Goodbye, Jehova - Misha Aouk

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Ja, es gibt Bücher, die euch vielleicht etwas abschrecken könnten . Mit Zeugen Jehovas verbindet man ja leider immer eine schlimme Sekte. Umso schlimmer ist es, wenn man selbst mit einer solchen Gruppe Erfahrungen gesammelt hat. Meine Mutter war nämlich selbst Mitglied und ich bin damit groß geworden. Ich war nie aktiv und meine Mutter auch kein richtiges festes Mitglied, aber sie liebt die Bücher, über die Zeugen Jehovas sehr.


DAS COVER
Ein Junge mit halben Kopf, grinsend im Anzug. Das passt definitiv zu den Zeugen Jehovas, denn die Kleiderordnung ist dort sehr streng.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Misha -Junge bei den Zeugen Jehovas

DER ERSTE SATZ
Ich war von meiner Geburt 1981 bis zu meinem Ausschluss 2003 ein Mitglied der Zeugen Jehovas.

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Was passiert eigentlich auf der anderen Seite der Tür, wenn du sie den Zeugen Jehovas vor der Nase zuschlägst?
Zeugen Jehovas kennen die meisten von uns nur aus der Fußgängerzone oder als lästigen Besuch an der Tür – häufig etwas bieder, vor allem aber harmlos. Misha Anouk weiß, wie es auf der anderen Seite aussieht. Er wuchs in einer Zeugen-Jehovas-Familie auf und lief im Predigtdienst von Haustür zu Haustür – stets hoffend, keine Mitschüler zu treffen. Mit erfrischendem Humor erzählt er von einer Kindheit ohne Weihnachten, aber mit Geistern, von ersten Zweifeln und Weltuntergängen, die auf sich warten lassen. In seinem mitreißenden Insiderbericht analysiert Misha Anouk die emotionale Verführung der Zeugen Jehovas, beschreibt Organisation und Struktur der Wachtturm-Gesellschaft und erzählt, weshalb er schließlich eine Sünde beging, um die bekannteste Sekte der Welt zu verlassen.

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Wenn man von Zeugen Jehovas redet, dann werden sie oft gleich gestellt mit Scientology oder anderen Sekten. Ich selbst war als Kind durch meine Mutter auch dort, aber habe es nie so schlimm empfunden, was aber daran lag, dass wir nicht so aktiv waren wie andere. Meine Mutter konnte körperlich nicht um die Häuser ziehen und predigen, weswegen wir eher ein stilles Mitglied waren, das noch bekehrt werden musste. Vieles bekommt man so als normalo gar nicht mit oder nimmt es als Kind gar nicht so extrem wahr. Um euch zwei Beispiele zu nennen. Als mein Bruder sich von seiner Frau trennte, wurde nicht nur er gemieden, weil er Ehebruch begangen hatte, sondern auch seine Frau, da sie es wagte sich erneut einen Partner zu suchen, obwohl sie noch nicht einmal geschieden war. Ich selbst wurde stets kritisch beäugt und meine Mutter mehrfach gebeten, ob sie sich nicht mal mit mir wegen meinem Kleidergeschmack zusammensetzen wolle, weil ich mit 19 eben wie jeder Mensch Make Up, kurze Röcke und Tops toll fand. Dran gehalten habe ich mich nie.

Aber nun zum Buch. Es handelt sich um ein Tatsachenbuch, welches mich ganz ehrlich nicht überzeugt hat. Die Figur selbst ist ein interessanter Junge, der versucht mit seiner Geschichte Geld zu machen und der in meinen Augen definitiv nur Kopfschütteln hervorruft. Nicht wegen seiner Geschichte bei den Zeugen Jehovas, sondern wegen seiner Art selbst. Er ist mir komplett unsympathisch gewesen. Spätestens mit der Tatsache, dass er einen Teddybären beglückt, war er bei mir unten durch. Nun gut, man könnte es auf seine Kindheit schieben, aber ganz ehrlich, das wäre in meinen Augen eine Ausrede, da ich selbst eben genug aktive Zeugen kenne und die sind nicht so gewesen.

Auch sein Stil ist alles andere als angenehm. Alles ist voll mit Texten aus dem Wachturm, der Bibel und anderen Bücher, sodass man ständig unterbrochen wird und dann Belege geliefert bekommt, die seine Geschichte untermauern. Ganz ehrlich langweilig. Man vergisst wo man gerade war, und irgendwann kommt der Punkt, wo man die zitierten Texte aus den Werken einfach ignoriert und das Lesen angenehmer wird. Aber auch dann ist es nicht wirklich gut. Der Autor verbeißt sich in den Details, die man wirklich nur als Zeuge nachvollziehen kann. Selbst wenn man wie ich Hintergrundwissen und tiefere Einblicke hat, versteht man nicht alles.Und die Frage, warum er sich nicht schon früher distanziert hat, kann ich nicht nachvollziehen. Ich selbst habe mich damals mit 14 klipp und klar distanziert. Als es hieß, zieh dich bitte anders an, möchtest du nicht. NEIN, euer Kram interessiert mich nicht, nervt meine Mutter, nervt meinen Vater, aber mich und hier war ich sehr deutlich können sie an einer gewissen Stelle lecken. Klar wurde meine Mutter schief angeschaut und so, aber das ist dann nicht mein Problem gewesen. Selbst mit 25 haben sie es noch probiert. Klingelt es jetzt an der Tür, sag ich einfach nur. Wenn ich was lesen will, frag ich meine Mutter, die hat ein großes Herz für alle Außenseiter, bedürftige Tiere, Penner und Zeugen Jehovas. Ich komm aber leider nach meinem Vater, der eindeutig Ähnlichkeit mit einem gewissen Körperteil hat. Ganz ehrlich selbst sie grinsen, gucken etwas verstört und gehen dann.

FAZIT: Das Buch ist mit Sicherheit interessant, gerade wenn man sich gar nicht auskennt, bekommt man gute Einblicke auch über die positiven Seiten, wie den Zusammenhalt. Es ist aber wirklich eine Frage der Sympathie, ob man das Buch mag oder nicht. Anderer Autor und anderer Stil und ich hätte das Buch vielleicht besser empfunden.


FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Misha Anouk
Titel: Goodbye, Jehova!
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 4 (24. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499628910
ISBN-13: 978-3499628917
Preis: € 9,99
Genre: Tatsache, Sekte
Gelesen in: 3 Tagen

COVER💜💜
STIL💜
CHARAKTERE💜 
SPANNUNGunwichtig
HUMORunwichtig 
LIEBEunwichtig 
GESAMT💙💙 

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