Rendezvous in St. Petersburg / Lauren St. John

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Ich habe damals bei Blogg dein Buch diese tolle Reihe kennenlernen dürfen, und fand die Figur Laura Marlin einfach nur zauberhaft. Sie hat mich so überzeugt, dass ich inzwischen alle Bände immer fleißig verfolge. Den neuesten Band hat mir der Verlag für eine Rezension zukommen lassen. Dafür bedanke ich mich recht herzlich, und freue mich, euch nun meine Erfahrungen mitteilen zu können.

''' OPTK '''
Wie immer zauberhaft. Diesmal wird eine Szene beim Dreh gewählt, wo Laura und Skye zuschauen. Mir gefällt und es passt zu den anderen Werken, die genauso liebevolle Cover haben.

'''FIGUREN '''
Laura – Hundebesitzerin, Detektiv-Fan, lebt bei ihrem Onkel
Tariq – bester Freund von Laura und lebt bei Pflegeeltern
Skye – Aufgeschlossener Husky mit 3 Beinen

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: England / Russland
Zeit: 2010er
Alter der Figuren: 11-50

''' WORUM GEHT ES? '''
Laura kann es nicht fassen. Sie, Tariq und Skye sollen bei einem Film mitspielen und werden dafür sogar nach St. Petersburg eingeflogen. Alles hat damit begonnen, dass direkt vor Lauras Tür eine Szene gedreht wurde. Bei der Szene wurde ein zuverlässiger und einprägsamer Hund gesucht, aber keiner der bisherigen war die ideale Besetzung. Als die Szene mit einem neuen Hund im Taschenformat gedreht wird, denkt Skye an ein Spielzeug und sprengt die Szene. Und damit überschlagen sich die Dinge. Die junge Schauspielerin stürzt über die Klippe auf das vorhergesehene Podest, welches jedoch nicht fest ist. Nach einer missglückten Rettungsaktion fällt sie die Klippe hinunter ins Wasser. Skye springt todesmutig hinterher und rettet sie. Da der Kameramann alles im Kasten hat, ist es nur konsequent, dass der Regisseur nun Skye haben möchte. Trotz Warnungen freut sich Laura riesig auf den Film. Doch auch in Russland geschehen merkwürdige Dinge und als sie auch noch einen Joker in ihrem Zimmer findet, ahnt sie, dass die Pik-Ass-Bande ihre Finger im Spiel hat. Sie fängt verdeckt an zu ermitteln, und muss bald erkennen, dass die Sachlage ganz anders ist, und die Pik-Ass-Bande gar nichts damit zu tun hat, oder täuscht sich Laura zum ersten Mal gewaltig?

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Rendezvous in St. Petersburg“ ist inzwischen der vierte Fall von Laura Marlin und wie der Titel schon verrät geht es für Laura diesmal nach St. Petersburg. Nachdem sich das letzte Buch mit Pferden beschäftigt hat, geht es diesmal um das Gebiet „Film“. Träumen nicht viele Mädchen davon einmal ein Filmstar zu werden? Dementsprechend gewährt die Autorin interessante Einblicke in den Alltag eines solchen Stars.

Und gerade diese Einblicke sind wirklich faszinierend. Wusstet ihr zum Beispiel, dass für nicht mal fünf Minuten Dreh manche Schauspieler oft 20-30 Minuten warten müssen. Manchmal sogar Stunden, damit das Set hergerichtet werden kann. Das kann unter Umständen ganz schön langweilig werden. Aber nicht nur dieser Aspekt wird aufgegriffen, sondern auch die Tatsache, dass Pannen passieren können, manche Jobs, wie die Verpflegung der Stars, einfach nur nervig sind und das viele große Schauspieler schlimme Macken haben, die der Regisseur dulden muss, damit der Star nicht flöten geht. Es ist teilweise übertrieben, aber es gibt sicher Filmsets, wo dies genau zutrifft. Wer also schon mal solche Einblicke in Kombination mit einem Detektiv-Roman lesen wollte, wird sich freuen.

Ansonsten beginnt die Geschichte wie gewohnt spannend. Als Leser erfährt man wichtige Informationen zu alten Fällen und den Figuren, ohne sich dabei zu langweilen. Neueinsteiger bekommen aber hilfreiche Tipps, um sich einzuleben im Alltag von Laura. Diese Details werden immer wieder eingeworfen, sodass sie kaum Auffallen. Dafür passiert schon nach wenigen Seiten die erste Action, die den Leser mitfiebern lässt. Obwohl klar ist, dass niemand tödlich verletzt werden wird, ist es doch immer interessant zu sehen, wie meisterhaft die Autorin solche Szenen auflöst. Auf jeden Fall spannend. Und genauso ist auch der Rest des Buches. Hat die Pik-Ass-Bande etwas damit zu tun, und inwiefern? Als Leser wird man definitiv mehrfach aufs Glatteis geführt, aber ich muss sagen, dass ich schon recht früh einen Verdacht hatte, der sich später auch als korrekt entpuppt hat.

Der Weg zum Ziel ist auf jeden Fall mit vielen Unfällen und Actionszenen versehen, so wie es in der Filmbranche auch üblich ist. Zumindest, wenn keine Liebesschnulze läuft. Immer wenn man denkt, nun kehrt etwas Ruhe ein, dann passiert schon wieder etwas, sodass es unmöglich ist, das Buch auch nur einmal aus der Hand zu legen. Ehe man sich versieht ist auch schon das Ende da, denn der flüssige, leichte Stil sorgt für ein zügiges Lesen.

Gerade zum Schluss fährt die Autorin noch mal alle Geschütze aus, und es wird wieder besonders spannend. Wie es ausgeht und was genau nun mit der Pik-Ass-Bande ist, möchte ich nicht verraten, aber eins sei gesagt, es wird einiges geklärt. 



Man darf gespannt sein, was die Autorin noch so alles aus dem Hut zaubern wird.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Lauren St. John
Titel:  Ein Fall für Laura Marlin: Rendezvous in St. Petersburg
Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3772525342
ISBN-13: 978-3772525346
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
Originaltitel: Laura Marlin Rendezvous in Russia
Preis: € 16,90
Genre: Kinder, Abenteuer, Detektiv
Gelesen in: 3 Stunden


Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung des Buches.
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Dein Yoga, dein Leben: Übungen, Meditationen, Rezepte / Tara Stiles

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Wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass ich vor kurzem dieses Buch an zwei nette Leseratten verlost habe. Ich hoffe diese haben ihren Gewinn auch zuverlässig erhalten. Mein Exemplar kam einige Tage später und ich war echt erschlagen. Groß wie ein Katalog, total schwer und ehrlich gesagt mega unhandlich. Mal so zwischendurch sich in die Welt des Yogas einfuchsen ist unmöglich. Zwar kenne ich mich durch TV, Blogs und McFit etwas mit Yoga aus, aber eben nur oberflächlich. Das Buch mit in die Wanne nehmen, um mich richtig fit zu lesen, ist unmöglich. 

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH
Tara Stiles unterrichtet Yoga nach dem Prinzip: kein Stress, mehr Spaß. In ihrem neuen Buch kombiniert sie drei Bausteine, die zu einem glücklichen und strahlenden Leben führen: Yoga, Meditation und gesunde Ernährung. Die Yoga-Rebellin schreibt nichts vor, sie inspiriert. Ihre wichtigste Botschaft dabei: Folge nicht fremden Regeln, die nicht zu dir passen. Bestimme selbst, wie du Yoga übst, wann du entspannst und was du isst. Es geht um dein Leben und dein Yoga. (Quelle: Amazon - Klappentext)

WIE HAT ES MIR GEFALLEN
Wenn mir einer Yoga vermitteln kann, dann Tara Stiles, die schon so manches Werk veröffentlicht hat. Der Ratgeber ist wie oben erwähnt total unhandlich. Sie erklärt in einem leichten Stil, der mich manchmal an einen Small-Talk erinnert, weil er so flüssig zu lesen ist, die Grundlagen des Yogas und wie sich Yoga auf den Alltag auswirkt. 

Zum Beispiel könnt ihr mit Yoga Erkältungen in den Griff bekommen, was mein Mann auch gleich ausprobieren durfte. - Er hustet noch immer.

Allerdings wirken die Übungen bei Kopfschmerzen, die zum Beispiel vom Nacken oder dem Rücken ausgelöst werden. 

Die Übungen sind leicht erklärt, aber in meinen Augen Basis Programm und nicht für Profis zu empfehlen. Hier berufe ich mich auf jemanden, der sich das Buch angeschaut hat, und regelmäßig bei McFit den Yoga Kurs absolviert. Auch finde ich den richtigen Plan und die Ernährungstipps samt Rezepten sehr lecker.
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Remember Winterzauber / Andrea Bielfeldt

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»So ein Mist!«
Der Motor ist verreckt.
Also eins weiß ich ja mal ganz sicher – im nächsten Leben werde ich ein Mann! Und zwar einer, der sich mit Autos auskennt.
Da stehe ich nun, eine Woche vor dem Heiligen Abend, mitten in der Einöde neben meiner alten Karre und der Akku vom Handy ist jetzt auch endgültig leer. Super. Das ist fast wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Allerdings ohne Geschenke. (Zitat S. 9 – Für spätere Einstiegserklärung)


Auf Facebook hatte ich vor einigen Tagen einen Aufruf entdeckt. Wer möchte mein Buch lesen. „Remember – Winterzauber“. Ich habe das Cover gesehen, den Klappentext und den Namen Nick und wusste, ich muss mich bewerben. Ob die Tatsache, dass mein Sohn auch Nick heißt, oder mein Blog überzeugt haben, weiß ich nicht, aber ich durfte es lesen. Nun möchte ich euch das Buch vorstellen. Begleitet mich in ein romantisches Abenteuer nach Norddeutschland.

'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist schlicht, aber es gefällt mir sehr gut. Die Schnörkel und die Farbe passen zusammen. Wobei ich persönlich ein paar Schneeflocken oder Eiskristalle gewählt hätte.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Hannah – Mitte 20, wohnt in Frankfurt, besucht ihre Eltern im Norden
Nick – Erste große Liebe von Hannah, hat sie betrogen
Momo – Der verrückte Bruder von Nick
Lauren – Hannahs frühere beste Freundin, bis sie mit Nick Sex hatte

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Deutschland
Zeit: 2010er
Perspektive: Abwechselnd Momo und Hannah
Alter der Figuren: Mitte 20

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Hannah ist vor Jahren geflohen. Nie ist sie über die Sache mit Nick hinweggekommen. Doch in diesem Jahr möchte sie Weihnachten mit ihren Eltern verbringen und sich den Sachen, die vor acht Jahren passiert sind, unterbewusst stellen. Auf den Weg zu ihren Eltern bleibt jedoch der Wagen unterwegs liegen und zu allem Überfluss ist ihr Handy auch noch leer. Als sie sich auf den Weg zu Fuß zu ihren Eltern machen möchte, wird sie von einem Auto mitgenommen. Der Fahrer ist ausgerechnet Nick. Nick, ihre erste große Liebe, die für sie so intensiv und glücklich war, dass sie dachte es halte ewig. Als sie Nick jedoch vor genau 8 Jahren mit ihrer besten Freundin beim Sex erwischt hat, bricht diese Wunschvorstellung wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Nie ist Hannah darüber hinweggekommen und nun muss ausgerechnet er sie auflesen. Es kommt zum Streit und als etwas über die Straße läuft, kann Nick nicht rechtzeitig reagieren. Er fährt in den Graben. Doch wie es der Zufall oder besser gesagt Lauren will, macht sich schon wenige Minuten später Momo, der Bruder von Nick auf den Weg ihn zu suchen. Auch ihn möchte Hannah eigentlich nicht sehen, denn vor 8 Jahren war er nicht ganz unschuldig an den Gefühlswirrwarr von Hannah und vor allen Dingen verwirrt er sie noch immer sehr. Zu Hause angekommen, muss Hannah sich der Vergangenheit stellen und entdeckt nicht nur, dass sie doch zu Liebe fähig ist, sondern erfährt die kalte Wahrheit über das Aus vor 8 Jahren.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Remember – Winterzauber“ ist ein Buch, das mich sofort angesprochen hat. Erst später habe ich gemerkt, dass es sich um ein BODler handelt. Lange ist es her, dass ich viel aus diesem Verlag gelesen habe. Und ich bin noch immer der Meinung, dass es dort viele Lichtblicke, aber leider auch viel Schund gibt.

Der Einstieg in die Geschichte von Hannah und Momo, die im Übrigen fast abwechselnd ihre Perspektive samt Gedanken und Erinnerungen vermitteln, ist alles andere als gut gelungen. Auf den ersten Seiten hab ich nur den Kopf geschüttelt und mich gefragt, warum manche Menschen sich die Mühe machen, ihre Werke zu veröffentlichen. Ähnlich wie bei DSDS hatte ich das Gefühl auf einen Laien zu treffen, der Schulniveau schreibt. Hannah ist Mitte 20 und hat das Vokabular einer 14 jährigen Großstadtgöre. „Karre, verreckt“ sind  nur zwei Beispiele. Nachdem dann später auch noch 5 oder 6 mal das Wort „Natürlich auf einer halben Seite zu finden war, hatte ich eigentlich schon eine recht schlechte Meinung von dem Buch.

Irgendwas hat mich jedoch abgehalten das Buch einfach ins Regal zurückzustellen. Wahrscheinlich die Tatsache, dass ich mit BOD eine ganz eigene Verbindung habe und weil ich kein anderes Buch mehr im Badezimmer hatte. Auf jeden Fall habe ich weitergelesen und musste nach und nach feststellen, dass die Autorin nach den anfänglichen Schwächen zu sich findet. Weiterhin einen jugendlichen, sehr modernen Stil verwendet, aber sich nicht mehr durch Wiederholungen oder zu umgangssprachliche Passagen den einen oder anderen Ausrutscher erlaubt. Ab Seite 50 hat sie zu sich gefunden und den Stil mag ich sehr gerne.

Was mich jedoch nicht vollends überzeugen konnte, war die Figur von Hannah. Während Momo und Nick, aber auch Lauren ihrem Alter entsprechend waren und sich ihrer treu geblieben sind, gibt die Autorin bei Hannah sogar selbst zu, dass sie sehr unreif ist. Ich kann nachvollziehen, dass man auch nach 8 Jahren nicht vergessen kann, aber auch abseits dieser Aspekte habe ich regelmäßig das Gefühl gehabt eine 16 jährige Figur vor mir zu haben. Manchmal empfand ich dies als nervend, in anderen Minuten konnte ich mich gut mit ihr identifizieren.

Inhaltlich darf man keine neue Geschichte erwarten und die Geschichte ist schon sehr vorhersehbar, aber das trifft auf 80% der Liebes-Geschichten zu, sodass es nicht weiter schlimm ist. Allerdings lockt das Geheimnis um die Trennungsgeschichte vor 8 Jahren und die Hintergründe, die immer wieder in Form von kursiver Schrift einfließen und eigentlich das Beste an dem Buch sind. Einfach weil die Figuren passen. Manchmal dachte ich, dass die Autorin nicht hätte 8 Jahre, sondern nur 2-3 Jahre hätte vergehen lassen sollen. In der Gegenwart muss sich Hannah ihrer Gefühle klar werden, die Wahrheit herausfinden und es dann mit ihrem Herzblatt auch noch hinbekommen. Natürlich gibt es ein paar Hindernisse, ein paar romantische Szenen und Erkenntnisse, die ich so nicht vorhersehen konnte, was mir sehr gefallen hat. In der Vergangenheit setzt die Autorin auf das Entfremden und die Tatsache, dass man manchmal nur sieht, was man sehen möchte. Gerade das Aufdecken empfand ich als echt spannend. Manchmal fehlte mir diese Umsetzung in der Gegenwart. Hier dümpelt es an einigen Stellen doch etwas vor sich hin. Nicht unrealistisch, aber im Buch darf es gerne mal knackiger sein. 



Trotzdem besticht das Buch, durch einen schönen Schluss, und zwar einen, den man sich von Anfang an wünscht und wo man weiß, dass er kommen wird. Alles in allem also eigentlich ein schönes Buch, das in meinen Augen durch den Anfang, um es mal in Hannahs Worten zu sagen „verkackt“, aber auch durch die zu lange Zeitspanne und die Tatsache, dass die Figuren einfach jünger authentischer gewirkt haben.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Andrea Bielfeldt
Titel:  Remember Winterzauber
Taschenbuch: 380 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 3 (9. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734747724
ISBN-13: 978-3734747724
Preis: € 12,99
Genre: Liebe
Gelesen in: 2 Tagen


Ich bedanke mich ganz herzlich bei Andrea für das gewonnene Buch.
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Der Schwur / John T. Lescroart

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Wie doch die Zeit vergeht. Über ein Jahr ist es nun schon her, dass ich mich damals an John T. Lescroart gewagt habe. Am Ende hat mich das Buch, „Gnade vor Recht“, welches ich auch rezensiert habe, überzeugen können, sodass ich dieses Buch wirklich lesen wollte. Allerdings konnte mich das Buch diesmal nicht so ganz überzeugen. Ich versuche euch einfach mal zu erklären warum. 



'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist schon mal kein Hingucker. Es ist grün, was ich eigentlich mag, aber die Ampullen oder was das genau darstellen soll gefällt mir einfach nicht. Irgendwie wirkt es steril und langweilig. Im Laden hätte mich weder der Titel, noch das Cover zum zweiten Blick verleiten können

'''o0o FIGUREN o0o'''
Glitsky – Lieutenant, ermittelt in dem Fall
Tim Markham – Unsere Leiche
Hardy – Anwalt der Armen

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort:San Fransisco
Zeit: 1990er Jahre
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 30-50

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
Der Aufprall schleuderte Markham gegen eine Mülltonne am Randsein, sodass sich die Abfälle über ihn ergossen. Da Markham zum Joggen keine Brieftasche mitgenommen hatte, trug er keine Ausweise bei sich. … Markham blutete aus einer schweren Kopfverletzung und hatte vermutlich einen Lungenriss erlitten. Offenbar hatte er sich mehrere Knochen einschließlich des Oberschenkels gebrochen.  (Zitat S. 19 / 20 – Zeigt den Stil)

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Parnassus steht kurz vor dem Aus. Zumindest, wenn die Gerüchte stimmen. Damit könnte die Stadt San Francisco ganz schöne Schwierigkeiten bekommen, da sie mit der Krankenversicherung einen Vertrag haben. Als der Geschäftsführer Tim Markham beim Joggen angefahren wird und auf der Intensivstation verstirbt, gehen alle noch von einem Zufall aus. Als am nächsten Tag jedoch seine gesamte Familie ermordet wird, wird klar, das mehr dahintersteckt. Lieutenant Glitsky übernimmt die Ermittlungen, denn schon die Obduktion zeigt, dass Markham ermordet wurde. Es dauert nicht lange, und schon gibt es einen Hauptverdächtigen. Das verdankt er eher seinem eigenen Gespür, als der Hilfe seiner beiden neuen Ermittler. Zu seinem Pech bekommt sein Hauptverdächtige, der zudem noch von Hardy, Glitskys besten Freund, vertreten wird, einen Deal, denn auch die Staatsanwaltschaft möchte mehr und vor allen Dingen tiefere Einblicke bei Parnassus bekommen. Was sie herausfinden? Nichts gutes.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Der Schwur“ ist ein grundsolider Krimi, der durchaus überzeugend und spannend ist. Wer die Reihe von Glitsky und Hardy schon kennt, der weiß genau, dass es wieder ein interessanter Fall wird, wer die beiden noch nicht kennt, darf sich auf ein witziges, recht unterschiedliches Duo gefasst machen.

Obwohl ich schon ein Werk von John T. Lescroart gelesen habe, fiel es mir nach einem Jahr, doch recht schwer, den Stil wieder für mich zu gewinnen. Das Buch beginnt wie gewohnt mit ein paar Hintergründen, die definitiv zum Lesen animieren. Danach beginnt auch schon der Fall. Und hier könnten viele Neueinsteiger abgeschreckt werden. Hardy und Glitsky sind beide als gegeben vorausgesetzt. Ihre Entwicklung ist sehr fortgeschritten und es ist schwer sich an diese beiden Charaktere zu gewöhnen, obwohl sie einzigartig und lustig sind. Auch sonst ist der Einstieg nicht besonders angenehm. Der Autor setzt auf zu viele Figuren und verwirrt mehr, als er dadurch hilft. Liest man nicht konzentriert, hat man schnell den Überblick verloren und ehrlich gesagt, hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass der Autor oder der Übersetzer, das Original kenne ich leider nicht, ebenfalls seine Schwierigkeiten hatte.

Inhaltlich setzt der Autor auf ein Thema, das zumindest in den USA schon eine größere Nummer ist. Und zwar geht es um Versicherungen insbesondere Krankenversicherungen. Mit Sicherheit ist es ein wichtiges Thema, und als deutsche Leserin bekomme ich gute Einblicke, die nicht allzu langweilig sind und eben eine gute Basis für einen Kriminalfall bieten. Allerdings gibt es auch Strecken, wo ich mir etwas mehr Pepp gewünscht hätte. Es zieht sich einfach manchmal in die Länge und man hat das Gefühl, dass oft einfach nur alltägliches aus den Leben, der Freundschaft und späteren Feindschaft zwischen Hardy und Glitsky berichtet wird.  Erst zum Schluss gelingt es dem Autoren wieder richtige Spannung aufzubauen, die am Ende überzeugen kann. 




Highlight ist auf jeden Fall der Justiz-Bereich bei diesem Kriminalfall. Hier hat der Autor seine Stärken, und kann für mich einfach Punkten. Wer mit einigen Längen und Verwirrungen am Anfang leben kann, der kann sich das Buch gerne holen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: John T. Lescroart
Titel:  Der Schwur
Taschenbuch: 520 Seiten
Verlag: Heyne, W (1. September 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453869990
ISBN-13: 978-3453869998
Preis: € 1
Genre: Thriller
Gelesen in: 5 Tagen
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Der silberne Dolch / R. L. Stine

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Das Kanu!
Nach Luft schnappend tauchte Ellie auf und drückte ihre Handfläche gegen die glatte Außenwand des Kanus.
"Neiiiin!" Sie stieß einen heiseren Schrei aus, als nasskalte Finger ihren Knöchel wie ein Schraubstock umklammerten und sie nach unten zogen. (Zitat aus "Der silberne Dolch" für das Beispiel Spannung)

Wie einige wissen, bin ich ein großer Fan von R. L. Stines. Er schreibt in meinen Augen wirklich spannende Jugend-Thriller, die mich schon in meiner späten Jugend begeistert haben, und noch immer faszinieren. Einige Werke habe ich noch und deswegen habe ich mir mal wieder ein Exemplar auf den Stapel „als nächstes Lesen“ gelegt. Nun war es an der Reihe und wurde an einem Abend fix ausgelesen. Begleitet mich also nach Shadyside.

'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist hauptsächlich schwarz und neben einem Wald ist ein silberner,leuchtender Dolch zu sehen. Passendes Cover.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Ellie: Schülerin, neu in Shadyside, sieht Visionen,, hat einen Hund, lebt mit ihrem Vater allein
Sarah: Arbeitet im Cafe der Stadt, Ellies Freundin, Vater ist Polizist
Melinda: Schwester von Sarah, die vor einem Jahr verschwunden ist
Brain: Verfolgt Ellie, flirtet mit ihr und geht aufs Collage

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Shadyside, USA
Zeit: Gegenwart 1990er
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 16

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Ellie hat ein zweites Gesicht. Sie sieht Visionen aus der Vergangenheit und der Zukunft. Wegen dieser Gabe hat sie schon ihren ersten Freund verloren und bindet es daher nicht an die große Glocke. Sie möchte nach dem Umzug nach Shadyside als normales Mädchen gelten. Als sie jedoch eines Tages mit ihrem Hund spazieren geht und eine Leiche im Wald entdeckt, ist klar, dass sie nie normal sein wird. Das unbekannte Mädchen möchte nämlich, dass sie ihr hilft, und Ellie möchte ihr diesen Wunsch erfüllen. Nicht nur, weil sie kurze Zeit später erfährt, dass es sich hierbei um die vor einem Jahr verschwundene Melinda handelt, die Schwester ihrer besten Freundin Sarah. Während sie sich von Melinda leiten lässt und Sarahs Vater alle Informationen zukommen lässt, trifft sie immer wieder auf Brain. Er ist aus dem Nachbarort, geht auf s Collage und sieht mehr als süß aus. Aber irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Er verschwindet immer urplötzlich, weiß ihren Namen und andere Dinge, die sie ihm nie verraten hat. Außerdem hat sie in seiner Nähe immer merkwürdige Visionen. Visionen von blutigen Messern oder ähnliches. Trotzdem lässt sie sich auf ein Date mit ihm ein, und fährt auf die Fear Street Insel. Dort angekommen, beginnt er einen Apfel zu schälen und zwar genau mit dem Messer, welches sie in ihren Visionen sieht. Trotzdem fährt sie mit ihm zurück. Auf dem Rückweg kentert das Boot und sie wird von einer Hand regelrecht unter Wasser gezogen. Sie überlebt nur knapp, denn ein Angler kommt gerade noch rechtzeitig mit seinem Boot zur Hilfe. An Land weiß Ellie, dass sie zur Polizei muss, und tritt dadurch eine Lawine los, mit der niemand so gerechnet hätte.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Der silberne Dolch“ ist wieder eins der R. L. Stine Werke, welches auf Visionen oder andere ungewöhnliche Eigenschaften setzt. Als großer Fan von R. L. Stines ist dies einer der Faktoren, die mich immer etwas stören. Schafft es der Meister des Jugend-Thrillers sonst in den meisten Fällen alles authentisch wirken zu lassen, sind seine ungewöhnlicheren Fälle stets so konstruiert, das der Leser oft das Gefühl hat, dass es künstlich wirkt. Während ich immer hoffe, auf eine Ausnahme zu treffen, hat es der Autor hier genauso wieder umgesetzt und leider gefällt es mir daher nur bedingt.

Wie bei allen seinen Werken schafft der Autor einen schnellen, unkomplizierten Einstieg an den Tag zu legen. Als Leser hab ich mich sofort mit Ellie, ihren Visionen und der Situation auseinander setzen und alles nachvollziehen können. Zwar hatte ich zu Beginn das Gefühl, dass Ellies Visionen sich auf die Zukunft beschränken, so wie sie es selbst erzählt und mich gewundert, warum sie bei ihrem Ex vergangenes gesehen hat, aber hier hat der Autor sich wohl anfänglich nur falsch ausgedrückt, denn im späteren Verlauf kann Ellie beides wahrnehmen. Nach diesem winzigen Stolperstein, geht es gewohnt rasant weiter.

Die Figuren werden nach und nach eingeführt und bekommen ein rundes Bild verpasst. Ellie mit ihrem zweiten Gesicht ist da schon etwas außergewöhnlicher, aber trotzdem sympathisch gelungen. Die anderen Figuren werden wie gewohnt etwas verschleiert, damit der Autor viel Spielraum für falsche Fährten hat.

Letzteres gelingt ihm wie gewohnt gut, wobei ich als Fan des Autors schon nach gut 50 Seiten wusste, worauf das Buch hinauslaufen wird. Allerdings gab es schon Momente, wo sogar mich der R. L. Stine überrascht hat, und so hatte ich gehofft, dass es vielleicht diesmal auch der Fall sein würde. Es ist auf jeden Fall witzig und spannend zu verfolgen, wie er die falschen Ansätze einfließen lässt. Für meinen Geschmack wirkt es an einigen Stellen aber einfach zu „an den Haaren herbeigezogen“. Es sind einfach zu viele Zufälle. Dadurch wirkt es manchmal leider etwas künstlich, aber gerade bei einem Thema, das auf Visionen setzt, ist es nicht weiter schlimm.

Schlimm fand ich ehrlich gesagt in diesem Fall den Schluss. Nicht weil er nicht gut umgesetzt wurde. Der Täter hatte ein gutes Motiv, es gibt in meinen Augen keine Logiklücken und für neue Fans, wird es sicherlich so sein, dass sie lange nicht den Täter kennen. Ich für meinen Teil lag im Übrigen richtig. Was mich störte war viel mehr die Auflösung zu einer gewissen Person. Gewisse Aspekte und Verbindungen habe ich mir schon vorher zusammengereimt. Allerdings kommt R. L. Stine danach an einen Punkt, wo es echt haarsträubend wird. Das hätte besser gelöst werden können.

SPOILER
Für alle die es interessiert. Brain ist der Ex von Melinda, sprich Brett. Er musste damals untertauchen, da er angeblich von der Polizei gesucht wird, weil Melindas Vater schon von ihrer Ermordung wusste. Außer dieser einen Anfrage wird er aber nicht weiter verfolgt und alle Welt geht davon aus, dass sie mit ihm abgehauen ist. Nun könnte man sagen, er wollte ihm Angst machen für weitere Geschichten. Das wäre okay, aber das Brett angeblich auch Visionen hat, aber den Tod nicht mal vorhergesehen hat oder von Melinda vorher angerufen wurde, ist schon alles recht merkwürdig.

SPOILER ENDE

 

Alles in allem lässt sich das Buch durch den gewohnt jugendlichen Stil schnell lesen. Ich brauche 1- 2 Stunden, aber es gäbe genug Pausen-Punkte. Es ist eine spannende Geschichte, die auch ohne Visionen hätte gut werden können. Da ich diese Visionen unnötig finde und der Schluss leider sehr konstruiert wirkt, gibt es von mir nur 4 von 5 Sternen.


'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: R. L. Stines
Titel:  Der silberne Dolch
Verlag: Loewe Verlag (1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785531265
ISBN-13: 978-3785531266
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: € 1
Genre: Jugend, Thriller
Gelesen in: 1Std
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Im Schatten der Götter / Sidney Sheldon

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Es gibt Bücher, die bekommt man auf den einen oder anderen Wege und möchte sie eigentlich gar nicht lesen. In diesem Fall habe ich das Buch als Zusatz-Buch ertauscht. Interessant waren lediglich die anderen beiden Werke. Deswegen habe ich es fast 3 Jahre vor mir her geschoben. Nun habe ich es gelesen und ob ich mich diesmal mit einen Politik-Thriller anfreunden konnte, verrate ich euch nun.


'''o0o OPTK o0o'''
Blaues Cover mit langweiligen Säulen. Nein, ich finde das Cover scheußlich. Einfach total langweilig, unpassend und ich hatte es schon drei Tage nach dem Lesen vergessen.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Jim Ellison: Präsident der USA
Mary Ashley: Neue Botschafterin von Rumänien
Stanton Rogers – Präsidenten Kandidat, außenpolitischer Berater.

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA, Rumänien
Zeit: 70er, 80er Jahe

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Es herrscht der Kalte Krieg und die USA hat Jim Ellison zum Präsidenten gewählt. Nicht jeder ist mit dieser Wahl zufrieden. Er möchte sich zum Osten hin öffnen und das sieht leider nicht jeder gern. Eine, die ihn gewählt hat ist Mary, die als Geschichtsprofessorin in einem kleinen Ort in Kansas lebt. Sie soll die neue Botschafterin von Rumänien werden. Wegen ihrer Familie lehnt sie anfänglich ab. Doch dann wird ihr Mann Opfer eines Autounfalls und so lässt sich Mary doch noch überzeugen. Unterstützt wird sie von Rogers, der als Präsidenten Kandidat verloren hat, und nun für sie als außenpolitischer Berater einspringt. Und damit beginnt ihre Karriere in Rumänien. Ostblock-Politik, Morde und ein Profikiller sorgen dafür, dass sie es nicht unbedingt leicht hat, zumal sie in einem Land ist, das vollständig überwacht wird, und in dem sie nie weiß, wem sie trauen kann.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? O0o'''
„Im Schatten der Götter“ ist ein klassischer Politik-Thriller. Wer mit Politik wenig anfangen kann, sollte nicht zu dem Buch greifen. Ihr werdet euch über Strecken total langweilen.

Generell ist der Einstieg in meinen Augen unglaublich schwer. Die neue politische Situation, unzählige Name und Fakten, die man sich einprägen muss. Schon nach den ersten Seiten hätte ich eigentlich aufgehört, wenn nicht alle dieses Buch so gelobt hätten. Für mich war es trotzdem ein echter Kampf, der zwar viele spannende Momente aufgewiesen hat, aber als richtiges Lesevergnügen habe ich es nicht empfunden. Warum versuche ich euch mal zu erklären.

Nach den anfänglichen Namen und Fakten, die einfach viel zu viel sind, werden langsam die wichtigen Charaktere eingeführt, die wirklich authentisch dargestellt werden und sehr lebendig wirken. Sogar den Posten als Botschafterin konnte ich nachvollziehen und auch der politische Ansatz, die Machtkämpfe und ähnliches sind logisch. Was den Roman in meinen Augen erschwert ist die Tatsache, dass Sidney Sheldon darauf setzt, nur sehr wichtige Fakten einzubauen. Es ist also unmöglich mal abzuschweifen oder eine Pause einzulegen. Jedes Mal hatte ich das Gefühl wieder etwas wichtiges vergessen zu haben.
Theoretisch schafft es Sidney Sheldon trotzdem eine spannende Geschichte zu konstruieren, bei der so viele Morde passieren, dass hinter jeder Ecke eine neue auftauchen kann. Es macht Spaß zu grübeln, wer der dahintersteckt und wieso. Und hier schafft es Sheldon einen gewaltig aufs Eis zu führen. Praktisch war es mir jedoch einfach zu viel. Einfach zu viele Dinge, die ich mir merken musste, um der Geschichte folgen zu können, zu viele Morde und zu viele Verstrickungen. Obwohl ich nie den roten Faden verloren habe, hätte ich mich über etwas mehr Leichtigkeit gefreut.


Da ich am Ende zwar von dem Schluss und seiner Auflösung angetan, aber auch echt froh war, endlich das Werk aus der Hand legen zu können und es hinter mir zu haben, bekommt das Buch leider nur 3 Sterne. Sheldon hätte hier auf „weniger ist mehr“ setzen sollen, dann hätte es dieser Politik-Thriller geschafft, mich vollends zu überzeugen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor:     Sidney Sheldon
Titel:   Im Schatten der Götter
Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
Verlag: Madsack; Auflage: 1 (1990)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827119030
ISBN-13: 978-3827119032
Preis: € 0,10
Genre: Politik-Thriller
Gelesen in: 4 Tagen

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ZOOM - Alles entwickelt sich / Lena Hach

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Heute habe ich mal wieder ein Buch, bei dem ich echt lange überlegen musste, wie ich es bewerten soll. Es handelt sich um ein interessantes Jugendbuch, welches ich bei Blogg dein Buch entdeckt hatte und am Ende rezensieren durfte. Nun möchte ich euch das Buch einmal vorstellen, damit ihr sehen könnt, ob es vielleicht etwas für euch ist. 


''' OPTK '''
Ein verwischtes Foto von einem Mädchen und Jungen. Ich finde es passt optisch und hat etwas jugendliches

'''FIGUREN '''
Till – Fotografiert gerne, Schüler der 10. Klasse, eher Einzelgänger
Paula – Leitet die Schülerzeitung, sitzen geblieben

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: Deutschland
Zeit: 2010er
Alter der Figuren: 16-19

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''

Es dauerte nicht lange und die ersten Witze machten ihre Runde. »Der nimmt seine Kamera
doch bestimmt mit ins Bett.« »Ich will nicht wissen, was er damit treibt.« (Zitat S. 14 – Beschreibung jugendlicher Stil)

''' WORUM GEHT ES? '''
Till geht in die zehnte Klasse und wird wegen seiner Kamera, die er schon lange mit sich herumschläppt mehr als belächelt. Überall nimmt er die Kamera mit, macht Bilder, aber niemand darf sie sehen. Da fragen sich die Mitschüler schon, welchen Zweck die Aktion hat. Was diese nicht wissen: Till hat sie gefunden, als sein Vater ihn mal wieder an einem Geburtstag versetzt hatte. An dem Tag hat er sich geschworen die Kamera immer so lange mitzunehmen und Fotos zu von allen Dingen zu machen, bis sein Vater wiederkommt. So kann er in an all den verpassten Dingen teilhaben lassen.

Für Paula ist Till eigentlich Luft. Sie geht zwar mit ihm nach einer Ehrenrunde in die 10. Klasse, aber auf dem Radar hat sie nicht. Als die Schülerzeitung jedoch bei einem Wettbewerb gewinnen muss, wird klar, dass sie richtig gute Fotos brauchen, und da ist Till natürlich die richtige Person. Nur komisch, dass er sich selbst bei einem Titelfoto weigert.

Und dann fängt Till an sich in Paula zu verlieben, kann er ihr den Grund für die Fotos erklären?

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Zoom – Alles entwickelt sich“ ist ein anspruchsvolles Jugendbuch, welches ein ungewöhnliches Thema aufgreift. Somit eigentlich genau ein Buch nach meinen Geschmack, denn die meist recht ähnlichen Werke mit Vampiren, Werwölfen und Co haben schon Überhand genommen.

Fangen mit dem Einstieg an. Der Einstieg war für mich schon einmal nicht sonderlich gelungen. Eine Person, die für mich unbekannt ist und mich stellenweise an einen allwissenden Erzähler erinnert, führt mich ein und versucht die Geschehnisse der letzten Zeit für uns festzuhalten. Und genau das war der Punkt, der mich schon von Anfang an gestört hat. Ich konnte keine Bindung zu dieser Person herstellen, weil sie mir völlig fremd blieb. Dadurch hatte ich auch Schwierigkeiten die anderen Figuren richtig auf mich wirken zu lassen, weil eben dieser Erzähler immer in meinem Kopf spukte. Vielleicht hätte ich mehr mit Paula und Till anfangen können, wenn sie mir selbst sympathischer gewesen wären. Paula schwebt in ihrer Welt, wirkt leicht egoistisch, interessiert sich nicht für ihren neuen Jahrgang, kennt noch nicht mal Mitschüler. Till hingegen ist total fixiert auf seinen Vater und obwohl ich individuelle Charaktere mit einem Hang zum Außenseiter eigentlich interessant und sympathisch finde, hat er mich stellenweise mit seiner Verbohrtheit genervt.

Ich denke, ohne diesen fiktiven Erzähler hätte ich mich deutlich besser auf alles einlassen können, und vor allen Dingen auf die anfänglichen Späße über Lehrer, über Till oder andere Schulsituationen erfreuen können. Denn das Buch ist gerade am Anfang eigentlich mit vielen lustigen Ideen gespickt. Diese sollte man genießen, denn später setzt die Autorin auf eher ernstere und traurigere Argumente. Auf die Situationen selbst möchte ich nicht viel eingehen, denn es sind wichtige Inhalte für die Geschichte, gerade die Sachen mit Tills Vater, und die möchtet ihr schließlich selbst lesen. Aber ich kann sagen, dass sie an sich wirklich dramatisch sind und das Herz berühren. Mich haben sie nicht so erreicht, eben wegen der Tatsache, dass der unbekannte Erzähler alles erzählt. Es ist aber auf jeden Fall bewegend, und regt zum Nachdenken an.

Schön ist ebenfalls, die etwas ernstere Liebesgeschichte, die zu keiner Zeit kitschig oder gekünstelt wirkt. Es ist eine Schritt für Schritt Annäherung, die den Blick fürs Detail öffnet. 



Nichtsdestotrotz hat es die Autorin nicht geschafft mich vollends zu überzeugen. Es war ein nettes Buch, mit vielen Höhen, einem interessanten Schluss, aber es hat mich nicht so gefesselt, wie viele 1000 andere Jugendbücher.


'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Lena Hach
Titel:  Zoom alles entwickelt sich
Taschenbuch: 247 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Originalausgabe (2. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407811853
ISBN-13: 978-3407811851
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: € 13,95
Genre: Jugend, Liebe, Familie
Gelesen in: 4 Stunden

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Lieber Linksverkehr als gar kein Sex / Kristin Higgins

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Vor einiger Zeit wurden Leser gesucht, die Lust hätten das neue Werk aus der Feder von Kristin Higgins zu rezensieren. Da ich für eine Challenge einige Werke aus dem MIRA Verlag lesen muss, hab ich mein Glück probiert, denn ich mag so eine leichte Lektüre sehr gerne. Ich hatte Glück und freue mich nun euch meine Leseeindrücke von „Lieber Linksverkehr als gar kein Sex“ vermitteln zu dürfen.


'''o0o OPTK o0o'''
Der Mann hat schon einen sexy Sixpack und sein Outfit ist sehr englisch. Es passt dementsprechend sehr gut zu dem Buch, auch wenn der Mann ehrlich gesagt nicht mein Geschmack ist. Das kann aber auch gut am Hut liegen.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Honor – Verliebt in Brogan, 35, arbeitet für ihren Vater, will unbedingt Kinder
Brogan – Sportfotograf, geht ab und an mit Honor ins Bett
Dana – Beste Freundin von Honor, die aber etwas unverzeihliches macht
Tom – Brite, arbeitet am Collage, muss aber ohne Green Card zurück

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: USA
Zeit: 2010er
Perspektive: Dritte Person, Honor und Tom
Alter der Figuren: Mitte 30

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
An dem Tag, als Honor Grace Holland 35 wurde, tat sie das, was sie an ihrem
Geburtstag immer tat.
Sie ging zur Krebsvorsorge.
Klar, Honor war sich durchaus bewusst, dass die Gynäkologie in der Hierarchie der Party-Aktivitäten ziemlich weit unten angesiedelt war.  (Zitat – Erste Sätze)

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Honor erfährt an ihrem 35 Geburtstag von ihrem Frauenarzt, dass sie so langsam an die Kinderplanung denken sollte, sofern sie überhaupt Kinder möchte. Doch woher soll so schnell ein Mann kommen? Wenn Honor aber ehrlich zu sich ist, hat sie ihre große Liebe schon gefunden. Brogan und sie sind seit der Grundschule befreundet, haben beide seit Jahren eine Affäre und keine festen Partner. Auch wenn sie es nicht wahr haben möchte, ist sie doch bis über beide Ohren verliebt. Also beschließt sie in Absprache mit ihrer besten Freundin Dana, ihm einen Antrag zu machen, den er nicht ablehnen kann. Nur zu blöd, dass seine Eltern in den nackten Antrag platzen und Brogan es eher als Scherz ansieht. Noch schlimmer kann es nicht kommen, denkt sich Honor, aber es kann. Nur kurze Zeit später offenbart ihr Brogan, dass er in Dana verliebt ist und sie heiraten will. Ja, sie erwartet sogar ein Kind, und das wo Dana Kinder verabscheut. Ausgerechnet Honors Oma hat jedoch die richtige Idee. Tom ist ein Bekannter über mehrere Ecken, attraktiv, hat einen „Beinahe-Stiefsohn“ und braucht eine Green Gard. Das erste Date läuft zwar alles andere als gut, aber nachdem er sie vor Brogan und einer peinlichen Situation gerettet hat, gehen beide doch eine Vernunftehe ein. Ob daraus noch wahre Liebe werden kann, müsst ihr selbst lesen.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Lieber Linksverkehr als gar kein Sex“ ist der zweite Band der „Blue Heron“-Reihe und befasst sich mit dem Familienmitglied Honor. Wer jedoch den ersten Band nicht kennt, wie es bei mir der Fall ist, der wird gar nicht merken, dass es eine Reihe ist, denn das Buch lässt sich wunderbar ohne vorherige Kenntnisse lesen.

Mit Honor ist der Autorin eine Figur gelungen, die sehr zugeknüpft, distanziert und irgendwie in ihrer eigenen Welt ist. Trotzdem hat sie eine sehr verletzliche Seite und wünscht sich wie die meisten Frauen einen liebevollen Partner mit dem sie später eine Familie gründen kann. Das sie mit ihrer Art jedoch Männer eher abschreckt oder von ihnen in die Schublade gute Freundin gelegt wird, ist ihr gar nicht bewusst. So wie Honor geht es mit Sicherheit einigen Lesern, und durch diese Menschlichkeit gelingt es in meinen Augen sehr gut, sich mit der Figur zu identifizieren. Habt ihr nicht auch schon einmal eine Situation gehabt, wo ihr ganz anders aufgefallen seid, als ihr es beabsichtigt habt!? Ich für meinen Teil habe mich sofort in sie verliebt und mit mein Herz geschlossen.

Gleiches gilt auch für Tom, der einfach nur humorvoll und liebenswert eingeführt wird. Lediglich die Sache mit der Green Card hätte die Autorin für mich meinen Geschmack etwas ausführlicher beschreiben können. Dadurch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass Tom doch eigentlich viele andere Optionen hätte. Als so beliebter Lehrer hätte er zum Beispiel einen Aufruf starten können und Spenden sammeln können. Warum es heiraten sein muss, wenn es eigentlich nur um fehlende finanzielle Mittel geht, habe ich für mich persönlich nicht so ganz nachvollziehen können. Das kann aber auch an der Tatsache liegen, dass ich mich mit der Green Card an sich weniger auskenne. Nichtsdestotrotz ist Tom eine zauberhafte Figur, die man sich vom ersten Augenblick an Honors Seite wünscht.

Es gibt lediglich einen Kritikpunkt bei Honors Persönlichkeit und das sind die immer wieder eingeworfenen Gedanken ihrer Eierstöcke. Ein oder zweimal mag das wirklich ganz witzig und ein humorvoller Einwurf sein, aber manchmal bekommt man als Leser den Eindruck, dass sie wie eine zweite Persönlichkeit sind, und irgendwann konnte ich das Wort „Eierstöcke“ einfach nicht mehr hören.

Inhaltlich dürft ihr keine Geschichte erwarten, wo der Ausgang oder der Verlauf unglaublich überraschend oder spannend sind. Es ist eine romantische, witzige Geschichte, die durch ihre Hindernisse den einen oder anderen Schmunzler erzeugt, aber ehrlich gesagt vorhersehbar ist. Und genau das möchte ich bei einem solchen Buch auch haben. So kann ich mich fallen lassen, entspannen und etwas träumen. Ich habe mich zu keiner Minute gelangweilt und darauf kommt es an. In Kombination mit dem leichten Stil und den vielen Kapiteln ist das Buch nur so an mir vorbeigeflogen, sodass ich gerne mal bewusst eine Pause eingelegt habe, um mehr von der Geschichte zu haben.

Alles in allem eine schöne Geschichte, die ich unglaublich gerne gelesen habe, und euch auch ans Herz legen kann. Es ist dabei egal, ob der vorherige Band bekannt ist oder nicht. Abzug gibt es von mir nur wegen dem kleinen genervten Faktor, wenn die Eierstöcke mal wieder ihre Gedanken mitgeteilt haben. Sonst hätte das Buch gerne auch fünf Sterne bekommen.



Fazit: Britischer Humor & Sexappeal treffen auf amerikanische Steifheit. Mein Lesedaumen geht ganz klar nach oben. Für Fans von heiteren Liebesromanen mit Happy End.


'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Kristin Higgins
Titel: Lieber Linksverkehr als gar kein Sex
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956490851
ISBN-13: 978-3956490859
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Humor
Gelesen in: 3 Tagen

Die Blue Heron Reihe zur Info:

1. Teil: Lieber für immer als lebenslänglich
2. Teil: Lieber Linksverkehr, als gar kein Sex
3. Teil: Lieber mit dem Ex als gar kein Sex (Mai 2015)


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag, dass ich das Buch lesen durfte.
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Das Raunen der Toten / Oliver Becker

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Abel setzte seinen Weg fort, den Mantel in einer Hand, und es dauerte nicht lange, bis er vor der Frau stand. Sie lag auf dem Rücken. Das rote Kleid war bis zum Bauchansatz hochgeschoben, die Unterwäsche zerrissen. Abel sah die Würgemale an ihrem Hals. Er ging in die Knie und starrte in die leeren toten Augen. Rasch erhob er sich wieder. Jetzt nahm er die Kälte zum ersten Mal so richtig wahr. Es wurde Winter. (Zitat S. 9/10 – Stil-Beispiel)


Überraschung!  So und nicht anders bin ich in den Besitz dieses kriminalistischen Romans gekommen. Oliver Becker, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe, hat mir sein neuestes Werk zukommen lassen. Wie mir „Das Raunen der Toten“ gefallen hat? Nun lasst mich euch in die 30er Jahre entführen und entscheidet selbst, was ihr von dem Buch haltet.

'''o0o OPTK o0o'''
Nein, das Cover ist so gar nicht mein Geschmack. Im Laden hätte ich sofort weitergeschaut und es mir nicht einmal gemerkt. Das Gebäude, was durch die Nacht recht geheimnisvoll wirkt, ist ja noch in Ordnung, aber dieses künstlich eingefügte, beleuchtete Fenster wirkt gänzlich deplatziert. 

'''o0o FIGUREN o0o'''
Christian -  wuchs im Dorf auf, hatte eine Liebschaft mit der Toten
Choya -  Tote Hure, die aus Kanada mit Christian mitgekommen ist
Abel – Freund von Christian, weiß mehr als er sagt
Vera – wuchs im Dorf auf, verheiratet mit einem Autor, weiß ebenfalls mehr
Piet – Wirt der Dorfkneipe

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Deutschland
Zeit: 30er Jahre
Perspektive: Dritte Person, verschiedene Charaktere
Alter der Figuren: 30-45

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Choya wird ermordet auf einem Friedhof aufgefunden. Entblößt, ermordet und zurückgelassen. Als Christian so seine Geliebte findet, nimmt er sie sofort mit, weil er sie nicht so liegen lassen kann. Das es für die Polizei so schwerer ist den Täter zu finden ist ihm egal. Er glaubt eh nicht daran, dass diese sich die Mühe machen wird genau zu ermitteln. Schließlich ist Choya erst kürzlich mit Christian aus Kanada eingereist und zudem hat sie ihr Geld als Prostituierte verdient. Wer alles zu ihren Kunden zählte, weiß niemand. Christian fängt deswegen an selbst zu ermitteln, und überschreitet gerne Grenzen, um die Wahrheit herauszufinden. Warum musste Choya nur sterben?

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Das Raunen der Toten“ ist ein Kriminalroman, der schon etwas klassisches hat. Das liegt daran, dass das Buch in den 30er Jahren spielt, und diese Fälle noch etwas klassisches vermitteln.

Nicht nur deswegen, sondern gerade wegen der Zeit, in der der Krimi spielt, hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut. Meine Mutter ist in den 30er Jahren geboren, und empfinde ich es immer interessant mehr über diese Zeit zu lesen. Und genau hier liegt eins der Probleme des Buches. Ich erkenne diese Zeit in den Schilderungen einfach nicht wieder. Es sind zwar ein paar Aussagen dabei, die darauf schließen lassen, aber irgendwie könnten es auch Hinterwäldler sein, die wenig mit der Moderne zu tun haben wollen. Unter anderen Umständen wäre es mir egal, aber zum einen die Zeit, mit der ich mich verbunden fühle, und zum anderen der Autor, der eigentlich längst vergangene Zeiten stets authentisch und greifbar schildert. Ich bin es von Oliver Becker einfach nicht gewohnt, dass ich die Zeit nicht klar herauskennen kann.

Gleiches gilt für die Figuren. Es fallen viele Namen, die es erst einmal unterzubringen gilt. Mit Verhören und kleineren Besuchen werden die wichtigsten Figuren in Szene gesetzt, aber da sie immer erst nach und nach etwas verständlicher präsentiert werden, ist es mir schwer gefallen, mich auf sie einzulassen. Zudem bin ich durch die große Gemeinschaft oft mit den Namen durcheinander gekommen.

Bei einer Hure gibt es viele Verdächtige und theoretisch sorgt der Autor immer wieder für eine neue Fährte, sodass ich als Leser selbst überlegen kann, was auf dem Friedhof passiert ist. Da mir die Tote aber keineswegs sympathisch ist und auch nicht ihr Freund Christian, macht es im Verlauf immer weniger Spaß den Grund für ihren Tod zu erfahren. Wer nun denkt, dass es an ihrem Beruf liegt, dem sei versichert, dass dies nicht der Fall ist.

Zudem mangelt es mir persönlich an Spannung. Durch die Szenenwechsel kommt in diesem Fall wenig Spannung auf. Nach den ersten 50 Seiten war es nur dieser zeitliche Aspekt, der mich irritiert hat. Die klar differenzierten Verhöre und die vielen Tatverdächtigen haben mich am Anfang gereizt. Nach gut 100 Seiten war dieser Reiz aber verschwunden. Erschwerend kommt hinzu, dass ich in einem schwachen Moment die letzten Seiten nach der letzten Kapitelzahl durchblätter und auch ein paar Sätze quergelesen habe. Nachdem ich dort auf einen Fakt zum Täter gelesen hatte, nein, nicht wer es war, sondern eher verhaftungstechnisch betrachtet, war die Geschichte schon für mich durch. Normalerweise würde mich dieses Wissen nicht stören, denn der Weg zum Ziel ist ja das Wichtigste, aber wenn man mit dem Buch nicht so warm wird, und dann noch so etwas liest, löst es in mir Widerstand aus.

Wer schon mal einen Krimi von Oliver Becker gelesen hat, würde hier seinen ersten Roman vermuten. Es fehlt einfach etwas, dabei lässt es sich leicht lesen, und die vielen, kurzen Kapitel empfand ich als unglaublich angenehm. Trotzdem habe ich mich bis zum Schluss durchgekämpft. Es war für mich persönlich kein Kampf, der sich noch bezahlt gemacht hat. Der Wow-Effekt ist ausgeblieben und auch wenn der Schluss okay ist, hat er mich nicht vom Hocker gehauen.

Alles in allem ist es der erste Roman von Oliver Becker, der mich nicht restlos überzeugt hat. Es sind wie gesagt Kleinigkeiten, die den klassischen Kriminalfall nicht im perfekten Licht erstrahlen lassen. Vom Stil lässt er sich gut lesen und die Idee ist mit Sicherheit alles andere als verkehrt. Dementsprechend empfehle ich das Buch allen, die sonst von dem Autoren begeistert sind. Es ist schließlich subjektiv und wer weiß, vielleicht gefällt euch das Buch auch einfach besser. 



Abschließend möchte ich noch etwas abseits des Inhaltes erwähnen, und zwar geht es um die Qualität des Buches. Wer wie ich zur Entspannung in der Badewanne liest, sollte es nicht machen. Schon minimale Feuchte beim Einlaufen verzieht das Buch minimal. Für Sammler denke ich mal, könnte das ein wichtiger Hinweis sein.


'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Oliver Becker
Titel: Das Raunen der Toten
Broschiert: 340 Seiten
Verlag: ars vivendi verlag GmbH & Co. KG (31. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869135026
ISBN-13: 978-3869135021
Preis: € 10,90
Genre: Krimi, 30er Jahre
Gelesen in: 3 Tagen 


Ich bedanke mich trotzdem bei Oliver Becker für das Rezensionsexemplar.
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Der dunkle Fluss / Chigozie Obioma

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»Ah, Ike«, rief sie, als wir schweigend wie ein Trupp Gefangener vorbeitrotteten. »Was habt ihr denn hier zu suchen?« »Nichts!«, erwiderte Ikenna und beschleunigte seine Schritte.
Sie war aufgestanden, eine Frau wie ein Tiger, die Arme erhoben, als wollte sie sich auf uns stürzen. »Und was hast du da in der Hand? Ikenna, Ikenna! Ich rede mit dir.« (Zitat S. 25 - Stilbeispiel)


Auf Facebook gab es eine Aktion, wo das Buch „Der dunkle Fluss“ verlost wurde. Ich habe teilgenommen und wirklich Glück gehabt. In den letzten Tagen habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und es nun auch gleich angefangen. Begleitet mich ins Nigeria der 90er Jahre.

'''o0o OPTK o0o'''
Optisch hat mich das Buch durch seine Schlichtheit angesprochen. Rotes Cover mit vielen Brauntönen ist natürlich passend, wobei ich persönlich einen Fluss auch schön gefunden hätte

'''o0o FIGUREN o0o'''
Benjamin: 9 Jahre
Ikenna: 15 Jahre, Vorbild
Obembe: 11 Jahre
Boja: 14 Jahre

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Nigeria
Zeit: 90er Jahre
Perspektive: Ich-Erzähler Benjamin
Alter der Figuren: 9 bis 50

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Nigeria 90er Jahre: Benjamin und seine Brüder wachsen wohlbehütet auf. Der Vater ist bei der Zentralbank, kann sie auf eine gute Schule schicken und hat große Pläne mit ihnen. Arzt, Anwalt, Pilot oder Professor schwebt ihm vor. Lediglich die Zukunft seiner Tochter ist ihm egal. Als er beruflich versetzt wird, kommt er der Aufforderung nach und verlässt dafür sogar seine Familie. Anfangs noch regelmäßig besucht er seine Jungs und versucht durch Härte und Angst dafür zu sorgen, dass alles reibungslos funktioniert. Doch irgendwann lässt diese innere Angst vor dem Vater nach und die Jungen werden immer mutiger. Hätten sie geahnt, dass sich mit dieser gewonnenen Freiheit alles ändert, wären sie wahrscheinlich nie zum Fluss gegangen. Doch so machen sie es einfach. Sie kaufen und gehen, wann immer es ihnen möglich ist, zum dunklen Fluss.. Das dies nicht unbeobachtet bleibt, verdrängen sie. Als jedoch eine andere Mutter sie am verbotenen Fluss beobachtet und auch noch ein Priester alles andere als begeistert ist, erfährt es die eigene Mutter. Vom Vater gibt es die schlimmste Tracht Prügel und damit verändert sich alles. Ikenna wird immer aufmüpfiger, der Vater kommt immer seltener und im Land geschehen politische Dinge, die unwahrscheinliche Folgen haben werden.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Der dunkle Fluss“ ist ein eindrucksvoller Roman, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Dafür sorgt der Autor nicht nur durch einen lebendigen Stil, sondern vor allen Dingen durch den Informationsgehalt und die damit verbundene Dramatik.

Afrika ist ein Kontinent der so manchen Menschen in seinen Bann zieht und das hat seinen Grund. Die dortigen Kulturen sind einfach zu den westlichen Kulturen sehr unterschiedlich, ohne das negativ zu meinen. Genau diesen Unterschied lernt ihr im Buch durch eine Geschichte kennen, die endlich mal nicht auf einer weißen, verliebten Auswanderin, oder einem afrikanischen Flüchtling basiert.

Statt dessen hat der Autor eine dramatische, packende Geschichte entstehen lassen über eine Familie, die absolut echt klingt. Dementsprechend ist es keine leichte Kost, die euch erwarten wird, sondern schwere Kost, basierend auf einem Familiendrama, das die Unterschiede der kulturellen Aspekte deutlich macht.

Vom Aberglaube, Legenden über teilweise veraltete Ansichten bis zum politischen Aspekt von Nigeria ist alles vertreten in dieser Geschichte. Land und Leute in den 90er Jahren werden wirklich plastisch dargestellt und ich habe das Gefühl etwas über beides zu lernen.

Nicht immer ist das Buch wirklich leicht zu lesen. Es gab immer wieder Momente, wo ich persönlich meine Schwierigkeiten hatte. Die Namen sind einfach sehr schwer und oft habe ich, die eh schon Probleme mit Namen hat, den einen oder anderen verwechselt. Durch die Namen und Örtlichkeiten kam es auch öfters vor, dass ich manche Passagen doppelt lesen musste, um dem Buch folgen zu können. Es ist alles anschaulich, aber eben schwer. Deswegen kann ich auch nur empfehlen, lest das Buch an einem Stück.




Alles in allem ein eindrucksvolles Buch, das euch in die Welt von Nigeria entführt und wer sich ernsthaft für Land, Kultur und Leute interessiert, der sollte es sich gönnen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Chigozie Obioma
Titel:  Der Dunkle Fluss
Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (13. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351035926
ISBN-13: 978-3351035921
Preis: € 19,95
Genre: Drama, fremde Kulturen

Gelesen in: 2
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Ich sehe was, was niemand sieht / Tim O'Rourke

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Vor einiger Zeit bekam ich vom Chicken House Verlag wieder ein neues Buch vorgestellt. Obwohl ich Bücher mit Visionen und ähnlichen Dingen, eigentlich nicht mag, klang das Buch inhaltlich sehr vielversprechend, und dementsprechend musste ich es unbedingt lesen.  Einmal angefangen konnte ich in der Tat nicht mehr aufhören. Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag gelesen. Aufhören ist hier unmöglich. Neugierig, dann begleitet mich in die Welt von Charley.

'''o0o OPTK o0o'''
Schlicht. Eine Kombination aus Schwarz / Weiß. Das Highlight ist aber der Titel der nach oben geschrieben ist und keiner wird. Im Laden wäre es mir nicht aufgefallen, aber ich mag diese Schlichtheit.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Charley – 17 Jahre, sieht Visionen, lebt bei ihrem Vater, ihre beste Freundin ist verstorben
Tom – Neu bei der Kripo, Anfang 20 und glaubt an Charley
Kerry – Opfer, das Charley den Täter zeigen will

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: England
Zeit: 2010er
Perspektive:  Ich Perspektive Abwechselnd Tom und Charley
Alter der Figuren: 17-25

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
Ich hatte den Namen NATHALIE nicht mehr auf meinem Handydisplay gesehen, seit man sie tot geborgen hatte. Wie also konnte sie mich jetzt anrufen? Jemand musste ihr Handy gefunden haben. Vielleicht hatte es ein Bahnarbeiter auf den Gleisen entdeckt und rief nun jeden auf ihrer Kontaktliste an? (Zitat S.9 – Stil Bespiel)

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Charley ist mit den Nerven am Ende. Nicht nur die Tatsache, dass sie seit Jahren immer wieder Visionen von Menschen hat, die mit Blitzen in ihrem Kopf erscheinen, nein auch der einzige Mensch, der ihr glaubt, ist gerade von einem Zug überfahren worden. Als sie wenige Tage später wieder einen solchen Visions-Anfall hat, und ein Mädchen sieht, dass von einem Mann zu den Gleisen gezerrt wird, behauptet ihr Vater einfach, dass sie den Tod von Nathalie verarbeitet. Als sie jedoch diesmal wieder herausfinden möchte, ob sie nur fantasiert oder ob nicht doch mehr dahintersteckt, muss sie von einem Polizisten erfahren, dass ihre Vision ins Schwarze getroffen hat. Kerry, das Mädchen, dass sie gesehen hat, wurde auf den Gleisen von einem Zug überfahren. Mit Charleys Vision kommt zumindest für den jungen Ermittler Tom etwas Licht ins Dunkel. Er überprüft Dinge wie den Klingelton oder die Tatsache, dass Kerry weißen Autolack unter den Nägeln haben soll. Bald ist schon klar, dass mehr dahintersteckt und ein Serienmörder Menschen auf die Gleise legt und es wie Selbstmord oder Unfälle aussehen lässt. Doch wer steckt dahinter? Tom fängt an zu ermitteln und auch Charley kann einfach nicht aufhören, zumal sie immer wieder Nachrichten von der Toten bekommt und sie möchte, dass Charley den Täter findet. Als sie einer solchen Spur folgt, gerät Charley in tödliche Gefahr, denn sie lüftet das Geheimnis um den Serienmörder.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Ich sehe was, was niemand sieht“ ist ein außergewöhnlicher Thriller, der mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Es ist selten, dass ich ein Buch am Stück durchlese, weil es mich so fesselt. Allerdings ist nicht alles super umgesetzt, sodass es auch einige Kritikpunkte gibt.

Mit Charley und Tom ist dem Autor ein tolles Figuren-Duo gelungen, dass sehr lebendig und authentisch ist. Intelligent, sympathisch und mit einem gewissen Charme. Während Charley durch ihre Visionen etwas aus der Rolle fällt, ist Tom hingegen manchmal etwas hitzig, wenn es um seinen Job geht. Er handelt lieber erst, statt manchmal etwas mehr über Dinge nachzudenken oder gar eigene Nachforschungen anzustellen. Trotzdem ist es schön den beiden Figuren, die abwechselnd in der Ich-Perspektive, die Geschichte erzählen, zu folgen. Auch die Trennung der Perspektiven ist dem Autor sehr gut gelungen. Es entsteht durch die Namen am Kapitelanfang nie eine Verwirrung.

Inhaltlich baut der Autor dadurch eine gewisse Spannung auf, denn manchmal verlässt man einen spannenden Ort oder eine Szene, und muss dann etwas warten, um mehr zu erfahren. Die Idee von einem Serienmörder, der Mädchen auf die Schienen legt und es wie einen Selbstmord oder Unfall aussehen lässt, ist sehr interessant, und hatte ich in der Form noch nicht. Die Beweggründe haben mich jedenfalls so gefesselt, dass ich eben weiter lesen musste. Allerdings sind diese Visionen immer so gestaltet, dass es zwar spannend bleibt, aber manchmal eben auch das Gefühl entsteht, sie kommen, wenn der Autor bei den sonstigen Ermittlungen auf der Stelle tritt. Auch fand ich es etwas unlogisch, dass ein so planender Mörder, wie die Auflösung am Schluss zeigt, den einen oder anderen Fehler begeht und zum Beispiel die Handys der Mädchen behält und sie sogar benutzt.  Okay, nur so kann er Charley in die Falle locken, aber warum jetzt?! Das habe ich bis zum Schluss nicht verstehen können. Schließlich hat es nicht erst mit der Polizei und Kerry begonnen, sondern schon vorher. Außerdem empfand ich es dann doch etwas unlogisch, dass manche Tote wirklich Kontakt aufnehmen, aber sie nicht warnen vor der Falle, sondern es irgendwie unterstützen. Nun gut, vielleicht wollen sie so den Täter aus der Reserve locken, aber es wirkt dadurch für mich etwas wirr.

Nichtsdestotrotz ist das Buch einfach unglaublich spannend, und auf Grund des Täters, der wirklich schlau ist, weiß man nicht wie es ausgeht. Es ist auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Ausgang, den ich aber nicht verraten möchte.

Unterstützt wird das Buch durch einen sehr jugendlichen Stil, verschiedene Stilmittel und die jugendlichen Ideen, wie zum Beispiel aktuelle PS3 Games oder Musiktitel. Es ist also sehr peppig und modern. Manchmal wären aber manche Informationen oder Szenen gar nicht nötig, sondern ziehen das Buch etwas in die Länge.


Alles in allem hat mir das Buch aber gefallen. Trotz der Längen und der Tatsache, dass es erst auf den letzten 60 Seiten wirklich Schlag auf Schlag spannend ist, hat mich das Buch bis zum Schluss gepackt. Man möchte einfach den Täter und die Hintergründe kennen. 100 Seiten bevor das Buch zu Ende ist, hatte ich schon einen sehr guten Verdacht, wo mich dann das Motiv zumindest überraschen konnte. Neugierig, dann lest es selbst. Ich finde es lohnt sich.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Tim O'Rourke
Titel:  Ich sehe was, was niemand sieht
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Chicken House (26. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551520747
ISBN-13: 978-3551520746
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 14,99
Genre: Thriller. Jugend, Liebe
Gelesen in: 3 Stunden

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Es war mir eine Freude das Buch zu lesen. Rezension stellt meine eigene Meinung dar.
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Küssen verboten / Sarah Harvey

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Arbeite niemals mit Kindern oder Tieren. Das ist ein althergebrachtes Klischee, aber es stimmt, und noch unumstößlicher gilt: Arbeite niemals mit Kindern und Tieren gleichzeitig.
Irgendjemand sollte den Marketingmanagern verklickern, dass fünf Kleinkinder, ein junger Hund, zwei Kaninchen und eine schlecht gelaunte Katze, vier neurotische Mütter, heiße Studiolampen und zu viel Aufregung, Limonade und Sahnetorte dem Fotografieren teurer Kinderkleidung nicht förderlich sind. ( Zitat. 5 – Erste Sätze / zeigt Abbys Einstellung)


Wer meine Lesesucht verfolgt, der weiß, dass ich früher wirklich dem Motto treu geblieben: Jedes Buch verdient eine Chance. Mit zwei kleinen Jungs denke ich noch immer so, setze es aber nicht mehr um. Deswegen habe ich aus meinem Buchregal fünf SUB-Leichen aussortiert, wie Sachbücher oder religiöse Heimatgeschichten aus den 50er Jahren. Diese habe ich bei unserem Buchtauschregal abgestellt und dabei zwei Bücher entdeckt, die ich unbedingt haben musste. Darunter dieses Exemplar.

'''o0o OPTK o0o'''
Ich habe das Cover gesehen und mich sofort verliebt. Okay, der Handtaschen-Hund ist nicht mein Fall, aber ich liebe rosa und Handtaschen. Genau aus diesem Grund habe ich es mir auch ertauscht.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Abby – verstoßene Tochter, Fotografin, gerät an die falschen Männer, mag keine Kinder
Kit – Arbeitskollegin von Abby
Nathan – Traummann, geschieden, Vater

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: England
Zeit: Gegenwart (2000er)
Perspektive: Ich Perspektive von Abby
Alter der Figuren: 25-35

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Abby ist Anfang 30 und hat sich als Fotografin selbstständig gemacht. Zusammen mit ihrer Freundin Kit versucht sie den ganz großen Durchbruch zu schaffen. Zumindest leben und Kit bezahlen kann sie schon einmal. Während es beruflich bergauf geht, ist ihr Liebesleben (freiwillig) auf Eis gelegt. Nachdem ihr Ex sie mit einem Model betrogen hat und auch alle anderen davor nie die Richtigen waren, hat sie sich eine Pause gegönnt. Deswegen zögert sie auch nicht den kleinen süßen Hund von einem Shooting zu behalten, der einfach von der Tieragentur vergessen wurde. Alles ändert sich als sie Nathan kennenlernt. Er ist charmant, sieht gut aus, ist witzig und könnte Mr. Right sein. Allerdings gibt es zwei große Probleme, die Abby niemals in ihr Leben lassen möchte. Mr. Right ist geschieden und Vater. Zum einen liegt es wohl daran, dass ihre Mutter mit einem anderen Mann in die USA abgehauen ist, und ihr Vater sie mit 18 Jahren aus seinem Leben geschmissen hat für seine neue Frau und deren Kinder. Zum anderen könnte es daran liegen, dass sie sieht, wie es bei einer ihrer Freundinnen läuft. Kinder sind einfach eine Plage. Wäre da nicht dieses Kribbeln im Bauch und das Herzklopfen, wenn sie in seiner Nähe ist. Soll sie all ihre guten Vorsätze über Bord werfen und auf ihr Herz hören?

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Küssen verboten“ hat diesmal nichts mit den Prinzen zu tun, sondern ist der Buchtitel einer romantischen Liebeskomödie voll mit Kitsch, Hindernissen und Gefühlen. Genau solche Bücher brauch ich ab und an, weswegen sie zu meinem Lieblings-Genre zählen.

Nachdem ich mich schon in das Cover verliebt hatte, war der Klappentext ebenfalls interessant. Warum? Ich kenne ihre Situation. Auch ich war nie der Fan von Kindern und habe mich dann in einen Mann mit  Sohn verliebt. Ich habe auf mein Herz gehört und das Ergebnis ist eine glückliche Ehe mit zwei gemeinsamen Kindern plus Stiefsohn. Ich glaube deswegen musste ich das Buch unbedingt lesen.

Damit erfüllt das Buch theoretisch die besten Voraussetzungen, damit es bei mir eine sehr gute Bewertung bekommt. Doch solche Voraussetzungen sind leider nicht alles. Es ist mein erster Harvey und ich weiß nicht, ob ich von meiner Namensvetterin noch mal etwas lesen möchte.

Es beginnt schon mit dem Einstieg. Obwohl die Autorin eine witzige Szene als Einstieg wählt und ich sogar leichte Lachtränen in den Augen hatte, empfand ich die Figuren einfach als zu blass beschrieben. Zum Beispiel Kit wird als zwitterhaft beschrieben, aber wirklich viel mehr Informationen für ein rundes, erklärendes Bild konnte ich nicht sammeln. Abby selbst erzählt zwar die Geschichte und somit müsste ich eigentlich recht schnell eine Bindung zu ihr aufbauen, aber diese entsteht nicht. Sie schafft es mir schon nach 50 Seiten so auf die Nerven zu gehen, dass ich das Buch gerne abgebrochen hätte.

Abby ist ein sehr nervtötender Mensch in meinen Augen. Von vorne bis hinten jammert sie herum. Es beginnt damit, dass ihr Vater sie ganz übel im Stich gelassen hatte, ihre Kindheit nicht die wunderbarste war, die Männer immer falsch waren und vieles mehr. Würde alles einmal angeschnitten werde, um sie kennenzulernen, aber es vergehen keine zehn Seiten bis die nächste Jammerattacke losgeht. Später wird es zwar durch etwas Romantik beschönigt, aber trotzdem hat sie immer wieder jammernde Momente und das nicht gerade wenig. Die positiven Aspekte, wie zum Beispiel tolle Freunde, Hobby zum Beruf gemacht, noch jung und attraktiv, gehen einfach unter. Wobei ihre Arbeit bildhaft viel Aufmerksamkeit geschenkt bekommt.

Selbst wenn ich darüber hinwegsehe, gibt es einfach zu viele Punkte, die mich beim Lesen gestört haben. Zum Beispiel die Tatsache, dass ihr Hund einfach bei einem Fotoshooting vergessen wurde, ist ein solcher Aspekt. Von mir aus hätten solche Einbauten gerne weggelassen werden können, auch wenn der Hund das einzig farbenfrohe an den Buchbeschreibungen ist.

Betrachten wir nun einmal den Kern, die Liebesgeschichte sowie die Ängste einen Partner mit Kind zu akzeptieren. An sich hat die Geschichte so viel Potential, so viele authentische Möglichkeiten, Witz und Charme. Allerdings nutzt die Autorin nur einen Bruchteil davon und lässt alles eher langatmig vor sich hin dümpeln. Weder musste ich Schmunzeln, noch konnte ich mit fiebern, ob sie Nathan nun bekommt. Im Gegenteil ich war über jede Seite, die ich dem Ende entgegenkam froher. Ich hoffte aber zumindest auf einen grandiosen Schluss. Naja, er ist okay, aber eben mehr auch nicht. Ich musste nicht schniefen und schon gar nicht vor innerem Glück grinsen, wie bei vielen anderen Liebesromanen dieser Art.



Kurz gesagt, Sarah Harvey hat es nicht geschafft mich zu flashen und schon gar nicht mich auch nur im Ansatz zu begeistern. Der Titel „Jammern verboten“ hätte eher gepasst. Vielleicht habe ich einfach wegen meiner eigenen Erfahrungen zu viel erwartet von diesem Thema. Die Autorin hätte sicherlich nicht so viele Romane in diesem Genre veröffentlicht, wenn sie nicht andere Menschen berühren würde. Zumindest dieses Buch, ist jedoch einfach nicht meins und daher bleibt mir nur diese Bewertung.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Sarah Harvey
Titel:  Küssen verboten
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542367
ISBN-13: 978-3442542369
Originaltitel: Stepping Out
Preis: € 7,95
Genre: Liebe, Humor
Gelesen in: 2 Tagen
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Neue Romantic Thrill Bücher aus dem Lyx Verlag

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Das Jahr ist nun schon einige Monate alt, und 2015 gibt es einige gute Bücher, die ich unbedingt lesen muss. Da ich für eine Lesechallenge auch einige Werke aus dem LYX Verlag lesen muss, habe ich mir einfach mal eine Liste gemacht, welche der Lyx Werke bei meiner Leseliste 2015 nicht fehlen dürfen. Mal gucken, vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei.

02.04.2015


Dieses Buch klingt wie ein klassischer Krimi von Miss Marple. Ein altes Landhaus mit düsteren Geheimnissen und dann wird die Leiche der Haushälterin entdeckt. Yeah, dass ist genau mein Geschmack. 

07.05.2015



Ich hab mich in das düstere und doch schöne Cover verliebt. Ein düsteres Geheimnis, Liebe und tödliche Gefahr werden in diesem Buch vereint. Ja, das könnte nach meinem Geschmack sein.

03.09.2015




Ja, das Buch gefällt mir schon vom Cover gut, aber auch der Inhalt könnte nach meinem Geschmack sein. Ende 19. Jahrhundert: Clara möchte ihren Onkel auf Hawaii besuchen, doch ihr Vater will sie lieber verheiraten. Sie flieht heimlich und macht sich auf den Weg nach Hawaii. Dort angekommen erfährt sie, dass ihr Onkel verstorben ist und sie nun seine Plantage führen darf. Klingt nach einem Abenteuer, mit einem Hauch Romantik.

Das ist eine kleine Auswahl, welche ich in diesem Frühjahr bis Sommer lesen werde. Natürlich gibt es noch so viele andere Bücher. Da ich aber durch die Schwangerschaft im letzten Jahr, viele Reihen ausgelassen oder verpasst habe, habe ich mich ehrlich gesagt dieses Jahr auf Neuanfänge oder einzelne Bände konzentriert. Dort gibt es nämlich auch eine ganze Menge. Wenn ich mehr Zeit zum Lesen hätte, würde ich wahrscheinlich alle Werke, die nicht digital sind lesen.

Habt ihr euch schon einige schöne Werke aus dem Lyx Verlag ausgewählt, und wenn ja, welches Buch darf es bei euch sein?  Verratet sie mir doch im Kommentarfeld, vielleicht hab ich ja noch was interessantes übersehen...

Viele Romantic Thrill Bücher vom Lyx Verlag finden könnt ihr hier. 

Bildquellen: Lyx-Verlag


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Ein Geschenk der Freundschaft / Marcia Willett

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Unterdessen beobachtete Nell John noch eingehender, als sie Gussi beobachtete. Irgendwann im Laufe des Jahres 1989 spürte sie, dass seine Überschwänglichkeit in Prahlerei überging, dass er versuchte, sich selbst ebenso zu überzeugen, wie er sie überzeugen wollte. (Zitat S. 39)


Braucht ihr auch ab und an ein ruhiges Buch über Freundschaft? Dann kauft euch bitte nicht dieses Exemplar. Ich habe das Buch „Ein Geschenk der Freundschaft“ von meiner Mutter geschenkt bekommen und nachdem mich mein Zwerg wieder einige Nächte Schlaf gekostet hat, wollte ich einfach etwas wirklich entspanntes lesen. Nun lest aber selbst.

'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover gefällt mir gut. Ich hätte es im Laden nicht unbedingt angeschaut, aber die ruhige Landschaft mit dem satten grün, dem blauen Himmel und dem idyllischen Haus hat etwas beruhigendes.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Nell: Hausfrau, Mutter und Ehefrau von John, mit Gussi befreundet, still und unglücklich
Gussi: Alte Dame, die nicht mehr genug Geld zum Leben hat
Henry: Liebenswerter Ruhepol, Mit Gussi verwandt.
John: Ehemann von Nell, Angst vorm Leben, kündigt Marine und wird erfolgloser Makler
Gillian: Henrys Frau, der Geld und schöne Männer wichtig sind

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: England
Zeit: 90er Jahre
Perspektive: verschiedene Figuren, Dritte Person
Alter der Figuren: 30-70

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Nell ist alles andere als glücklich mit der aktuellen Situation. Nachdem John von der Marine weg ist und sich entschieden hat Makler zu werden, hat sie so ein ungutes Gefühl. John ist nicht der Mensch, der selbstbewusst genug dafür ist. In einem solch deprimierten Moment lernt sie die alte Gussi in einem Café kennen. Diese hat ihre eigenen Sorgen. Das Liebe Geld wird knapp und in ihrem Alter kann sie nichts mehr tun, als liebgewonnene Dinge zu veräußern. Beide freunden sich an, und es entsteht eine enge Bindung. Durch Gussi lernt Nell deren Familie, den ruhigen Henry und dessen lebendige Frau Gillian. Gillian hat ihren Mann nur wegen des Prestiges geheiratet und ist nun alles andere als glücklich. Als sie jemanden kennenlernt, frisst sie ihm aus der Hand, und macht ihn sogar mit dem frustrierten und am Abgrund stehenden John bekannt. Dieser hat mit dem schlechten Immobilienmarkt und dem Absprung seines Partners mehr als nur finanzielle Sorgen. John ergreift den Strohhalm, den ihm Gillians Liebhaber bietet und sorgt damit, dass die Dinge ihren ganz eigenen Lauf nehmen. Einen Verlauf, mit dem viele so nicht rechnen und einen der beteiligten Personen das Leben kosten wird.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Ein Geschenk der Freundschaft“ ist ein Buch über wahre, tiefgehende Freundschaft gepaart mit etwas Tragik, Langeweile und keinen Highlights. Doch fangen wir wie jedes Buch am Anfang an.

Der Leser wird in die Welt von Gussi und Nell geworfen. Zwei wildfremde Frauen, die sich in einem Café durch einen freundlichen Blick näher kommen. Es ist eine ungewöhnliche und später auch enge Freundschaft. Bevor man jedoch die Möglichkeit bekommt sich mit der einen oder anderen Figur anzufreunden und diese richtig kennenzulernen, beginnt die Autorin ein Wechselspiel der Perspektiven. Ohne erkennbaren Grund oder die Möglichkeit ihn zumindest visuell wahrzunehmen, springt sie nach Herzenslust immer wieder hin und her. Mal begleitet man Gillian, dann Gussi, dann Nell. Jeder bekommt seinen Auftritt und leider muss man den Wechsel erst einmal erkennen. Das ganze erschwert das Lesen ungemein. Zudem fällt es mir aus diesem Grund schwer eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Ein Problem, das durch die Beschreibung und das Wesen der Figuren nicht gerade verbessert wird. Ich empfand sie oft einfach zu fad beschrieben. Emotionen kamen nicht so zum Vorschein, wie sie eigentlich müssten. Zumindest haben mich die wichtigen Szenen nicht berührt, obwohl Dinge passieren, die mich in Büchern traurig machen.

Inhaltlich ist das Buch eine Mischung aus vorhersehbarer Geschichte, wo nur noch die genauen Zeitpunkte unklar sind, dem Versuch von Spannung und mehreren Liebesansätzen. In meinen Augen dümpelt die Geschichte recht zähflüssig vor sich hin. Siehe auch das Zitat am Anfang. Es gibt zwar einige Momente, wo man denkt, nun kommt Spannung auf oder es könnte noch etwas fürs Herz kommen, aber alle Ansätze nehmen neue, seichte Wendungen an, die mich nicht 100% überzeugen können.

Diese seichte Art von Lektüre mag ich theoretisch in manchen Situationen echt gerne, wenn zumindest ein Highlight vorkommt. Sei es ein unglaublich schönes Happy End oder etwas ähnliches. Die Ansätze sind da, und ich kann mindestens drei gute Ideen aufgreifen aus dem vorhandenen Inhalt, wo ich sage, wäre es so verlaufen, hätte ich das Buch glücklich aus der Hand gelegt. Aber so entstand am Ende das Gefühl, dass sich die Autorin auf den letzten Seiten verzettelt hat und deswegen diesen unglücklichen Weg eingeschlagen ist. Zwar sind alle Figuren am Ende auf deren Art und Weise glücklich, aber ich als Leser bin ich nicht. Zumindest für Nell hätte ich mir eine andere Art von Glück gewünscht.


Damit will ich nun das Buch nicht schlecht machen. Es ist ein leichter, flüssiger Stil, der durch klare Beschreibung nicht anstrengend zu lesen ist. Zudem sind viele Idee wirklich klasse. Es ist nur so, dass ich das Buch hätte auch aus der Hand legen können, ohne das Gefühl zu haben, ich muss wissen wie es weitergeht. Außerdem hat mich der Schluss eben nicht so zufrieden gestellt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es ist nett, aber eben auch nicht mehr. Daher fällt es mir schwer zu sagen, geniales Buch. Wer jedoch die vielen Arten von Glück und Freundschaft einmal erleben möchte, denn da wird eine Menge beschrieben, der sollte das Buch lesen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Marcia Willett
Titel: Ein Geschenk der Freundschaft
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: Aufl. 2009 (13. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404159608
ISBN-13: 978-3404159604
Originaltitel: The Courtyard
Preis: € 2
Genre: Freundschaft, Liebe, Drama
Gelesen in: 3 Tagen
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