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Northanger Abbey - Val McDermid



„Stolz und Vorurteil“, wie ich das Buch liebe, Northanger Abbey hingegen kenne ich nicht. Trotzdem habe ich mich sofort darauf gestürzt, als ich es zur Rezension angeboten bekommen habe. Eine moderne Version eine Klassikers ist immer etwas Besonderes. Ob mich Val McDermit jedoch überzeugen konnte, verrate ich euch nun. 


==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Val McDermid stammt aus Schottland. Bereits mit siebzehn Jahren besuchte sie das renommierte St. Hilda‘s College in Oxford. Sie arbeitete als Journalistin und Bühnenautorin. Ihre psychologischen Krimis, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, dienten mehrfach als Filmvorlage. Val McDermid lebt mit ihrem Sohn und ihrer Lebensgefährtin im Nordosten England. (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Ein altes Anwesen im Hintergrund, eine junges Mädchen und alles in bräunlichen Tönen. Ich finde das Cover sehr gut gewählt und hätte es mir auch im Laden angesehen.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Cat – liebt Bücher, ist eher naiv
Henry – Guter Tänzer, weltgewandt
Ellie – Henrys Schwester, liebt Bücher, total lieb
Bella – Verliebt in Cats Bruder, fasziniert von Geld und Büchern
James – Bruder von Cat, Anwalt, Herzensgut
John – Bruder von Bella, arrogant, geldgierig und überheblich

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: England, Edinburgh
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive:
Alter der Figuren:

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT FÜR DIE VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==
Seine Stirn war breit und die Wangenknochen schön definiert; die markante Nase verhinderte, dass er für einen Mann zu hübsch war. Seine Haut war hell und rein, nicht durch Sommersprossen verunstaltet. Er hatte nicht das sorgfältig gepflegte Aussehen eines Boygroup-Mitglieds, aber sein Gesicht war attraktiv und einprägsam. Geradezu wie das eines Helden, erlaubte sich Cat zu denken. (Zitat zeigt das erste Treffen von Cat und Henry in der Tanzschule)

==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
Cat hat die weite Welt noch nie außerhalb ihrer Bücher kennengelernt. Unterrichtet von den Eltern, der Vater Pfarrer, hat es nur ihr Bruder geschafft in London als Anwalt Fuß zu fassen. Als sie in diesem Sommer das Angebot bekommt mit ihren Nachbarn nach Edinburgh zum Kultufestival zu reisen, sagt sie sofort zu. Schon bei ihrer Ankunft ist die Welt atemberaubend anders, als sie es kennt. Offen, bunt und schnell. Vielleicht verliebt sie sich deswegen schnell in den gutaussehenden und eher kultivierten Henry, der zudem gut tanzen kann. Doch nach dem ersten Treffen sieht sie ihn nur noch sporadisch, was sie am Anfang etwas enttäuscht. Doch dann lernt sie auf dem Festival Bella kennen, die mit ihrem Bruder zusammen ist. Sie lieben die gleichen Bücher und ihr Bruder ist auch noch mit dem Bruder von Cat befreundet. Klar, dass sie immer wieder zu viert etwas machen möchte, als beide Brüder spontan zu Besuch kommen. Doch Cat hat nur Augen und Ohren für Henry und nicht für den überheblichen John, den Bruder von Bella. Als sie John eine klare Abfuhr erteilt und sich für Henry und dessen Schwester entscheidet, kann dieser es nicht auf sich sitzen lassen. Während Bella, die inzwischen mit ihrem Liebsten James verlobt ist, sich trotzdem von Henrys älteren Bruder ab und an umgarnen lässt, reist Cat mit nach Northanger Abbey, dem Landgut von Henrys Familie. Doch dann überschlagen sich die Dinge.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Klassiker gehören einfach ins Bücherregal und bereichern noch heute die Welt der Leser. Die Idee in einem groß angelegten Buchprojekt, die Werke von Jane Austen in die Neuzeit zu katapultieren, hat mich daher sofort fasziniert. Viele moderne Varianten von Klassikern oder Märchen sind wirklich gut, und ich glaube daher war meine Erwartung an Val McDermit recht hoch.

Am Anfang habe ich mich noch sehr gut auf das Buch einlassen können. Mit Cat ist der Autorin eine wirklich gute Neufassung gelungen. Zumindest erinnert sie mich stark an die heutige „Jugend“ und wirkte damit authentisch, wenn es um die Aktualität ging. Generell wind die Charaktere mit ausgeprägten Eigenschaften ausgestattet, die in die heutige Zeit passen. Facebook, Twitter, Selfies, SMS und Emails finden ihren Platz und von dem Aspekt her kann man der Autorin definitiv keinen Vorwurf machen, es nicht in die Neuzeit umgesetzt zu haben.

Doch irgendwas störte mich an der Geschichte. Am Anfang kam mir immer nur wieder der Gedanke, wie ist das Original. Ich habe es eben nicht gelesen und meine Neugierde wurde durch dieses Werk immer mehr geweckt. Das lag nicht nur daran, dass ich gerne vergleichen würde, wie die Geschichte damals ablief, oder wie die Figuren damals beschrieben wurden. Sondern es lag hauptsächlich daran, dass mich etwas störte, das ich zu Beginn nicht in Worte fassen konnte und mir ein Vergleich hätte helfen können.

Ab der Hälfte des Buches hat es dann „Klick“ gemacht und ich habe den Störfaktor gefunden. Und zwar war es eben dieses „Neu“. Die Charaktere hatten Eigenschaften und Meinungen, die dem Original eben sehr nahe kommen müssen. Man liest aus vielen Situationen und Gedanken den Flair von Jane Austen und die alten Gedanken, sodass das alte Bild eben auch auftaucht vor dem geistigen Auge, und dann kommt der Bruch, wo die Autorin versucht mit schnellen Autos, Facebook und Co noch einmal klarzustellen, wo man sich befindet. Für mich war das immer ein Schock und passte nicht wirklich. Da hatte man ein altes Bild von einem jungen Mädchen im Sommerkleid mit Schirmchen im Kopf und dann plötzlich Facebook. Damit es gepasst hätte, hätten die Grundeingenschaften der Charaktere auch abgeändert werden müssen und so wäre nur die Grundidee über geblieben.

Außerdem und da weiß ich leider nicht, wie es im Original ist, kam mir Northanger Abbey einfach zu spät ins Spiel. Im letzten Drittel befindet man sich endlich dort und hat das Gefühl, dass alles im Schnelldurchlauf noch einmal abgearbeitet wird.

Val McDermit macht ihre Aufgabe nicht schlecht und ich weiß nicht, welche genauen Vorgaben bei der Umsetzung vorgegeben wurden, aber man merkt, dass viele vorhanden waren. Ich habe das Buch zügig gelesen und auch meinen Spaß daran gehabt, aber mir war nach der Hälfte klar, dass dieses Buch nicht mit dem Original mithalten kann, weswegen ich es mir wahrscheinlich kaufen werde.

FAZIT: Es ist in meinen Augen ein netter Versuch, der aber durch Mischung von alten Ansichten und Facebook irgendwie deplatziert wirkt. Ich liebe Young Adult, aber zu Jane Austen in dieser Umsetzung passt es einfach nicht. Da ich es aber wirklich zügig gelesen habe, gibt es faire 3 Sterne.

Kommentare

  1. Heyho,

    ich finde das Cover schön, aber der Inhalt spricht mich persönlich nicht so an. Dennoch eine schöne Rezi. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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