Spiral / Paul McEuen

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"Für einen Sekundenbruchteil war Orchid abgelenkt. Die Pistole schwenkte ein wenig zur Seite. Jake bewegte sich schon auf sie zu. Sie versuchte, das Gleichgewicht wiederzufinden, aber sie hatte zu viel Schwung, und sie versuchte, zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Sie wollte die Waffe auf Jake richten und abdrücken, und sie wollte die Elektroschock-Sequenz auf ihr Bein tippen.
Zwei Dinge zugleicht, und keines klappte. Beides ging eine halbe Sekunde zu langsam, und diese halbe Sekunde genügte für Jake. Aus dem Augenwinkel sah er, dass Dylan den Zylinder auffing. Im selben Moment schoss Orchid, aber die Kugel traf nicht, sondern pfiff an seinem rechten Ohr vorbei. (Zitat aus Spiral – Paul McEuen)

Lust auf einen Thriller, der euch in Angst versetzen wird? Dann solltet ihr euch dieses Buch vielleicht merken, oder auch vielleicht nicht, denn einige Meinungen sind durchaus sehr positiv, aber es gibt eben auch Leser wie mich, die das Buch nicht so berauschend fanden. Aber entscheidet euch selbst.

===o0o WORUM GEHT ES IN DEM BUCH o0o===
Der Zweite Weltkrieg hat erst kürzlich sein Ende gefunden, als die Amerikaner eines ihrer Kriegsschiffe versenken. Die Besatzung hatte sich mit dem Pilz Uzumaki angesteckt. Der Virus ist spiralförmig, woher er auch seinen Namen hat, und hat bis dahin nur Maispflanzen befallen. Nun hat er sich jedoch auch an den Menschen gewagt. Befallene Personen fangen an zu schwitzen, ihre Körpertemperatur sinkt ab, ihr Schweiß stinkt, sie bekommen Halluzinationen. Entweder bringen sie sich gegenseitig um, oder Pilz erledigt es mit der Zeit. Ein Heilmittel gibt es nicht, und er überträgt sich via Luft und Tröpfchen. Liam Connor ist damals Mitte 30 und soll einen der Entwickler verhören, und klaut dabei eine Probe des Virus.

60 Jahre später wird Connor entführt, gefoltert und kann sich gerade noch selbst umbringen, bevor alles noch unerträglicher wird. Seine Entführerin will den Pilz von damals, aber Connor verrät ihr das Versteck nicht. Er hinterlässt dafür seinem Assistenten Jake und seiner Enkeltochter Maggie einige Briefe mit versteckten Hinweisen zum Versteck der Probe. Sie machen sich auf die Suche und folgen den versteckten Rätseln, immer im Nacken die Entführerin von Connor. Und diese schreckt vor nichts zurück und geht über Leichen, um an ihr Ziel zu kommen.

===o0o MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZUM BUCH o0o===
Paul McEuen ist mit „Spiral“ ein interessanter politischer und wissenschaftlicher Thriller gelungen, der sicherlich viele Anhänger hat und noch finden wird. Man merkt sofort an den vielen sehr sachlichen und umfangreichen Schilderungen, dass sich der Autor ausführlich mit Wissenschaft, Entwicklungen und der damit verbundenen Materie beschäftigt hat. Doch genau darin liegt schon die erste Schwachstelle, die man eben mögen muss. Es wirkt alles sehr langgezogen, fachlich gut, aber eben zu sachlich. Dadurch geht ähnlich wie bei der lieben Kathy Reichs die Spannung stellenweise sehr verloren.

Nun gut, das Buch hätte mich durchaus noch fesseln können, denn die Werke um „Bones“ liebe ich trotz dieser Langatmigkeit. Hier schafft es der Autor jedoch überhaupt nicht, mich zu überzeugen.

Die Figuren sind sehr blass geworden, weil das Augenmerk des Autors eben auf der Wissenschaft liegt. Äußerlich kann man sich die Figuren halbwegs gut vorstellen, obwohl ich es nicht als Kopfkino bezeichnen würde. Aber ihre Handlungen, Emotionen und Gedanken sind eben so blass, dass es zumindest mir sehr schwer fiel eine Bindung aufzubauen.

Zudem fehlt ganz einfach die Spannung, die man bei einem solchen Thriller erwarten würde. Klar passiert neben all dieser Wissenschaft auch einiges, was das Buch ganz klar für das Genre auszeichnet. Entführung, Mord, Gewalt und Angst, aber das richtige Schreckensszenario, welches abgewendet werden muss fehlt. Damit meine ich eben den Wettlauf mit der Zeit, der einen als Leser das Blut in den Adern gefrieren lässt, weil man um die Figuren, um die Menschheit selbst Angst hat.

Ich will damit nicht sagen, dass ich mich gelangweilt habe, es ist ein schönes Buch, aber es ist einfach kein Buch, zudem ich wirklich guten Zugang gefunden habe. Wissenschaft und Politik ist auch nicht so mein Genre, sodass es Paul McEuen eh etwas schwerer hatte. Damit es nicht zu unfair ist, weil das Buch ein kleiner Kampf für mich war, gehe ich den Mittelweg und das Buch bekommt faire 3 Sterne.

===o0o KURZ GESAGT o0o===
Leichter Stil, wissenschaftlich interessant, aber mir fehlt die Bindung inklusive Spannung.

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