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Dornröschen hatte es leichter / Vanessa Mansini

Heute habe ich ein Buch für euch, welches ich für eine Blog-Tour gelesen habe. Beworben habe ich mich aus ganz einfachen Gründen. Ich liebe Dornröschen, ich mag romantische Bücher und Liebesgeschichten, wo es ums Internet geht.


DAS COVER
Das Cover ist nicht meins. Eine schlafende Frau mit rotem Haar, im Hintergrund einige Handys. Da gibt es in meinen Augen bessere Eyecatcher. Nun gut für ein selbst verlegtes Buch in Ordnung.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Hermine – Mit 17 ins Koma, erwacht mit 37
Lucy – Will Köchin werden
Steff – Ehemals beste Freundin von Hermine
Jan – Hermines Jugendfreund

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Berlin
Zeit: 2016

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Hermine ist 17 Jahre alt, es ist das Jahr 1996 und sie will zu ihrem Freund Jan. Als sie aufwacht ist sie Krankenhaus. Sie befindet sich im Jahr 2016 und hat 20 Jahre im Koma gelegen. Auf dem Weg zu Jan hat sie die Kurve nicht richtig bekommen und eine Telefonzelle geküsst. Nicht nur der Schock schon so alt zu sein, sondern auch die Tatsache, dass sich alles verändert hat, machen ihr das Leben nicht gerade leicht. Mit Jan ist sie natürlich nicht mehr zusammen, wie sie mit Schock feststellen durfte. Alle haben ein Smartphone, Computer sind winzig und gedated wird heute über Apps und das Internet. Und genau das muss Hermine jetzt machen, denn ihre biologische Uhr tickt.

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Ich liebe Liebesromane, ich liebe Dornröschen, ich liebe Internet-Love-Storys und ich mag auch viele selbst verlegte Bücher. Ihr seht also, das Buch hat alles, was mich glücklich machen könnte. Könnte, weil es mich leider nicht vollends glücklich gemacht hat.

Es fängt schon mit dem Stil an. Hier muss ich sagen, dass ich da zur Zeit sehr, sehr kritisch bin. Ich versuche selbst gerade für meine Jungs ein kleines Buch zu schreiben, schreibe dementsprechend sehr ähnlich, und bin auch leider selbst so kritisch / ehrlich zu sagen, dass es einfach klingt. Nicht so harmonisch und genial, wie bei vielen tollen Autoren, wie z.B. P. Hülsmann. Leider schafft es der Autor bzw. die Autorin nicht diesen Wortzauber bei mir zu wecken. Gut geschrieben, anschaulich, aber eben einfach. Das sind dann für mich schon einmal keine fünf Sterne mehr.

Inhaltlich wird auf ein langes Koma gesetzt, wo die Patientin über Jahre zu Hause war und nach 20 Jahren überraschend aufwacht. Ich kenne mich mit einem Koma nicht aus. Selbst wenn man gedreht, gewendet und bewegt wird, sind die Muskeln doch mehr als schwach. Dementsprechend fand ich es faszinierend, wie schnell die Figur wieder fit war. Ich glaube Reha hätte auch nicht ins Konzept gepasst.

Am Anfang fand ich es noch echt schön. Ich bin ein Kind der 90er, sprich nur etwas jünger als die Hauptfigur. Aus diesem Grund konnte ich die Sprünge gut nachvollziehen. Es ist ein kultureller Schock. Mein erstes Handy 1999 war ein riesiger Knochen, mein erster PC hatte noch teilweise DOS, man musste ewig an einer Datei herunterladen, gechattet wurde später über ICQ, Bücher musste man in der Hand halten und man war trotz Handy weniger erreichbar.

Nur wurde dieser Schock, den man einfach nach 20 Jahren Schlaf machen muss, nicht gut eingefangen. Es tut mir leid, aber das ist hier einfach nicht gelungen. Der Vater will alles erklären, aber sie hat gar kein Interesse daran. Grob werden Sachen angerissen, sie kann schneller mit einem Smartphone klarkommen, als jemand, der es damals wirklich zum ersten Mal in der Hand hielt. Selbst ich, wenn ich ein anderes Smartphone in die Hand nehme, brauche einige Sekunden, um mich damit zurecht zu finden, sie benötigt nicht viel Länger, ohne überhaupt etwas zu kennen. Zwischendurch wird immer wieder mal etwas eingeworfen, was aber künstlich klingt. Zum Beispiel die Aufzählungen der gestorbenen Musiklegenden, während der 11.9 nur nebenbei erwähnt wird. Mir gefällt diese Umsetzung vom Schock echt nicht, weil es leicht künstlich bzw. zu gewollt und nicht gekonnt klingt. Man möge mir das verzeihen.

Neben dem Kulturschock, geht es auch um die Liebe. Klar, wenn ich aufwache, würde ich auch als erstes nach meinem Freund fragen. Ich weiß nicht, ob ich einen Gedanken daran verschwendet hätte, ob er inzwischen geheiratet hat, vielleicht schwul geworden ist oder vielleicht sogar tot ist. Von daher konnte ich ihre Reaktion nach dem Aufwachen gut nachvollziehen. Auch der dadurch entstandene Schock ist greifbar und gut umgesetzt. Sogar die danach tickende innere Uhr war verständlich. Es ist okay, aber auch hier habe ich was anderes erwartet. Internet bietet nun einmal viele lustige Ideen. Ich habe meinem Mann im Internet kennengelernt und viele Frösche küssen müssen, bis einer der Prinz wurde. Keine lustigen Ideen, dafür ein Typ mit dem ich nicht warm wurde, ein Ex, an dem sie noch hängt, wo jeder Depp ahnt, dass es hier eine Wendung gibt.

FAZIT: Man fiebert nicht mit, das Herz ist nicht glücklich, und man träumt nicht davon es selbst zu erleben. Es ist okay, oberer Durchschnitt, aber nicht mehr.

FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Vanessa Mansini
Titel: Dornröschen hatte es leichter
Taschenbuch: 364 Seiten
Verlag: Michael Meisheit; Auflage: 1 (12. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981721039
ISBN-13: 978-3981721034
Preis: € 9,90
Genre: Märchen, Moderne, Liebe, Koma
Gelesen in: 2 Tagen


COVER💜💜
STIL💜💜💜💜
CHARAKTERE💜💜💜
SPANNUNG💜💜💜
HUMOR💜💜💜 
LIEBE💜💜💜 
GESAMT💙💙💙 

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