Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel / Amanda Prowse

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr ganz so viel gelesen, weil ich wegen der Kids und der Schwangerschaft nicht so dazu gekommen bin. Das Buch hab ich mir spontan bei einem meiner Sporttage gegriffen, obwohl es schon recht lange im Regal stand. Heute hab ich es ausgelesen und möchte es euch vorstellen. 


==ooo DER ERSTE EINDRUCK ooo==
Eine junge Frau, die zwischen Bäumen steht, verträumt nach unten schaut, und im Hintergrund der Sonnenuntergang. Wow, ja, ich mag das Cover.

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Amanda Prowse kündigte vor fünf Jahren ihren Job als Unternehmensberaterin, um sich fortan nur noch dem Schreiben zu widmen. All ihre Bücher haben drei Dinge gemeinsam: Sie halten uns nachts davon ab, die Nachttischlampe auszuknipsen. Sie erzählen Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Sie bewegen uns zutiefst und rühren uns zu Tränen. (Quelle Amazon.de)

==ooo WICHTIGE FIGUREN UND FAKTEN ooo==
Figuren: Poppy, Peg, Jo, Maxy, Martin
Schauplatz: England (Larkhill), Karibik (Saint Lucia)
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Poppys Perspektive

==ooo WORUM GEHT ES IN DEM BUCH ooo==
Poppy hatte es nie leicht. Ihre Mutter war eher schlecht als recht und dementsprechend hat sie früh ihre Kindergarten-Liebe geheiratet. Mit Martin hat sie endlich das ganz große Glück gefunden. Die Hochzeit war zwar unspektakulär, aber sie ist glücklich. Ihre zwei zauberhaften Kinder machen die Familie komplett. Doch dann passiert es. „Es“ vor dem  jede Frau Angst hat. Da ist plötzlich unter dem Arm ein Knötchen, das da nicht sein sollte. Der Besuch beim Arzt ist noch dazu da, um ihre Angst in Luft aufzulösen, aber es stellt sich heraus, es ist bösartiger Krebs, der zudem noch bis in die Knochen gestreut hat. Linderung kann eine Therapie bringen, aber sie wird sterben. Mit 32 Jahren ist das für Poppy ein richtiger Schock. Am Anfang kämpft sie alleine, bis der Arzt ihr deutlich macht, dass es wirklich keine Heilungschancen gibt. Erst dann weiht sie Martin ein. Am Anfang geht es ihr noch gut, aber mit der Zeit geht es ihr immer schlechter, und sie möchte ein paar Dinge geregelt haben, wegen der Kinder, wegen Martin, aber auch wegen dem Unbekannten, der sich als ihr neuer Onkel herausstellt. 

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Es gibt Bücher, die kann ich euch wirklich nur ans Herz legen, und das Exemplar, welches ich gerade ausgelesen habe, ist ein solches. Ich bin zwar durch den Bauchzwerg wirklich emotional, und konnte am Anfang nicht verstehen, warum es auf der Rückseite heißt, man bräuchte Taschentücher, aber zum Schluss kullerten sogar bei mir die Tränchen. 

Den Einstieg in das Buch fand ich noch wirklich lahm. Ein sehr einfacherer Stil, der sich wirklich leicht lesen ließ. Jedoch auf Grund der übertrieben glücklichen Familie einfach nur langweilig wirkte. Poppy hat alles, und der Leser weiß durch den Klappentext, dass sie bald Krebs haben wird. Heile Welt wird zerstört, ist nicht unbedingt etwas besonderes, sondern für viele Menschen leider Wirklichkeit. Wie schnell es heißt „Sie haben Krebs“ habe ich vor vielen Jahren bei meinem Schwager erleben dürfen. Steht mit beiden Beinen im Leben, ist nicht immer ganz fit, aber glücklich in seiner Midlife-Crisis und plötzlich ist da Krebs, der gestreut hat. Ihm geht es jedoch wieder gut. 

Bis zur Hälfte des Buches fand ich es einfach nur öde. Sie hat eben Krebs, weigert sich logischerweise zu akzeptieren, dass sie bald sterben wird, kümmert sich noch um alles, wirkt nach außen hin glücklich und ist so alltäglich trotz der Krankheit. Es tut mir wirklich leid, aber mir fehlte einfach etwas im emotionalen Bereich. So distanziert wie sie die Krankheit am Anfang erlebt hat bzw. so wie sie alles weggeschoben hat, so kam es eben auch rüber. Trotz Schmerzen und Tabletten, die ab und an erwähnt werden, wirkt sie glücklich und gesund. Erst sehr viel später, geht sie auf die Gewichtsabnahme, die Tatsache, dass sie nichts mehr schmeckt und vieles mehr ein. Ab diesem Zeitpunkt hatte sie mich, und als sich dann auch noch die familiären Dinge überschlagen, hatte sie mein vollstes Mitgefühl. Ich hab mitgefiebert, auf ein Wunder gehofft und wollte nicht, dass es Poppy schlechter geht.

Irgendwann kam dann jedoch der Punkt, wo das Buch, das vorher einfach irgendwo langsam, sehr schleichend auf einen bestimmten Endpunkt zugelaufen ist, plötzlich rapide an Tempo zugelegt hat. Wie im echten Leben kommt auch hier eine schlagartige Wendung, die alles nicht nur greifbarer, sondern endgültig macht. Genau das macht beim Lesen eine emotionale Lawine los. Spätestens auf den letzten 30 Seiten haben sich bei mir die Schleusen geöffnet. 

Es ist ein trauriges, sehr realistisches Schicksal, das berührt und gerade, wenn man selbst in dem Alter von Poppy ist, und dazu noch zwei kleine Kinder hat, dann ist man echt sehr ängstlich, denn in der Tat ist niemand vor Krebs geschützt. 

FAZIT: Der anfängliche Wow-Effekt fehlt, aber zum Schluss wird das Buch echt genial und dann macht es Klick, denn auch der Anfang ist genial. Das Buch macht großen Spaß, nicht im positiven Sinne, denn das Thema ist traurig, aber es macht Spaß, weil es so realistisch, greifbar ist. 

==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Amanda Prowse
Titel: Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (19. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492307833
ISBN-13: 978-3492307833
Originaltitel: Will You Remember Me?
Preis: € 9,99
Genre: Drama, Tod, Krebs
Gelesen in: 5 Tagen





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