Rattenkinder / B.C.Schiller

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In einer Minute und fünfzehn Sekunden werde ich mein Schweigen brechen. Dann habe ich genau ein Jahr lang kein Wort gesprochen. Ich werde meine Psychiaterin zu mir rufen und sie bitten, die Polizei zu alarmieren. Sie wird überrascht und verwirrt sein, aber sie wird meinen Wunsch erfüllen. (Zitat Kapitel 1. Die ersten Sätze)


Mögt ihr es genauso gerne spannend wie ich? Dann könnte das nachfolgende Buch vielleicht etwas für euch sein, denn spannend ist es mit Sicherheit. Allerdings muss ich ehrlich sagen, mich konnte das Buch leider nicht so sehr überzeugen. Daher kann ich euch nur empfehlen, guckt einmal selbst, ob euch meine Kritikpunkte stören, denn ganz viele sind wirklich  begeistert von dem Buch.

===o0o WER HAT ES GESCHRIEBEN o0o===
B.C.Schiller sind Barbara und Christian Schiller. Sie gehören zu den erfolgreichsten Selfpublishing-Autoren im deutschsprachigen Raum und ihre Thriller haben bereits mehr als 650.000 Leser begeistert. Bisher haben sie zehn Thriller veröffentlicht und einige waren Nr. 1 Kindle Bestseller und wochenlang in den Top 100 Charts. Im Oktober erscheint der neue Thriller "Rattenkinder" bei Bastei Lübbe. (Quelle: Amazon.de)

===o0o WORUM GEHT ES IN DEM BUCH o0o===
Viktor Maly ist Patient in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik in Linz. Eines Tages lässt er die Polizei rufen, weil er etwas sehr wichtiges zu sagen hat. Für die Ärzte von Maly ein Grund sofort anzurufen, denn Maly leidet an retrograder Amnesie. Statt jedoch wirklicher Antworten bekommt er nur einen Zettel mit wahllos hingekritzelten Zahlen. Erst später zeigt sich, dass dies Koordinaten für einen Park sind. Chefinspektor Tony Braun fährt zu der Stelle und muss eine getötete Frau vorfinden, die direkt neben ihrem Baby ermordet wurde. Lediglich ein Rattenschädel ist noch am Tatort zu finden. Das Team rund um Braun fängt an zu ermitteln und wird direkt nach Dogcity geführt. Ein Roma-Ghetto in Tschechien steckt hinter diesem Namen. Noch können sie nichts beweisen und dann taucht auch schon eine weitere Frauenleiche mit Rattenschädel auf. Die Dinge fangen an sich zu überschlagen.

===o0o MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZUM BUCH o0o===
„Rattenkinder“ ist ein Buch, das mich hauptsächlich wegen der Thematik und dem Cover angesprochen hat. Die Blutstropfen sind wirklich schön platziert und passen zum Buch. Die vielen positiven Bewertungen haben mich zusätzlich neugierig auf das Buch gemacht. Inhaltlich hätte mich das Buch wirklich faszinieren können, aber leider hat das Autorenduo es nicht geschafft.

Es fängt schon mit dem eher trivialen Schreibstil an. Ich muss kein anspruchsvolles Buch lesen, und liebe triviale Lektüre, um eben auch mal abschalten zu können. Trotzdem ist der Stil, den das Duo verwendet, schon eine Nummer für sich. Spätestens nach dem Wort „Spusi – für Spurensicherung“ konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Es ist aber nicht nur die einfache, manchmal eher kindliche Ausdrucksweise, sondern auch die Umsetzung im Allgemeinen.

Die Figuren blieben mir bis zum Schluss völlig fremd. Das mag zum einen daran liegen, dass dieser Band der 5. Fall ist und ich die vorherigen Bände nicht kenne. Es liegt aber auch zum anderen daran, dass ich die Figuren eher blass umgesetzt finde. Dies fällt deutlich bei den neu eingeführten Charakteren auf. Weder Details, noch die Dialoge sorgen für eine Bindung zu den Figuren. Teilweise war ich von den Ermittlern sogar eher genervt. Was jedoch noch mehr stört, sind die schlechten Erlebnisse der Vergangenheit, die auf jede Figur einen negativen Einfluss gehabt haben. Es wirkt dadurch eben irgendwie künstlich. Vielleicht wäre das nicht der Fall, wenn ich die anderen Bände gekannt hätte.

Die Ermittlungen sind ermüdend und manchmal echt anstrengend. Mir ist bewusst, dass diese nicht immer leicht umzusetzen sind. Und viele Krimis oder Thriller sorgen eher für langatmige Verhöre und deswegen mag ich nicht alle Umsetzungen. In diesem Fall mangelt es aber nicht an Kürze, sondern ganz einfach an Pepp, Scharfsinn und Witz.

Der Fall selbst ist schon recht spannend und das war auch der einzige Grund, warum ich das Buch wirklich weiterlesen wollte. Was steckt hinter den Morden, wer ist Maly wirklich und viele andere Fragen, die eben beim Lesen aufkommen. Aber als spannenden Genuss kann ich es nicht bezeichnen. Auch fand ich die Situationen oft einfach künstlich. Zum Beispiel am Anfang, was auch in der Leseprobe nachzulesen ist. Da sitzt eine Mutter und kümmert sich nicht ums Kind. Bewegt sich nicht mal, obwohl das Kind schreit. Andere sehen es, aber niemanden kümmert es. Mag zwar Realität sein, aber das das Kind erst just in dem Moment anfängt so zu schreien und sich zu bewegen, dass es fast in die Donau fährt, als der nette Inspektor einen Obdachlosen verfolgt, ist doch etwas merkwürdig. Meine Söhne hätten schon viel früher Theater gemacht, wenn sie als Baby dort alleine im Wagen gelegen hätten, ohne Bewegung und dann noch in der Kälte.

===o0o KURZ GESAGT o0o===
Spannende Grundidee, die jedoch für mich zu blass und langatmig umgesetzt wurde. Vielleicht nur was für Fans der ersten Minute.




*Rezi-Ex

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