Ein anderes Paradies / Chelsey Philpot

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Selbst heute, wo ich weiß, dass Charme und Macht und, ja, auch die Liebe die dunkelsten Winkel des Herzens verbergen können, würde ich es wieder tun, alles. Angefangen bei der
Nacht, in der ich sie kennenlernte, dann ihn, dann den Rest. Ich würde das alles wieder tun, einfach nur, um einen Moment lang eine von ihnen gewesen zu sein, eine von den großen Buchanans. (Zitat S. 10)




===o0o FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN o0o===
Autor: Chelsey Philpot
Titel: Ein anderes Paradies
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen (27. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551583455
ISBN-13: 978-3551583451
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Even in Paradise
Preis: € 19,90€
Genre: Jugend, Drama, Liebe
Gelesen in: 3 Tagen
Wichtige Figuren: Charlotte, Julia, Sebastian, Gus
Schauplatz: Amerika
Zeit: 2010er Gegenwart

Bin ich zu alt für ein Jugendbuch? Ich denke nicht, und deswegen freue ich mich, euch heute wieder eins vorstellen zu dürfen. Es geht um Liebe, Macht, Geheimnisse und Ängste. Wenn ihr abtauchen wollt und das Geheimnis des letzten Schuljahres mit den Buchanans erfahren möchtet, dann lest einfach weiter.

===o0o WORUM GEHT ES IN DEM BUCH o0o===
Charlotte ist künstlerisch begabt, gehört nicht zu den Reichen und ist mit ihren Freundinnen eigentlich zufrieden. Als sie eines Nachts aufwacht und ein Mädchen kotzen hört, will sie ihr nur aus der Klemme helfen, und bringt sie heimlich in ihr Zimmer, bevor der Direktor sie im Hof findet. Obwohl Julia zu den großen Buchanans gehört und somit reich und verwöhnt ist, freunden sich die Mädchen an. Während Charlotte angezogen ist, von dieser Faszination Buchanans und auch dem Tod der älteren Schwester Gus, die einen dunklen Schatten auf Julia wirft, ist für Julia die Freundschaft zu Charlotte eher wie ein Rettungsring. Charlotte wird immer mehr Teil der Familie, verliert ihre früheren Freunde, verbringt die Urlaube dort, und verliebt sich sogar in den attraktiven und lieben Sebastian, Julias Bruder. Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht Gus Tod gewesen, der die Familie sehr belastet und Julia immer wieder in düstere Stimmungen wirf. Alles eskaliert auf einer Feier und sorgt dafür, dass Charlotte über den Sommer anders anfängt zu denken.

===o0o MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZUM BUCH o0o===
Obwohl ich eigentlich nicht zur Zielgruppe gehöre, habe ich mich bewusst für das Buch entschieden. Es klang interessant, geheimnisvoll und irgendwie vielversprechend. Enttäuscht hat mich das Buch nicht wirklich. Im Gegenteil ich habe es regelrecht verschlungen und war froh, wenn ich es nach einer Pause wieder weiterlesen konnte. Trotzdem hat mir der Wow-Effekt gefehlt.

Julia ist eine Figur, die nach außen hin lebendig, stark, mutig und weltoffen präsentiert. Charlotte ist eher etwas schüchtern, künstlerisch begabt und muss sich zu vielen Dingen überwinden. Trotzdem ist die Freundschaft der beiden etwas besonderes, und die Entwicklung zu verfolgen macht mit jeder Seite mehr Spaß. Das Charlotte andere Freunde vor den Kopf stößt, ist ihr nicht bewusst, und genau das ist der Punkt, der bei neuen Freundschaften immer schnell passieren kann. Also genau eine Thematik, die in meinen Augen für die lesende Zielgruppe interessant ist.

Auch wenn die Freundschaft im Vordergrund steht, geht es in dem Buch um weitaus mehr. Charlotte, die eher in einer bodenständigen Familie lebt, lernt eine reiche Familie mit viel Einfluss kennen. Es sind zwei Welten, die der Leser ebenfalls beobachten kann, und merkt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. In meinen Augen wurde dieser Teil sehr gut umgesetzt, und bietet detaillierte, authentische Einblicke.

Die erste große Liebe darf natürlich nicht fehlen. Und ich glaube, die Tatsache, dass Sebastian sich sogar bewusst für sie und gegen seine Freundin entscheidet, macht das Buch noch eine Spur liebenswerter. Die Klassen-Unterschiede werden in der Beziehung noch einmal deutlicher, aber auch der Aspekt „Liebe und Freundschaft“ spielt eine wichtige Rolle. Es ist für jeden, der verliebt ist schwer, eine ausgewogene Balance zu finden.

Das Geheimnis, welches die Familie hütet, ist eigentlich kein Geheimnis. Der geübte Leser wird schnell das gehütete Geheimnis lüften. Welches ist, werde ich natürlich nicht verraten. Es ist realistisch und zeigt, was mit Geld alles aus der Welt zu schaffen ist.

Das Buch lässt sich wirklich klasse lesen. Kurze Kapitel, Telefonate, Emails, SMS, alles ist vertreten, um es moderner erscheinen zu lassen. Einziges Manko, es ist eben vorhersehbar und der Schluss hat mir nicht so gut gefallen. Das liegt daran, dass Julia eine Entscheidung trifft, weil sie zum ersten Mal einen anderen Blinkwinkel hat, aber es ist eine Entscheidung, die ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann und eher kindlich finde. Aber ich denke, dass werden Leser unterschiedlich sehen. Von reifer bis kindlicher Entscheidung wird einiges vertreten sein.

===o0o KURZ GESAGT o0o===
„Ein anderes Paradies“ ist ein Buch über Macht, Liebe, Verzweiflung und Ängste. Spannend, lustig und beklemmend. Ja, die Buchanans ziehen auch den Leser in ihren Bann.
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Weine nicht / Lydie Salvayre

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Heute darf ich euch wieder mit einem Überraschungsbuch beglücken. Ich habe Post als Buchflüsterer bekommen, und mich natürlich sofort ans Lesen gemacht. Ob das ausgewählte Buch meinen Geschmack getroffen hat, lest nun selbst. 


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Lydie Salvayre, 1948 in Südfrankreich geboren, studierte Literaturwissenschaft und Medizin. Sie arbeitete als Psychiaterin in Marseille und begann in den 1970er Jahren mit dem Schreiben. Für „La compagnie des spectres“ erhielt sie 1997 den Prix Novembre Ihre Romane wurden in viele Sprachen übersetzt, auch in Deutschland erschienen drei Romane. Für "Weine nicht" ("Pas pleurer") wurde sie 2014 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.  (Quelle: amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Ja, das Cover ist gar nicht mal schlecht. Ein schöner Blauton, eine leicht traurig wirkende Frau und Olivenzweige, wenn ich mich nicht täusche. Es passt zum Buch und ist ansprechend gestaltet.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Montse – Bauerntochter, rebellisch
José – Bruder von Montse

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Spanien, Barcelona
Zeit: 1930er Jahre

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Am 18. Juli 1936 macht meine Mutter zum ersten Mal in ihrem Leben das Maul auf. Sie ist fünfzehn Jahre alt. Sie wohnt in einem gottverlassenen Dorf, in dem Großgrundbesitzer seit Jahrhunderten Familien wie die ihre in tiefster Armut halten.  (Zitat S. 7)

==ooo KLAPPENTEXT ooo==
Eine alte Frau, die am Fenster ihrer kleinen Wohnung sitzt, hat das Gedächtnis verloren und erzählt ihrer Tochter immer wieder von der einzigen Periode ihres Lebens, die in ihrem Geist lebendig geblieben ist: Montse wächst als Bauerstochter in einem kleinen katalanischen Dorf auf, in einer Welt, die so langsam wie der Schritt der Maulesel ist. Sie soll Dienstmädchen bei dem reichsten Großgrundbesitzer der Gegend werden. Statt dessen folgt sie im Sommer 1936 ihrem älteren Bruder José, der von anarchistischen Ideen beseelt ist, nach Barcelona. Dort entdeckt sie eine Freiheit, die sie schwindeln macht, und erlebt eine leidenschaftliche Liebe. Obwohl ihr Geliebter im Untergrund verschwindet, bleibt dieser kurze Sommer der Anarchie in ihrer Erinnerung für immer als Verzauberung haften. Schwanger kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück und lässt sich von ihrer Mutter ausgerechnet mit dem politischen Widersacher ihres Bruders José verheiraten. Bald erschüttern erste Gewalttätigkeiten die Gemeinde, und Montses Familie ist gezwungen, neue Wege zu beschreiten.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Für alle, die sich nun für die Meinung interessieren, möchte ich vorab kurz noch etwas erwähnen. Zum einen habe ich weder etwas von der Autorin gehört, noch etwas gelesen. Zum anderen ist es keine klassische Lektüre, die man sonst bei mir findet, denn ich bin nicht so der Fan von Werken, die in Spanien spielen. Trotzdem war ich wirklich neugierig darauf, denn Autorin hat für dieses Werk einen Preis bekommen und ihre Einführung in das Buch fand ich wirklich eindrucksvoll, weil sich kaum ein Autor diese Mühe macht.

Und dann ging das Buch los. Erzählt wird das Buch von der Tochter, die alle Erlebnisse und Erzählungen ihrer Mutter für die Nachwelt, also den Leser festhält. Auf den ersten Seiten dachte ich noch, du gewöhnst dich an den eher ungewöhnlichen Stil, aber ich muss sagen, dass ich mich daran bis zum Schluss nicht gewöhnt habe.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass der Leser eben die Tochter begleitet, wodurch Emotionen nur so einen Hören und Sagen Touch hatten. Das fand ich als Leser leider nicht so gut und hat mich emotional und inhaltlich nicht so an die Hauptfigur gefesselt, wie ich es mir bei der Thematik gewünscht hätte. Irgendwie blieb Montse für mich trotz viele Details und eines bewegenden Abschnitts eine Teilfremde.

Was mich aber viel mehr störte, war die Wortwahl, die die Autorin an den Tag legt. Nun muss ich dazu sagen, dass meine Mutter 1938 geboren wurde, zwar in Deutschland und nicht in Spanien, aber die damaligen Umgangsformen bleiben haften. Worte und Satzphrasen wie „Maul aufmachen“ finde ich persönlich deplatziert. Weder meine Mutter, die ja vergleichbar mit der Tochter ist, noch meine Oma, haben so was, in der Öffentlichkeit in den Mund genommen.  Die Rebellion von Montse kann ich noch nachvollziehen, denn nicht jeder ist so ein Mauerblümchen gewesen wie meine Mutter, aber durch die Worte ihrer Tochter, wirkt es irgendwie befremdlich und nicht in die Zeit passend. Vielleicht bin ich da einfach nur fixiert, aber das hat mich im gesamten Buch abgeschreckt.

Lässt man einmal den Stil außen vor, dann ist die Geschichte sehr gut. Die 30er Jahre in Spanien sind eben eine andere Sache, als die 30er in Deutschland und so konnte man dank der guten Informationen viel über die damalige Zeit in Form von Menschen, aber auch die Fakten lernen.

Das hat mir jedoch nicht viel gebracht. Für mich war das Buch trotzdem ein echter Kampf.

FAZIT: Das Buch ist bemerkenswert vom Inhalt und vom Stil in meinen Augen eine kleine Katastrophe. Man muss sich darauf einlassen und sollte eher eine etwas schwerere Kost erwarten. Mich hat es nicht umgehauen und da ich mich sogar eher abgeschreckt gefühlt habe, gibt es von mir nur 2 Sterne.
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Secrets - Wen Emma hasste / Daniela Pusch

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Vor einiger Zeit wurde auf Facebook der Aufruf für eine Blogtour gestartet. Man konnte sich auch so für den Titel bewerben, und ich hatte das Glück für euch „Secrets – Wen Emma hasste“ lesen zu dürfen. Ich liebe Jugendbücher und so hab ich mich ganz schnell ans Lesen gemacht.  Die Bewertungen sind gerade bei Amazon sehr durchwachsen und ich war doch neugierig, was mich erwarten würde.


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Daniela Pusch ist Kostümbildnerin und arbeitet am Musicaltheater und als freie Lektorin. Ihre Kurzgeschichten waren 2012 und 2013 für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert und sind in der Anthologie "Ein Gefühl für Mord" enthalten. (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Drei Mädchen, zwei flüstern einer etwas zu. Sehr dunkel gehalten. Ich muss sagen, dass ich die Eigenschaften mit ihrer Umsetzung mag, weswegen ich mir das Buch mit Sicherheit auch im Laden angeschaut hätte. Also alles richtig umgesetzt.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Emma – Etwas pummelig, etwas egoistisch, mag Harmonie, Zwilling
Kassy – Sportlich, auffallend, ärmere Mutter
Marie – bildhübsch, Model, komischer Stiefvater

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Deutschland, Hamburg
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich Perspektive Emma
Alter der Figuren: 16

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Alles begann mit einem Schwur.
Wir lagen auf dem Rasen hinter dem Haus von Marie, die Beine ausgestreckt, die nackten Zehen ins Gras gebohrt, und hielten unsere Gesichter in die Sonne. Die Hitze ließ die Haut auf unseren Oberarmen prickeln und die mitgebrachte kalte Limo zischen.
Kassy steckte Marie einen Grashalm ins Ohr und kitzelte meinen Fuß, eine Ameise krabbelte über das Bündchen ihrer Hose.
»So sollte es immer bleiben«, seufzte ich. »Nur wir drei und Sommer.« (Zitat erste Sätze des Prologs)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Emma und Marie sind seit der Grundschule beste Freundinnen. Erst in der 9. Klasse kommt Kassy, die von Berlin nach Hamburg gezogen ist, zur Clique hinzu. Zusammen sind sie beste Freundinnen für immer. Zugegeben Emma ist etwas genervt von Kassy, aber Marie mag sie, und Marie ist Emma sehr wichtig. Als Marie beschließt für ein Jahr nach Australien zu gehen, wollen sie noch einmal eine große Party veranstalten und nutzen dafür heimlich das Ferienhaus von Maries Eltern. An diesem Wochenende muss Emma Kassy auch noch etwas beichten, sonst wird Marie nie wieder mit ihr reden. Doch im Ferienhaus angekommen, ist dies alles für den Moment vergessen. Die Party beginnt und nimmt immer größere Ausmaße an, weil Kassy davon auf Facebook berichtet hat. Auch Emmas Zwilling Daniel kommt und zusammen spielen alle Wahrheit oder Pflicht. Irgendwann bekommt Marie die Aufgabe von der Klippe zu springen. Für sie ist Pflicht eben Pflicht und so geht es auf zur Klippe. Bevor Marie, die die Klippe und ihre Gefahren kennt, die Mutprobe absolvieren kann, will Kassy, die Parcour läuft springen. Emma wird das alles zu viel und geht wieder ins Haus. Als wenige Zeit später die Polizeit auftaucht, weil sich einige Nachbarn beschwert haben, finden sie auch die Leiche von Marie am Fuße der Klippen. Unfall oder Mord? Emma möchte wissen, was ihrer besten Freundin passiert ist, und stößt auf ein paar dunkle Geheimnisse, die ihr wahnsinnige Angst machen.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Als ich mich für die Blogtour und Rezension des Buches beworben habe, war ich so naiv nicht zu wissen, dass es sich um eine Trilogie handelt. Dann auch noch verschiedene Perspektiven. Normalerweise eine Umsetzung, die ich zutiefst hasse. Andere Blickwinkel, andere Ansätze, inhaltlich aber meist doch sehr ähnlich. Ich bin also davon ausgegangen, dass der erste Band reichen würde, kann aber schon einmal vorab sagen, ich möchte unbedingt auch die anderen beiden Teile lesen, weil es eben doch anders ist.

Das Buch ist leicht geschrieben, hat den nötigen jugendlichen Touch, damit auch die angesprochene Generation sich wiedererkennt, Spaß am Lesen hat und sich nicht überfordert fühlt. Mir hätte es mit 14 Jahren auf jeden Fall sehr gut gefallen, einfach weil ich noch heute gerne lese, was ich damals gut fand.

Mit Emma, Marie und Kassy ist der Autorin ein Trio gelungen, das sehr unterschiedlich ist, und zeigt, dass auch gegensätzliche Typen sich anziehen und Freunde werden können. Hier wird eben das klassische Pummelchen mit dem Model und einer Sportskanone verkuppelt. Jedes Mädchen wird sich mit einer Person identifizieren können und das ist in meinen Augen bei Jugendbüchern sehr wichtig.

Inhaltlich macht die Autorin auch viel richtig. Gleich zu Beginn und daher verrate ich es auch, stirbt Marie, und es stellt sich die Frage, was wirklich oben auf den Klippen passiert ist. Ich liebe solche Fragen und hab mich sofort in meinem Element gefühlt, miträtseln. Doch so einfach macht es einem das Buch nicht. Lange Zeit verläuft sich das Buch in Banalitäten, die jedoch nicht uninteressant sind. Wie gehen Jugendliche mit dem Tod einer Mitschülerin oder besten Freundin um?! Wie sind Menschen wirklich, wenn ein wichtiges Bindeglied plötzlich fehlt!? Kennt man seine beste Freundin wirklich so gut, wie man glaubt!? Sind Zwillinge sich wirklich so ähnlich!? Es sind eben viele Punkte, die die Autorin einflechtet und die in meinen Augen Spaß machen, weil sie eben passen und das Buch realistisch wirken lassen. Dadurch gehen dann jedoch auch die Seitenzahlen dem Ende zu. Irgendwann kam dann der Punkt, dass die Autorin doch nun endlich mal das Rätsel lösen muss. Man hat so viele Vermutungen und dann kommt es zu einer gravierenden Wende. Und genau mit einem wirklich interessanten Satz endet das Buch. Also es hat noch Seiten mit der Leseprobe des nächsten Bandes, aber Emmas Geschichte ist einfach zu Ende. Einerseits ein genialer Cliffhanger, weil man natürlich immer noch nicht weiß, was auf der Klippe passiert ist, und man eben Maries Geschichte lesen muss, aber irgendwo ist man dann doch enttäuscht mitten so in der Luft zu hängen. Ich persönlich finde es frustrierend, zumal der nächste Band noch gar nicht erschienen ist, und ich genau weiß, dass die Auflösung frühestens in Band drei erfolgt, welches sogar erst Ende des Jahres erscheint.

Trotzdem hab ich mich in das Buch, die Geschichte und den Stil verliebt. Ich mag die Umsetzung sehr gerne, hatte den Wow-Effekt, trotz Frust am Ende, und bewerte daher das Buch einfach mal richtig positiv.

FAZIT: „Was Emma wusste“ ist ein spannender Auftakt, der Lust auf mehr macht, viel zu kurz ist und auch als Einzelband einen spannenden Jugendthriller abgegeben hätte. Ich hab mich seit langem wieder perfekt unterhalten gefühlt, und sofort den Wunsch verspürt auch die anderen Bände zu kaufen. Dementsprechend positiv fällt meine Kaufempfehlung für dieses Werk aus.
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Northanger Abbey - Val McDermid

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„Stolz und Vorurteil“, wie ich das Buch liebe, Northanger Abbey hingegen kenne ich nicht. Trotzdem habe ich mich sofort darauf gestürzt, als ich es zur Rezension angeboten bekommen habe. Eine moderne Version eine Klassikers ist immer etwas Besonderes. Ob mich Val McDermit jedoch überzeugen konnte, verrate ich euch nun. 


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Val McDermid stammt aus Schottland. Bereits mit siebzehn Jahren besuchte sie das renommierte St. Hilda‘s College in Oxford. Sie arbeitete als Journalistin und Bühnenautorin. Ihre psychologischen Krimis, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, dienten mehrfach als Filmvorlage. Val McDermid lebt mit ihrem Sohn und ihrer Lebensgefährtin im Nordosten England. (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Ein altes Anwesen im Hintergrund, eine junges Mädchen und alles in bräunlichen Tönen. Ich finde das Cover sehr gut gewählt und hätte es mir auch im Laden angesehen.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Cat – liebt Bücher, ist eher naiv
Henry – Guter Tänzer, weltgewandt
Ellie – Henrys Schwester, liebt Bücher, total lieb
Bella – Verliebt in Cats Bruder, fasziniert von Geld und Büchern
James – Bruder von Cat, Anwalt, Herzensgut
John – Bruder von Bella, arrogant, geldgierig und überheblich

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: England, Edinburgh
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive:
Alter der Figuren:

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Seine Stirn war breit und die Wangenknochen schön definiert; die markante Nase verhinderte, dass er für einen Mann zu hübsch war. Seine Haut war hell und rein, nicht durch Sommersprossen verunstaltet. Er hatte nicht das sorgfältig gepflegte Aussehen eines Boygroup-Mitglieds, aber sein Gesicht war attraktiv und einprägsam. Geradezu wie das eines Helden, erlaubte sich Cat zu denken. (Zitat zeigt das erste Treffen von Cat und Henry in der Tanzschule)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Cat hat die weite Welt noch nie außerhalb ihrer Bücher kennengelernt. Unterrichtet von den Eltern, der Vater Pfarrer, hat es nur ihr Bruder geschafft in London als Anwalt Fuß zu fassen. Als sie in diesem Sommer das Angebot bekommt mit ihren Nachbarn nach Edinburgh zum Kultufestival zu reisen, sagt sie sofort zu. Schon bei ihrer Ankunft ist die Welt atemberaubend anders, als sie es kennt. Offen, bunt und schnell. Vielleicht verliebt sie sich deswegen schnell in den gutaussehenden und eher kultivierten Henry, der zudem gut tanzen kann. Doch nach dem ersten Treffen sieht sie ihn nur noch sporadisch, was sie am Anfang etwas enttäuscht. Doch dann lernt sie auf dem Festival Bella kennen, die mit ihrem Bruder zusammen ist. Sie lieben die gleichen Bücher und ihr Bruder ist auch noch mit dem Bruder von Cat befreundet. Klar, dass sie immer wieder zu viert etwas machen möchte, als beide Brüder spontan zu Besuch kommen. Doch Cat hat nur Augen und Ohren für Henry und nicht für den überheblichen John, den Bruder von Bella. Als sie John eine klare Abfuhr erteilt und sich für Henry und dessen Schwester entscheidet, kann dieser es nicht auf sich sitzen lassen. Während Bella, die inzwischen mit ihrem Liebsten James verlobt ist, sich trotzdem von Henrys älteren Bruder ab und an umgarnen lässt, reist Cat mit nach Northanger Abbey, dem Landgut von Henrys Familie. Doch dann überschlagen sich die Dinge.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Klassiker gehören einfach ins Bücherregal und bereichern noch heute die Welt der Leser. Die Idee in einem groß angelegten Buchprojekt, die Werke von Jane Austen in die Neuzeit zu katapultieren, hat mich daher sofort fasziniert. Viele moderne Varianten von Klassikern oder Märchen sind wirklich gut, und ich glaube daher war meine Erwartung an Val McDermit recht hoch.

Am Anfang habe ich mich noch sehr gut auf das Buch einlassen können. Mit Cat ist der Autorin eine wirklich gute Neufassung gelungen. Zumindest erinnert sie mich stark an die heutige „Jugend“ und wirkte damit authentisch, wenn es um die Aktualität ging. Generell wind die Charaktere mit ausgeprägten Eigenschaften ausgestattet, die in die heutige Zeit passen. Facebook, Twitter, Selfies, SMS und Emails finden ihren Platz und von dem Aspekt her kann man der Autorin definitiv keinen Vorwurf machen, es nicht in die Neuzeit umgesetzt zu haben.

Doch irgendwas störte mich an der Geschichte. Am Anfang kam mir immer nur wieder der Gedanke, wie ist das Original. Ich habe es eben nicht gelesen und meine Neugierde wurde durch dieses Werk immer mehr geweckt. Das lag nicht nur daran, dass ich gerne vergleichen würde, wie die Geschichte damals ablief, oder wie die Figuren damals beschrieben wurden. Sondern es lag hauptsächlich daran, dass mich etwas störte, das ich zu Beginn nicht in Worte fassen konnte und mir ein Vergleich hätte helfen können.

Ab der Hälfte des Buches hat es dann „Klick“ gemacht und ich habe den Störfaktor gefunden. Und zwar war es eben dieses „Neu“. Die Charaktere hatten Eigenschaften und Meinungen, die dem Original eben sehr nahe kommen müssen. Man liest aus vielen Situationen und Gedanken den Flair von Jane Austen und die alten Gedanken, sodass das alte Bild eben auch auftaucht vor dem geistigen Auge, und dann kommt der Bruch, wo die Autorin versucht mit schnellen Autos, Facebook und Co noch einmal klarzustellen, wo man sich befindet. Für mich war das immer ein Schock und passte nicht wirklich. Da hatte man ein altes Bild von einem jungen Mädchen im Sommerkleid mit Schirmchen im Kopf und dann plötzlich Facebook. Damit es gepasst hätte, hätten die Grundeingenschaften der Charaktere auch abgeändert werden müssen und so wäre nur die Grundidee über geblieben.

Außerdem und da weiß ich leider nicht, wie es im Original ist, kam mir Northanger Abbey einfach zu spät ins Spiel. Im letzten Drittel befindet man sich endlich dort und hat das Gefühl, dass alles im Schnelldurchlauf noch einmal abgearbeitet wird.

Val McDermit macht ihre Aufgabe nicht schlecht und ich weiß nicht, welche genauen Vorgaben bei der Umsetzung vorgegeben wurden, aber man merkt, dass viele vorhanden waren. Ich habe das Buch zügig gelesen und auch meinen Spaß daran gehabt, aber mir war nach der Hälfte klar, dass dieses Buch nicht mit dem Original mithalten kann, weswegen ich es mir wahrscheinlich kaufen werde.

FAZIT: Es ist in meinen Augen ein netter Versuch, der aber durch Mischung von alten Ansichten und Facebook irgendwie deplatziert wirkt. Ich liebe Young Adult, aber zu Jane Austen in dieser Umsetzung passt es einfach nicht. Da ich es aber wirklich zügig gelesen habe, gibt es faire 3 Sterne.
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Sie dürfen die Braut jetzt verlassen / Cindi Madsen

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Ja, es ist nicht gerade Lektüre, die zum Nachdenken anregt oder einen bildet, aber das ist mir manchmal ganz ehrlich egal. Ich brauche ab und an richtig schön vorhersehbare und triviale Lektüre fürs Herz. Und genau deswegen habe ich das Buch zur Rezension angefordert, als es mir angeboten wurde. Falls ihr Lust habt, mehr zu erfahren, dürft ihr gerne weiterlesen. 


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Cindi Madsen schreibt für ihr Leben gerne Geschichte. Sie hat viele Schuhe, und liebt diese fast genauso wie ihre Geschichten. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Zusammen leben sie in Colorado.

==ooo DAS COVER ooo==
Es ist typisch weiblich, und ich mag es. Pink und zwei Cupcakes, die deutlich machen, dass es um Hochzeits-Cupcakes geht. Nicht kreativ, aber passend.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Dakota – Hochzeitsplanerin mit dem Wunsch selbst zu heiraten
Grant – Hat Dakota vor dem Altar stehen lassen
Brendan – Jugendfreund von Dakota
Phoebe – Journalistin, die Dakota das Leben zur Hölle machthunger
Jillian – Dakotas beste Freundin

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA, Vegas
Zeit:  Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Dakota
Alter der Figuren: Anfang / Mitte 30

==ooo ZITIERTE ERSTE SÄTZE ooo==
Eines hatte ich nicht bedacht, als Grant vorschlug, auf einer Kreuzfahrt zu heiraten: Wie mich alle anstarren würden, die von Bord kamen, während ich im weißen Hochzeits- kleid mit flatterndem Schleier und einem Strauß künst- licher blauer Rosen am Strand darauf wartete, dass Grant sich vom Schiff an Land bewegte. (Zitat  S. 5)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Dakot kann es nicht fassen. Sie ist eine gefragte Hochzeitsplanerin und wird auf ihrer eigenen Hochzeit einfach vorm Traualtar stehen gelassen. Ihr Ex-Verlobter hat noch nicht einmal den Anstand besessen ihr etwas zu erklären, sondern hat jeglichen Kontakt auf seiner Wunschkreuzfahrt vermieden. Dakotas Herz ist gebrochen und selbst Grants spätere Erklärungen, dass er sie liebt, und einen wirklich guten Grund dafür hatte, können sie nicht beruhigen. Obwohl Dakota zugeben muss, dass Grants Geheimnis schon ein wirklich guter Grund waren für kalte Füße, aber nicht für seinen Vertrauensbruch. Als plötzlich ihr ehemals bester Jugendfreund in ihrem Büro auftaucht, und sie sich noch genauso gut verstehen wie damals, nimmt sie nur zu gern das Angebot an, bei ihm ein Zimmer zu mieten. Blöd nur, dass er inzwischen echt unglaublich sexy ist und Dakota das Problem hat, sich schnell zu verlieben. Ehe sie sich versieht, ist sie in Brendan verliebt, der eigentlich kein Beziehungsmensch ist. Und dann ist da auch noch Grant, der alles versucht, um sie zurück zu bekommen. Richtig kompliziert wird es erst, als sich auch noch Phoebe aus der Klatschpresse ihrer annimmt und immer wieder absoluten Müll von sich gibt. Kann Dakota ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken und wer zur Hölle ist ihr echter Traumprinz?

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„Sie dürfen die Braut jetzt verlassen“ ist eigentlich genau das, was man von diesem Buch erwartet. Vorhersehbar, denn der Klappentext verrät schon 90% des Buches und lässt nur einige, dafür wichtige Fragen zum Lesen offen. Trivial, denn man muss nicht nachdenken und die Seiten fliegen nur so an einem vorbei, und vor allen Dingen. Und irgendwie kitschig, denn mal ehrlich, so läuft es in der Realität so was von selten ab. Trotzdem wollte ich das Buch lesen, weil ich genau diese Eigenschaften ab und an einfach liebe, sofern sie gut umgesetzt wurden.

Dakota ist eine witzige Persönlichkeit, die man eigentlich sofort ins Herz schließt. Leicht chaotisch, liebenswert und eine Freundin, die man sich an seiner Seite eigentlich wünscht. Sie ist loyal, aber eben verletzlich. Durch die Ich-Perspektive hatte ich sofort einen Draht zu ihr und konnte die umgesetzten Emotionen gut nachvollziehen. Gleiches gilt auch für die anderen Charaktere. Sie sind individuell, erfüllen gewisse Klischees, aber sie passen herrlich in die Geschichte, sodass man mit Dakota mitfiebert und hofft, dass sie die gleiche Entscheidung trifft, wie man selbst sie gefällt hat.

Klar ist das Buch vorhersehbar und ich wusste von Anfang an, für wen sich Dakota entscheiden wird. Genauso wie ich wusste, wie das Buch enden wird. Zwischendurch gibt es kleinere Überraschungen, wie eben den Grund für die verpatzte Hochzeit, aber hauptsächlich ist die Geschichte ohne wirklich viele Missverständnisse und Hürden. Man könnte schon sagen, dass sich das Buch auf die Planung von Hochzeiten beschränkt, denn diese gibt es wie Sand am Meer. Und manchmal nervt es schon, wenn Dakota angeblich einen ach so vollen Terminplan hat, aber dann plötzlich den ganzen Tag frei hat. Aber ich muss sagen, dass ich mich zu keiner Zeit davon genervt gefühlt habe. Einfach weil die Einblicke echt lustig und so typisch amerikanisch sind.

Die Liebesgeschichte selbst ist natürlich etwas arg konstruiert, weil solche Zufälle, eben kaum passieren, aber es ist schön fürs Herz und lässt in der Tat auf die große Liebe inklusive Glück hoffen. Manchmal haben mir die eine oder andere Panne oder Komplikation dann doch gefehlt. Sie sind erst am Ende und dann eher künstlich eingefügt, was ich eben doch etwas schade fand.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch nicht aus der Hand legen können, habe an einigen Stellen gelacht, mich gefreut und sogar leicht Pipi in den Augen, was aber an der eh immer emotionaleren Weihnachtszeit liegt. Und genau weil mir das Buch trotz seiner Schwächen so gut gefallen hat, dass ich gerne mehr von der Autorin lesen möchte, bekommt das Buch sogar mal wieder volle fünf Sterne.

FAZIT: Cindi Madsen ist mit ihrem Werk auf jeden Fall eine gute Umsetzung gelungen. Zwar habe ich bis zum Schluss nicht ganz verstanden, warum Brendan damals weggegangen ist, und die Frage stört mich doch etwas, aber abgesehen davon, hat das Buch meine Erwartungen definitiv erfüllt.  Vorhersehbar, romantisch und echt trivial, aber genau das muss ein solches Buch haben. Wer schon immer mal einen Blick in den Alltag einer chaotischen Hochzeitsplanerin werfen wollte, sollte das Buch lesen.

*Rezi-Ex
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Blogtour - Identität

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Hallo und herzlich Willkommen zu meiner neuesten Blogtour an der ich teilnehme. Die Blogtour befasst sich mit dem Buch "Identität". Ich habe mich für die Blogtour angemeldet, da ich das Thema des Buches sehr interessant und vor allen Dingen spannend fand. Während gestern bei der lieben Antonia die Charaktere vorgestellt wurden, darf ich mich mit einem etwas tiefgehenderen Aspekt des Buches beschäftigen, und zwar "Dem Leben im Rollstuhl".


DER WEG ZUM ROLLSTUHL
Es gibt so viele Arten, wie eine Person zu einem Rollstuhl kommt, und nicht immer ist die betroffene Person von Geburt an oder durch einen schweren Unfall an den Rollstuhl gebunden. Mit zunehmenden Alter kann er für Mobilität sorgen oder auch eine Krankheit kann zu einem Leben im Rollstuhl führen. Eins ist jedoch klar, für niemanden ist es leicht, sich damit anzufreunden. Wichtig ist, dass die Person die Hilfe bekommt die sie benötigt, ohne sich minderwertig vorzukommen.

MEINE ERFAHRUNGEN MIT DEM ROLLSTUHL
Ich selbst saß zum Glück nur wenige Minuten immer im Rollstuhl, als ich nach dem Kaiserschnitt noch nicht zur Frühchenstation laufen durfte, und die Schwestern die ersten beiden Tage auf einen Rollstuhl bestanden haben. Schön ist definitiv was anderes. Man wird komisch angeschaut, eine Unebenheit und man muss aufpassen, dass man nicht eventuell rausfällt, man passt nicht überall durch, ist teilweise auf Hilfe bei Türen angewisen und vieles mehr. Ich hab mich drei Mal damit fahren lassen, und beim vierten Mal auf den Rollstuhl trotz dezenter Hinweise ihn bei dem weiten Weg in Anspruch zu nehmen, lieber verzichtet. 

Das sind jedoch nicht meine einzigen Erfahrungen mit dem Rollstuhl, und deswegen habe ich mich für das Thema entschieden. Bei meinem älteren Bruder wurde Anfang 40 MS diagnostiziert. Schon vorher war er regelmäßig mit depressiven Phasen im Krankenhaus und nach der Diagnose hat er sich in der Tat etwas besser gefühlt. Am Anfang ging es noch mit Stock, aber auf Grund der Medikamente kombiniert mit noch weniger Bewegung und leckerem Essen, hat er rasant an Gewicht zugelegt und war nachher auf einen Rollstuhl angewiesen. Inzwischen immer weniger, aber rund 2 Jahre hat er ihn für alle längeren Strecken außerhalb der Wohnung genutzt.

Nicht nur für die Person selbst ist es eine große Umstellung, wegen der Einschränkungen und der Blicke, sondern auch für die Personen im Umfeld. Man möchte helfen, aber nicht zu viel helfen, damit die betroffene Person nicht das Gefühl von Unselbstständigkeit bekommt. Auch wenn man es nicht möchte, sieht man die Person anders an und man fühlt sich genauso unsicher, wie die Person im Rollstuhl auch. 

Ich kann mich noch an eine ganz bestimmte Situation errinnern.  Mein Bruder hatte seinen Rollstuhl neu bekommen und war wegen einer kleinen Depression wieder in Behandlung. Die Klinik hatte ein Sommerfest und er lud mich mit meinen beiden Söhnen ein. Es war für mich das erste Mal meinen großen Bruder wirklich dauerhaft in einem Rollstuhl zu sehen. Den Kloß in meinem Hals könnt ihr euch vorstellen und ich fühlte mich verdammt hilflos. Irgendwann kamen wir an eine kleine Straße auf dem Klinikgelände. An der Stelle, wo er runterfuhr war der Bordstein abgesenkt, auf der anderen Seite hätte er aber 10m in die richtige Richtung fahren müssen, um über einen abgesenkten Bordstein hochzukommen. Jeder normale Mensch, würde einfach kurz auf der Straße fahren, da dort eh keine Autos fahren und den einfachen Weg wählen. Mein Bruder hat Anlauf genommen und ungefähr 3 Mal probiert den hohen Bordstein hochzukommen. Mein Rücken ist eh schon kaputt und ihn mit seinen 150kg den Bordstein hochzubekommen wäre für mich so aus dem Stehgreif ohne Tricks echt hart gewesen. Ich machte ihn also auf den abgesenkten Bordstein aufmerksam. Das wollte er jedoch nicht. Er probierte es immer wieder und ist dabei immer kurz vorm Umkippen gewesen. In einem dieser Momente kam Pflegepersonal vorbei, und schritt ein. Auch sie wiesen ihn auf den abgesenkten Bordstein hin, diesmal nahm er es auch dankend an, während ich erst einmal einen Rüffel bekommen habe, warum ich einfach nur daneben gestanden habe. 

Was ich euch mit dieser Geschichte erzählen will? Gerade am Anfang ist es für Betroffene echt schwer, gerade der Familie gegenüber eine sichtbare Schwäche einzugestehen. Selbst, wenn ihr am Anfang oft wie ein Idiot dargestellt werdet, irgendwann wird es besser. 

GEWINNSPIEL


Gewinne:
1. Preis - 10 x 1 Platz zum Online - Leseevent 
(Findet am 26.2.2016 um 20:00 Uhr statt. Die Gewinne bekommen per E-Mail eine Einladung
2. Preis - 1 signiertes Print
3. Preis - 3 x 1 eBook im Wunschformat


Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 10.2.2016 um 23:59 Uhr. 


Blogtourfahrplan 05.02. - 11.02.2016

 Tag 1 - 05.02.2016 - Vorstellung der Identität Reihe - 
Tag 2 - 06.02.2016 - Antonio stellt sich vor - 
Tag 3 - 07.02.2016 - Das Leben im Rollstuhl - 
Tag 4 - 08.02.2016 - Kolumbien - 
Tag 5 - 09.02.2016 - Arbeiten im Ausland - 
Tag 6 - 10.02.2016 - Autoreninterview - 
11.02. - Gewinnspielauslosung auf allen Blogs -
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24 - Vetorecht / John Whitman

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Heinrich spürte, wie ihn ein Gefühl der Freude durchströmte. Es gefielt ihm, Leute zu schlagen, und abgesehen davon lief alles nach Plan, was ihn ebenfalls glücklich stimmte. Dann, einen Augenblick später, ging alles auf sehr eigenartige Weise den Bach runter. Wie aus dem Nichts schnappte Jacke mit einer Hand nach Heinrichs Halbautomatik und drückte sie weg. Mit der anderen Hand rammte er den Lauf seiner eigenen Waffe gegen Heinrichs Schläfe.  (Zitat S. 16)


Ein bisschen Action gefällig? Dann könnte das nun folgende Buch etwas für euch sein. Ich selbst war lange Zeit kein Fan von 24 und Jack Bauer. Als es damals rauskam, habe ich eine Folge gesehen, fand die Umsetzung total doof und hab es nie wieder geschaut, zumindest bis ich meinem Mann kennengelernt habe, der riesiger Fan der Serie ist. Er hatte natürlich auch alle Bücher und nachdem ich das erste Buch der Reihe für gut befunden hatte, habe ich mich um dieses Buch gekümmert.

==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: John Whitman
Titel:  24 Vetorecht
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Panini; Auflage: 1., Aufl. (12. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833217049
ISBN-13: 978-3833217043
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: € 8,99
Genre: Thriller
Gelesen in: 2 Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
John Whitman besuchte von 1985 bis 1989 die University of California, Berkeley und erhielt einen Bachelor of Arts in Literatur. Von 1990 bis 1991 war er auf der Boston University und erhielt einen MA in Creative Writing. Die nächsten acht Jahre war er Executive Editor von Time Warner Audio Büchern. Während dieser Zeit wurde er als Schriftsteller und Buchautor bekannt.  (http://jedipedia.wikia.com)

==ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo==
Innerhalb der nächsten 24 Stunden entscheidet sich das Schicksal der Vereinigten Staaten. Terroristen wollen die Regierung stürzen, wollen Angst, Chaos und Finsternis über das Land bringen. Ein Albtraum! Und dieser Plan wurde nicht in einem fernen Land, sondern im Herzen Amerikas erdacht. Jack Bauer, Mitarbeiter der Anti-Terror-Einheit CTU, wird nach einem missglückten Einsatz seiner Leitungsfunktion enthoben und in die Provinz abgeschoben. Mit falscher Identität in eine paramilitärische Gruppe eingeschleust, erhält er dort eher zufällig Informationen über Schläfer aus dem Nahen Osten, die auf amerikanischem Boden vermutet werden. Er geht diesen Hinweisen nach und gerät in ein Gespinst aus Lügen und Verrat, in das auch hohe Regierungsbeamte verstrickt sind. Degradiert und ohne Unterstützung seiner Vorgesetzten bei der CTU, muss Jack nun ausgerechnet mit jenen Fanatikern kooperieren, deren Vernichtung er geschworen hat – oder aber eine unvorstellbare Katastrophe wird die Welt erschüttern …

==ooo DAS COVER ooo==
Jack steht recht lässig herum mit einer Waffe in der Hand. Es ist authentisch, aber Jack sieht irgendwie gelangweilt aus. Ein Bild mehr in Action, hätte mir persönlich besser gefallen.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Jack Bauer – Agent bei der CTU
Brent Marks – rechtsextremer Zeitgenosse
Debrah Drexler – Senatorin, die ins Visier gerät
Justizminister Quincy – Erpresst gerne, um seine Ziele zu erreichen

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA
Zeit: 1990er JAhre
Perspektive: 3 Person
Alter der Figuren: gemischt

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Jack Bauer hat Mist gebaut und soll dafür nur noch Kleinkram erledigen. So kümmert er sich um ein paar kleinere Fische, wie den ehemaligen Neonazi Heinrich. Als er eine seiner Aktionen stört, bekommt er Zugang zur Greater Nation, die von Brent Marks geleitet wird. Er stürmt mit seinen Team die Organisation und findet dabei Aufzeichnung, dass eine islamistische Terrorzelle einen Angriff plant. Zeitgleich begegnet die Senatorin Debra Drexler einen Unbekannten, der sie mit ihrer Vergangenheit erpressen will. Vor 20 Jahren hatte sie etwas machen müssen, auf das sie nicht unbedingt stolz ist, und zwar hat sie ihren Körper verkaufen müssen, damit ihr Sohn nicht verhungert. Es ist bald klar, dass der Unbekannte für den Justizminister Quincy arbeitet, der ihre Stimme damit erkaufen möchte. Über die CTU und ihren Bekannten Kelly versucht sie das alles zu klären, dabei stößt Kelly auf einige Zusammenhänge, die auch Jacks Ermittlungen betreffen. Es gibt nämlich einen gemeinsamen Nenner, und zwar eine Person, die vom Justizminister in die Greater Nation eingeschleust wurde, und da muss einfach mehr hinter stecken. Bald wird klar, worauf es die Attentäter abgesehen haben und es beginnt für Jack und sein Team ein Wettlauf mit der Zeit.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„24“ als Buch? Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht nur skeptisch war, sondern eher an einen Reinfall geglaubt habe. Die vielen Szenenwechsel und die Action sind visuell leichter und greifbarer, als in einem Roman. Echte Fans stört vieles nicht, aber ich muss sagen, dass ich im vorherigen Band „Operations Höllentor“ gemerkt habe, dass es echt Spaß machen kann, „24“ auch zu lesen.

Zu Beginn gibt es eine kleine Einführung und ehe man sich versieht, liest man an Jacks Seite, wie er in 24 Stunden die Welt oder besser gesagt Amerika rettet. Unterteilt sind die Kapitel nämlich in die berühmten 24 Stunden, und die Unterkapitel sorgen für die Minuten. Soweit also schon einmal positiv. Natürlich sind die Kapitel nicht so ausführlich, wie in der Serie selbst, aber das würde auch die Seitenzahl sprengen. Trotzdem ist eine gewisse Grundstimmung vorhanden und man erkennt die Serie wieder.

Persönlichkeiten, wie Jack Bauer oder auch seine Kollegen wurden so gut beschrieben, dass man sie sofort wieder erkennt. Ich muss zwar zugeben, dass ich bei einigen Namen ein klares Bild im Kopf hatte, bei anderen so gar nicht drauf kam, aber ich bin nun mal kein großer Fan, der die Serie auswendig kennt.Trotzdem konnte ich mir, zumindest bei Jack, die Szenen sehr bildhaft vorstellen, denn im Buch ist er, wie in der Serie, forsch, stark und ohne Furcht. Außerdem spielt das Buch lange Zeit vor der ersten Staffel, sodass es nicht schlimm ist, wenn man nicht alle zuordnen kann, denn nicht alle sind später in den Serien vorhanden.

Inhaltlich ist das Buch mit Sicherheit sehr spannend. Es geht diesmal um eine Bedrohung, die nicht von außen kommt. Ich finde die Idee wirklich sehr gut. Allerdings ist der politische Aspekt nicht so meins. Verschwörungen auf politischer Ebene, die dann noch klassisch eine Erpressung beinhalten, sind einfach nicht meins. Die Entwicklungen rund um Greater Nation und die der Terroristen, sowie die Art wie der Angriff geschehen soll, ist wirklich spannend und klasse. Lediglich das politische Drumherum hat etwas genervt. Aber das ist wirklich eine Frage des eigenen Geschmacks. Aber gerade in der heutigen Zeit fragt man sich wirklich immer wieder, wie viel wirklich von Terroristen kommt, wie viel aus den eigenem Land und wie viel nur dafür gedacht ist, um vielleicht abzuschrecken oder einen Grund zum Angriff zu liefern. Das Buch macht zumindest mich etwas nachdenklich.

Nichtsdestotrotz gab es im Verlauf des Buches immer wieder Passagen, die mich gelangweilt haben, weil es zu politisch oder zu detailliert wurde. Das war bei dem vorherigen Band nicht der Fall und ich habe mich immer wieder ertappt, dass ich ab einem gewissen Punkt in Versuchung kam einige Zeilen zu überspringen. Das macht für mich kein perfektes Buch aus.

Deswegen bekommt der zweite Band von mir auch nur 3 Sterne. Hier mögen mir die Fans verzeihen. Mein Mann zum Beispiel liebte genau wegen der Politik diesen Teil sehr. Da dies jedoch meine Rezension ist, werde ich dies mal nicht mit einfließen lassen.
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24 - Operation Höllentor / Marc Cerasini

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Ein bisschen Action gefällig? Dann könnte das nun folgende Buch etwas für euch sein. Ich selbst war lange Zeit kein Fan von 24 und Jack Bauer. Als es damals rauskam, habe ich eine Folge gesehen, fand die Umsetzung total doof und hab es nie wieder geschaut, zumindest bis ich meinem Mann kennengelernt habe, der riesiger Fan der Serie ist. Er hatte natürlich auch alle Bücher und wie es sich als Leseratte gehört, habe ich sie nun auch einmal angefangen. 


==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Marc Cerasini
Titel:  24, Bd. 1: Operation Höllentor
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Panini; Auflage: 1., Aufl. (12. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833217057
ISBN-13: 978-3833217050
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Operation Hell Gate
Preis: € 8,99
Genre: Action, Thriller
Gelesen in: 2 Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Marc Cerasini (geb. 1952) ist kein Autor, dessen Namen man sich unbedingt merken müsste, obwohl er seit mehr als zwanzig Jahren als Herausgeber, (Drehbuch-) Autor und Filmberater tätig ist. Er gehört zum Heer der anonymen Fließbandarbeiter, die unsere schöne neue Multimedia-Welt mit massenmarkttauglichem Merchandising-Schnickschnack bereichern.  (Quelle: http://www.phantastik-couch.de/marc-cerasini.html)

==ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo==
Innerhalb der nächsten 24 Stunden wird sich für Millionen unschuldiger Menschen das Tor zur Hölle öffnen. Und der Teufel kommt aus den eigenen Reihen. Ein mächtiger Maulwurf in den Tiefen des amerikanischen Geheimdienstes hat heimlich genau jene Schwerkriminellen angeheuert, die er eigentlich jagen soll – frühere IRA-Terroristen, Angehörige der Mafia aus Asien und Lateinamerika, Auftragskiller aus dem Nahen Osten –, und daraus eines der gefährlichsten Terrornetzwerke geknüpft, mit dem es die westliche Welt je zu tun hatte. Nur ein einziger Mann ist in der Lage, den Tod von Millionen Menschen zu verhindern: Jack Bauer, Einzelkämpfer und Spezialagent der gerade erst gegründeten Anti-Terror- Einheit CTU in Los Angeles. Doch ihn hat man in New York, auf der anderen Seite des Kontinents, in eine geschickt arrangierte Falle gelockt. Auf sich allein gestellt und wegen angeblichen Mordes an zwei Agenten vom FBI gehetzt, muss er versuchen, die Katastrophe zu verhindern. Und die Zeit ist schon fast um ...

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover ist passend. Jack mit einem lässigen Mantel in einer ihm typischen Pose. Im Kamf hätte mir persönlich besser gefallen, aber man kann nicht alles haben.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Jack Bauer – Agent, brutal, ehrlich, lässt nie das Ziel aus den Augenblick
Dante Arete -  mutmaßlicher Terrorist
Frank Hensley – Kann Jack nicht leiden, hat seine eigenen Pläne


==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: USA
Zeit: 1997
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren:

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Eine Weile tat sich nichts in der Nähe des schwarzen Explorers, obwohl zumindest einer der Männer sie nicht aus den Augen zu lassen schien. Schließlich drehte ein anderer dem Technik-Van den Rücken zu, ließ sich auf die Knie nieder und richtete eine seltsame Apparatur in den Himmel. Selbst auf die Entfernung ließ das Ding nichts Gutes ahnen – zwei schwarze Rohre mit einer Art Griff daran. Die Apparatur schien ziemlich sperrig zu sein. Der Mann legte sie auf die Schulter, um sie zu stabilisieren. „Das ist eine Waffe“, sagte Jack plötzlich. (Zitat S. 21)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Die neu eingerichtete Anti-Terroreinheit, die sich selbst CTU nennt, hat einen Tipp bekommen und kann gerade noch rechtzeitig am Flughafen einen Anschlag verhindern. Jack Bauer, der diese Operation leitet, nimmt dem mutmaßlichen Terroristen Dante Arete fest. Zu einem Verhör kommt es jedoch  nicht, denn FBI Agent Frank Hensely hat seine eigenen Pläne und nimmt ihn mit. Jack begleitet den Flug, denn einige Fragen hat er natürlich. Bevor die Maschine jedoch landen kann, tickt Hensley durch und fängt an die Bewacher von Arete zu erschießen. Als das Flugzeug auch noch abgeschossen wird, kann Jack Bauer fliehen, allerdings stellt es Hensely so dar, als wäre Jack Bauer der Täter gewesen ist und will ihn verhaften lassen. Doch Jack, der erst später durch einen Anruf bei der CTU von Henselys Plänen erfährt, fängt an auf eigene Faust zu ermitteln, und die CTU unterstützt ihn. Dabei finden sie heraus, dass die Terroristen Missle Launcher schmuggeln und das Ziel, für das Arete schon einmal üben wollte, ein Flugzeug mit tödlichen Grippeviren ist. Während Bauer sich große Mühe gibt hinter die Pläne zu schauen erkennt er, dass Arete nur eine Schachfigur von weitaus mächtigeren Personen ist. Kann er den eigentlichen Anschlag verhindern und seine eigene Haut retten.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
„24“ als Buch? Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht nur skeptisch war, sondern eher an einen Reinfall geglaubt habe. Die vielen Szenenwechsel und die Action sind visuell leichter und greifbarer, als in einem Roman. Echte Fans stört vieles nicht, daher war ich neugierig, wie ein Kenner, aber „Nicht-Fan“ es sehen würde.

Zu Beginn gibt es eine kleine Einführung und ehe man sich versieht, liest man an Jacks Seite, wie er in 24 Stunden die Welt oder besser gesagt Amerika rettet. Unterteilt sind die Kapitel nämlich in die berühmten 24 Stunden, und die Unterkapitel sorgen für die Minuten. Soweit also schon einmal positiv. Natürlich sind die Kapitel nicht so ausführlich, wie in der Serie selbst, aber das würde auch die Seitenzahl sprengen. Trotzdem ist eine gewisse Grundstimmung vorhanden und man erkennt die Serie wieder.

Persönlichkeiten, wie Jack Bauer oder auch seine Kollegen wurden so gut beschrieben, dass man sie sofort wieder erkennt. Ich muss zwar zugeben, dass ich bei einigen Namen ein klares Bild im Kopf hatte, bei anderen so gar nicht drauf kam, aber ich bin nun mal kein großer Fan, der die Serie auswendig kennt.Trotzdem konnte ich mir, zumindest bei Jack, die Szenen sehr bildhaft vorstellen, denn im Buch ist er, wie in der Serie, forsch, stark und ohne Furcht.

Inhaltlich ist das Buch mit Sicherheit sehr spannend. Am Anfang störte mich doch die detaillierte Art, wie der Autor die ganzen Waffen beschreibt, denn als Laie kann ich mit vielen Begriffen gar nichts anfangen, aber zumindest konnte ich mir auf Grund der Beschreibung von jeder Waffe ein gutes Bild machen. Während es am Anfang noch recht ungewöhnlich ist, man die tickende Uhr im Hintergrund vermisst, wird es ab Seite 50 richtig spannend, denn so langsam wird deutlich woraus es hinauslaufen wird. Die verschiedenen Handlungsstränge sind jedoch auf ein Minimum beschränkt und schon so vorhersehbar, dass man als Leser sofort weiß, worauf es hinauslaufen wird.  Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es an die Spannung in der Serie nicht ganz herankommt. Das liegt zum Teil eben daran, dass der Real-Time-Faktor fehlt und viele Sprünge eben einfach nur kurz aufgeführt werden.

Was mich jedoch etwas störte war die Tatsache, dass man nicht genau weiß, wann die Geschichte spielt. Einige Zeitpunkte kann man sich zusammenreimen, aber es nur grob auf Ende der 90er Jahre schätzen. Leider hat sich der Autor jedoch nicht ganz in diese Zeit hineinversetzt, denn HD Bildschirme waren dort sicherlich noch unbezahlbar oder noch gar nicht entwickelt. Außerdem passt der Mentor von Jack Bauer nicht. Im Buch ist Richard Walsh sein Mentor und die Person, die ihn zur CTU gebracht hat. In der Serie ist das jedoch ein gewisser Henderson.

Es sind Kleinigkeiten, die beim Lesen so auffallen, aber im großen und ganzen lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen. Es unterhält sehr gut und für Fans der Serie ist es nicht verkehrt. Auf jeden Fall eine gute Ergänzung. Mich hat es nicht vom Hocker gerissen, sodass ich diesen Wow-Effekt hatte, dafür war ich sofort an dem nächsten Band interessiert. Weswegen das Buch 4 Sterne von mir bekommt.
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