Survive / Alex Morel [Rezension]

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»Nun ja, es ist nicht einfach kalt. Es ist bitterkalt. Zweistel- lige Minusgrade. Mindestens. Kälter als kalt.« »Das sagt mir absolut nichts«, gebe ich zurück. »Willst du es genau wissen?«
»Ja, will ich.« »Also gut«, murmelt er. »Meine Pisse – sie ist in dem Moment gefroren, als sie den Schnee berührt hat. Es ist eiskalt. Die Temperaturen müssen in der letzten Nacht um zwanzig, dreißig Grad gefallen sein.« Er hält inne. »Und der Wind wirbelt den Schnee und das Eis herum, es fühlt sich an wie fliegende Nadeln im Gesicht.« (Zitat S. 110)

Klingt kalt und nicht gerade schön, oder? Wenn ihr wissen wollt, wie ihr bei Minusgraden, abseits der Zivilisation und mit nur wenigen Lebensmitteln und gar keinen Getränken überleben wollt, dann könnte der nachfolgende Buchtipp etwas für euch sein. Aber schaut einfach und entscheidet selbst. 

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Axel Morel
Titel:  Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (2. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802597567
ISBN-13: 978-3802597565
Originaltitel: Survive
Preis: € 9,99
Genre: Drama, Überleben, Selbstmord, Flugzeugabsturz
Gelesen in: 2 Tagen

== DIE WICHTIGSTEN FIGUREN  IM ÜBERBLICK ==
Jane – Selbstmordkandidatin, Planerin und Denkerin
Paul – Stark, Sportlich, witzig

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive:

== GESCHRIEBEN WURDE ES VON==
Alex Morel lebt in Montclair, New Jersey. Er ist Vater von zwei Kindern und hat einen Hund namens CC. Survive. Wenn der Schnee mein Herz berührt ist sein erster Roman.  (Quelle: Amazon.de)

== DOCH WORUM GEHT ES DENN NUN GENAU==
Jane hat die Nase voll von ihrem Leben. Sie ist sich nun endlich sicher, dass sie sterben möchte und hat alles akribisch bis ins kleinste Detail geplant. Seit ihr Vater sich vor einigen Jahren an Weihnachten das Gehirn aus dem Kopf gepustet hat, und sie von den anderen Selbstmördern in der Familie weiß, hat sie es schon zwei Mal eher lieblos probiert. Die Ärzte nennen es „Den Wunsch nach Aufmerksamkeit“, Jane hingegen „Den Wunsch herauszufinden, ob sie wirklich bereit ist“. Ja, sie ist es, und hat alles dafür getan. Heute fliegt sie zu ihrer Mutter nach Hause auf Besuch. Sobald sie die Klinik verlassen hat, holt sie sich einen bestimmten Tablettenmix und über den Wolken im Flugzeug wird sie ihn nehmen. Bis zur Landung ist sie definitiv nicht mehr unter den Lebenden. Trotz vieler kleiner Pannen und einer großen Nervosität klappt alles bis zum Gang auf die Toilette. Dort passiert es. Das Flugzeug beginnt abzustürzen, die Pillen fallen ihr aus der Hand, sie wird bewusstlos und als sie erwacht, ist das Flugzeug in einem schneebedeckten Gebiet am Boden angekommen. Nur ihr Sitznachbar, der Bergsteiger Paul hat überlebt. Beiden ist klar, dass sie in dieser Kälte und an diesem Ort nicht überleben können und kämpfen sich durch die Wildnis, steile Berghänge hinauf und durch hohe Schneewehen. Immer mit dem Wunsch zu überleben. Doch sie haben nur wenig Essen, nur aufgetauten Schnee zu trinken und Jane ist nicht gerade eine Überlebenskünstlerin, schließlich wollte sie bis zum Absturz sterben. Was der Absturz geändert hat weiß sie nicht und so folgt sie Paul in Richtung möglicher Rettung.  Unterwegs verliebt sie sich in den sensiblen, starken und witzigen jungen Mann, was noch ein Grund mehr zum Kämpfen ist. Doch dann stürzt Paul und Jane muss nun die Rolle der Anführerin übernehmen, wenn sie überleben wollen. Ein Wettlauf mit der Zeit und gegen das Wetter beginnt.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Survive“ ist das Debüt aus der Feder von Axel Morel und befasst sich mit den Thema Selbstmord und Lebensmut. Das Thema Selbstmord wird von dem Autor auf eindrucksvolle und einzigartige Weise umgesetzt. Highlight ist im ersten Moment ganz klar das Cover und war nebst des Klappentextes einer meiner Lesegründe. Ich mag die Farbkombination total leiden.

Fast jeder hatte schon einmal in seinem Leben den Punkt, wo er mit dem Gedanken gespielt hat, was wäre wenn ich mich umbringe oder wenn ich sterbe oder ähnliches. Mit diesem Gedanken spielt der Autor. Allerdings und das mag an seinem Debüt liegen, übertreib er es einfach in vielen Punkten. Dadurch wirkt das Buch an manchen Stellen etwas künstlich. Jedoch ist die Kernaussage der wichtigste Aspekt und ganz ehrlich, dieser wird sehr gut vermittelt. Aber erst einmal der Reihe nach.

Jane ist eine Figur, die ein schweres Trauma erlebt hat und nie verwunden zu haben scheint. Der Leser stellt sich die Frage, wie er wohl selbst reagieren würde, wenn viele in der Familie sich schon umgebracht hätten und der eigene Vater sogar an Weihnachten Selbstmord begeht. Die Tatsache, dass es in jeder Generation Selbstmörder gibt, ist übertrieben, aber soll  verdeutlichen, dass diese depressive Ader vererbt werden kann. Janes Hintergrund für ihre Versuche, sprich kleinere Aufmerksamkeitsrufe, sind noch verständlich. Allerdings kann ich aus den Gedanken und Dialogen nicht nachvollziehen, warum sie nun doch sicher ist, dass sie es beenden kann und will. Hier hätte der Autor vielleicht schon vorher festere Absichten integrieren sollen oder nur einen Fehlschlag, der in letzter Sekunde endete. Dadurch wäre es greifbarer gewesen. Zumindest für mich. Generell ist Jane keine Figur, die einem wirklich sympathisch ist. Zumindest nicht über die Dauer des Buches. Einerseits wird sie sehr gefasst dargestellt, eine Person, die bis ins kleinste Detail plant und alle Eventualitäten berechnet und trotzdem passieren ihr Fehler, die ihre innere Anspannung widerspiegeln, jedoch ab und an wieder übertrieben sind. Zum Beispiel drängt sie an der Kontrolle, rastet richtig aus wegen Zeitmangel und hat im Grunde noch über eine Stunde Zeit. Dieser Punkt ist verständlich. Unverständlich ist hingegen, dass jemand der durchweg alles plant, sogar den genauen Tablettenmix über Google recherchiert, und der weiß, welche Läden tabu sind, nicht schaut, wo ein Laden ist, der erlaubt ist oder auch den Kauf genau plant. Das sind aber noch Aspekte, die ich okay waren. Warum sie jedoch plötzlich leben will, und nicht einfach im Flugzeug die restlichen Tabletten nimmt, was doch auch ein guter Abgang wäre, konnte ich über ihre Gedanken nicht nachvollziehen. Es gibt zwar Situationen, wo eben ein Klick kommt, aber der sollte beim Lesen besser vermittelt werden.

Abgestürzt, geht es erst einmal mit dem Überlebenskampf los. Jeder hat seine Last zu tragen und Gründe, warum er leben will. Die kleine Liebesgeschichte am Rande ist nett, aber ist nicht wirklich nennenswert und mir kam sogar kurz der Gedanke, ob die beiden sich abseits der Extremsituation überhaupt je näher gekommen wären. Die Dialoge sind witzig, ernst und in meinen Augen sehr gut umgesetzt. Die Überlebenstipps hingegen fand ich nicht so toll umgesetzt und manchmal etwas langatmig. Vielleicht bin ich nicht Bergsteiger genug oder kann nicht logisch denken, verstehe aber nicht unbedingt, warum auf einer Bergkuppe das Überleben eher gewährleistet sein soll als im Tal. Klar sehen einen Flugzeuge mehr, wenn sie einen suchen, aber im Tal sind Straßen und Leute. Das war für mich alles nicht immer zu 100% nachvollziehbar. Man merkt deutlich, dass es dem Autoren nicht um das Überleben mit seinem Kampf in den schneebedeckten Bergen geht, sondern um den inneren Überlebenskampf und die Willenskraft der Menschen bzw. Protagonisten. Im Grunde hätte das Flugzeug auch über einer einsamen Insel abstürzen können. An sich eigentlich gut, aber mich hätte eben der Absturz auch vom Inhalt mehr interessiert, und das ist leider eher oberflächlich und manchmal lieblos umgesetzt. Es ist schwer zu beschreiben und wahrscheinlich auch eine Frage der eigenen Leseintention.

Lässt man sich aber darauf ein und versucht weniger nachzudenken, dann gibt das Buch viel zum Nachdenken über Moral, Ängste, Zweifel und den Lebenstrieb. Auch das Möglichste und Beste aus einer ausweglosen Situation zu machen, ist beeindruckend umgesetzt. Ja, es macht Spaß zu lesen und ist eben vor allen Dingen leicht geschrieben.

Zum Ende hin kam mir jedoch ein Gedanke, und zwar ob Jane nicht vielleicht doch die Tabletten genommen hat und ihr Körper den Todeskampf in diesen Überlebenskampf projiziert. Dieser Gedanke hat mich sehr fasziniert und ehrlich gesagt dem Buch und besonders dem Schluss etwas ganz besonderes verliehen. Ob nun der Überlebenskampf echt war oder nur eine Projektion ihres Gehirns, müsst ihr definitiv selbst lesen

Fazit: Es ist ein gutes Buch mit vielen tollen Stellen, Gedanken und Ideen. Es gibt jedoch auch viele Punkte, die nicht klar umgesetzt wurden oder eher an den Haaren herbeigezogen wirken. Heraus kommt ein Buch, das man Lesen kann, aber nicht muss. Im Grunde hat der Autor definitiv Potential, welches aber noch ausgebaut werden kann. Ich würde mich jedenfalls über weitere Werke aus seiner Feder freuen. Aber nun schaut selbst, ob das Werk vielleicht etwas für euch sein könnte.
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Kissing / Katrin Bongard [Rezension]

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'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Katrin Bongard
Titel:  Kissing
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503632
ISBN-13: 978-3841503633
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 - 16 Jahre
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Jugend
Gelesen in: 4 Tagen

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Katrin Bongard lebt in Potsdam. Dort arbeitet sie als Drehbuchentwicklerin für Film und Fernsehen und als Autorin. Für ihren Debütroman Radio Gaga erhielt sie den Peter-Härtling-Preis, den Preis der Jury der Jungen Leser Wien sowie den Jugendbuchpreis Goldene Leslie. (Quelle: Amazon.de)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Emmy – getrennte Eltern, Kupplerin
Noah – attraktiv, intelligent
Julian – mag Jungs, liebt ungewöhnliche Filme
Fiona – Beste Freundin, Männer-Vamp

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Deutschland
Zeit:2010er
Alter der Figuren: 20er
Perspektive: Emmy

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Emmy studiert Psychologie, ist eine leidenschaftliche Kupplerin und mit ihren 21 Jahren noch oder wieder Single. Seit der Trennung ihrer Eltern hat sie aber auch andere Dinge im Kopf, und so nimmt sie ihren besten Freund Julian als Alibi-Freund. Er ist mit seinen 22 Jahren eigentlich schwul, traut sich aber nicht sich zu outen und ist über Emmy einfach nur froh. Irgendwann lernen beide jedoch Noah auf einer Party kennen, und Emmy findet ihn nicht nur unglaublich heiß, sondern ist der Auffassung den perfekten Freund für Julian gefunden zu haben. Zum Glück ist Noah ebenfalls schwul, was die Verkupplung vereinfachen sollte. Zumindest geht Emmy davon aus, denn einige Indizien sprechen einfach dafür, auch wenn Julian sich da nicht ganz so sicher ist. Eigentlich könnte alles super sein, doch mit der Zeit merkt Emmy, dass sie sich selbst zu Noah hingezogen fühlt und das ist ein großes Problem, denn sie will nicht, dass Julian sich vor den Kopf gestoßen fühlt oder gar die Freundschaft dadurch gefährdet wird.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Kissing“ ist die zweite Reihe aus der Feder von Katrin Bongard, die ich beginne. Nach Loving war ich so begeistert, dass ich mich für eine Leserunde angemeldet habe, bei der ich Kissing lesen durfte. Ich habe das Buch, wie auch schon Loving und Loving more verschlungen, aber ich habe fast einen Monat gebraucht, um mir zu überlegen, wie ich das Buch bewerte. So lange habe ich mir noch für kein Buch Zeit gelassen. Warum ich so geteilter Meinung war, hat einige Gründe.

Es begann schon mit der Tatsache, dass Emmy älter war, als ich gedacht habe. Nach Loving und dem Klappentext hatte ich eine Figur im Kopf, die zwischen 16-18 Jahre alt ist. Plötzlich vor einer Studentin zu stehen, hat irgendwie nicht ganz gepasst. Es ist schwer ein gedachtes Bild aus den Kopf zu bekommen, ohne das ein kleiner Beigeschmack zurückbleibt. Emmy ist auch kein Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Sie ist intelligent, sehr eigensinnig und noch nicht ganz erwachsen, wie ich finde. Ihre Handlungen sind manchmal nicht unbedingt logisch oder konsequent. Sie springen und machen sie für mich nie vollständig sympathisch. Dabei beschreibt die Autorin sie wirklich sehr lebendig und detailliert. Ihre Gedanken und Emotionen sind nachvollziehbar, aber oft habe ich sie eher wie 15 eingeschätzt. Die anderen Figuren wirken dagegen reifer und heben sich dadurch klar von Emmy ab. Mir fehlte die Bindung, wie ich es bei „Loving“ sofort hatte.

Inhaltlich greift die Autorin ein interessantes Thema auf. Freundschaft, Liebe, Homosexualität, Outing. Die Basis ist gut, und während des Lesens fesselt einen das Buch ungemein, weil man einfach erfahren möchte, was als nächstes passiert. Zumindest war ich neugierig, ob Noah nun schwul ist, Julian sich outet und wann Emmy zu ihren Gefühlen steht. Ein perfektes Gefühlschaos und doch habe ich mich immer wieder über mehrere Seiten vollkommen gelangweilt. Das Problem ist, dass die Autorin zu viele Nebenstränge integriert, wie eben die Trennung der Eltern und die Einsamkeit der Mutter. Die Idee soll mehr Verständnis für Emmy oder andere Personen aufkommen lassen, aber ganz ehrlich, sie lenkt von den wichtigen Figuren ab und lässt die Handlung oftmals stocken.

Und genau diese Längen waren es, die mich immer wieder enttäuscht haben und mich so lange haben grübeln lassen. Wenn man jedoch von der Autorin ganz andere Meisterleistungen gewohnt ist und das Herz nicht berührt wird, dann gehört es nicht zu den Highlights des Monats.

Schlimmer empfand ich aber auch die Entwicklung der Liebesgeschichte. Ich konnte die plötzlichen Gefühle, abgesehen von „Er ist heiß“ nicht nachvollziehen. Im Grunde sind sie plötzlich zusammen, und Emmy weiß noch nicht mal seine Telefonnummer oder andere grundlegende Dinge. Sie hatten noch nicht mal ein Date, wo man hätte sagen können, das Knistern war überdeutlich. Auf der anderen Seite ist da Julian, der schwer verliebt ist, und wo die Gefühle nachvollziehbar sind. Was es für mich eben schwer macht, Emmys Egoismus nachzuvollziehen.

Von mir gibt es faire 3 Sterne, denn es ließ sich gut lesen, war aber bei weiten nicht ihre Stärke.
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Die 100 / Kass Morgan [Rezension]

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Die Tür glitt zur Seite und Clarke wusste, dass es Zeit war zu sterben. Sie sah nur die Stiefel des Gardisten, der in ihre Zelle kam, und setzte sich auf. Ihr schweißnasses Hemd löste sich
schmatzend von der Pritsche, und sie machte sich bereit für die Angst, das Adrenalin, den Anfall wilder Panik. Doch alles, was sie spürte, war Erleichterung. Nachdem sie eine der Wachen angegriffen hatte, war sie in eine Einzelzelle verlegt worden, doch für Clarke gab es
so etwas wie Einsamkeit nicht. Sie hörte Stimmen, überall. (Zitat S. 7)

Klingt gut? Dann solltet ihr weiterlesen, denn in meiner Rezension möchte ich euch das Buch „Die 100“ vorstellen. Einige werden es sicherlich schon als TV-Sendung auf Pro 7 entdeckt haben. Wer nicht viel wert auf große Ähnlichkeit legt, darf gerne weiterlesen und gucken, ob das Buch was für ihn ist.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Kass Morgan
Titel:  Die 100
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (27. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453269497
ISBN-13: 978-3453269491
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The 100
Preis: € 12,99
Genre: SciFi, Dystopie
Gelesen in: 4 Tagen

== DIE WICHTIGSTEN FIGUREN  IM ÜBERBLICK ==
Wells – Sohn des amtierenden Kanzlers
Clarke – Waise, verurteilt, starke Persönlichkeit
Glass – Flüchtige und verliebt in Luke
Bellamy – Waise und kämpft für seine Schwester Octavia
Octavia -  Kleine Schwester vonBelamy

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Weltraum und Erde
Zeit: Zukunft
Perspektive: Ich-Perspektive wechselnd

== DOCH WORUM GEHT ES DENN NUN==
Auf der Erde gab es einen vernichtenden Atomkrieg, der einige Menschen auf Raumschiffe gezwungen hat, um überhaupt eine Chance zum Überleben zu haben. Inzwischen sind 300 Jahre vergangen und die Mittel auf den Raumschiffen gehen zur Neige. 100 jugendliche Straftäter sollen nun auf die Erde reisen und gucken ob ein Überleben schon möglich ist.

Clarke steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Ihre Eltern wurden auf Grund von Experimenten verhaftet und getötet. Sie wurde erst einmal zu einer Haftstrafe verurteilt und mit 18 wäre ihr der Tod eigentlich sicher. Für sie ist es die Chance zu leben, und somit freut sie sich sogar etwas auf die unbekannte Reise. Das Wells, ihr Ex-Freund, der Verräter ihrer Eltern und Sohn des Kanzlers mit von der Partie ist, gefällt ihr gar nicht. Er hat sich wegen eines öffentlichen Gesetzesbruchs strafbar gemacht und muss deswegen ebenfalls zur Erde. Dies hat er gemacht, um bei Clarke zu sein, die er noch immer liebt.

Ebenfalls mit von der Partie ist Bellamy. Er ist Waise, sehr hitzig und Gesetze sind ihm fremd. Schon immer war ihm seine kleine Schwester Octavia deutlich wichtiger. Obwohl er einiges auf dem Kerbholz hat, wurde er nicht verhaftet und gehört offiziell nicht zum Erden-Team. Doch da Octavia an Bord geht, greift er bei der Einschiffung ein, verursacht Chaos, schießt auf den Kanzler und versucht alles, um ebenfalls an Bord zu kommen.

Glass, eine gute Freundin von Wells, nutzt diese Chance vom Chaos  und flieht vom Transporter. Sie möchte zu ihrer großen Liebe Luke, die sie seit Jahren nicht gesehen hat und der nicht mal weiß, warum sie sich nicht melden konnte.

Diese vier Schicksale werden in verschiedenen Episoden beschrieben.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die 100“ ist definitiv nicht mit der Serie „The 100“ zu vergleichen. Warum die Szenen so arg für eine TV-Sendung umgeschrieben wurden, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, und bin sogar am Anfang arg ins Straucheln gekommen. So lebt zum Beispiel in der Serie die Mutter von Clarke, und im Buch ist sie Waise. Ich glaube die ersten 40 Seiten habe ich mich arg aufgeregt, überlegt abzubrechen oder das Buch im Urlaub sogar im Kamin zu verbrennen.   Man sieht eine Serie, verliebt sich, und geht eigentlich davon aus, dass das Buch ergänzt, mehr Fakten liefert und ausführlicher ist. Vielleicht sogar besser, aber doch nicht so gänzlich anders. Ich musste mir dementsprechend erst einmal sagen, lass dich auf etwas neues ein. Die Figuren haben nur ähnliche Namen, aber es ist eine andere Umsetzung.

Mit diesem Hintergrundgedanken konnte ich mich auf das Buch einlassen und war echt begeistert. Die Autorin schafft ein Szenario, dass wirklich spannend ist und untermalt die Situation auf der Erde, den Atomkrieg und die Nöte  auf den Raumschiff mit wunderbaren Charakteren. Sie sind unterschiedlich, einzigartig und das schöne ist, dass sie durch die verschiedenen Perspektiven sehr schön ins rechte Licht gerückt werden. Und genau diese einzelnen Perspektiven und Geschichten haben es eigentlich in sich. Man erlebt verschiedene Szenen und bekommt die Emotionen hautnah mit. Zeitgleich sorgen gewisse Rückblenden bei diesen Figuren, dass der Leser zudem ein gutes Hintergrundwissen über die Situation auf dem Schiff, der Hauptfiguren oder dem Geschehen auf der Erde damals.

Natürlich geht es aber nicht nur um diese Figuren und deren Geschichten, sondern eben auch um das Überleben auf dem blauen Planeten. Und so ist das Buch wirklich unglaublich spannend. Ähnlich wie in der Serie gibt es Momente, wo man den Atem anhält, mitfiebert und grübelt, was wohl als nächstes passiert. Sicher sein könnt ihr euch, dass sehr viel passiert.

Lediglich der Schluss ist einfach scheußlich gewählt. Er ist eigentlich super umgesetzt und auch an einer idealen Stelle, aber eben nur wenn man Cliffhanger mag, und das ist ein Paradebeispiel an Cliffhanger. Wer hier nicht weiterlesen will, der kann mit der Serie an sich wirklich nichts anfangen. Ich will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht.

Alles in Allem kann ich sagen, dass ich am Ende des Buches nicht weiß, was mir mehr gefällt. Die Serie oder das Buch. Beides ist sehr gut, faszinierend und spannend. Obwohl ich am Anfang keine Lust auf das Buch hatte, lohnt es sich. Wer also nichts gegen etwas Dystopie hat, der sollte sich definitiv das Buch merken. Klare Empfehlung eines Serien-Fans. :)

*Rezi-Ex
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Liebe zum Nachtisch / Victoria Seifried [Rezension]

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Doch ist es das, was ich wirklich verdiene? Nicht angerufen zu werden? Sitzen gelassen zu werden wegen einer Schwester? Von einem Rainer?  Oder spielt mir meine Wahrnehmung mal wieder einen Streich, und ich fühle mich zu Unrecht vernachlässigt? (Zitat S. 19)





Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich als Rezensionsexemplar angeboten bekommen habe. Falls ihr genauso gerne mal einen heiteren Liebesroman lest, dann solltet ihr jetzt einfach mal weiterlesen, vielleicht ist der Roman „Liebe zum Nachtisch“ auch etwas für euch. Bei mir war es das erste Buch seit langen, dass ich in der Tat an einem Tag verschlungen habe, obwohl es recht viele Seiten hat.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Victoria Seifried
Titel:  Liebe zum Nachtisch
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (10. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453418220
ISBN-13: 978-3453418226
Preis: € 8,99
Genre: Liebe, Humor
Gelesen in: 1 Tag

== AUTORENPORTRAIT ==
Victoria-Louise Seifried wurde 1987 in Berlin geboren. Seit 2007 schreibt sie Gedichte und Kurzgeschichten, die sie auf Poetry Slams, Stand-up-Comedy-Bühnen und bei unterschiedlichen Kulturprojekten vorträgt. Sie hat Psychologie studiert und Psychologische Diagnostik an der Universität Potsdam unterrichtet. Am Street College, einem sozialen Projekt des Gangway e.V. in Berlin, ist sie außerdem als Lehrerin tätig und unterstützt Jugendliche beim Erlangen ihres Hauptschulabschlusses. Liebe zum Nachtisch ist ihr erster Roman.
(Quelle: Amazon.de)


== DAS COVER ==
Ich liebe rosa und dementsprechend auch dieses rosa Cover. Ein Herzkuchen ist klasse, nur die Erdbeeren in Aufkleberform stechen eben etwas hervor.

== FIGUREN ==
Helena – Mitte Zwanzig, sehr unselbstständig, unglücklich in der Beziehung, studiert für ihren Paps
Rainer – Egoist, seine Zwillingsschwester ist ihm heilig und die wichtigste Person
Jeffrey – attraktiv, witzig, ein guter Zuhörer
Daniel – DJ und arbeitet bei einem Radiosender in NY
Rachel – Moderatorin in NY
Friederike – Beste Freundin von Helena
Pirmin - Schildkröte

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Berlin / New York
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive
Alter der Figuren:  Mitte 20

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Helena ist alles andere als glücklich. Sie studiert für ihren Vater Zahnmedizin, obwohl sie es eigentlich nicht mag, und ihr Freund Rainer, mit dem sie schon zwei Jahre zusammen ist, behandelt sie wie Dreck. Sie muss durch die Hintertür gehen, für ihn einkaufen und sobald seine Zwillingsschwester kommt, meldet er sich wochenlang gar nicht. An einem solchen Abend beschließt sie ihre beste Freundin Friederike in einer Kneipe aufzusuchen und mit zu feiern. Wer zur Hölle ist Rainer. Und genau an diesem Abend lernt sie Jeffrey kennen, er ihr schon in der Bar auffällt und sie später am Bus anspricht. Zusammen gehen sie durch Berlin haben jede Menge Spaß und als sie sich am nächsten Tag wieder treffen gibt es wunderbaren aufregenden Sex. Helena ist eigentlich nicht der Typ fürs Fremdgehen und One Night Stands, aber Jeffrey ist etwas Besonderes und daher ist es richtig schlimm, dass er nach New York geht. Während sie grübelt, ob sie sich trennen soll und ihren Shopping-Frust im Schrank verstaut, fällt dieser auf sie und zerstört damit das geliebte Handy. Jeffrey kann sie also nicht mehr erreichen und Rainer bringt nur blöde Sprüche und ist genervt von ihr. Spontan trennt sie sich von ihm und beschließt Jeffrey nachzureisen. Nur war sie noch nie woanders und New York ist nicht so klein, wie sie anfangs gedacht hat. Unerwartet bekommt sie von Rachel, die eigentlich Rosi heißt und Moderatorin beim angesagtesten Radiosender von New York ist Hilfe. Außerdem ist auch immer Daniel da, ein Arbeitskollege von Rachel, der eigentlich total witzig ist, wäre da nicht Jeffrey und die Tatsache, dass Rachel auf ihn steht. Mit ihrem Aufruf übers Radio tritt sie eine Lawine los, mit der sie nicht gerechnet hätte. Ob Helena ihren Jeffrey findet, müsst ihr jedoch nun selbst lesen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Liebe zum Nachtisch“ ist ein klassischer Liebesroman. Also schön kitschig, trivial vorhersehbar, Happy End und natürlich viele Irrwege und Stolperfallen. Wer so etwas sucht, und nichts gegen diese Dinge hat, der sollte weiterlesen oder auch nicht, denn ein Paar Spoiler gibt es schon, was zwischendurch passiert.

Umsetzungen solcher Art gibt es viele und die meisten Bücher lassen sich gut lesen, aber es gibt nur wenige Ausnahmen, wo ich restlos begeistert bin, wie ich es zum Beispiel bei Petra Hülsmann und ihre Werken bin. Victoria Seilfried gehört mit ihrem vorliegenden Debüt definitiv dazu.

Zwar hat das Buch einige Schwächen, die bei einem Erstlingswerk nicht weiter schlimm sind und natürlich auch eine Frage des Geschmacks sind, aber ich denke, wenn man ein Buch an einem Tag verschlingt, dann spricht diese Tatsache für das Buch.

Mit Helena ist der Autorin eine Figur gelungen, die einerseits sehr authentisch ist und mich stellenweise sehr an mich erinnert. Sie ist unsicher, wenn es um andere Städte geht, lässt sich gerne vom Partner ausnutzen und orakelt gerne in bestimmten Situationen. Bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, traf dies auch auf mich zu. Auf der anderen Seite ist Helena aber durchweg sehr unsicher, chaotisch und naiv, dass sie mich teilweise zur Weißglut gebracht hat. Sie wird so übertrieben dargestellt, dass es manchmal nervt. Zum Beispiel will sie in die USA, überlegt jedoch nicht mal, was sie dafür haben muss um Einreisen zu können, wie zum Beispiel einen gültigen Pass. Oder sie geht mit ihrer Schildkröte in den Zoo und setzt diese ins Tiergehege und wundert sich, dass die Tierpfleger nicht begeistert sind, als sie ihre Schildkröte mitnehmen will und dabei erwischt wird. Und die Unterlagen hat sie zufällig auch nicht, weil sie so chaotisch ist. Auch ohne diese künstliche Einbauten wäre der Roman liebenswert gewesen und hätte ähnlich verlaufen können. Die anderen Figuren sind interessant gestaltet, aber hier muss ich persönlich sagen, gibt es kleinere Dinge, die mir auffallen. Zum Beispiel ist Friederike selbstständig und hat Ahnung, trotzdem unterstützt sie Helena eher unzureichend. Würde meine beste Freundin spontan entscheiden die Nadel im Heuhaufen zu suchen, würde ich vorher schon einen Schlachtplan aufstellen und sie von Deutschland aus unterstützen. Nun gut, wie gesagt es sind Kleinigkeiten, die sehr subjektiv sind.

Inhaltlich zieht die Autorin viele möglichen Register. Leider wirkt vieles ebenfalls sehr chaotisch, als wolle die Autorin zeigen was sie kann und so viele Ideen wie möglich einbringen. Viel möchte ich hier nicht verraten, aber wie oben schon erwähnt gibt es wegen Helenas chaotischen Art oft Probleme und Hindernisse. Auf jeden Fall gibt es eine Kopfschüttler, einige Schmunzler und sogar Lacher.

Das Buch ist zu keiner Zeit vom Inhalt her langweilig, obwohl ich recht früh wusste, was die Autorin am Ende für ein Happy End vorsieht und sogar ein paar von ihren Überraschungen schon geahnt habe, bevor diese passiert sind. Aber genau das gefällt mir, hier kann ich beim Lesen abschalten und ein paar gute Ideen verfolgen. Und natürlich bleibt die Frage, ob man wirklich recht hatte und wie der Weg zum Happy End verläuft.

Und der Schluss ist etwas, was mich doch etwas gestört hatte. Der Rest des Buches ist in einem gemächlichen Tempo verfasst und der Schluss überschlägt sich. War das Seitenlimit erreicht, dass der Abschluss so leicht gerafft und unromantisch wirkt. Er ist lustig und irgendwo klasse, definitiv kein schlechter Schluss und gut aufgelöst, aber mir ging es zu schnell, denn genau der Weg von der Erkenntnis mit den Steinen im Weg ist doch das lustige und hätte gerne länger sein dürfen. Trotzdem finde ich es für ein Debüt wirklich klasse und möchte gerne mehr von der Autorin lesen. Gerne auch eine weitere Geschichte mit der verrückten Helena.

Alles in allem hat das Buch einige winzige Schwächen, aber das gesamte Paket macht Spaß und hat mich wie gesagt am Stück unterhalten, weswegen das Buch von mir fünf Sterne bekommt. Zwar noch ausbaufähig und keine zweite Petra Hülsmann, sorry sie ist momentan meine Messlatte, aber gut umgesetzt
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Traumflieger / Jando

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Die Sonne wärmte meine nasse, salzige Haut. Mein Blick wandte sich dem Meer zu. Still lag es da. Einige kleine Wellen schoben sich an den Strand. Möwen, Tiefseetaucher breiteten ihre Flügel aus und schoben sich der Sonne entgegen. Ich sog die reine, frische Meeresluft in mich auf und ließ meinen Gedanken freien Lauf. Die Geschichten der Traumflieger so wiederzugeben, wie sie sich tatsächlich abgespielt haben, dürfte ebenso schwierig werden, wie den Mond in die Sonne zu verwandeln. Ich will aber versuchen, alles so niederzuschreiben, wie es sich zugetragen hat. (Zitat aus dem Prolog von Traumflieger)
 
Heute möchte ich euch wieder mal ein Buch vorstellen, dass mir freundlicherweise zum Rezensieren zugeschickt wurde. Wer meine Lesesucht verfolgt, der weiß, dass ich erst kürzlich etwas aus der Feder von Jando gelesen habe. Genauer gesagt handelte es sich um sein erstes Werk „Sternenreiter“ und das hatte einige Kritikpunkte mit sich gebracht. Wie mir sein neuestes Werk gefallen hat, verrate ich euch nun.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Jando
Titel:  Traumflieger
Gebundene Ausgabe: 162 Seiten
Verlag: Koros Nord (4. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981486323
ISBN-13: 978-3981486322
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre
Preis: € 13,99
Genre: Kinder, Lebensweisheiten, Märchen
Gelesen in: 1 Tag

== AUTORENPORTRAIT ==
Jando wurde am 16.07.1970 im niedersächsischen Oldenburg geboren. Er ist ein moderner Geschichtenerzähler mit zeitlosen Botschaften für Jung und Alt, Groß und Klein. Sein Seemannsgarn spinnt der Norddeutsche während ausgedehnter Wanderungen entlang der Küste. Als kleiner Junge wollte er Seeräuber werden, der Besitztümer an Arme verteilt. Diese Haltung spiegeln heute seine Bücher wider. Jandos Erstlingserfolg "Windträume ... eine wundersame Reise zu sich selbst". welches er zunächst 2003 im Eigenverlag veröffentlichte, erschien 2010 bei einem klassischen Verlag und liegt auch als Hörbuch vor. Nach längerem Aufenthalt in Köln lebt der Geschichtenerzähler heute unweit der Nordseeküste. 2012 erschien das moderne Märchen "Sternenreiter:Kleine Sterne leuchten ewig", als gebundene und Hörbuchausgabe. Von dem Buchtitel wurden bisher 20.000 Exemplare auf dem deutschen Buchmarkt verkauft.
(Quelle: Amazon.de)


== DAS COVER ==
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ein kleines, blondes Mädchen lässt eine Taube fliegen in den Sternenhimmel. Sieht sehr hübsch aus und ist kindgerecht gezeichnet. So sind auch die anderen Bilder im Buch.

== FIGUREN ==
Lena – kleine Freundin von Lasse
Lasse – Freund von Lena
Mann im Mond
Jan – Entdeckt die Geschichte von Lena

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Deutschland
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Dritte Person

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Jan ist im Urlaub, als er durch Zufall von einem Mann im Leuchtturm die Geschichte von Lena und Lasse erzählt bekommt. Was sie bedeutet, begreift er erst Jahre später. Lena ist jung und mutig. Ihr bester Freund ist Lasse und dieser ist von Trauer zerfressen, denn sein Vater ist verstorben und seitdem stottert er extrem. Beide halten in dieser Phase stark zusammen. Irgendwann schreibt Lena jedoch einen Brief an Gott und daraus entsteht ein reger Briefwechsel, der sogar für ein so junges Mädchen recht tiefgehend ist. Sie bittet Gott um ein paar Superhelden, die dafür sorgen, dass das Leid auf der Erde weniger wird. Für Gott sind es aber Menschen wie Lena, die er als Superhelden ansieht und als der Mann im Mond Hilfe braucht, helfen sie ihm ohne lange zu fragen. Unterstützt werden sie von der Taube Anastasia und ihrem treuen Hund.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Traumflieger“ ist der zweite Roman aus der Feder von Jondo und ich glaube, dass er sich bei diesen Werk die Kritik seiner Fans von „Sternenreiter“ zu Herzen genommen hat. Auch ich war nicht vollends überzeugt von dieser Lektüre. Wie mit einer Art Zaunpfahl hat der Autor versucht seine Lebensweisheiten an den Mann zu bringen. Und das war einfach übertrieben,während die Geschichte selbst eher wie ein Mittel zum Weck diente. Dabei mag ich solche Geschichten, aber nur wenn sie gut umgesetzt sind, wie zum Beispiel „Der träumende Delphin“.

Zufall oder ob Jando diese Kritik wirklich umgesetzt hat, kann ich nicht sagen, aber diesmal erwartet den Leser eine gut durchdachte Geschichte, die sogar eine Rahmenhandlung und Binnengeschichte aufweist.

Die Hauptfiguren sind dem Autoren wieder sehr authentisch gelungen und der Autor zeigt mit ihnen wie wichtig eine gute Freundschaft ist. Diese ist in der heutigen Zeit unbezahlbar. Außerdem versucht er zu zeigen, dass in jedem einzelnen Menschen, egal ob er mutig ist oder stottert ein echter Held stecken kann, der nur herausgekitzelt werden muss. Schön ist auch, dass die Figuren nicht nur wieder authentisch sind, sondern besser eingeführt werden und man so als Leser endlich eine kleine Bindung aufbauen kann.

Die Weisheiten sind diesmal im Text, aber vor allen Dingen in den tiefgründigen Briefen an Gott versteckt. Sie regen zum Nachdenken an, und da nicht immer alles so hervorsticht, wie beim „Sternenreiter“ kann man genüsslich lesen, erneut lesen und den Text auf sich wirken lassen. Und mit seinen Lebensweisheiten schafft der Autor Mut und vielleicht sogar Kampfgeist hervor zu beschwören, der den inneren Schweinehund besiegt oder zumindest dabei hilft.

Das Highlight liegt wieder klar in den zauberhaften Zeichnungen, die ihr schon beim Cover entdecken konntet. Diese sind im gesamten Buch verteilt und geben dem Buch ein schönes, kindliches Bild, was wiederum zur Geschichte an sich passt.

Alles in allem ist „Traumflieger“ ein wirklich schönes Buch, das ich mit Sicherheit später meinem Sohn vorlesen werde, damit er auch etwas über Mut, Freundschaft und den inneren Helden erfährt. Die Geschichte ist so liebenswert gestaltet, dass man einfach zu hören muss, immer wieder zwischendurch nachdenken möchte. Einziger Wehmutstropfen sind die durch aus vorhandenen Rechtschreibfehler. Mich stört dies nicht unbedingt, denn als Schülerin, die erst die alte gelernt hat und dann später die neue Rechtschreibung ist es schwer zu unterscheiden, wie was jetzt geschrieben wird, und dementsprechend sind meine Texte sicherlich selbst voller „Fehler“. Da sich das Buch jedoch an Kinder zwischen 8-12 Jahren richtet, sollte jedoch Grammatik und Rechtschreibung richtig sein, damit die Kinder sie beim Lesen nicht falsch einprägen oder sich gar gestört fühlen. Es ist nicht viel, aber wenn es sogar mir auffällt, dann ist eine Korrektur sicherlich nicht verkehrt. Denn inhaltlich oder vom Stil her ist das Buch märchenhaft und poetisch erzählt, sodass es Spaß macht den Worten zu folgen.

Solltet ihr euren Kindern also ein neues Märchen zum Vorlesen schenken wollen, dann könnte inhaltlich dieses Buch wirklich empfehlenswert sein. Wenn meine Kinder später auch nur annähernd so einen Charakter entwickeln und Freundschaft für sie so etwas bedeutet wie zwischen Lena und Lasse, dann bin ich definitiv mehr als nur etwas stolz auf meine Jungs.

*Rezi-ex
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Sternenreiter / Jando [Rezension]

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Oh, bereiten dir deine Verletzungen noch Schmerzen?“, wollte der Junge wissen. „Nein, eigentlich nicht. Ich habe vorhin trainiert und glaube, ich habe schon einen Muskelkater“, meinte ich. „Das ist doch ein gutes Zeichen. Weißt du, fast jede Verletzung kann mit der Zeit heilen, aber ein krankes Herz braucht länger. Darum versuche ich immer zuerst mit dem Herzen zu sprechen. Alles Weitere ergibt sich daraus.“ Der Junge lächelte andächtig, als er das sagte und nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Schale, die wie eine liegende Mondsichel aussah. (Zitat aus dem Buch Sternenreiter von Jondo)


Heute habe ich mal wieder ein kleines Buch für euch, das ich besonders den Menschen ans Herz legen möchte, die in ihrem Leben gerade eine schwierige Situation durchmachen. Das Buch selbst habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag aus angeboten bekommen, und da es meiner Mutter zu dem Zeitpunkt nicht gut ging, habe ich zugesagt. Ob mir das Buch in der Situation geholfen hat, verrate ich euch nun.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Jando
Titel: Sternenreiter
Gebundene Ausgabe: 131 Seiten
Verlag: Koros Nord; Auflage: 3 (24. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981486315
ISBN-13: 978-3981486315
Preis: € 13,95
Genre: Lebensweisheiten
Gelesen in: 1 Tag

== DAS COVER ==
Das Cover ist sehr schön gestaltet. Es wurde von Hand gezeichnet und zeigt ein glitzerndes Meer mit einer kindlichen Silhouette, die zwar etwas zu kräftig hervorsticht, aber trotzdem irgendwie zum Buch passt.

== FIGUREN ==
Mats – Arbeitet zu viel, wird fast tödlich verletzt
Kiki – Seine Frau
Sternenreiter – Ein kleiner Junge, der die Augen zu öffnen vermag

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Deutschland   
Zeit: Gegenwart
Perspektive: Ich-Perspektive Mats
Alter der Figuren: 30er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Mats ist glücklich verheiratet, hat wunderbare Kinder und eine bezaubernde Frau namens Kiki, die er über alles liebt. Und genau deswegen muss Mats machen was er macht. Er steht morgens auf und kommt erst ganz spät von der Arbeit wieder, macht Überstunden am Wochenende, um seiner Familie alles tolle zu ermöglichen. Als ihn Kiki bittet endlich mal ein Wochenende mit ihnen zu verbringen verspricht er es. Doch schon am nächsten Tag wird ihm klar, dass er für seinen Chef und die übertragene Aufgabe einfach am Wochenende arbeiten muss. Auf der Suche nach einer Ausrede und dem Weiterspinnen seiner Idee, geht er einfach bei rot über die Ampel. Er kann sich nur noch an die Lichter erinnern und dann wird es dunkel. Einen Monat später erwacht er aus dem künstlichen Koma und muss vieles neu lernen. Im Krankenhaus lernt er einen merkwürdigen Jungen kennen, der ihn das Leben von einer ganz anderen Seite zeigt.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Sternenreiter“ ist ein ganz besonderes Buch und ich möchte vorab sagen, dass das Buch wie ein Wink mit dem Zaunpfahl in mein Leben getreten ist. Nach dem Infarkt meiner Mutter hatte ich das Gefühl, dass das Buch mir über eine eventuelle Trauer hinweghelfen oder mir Kraft zum Meistern der Situation geben könnte. Also eigentlich einer der Punkte, für die das Buch gedacht ist.

Ich habe ein tiefgründiges Buch erwartet, welches bewegt, neue Perspektiven eröffnet und Spaß macht. Schon vor Jahren habe ich "Der träumende Delphin" von Bambaren gelesen und war durchweg begeistert. Genau das habe ich erwartet. Doch leider konnte auch bei mir der Funke nicht überspringen.

Mit Mats ist Jando eine Figur gelungen, die mit Sicherheit die heutige Zeit charakteristisch widerspiegelt. Geld spielt eine sehr große Rolle und leider rückt die Familie dadurch öfters in den Hintergrund. Allerdings konnte ich für Mats einfach keinerlei Verständnis aufbringen, weil er auf der einen Seite klischeehaft und übertrieben dargestellt wurde, auf der anderen Seite jedoch gar nicht richtig eingeführt wurde. Es erinnert eher an eine Kurzgeschichte, wo mehr Wert auf Pointe oder Gedankenanstoß wert gelegt wird.

Und hier kann ich nur leider einigen anderen Rezensenten recht geben. Man hat als Leser das Gefühl, dass die Lebensweisheiten und wichtigen Gedankenanstöße als Hauptaugenmerk genommen wurden. Sie sind durch ihre kursive Schrift und den Abstand zum normalen Text deutlich hervorgehoben. Dadurch wirken sie in der Tat sehr offensichtlich. Man könnte meinen, dass dies für Leser gedacht ist, die sich mit dem Lesen schwer tun. Ich persönlich bevorzuge ebenfalls Werke, wo ich in direkt darauf gestoßen werde, wo der Text mich zum Nachdenken anregt oder zumindest wichtige Passagen nur innerhalb des Textes leicht kursiv hervorgehoben werden.

An sich sind die Lebensweisheiten gut und manche sind auch nicht schlecht, aber vieles hat man schon gehört und sie erinnerten mich stark an diese Spruchkalender, die meine Mutter in meiner Kindheit immer hatte. Sicherlich nicht verkehrt, aber ich hätte mir eine inspirierendere oder rührendere Geschichte gewünscht, die nicht so gezwungen klingt. Lieber ein paar Seiten mehr und etwas tiefgründiger im nicht offensichtlichen Sinne. Dann wäre das Buch eigentlich richtig gut geworden.

Das Highlight liegt klar in den zauberhaften Zeichnungen, die ihr schon beim Cover entdecken konntet. Diese sind im gesamten Buch verteilt und geben dem Buch ein schönes, kindliches Bild, was wiederum zur Geschichte an sich passt.

Alles in allem ist „Sternenreiter“ kein schlechtes Buch und gerade Menschen, die Lebensweisheiten in bestimmten Situationen benötigen, die aber nicht viel nachdenken, aber mehr als einen simplen Kalender möchten, sollten sich das Buch merken. Es ist schon ein besonderes Buch, aber wenn man so viel liest wie ich, dann sind die Erwartungen einfach recht hoch gesteckt, und mich konnte die gewählte Umsetzung leider nicht vollends überzeugen, obwohl ich zugeben muss, dass mich manche der Lebensweisheiten schon angesprungen und erneut ins Gedächtnis gerufen worden, sodass es schon seinen Zweck erfüllt hat. Zumindest konnte ich nach dem Buch etwas positiver an die Situation mit meiner Mutter herangehen. Allerdings habe ich das Buch bei weitem nicht so gut gefunden, wie das oben erwähnte Buch „Der träumende Delphin“.

Pauschal kann ich daher das Buch daher als kleines Geschenk empfehlen, wenn jemand zum Beispiel Burn Out oder eine mehr oder weniger schwere Krankheit hat. Aber schaut selbst, ob das Buch etwas für euch ist.


*Rezi-Ex
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Tante Inge haut ab / Dora Held [Rezension]

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»Sehen Sie, man sollte immer so freundlich wie möglich pöbeln, man weiß nie, wen man vor sich hat. Ich bin Christines Patentante. Ich halte den Westerländer Bahnhof zwar nicht für den idealen Ort, um sich kennenzulernen, aber bitte. Seid ihr nicht etwas zu alt, um hier öffentlich zu knutschen? Na ja, müsst ihr wissen.« Sie drehte sich wieder zum Gepäckwagen. »Habt ihr eine Ahnung, wie man dieses Monstrum in Bewegung setzt?« (Zitat S. 8 – Zeigt sehr gut den Stil und Humor von Inge)





Heute habe ich ein Buch für euch, welches mir über die Rebuy Challenge in die Hände gespielt wurde. Ich habe schon einmal etwas von der Autorin gelesen, habe dies als positiv in Erinnerung , deswegen freute ich mich sehr auf das Buch. Inwiefern es meine Erwartungen jedoch nicht erfüllt hat, lest selbst.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Dora Heldt
Titel:  Tante Inge haut ab
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: dtv (1. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423212098
ISBN-13: 978-3423212090
Preis: € 7,95
Genre: Familie, Liebe, Humor
Gelesen in: 2 Tagen

== DAS COVER ==
Frau mit Hut und Gepäck geht einen Hügel entlang und im Hintergrund ist ein Leuchtturm. Passt zum Buch, passt zur Reihe von Dora Heldt. Ein Buch mit Wiedererkennungswert.

== FIGUREN ==
Inge – Tante, 64 und möchte noch einmal neu anfangen
Christine – Verliebt auf Wolke 7
Johann – Christines Freund
Heinz – Papa von Christine
Walter – Finanzbeamter in Pension und Inges Mann

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Sylt, Deutschland
Zeit: 2010er
Alter der Figuren: 40-60

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Christine möchte mit ihrem Schatz Johann auf Sylt zwei ruhige Wochen zubringen, um die Katastrophe von damals mit dem Vater zu vergessen und sozusagen einen Neuanfang zu starten. Natürlich soll es auch ein wohlverdienter Liebesurlaub sein. Doch schon am Bahnhof gerät der Plan von Christine ins Wanken, als ihr plötzlich Tante Inge im Weg steht. Diese sollte eigentlich bei ihrem Mann sein, aber scheint der Meinung zu sein, dass sie noch einmal neu anfangen will. Für Christine stellt sich damit die Frage, wurde Onkel Walter ermordet oder will sie ihn einfach nur verlassen. Kurzer Hand spricht sie mit ihrem Vater über das Problem, denn Unruhe kann sie nach der Sache auf Norderney mit ihrem Johann nicht gebrauchen. Vater Heinz sieht das jedoch anders und mischt sich volle Kanne bei Tante Inge ein. Damit ist das Chaos auch fast perfekt. Schon wenige Tage später hat Tante Inge einen Kurschatten, ihre neue beste Freundin Renate, ein Männervamp kommt zu Besuch, Walter lässt nicht lange auf sich warten und bei Inge wird auch noch eingebrochen. Mit Ruhe und Liebe versucht Christine ihre Beziehung trotzdem durch zwei schöne Wochen aufleben zu lassen. Ob es ihr gelingt?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Dora Heldt ist eine Autorin die ich durch „Urlaub mit Papa“ sehr schätzen gelernt habe. Das es sich um die Fortsetzung handelt, habe ich nicht gewusst und mich dementsprechend unglaublich gefreut, als ich das Buch damals gewonnen habe. „Urlaub mit Papa“ hat mich köstlich amüsiert und ganze vier Sterne bekommen.

Ob ich nun reifer geworden bin, das Buch einfach nicht so grandios umgesetzt wurde, oder sich mein Lesemuster geändert hat, ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist die Tatsache, dass mich Dora Heldt mit ihren Helden diesmal nicht vom Hocker gerissen hat.

Während im ersten Buch der tollpatschige Vater mich immer wieder erheitert hat und Christine durchaus sympathisch wirkte, schaffte es die Autorin nicht erneut das Gefühl hervorzurufen. Christine ist Christine geblieben, etwas weiter entwickelt, sympathisch mit Sicherheit, und auch Heinz ist noch Heinz geblieben, aber sie werden durch Inge in den Schatten gestellt. So eine resolute Persönlichkeit, die durch den Tod eins geliebten Menschen aus der Bahn geworfen wird, ist aus dem Leben gegriffen. Sie hat mich immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht und gleiches gilt auch für die anderen Charaktere. Leider waren es mir für meinen Geschmack viel zu wenige Schmunzler oder gar Lacher.

Die Geschichte ist eher fade, wird durch ein paar vorhersehbare Wendungen minimal aufgepeppt, aber es fehlt eben der Funke. Das kann daran liegen, dass Inge einfach nicht meinem Alter entspricht. Obwohl das Buch viel um Christine geht und diese mit 46 damals wie heute noch halbwegs greifbar ist, geht die Geschichte in meinen Augen mehr um die starrköpfig Tante. Ich kann mich noch gut erinnern wie jung und fit meine Mutter damals in dem Alter war. Und dementsprechend kann ich auch vieles von ihren Gedankengängen und von den Handlungen nachvollziehen, aber es fehlt eben die Bindung.

Sicherlich ist es ein schönes Buch. Flüssig geschrieben, tolle Idee, aber mir fehlt das gewisse Etwas, wie bei „Urlaub mit Papa“. Und wenn ich mich bei einem Buch ertappe, dass ich es lieber aus der Hand lege, um auf dem Crosstrainer mit dem Handy zu spielen oder Musik zu hören, dann ist das Buch für mich nicht das richtige. Ich habe es ausgelesen, aber man weiß eh wie es ausgeht und ich kann ehrlich sagen, verpasst hätte ich nichts.
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Inselfeuer / Maren Schwarz [Rezension|

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Im Laufe der Zeit hatte sich Leona an viele schreckliche Anblicke gewöhnt. Dieser ging ihr trotzdem nahe. Nicht nur, weil die Leiche so übel zugerichtet war. Routiniert schaltete Leona ihr Diktiergerät ein und begann mit der äußeren Leichenbesichtigung. Die vor ihr liegende Leiche wies schwerste Verbrennungen auf. Arme und Beine waren teilweise ganz verbrannt. (Zitat S. 25)

In den letzten Jahren habe ich eine Menge Werke von Maren Schwarz gelesen und habe mich daher auf ihr neustes Werk, welches ich zur Rezension erhalten habe. Ob mich die Autorin noch immer überzeugen kann? Ich denke schon, aber guckt einfach selbst einmal, ob es nicht auch etwas für euch ist.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Maren Schwarz
Titel: Inselfeuer
Broschiert: 248 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1 (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839217415
ISBN-13: 978-3839217412
Preis: € 9,99
Genre: Krimi
Serie: Leona Pirell
Gelesen in: 2 Tagen
 

== DAS COVER ==
Reetdachhaus, ein Sonnenuntergang, Vögel und davor Gras. Es passt, aber ich hätte persönlich ein Motiv mit Feuer gewählt. Lagefeuer am Strand oder ähnliches.

== FIGUREN ==
Leona – Die neue Gerichtsmedizinerin
Berit Zwill – Die Tatverdächtige
Enoch Zwill – Die Leiche

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Rügen / Deutschland
Zeit: Gegenwart 2010er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Leona ist die neue Gerichtsmedizinerin und sich noch nicht mal sicher, ob sie das auch wirklich sein möchte. Der Job wurde ihr zwar nicht plötzlich angeboten, aber bevor sie sich entscheidet, möchte sie warten, was aus Greifswald wird. So ist sie regelmäßig auf Rügen, aber eben auch in Greifswald. Als sie jedoch diesmal auf Rügen ist, muss sie erfahren, dass in Lobbe ein Gartenhaus abgebrannt ist, und das in ihrer Nachbarschaft. Passenderweise gibt es einen Toten der auf ihrem Tisch landet. Anfänglich ist sie sich nicht sicher, ob der Mann sich selbst umgebracht hat oder ihm der tödliche Stich von jemand anderen zugefügt wurde. Doch bald ist klar, dass es hier einen Mord gab. Hauptverdächtige ist die Ehefrau des Toten. Sie hat nicht nur ihr Kind verloren, sondern ihr Mann war zudem kein Engel. Leona ist schnell davon überzeugt, dass die Frau damit nichts zu tun hat, und fängt auf eigene Faust an zu ermitteln, denn der ermittelnde Polizist ist doch etwas träge in ihren Augen. Bei ihrer Recherche gelangt sie immer tiefer in die alte DDR und plötzlich gerät sie in tödliche Gefahr.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Inselfeuer“ ist der erste Fall von Leona Pirell und die Ablösung von Henning Lüders. Mit ihm ist eine Figur gegangen, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Abgelöst wird er jedoch von einer mutige, eigensinnigen und intelligenten Frau, die ihm ebenbürtig ist und sich nicht verstecken muss. Trotzdem werde ich den verstorbenen Kommissar vermissen, denn der eigentliche Kommissar in diesen Roman ist kein Stern am Ermittler-Himmel. Im Gegensatz zur Hauptfigur mangelt es ihm oft an Elan abgesehen von seinen frühlingshaften Gefühlen für Leona. Einfache Lösungen sind ihm lieber als Dinge zu hinterfragen und das gefällt mir gar nicht so gut.

Trotz der neuen Figuren erkennt man recht schnell Maren Schwarz und ihre Arbeit. Allen voran an ihrem angenehmen Stil. Leicht, locker, einfach und nicht überfordernd mit zu viel Fachwissen. Manchmal etwas Adjektiv-Lastig, weswegen ich öfter schmunzeln musste, aber so entsteht zumindest ein hervorragendes Kopfkino, welches gerade mich als Rügen-Fan durch die detaillierten Schauplätze überzeugen kann.

Inhaltlich nimmt Maren Schwarz wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Ihre Werke waren schon immer nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Am Anfang wirkt es noch wie ein typischer, unverfänglicher Kriminalroman mit einem eher alltäglichen Thema. Ein Ehemann stirbt auf nicht gerade schöne Art und Weise, und seine Ehefrau wird verdächtigt, da es genügend häusliche Probleme gibt. Klingt nach einer Thematik, wie es sie haufenweise von anderen Autoren gibt. Mit Sicherheit interessant, wobei es auf die Umsetzung ankommt, aber nichts Besonderes. Maren wäre aber nicht Maren, wenn sie es dabei belassen würde. Sie geht mit ihrem Roman viel weiter in die Materie, aber greift auch noch weitere Themen auf, die einen schon etwas nachdenklich machen. Sie schockiert, deckt düstere Geheimnisse auf und hält das Buch auf einem Spannungslevel, der sich nicht verstecken muss.

Alles in allem ist das Buch kurz, aber inhaltlich auf den Punkt gebracht. Keine langatmigen Ermittlungsarbeiten, sondern endlich mal alles zügig, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Mich hat Maren Schwarz mit ihrem neuen Werk wieder überzeugt. Zwar hat das Buch nicht mein „Absolutes Highlight“ Bauchgefühl hervorgerufen, aber im Grunde gibt es abgesehen von dem „Kommissar“ und seiner eher schlaffen Art nichts bemängeln. Ich kann es euch also ruhigen Gewissens empfehlen.

*rezi-ex
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#wirbloggenbücher - Und ich bin stolz darauf

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Vielleicht haben einige von euch die Aktion #wirsindbooktube mitbekommen. Insgesamt 40 Booktuber haben sich zusammengefunden, erklärt was sich dahinter verbirgt und allen einmal einen guten Einblick in ihr buchiges Hobby gegeben. Damit wäre die neue Generation der Buchblogger vorgestellt, aber das Urgestein sind nun einmal wir, die Buchblogger, und deswegen gibt es nun auch eine Reihe #wirbloggenbücher. Damit wollen wir euch unseren Hintergrund einmal vorstellen. An Hand einiger Fragen, werde ich euch meine Geschichte erzählen.

Was bedeutet für DICH "buchbloggen"? Warum machst DU das eigentlich? 
Für mich bedeutet buchbloggen ganz einfach die Tatsache meine Gedanken über ein Buch festzuhalten und mit anderen zu teilen. Darüber zu diskutieren, auf ungewöhnliche Bücher aufmerksam zu machen und manchmal anzuecken, wenn mir ein gelobtes Buch nicht gefällt. Warum ich das mache, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich mag es einfach über Bücher zu diskutieren, Schülern bei ihren Aufsätzen zu helfen und anderen vielleicht ein Buch näher zu bringen. Außerdem kann ich mich so auch Jahre später an ein Buch erinnern, denn wenn man viel liest, vergisst man über die Jahre einiges, und kann dann wieder denken, ach das war das.

Wie bist DU zum Buchbloggen gekommen? Was gab dir den Anstoß?
Buchbespechungen kennt man aus der Schule und ich fand sie damals okay. Dann habe ich in einem Büro gearbeitet, hatte es den Sommer für mich allein und entdeckte die Community Ciao.de für mich. So hatte ich dann ab und an mal ein Buch besprochen, es aber wieder aus den Augen verloren. Genauso wie das Lesen. 2008 hatte ich wieder einen recht öden Job, öde weil eben viele Pausen waren, und ich fing wieder an zu lesen. Warum aber neue Bücher kaufen, so viel hab ich nicht verdient, und spontan auf einige Buchpakete bei Ebay geboten, da ich zu dem Zeitpunkt mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett lag. Ich bekam leider alle und hatte somit plötzlich einen SUB von 500 Büchern, eine meckerne Mama, da meine Wohnung zu klein war und die Bücher im alten Kinderzimmer gelagert werden mussten.Ich wollte meiner Mama zeigen, dass ich mit den Büchern zumindest die Kosten wieder reinhole und so fing ich an wieder zu rezensieren. Erst Ciao, dann auch auf Amazon und anderen Seiten. 2009 traf ich dann auf Netha, eine andere Leseratte und machte bei ihr im Forum mit. Ich bekam mein erstes Rezi-Exemplar, war völlig platt und überfordert, da mir das Buch nicht so lag, ich gerade in einer persönlichen Krise steckte und keinen klaren Gedanken fassen konnte. Ich suchte nach einer Rezension, die meinen Gedanken am nächsten kam, kopierte sie (jaja, sagt bitte nichts) und schrieb sie dann um. Also nur als Hilfestellung gedacht. Allerdings haben ich diese Passage nicht gelöscht, was dazu führte, dass ich mich einige Zeit später an meinen ersten Blog wagte. Und seit 2010 blogge ich nun über Bücher. 

Welche Berührungsängste hattest Du?
Berührungsängste? Wovor?  Die einzigen Ängste, die ich Anfangs hatte, war auf die Autoren bezogen. Nicht jedes Buch gefällt und ich hatte Angst jemanden zu verletzen oder nicht sachlich genug zu schreiben. Gerade am Anfang hab ich wirklich jedes Buch rezensiert, weil ich die Zeit hatte und mein Motto war "Jedes Buch verdient eine Chance". Klar kommt da manchmal was heraus, das einfach nicht gefällt, und das passt Autoren nicht immer. Einige kennen das sicherlich. Von Lösch die Rezension, sonst bekommst du Post vom Anwalt, bis zu wie kann du es nur wagen mir zwei Sterne zu geben. Geschmäcker sind aber nun einmal verschieden. Damals hatte ich ja schon bei 4 Sternen Angst, heute bekommt kaum noch jemand 5 Sterne, weil das für mich die Bücher mit den wirklichen Highlights sind. Außerdem hatte ich Angst, dass meine Rezensionen ganz ehrlich scheiße sind. Bei Ciao.de bekommt man meist ein SH und ab einer gewissen länge auch ein BH (Besonders Hilfreich) als Feedback, aber das ist nicht aussagekräftig. Bei Amazon sind die Nicht Hilfreichs meist auf die Tatsache bezogen, du hast nicht so bewertet, wie ich es finde. Also auch keine Orientierungsmöglichkeit. Am Anfang meinte jedoch mal eine Autorin, sie müsste meine Rezension umschreiben, weil ich hier zu "Frei Schnauze" schreibe und ihr Buch eben ein gewisses Niveau habe. Auch kürzlich meinte jemand, diese 0815 Gliederung sei bei uns Bloggern einfach nur Müll. Aber ich bin wohl weiser oder selbstbewusster geworden, denn es stört mich nicht mehr. Ich mag Gliederungen, wo klar gezeigt wird - Inhalt und Meinung. Außerdem finde ich "Frei Schnauze" persönliche, individueller, als diese gehobene Sprache. Und das bin nun einmal ich. Schließlich sind es meine Gedanken, und inzwischen bekomme ich von vielen Autoren das Feedback, dass meine Rezension trotz vielleicht 1 oder 2 Sternen, wunderbar ist, weil ich genau erkläre und dabei immer sachlich bleibe. Auch von Kids bekomme ich ab und an eine Mail, wo dann ein Dankeschön kommt, weil mein Ansatz ihnen eine 1 gebracht hat.

Tipps für Anfänger
Lasst euch nicht reinreden. Experimentiert so lange, bis IHR zufrieden seid, denn schließlich ist es euer Blog, euer Hobby und eure Buchleidenschaft. Habt Spaß bei der Sache und dann geht alles von selbst. 
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Showdown im Zombieland / Gena Showalter [Rezension]

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"Zuerst mal möchte ich einen Phönix im Nacken." Der würde Cole repräsentieren. Ich hatte ihn nicht verloren – und das würde ich auch nicht! – , aber trotzdem verdiente er einen Ehrenplatz. Mit seiner Hilfe war ich aus der Asche meiner Vergangenheit in eine neue Zukunft aufgestiegen. "Dann will ich ein Paar Boxhandschuhe über den Schwertern." Die wären für Pops, meinen Großvater, der vom Zombiegift getötet worden war. Als Teenager hatte er im Ring trainiert, und sein ganzes folgendes Leben hatte er harte Schläge mit Würde und Mut eingesteckt. (Zitat S. 11 – PDF-Leseprobe)

Dieses Zitat beschreibt im Grunde sehr schön die Entwicklung und die Situation Ali, aber auch den Stil, den die Autorin durchweg in ihren Werken verwendet. Falls ihr die Reihe kennt, brauch ich nicht viel zu sagen, aber falls nicht, könnt ihr ja einfach schauen, ob ihr nicht Lust habt die Reihe von Zombieland zu lesen. Ich persönlich habe mich jedenfalls richtig doll auf das Buch gefreut, aber nun genug der einleitenden Worte, ihr seit sicherlich neugierig, wie mir das Buch gefallen hat.

==KLEINE AUFFRISCHUNG ZU „RÜCKKEHR INS ZOMBIELAND“==
Alice hat überlebt und ist auf dem Weg der Besserung. Cole hat ein schlechtes Gewissen und lässt nur wenig Nähe zu. Er verbietet Ali sogar am Training teilzunehmen aus Angst, dass ihr wieder was passiert. Als sie jedoch einfach in die Trainingshalle fährt, bekommt sie einen Schock. Andere Zombijäger sind zur Unterstützung gekommen, und mit einer weiblichen Jägerin, die zufällig noch seine Ex-Freundin ist, geht Cole verdammt auf Tuchfühlung. Das passt ihr gar nicht, zumal er sie versetzt hat. Als sie dann auch noch statt mit ihm, mit einem anderen Zombijäger namens Gavin eine Vision hat, wo sie mit ihm im Bett liegt, ist es aus mit den Nerven. Cole, der ahnt um was diese Version geht, distanziert sich daraufhin noch mehr von Ali und trennt sich sogar von ihr. Für Ali bricht die Welt zusammen, denn trotz der Trennung flirtet Cole immer noch mit ihr. Das ist jedoch ihr kleinstes Problem, denn irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Bei einem Zombieangriff wird Justin der Verräter gebissen, weil er versucht sie zu retten. Trotz Gegenmittel beißt er Ali. Anfänglich scheint sie wieder zu genesen, aber nur nach Außen. Sie selbst sieht wie ihr Spiegelbild dunkle Flecken auf der Haut bekommt, sich anfängt von selbst zu bewegen und sogar mit ihr zu sprechen. Dazu kommt der unsagbare Drang andere zu beißen. Als sie bei einem Zombieangriff flüchtet, um andere nicht zu beißen, muss sie erkennen, dass sie in ernsten Schwierigkeiten ist. Mit Justins Biss wurde ihre dunkle Seite zum Leben erweckt, und sie verwandelt sich innerlich immer mehr in einen Zombie.

== DOCH WORUM GEHT ES DENN NUN==
Die Clique der Zombie-Jäger ist zusammengewachsen und besonders die Mädchen verstehen sich unglaublich gut. Zur Zeit ist es recht ruhig in Bezug auf die Zombies, doch ihre wahren Feinde haben etwas vor. Sie wissen nur noch nicht was und so warten sie ab, kämpfen gegen die Zombies und sich stets wachsam. Doch mit dem unerwartete Großangriff haben sie nicht gerechnet. Mitten in der Nacht als Ali endlich Cole verführen will, wird das Anwesen angegriffen und Cole sogar angeschossen. Die Angreifer können getötet werden und mit Hilfe ihres inneren Feuers kann Ali Cole auch retten, aber sie müssen von seine Vater erfahren, dass alle Zombie-Jäger und auch die Trainingshalle angegriffen wurden. Einige Jäger haben den Angriff nicht überlebt, andere sind noch verschwunden. Zum Glück hat Alis Oma und auch ihre beste Freundin Kat überlebt. Ali macht sich auf die Suche nach den restlichen Jägern und kann den einen oder anderen finden. Gemeinsam kehren sie zurück und beschließen, dass es an der Zeit ist zu kämpfen. Von einem Zombie im Kampf getötet werden ist eine Sache, jedoch von Menschen, die Zombies unterstützen und erforschen mitten in der Nach heimtückisch angegriffen zu werden, ist eine andere Sache. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Showdown im Zombieland“ ist der dritte Band der Reihe von Gena Showalters. Diesmal besticht das Cover durch pinke Akzente und das finde ich als Pink-Fan klasse, aber die ausSeit dem ersten Band habe ich mich in dieses ungewöhnliche Abenteuer verliebt. Ich muss zugeben, dass ich Zombie-Filme mag und endlich mal einen Roman zu lesen, wo es nicht um Vampire oder Werwölfe geht, ist gerade in der letzten Zeit sehr angenehm gewesen. Schon von Anfang an störten mich immer Kleinigkeiten, aber ich trotzdem habe ich die Reihe geliebt. Ihr könnt also nachvollziehen, warum mich auch dieser Band reizte.

Mit ihrem Prolog und einem kleinen Blick in die aktuelle Situation, weckt die Autorin sofort die Neugierde und man muss sich sofort ins Lesevergnügen stürzen. Den ersten Dämpfer hatte ich jedoch gleich beim Einstieg. Ich tat mich unglaublich schwer in die Fortsetzung zu finden, was aber nach einem Jahr auch verständlich ist. Ein paar mehr Rückblenden oder Infos hätten in meinen Augen nicht geschadet. Trotzdem habe ich nach einiger Zeit wieder ein rundes Bild gehabt und den Anschluss gefunden. Ich glaube für die anfängliche Verwirrung in Bezug auf den Vorgänger wurde durch den Mädelsabend hervorgerufen, denn zu Beginn dachte ich, dass alle Mädels doch glatt wild herum flirten möchten.

Trotzdem muss ich zugeben, dass die Nähe zu der Reihe gerade am Anfang eher schwach ausgeprägt war. Gesteuert wird der Anfang von vielen Hormonschüben und das nervt gewaltig. Ich meine, die Jugend ist heute freizügiger und offener für solche Situationen, als noch meine Generation, und an sich finde ich dies nicht schlimm. Nur wird sogar der Überfall und die spätere Suche nach den Mitgliedern von Liebeshormonen überlagert und nimmt den Buch die anfängliche Spannungskurve.

Nach rund 100 Seiten habe ich gemerkt, dass die anfängliche Euphorie oder der Funke, der mir in den ersten beiden Bänden so gefallen hat, irgendwie nicht wieder aufkommen wollte, und das lag definitiv nicht nur an diesem Hormonrausch. An manchen Stellen war das Buch für mich ein kleiner Kampf, der sich zwar immer wieder durch kleine Überraschungen, Wendungen oder Enthüllungen gelohnt hat, aber dadurch zeigt, dass es sich in meinen Augen um den schwächsten Band der eigentlichen Trilogie handelt. Eigentlich, weil dies so geplant war, aber die Autorin sich nach dem Erfolg für einen weiteren Band entschieden hat. An sich eine gute Idee, denn der Schluss bietet genügend Material für eine Fortsetzung, obwohl er abgeschlossen ist, und lässt eine gewisse Hoffnung aufkeimen.

Was stört mich so an diesem Band? Eigentlich sollte das Buch durch Anima, die Zombies und weitere Gefahren nur so vor Spannung strotzen und das tut es zumindest immer wieder und zum Schluss hin sogar sehr häufig. Nur wirken diese Kämpfe irgendwie abgegriffen und alltäglich. Gerade wenn sich Kämpfe über viele Bücher häufen, dann entwickle ich mit der Zeit dieses Gefühl. Was aber hier positiv auffällt, ist die Tatsache, dass die Autorin niemanden schont und es auch einige Opfer auf Seiten der Zombie-Jäger zu betrauern gibt, die sicherlich hart sind. Es ist also nicht so, dass das Buch nicht spannend ist oder die Autorin sich nichts neues einfallen lässt. Sondern einfach nur dieses Bauchgefühl, dass ich mich persönlich nicht mehr so glänzend unterhalten habe wie vorher. Gleiches gilt für die Lovestory. Ich weiß nicht, warum hier immer auf dieses leichte Drama gesetzt wird. Ich habe nichts gegen ein gewisses Hin und Her, sowie Hindernisse in Beziehungen, aber nun sind die beiden schon zusammen, die grundlegenden Dinge sind geklärt, und hier hätte sich die Autorin von der Masse abheben können, indem sie eben nicht wie die meisten neue, leicht künstliche Hindernisse einfließen lässt.

Inhaltlich ist die Entwicklung also wirklich eine Frage des persönlichen Geschmacks und ich kann definitiv nachvollziehen, warum viele noch immer begeistert sind. Nur stören einen vorab schon Kleinigkeiten, fällt es dem Leser später noch mehr auf. Und das die Autorin sich viel Mühe gegeben hat, erkennt man klar an der Entwicklung der Charaktere, die sehr gut gelungen ist, sowie an den offenen Gedankengängen, Dialogen und Schilderungen vieler Szenen, die einfach Kopfkino entstehen lassen und verständlich sind.

Nichtsdestotrotz ist es für mich der schwächste Teil, obwohl die Autorin sich wirklich viel Mühe gibt und besonders auf einen klasse, empfehlenswerten Schluss hin gearbeitet hat. Von mir gibt es faire vier Sterne.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Gena Showalter
Titel:  Showdown im Zombieland
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395649203X
ISBN-13: 978-3956492037
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre
Originaltitel: The Queen Of Zombie Heart
Preis: € 14,99
Genre: Jugend, Horror, Liebe
Gelesen in: 2 Tagen

==DIE REIHE==
1 Alice im Zombieland
2 Rückkehr ins Zombieland
3 Showdown im Zombieland
4 bisher kein deutscher Titel, soll September 2015 bis Sommer 2016 erscheinen

== DIE WICHTIGSTEN FIGUREN  IM ÜBERBLICK ==
Ali – Zombie-Jägerin mit besonderen Fähigkeiten
Cole – attraktiv, wild, ebenfalls Zombie-Jäger
Kat – Nierenkrank und liebenswert
Frosty – Kats durchgeknallter Freund

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: USA
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Ali
 
*Rezi-Exemplar von Blogg dein Buch
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Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen - Petra Hülsmann [Rezension]

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›Du kontrollierst deine Gefühle, deine Gefühle kontrollieren nicht dich‹, versuchte ich mich selbst zu überzeugen. Doch so wie es aussah, hatten ohnehin schon längst die Schmetterlinge das Kommando übernommen. (S. 198)  



Heute möchte ich euch wieder ein wunderbares Buch vorstellen, dass ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Falls ihr ein Buch sucht, das witzig ist und mit vielen Verwicklungen daher kommt, bis die Liebe endlich Einzug erhält, dann solltet ihr unbedingt weiter lesen und gucken, ob dieser Roman euch genauso begeistern könnte, wie mich.

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Karo hat endlich ihr Fernstudium mit 1,3 abgeschlossen und freut sich auf den neuen Job in Hamburg. Dafür zieht sie extra von Bochum in die WG ihrer besten Freundin Saskia. Also alles perfekt und traumhaft. Doch schon am ersten Arbeitstag wird sie in die kalte Realität zurück geworfen. Ihr neuer Chef wurde verhaftet und sie steht ohne Job in einer fremden Stadt. Trotz zahlreicher Bewerbungen sieht es nicht gut aus so ganz ohne Erfahrung in diesem Beruf. Ihre letzte Chance ist das Gespräch beim Eintracht Hamburg, obwohl sie keine Ahnung vom Fußball hat, hängt sie sich rein, denn ein solcher Job, würde sich gut im Lebenslauf machen. Und nach einigen Fragen bekommt sie tatsächlich den Job. Erst nach der Zusage fragt sie überhaupt, worum es geht, und erfährt, dass sie als heimlicher Babysitter für den Fußball Star Patrick Weidinger eingestellt wurde. Offiziell ist sie nur eine Praktikantin, die Weidinger immer fährt, weil er zur Zeit keinen Führersein hat, aber auch nachts einspringt, wenn dieser mal wieder auf Sauftour geht, denn Patrick ist ihr Star, der sich zur Zeit übel gehen lässt und lieber Party macht, als auch nur ein Tor zu schießen. Von Anfang hat weder Karo Lust auf Patrick noch umgekehrt. Die beiden zicken sich an, wo es nur geht. Als sie Patrick mal wieder von einer Party abholen muss und das obwohl sie schon geschlafen hatte, redet sie Klartext mit ihm und nach einem weiteren Vorfall wird das Verhältnis in der Tat besser. Karo bekommt sogar Schmetterlinge, wenn sie mit ihm mal wieder mehrere Stunden im Auto sitzt und über Gott und die Welt redet. Sie küssen sich sogar und Karo überlegt, ob sie überhaupt mit ihm eine Beziehung haben könnte, als sie aus der Presse erfährt, dass er mit seiner Ex, die wieder bei ihm ein und ausgeht, ihn sogar bei Spielen besucht, zusammen ist. Als Karo für eine Feier ihren Freund mitbringen muss, den sie beim Einstellungsgespräch erfunden hat, nimmt sie Pekka mit und erfindet kurzer Hand eine Beziehung zu ihm, um so auch Abstand zu Patrick und ihren Gefühlen zu bekommen. Doch Patrick geht ihr nicht aus den Kopf und aus dem Herzen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“ ist ein wundervoller, trivialer Liebesroman, bei dem ich schon nach fünf Sätzen wusste, dass ich das Buch lieben werde. Und genau das ist auch eingetroffen. Obwohl es erst der zweite Roman von Petra Hülsmann ist, habe ich sie zu meiner neuen Lieblingsautorin erkoren, denn ihre Romane spielen nicht nur in meiner Heimatstadt Hamburg, sondern sind so locker leicht, vorhersehbar und doch überraschend, dass ich sich mir Unmengen davon wünsche.

Mit ihrem vorliegenden Roman hat die Autorin einen Gedanken aufgegriffen, den ich vor Jahren schon als Idee für einen eigenen Roman mal im Kopf hatte. Nur das ich so was nie umsetzen könnte und ich statt Fußball Eishockey im Kopf hatte. Kein Wunder, dass ich sofort Feuer und Flamme war.

Doch kommen wir nun zum Buch selbst. Hier merkt man, sofern das Debüt gelesen wurde, dass die Autorin ein ähnliches Grundkonzept aufweist. Damit meine ich, dass es neben der eigentlichen und hauptsächlichen Liebesgeschichte noch eine weitere gibt, die ebenfalls mit einigem Chaos daher kommt. In diesem Werk geht es somit nicht nur um Karo und ihren Fußballspieler, sondern auch um die Mitbewohner Nils und Saskia. Von mir aus könnte auf diese zusätzliche Komponente verzichtet werden, denn das bietet immer wieder so herrlich Ideen für einen eigenständigen Roman.

Trotzdem sind Haupt- und Nebenstrang wunderbar erzählt, und das hat viele Gründe. Es beginnt schon mit dem Stil der Autorin. Er ist herzlich, detailliert und spritzig, ohne jemals in die Länge gezogen zu wirken. Der Stil ist genauso herrlich wie ich ihn beim Debüt in Erinnerung hatte. Einmal angefangen ist es schwer aufzuhören.

Weiter geht es mit den Figuren. Klar erfüllen sie gewisse Klischees, so wird Patrick am Anfang als arroganter Mensch dargestellt, der jedoch, wenn man ihn besser kennt ein ganz liebenswerter Charakter ist.  Auch Karo ist herzlich, zickig und intelligent, sodass ich mich sofort mit ihr identifizieren konnte. Selbst ihr kurzzeitiger Höhenflug im Betrieb konnte meine Sympathie nicht mindern.

Inhaltlich hatte mich die Autorin, wie oben gesagt alleine schon, weil ich die Idee selbst einmal  im Kopf hatte. Ihr Gedankenspiel rund um einen Prominenten finde ich sehr gelungen. Zum Beispiel versucht sie gekonnt aufzuzeigen, was in manchen Situationen in einem Star vorgehen kann oder wie viel Wahrheit hinter Pressemeldungen steckt. Gleichzeitig zeigt sie, was man alles erreichen kann, wenn man etwas Zeit investiert, wie zum Beispiel Karo mit ihrem Studium, dass Karriere nicht alles ist, und manchmal unkonventionelle Ideen die besseren sind.

Die Liebesgeschichte selbst ist gewohnt trivial und bedarf nicht der Aufmerksamkeit, wie es zum Beispiel ein Sachbuch oder ein Thriller benötigt. Man weiß sofort wie die Geschichte ausgehen wird und möchte im Grunde nur den Weg erfahren. Einen Weg, den die Autorin in meinen Augen sehr schön und interessant gelöst hat. Es gibt wie ihr euch denken könnt viele Hindernisse, die manchmal lustig, manchmal traurig sind, manchmal nerven können, wenn man sich denkt, können sie nicht endlich mal Klartext reden um dann wieder zu wissen, dass man selbst gar nicht viel unkomplizierter an die Sache herangehen würde.

Manchmal übertrieben, aber irgendwo immer halbwegs realistisch schafft die Autorin eine witzige, spannende und richtig schöne Liebesgeschichte entstehen zu lassen. Bis zum Schluss war ich in das Buch verliebt, und auch der Schluss gefällt mir sehr gut, denn es gibt so manchen Liebespaaren einen Denkanstoß, wenn es das Thema Liebe geht.

Bei dem Buch hatte ich nach langer Zeit endlich wieder diesen Wow-Effekt, den ich so liebe beim Lesen. Wenn ich denke, bitte könnte das Buch nicht 1000 Seiten oder mehr haben, dann hat es mich wirklich vollkommen überzeugt, obwohl es nicht unbedingt eine tiefgründige Lektüre ist, sondern sich eben ideal für einen Tag im Freibad oder am Strand anbietet. Petra Hülsmann hat es geschafft mich erneut zu überzeugen, und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Werke aus ihrer Feder. 

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Petra Hülsmann
Titel:  Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 2. Aufl. 2015 (18. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404172728
ISBN-13: 978-3404172726
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Humor, ChicLit
Gelesen in: 2 Tagen

== DAS COVER ==
Ich liebe das Cover. Es ist grün und unten ist wie schon beim Debüt von Petra ein flauschiges Tier, in diesem Fall ein Schmetterling abgebildet. Es ist wunderschön, passt zum Buch und hätte mich schon im Laden zu dem Buch hingezogen, hätte ich nichts von der Autorin gekannt.

== FIGUREN ==
Karo – 30, BWL-Bachelorette, aus Bochum, neu in Hamburg
Patrick – Fußballstar vom Eintracht Hamburg
Saskia – Lehrerin, Mama der WG und beste Freundin
Nils – Papa der WG, Tischler
Pekka – Germanistik-Student aus Finnland

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Hamburg, Bochum
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive von Karo
Alter der Figuren: 30

*Rezi-Exemplar 
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Liebessprung / Christiane Bößel

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"Ich hatte die Schnauze voll von Penissen. Nicht im wörtlichen Sinn. Natürlich nicht. Ich war keine Prostituiert oder sexsüchtig oder sowas in der Art. Ich war lediglich Krankenschwester auf einer urologischen Station im Margarethen, einem kleinen, katholischen Krankenhaus in der Münchner Innenstadt. Und ich wollte einfach keine Penisse mehr sehen. Ich weiß, es ist nicht besonders nett, Personen auf ihre Geschlechtsteile zu reduzieren, schließlich beschweren wir Frauen uns ständig darüber, dass Männer genau das bei uns machen. Aber ich konnte nicht anders." (Zitat S. 8)
 
 
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich durch meinen Mann in die Hände gespielt bekommen habe. Als mich die Autorin vor einiger Zeit gefragt hatte, ob ich ihr Werk rezensieren will, habe ich nur den Klappentext gelesen und dachte ehrlich, was für ein Mist. Mein Mann fand es hingegen so schlecht, dass er gesagt hat, dass würde er lesen, weil es so herrlich s...e klingt. Mein Feedback hat sich Christiane sehr zu Herzen genommen und der Klappentext wurde glücklicherweise vor der Veröffentlichung noch geändert. Ob der Inhalt jedoch besser ist? Lest und entscheidet bitte selbst.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Christiane Bößel
Titel:  Liebessprung
Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (16. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1514301431
ISBN-13: 978-1514301432
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, SciFi
Gelesen in: 4 Tagen

== ZITIERTER KLAPPENTEXT ==
Liz, Krankenschwester auf einer urologischen Station, wünscht sich eigentlich nur ein ganz normales Leben mit einem netten Mann und einem Job, der Spaß macht. Stattdessen ist da Kollege Helmut, der Liz zwar unter seinen knackigen Körper, aber nicht in sein Herz lässt, ein Arbeitsalltag voller alter Männer und zuhause ein ständig beleidigter Kater und eine freizügige Mitbewohnerin.
Als ob das nicht genug wäre, verliebt sich Liz auch noch unsterblich in einen bewusstlosen Patienten.

Und dann behauptet der noch, aus dem Koma erwacht, er stamme aus einer anderen Dimension.

Alles nur eine blöde Ausrede?
Aber es würde erklären, warum Vincent immer wieder unauffindbar verschwindet und warum er so aussieht wie der fiese Exlover Helmut.

Ist Liebe zwischen den Dimensionen überhaupt möglich?

Der Auftakt zu einer überdimensionalen Trilogie über die Liebe zwischen Liz und Vincent.

== DAS COVER ==
Ich mag das Cover. Die Frau hat etwas Besonderes und schöne Augen, die mir sehr gefallen. Der Mann wirkt nicht so attraktiv vom Profil, aber das ist eine Frage des Geschmacks.

== FIGUREN ==
Liz – Krankenschwester, sucht sich immer die falschen Männer aus
Helmut – Ex Affäre, der Liz nur ausnutzt
Vincent - Zeitreisender

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Deutschland / andere Dimension
Zeit: Gegenwart und Zukunft
Perspektive: Ich-Perspektive Vincent und Liz
Alter der Figuren: 30er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Liz heißt eigentlich Elizabeth und ist Krankenschwester auf der urologischen Station eines kleinen Krankenhauses. Jeden Tag hat sie mit den besten Stücken diverser alter Herren zu tun und ist alles andere als erfreut. Lediglich der OP-Pfleger Helmut ist ein Lichtblick für ihre trüben Augen. Helmut ist einfach nur heiß und ein wirklicher Adonis. Nur leider hat er außer einigen körperlichen Minuten wenig Zeit für sie und will schon gar nichts von Liebe und Beziehung wissen.
Als sie Vincent den neuen Koma-Patienten trifft, ist sie geschockt. Er sieht nicht nur aus wie Helmut, sondern zieht sie magisch an. Liz verliebt sich unsterblich. Es dauert einige Zeit bis er erwacht, doch etwas scheint nicht zu stimmen, denn er behauptet aus einer anderen Dimension zu sein. Er geht sogar so weit zu behaupten, dass er als Kommandant etwas auf der Spur war und kurz bevor er mehr über diese Unregelmäßigkeiten erfahren konnte, brutal niedergeschlagen wurde, und sich nun hier befindet. Könnte was an der Geschichte dran sein, oder war die Kopfverletzung zu groß gewesen, aber warum verschwindet Vincent immer wieder für einige Zeit? Liz muss die Wahrheit herausfinden.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Liebessprung“ ist kein klassisches SciFi Erlebnis. Ich würde es eine Mischung aus satirischen Humor, Romantik, Erotik und SciFi bezeichnen. Damit begibt sich die Autorin mit ihrem Debüt auf eher dünnes Eis, denn wirklich viel vergleichbares, habe ich persönlich noch nicht in den Buchregalen entdeckt. Was jedoch auch daran liegen kann, dass ich nur sehr wenig SciFi Umsetzungen mag.

Erzählt wird die Geschichte sowohl aus Liz, als auch Vincents Perspektive. So möchte die Autorin eine gewisse Bindung zu den recht ungewöhnlichen Charakteren schaffen. Leider bin ich von Anfang an nicht mit Liz als Hauptfigur warm geworden. Sie ist sehr unterwürfig, lässt sich gerne schlecht behandeln, kann sich wenig durchsetzen zumindest in der Männerwelt und hat in meinen Augen kein Ziel vor Augen. Sie verkörpert eine Persönlichkeit, die man einfach mögen muss. Auch Vincent ist für mich kein wirklicher Held. Er ist ähnlich wie Helmut eher auf körperliche Aspekte ausgelegt und so wirklich lernt man ihn leider erst spät kennen. Dadurch ist die Sympathie ebenfalls nicht wirklich vorhanden. Damit könnte ich leben, wenn die Figuren wenigsten etwas Tiefe oder zumindest etwas einzigartiges in ihrem Charakter besessen hätten.

Was der Autorin über die Figuren nicht gelingt, schafft sie zumindest teilweise mit ihrer inhaltlichen Umsetzung. Wie schon der Klappentext zeigt, soll das Buch eher satirisch ausgerichtet sein, und daher muss man sich mit einem manchmal etwas komischen Humor anfreunden, der einerseits Lachtränen hervorruft, auf der anderen Seite aber manchmal einfach nur flach ist. Dazu kommt eine gewisse Spannung, etwas leicht prickelnde Erotik und im Ansatz leichte Romantik. Leider fängt es erst ab der zweiten Hälfte an wirklich interessant zu werden. Die erste Hälfte wirkt streckenweise sehr langatmig und wird durch viele Klischees eher trivial.

Als Highlight des Buches würde ich den Stil bezeichnen. Er ist locker, leicht, modern, witzig und erfrischend. Zwar sind manche Ausdrücke schon recht unter der Gürtellinie und eher vulgär, aber das war bei dieser Art von Lektüre nicht anders zu erwarten. Schließlich liegt ein gewisser Augenmerk auf einem erotischen Abenteuer.

Obwohl sich das Buch eigentlich recht angenehm lesen lässt, konnte es mich nicht vollends überzeugen. Vielleicht musste es sich erst mit diesem Buch entwickeln und der zweite Band wird besser. Vielleicht liegt es aber auch schlichtweg daran, dass mir das Buch schon von Anfang an weniger zugesagt hat und es auch nicht zu meiner sonstigen Lektüre zählt.

Ich würde sagen, lest euch die Leseprobe durch und entscheidet bei diesem ungewöhnlichen Buch lieber danach. 
 
*Rezensionsexemplar

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Herz zu Asche / Kathrin Lange

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Seine Hand traf mich im Gesicht. Sonderbarerweise fühlte ich keinen Schmerz, nur mein Herz explodierte in einer Wolke aus Staub. Ich wurde herumgerissen, taumelte und das Letzte, was ich sah, war ein gläserner Couchtisch, der auf mich zu sauste, mich an der Schläfe traf und alles Empfinden auslöschte … (S. 177)  

 

Als ich von Daniela gefragt wurde, ob ich Lust hätte den letzten Band der Mystery-Trilogie um David und Juli zu lesen, habe ich sofort ja gesagt. Ich wollte einfach wissen, wie es nach dem Cliffhanger weitergeht, denn das war einer der wenigen Aspekte, die mich an diesem zweiten Band gereizt haben. Wie mir der Abschluss gefallen hat, verrate ich euch nun.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Kathrin Lange
Titel:  Herz zu Asche
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Arena (Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401600338
ISBN-13: 978-3401600338
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 16,99
Genre: Liebe, Drama, Mystery
Gelesen in: 2 Tage

== DIE REIHE ==
1. Herz aus Glas
2. Herz in Scherben
3. Herz zu Asche

== DAS COVER ==
Das Cover passt zu den anderen der Reihe und gefällt mir gut. Ein Herz, Ornamente, die auf eine Eisentür hindeuten. Mir gefällt es, obwohl es recht schlicht ist.

== FIGUREN ==
Juli – Freundin von David, eifersüchtig, wenig Selbstbewusstsein, Schlagfertig
David – Julis Freund, Bell-Erbe, seine Verlobte wurde getötet, ruppiger Mensch
Lizz – Total in David verliebt, wunderschön und reich
Grace – Erzählt Juli immer vom Fluch und versucht sie zu warnen
Charlie – Davids frühere Verlobte
Jason – Davids Vater

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Amerika
Zeit: Gegenwart (2010er)
Perspektive: Ich Perspektive von Juli
Alter der Figuren: 16-50

== WORUM GING ES IN BAND 2 ==
David und Juli haben sich augenscheinlich erholt von den Drogen und den Dingen die sie im letzten Jahr erlebt haben. Als Davids Vater seinen 50 Geburtstag feiert, besteht er auf die Anwesenheit von David. Dieser fährt hin, obwohl er noch immer nicht weiß, was seiner Verlobten Charlie damals passiert ist. Obwohl er darauf besteht, dass Juli nicht mitkommt, nimmt sie die Einladung über ihren Vater mit an, und begleitet ihn zu den Feierlichkeiten. Vor Ort fangen die Albträume wieder an. Juli ertappt sich immer wieder, wie sie Stimmen hört und gebeten wird, sich endlich zu erlösen. Auch David scheint in den alten Trott zurückzukehren. Er ist aggressiv, flirtet mit Lizz, stößt Juli immer wieder vor den Kopf und prügelt sich sogar mit seinem Vater. Als die Polizei dann auch noch behauptet Charlies Leichnam gefunden zu haben, ist klar, dass David sich erinnern muss, um endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können. Vielleicht war er es ja, der Charlie damals auf den Klippen erschossen hat. Er stellt ich der Vergangenheit und herauskommt ein dunkles Geheimnis.

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Charlie lebt und niemand kann es so wirklich fassen. Eigentlich müsste Juli glücklich sein, denn nun ist David endlich entlastet und muss sich nicht mehr mit Schuldgefühlen herumquälen. Nur ist da die Angst, dass sich David am Ende wieder für Charlie entscheidet. Schließlich hat er sie geliebt und war sogar mit ihr verlobt. Alles wäre einfacherer, wenn David endlich Farbe bekennen würde, aber er kämpft noch immer gegen die unsichtbaren Dämonen und lässt alle irgendwie in der Luft hängen. Zudem wird Juli immer wieder mit dem Geist von Madeleine Bower und dem Fluch konfrontiert und die Sache spitzt sich zu.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Herz zu Asche“ ist der Abschluss einer Mystery-Trilogie aus der Feder von Kathrin Lange. Ich muss zugeben, dass ich nach dem Quereinstieg mit Band zwei wenig Lust auf den ersten Band hatte und wäre das Ende kein so genialer Cliffhanger gewesen, mich hätte Band drei gar nicht oder zumindest weniger gereizt. Nur manchmal brauchen Bücher eine kleine Durststrecke, um auf etwas gutes hinzuarbeiten. Und nach dem Cliffhanger hatte ich das innere Gefühl, dass der vorliegende Band einfach spannend werden muss.

Die Autorin lässt die Geschichte genau dort weiterlaufen, wo es in Band zwei endet, auf den Klippen. Somit ist der Anschluss nahtlos und man fühlt sich sofort an die Geschichte, zumindest vom Ende her, erinnert. Ich muss aber zugeben, dass mir außer ein paar Eckfakten wenig im Gedächtnis geblieben ist und ich mir auf Grund der zeitlichen Distanz erst einmal Band zwei geschnappt habe. Das ist mir bis dato erst zwei Mal passiert, denn sonst habe ich sofort auch ohne erneutes Lesen ins Geschehen zurückgefunden. Das spricht schon dafür, dass mir der vorherige Teil nicht so gut gefallen hat.

In diesem Band geht es jedoch gleich rasant weiter und das Buch ist voller Intrigen, tiefe Abgründe tun sich auf und dann wird plötzlich klar, dass hinter allem eine reale Person stehen muss und es kein wirkliches mysteriöses Geheimnis dahinter steckt. Mir persönlich ist so was immer echt lieb, denn mysteriös kann mich ein Buch nur ganz gut umgesetzt überzeugen und realistische Werke gefallen mir, als bodenständige Leserin, in der Regel deutlich besser. Damit fing die Detektivin in mir an noch genauer zu lesen, zu ermitteln und zu gucken, wer hinter allem stecken könnte. Eigentlich könnte das Buch dadurch wirklich klasse sein und endlich die Wendung finden, die mir fehlte, damit auch mich die Reihe begeistern kann. Leider gibt es jedoch wieder einen Punkt, der mich wahnsinnig gemacht hat und das ist David mit seiner negativen Art. Es ist in meinen Augen genauso anstrengend und eben nervig, dass man ab und an das Buch einfach aus der Hand legen muss. David mit seinem Wesen stört den abschließenden Band leider ungemein. Es ist aber nicht nur seine negative Art, sondern wie er Juli nach gut der Hälfte des Buches behandelt.  Mir viel nur das Wort das mit A anfängt und mit H aufhört ein. Figuren müssen nicht positiv sein, um mich zu überzeugen, aber etwas sollte schon anziehend sein, und das ist bei David nicht der Fall.

Dabei bietet der letzte Band so viel Positives und das ist vor allen Dingen der Schluss. Hier kann ich nur sagen, wow, besser hätte er nicht gewählt werden können. Alle Fragen werden aufgeklärt, der Täter aufgedeckt und hier muss ich sogar zugeben, dass ich sehr lange im Dunkeln getappt habe. Fast bis zu eben der auflösenden Seite. Die Auflösung ist wie ein Segen und klärt wirklich alles auf, was leider nicht immer alle Autoren gut umsetzen.

Kommen wir nun zum Fazit des Buches. Obwohl mich David wirklich ungemein gestört und teilweise sogar echt wütend gemacht hat, hat mich der Rest des Buches positiv überrascht. Ob ich jedoch die ganze Reihe wirklich empfehlen kann. Ich würde sagen ja, wenn auch bedingt, denn leider ist David zumindest in Band 2 und 3 total nervig und leider mangelt es mir bis zum Schluss an Verständnis für seine Entscheidungen. Ob euch das stört oder ihr sagt, ihr findet genau dies interessant, weil David anders ist, müsst ihr jedoch bitte selbst entscheiden.

* Blogtour-Exemplar
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