Auf Null / Catharina Junk

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Als Buchflüsterer hat mich mal wieder ganz spontan ein Buch erreicht. Am Anfang war ich wirklich abgeschreckt, denn das Cover sah einfach nur scheußlich aus. Das Buch muss also schlecht sein, so dachte ich. Was am Ende jedoch herausgekommen ist, möchte ich euch jetzt in einer Rezension nicht vorenthalten.

Äußerlich unscheinbar, innerlich eine Praline - 5 Sterne

FAKTEN ZUM BUCH
Autor: Catharina Junk
Titel: Auf Null
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: Originalausgabe (26. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406683
ISBN-13: 978-3463406688
Preis: € 19,95
Genre: Jugend, Krankheit, Liebe
Gelesen in: 2 Tagen

DAS COVER
Es ist ein Fallschirm mit einer Silhouette über einem blauen Hintergrund. Es passt, aber es sieht total doof, langweilig und uninteressant aus. Eins der Van Gogh Bilder moderner interpretiert, ein Mädchen mit Mütze, alles hätte besser gepasst. So werden es viele im Buchladen nicht mal anschauen.

FIGUREN IM ÜBERBLICK
Nina – Leukämie Patientin 21 Jahre alt
Erik – Mutter ist an Krebs gestorben, Musiker
Kurt – Eriks Vater
Pit – Krankenpfleger von Nina
Isabella – Angebliche Freundin von Nina

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Bremen, Münster - Region
Zeit:2015er
Alter der Figuren: 20er

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Nina möchte studieren, sich endlich verlieben, mit ihrer besten Freundin verreisen, als sie nach einem Besuch auf der Sonnenbank körperlich zusammenbricht. Statt einer fetten Erkältung überweist sie der Arzt jedoch sofort ins Krankenhaus, wo sich der Verdacht auf Leukämie bestätigt. Es wird sofort mit der Chemotherapie begonnen und am Ende des ersten Zyklus ist sie auch frei von Blasten, aber es ist noch ein langer Weg, bis sie wieder aus dem Krankenhaus darf. Im Hinterkopf immer die Angst, dass sie wieder einen Rückfall erlebt. Zu Hause angekommen, ist auch alles irgendwie anders. Ihre beste Freundin redet nicht mehr mit ihr und Isabella schleppt sie nur auf dämliche Partys. Als ihr Auto dann auch noch nach einer solchen Party liegen bleibt, hat Nina die Nase voll. Wäre da nicht Erik, der für seinen Vater den Abschleppdienst übernommen hat. Beide verstehen sich super, und Nina verliebt sich bis über beide Ohren in ihn. Allerdings hat sie Angst, dass der Rückfall schneller kommt, als sie beide Zeit haben sich anzunähern, und dann ist da auch noch Isabella, die sich in in verliebt. So weißt Nina ihn für ihre Freundin ab, muss aber erkennen, dass es sie nicht glücklich macht. Und dann kommen auf einmal die Schmerzen zurück und sie weiß, dass sie einen Rückfall hat.

SARAHS LESEEINDRÜCKE
Die Autorin setzt bei ihrem Debüt gewissermaßen auf eine altbewährte Idee. Und zwar befasst sie sich mit einer schlimmen Krankheit, den Kampf während der Krankheit, die Hoffnung danach und kombiniert dies mit dem Wunsch nach Liebe und Glück. Hierzu gibt es viele Bücher, und nicht jedes lohnt sich zu lesen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Ninas Erlebnissen während der Krankheit, sowie in der Zeit danach geschildert. Am Anfang störte mich diese Tatsache, aber im Verlauf sorgt dies für eine gewisse Abwechslung, lässt gewisse Aspekte einfach verständlicher erscheinen und es wird dadurch nie langweilig, denn vorher entstandene Fragen, werden zuverlässig beantwortet.

Generell befasst sich das Buch mit Krebs als Krankheit selbst. Ist man selbst Schuld an der Krankheit, was kommt auf einen zu, wie schmerzhaft sind gewisse Behandlungen, was kann alles passieren. Dinge, die ich ehrlich gesagt trotz zahlreicher Krebsbücher nie so genau wahrgenommen habe. Nach dem Buch ist mir sogar während einer Fernsehsendung aufgefallen, wie schlecht recherchiert diese war. In Ninas Fall handelt es sich um Leukämie, die sie vor dem Sonnenstudio-Besuch gar nicht gemerkt hat. Es ist schon beängstigend zu wissen, dass man eine solche Krankheit nicht sofort bemerkt, und das es im Grunde nie eine wirkliche Heilung gibt. Selbst wenn man denkt alles ist super, kann es einen wieder treffen. Und genau diese Ängste, die Schmerzen, Zweifel, die Blicke der anderen fängt das Buch in meinen Augen sehr gut ein. Es geht zwar nicht in die Tiefe, wie manch anderes Werk, veranschaulicht aber gerade jungen Lesern, das es jeden treffen kann.

Neben der Krankheit geht es in dem Buch um Freundschaft, Liebe und Familie. Ich glaube, diese Aspekte greifen viele Bücher mit diesem Schwerpunkt auf. Hier werden einige Klischees aufgegriffen, die besser hätten umgesetzt werden können. Zum Beispiel der Zufall, dass Nina sich in jemanden verliebt, der selbst gerade einen Menschen an Krebs verloren hat. Ihre Ängste in diesem Bezug könnten tiefgehender sein.

Obwohl das Buch mit Sicherheit nicht perfekt ist, konnte ich es nicht aus der Hand legen. Ich habe mich immer wieder auf einen weiteren Einstieg gefreut und konnte danach nur schwer das Buch wieder zur Seite legen.


FAZIT: Das Buch ist äußerlich unscheinbar, aber ist inhaltlich wie eine Praline. Nicht perfekt, aber es lohnt sich, ist abwechslungsreich und bietet eine gute Aufklärung, die gerade für höhere Schulklassen vielleicht von Interesse sein könnte. 

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