer nicht reich ist, soll draußen bleiben.“ Zitat Kapitel 1. Mal geschwollen, mal total trivial und ebenfalls kein literarischer Genuss. Mein Lehrer hätte im Übrigen Wortwiederholun am Rand notiert. In der Schule okay, aber als Autor?

Auch die Namen haben mich in den Wahnsinn getrieben. Meine Mutter ist 1938 Baujahr, ich kenne diese alten, teilweise dämlichen Namen. Adalbert, Ilse, Helga, Friedrich und sonst was. Sie sind kein Highlight, auch wenn sie langsam wieder modern werden, aber Melusine, Arek. Ach kommt, es tut mir leid, ich habe die Namen vom ersten Moment an gehasst und das tue ich normalerweise nur bei Werken, wo 100 Namen vorkommen oder die aus Frankreich / Skandinavien sind, weil ich sie mir nicht merken kann. Diese sind leicht zu merken, weil sie eben unbekannter sind, aber ich fand sie nervig. Hochgradig nervig bis zum Schluss.

Inhaltlich war das Buch kein Kampf, aber auch kein Genuss. Wenn Stil und Namen schon stören, dann kann der Rest einfach nicht überzeugen und Spaß machen. Das ist leider so und trifft hier zu. Die Geschichte selbst ist einfach normal und nichts besonderes. Die Liebesgeschichte ist durchschnittlich, und ich sage das als Vielleserin, die schon einige solcher Werke gelesen hat und zur Zeit recht nah am Wasser gebaut ist. Hinzu kommt, dass die Autorin keine besondere Tragik in das Buch einfließen lässt, kein Geheimnis, das man verfolgen möchte oder ähnliches.. Es ist alles vorhanden, aber nicht so, dass es mich persönlich gefesselt hat.

FAZIT: Fans mögen mir ehrlich verzeihen, aber ich als Neuling, bin mit der Autorin einfach nicht warm geworden. Der Stil passt einfach nicht zusammen und nervt, genauso wie die Namen der Charaktere. Lesevergnügen? Definitiv nein. 



COVERGESTALTUNG💜💜💜💜💜
ORIGINALITÄT DES INHALTS       💜💜
SCHREIBSTIL💜
UMSETZUNG DER FIGUREN💜
SPANNUNG UND TEMPO💜💜
HUMOR💜
ROMANTIK   💜   
GESAMT💙

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