Spiral / Paul McEuen

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"Für einen Sekundenbruchteil war Orchid abgelenkt. Die Pistole schwenkte ein wenig zur Seite. Jake bewegte sich schon auf sie zu. Sie versuchte, das Gleichgewicht wiederzufinden, aber sie hatte zu viel Schwung, und sie versuchte, zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Sie wollte die Waffe auf Jake richten und abdrücken, und sie wollte die Elektroschock-Sequenz auf ihr Bein tippen.
Zwei Dinge zugleicht, und keines klappte. Beides ging eine halbe Sekunde zu langsam, und diese halbe Sekunde genügte für Jake. Aus dem Augenwinkel sah er, dass Dylan den Zylinder auffing. Im selben Moment schoss Orchid, aber die Kugel traf nicht, sondern pfiff an seinem rechten Ohr vorbei. (Zitat aus Spiral – Paul McEuen)

Lust auf einen Thriller, der euch in Angst versetzen wird? Dann solltet ihr euch dieses Buch vielleicht merken, oder auch vielleicht nicht, denn einige Meinungen sind durchaus sehr positiv, aber es gibt eben auch Leser wie mich, die das Buch nicht so berauschend fanden. Aber entscheidet euch selbst.

===o0o WORUM GEHT ES IN DEM BUCH o0o===
Der Zweite Weltkrieg hat erst kürzlich sein Ende gefunden, als die Amerikaner eines ihrer Kriegsschiffe versenken. Die Besatzung hatte sich mit dem Pilz Uzumaki angesteckt. Der Virus ist spiralförmig, woher er auch seinen Namen hat, und hat bis dahin nur Maispflanzen befallen. Nun hat er sich jedoch auch an den Menschen gewagt. Befallene Personen fangen an zu schwitzen, ihre Körpertemperatur sinkt ab, ihr Schweiß stinkt, sie bekommen Halluzinationen. Entweder bringen sie sich gegenseitig um, oder Pilz erledigt es mit der Zeit. Ein Heilmittel gibt es nicht, und er überträgt sich via Luft und Tröpfchen. Liam Connor ist damals Mitte 30 und soll einen der Entwickler verhören, und klaut dabei eine Probe des Virus.

60 Jahre später wird Connor entführt, gefoltert und kann sich gerade noch selbst umbringen, bevor alles noch unerträglicher wird. Seine Entführerin will den Pilz von damals, aber Connor verrät ihr das Versteck nicht. Er hinterlässt dafür seinem Assistenten Jake und seiner Enkeltochter Maggie einige Briefe mit versteckten Hinweisen zum Versteck der Probe. Sie machen sich auf die Suche und folgen den versteckten Rätseln, immer im Nacken die Entführerin von Connor. Und diese schreckt vor nichts zurück und geht über Leichen, um an ihr Ziel zu kommen.

===o0o MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZUM BUCH o0o===
Paul McEuen ist mit „Spiral“ ein interessanter politischer und wissenschaftlicher Thriller gelungen, der sicherlich viele Anhänger hat und noch finden wird. Man merkt sofort an den vielen sehr sachlichen und umfangreichen Schilderungen, dass sich der Autor ausführlich mit Wissenschaft, Entwicklungen und der damit verbundenen Materie beschäftigt hat. Doch genau darin liegt schon die erste Schwachstelle, die man eben mögen muss. Es wirkt alles sehr langgezogen, fachlich gut, aber eben zu sachlich. Dadurch geht ähnlich wie bei der lieben Kathy Reichs die Spannung stellenweise sehr verloren.

Nun gut, das Buch hätte mich durchaus noch fesseln können, denn die Werke um „Bones“ liebe ich trotz dieser Langatmigkeit. Hier schafft es der Autor jedoch überhaupt nicht, mich zu überzeugen.

Die Figuren sind sehr blass geworden, weil das Augenmerk des Autors eben auf der Wissenschaft liegt. Äußerlich kann man sich die Figuren halbwegs gut vorstellen, obwohl ich es nicht als Kopfkino bezeichnen würde. Aber ihre Handlungen, Emotionen und Gedanken sind eben so blass, dass es zumindest mir sehr schwer fiel eine Bindung aufzubauen.

Zudem fehlt ganz einfach die Spannung, die man bei einem solchen Thriller erwarten würde. Klar passiert neben all dieser Wissenschaft auch einiges, was das Buch ganz klar für das Genre auszeichnet. Entführung, Mord, Gewalt und Angst, aber das richtige Schreckensszenario, welches abgewendet werden muss fehlt. Damit meine ich eben den Wettlauf mit der Zeit, der einen als Leser das Blut in den Adern gefrieren lässt, weil man um die Figuren, um die Menschheit selbst Angst hat.

Ich will damit nicht sagen, dass ich mich gelangweilt habe, es ist ein schönes Buch, aber es ist einfach kein Buch, zudem ich wirklich guten Zugang gefunden habe. Wissenschaft und Politik ist auch nicht so mein Genre, sodass es Paul McEuen eh etwas schwerer hatte. Damit es nicht zu unfair ist, weil das Buch ein kleiner Kampf für mich war, gehe ich den Mittelweg und das Buch bekommt faire 3 Sterne.

===o0o KURZ GESAGT o0o===
Leichter Stil, wissenschaftlich interessant, aber mir fehlt die Bindung inklusive Spannung.

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BLOGTOUR - Als wir unendlich wurden

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Herzlich Willkommen zu meiner aktuellen Blogtour. Diesmal geht es um das Buch "Als wir unendlich wurden". Es ist ein trauriges Jugendbuch, für das ich mich aus einem ganz wichtigen Grund beworben habe. Meine Mutter ist nämlich schon 77 Jahre alt und hatte letztes Jahr im Sommer einen doppelten Herzinfarkt. Ähnlich wie die Protagonistin im Buch, heißt es auch bei mir, mich langsam auf einen eventuellen Abschied vorzubereiten, daher dachte ich, dass Buch könnte mir vielleicht helfen. Als Thema habe ich für die Tour ein kleines Gedicht geschrieben. Ich hoffe es gefällt euch.



Ich wusste, der Tag würde kommen, aber so schnell?
Warum heute, warum nicht morgen oder in einer Woche?

Du warst da, als ich den ersten Schritt gelaufen bin.
Du warst da, als ich zum ersten Mal hingefallen bin.
Du warst da, wenn ich jemanden zum Reden brauchte.
Du warst da, auch wenn mir nicht nach Reden zu Mute war.
Du warst da, wann immer ich dich gebraucht habe.

Doch manchmal ist es besser, selbst wenn das Herz dies noch nicht begreift.

Du wirst da sein, wenn lache.
Du wirst da sein, wenn ich traurig bin.
Du wirst da sein, wenn ich ein offenes Ohr brauche.

Aber vor allen Dingen

Du wirst da sein, wenn ich den gleichen Weg gehe, den du gerade gegangen bist und auf mich warten. 

 TOURDATEN


Dienstag 15.03.2016 - SPIEL DER WÜNSCHE
About Books


Mittwoch 16.03.2016 - ALS WIR UNENDLICH WURDEN
Damaris liest

Donnerstag 17.03.2016 - ALBA & SEVEN
The Wonderland Books

Freitag 18.03.2016 - ALS WIR UNENDLICH WURDEN
Manjas Buchregal

Samstag 19.03.2016 - ALBA & SEVEN
Ina´s little Bakery

Sonntag 20.03.2016 - SPIEL DER WÜNSCHE
S.D. bloggt und Limes rockt


Montag 21.03.2016 - ALBA & SEVEN
Buchstabengeflüster


Dienstag 22.03.2016 - SPIEL DER WÜNSCHE
Umblättern


Mittwoch 23.03.2016 - ALS WIR UNENDLICH WURDEN
Schmökereck


Donnerstag 24.03.2016 - SPIEL DER WÜNSCHE
Hier bei mir :D


Freitag 25.03.2016 - SPIEL DER WÜNSCHE
Skyline of Books


Samstag 26.03.2016 -  ALBA & SEVEN
Secrets of Nobody


Sonntag 27.03.2016 - ALS WIR UNENDLICH WURDEN
Caro´s Tipp


Montag 28.03.2016 - ALS WIR UNENDLICH WURDEN
Sarah´s Bücherwelt


Dienstag 29.03.2016 - ALBA & SEVEN
Uwes Leselounge


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Dark Elements 2 - Jennifer L. Armentrout

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Endlich geht es mit  Layla, Roth und Zayne weiter. Auch wenn ich nicht so verliebt in den ersten Teil war, wie die meisten Fans der Autorin, habe ich mich richtig doll auf die Fortsetzung gefreut. Wie mir das Buch gefallen hat, lest ihr jetzt.

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden in West Virginia. Wenn sie nicht gerade mit dem Schreiben eines neuen Buches beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Ihre E-Books waren in den USA auf Anhieb so erfolgreich, dass sie kurze Zeit später in den Druck kamen und sofort auf die Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste kletterten (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover ist in einem dunkleren, weichen Rosa gehalten, was ich persönlich sehr mag. Die Schlange passt zum Buch und zur Reihe. Gefällt mir als Umsetzung sehr gut.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Layla – witzig, mutig
Roth – düster, witzig, charmant
Zayne – Beschützertyp, liebenswert

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA
Zeit: Gegenwart 2010er

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Das Brennen bewegte sich in meiner Brust, wie ein leises Brodeln in den Adern, das man nicht vergessen kann. Es war das Verlangen, eine Seele zu nehmen, ein Fluch, den meine Mutter an mich weitergegeben hatte, und es war in den letzten zwei Wochen kein bisschen schwächer geworden. Wenn überhaupt, war es gestiegen. Die Fähigkeit, jedem Wesen mit nur einer Berührung die Seele zu entziehen, war der Grund, wieso ich nie etwas mit einem Jungen angefangen hatte.Außer mit Roth. (Zitat aus Dark Elements 2)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Layla ist am Boden zerstört und sie vermisst Roth mehr als alles andere. Schließlich hat sich der unwiderstehliche Kronprinz der Hölle für sie geopfert. Zwar bekommt sie einen gewissen Halt von Zayne, der sich sogar gegen seinen Vater auflehnt, aber das ist nur ein schwacher Trost. Und dann verändert sich von einer Minute auf die andere wieder alles. Plötzlich ist Roth zurück und verkündet, dass eine Lilin geboren wurde. Der Dämon kann durch seine Berührung die Seele von Menschen aufnehmen. Damit beginnt ein großer Kampf, den Layla jedoch auch innerlich ausfechten muss. Roth, der ihr alles bedeutet, gibt ihr nämlich bei seiner Rückkehr zu verstehen, dass es für ihn alles nur Spaß war, um sich nicht zu langweilen. Die Welt von Layla bricht für sie erneut zusammen und ihr einziger Halt ist noch immer Zayne.
   
==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Jennifer L. Armentrout ist eine Autorin, die ich seit Opal wirklich sehr lieb gewonnen habe. Außergewöhnliche Fantasy-Romane mit starken Charakteren. Und so war es auch beim ersten Band von „Dark Elements“. Von vielen anderen Bloggern habe ich bis dato nur positives von der Fortsetzung gehört. Einige haben sogar gesagt, dass es sich am Anfang besser liest, als der erste Band. Dementsprechend neugierig war ich.

Der Einstieg in den zweiten Band gelingt sehr gut, was jedoch auch daran liegen kann, dass ich den ersten Band erst vor wenigen Wochen gelesen habe und dadurch für mich alles noch eine Spur präsenter war. Man freut sich alte Bekannte erneut zu treffen und bekommt kleinere hilfreiche Erinnerungsstützen, die sofort die gesamte Geschichte wieder ins Bild rücken.

Diesmal ist es jedoch so, dass die Autorin den Fokus von dem spannenden, magischen Aspekt auf den Bereich Liebe legt. Schon vorher gab es natürlich eine Liebesgeschichte und das gehört in eine solche Geschichte, wie die Faust aufs Auge, zumindest für meinen Geschmack. Jedoch fokussiert die Jennifer L. Armentrout diesmal die Dreiecksbeziehung zwischen Layla, Zayne und Roth. Eine plötzlich zerrissene und sehr unentschlossene Protagonstin, zwei mehr als attraktive und sehr unterschiedliche männliche Protagonisten und wieder ganz viele Hindernisse, Wirrungen und sinnlose Argumente, warum es immer wieder zu einem Hin und Her kommt. In einem gewissen Rahmen mag ich solche Umsetzungen ja, aber hier wird es doch sehr ausgereizt, übertrieben und der Rest verliert sich ab und an, weswegen ich stellenweise schon leicht mit den Augen gerollt habe und genervt war. Damit möchte ich ganz ehrlich sagen, dass die Spannung viel zu kurz kam. Sie ist vorhanden, aber wird immer wieder minimiert oder abgebaut, weil dann doch wieder die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht. Kein Vergleich zum ersten Band.

Abgesehen von diesem Aspekt, der mich doch schon etwas gestört hat, schafft es Jennifer L. Armentrout wieder einen wunderbaren, lockeren Schreibstil an den Tag zu legen. Es lässt sich sehr leicht lesen und die Seiten fliegen an einem vorbei. Mit ihren Worten entsteht ein richtig gutes Kopfkino, nur eben zu viel Liebes-Hick-Hack, der so vorhersehbar ist, dass man schon nach wenigen Seiten weiß, worauf dieser Teil am Ende hinausläuft.

Der Schluss ist im Übrigen wieder mit einem wirklich fiesen Cliffhanger versehen und bringt dann doch noch eine kleine Überraschung. Während ich im Buch selbst immer wieder am Überlegen war, ob ich überhaupt noch Band 3 lesen möchte, hat es die Autorin mit ihrem Schluss wieder einmal geschafft, dass ich doch weiterlesen möchte.

FAZIT: Guter Schreibstil, würdige Fortsetzung mit perfekten Übergang. Es gibt viele Momente, wo man auf Grund des Humors schmunzeln kann und wo man verzweifelt, weil die Dreiecksbeziehung einfach nur nervt. Etwas mehr Spannung und ausgewogener, und mich hätte die Autorin etwas besser überzeugt. Da ich das Buch etwas schlechter fand, als Band 1 gibt es nur 3 Sterne.
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Der Traum vom Horizont - Alexandra Fischer

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Lust auf eine Reise in vergangene Zeiten? Genauer gesagt nach Deutsch-Samoa? Ich für meinen Teil hatte richtig große Lust darauf und mich dementsprechend riesig gefreut, als ich die Möglichkeit bekommen habe dieses Buch über eine Blog-Tour zu lesen. Inzwischen bin ich fertig, und muss euch das Werk von Alexandra unbedingt vorstellen.


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Alexandra Fischer, Jahrgang 1974, schreibt bereits seit sie es kann. Aus den ersten Buchstaben wurden Wörter, aus den Wörtern Sätze und aus den Sätzen schließlich Geschichten. Unvollendete, denn in jungen Jahren fand sie es stets spannender eine Geschichte zu beginnen anstatt sie zu beenden. Inzwischen schafft sie aber auch das und recherchiert für ihre historischen Romane gerne stundenlang in alten Texten, um ihren Büchern die Authentizität zu verleihen, die sie verdienen. Ihre schöpferische Kraft holt sie sich im schönen Bayern, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem ehemaligen Bauernhof in einer Wohngemeinschaft mit Hund, Katzen, Kaninchen, Enten und Hühnern lebt. (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Eine Frau von hinten, eine Südseeinsel im Hintergrund und ein paar exotische Blumen. Das ist das Cover und es gefällt mir sehr gut.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Rosa – schüchtern, zerbrechlich, verträumt
Karl – Adel, Ehemann von Rosa, gewaltätig
Grethe – Älteste Tochter, vergöttert ihren Vater
Helene – Ebenbild der Mutter, demütig
Martha – Jüngste Tochter und ein echter Wildfang
Robert – Reisender, der sich mit der Familie sehr gut versteht

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Deutschland, Deutsch-Samoa, Deutsch-Ostafrika
Zeit: 1900
Perspektive: Verschiedene Perspektiven
Alter der Figuren: 10-30 heranwachsend

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
1902 – Rosa lernt Karl mehr unfreiwillig kennen und stimmt auf Wunsch ihres Vaters einer Hochzeit zu. Für Karl ist es die Chance wenigstens an etwas Geld zu kommen, denn als jüngster Sohn erbt er trotz adliger Eltern nicht viel. Für Rosas Vater ist es die Möglichkeit seine Tochter in guten und besseren Händen zu wissen. Schnell wird jedoch klar, dass Rosa und Karl einfach nicht zusammen passen. Rosa ist eher verträumt, schüchtern und sehr zerbrechlich. Karl stößt dies immer wieder auf, weswegen er seine Frau eigentlich nur hasst. Nach Deutsch Samoa zu gehen ist seine Chance dem Spott der Geschwister zu entkommen. Und in der Tat seine Plantage hat einen guten Start. Rosa lebt sich ein, wird etwas offener, was Karl jedoch auch nicht passt. Nur die drei Mädchen vermissen ihr altes zu Hause. Über die Jahre wächst die Plantage, Karl wird immer brutaler und die Mädchen werden älter. Während Grethe ihren Vater vergöttert und die Mutter für ihre schlaffe Art hasst, ja sogar den Haushalt schmeißt, ist Martha bereit die Sprache der Einheimischen zu lernen, fühlt sich pudelwohl, verliebt sich sogar in einen Einheimischen, während Helene nur den Wunsch hat, endlich mal mutig zu sein. So lernt sie Robert kennen und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Sogar Grethe lernt einen wunderbaren Mann kennen, wo Liebe auf beiden Seiten ist. Doch der Vater, der schon seinen Stammhalter wegen seiner nichtsnutzigen Frau verloren hat, toleriert Grethes Wahl nicht. Stattdessen sorgt er dafür, dass sie Robert heiratet, und tritt damit eine Lawine los, die über Jahre hinweg immer wieder aufs neue weiter rutscht.  Ob Rosa und ihre Töchter irgendwann glücklich werden oder vielleicht kein Happy End gibt, müsst ihr aber selbst lesen.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Mit „Der Traum vom Horizont“ erwartet euch eine Mischung aus Drama, Familienepos und  Liebesgeschichte, die im historischen Deutsch-Samoa angesiedelt ist. Gut geschrieben, faszinieren mich solche Bücher schnell und gerade bei diesem Mix kommt es gerne mal vor, dass ich nicht mehr aufhören kann mit lesen. Das ist hier auch der Fall, und ich dachte schon, dass ich endlich mal wieder ein 5 Sterne Buch in den Händen halte, denn 5 Sterne bekommen wirklich nur Bücher, die einen Wow-Effekt bei mir auslösen. Leider hat es Alexandra Fischer nicht ganz geschafft. Warum versuche ich euch nun einmal zu erklären.

Alexandra Fischer hat ein gutes Händchen und einen wunderbar leichten Stil. Detailliert, aber nicht langatmig. Deutsch-Samoa wächst mit etwas eigener Fantasie vor dem geistigen Auge, genauso wie die Figuren. Diese erfüllen viele Klischees, sind aber dennoch sehr lebendig, authentisch und vielfältig. Zum Beispiel ist Rosa eher die demütige Träumerin, während Martha ein kompletter Wildfang ist. Trotz der Klischees wirkt die Familie sehr realistisch auf mich, und hat mich im Grunde von Anfang an in ihren Bann gezogen.

Das bei einem historischen Roman mit einer großen Familie nicht immer die Geschichte einer einzelnen Persönlichkeit erzählt wird, ist nicht ungewöhnlich und ich empfand es schön zu sehen, wie sich alle entwickeln und als Leser Einblicke in die verschiedenen Perspektiven zu bekommen. Man hatte das Gefühl wirklich alle weiblichen Figuren gut zu kennen, ihre Gedanken, Hintergründe und Emotionen mitzuerleben.

Nicht mal die Tatsache, dass ein Kapitel meist etwas über 50 Seiten lang ist, und ein ganzes Jahr widerspiegelt, konnte mich stören, obwohl ich kürzere Kapitel bevorzuge.

Ungelogen, ich habe in einem Zug fast 400 Seiten gelesen und wollte gar nicht mehr aufhören. Jetzt werden viele sagen, genau so muss ein Buch doch sein. Und genau deswegen hatte ich die 5 Sterne für mich auch im Kopf. Das Buch ist eben nie langweilig oder langatmig, es passiert eine Menge an vorhersehbaren Dingen, aber es gibt genauso viele Überraschungen. Natürlich gibt es viel Drama, aber eben auch spannende Momente und Situationen, wo man die Liebe und Funken regelrecht greifen konnte.

Und dann habe ich es ausgelesen und mit meiner Mutter über das Buch gesprochen. Sie hat einen sehr ähnlichen Lesegeschmack und liebt solche exotischen, historischen Romane, genauso wie ich. Während ich ihr also am Telefon von dem Buch erzählt habe, hab ich das Buch nicht mehr durch eine rosarote Brille gesehen, was normalerweise sonst beim Schreiben passiert. Ich hatte auf einmal das Gefühl von Alexandra Fischer irgendwie erschlagen worden zu sein. Meist sind es ein oder auch zwei Schicksale, die in einem solchen Buch ihren Lauf nehmen, hier sind es aber alle weiblichen Personen der Familie, denen das Schicksal übel mitspielt. Ob es jetzt ein Happy End für die eine oder andere Person gibt, will ich nicht vorwegnehmen, aber ich ohne zu viel zu verraten, kann ich euch ehrlich sagen, dass es einfach zu viel für ein Buch ist.

FAZIT: „Der Traum vom Horizont“ ist ein Familienepos, der so viel Drama beinhaltet, dass das Buch eigentlich in mehrere Geschichten hätte aufgeteilt werden können. Nichtsdestotrotz ist es eine tolle Geschichte, die von Anfang bis Ende fesselt und für unterhaltsame Stunden sorgt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
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Blogtour - Spreewald Grab

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Hallo und herzlich Willkommen zu meiner aktuellen Blogtour. Heute geht es um das Buch "Spreewald Grab", ein interessanter Krimi von Christiane Dieckerhoff. Nachdem euch gesterne in Interview mit der Hauptfigur einen guten Einstieg geliefert hat, hatte ich die Aufgabe, euch die Figur einmal vorzustellen. Wie geht das besser, als mit einem Steckbrief. Spontan habe ich die liebe Klaudia gebeten, den meinigen auszufüllen.


Vorname: Klaudia
Nachname: Einmal eine Wagner, immer eine Wagner
Haare: weiblich, aber nicht blond
Augenfarbe:  wie ein klarer Bergsee
Kleidungsstil: einzigartig und unverwechselbar Ich
Alter: feiert zum 21 Mal ihren 20 Geburtstag
Familienstand: wieder Ledig
Kinder: 0 und die biologische Uhr tickt
Führerschein: Die Überholspur ist auf jeden Fall sehr attrakttiv
Beruf: Polizistin noch im Außendienst
Sport: Krav Maga und nein es ist kein Manga-Tanz
Wohnort: Lübbenau 
Ursprünglich: Der Kohlekessel lässt grüßen
Krankheiten: Chronischer Tinitus, den zum Glück nur Ich höre
Lieblingsmusik: Celine Dion 
Lieblingsnaschen: Couchpotatoe in frittierter Form bitte
Lieblingssendung: Anwälte in sexy Anzügen sind doch am Abend nicht zu verachten.

So, ich hoffe, ihr konntet nun einen kleinen Eindruck von der lieben Klaudia Wagner gewinnen. Immer witzig, charmant und eine interessante Persönlichkeit, bei der es sich lohnt, sie im Buch näher kennenzulernen. Was meint ihr.   
  
WAS GIBT ES ZU GEWINNEN

Hauptpreis
1x Spreewaldgrab von Christiane Dieckerhoff & 1x Spreewaldtrio Balance - Picknick


2.-3. Preis
je ein Buch "Spreewaldgrab von Christiane Dieckerhoff

FRAGE: Beantwortet als Kommentar folgende Frage (ich schalte alle Kommentare frei, da zu viel Viagraspam umhergeht): Wie findest du Klaudias Antworten? Lust sie kennenzulernen?

    Teilnahmebedingungen
    Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden. 

Der Tourplan:

5.3. Protagonisteninterview mit Klaudia Wagner


6.3. Klaudia Wagner

7.3. Die Polizei im Einsatz

8.3. Der Spreewald

9.3.
Interview mit Christiane Diecherhoff
Gesa von www.gesakram.de
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Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs / Nina Massek

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Lust auf ein Buch, dass in den nächsten Wochen, Monaten in vieler Munde sein wird? Ich denke, dass wird auf das nachfolgende Buch zutreffen. Als Mama konnte ich mir das Buch natürlich nicht entgehen lassen und möchte euch meine Meinung nicht vorenthalten.


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Nina Massek, geb. 1974, studierte Neuere deutsche Literatur und Medien sowie Amerikanistik in Marburg. Danach war sie zehn Jahre lang im Bereich PR und Kommunikation tätig. Seit vier Jahren betreibt sie den erfolgreichen Blog »Frau Mutter«. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.  (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das Cover leider nicht umhaut und auch nicht anspricht. Es ist zwar süß, eine Katzenmama mit ihren Babys, aber eine überforderte Mutter oder ähnliches hätte mir besser gefallen. Im Laden hätte ich es mir nicht angeschaut.

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Deutschland
Zeit:  Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
»Ich bin mir nicht sicher mit dem Weihnachtsmann, das ist bestimmt eine Lüge. Das mit den Rentieren und dem Schlitten, und dann kommen die alle durch den Kamin gesaust ... Nee, irgendwie stimmt das nicht. Aber mein kleiner Bruder glaubt ja noch daran, und dann sage ich natürlich nichts. Aber den Nikolaus, den gibt es! Weißt du, warum ich das weiß?«  (Zitat S. 13)

==ooo KLAPPENTEXTooo==
Sollten wir unseren Kindern immer die Wahrheit sagen? Ihnen Werte wie Aufrichtigkeit und Korrektheit mit auf den Weg geben? Nun ja ... eigentlich schon. Aber manchmal ist die Wahrheit einfach nicht die beste Option. Die Tochter erwischt uns beim Sex. Der vorlaute Schulfreund des Sohnes kommt jeden Tag zu Besuch. Um sich aus solch schwierigen Situationen zu befreien, lügen wir schon einmal. Und haben dann ein schlechtes Gewissen. Das muss nicht sein, denn Flunkern ist die Basis jeder erfolgreichen Erziehung! Diskussionen mit Dreijährigen, die Sandalen im Winter anziehen wollen? Verhandlungen mit Siebenjährigen, die sich täglich ein neues Haustier wünschen? Viel zu anstregend. Also Schluss damit, perfekt sein zu wollen. Manchmal heiligt der Zweck eben doch das Mittel ...

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Als Mutter ist diese Lektüre zumindest für einige Pflichtprogramm. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die unbedingt einen heiteren Alltagszusammenbruch erleben müssen, aber als mir das Buch zur Rezension angeboten wurde, fand ich es witzig und interessant genug, um ja zu sagen.

Das Buch befasst sich mit dem Wahnsinn des Alltags, den Eltern mit ihren Kids erleben. Ich selbst habe zwei eigene kleine Fratze, einen Stiefsohn in der Pubertät und einen Bauchbewohner, der uns hoffentlich irgendwann beehrt. Eins ist klar, einen Nervenzusammenbruch hatte ich noch nicht, aber auch ich nutze die eine oder andere kleine Notlüge, um einen Nervenzusammenbruch zu vermeiden. Kinder sind süß, knuffig, aber es gibt immer Momente, wo es anstrengend wird. Und was kann besser sein, als zu sehen bzw. zu lesen, dass es anderen Müttern ähnlich geht.

Und ich muss zugeben, dass ich in manchen Situationen schon den eigenen Alltag wiedererkenne. Zum Beispiel wenn der Essen auf dem Herd steht, man Kopfschmerzen oder es ganz weit hinten nach Regen aussieht, erklärt mal einem 4jährigen Dickschädel, warum es nicht auf den Spielplatz geht. Ich habe es oft genug probiert mit den ehrlichen Worten, die dann mit genauso ehrlichen Worten entkräftet werden. Mensch Mama, dann stell den Herd aus oder wir essen heute Abend Brot, nimm doch eine Kopfschmerztablette oder wir fahren sobald es regnet wieder nach Hause oder ich zieh Regensachen an. Mit einem Kind kein Problem, mit einem weiteren und einer Schwangerschaft überlegt man es sich manchmal doch und dann kommt eben eine Notlüge heraus, die komischerweise eher von den Kids akzeptiert wird. Oder wie erklärt man einem Kind, dass sein bester Freund im Kindergarten, von den Eltern her keinen Termin für einen gemeinsamen Nachmittag findet, weil jeden Nachmittag was anderes anliegt wie Fußball, fester Spieltermin mit einer Nachbarin. Auch hier ist ab und an eine Notlüge ganz hilfreich.

Die Autorin setzt auf wirklich interessante und lustige Notlügen, die in der Geschichte als Ganzes ein Schmunzeln hervorrufen und garantiert dem einen oder anderen Elternteil sogar bekannt vor kommen. Manchmal kommt es mir jedoch übertrieben vor, und in einigen Situationen bewährt sich bei uns die Wahrheit dann doch eher. Da würde ich nicht mal auf eine Notlüge kommen. So ist es aber sicherlich auch bei anderen. Jeder hat andere Situationen, wo er mal eine benötigt, und es ist schön zu sehen, wie eben in anderen Haushalten damit umgegangen wird.

Der Stil ist, leicht, witzig und etwas aufgepeppter, als man sie bei einem Blogbeitrag erwarten würde. Man kann problemlos ein oder zwei Geschichten am Abend mal lesen, mehr aber auch nicht, da es einfach zu viel ist, denn man kennt den Alltag ja von sich selbst.

FAZIT: Leicht geschrieben, lädt zum Schmunzeln ein und genau das, was manche gestresste Eltern brauchen, um zu sehen, dass sie nicht alleine dastehen. Es ist aber ganz ehrlich kein Buch, was ich noch einmal lesen würde oder von dem ich gerne mehr hätte. Daher die Bewertung von 3 Sternen.

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Im Spiegel ferner Tage / Kate Riordan

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Mögt ihr auch so gerne Bücher in denen es ein düsteres Geheimnis gibt, welches in der Vergangenheit liegt und darauf wartet von euch und einem neueren Protagonisten entdeckt zu werden? Ich persönlich liebe es und habe mich daher sehr über dieses Rezensionsexemplar gefreut. Ob es mich überzeugt hat, ich denke ja. 



==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Kate Riordan lebt in Cheltenham. Sie ist freie Journalistin und schreibt unter anderem für den Guardian und Time Out. (Quelle: Buchangabe)

==ooo DAS COVER ooo==
Es wirkt wie ein altes Regal. Wo verschiedene Dinge aufbewahrt wurden, die einen persönlichen Wert haben, wie Muscheln, Geld oder ein Schlüssel. Schlicht, aber reizvoll.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Alice – unverheiratet, schwanger
Tom – gehört das Anwesen, wo Alice ihr Baby bekommen kann
Elizabeth – Frühere Frau von Toms Onkel, sehr geheimnisvolle Persönlichkeit
Edith – Haushaltshilfe, die bei Elizabeth schon im Haus war

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: England
Zeit: 1890 und 1930er
Perspektive: Alice und Elizabeth
Alter der Figuren: 20er

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Fiercombe steckt voller Geheimnisse. Sie rauschen in den Baumkronen der Buchen und strömen über den kalten Grund des Bachlaufs, der das Tal in zwei Hälften teilt. Wie mit vergossenem Blut ist der Boden dieses Tals von der Vergangenheit getränkt. Wenn man aufmerksam lauscht, kann man nahezu hören, was hier einst geschah – vor allem an besonders stillen Tagen. Zuweilen scheint die Luft vor Spannung zu vibrieren. (Zitat S. 7, erste Sätze)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Alice hat ihr Abitur gemacht, einen guten Job, als sie James Elton kennenlernt, und sich in den älteren, aber verheirateten Mann verliebt. Er nutzt ihre Naivität und Verliebtheit aus, und lässt sie nach einer gemeinsamen  Nacht fallen. Für ihn ist es wohl nur wieder ein weiteres Abenteuer gewesen, für Alice bleibt die Nacht jedoch nicht ohne Folgen. Sie ist schwanger, und unehelich wird sie es nicht leicht haben. Ihre Mutter schafft sie kurzer Hand aus London heraus, erfindet eine plausible Geschichte, weswegen Alice ihr Baby woanders zur Welt bringen muss, und sorgt dafür, dass es nach der Geburt adoptiert wird. Doch abgelegen von London findet Alice zu sich selbst und freundet sich mit ihrem Bauchbewohner an. Im Grunde ihres Herzens möchte sie ihr Baby nicht mehr weggeben, aber sie weiß nicht, wie sie es schaffen soll, und dann ist da auch noch Tom, dem das Haus sozusagen gehört, und auch wenn er weit über ihren Stand ist, ihr den Kopf verdreht.

Elizabeth ist alles andere als glücklich. Sie hatte schon zwei Fehlgeburten, und nach der Geburt ihrer Tochter ist sie in eine tiefe Depression gefallen, die nur mit Hilfe eines Arztes therapiert werden konnte. Nun ist sie erneut schwanger und hat große Angst vor der Zukunft. Sie möchte nicht wieder in diese Depression stürzen und schon gar nicht wieder in die Obhut dieses wahnsinnigen Arztes, falls wieder was mit dem Kind passiert. So kommt es zwischen ihr und ihrem Mann zu einem großen Streit, der ihr nicht nur die Augen öffnet sondern fatale Folgen für die Bewohner hat.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„Im Spiegel ferner Tage“ ist ein klassischer Roman, wie man ihn mit einem vergangenen Geheimnis erwarten würde. Er spielt teilweise in der Gegenwart, aber auch zu einem großen Teil in der Vergangenheit. Der Leser darf nun mitraten, wie beides zusammenhängt und was damals passiert ist. Ich muss zugeben, dass ich solche Geschichten sehr gerne lese, und dieses Buch bei mir einen bleibenden, wenn auch recht kloßartigen Eindruck hinterlassen hat. Warum verrate ich euch nun.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Alice, die gerade von London nach Gloucestershire gefahren ist, um dort ihre ungewollte Schwangerschaft mit einer kleinen Geschichte zu verstecken. Sie wirkt anfänglich naiv, und doch sehr authentisch, sodass man als Leser sofort einen Draht zu ihr hat. Recht schnell stößt sie auf das Geheimnis und man möchte mehr über Elizabeth und ihre traurige Geschichte erfahren. Diese wird in einzelnen Kapitel erzählt und ich kann nicht sagen, welche Passagen mir besser gefallen haben. Zum ersten Mal hatte ich keinen Favoriten, da beide wunderbar geschrieben wurden.

Während Alice und ihre Geschichte eher auf das uneheliche Kind, die damaligen Moralvorstellungen und der innere Zwiespalt eine tragende Rolle spielen, geht es bei Elizabeth noch eine Spur tiefer.   Und zwar geht es bei Elizabeth nicht nur um verschiedene Fehlgeburten, die nun einmal jede Frau treffen können und vor der wohl auch die meisten Angst haben, sondern im Grunde geht dieser Teil um Wochenbettdepressionen. Nicht jede Frau bekommt sie, manchmal sind sie nur einige Tage, manche Depressionen sind länger und müssen auch behandelt werden. Inzwischen gibt es Tabletten, die bei Wochenbettdepressionen helfen, doch damals gab es diese nicht und viele Frauen wurden für wahnsinnig erklärt. Es ist erschreckend zu sehen, wie wenig damals auf die Frauen eingegangen wurde, und wie sie abgestempelt wurden.

In dieser Geschichte kommt die ganze Tragweite von Schwangerschaften in den letzten beiden Jahrhunderten schön zur Geltung. Es ist nicht schön, und wer selbst gerade schwanger oder sogar schon Mutter ist, der wird hier sicherlich die eine oder andere Träne vergießen, so war es zumindest bei mir. Die Tragik ist so bewegend, dass ich der Autorin nur eine gute Arbeit vorwerfen kann. Mit Sicherheit gibt es viele Stellen, wo das Buch vorhersehbar ist und ich hatte bis zum Schluss die Hoffnung, dass das Buch eine ganz andere Wendung nimmt, eine gute, aber wenn man das Buch anfängt und die Idee dahinter erkennt, der weiß, dass es für Elizabeth eigentlich kein Happy End geben kann.

Ich habe am Anfang noch mit einem sehr klischeebehafteten Buch gerechnet und muss sagen, dass ich mit voranschreitender Seitenzahl mich immer mehr in die beiden Geschichten verliebt habe. Obwohl es keine leichte, angenehme Kost ist, und zu Tränen rührt, muss man einfach weiterlesen, und deswegen zählt das Buch für mich auch zu den ersten Highlights 2016, die wirklich einen Wow-Effekt ausgelöst haben. Bitte mehr davon.

FAZIT: „Im Spiegel ferner Tage“ ist ein besonders tragisches Buch, das in vielen Momenten zu Tränen rührt und mit einer Problematik aufräumt, die noch heute immer wieder verbreitet ist. Man muss sich darauf einlassen, einige Vorhersehbarkeiten in Kauf nehmen, aber man wird mit einem erstklassigen Roman belohnt. Als kleiner Hinweis, es empfiehlt sich nicht das Buch zu lesen, wenn man selbst schwanger ist, denn es ist doch recht beängstigend.
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24 - Das Trojanische Pferd / Marc Cerasini

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Fast in derselben Sekunde hörte Jack das Pfeifen und dann den Einschlag der Kugel, als sie den Hals des Fahrers traf. Heißes Blut spritzte gegen die Windschutzscheibe und lief daran herunter. Zwei weitere Schüsse pfiffen als Querschläger durch das Innere des Wagens. Ein Grunzen, und der Elitepolizist hinter ihnen sackte zusammen, die Reste seines linken Auges rutschten aus der Höhle. (Zitat S. 136)


Actionreich genug ? Dann könnte das nun folgende Buch etwas für euch sein. Ich selbst war lange Zeit kein Fan von 24 und Jack Bauer. Als es damals rauskam, habe ich eine Folge gesehen, fand die Umsetzung total doof und hab es nie wieder geschaut, zumindest bis ich meinem Mann kennengelernt habe, der riesiger Fan der Serie ist. Er hatte natürlich auch alle Bücher und nachdem ich das erste Buch der Reihe für gut befunden hatte, die Fortsetzung jedoch nicht, habe ich mich mit gemischten Gefühlen an die letzte Übersetzung, Band 3 gemacht.

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Jack Bauer kommt einfach nicht zur Ruhe. Die nächste Bedrohung wartet schon auf ihn. Zusammen mit der DEA soll er eine Gruppe festnehmen, die eine neue und sehr gefährliche Droge ins Land bringen möchte. Die Aktion läuft etwas aus dem Ruder, doch bevor sich Bauer darum kümmern kann, bittet ihn ein befreundeter Cop zu einem Mord zu kommen. Das Opfer hatte eine Datei mit allen Fakten zu Bauer auf der Festplatte. Kein Wunder, dass Bauer mehr darüber erfahren möchte. Sie können den Täter mehr oder weniger schnell festnehmen. Doch er redet wirres Zeug über einen gewissen Hasan, der ihm das Paradies gezeigt hat. Wie es scheint, gibt es einen neuen Sektenführer, der seine Mitglieder mit der neuen gefährlichen Droge willenlos macht. Zeitgleich ermittelt Tony Undercover in Mexiko, um einen Hacker dingfest zu machen. Er wird jedoch geschnappt, seine Partnerin brutal ermordet. Milo, der den Hacker kennt, soll nun zur Hilfe eilen, und löst damit eine Lawine aus, die Hasan und seine Leute so schon länger geplant haben. Jack muss mal wieder die Welt, aber diesmal auch seine Frau retten, denn sie schwebt dank der Terroristen ebenfalls in Lebensgefahr.

MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZUM BUCH
Die Welt blickt auf Jack Bauer und diesmal verschlägt es ihn nach Hollywood. Das Cover zeigt Jack auf einem Hügel mit Blick auf ein Lichtermeer und spiegelt somit genau das wieder, worum es in dem Buch geht.

Von Anfang an geht es diesmal sehr rasant zu. Verschiedene Szenen, die regelmäßig gewechselt werden, sorgen für kontinuierliche Spannung und für einen schönen 24 Stunden Effekt. Zwar kann das Buch nicht das Ticken der Uhr einfangen und auch nicht die Übergänge so schön zeigen, aber diesmal kommt es dem Feeling von allen drei Werken am nächsten.

Durch den lebendigen und detaillierten Stil hat man stets das Gefühl mitten im Buch zu stecken und live die Übergriffe zu erleben. Es entsteht ein schönes Kopfkino, und besonders Jack Bauer mit seinen Eigenarten kann man sich sehr lebendig vorstellen.

Inhaltlich muss ich zugeben, war ich am Anfang etwas verwirrt, da viele Handlungen erst einmal zusammengeführt werden müssen. Auf der anderen Seite befasst sich das Thema in meinen Augen mit einem Aspekt, der sehr zeitlos ist, und jeder Zeit aktuell werden kann. Beim Lesen hatte ich immer wieder die Ereignisse von Paris im Kopf und fand es faszinierend im Sinne von interessant zu sehen bzw. zu lesen wie Terroristen ihre Ziele umsetzen und wie krank manchmal ihre Machenschaften sind.

Es ist das erste Buch der Reihe, das ich wirklich verschlungen habe. Ich habe mich tierisch gefreut, wenn ich es wieder in die Hand nehmen konnte. Vielleicht wegen der Brisanz und Aktualität. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man sehr gut lesen kann.

KURZ GESAGT
Jack Bauer von seiner authentischen Seite. Spannend, gewaltig und keine Sekunde Pause zum Atmen.

FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN
Autor: Marc Cerasini
Titel:  24 Das Trojanische Pferd
Broschiert: 377 Seiten
Verlag: Panini 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3833217814
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: € 9,95
Genre: Thriller
Gelesen in: 2 Tagen
Wichtige Figuren: Jack Bauer, Milo, Tony
Schauplatz: L.A
Zeit: 90er Jahre
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