Schwarzer Schmetterling / Bernard Minier

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Aversionstheraphie bestand darin, die Darbietung abnormer sexueller Phantasien – Bilder von Vergewaltigungen, von nackten Kindern und so weiter – mit der Verabreichung unangenehmer beziehungsweise schmerzhafter Reize zu verknüpfen: zum Beispiel einem Elektroschock oder einem Schwall Ammoniak. (Zitat S. 70)


Vor gut drei Jahren habe ich an einem Gewinnspiel teilgenommen und neben einem Kindle, den ich leider nicht wirklich gebrauchen konnte, auch ein kleines Buchpaket gewonnen. Darunter dieser Psychothriller. Der Klappentext hat zumindest bei mir gespaltene Gefühle hervorgerufen. Deswegen habe ich das Buch lange herausgezögert. Zur Zahn-OP habe ich es mir aber auf den Stapel zu lesender Bücher gelegt und immer mal wieder ein Kapitel gelesen. Nun bin ich fertig, und kann euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

FIGUREN
Diane Berg – Psychologin in der Nervenheilanstalt und neu im Ort
Commandant Servaz – Ermittler bei dem Fall
Julian Hirtmann – Serienmörder 

INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Frankreich
Zeit: Gegenwart (2000er)

WORUM GEHT ES IM BUCH
Es ist wohl der grausamste Fund, den zwei Arbeiter in den frühen Morgenstunden wohl machen können. Während die Welt im Schneechaos versinkt, müssen sie ihren Job im Wasserkraftwerk nachgehen. Mit der Seilbahn machen sie sich auf den Weg und entdecken auf 2000m Höhe eine Art Schmetterling. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich der schwarze Schmetterling als Pferdekadaver, der so drapiert wurde, dass man ihn als Schmetterling bezeichnen könnte. Wer tut nur so etwas grausames, und vor allen Dingen, wie kann man einen so schweren Tierkadaver nach oben bringen? Commandant Servaz von der Kriminalpolzei übernimmt den Fall. Die Spuren am Tatort enthalten DNA und führen zu dem überaus intelligenten Serienmörder Julian Hirtmann, der nur wenige Kilometer entfernt in einer Anstalt festsitzt. Genauer gesagt ist er im Hochsicherheitstrakt untergebracht und wird mit Stromschlägen therapiert. Zusammen mit der neuen Mitarbeiterin Diane Berg, versucht Servaz genau dieses Rätsel zu lösen, denn eigentlich ist es unmöglich, dass Julian der Täter ist. Es dauert nicht lange bis der Tierkadaver das kleinere Übel ist, denn es folgt eine Mordserie, die makaber und erschütternder nicht sein könnte. Gelingt es den beiden den Täter zu schnappen, bevor noch schlimmeres passiert?

MEINE LESEEINDRÜCKE
„Schwarzer Schmetterling“ ist ein Psychothriller, der eigentlich vielversprechend klingt, sofern man Romane in und um Frankreich mag. Letzteres ist nicht so ganz mein Fall, weil ich die Namen einfach schwer zu merken finde, aber es gibt genügend Bücher, die mich trotz Frankreich begeistern konnten, sodass ich unvoreingenommen mit dem Lesen begonnen habe.

Allerdings habe ich schon recht früh gemerkt, dass das Buch irgendwie auf eine Enttäuschung hinauslaufen wird, wenn nicht irgendetwas gravierendes passiert. Es beginnt damit, dass ich lange brauchte, um mich an die Hauptfiguren zu gewöhnen. Ich persönlich fand sie sehr sachlich beschrieben, und hatte daher Schwierigkeiten mich auf sie einzulassen. Irgendwie war zumindest auf den ersten Seite eine gewisse Distanz. Mit der Zeit nimmt es glücklicherweise ab, und man baut eine kleine Verbindung zu den Figuren auf. Wirklich sympathisch sind sie mir dennoch nicht geworden.

Hinzu kommt der Inhalt, der mich ehrlich gesagt wahnsinnig gemacht hat. Da wird ein Kommissar von der Kriminalpolizei gebeten einen Pferdemord zu lösen. Und ständig die Frage, wie kommt das Pferd denn nun nach oben. Zeitgleich die Szenarien in der Anstalt, wo regelmäßig über Stromschock-Therapien gesprochen wird. Sicherlich gibt es dies wohl noch in Frankreich, aber irgendwie hat mich beides eher geschockt und abgestoßen. Es ist schwer sich auf eine solche Geschichte richtig einzulassen. Mir ist es bis zum Schluss nur zu Teilen gelungen, obwohl nachher noch weitere Morde passieren.

Besonders der Mord mit dem Pferd hat mich echt arg enttäuscht. Zwar wird für den Mord eine halbwegs akzeptable Lösung gefunden, aber mal ehrlich, da hätte man doch definitiv einen etwas logischeren und nicht so Haare sträubenden Mord auswählen können. Man stelle sich einmal vor, dass das tote Pferd am Stahlgerüst der Seilbahn drapiert wurde. Wer ein Pferd schon mal live gesehen hat, weiß wie groß, schwer und ja unhandlich sie sein können. Sicherlich schockt der Autor damit, aber mit einem so drapierten Hund oder einem Menschen wäre es ihm genauso gelungen, ohne das die Leser gleich zu Beginn genervt sind von der Frage, wie ist das nur möglich.

„EIN PFERD?...“ Ungläubig blickte Servaz die anderen an. „Ja. Ein Pferd. Ein etwa einjähriges Vollblut nach allem, was man weiß.“ Servaz wandte sich an Cathy d'Huminières. „Sie haben mich wegen eines Pferdes kommen lassen?“ (Zitat S. 41)

Die Ermittlungen werden mit der Zeit etwas spannender, und so kann man das Buch verfolgen, aber die Art und Weise, wie der Autor ab und an versucht Spannung aufzubauen, ist dann wieder so enttäuschend, dass ich manchmal das Buch aus der Hand legen musste, was bei mir echt selten der Fall ist. Ein anderer Rezensent hat es in einer Szene wunderbar beschrieben, und diese Szene ist ein so gutes Beispiel, dass ich sie auch einmal nutze. Ein Auto, nachts auf einsamer, schneebedeckter Straße im Wald, als plötzlich, wie aus dem Nichts ein anderes Auto hinter dem Wagen auftaucht. Die Angst ist spürbar und man erwartet einen Unfall, einen Angriff oder sonst etwas. Was passiert, das Auto blendet auf. Ja, man kann Spannung definitiv nicht künstlicher aufbauen. 


Alles im allem war ich froh als das Buch beendet war, und kann sagen, dass mein Bauchgefühl vom Buch eher enttäuscht war. Meine Erwartungen an das Buch wurden leider nicht erfüllt. Da gibt es spannendere Psychothriller, auch wenn der Autor wirklich gute Ideen hatte. Ideen alleine reichen jedoch nicht. Zumindest mir nicht

BUCHFAKTEN
Autor: Bernhard Minier
Titel: Schwarzer Schmetterling 
Taschenbuch: 688 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426511665
ISBN-13: 978-3426511664
Originaltitel: Glace
Preis: € 9,99
Genre: Psychothriller
Gelesen in: 5 Tagen

Ich bedanke mich noch einmal bei Lovelybooks für das gewonnene Gewinnspiel.
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Wenn freche Wölfe Nebel Pupsen / E. Kummer, V. Suffrage / P. Ludwig

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„Stups, so hatten die Eltern das Wolfskind genannt, beschloss, dass er den Winter nicht leiden konnte. Nass und kalt, das gefiel ihm nicht. Wenn er eines Tages ein Alphawolf wie sein Vater war, würde er den Winter verjagen.“ Zitat S. 6


Ich habe mir ja nun diesmal vorgenommen wirklich alle Aufgaben bei meinen angenommenen Challenges zu meistern. Warum aber müssen immer Ebooks dabei sein? Da bin ich Old-School-Leseratte echt immer aufgeschmissen. Nun bin ich durch Zufall in eine Lesegruppe hineingerutscht, wo ein Ebook diskutiert wurde. Warum also dies nicht nutzen. Es erscheint im Übrigen Mitte März, also brav vormerken.

'''o0o OPTK o0o'''
Das Cover ist richtig süß, aber wirkt etwas altmodisch und düster mit dem dunklen Rand. Ich hätte eher Blauton oder Dunkelgrau mit Schneeflocken genommen.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Stups – kleiner, süßer Wolf
Moni / Maximilian – Der Junge, der seinen Namen nicht weiß

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Stups ist ein kleiner Wolf, der mit seinen Geschwistern nicht im Frühjahr, sondern im Herbst geboren wurde. Seine Eltern behaupten, er hätte seinen Namen, weil er alle angestupst habe,  aber sein großer Bruder besteht darauf, dass es von „Stupid“ abgeleitet ist. Was kann Stups denn dafür, dass er wild, voller Tatendrang und manchmal eben tollpatschig ist? Und genau diese Tollpatschigkeit bringt ihn zu Moni. Der kleine Junge ist halb erfroren und kann sich nicht mal an seinen Namen erinnern. Als er zum Mond Blickt, beschließt er sich Moni zu nennen. Zusammen machen sie sich auf den Weg in Richtung Wolfslager und damit beginnt eine unglaubliche Freundschaft, die so manches Abenteuer zu bestehen hat, gerade als sich Moni an seine Familie erinnert und erkennen muss, dass er Maximilian heißt, denn damit gerät seine neue Wolfsfamilie in unglaubliche Gefahr.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
Hinter dem Buch verbirgt sich die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft. Außergewöhnlich nicht nur wegen der Tatsache, dass eine der Parteien ein Wolf ist, sondern weil ein langer, abenteuerlicher Weg vor ihnen liegt.

Die Geschichte ist unglaublich liebevoll geschrieben. Viele, zauberhafte Details und eine kindgerechte Sprache, sodass sogar ein 3 jähriges Kind beim Vorlesen alles versteht, auch wenn er mit Sicherheit noch nicht alles gedanklich aufnehmen kann. Es ist eine Geschichte, bei der mein Sohn mich immer wieder fragte „Was passiert nun, Mama?“. Untermalt wird die spätere Ausgabe mit vielen, wunderbaren Zeichnungen, die den Inhalt noch einmal farblich, aber auch fantasieanregend unterstützen. Für die kleinen Leser entsteht so ein rum um Kopfkino.

Inhaltlich war ich etwas überrascht und habe mich am Anfang sehr an „Das Dschungelbuch“ erinnert gefühlt. Mit dem Auftauchen von Moni kam dann die Verbindung zu „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in den Sinn. Es ist das Lieblingsmärchen meiner Mutter und bei Kälte und einem fast erfrorenen Kind, kommt der Gedanke zumindest bei mir auf. Später ist es einfach nur eine Geschichte voller Freundschaft und großer und kleiner Abenteuer. Sie gehen gemeinsam zu Schule, erkunden die Welt oder suchen nach Nahrung. Immer wieder gespickt sind die Geschichten mit altbekannten Märchen, wie „Rotkäppchen“ oder „Die Bremer Stadtmusikanten“.




Es ist auf jeden Fall ein zauberhaftes Kinderbuch, dass ich persönlich als Mama von 3 Jungs nur weiterempfehlen kann. Mit meinen 31 Jahren habe ich so manches Kinderbuch gelesen, und das Abenteuer von Moni und Stups ist eins der schönsten Kinderbücher, die ich je gelesen habe. Das Buch zählt definitiv zu den persönlichen Top 10 meines Sohnes, der besten Kinderbücher des Jahres 2015. So viel Liebe, wie die Autoren und der Illustrator in das Werk gesteckt haben, findet man nur selten, und ich habe schon tausende von Kinderbüchern gelesen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Enya Kummer / Victoria Suffrage
Illustrator: Peter Ludwig
Titel:   „Stups und Moni“ - Wenn freche Wölfe Nebel pupsen
ISBN: 978-3-945895-01-6
Seitenzahl: ca 200 mit Zeichnungen / Vorab ohne Zeichnung 181
Verlag: Maverick
Preis: € 16,80
Genre: Kinder, Märchen, Tiere
Altersklasse: Ab 8
Gelesen in: 2 Tagen

Rechte: Die Rechte liegen bei den Autoren. Zitat und Cover wurden mir von ihnen zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich hierfür.
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3 Kommentare:

Meine beste Feindin / Megan Crane

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"Das ist schon in Ordnung", gab ich zurück, was mit völlig verkrampftem Kiefer erstaunlich schwierig war. "Ich meine, was soll's, dass wir fast vier Monate zusammen waren, und uns außerdem schon seit dem College kennen. Wen interessiert schon die Vergangenheit? Das ist alles völlig okay für mich." Zitat S.8



Ab und an brauche ich ganz ehrlich meine Portion Kitsch, Happy End und Vorhersehbarkeit. In den letzten Tagen war ein solcher Moment und da ich für eine Lesechallenge ein Buch mit blauem Cover lesen musste, habe ich mich für dieses gut gehütete Schätzchen entschieden. Ich habe es mir damals ertauscht und mit damals meine ich, dass es schon seit 2009 bei mir im Regal zu finden ist. Das Warten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt

'''o0o OPTK o0o'''
Ich habe das Buch gesehen und fand die hellen, freundlichen Farben allein schon klasse. Zwei Frauen, in der durch einen Riss entzweit, passt wie die Faust aufs Auge.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Augusta / Gus – 29 Jahre, Bibliothekarin, unfreiwilliger Single
Nate – Traummann und Ex von Gus
Helena – frühere gute Freundin, ist die neue an Nates Seite
Amy Lee – Beste und einzig verheiratete Freundin
Georgia – Anwältin, mag Arschlöcher, ständig Single und Gus zweite beste Freundin
Henry – Mitbewohner von Nate und augenscheinlich riesiges Arschloch

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Boston, USA
Zeit: Gegenwart (2000er)
Perspektive: Ich Perspektive von Gus
Alter der Figuren: 29 / 30

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Gus ist sauer, enttäuscht, wütend und total eifersüchtig. Ihr Nate, den Mann, den sie schon immer klasse fand, und den sie nach vielen Jahren endlich von sich überzeugend konnte, hat sie betrogen. Während er angeblich krank im Bett liegt, sitzt er bei einem romantischen Essen zu Hause mit einer guten Freundin von ihr und zur Krönung auch noch knutschend. Sie waren zwar nur vier Monate zusammen, aber für Gus bricht die Welt zusammen, denn in wenigen Wochen wird sie zudem 30. Die Krise ist vorprogrammiert zumal sie Nate und Helena bei jeder Feier über den Weg läuft. Unerträglich wird es, als sie bei einer solche Feier vor Eifersucht überschäumt und sich total zum Affen macht. Ihr Auftritt hat zur Folge, dass Helena alles daran setzt um Nate von ihr fernzuhalten, während Nate irgendwie immer häufiger signalisiert, eigentlich liebe ich dich doch noch. Wenn sie doch nur wüsste, warum er allein in ihrer Nähe so anders ist. Außerdem ist da noch die Nacht mit Henry, könnte Nate ihr die überhaupt verzeihen. Zwar hatte er sie gerade mit ihrer Freundin betrogen, aber gab es ihr das Recht mit seinem Mitbewohner Tröstungs-Sex zu haben? Und dann überschlagen sich die Dinge. Sie verpasst insgesamt 7 Anrufe von Nate, Amy Lee hat die Nase voll von allen und Georgia erfährt auf traumatische Weise von Gus schwachen Moment mit Henry. Kann sie trotzdem alles retten, um noch den perfekten Start ins erwachsene Leben ab 30 zu erleben?

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Meine beste Feindin“ ist ein klassischer, humorvoller Liebesroman über die Irrwege zu Mr. Right.

Los geht es direkt auf einer Party, wo der Leser, die aktuelle Situation zumindest grob erklärt bekommt. Gus und Nate sind kein Paar mehr, weil Helena sich an ihn rangeschmissen hat. Auf diese Weise werden sogleich alle wichtigen Figuren eingeführt. Und damit beginnt das Buch so richtig lustig zu werden. Megan Crane setzt nämlich auf unglaublich einprägsame Charaktere, die zwar sehr klischeebehaftet sind, aber genau diese Spitzen gehören zu dieser Art Lektüre einfach dazu. Da wäre zum Beispiel Georgia, die sich immer Arschlöcher sucht, die sie nur verarschen, obwohl sie als Karrierefrau eine Menge zu bieten hat, oder Helena, die mit Frauen wenig anfangen kann und dafür jeden Mann um den kleinen Finger wickeln kann.

Aber auch Gus ist eine Hauptfigur mit der sich so manche Frau identifizieren kann. Ihre Gedankengänge sind durch die Ich-Perspektive mehr als greifbar. Viele Frauen, die auf die 30 zugehen, kennen den Gedanken, dass mit dieser Zahl ein Wendepunkt in ihr Leben kommt. Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mir mit 25 dachte, dass ich gerne mit 30 verheiratet wäre. Als Single, der es nicht gerne ist, ist die Zahl noch magischer, als wenn man eine glückliche Beziehung führt. Humorvoll, aber mit einer ehrlichen Portion Ernsthaftigkeit setzt sich die Autorin also mit diesem Punkt auseinander und hat zumindest mich überzeugen können. Die Wandlung vom jungen Mädchen zur Frau ist ihr bildhaft gelungen. Es ist interessant ebendieser Wandlung zu folgen und vielleicht selbst den einen oder anderen Anstoß zu bekommen.

Neben der magischen Zahl geht es aber hauptsächlich um Freundschaft, Liebe und Trennung. Logischerweise mit einer gehörigen Portion Kitsch, aber immer mit einer kleinen Denkanregung, die manche Dinge in einem anderen Licht erstrahlen lässt. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Freundschaft. Es ist interessant zu sehen wie Gus die Freundschaft zu Helen sieht, und wie diese sie selbst zu Gus gesehen hat. Nicht immer wird die Freundschaft gleich wahrgenommen. Alleine dieser Punkt macht das Buch zu einer Leseempfehlung.

Kommen wir aber nun zum Herzschmerz. Betrogen zu werden ist nicht schön, und wenn dann noch die gute Freundin den Freund ausspannt, dann ist das Herz gebrochen. Die Emotionen fängt die Autorin erstklassig ein. Man leidet mit ihr und obwohl ich wusste, wie es ausgehen wird, oder zumindest habe ich es geahnt, war ich trotzdem neugierig, was es mit Nate auf sich hat. Ja, hier stand ich auf der Leitung, aber das macht ein gutes Buch ja auch mal aus. Auf jeden Fall hat mich die Erkenntnis, genauso wie Gus, wie ein Blitz getroffen. Ihr anschließendes Verhalten regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Gerade wenn ihr selbst verlassen wurdet und nun ein Happy End braucht, zeigt es euch, dass ihr nicht immer dem Ex hinterher trauern müsst.

Der Schluss des Buches ist definitiv keine Überraschung, passt aber ins Gesamtbild, und hinterlässt den Gedanken „Nein, es ist zu Ende“. Man verlässt liebgewonnene Menschen und möchte sie gerne wiedersehen.

Mich persönlich hat die Autorin mit ihrem Buch überzeugt. Mit seinem leichten Stil, keine große Herausforderung, sondern ein Buch zum Abschalten. Wie peppig der Stil ist, könnt ihr übrigens dem Zitat am Anfang des Berichtes entnehmen.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Megan Crane
Titel:  Meine beste Feindin
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (12. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442468140
ISBN-13: 978-3442468140
Originaltitel: Frenemies
Preis: € 1,00
Genre: Liebe, Humor, Freundschaft
Gelesen in: 2 Tagen 
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City Heroes Band 1 / Peter Jay Black

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Hab ich etwas verpasst?
Doch er wusste es. Es war schließlich seine Aufgabe, solche Dinge zu wissen. Selbst bei einem nur vierstelligen Code gab es zehntausend mögliche Kombinationen.  (Zitat S. 7)



Ich kann einfach nichts dafür. Wahrscheinlich werde ich auch mit 60 Jahren noch immer Jugendbücher lesen und lieben. Deswegen habe ich mich auch für ein spannendes Exemplar beworben, als dieses bei Blogg Dein Buch angeboten wurde. Es hat den Namen „City Heroes“.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Jack – Er ist der schlaue Kopf, der alle Eventualitäten durchgeht
Charlie – Sie ist die Bastlerin und kennt sich mit Technik wie ein Junge ausbleiben
Obi – Er ist nicht nur übergewichtig, sondern ein wahres Computer-Genie
Skink – Er ist flink und sportlicher als alle andere
Wren – Sie ist der Neuzugang und eine perfekte Taschendiebin.

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: London, England
Zeit: Konnte ich nicht erlesen
Perspektive: Dritte Person - Personal
Alter der Figuren: 11-16

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Jack, Charlie, Obi, Skink und Wren haben einige Dinge gemeinsam. Sie sind nicht nur Freunde und gehören den City Heros an, sondern sind allesamt Waisenkinder. Zusammen leben sie in einem alten Bunker unter London und haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Reichen und manchmal nicht ganz ehrlichen Bürgern etwas Geld abzuknöpfen. Für sich selbst nur kleinere Beträge, um Überleben zu können. Große Beträge inzwischen im eine Millionen Pfund Bereich spenden sie an Krankenhäuser oder andere Einrichtungen. Bei einer ihrer Aktionen stoßen sie zum ersten Mal auf Komplikationen. Es beginnt mit einem geänderten Türschloss und bewaffneten Wachleuten. Merkwürdig daran ist nur, dass in dem Haus bis auf ein paar leere Räume und einige Versicherungen nichts großes drin ist, weswegen sie es ausgewählt hatten, um von dort die Operation im Nachbarhaus zu beobachten.  Ihnen gelingt zwar die Aktion, die im Nachbarhaus stattfindet mit ganz viel Glück, aber Obi stößt bei der Recherche, warum in diesem Haus, plötzlich alles geändert wurde, auf das Symbol von Proteus. Hierbei handelt es sich um einen Supercomputer, der eigentlich nur ein Legende ist, wie der Heilige Gral. Als nächstes Projekt nehmen sie sich vor, mehr darüber herauszufinden. Schon bei den ersten Erkundungen wird Charlie festgenommen, und später Jack, der versucht sie zu retten. Wie es scheint, ist er den Agenten, die dahinter stecken in die Falle gegangen. Doch was steckt wirklich dahinter?

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„City Heroes – Stoppt Proteus“ ist der erste Band einer geplanten Reihe. Mit seinem glänzend, silbernen Cover zieht das Buch definitiv Blicke auf sich. Muss aber gerade bei Sammlern mit Vorsicht behandelt werden, denn man sieht natürlich jeden Kratzer oder Fingerabdruck überdeutlich.

Das Buch selbst erinnert mich im ersten Moment an eine jugendliche, moderne, wenn nicht futuristische Version von Robin Hood, aber auch an die Drei ???. Vom Ansatz her genau mein Lesegeschmack. Nur nützt diese alleine herzlich wenig, weswegen ich vom Werk recht enttäuscht war.

Es beginnt schon beim Einstieg. Als Leser trifft man auf viele verschiedene Figuren, mit denen man sich theoretisch gut identifizieren könnte, wären sie nicht, abgesehen von einigen markanten Details, recht blass. Wobei blass eigentlich das falsche Wort ist. Die Figuren sind von der Theorie interessant, vielfältig und logisch konstruiert.  Es ist vielmehr die Art, wie der Autor sie einführt. Er setzt auf die Happen-Einführung. Immer mal wieder gibt es einen Informationbrocken, wie eine Art Rückblende. Dadurch fehlt mir persönlich einfach die Bindung. Ich hatte bis zum Schluss das Gefühl einen Folgeband zu lesen, und nur mit Hilfe dieser vorhandenen Informationen einige Erinnerungen aufzufrischen, wie es Autoren eben bei Folgebänden tun. Ein solches Bild für einen definitiv ersten Band ist nicht das, was ich mir als Leser wünsche.

Diese Tatsache trifft nicht nur auf die Figuren zu, sondern betrifft auch den Inhalt. London, klar, aber welche Zeit? Es wirkte so futuristisch. Dementsprechend hatte ich bis zum Schluss immer das Gefühl, dass eine Lücke vorhanden sei, die durch das Lesen eines ersten Bandes, nicht entstanden wäre. Ihr versteht sicherlich meinen Lage, wenn eben ein solcher Band nicht mal existiert, weil es eben gerade erst beginnt.

Dadurch wird die gesamte Spannung, die der Autor in einer Art kindgerechtem James Bond / Robin Hood Manier aufbaut, immer wieder auf Null gesetzt. Es schwirren einfach zu viele Fragen im Kopf herum. Hier mag sein, dass jüngere Leser sich einfach fallen lassen und vieles als gegeben hinnehmen. Jedenfalls mangelt es nicht an spannenden Momenten, die von Anfang an greifbar sind. Zum Beispiel muss Charlie als Plan B einen bewaffneten Wachmach vor dem Schuss abhalten, indem sie einen selbstgebastelten Elektro-Schocker einsetzt.

Es sind aber nicht nur die Fragen meinerseits, sondern auch die Länge der Kapitel, die zumindest minimal für den Spannungseinbruch sorgen. Ich selbst war schon als Kind der Meinung 10-15 Seiten reichen für ein Kapitel aus. Als Kind liest man schließlich vor dem Schlafen gehen oder auf dem Weg zur Schule, sofern man in der Bahn sitzt. Extrem lange Kapitel haben keinen richtigen Pausenpunkt zwischendurch und die Gedanken, wenn man müde ist, schweifen ebenfalls ab. Ich zumindest war schon als Kind bei langen Kapiteln irgendwann etwas genervt.

Empfehlen würde ich das Buch für Kinder ab 11. Mein 11jähriger Stiefsohn zum Beispiel konnte dem Geschehen ohne Probleme folgen, allerdings hat er nach drei Kapitel gesagt, dass es nicht seinem Geschmack trifft.

Die Idee des Autors ist definitiv nicht schlecht. Die Umsetzung in meinen Augen allerdings ausbaufähig. Aber ich denke, mit steigender Anzahl der Werke, wird sich die Problematik in Luft auflösen.

Vergleiche ich es jedoch mit vergleichbarer Lektüre, sprich den Drei ???, die mir eben spontan eingefallen sind (vielleicht wegen dem Superhirn und dem etwas korpulenterem Mitglied), dann sind diese Werke doch leider um Längen spannender, obwohl dort nicht ansatzweise so viel Action passiert. Dafür sind sie aber einfach klarer und fesseln vom Aufbau einfach mehr. 



Alles im allem bleibt für mich abzuwarten, ob der zweite Band besser wird. Eine zweite Chance verdient das Buch definitiv und daher gibt es von mir eben zwei Sterne.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Peter Jay Black
Titel:   City Heroes Stoppt Proteus!: Band 1
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: cbt (25. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570162885
ISBN-13: 978-3570162880
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren
Originaltitel: Urban Outlaws 1
Preis: € 12,99
Genre: Jugend, Action, Agenten, Robin Hood
Gelesen in: 2 Tagen


Ich bedanke mich bei cbt für das Rezi-Exemplar. 
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Lesetipp: Knautsch und Schmatz ein Gummibärchen-Liebesmärchen

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Heute habe ich mal keine Rezension für euch, sondern möchte euch auf ein echt süßes Buch aufmerksam machen. Es wurde von der Autorin selbst herausgegeben und ist daher noch nicht so bekannt. Ich fand es aber unglaublich niedlich und vielleicht sucht ihr ja demnächst ein Kinderbuch als Geschenk.

Bildquelle: Amazon.de / Copyright und Genehmigung von Susanne Vogel

BUCHFAKTEN
Gebundene Ausgabe – Dezember 2014
von Susanne Vogel (Autor, Illustrator, Herausgeber)
Preis: 13,99 EUR
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten, durchgängig farbig gedruckt
Verlag: Vogel Konzept & Design; Auflage: 1 (2014)
ISBN-10: 3000479406
ISBN-13: 978-3000479403
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren
Größe: 25,6 x 20 x 1 cm


ZITIERTER KLAPPENTEXT
Die zwei Gummibärchen Knautsch und Schmatz werden von einem Staubsauger verschluckt und landen in einer faszinierenden Welt voller Abenteuer. Doch Schmatz geht in dem Chaos verloren und Knautsch beginnt eine spannende Entdeckungsreise, um seinen Freund wiederzufinden. Alle, die er unterwegs trifft, ob Prinzessin, Frosch oder Feuerwehr, stecken in der Klemme. Knautsch hilft, wo er kann - und so wird am Ende auch ihm geholfen zu Schmatz zu gelangen.
Eine Geschichte zum Mitfühlen, in Versform erzählt und liebevoll illustriert. Über Trennung und Wiedersehensfreude, über Schwierigkeiten und Hilfsbereitschaft. 
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Das Böse im Blut / Kay Hooper

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Bishop hatte sie gewarnt: Bis sie gelernt hätte, ihre Gabe vollständig zu beherrschen, würde sich die Tür, die jenes verheerende Trauma in ihrem Kopf geschaffen oder aktiviert hatte, wahrscheinlich unerwartet öffnen. Und mitten in den Ermittlungen zu einer Mordserie, bei der kürzlich mehrere Menschen gewaltsam zu Tode gekommen waren, würden die Erfahrungen wahrscheinlich besonders intensiv. (Zitat S. 117)


Mit der Weisheitszahn Operation hatte ich endlich mal wieder etwas mehr Zeit zum Lesen, und nachdem ich einige leichtere Werke in der Hand hatte, wollte ich endlich etwas Spannung. Kurzer Hand habe ich mir eins der Werke von Kay Hooper aus dem Regal gezogen. Ich habe das Buch vor rund 3 Jahren in einer Tauschbörse ertauscht, und mich wahnsinnig gefreut, bis ich gemerkt habe, dass es eine Reihe ist, von der ich nur Band 2 und 3 habe. Warum ich mit dem letzten Band angefangen habe? Ich glaube, weil das Buch einfach spannender klang.

FIGUREN
Isabel – Profilerin und Hellseherin
Holli – FBI Agentin und Medium
Rafe – Polzeichef von Hastings
Mallory – Kollegin von Rafe


INHALTLICHE FAKTEN
Ort: Hastings, USA
Zeit: Gegenwart (2000er)
Alter: 25-35

WORUM GEHT ES IM BUCH
Hastings in North Carolina ist eine beschauliche Kleinstadt in der alles geregelt und schön beschaulich ist. Das ändert sich jedoch, als innerhalb von drei Wochen drei mehr als attraktive Frauen brutal ermordet werden. Niemand traut sich mehr vor die Tür, denn jeder könnte das nächste Opfer sein. Frauen färben sich die Haare und versuchen so schüchtern wie möglich zu wirken, denn der Mörder bevorzugt eindeutig blonde, attraktive und sehr erfolgreiche Frauen. Eine andere Verbindung lässt sich zur Zeit noch nicht feststellen. Isabel Adams, die ins Profil passt und gerne etwas Action hätte, bietet ihre Profiler-Erfahrungen bei diesem Fall an, und reist mit ihrer Partnerin zum Ort des Verbrechens. Sie setzt alles daran, das nächste Opfer zu werden, denn nur so kann er geschnappt werden. Und der Täter beißt an, aber nicht so, wie Isabel es vermutet hätte. Es beginnt ein Kampf ums Überleben.

MEINE LESEEINDRÜCKE
„Das Böse im Blut“ ist kein gewöhnlicher Psychothriller, zumindest nicht so, wie ich es beim Ertauschen vermutet habe.

Das Buch beginnt spannend und verspricht gruselige Unterhaltung, denn im Prolog lernt man den Täter auf interessante Weise kennen und fürchten. Ihm möchte man im Dunkeln oder auch am Tage nicht über den Weg laufen. So spannend wie es begonnen hat, so schnell lässt dieser Aspekt aber nach. Auf den nächsten Seiten lernt man als Neuling Holli, Isabel und die anderen Kollegen vor Ort kennen. Erfährt viel über die Opfer, so wie es sich eben für einen Serienkiller-Roman gehört. Wäre nicht der Einstieg gewesen, ich hätte aber nie vermutet, dass es um einen Serienkiller geht, um es mal übertrieben zu sagen. Das Problem ist, dass die Autorin sich in den Beschreibungen der Figuren verliert und die Ermittlungen total langweilig sind. Es zieht sich so unglaublich in die Länge, dass man es wirklich als Einschlaflektüre wählen könnte. Solche Beschreibungen sind nicht verkehrt, solange irgendwann eben eine Wendung kommt, und unter diesem Aspekt habe ich fleißig und gerne weitergelesen. Schließlich geht das Lesen wegen des leichten Stils zügig voran.

Doch irgendwann kam dann die Wende, die ich aus dem Klappentext so nicht entnehmen konnte. Die Autorin fängt an über einen gewissen sechsten Sinn zu reden und widmet sich mehr als ausgiebig dem Hellsehen und dem Medium Holli. Siehe auch Zitat. Leider gehöre ich zu den Lesern, die mit solchen Aspekten in einem sonst realistischen Buch einfach nichts anfangen können Es mag solche Menschen geben, darüber will ich gar nicht diskutieren, aber ich glaube nicht wirklich daran, und finde es immer nervig. Selbst bei meinem Lieblings-Jugendbuch-Autoren R. L. Stine finde ich diese Ansätze so störend, dass die Werke in der Regel durchfallen. Hätte die Autorin sich diesem Ansatz nur minimal gewidmet, hätte ich damit leben können. Stattdessen fokussiert sie es, und dadurch wirkt alles so künstlich. Geht es bei den Ermittlungen nicht weiter, hilft eben diese übernatürliche Fähigkeit. Wobei die Ermittlungen nur einen kleinen Teil der Handlung einnehmen. Hauptsächlich geht es um die beiden FBI-Ermittlerinnen und ihre Fähigkeiten. Warum die Autorin nicht einfach einen übernatürlichen Roman geschrieben hat, sondern sich so an den Versuch eines Thrillers klammert, konnte ich nach 200 Seiten spätestens nicht mehr verstehen. Ich war irgendwann nur noch genervt.

Selbst das Fangen und Auflösen war einfach nur so unwirklich. Nicht so, dass ich sagen würde überzeugend, genial und perfekt. Das liegt nicht daran, dass es am Ende nicht zumindest minimal spannend ist, sondern am Entschuldigung, enttäuschenden Mittelteil.

Auf jeden Fall kann ich ehrlich sagen, dass mich mein erster Kay Hooper so enttäuscht hat, dass ich auf den zweiten Teil der Serie so gar keine Lust habe.

BUCHFAKTEN
Autor: Kay Hooper
Titel: Das Böse im Blut
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Weltbild; Auflage: 1., Aufl. (26. September 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 389897278X
ISBN-13: 978-3898972789
Preis: € 1,00
Genre: Thriller

REIHENFOLGE
1. Die Augen des Bösen („Touching evil“).
2. Die Stimme des Bösen. Roman („Whisper of evil“).
3. Das Böse im Blut („Sense of evil“).
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Insel des Sturms / Nora Roberts

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Ganz offensichtlich, gar keine Frage, war sie übergeschnappt!
Als Psychologin sollte sie es wissen.
Sämtliche Zeichen waren da, und zwar bereits seit Monaten. Die Gereiztheit, die Übellaunigkeit, der Hang zu Tagträumen und die Vergesslichkeit. Der Mangel an Motivation, an Energie, an der normalerweise für sie typischen Zielstrebigkeit. (Zitat S. 7)

Woher ich das Buch habe, weiß ich gar nicht mehr, aber ich weiß, dass mich das Buch so überzeugt hat, dass ich gleich Band 2 und 3 auch gleich bestellt habe. Nun möchte ich euch aber ebenfalls von dieser leicht trivialen und doch zum Nachdenken anregende Lektüre überzeugen. Begleitet mich also ins zauberhafte Irland.


WORUM GEHT ES IM BUCH
Jude hat von ihrem Leben die Nase voll. Ihr Job als Dozentin nervt sie nur, die Scheidung von ihrem Mann nach nur 7 Monaten Ehe hat sie nicht verkraftet und nachdem ihr Leben ein großer Scherbenhaufen ist, schmeißt sie alles hin und reist in die alte Heimat ihrer Großmutter. Diese hat dort ein Cottage geerbt und das wird nun für Jude die nächsten sechs Monate ein neues zu Hause. Sie möchte in aller Ruhe herausfinden, was sie beruflich machen möchte und wieder zu sich selbst finden. In Irland angekommen, möchte, die sonst schüchterne Jude am Liebsten zurück, aber im Cottage angekommen fühlt sie sich auf Anhieb wohl. Nicht nur wegen der netten Begrüßung ihrer Nachbarin Brenna, sondern vor allen Dingen, weil das Haus, die Mythen und die Ruhe ihr gefallen. Besonders hat es ihr aber der Pub-Besitzer Aiden angetan. In diesen verliebt sie sich auf den ersten Blick und beginnt sogar nach einigem Hin und Her eine romantische Affäre. Für ihn und ihre lieb gewonnenen Freunde würde sie sogar Chicago hinter sich lassen und Irland als neue Heimat akzeptieren. Das Glück könnte perfekt sein, als der wilde Aiden ihr einen Antrag macht, wären da nicht seine unbedachten Worte, die Jude tief in der Seele verletzen.

WICHTIGE FIGUREN
Jude – Psychologin aus Chicago, die nach Irland reist um sich zu finden
Aiden – Pub Besitzer und früherer Vagabund / Draufgänger
Shawn – Der Bruder von Aiden, Musiker und Koch
Darcy – Schwester von Aiden, jung dynamisch und Mode verliebt
Brenna – Nachbarin von Jude, ein Mädchen das ein halber Junge ist

MEINE LESEEINDRÜCKE
Mit diesen Worten beginnt ein rührender, leicht witziger Roman, der zwar von vielen Lesern als eine Spur zu kitschig empfunden werden könnte, aber mit seiner Mischung aus Klischees, Mythen und Romantik zumindest mich fesseln konnte.

Das war aber nicht von Anfang an der Fall. Gleich zu Beginn empfand ich das Buch einfach enttäuschend. Warum, lässt sich gar nicht so leicht in Worte fassen. Die ersten Seiten mit Jude waren ehrlich gesagt anstrengend. Man trifft auf eine junge Frau, die nicht mal weiß, ob sie ihren Mann je geliebt hat, sich aber selbst bemitleidet und die nicht mal in einen Kreisverkehr fahren kann. Gleichzeitig trifft man auf Aiden, der alle Klischees erfüllt. Früher ein richtiger Wilder, der auch heute noch den ungezähmten Eindruck macht, aber in Wirklichkeit ein Schoßhund ist. Klischees, vorhersehbar und dann leider zumindest mit einer nicht beeindruckenden Protagonistin. Erst mit dem Auftauchen von Brenna und Darcy habe ich mich in das Buch verliebt. Die anderen Figuren wurden alle so liebevoll, witzig und charmant beschrieben, dass sie mir mehr ans Herz gewachsen sind, als die liebe Jude.

Mit der Zeit siegt aber die magische Kulisse Irlands und das Einfließen der verschiedenen Mythen und Märchengeschichten, die das Buch immer interessanter gestaltet haben. Es sind wunderschöne Geschichten, die auf interessante Weise in das Buch eingebunden worden sind. Sie beschreibt zwar leider etwas wenig vom Land selbst, aber die gewählten Schilderungen sind genauso schön umgesetzt, wie die Mythen. Man kann sich zumindest das Cottage und die nähere Umgebung bildhaft vor dem eigenen Auge vorstellen.

Inhaltlich schleppt sich die Geschichte ehrlich gesagt. Schon früh beginnt die Affäre und kristallisiert sich der Ehewunsch von beiden Figuren. Wie es sich gehört, gibt es Hindernisse, auf die man als neugieriger Leser wartet, aber leider ist das nicht unbedingt eine Meisterleistung weil es eben irgendwie abgekupfert wirkt. Und trotzdem möchte man mehr wissen, weiterlesen. Unbewusst hat man sich irgendwann doch auf Jude und Aiden eingelassen und sie ein Stück liebgewonnen.

Lediglich der Liebesteil, der einfach übertrieben kitschig ist, habe ich nach dem ersten Mal übersprungen. Es tut mir leid, aber die Szenen sind so übertrieben, dass sogar mir beinahe schlecht geworden wäre, weil es einfach trieft.

Dafür hat das Buch aber auch interessante Aspekte, wie zum Beispiel die Tatsache, dass die meisten Männer nicht mit Worten ausdrücken können, was sie eigentlich möchten, und davon ausgehen, dass wenige Worte manchmal reichen. Gerade diese Passage hat mich zum Schluss sogar kurz zum Lachen gebracht.

Genau dieses Lachen und die Verbindung zu den anderen Figuren hat mich dann das Buch im Nachhinein doch als halbwegs positiv empfinden lassen, und dafür gesorgt, dass ich auch die anderen Teile lesen muss.


Alles in allem ist das Buch sicherlich nicht verkehrt, aber eben eine Spur zu kitschig. Ein paar mehr Hindernisse, vielleicht eine kleine Wendung, und das Buch wäre definitiv besser gewesen.

BUCHFAKTEN
Autor: Nora Robers
Titel: Insel des Sturms
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344237829X
ISBN-13: 978-3442378296
Originaltitel: Jewels of the Sun
Preis: € 8,99
Genre: Liebe, Familie, Drama, Märchen
Reihe: Sturm-Saga
Gelesen in: 3 Tagen
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Hühnersuppe für die Seele / Jack Canfield

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Es war einmal ein großer Mann, der heiratete die Frau seiner Träume. Mit ihrer Liebe zeugten sie ein kleines Mädchen. Es war ein aufgewecktes und fröhliches kleines Mädchen, und der große Mann liebte sie sehr. Als sie sehr klein war, hob er sie hoch, summte eine Melodie
und tanzte mit ihr im Zimmer umher, und er sagte zu ihr: »Ich liebe dich, kleines Mädchen.« (Zitat aus der Episode Herzenslied)


Ich weiß nicht, wie lange das Buch schon in meinem Regal steht. Meine Mutter hatte es mir irgendwann geschenkt, aber da ich persönlich nichts mit Kurzgeschichten anfangen kann, habe ich immer einen Bogen um das Buch gemacht. Nun benötigte ich für eine Lesechallenge zum SUB-Abbau, aber eine Anthologie. Da passt das Buch, und dementsprechend habe ich mich herangewagt und freue mich, euch an meinen Leseeindrücken teilhaben zu lassen.

ZITIERTER KLAPPENTEXT
Canfield und Hansen wurden 1997 als die Nr. 1-Bestseller-Autoren der USA ausgezeichnet. Hühnersuppe: ein altes jüdisches Hausrezept zur Vitalisierung macht Karriere.

Hühnersuppe für die Seele - wahre Geschichten, die Herz und Verstand ansprechen. Geschichten, die ermutigen, zum Nachdenken anregen und veranschaulichen, daß wir nicht alleine sind mit unseren Problemen.

MEINE LESEEINDRÜCKE
„Hühnersuppe für die Seele“ ist ein Buch, dass schon in den 90er Jahren auf den Markt gekommen und hat trotzdem nichts an Aktualität verloren. Anfänglich muss ich sagen, dass ich dem Buch nicht viel abgewinnen konnte. Es wirkte auf mich wie eine etwas fade Umsetzung eines Persönlichkeitstraining, wie man es aus dem TV kennt. Ganz nach dem Motto lies etwas positives, denke positiv, und du bist positiv. Gähn. Ganz so schlimm ist das Buch aber nicht. Im Gegenteil. Die beiden Autoren vermitteln in manchmal sachlichen, dann wieder poetischen und emotionalen Kurzgeschichten eine positive Energie, die sich wirklich auf den Leser überträgt. Hier ein Schmunzeln, dort ein positiver Gedanke. Am Ende legt man das Buch aus der Hand und ist irgendwie motivierter.

BUCHFAKTEN
Titel: Hühnersuppe für die Seele
Autoren: Jack Canfield/Mark Victor Hansen
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag, München
Ausgabe: Deutsche Erstausgabe 1996, 221 Seiten
ISBN-Nr.: 3-44213209-6
Genre: Kurzgeschichten
Gelesen in: 7 Tagen



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Das andere Kind / Charlotte Link

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WORUM GEHTS 
Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart ...

In der nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln – dann geschieht ein ähnlicher Mord. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist nicht erkennbar. Und so klammert sich die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis in der Familie des zweiten Opfers. Lange ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Und fast zu lange dauert es, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat … (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG
Da ich am Wochenende extrem viel Zeit hatte, wollte ich mich unbedingt an das Geschenk meiner Mutter machen. Sie ist seit Jahren begeisterte Leserin von Charlotte Link. In der Regel kann mich die Autorin ebenfalls mit ihrer Kreativität und Spannung überzeugen.

In diesem Fall fiel mir der Einstieg sehr schwer. Das Buch beginnt mit einem kurzen Einstieg in das Jahr 1970 und der Leser möchte logischerweise erfahren worum es nun genau geht. Doch statt dessen wird der Leser in eine völlig fremde Situation geworfen. Zahlreiche Protagonisten prasseln auf einen ein, und es ist nicht nur schwer, sie auseinanderzuhalten, sondern auch zu behalten, was man über diese Figuren erfährt. Durch die verschiedenen Perspektiven wird dies nicht gerade leichter. Die ersten 100 Seiten sind wirklich ein Kampf. Selbst nach dieser Seitenzahl hatte ich nicht das Gefühl mich in die Figuren hineinversetzen zu können, oder die Verhältnisse zu begreifen. Dies wird erst viel später greifbar, aber für einen Einstieg ist es einfach nur wahnsinnig zähflüssig. Vieles ist einfach unverständlich und fremd. Trotz Leichen kommt keinerlei Spannung auf. An diesem Punkt war ich schon kurz davor aufzugeben.

Dann wechselt Charlotte Link jedoch ins Jahr 1940 und damit in eine Zeit, die mich sehr interessiert. Authentisch geht sie darauf ein und erschafft eine plastische Umgebung. Zum ersten Mal war ich gefesselt, verstand zumindest nun endlich mal eine Figur besser. Dementsprechend enttäuscht war ich, als es für mich wieder in die Gegenwart ging. Mit dieser Zeit wurde ich bis zum Schluss nicht warm. Zwar konnte ich mit der Zeit die Personen auseinanderhalten, aber sie blieben für mich Fremde. Teilweise hatte ich sogar das Bedürfnis einfach weiterzublättern, um endlich wieder in die Zeit des zweiten Weltkrieges versetzt zu werden. Diese ist wirklich spannend und in meinen Augen das Beste an dem Buch.

Es mangelt dem restlichen Teil an Spannung, Tempo und attraktiven Figuren. Überspringen oder oberflächlich lesen mag man nicht, um nicht doch etwas zu verpassen oder die Erklärung für das Jahr 1970 zu überlesen. Dieser kommt dann auch recht langsam, dafür aber spannungsgeladen. Nach rund 400 Seiten zähem Kaugummi ein weiterer Lichtblick, der auch den Schluss einläutet. Auch hier versucht die Autorin noch mit einem letzten Notanker etwas Spannung aufkommen zu lassen. Schließlich sind ihre Werke Thriller und da sollte doch etwas Spannung aufkommen. In meinen Augen ist auch dies sehr dürftig. Zwar logisch, aber so klischeehaft und übertrieben. Es wirkt künstlich und erzwungen.
Oft habe ich bei einem Buch von Charlotte Link das Gefühl, dass die ersten Seiten sich ziehen, aber irgendwann kommt der Punkt, wo sie mich hat, selbst, wenn der Schluss eher schwach ist. Bei diesem Werk konnte sie mich bis auf wenige Seiten, die die Zeit um 1940 und 1970 behandeln, nicht überzeugen, und das hat mich sehr enttäuscht. Von einem Werk, welches vom Spiegel auf den ersten Platz bejubelt wurde, dürfte man mehr erwarten.


FAKTEN
Autor: Charlotte Link

Titel: Das andere Kind

Verlag: Blanvalet

Erschienen: 12/2010

ISBN-10: 3442376327

ISBN-13: 9783442376322

Seiten: 672

Kosten: 9,99€
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Wir Kinder vom Bahnhof Zoo / Christiane F

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Ich sog das Pulver durch die Nase ein. Alles was ich spürte war ein beißend bitterer Geschmack. Ich musste den Brechreiz unterdrücken und spuckte dann noch eine Menge von dem Zeug wieder aus. Dann kam es unheimlich schnell. Meine Glieder wurden wahnsinnig schwer und waren gleichzeitig ganz leicht. Ich war irrsinnig müde und das war ein unheimlich geiles Gefühl. Die ganze Scheiße war mit einemmal weg. Kein „It is too late“ mehr. Ich fühlte mich so toll wie nie. Das war am 18.04.1976, einen Monat vor meinem 14. Geburtstag. (Zitat. S.91)


BUCHFAKTEN
Titel: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Autor: Christiane F. aufgeschrieben von K. Hermann und H. Rieck
Verlag: Heyne
Preis: Damals hat es 12,90DM gekostet. Heute kostet es neu 9,90€
Jahr: Meine Ausgabe ist von 1999
Seitenzahl: 366 Seiten, darunter viele Fotos im Mittelteil
ISBN: 3453162847
Rubrik: Biographie über Drogen und Babystrich
Art: Taschenbuch

WORUM GEHT ES IN DEM BUCH?
Das Buch beginnt mit einigen Auszügen aus der Anklage von 1977 und mit Auszügen aus dem Urteil von Christiane F.
Christiane ist sechs Jahre alt und ihre Schwester fünf, als sie vom Lande in den Plattenbau Gropiusstadt in Berlin ziehen. Dort ist es kinderunfreundlich, dreckig und sie lernt, dass Macht alles ist. Schnell lernt sie, wie sie sich durchzusetzen hat und das verbotene Dinge am meisten spaß machen. Zwar gibt es von ihrem gewalttätigen Vater immer Schläge, aber sie kennt es nicht anders. Als sich ihre Eltern scheiden lassen, findet ihre Mutter schnell einen neuen Freund und zusammen ziehen sie in eine kleine Wohnung. Sie gerät ständig mit ihm in Streit und als ihre Schwester zum Vater zurückgeht, bricht alles um sie zusammen. Der Anschluss in der Schule fehlt, da sie zwei Wochen zu spät in die neue Schule kommt. Sie lernt Kessie kennen und kommt über Kessie in eine Clique, wo gerne mal ein Joint geraucht wird. Es folgen LSD und Tabletten. Da ist sie 12 Jahre alt. Als dann alle ins Sound, Europas modernste Disko wollen, geht sie natürlich mit. Sie belügt ihre Mutter dafür. Dort gibt es schon einige Fixer und als Kessies Mutter hinter alles kommt, verbietet sie Kessie den Umgang. Sie kommt somit noch rechtzeitig von der Szene weg. Zu diesem Zeitpunkt lernt sie Atze ihren ersten Freund kennen und durch ihn Detlef. Detlef kümmert sich rührend um sie, als sie den ersten Liebeskummer hat. Alles ist super, bis er plötzlich auf Heroin umsteigt. Sie fühlt sich ausgeschlossen und hat Angst vor diesem Zeug. Es dauert einige Zeit und sie verliert die Angst. Am 16.4.1976 snieft sie das erste Mal Heroin. Detlef und sie kommen wieder zusammen und rutschen immer mehr ab. Dabei zieht sie spätere Freundinnen mit in diesen Sumpf. Öfters versucht sie alleine oder mit Detlef den Entzug, aber beide schaffen es nicht. Viele Freunde und Bekannte sterben um sie herum, Gefängnis, Babystrich und der nächste Druck. Aus mehr besteht ihr Leben nicht mehr. Es dauert lange, bis sie den Absprung alleine schafft.

Neben Christianes Erzählung, kommen noch in kursiver Schrift Einsichten von der Mutter, der Polizei und vom Jugendhaus.


WIE GEFÄLLT MIR DAS BUCH?
Wie oben erwähnt habe ich in der Schulzeit einmal den Film gesehen. Dieser fängt sehr viel später an und geht wenig auf die Kindheit ein. Das Buch hingegen beginnt mit den ganzen Anfängen und dadurch war vieles einfach klarer zu verstehen. Schon 2008 zu Weihnachten habe ich das Buch gelesen. Jetzt 6 Jahre später habe ich es erneut gelesen.

Dieses Buch gibt einen wirklich genauen Einblick, wie leicht es mit den Drogen beginnt und wie harmlos es am Anfang ist und wie schnell man abrutschen kann und wie schwer es ist, dort wieder herauszukommen. Wie so schön formuliert wurde, kaum ein Junkie ist vor Rückfällen sicher. Daher finde ich dieses Buch sehr wertvoll, um zu verhindern, dass andere Jugendliche diesen Schritt machen und später die gleichen Probleme ihr ganzes Leben haben.
Ich selbst bin in St. Georg zur Schule gegangen und auch wenn die Schule abgeschlossen war, haben sich doch regelmäßig Fixer bei uns in die Toiletten verirrt und darunter gab es auch den berühmten goldenen Schuss. Trotzdem hat das keinen von den Schülern abgeschreckt, ihre Erfahrungen mit den Einstiegsdrogen zu machen.

Wie in dem Buch von der Kindheit erzählt wird und viele es auf diese Kindheit schieben, finde ich schade. Ich selbst habe einen cholerischen Vater und Gewaltausbrüche waren nicht selten, nur das viele Kinder eben eher selten zu mir durften, da es in einer kleinen Stadt nicht so häufig vorkommt, wie in einem Plattenbau. Ich musste sogar die Schule wechseln, da ich einen kompletten Absturz hatte. Trotzdem hab ich nie auch nur etwas von Drogen probiert und ich bin der Meinung, dass es etwas mit der Persönlichkeit zu tun hat. Ihre Schwester hatte die gleichen Erlebnisse und sie hat ebenfalls nicht damit angefangen. Mein ehemaliger Lebensgefährte hatte ein gutes Elternhaus, liebe volle Eltern und ist trotzdem über den ein oder anderen Joint inzwischen zu den harten Drogen gekommen und ohne Einsicht ist da nicht zu helfen. Dementsprechend habe ich noch einen anderen Bezug zu diesem Buch, da ich die Mutter und ihre Hilflosigkeit sehr gut verstehen kann.
Das Buch ist nun schon recht alt, aber man merkt, dass auch heute wenig getan wird. Zwar reden viele von „Keine Macht den Drogen“ und es gibt viel mehr Aufklärung und auch etwas mehr Hilfe, aber im Grunde ist vieles noch wie damals. In der Schule helfen Lehrer immer noch sehr selten.


Christiane zeigt dem Leser, dass gerade Jugendlichen ohne Perspektive, Halt, Unterstützung, Anerkennung und Liebe oft Cliquen das Wichtigste sind und Verbotenes reizt. Ich denke, da Drogen gerade so verboten sind, reizt es noch mehr, sie zu probieren und auch zu zeigen, das Erwachsene falsch liegen.
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Die Verlassenen / Tom Perrotta

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Und dann geschah es. Die biblische Prophezeiung erfüllte sich, wenigstens zum Teil. Überall auf der Welt verschwanden Menschen, millionenfach und auf einmal. Zitat S.8

Ich muss zugeben, dass ich vom dem Autoren noch nie etwas gehört habe und genauso wenig von der Serie. Mich hat das Thema interessiert und dementsprechend habe ich mich entschieden das Buch zu lesen. Ich selbst glaube an Gott, und da stellt man sich natürlich die Frage, was passiert später, sollte Gott die Spreu vom Weizen trennen, wie macht er es etc. Daher habe ich mich mit großem Interesse ans Lesen gemacht, als ich das Rezensionsexemplar erhalten habe.


WORUM GEHT ES IN DEM BUCH?
Es ist der 14. Oktober. Das Jahr wird nicht genannt, aber die Gegenwart ist zu spüren. Ohne Ankündigung verschwinden überall Menschen. Kinder, Erwachsene. Darunter Juden, Christen, Moslems. Es ist egal ob hübsch, krank oder ob sie auch mal was böses getan haben. Niemand weiß wer sie geholt hat, wohin sie gebracht wurden. Es ist als hätten sie sich in Luft aufgelöst. Die zurückgebliebenen Menschen verstehen die Welt nicht mehr und gehen auf ihre Art und Weise damit um. Laurie zum Beispiel schließt sich einer Sekte an, die sich völlig in weiß kleidet, nicht redet, mahnend herumstehen und nie ohne Zigarette sein dürfen. Ihr Sohn schließt sich einem Propheten an, vergeigt seinen Collage-Abschluss. Ihr Mann und ihre Tochter versuchen es mehr oder weniger so zu packen und zum Alltag zurückzukehren. Es ist aber in dieser  Umgebung des Vororts Mapleton fast unmöglich.

WIE HAT MIR DAS BUCH GEFALLEN?
Ich weiß nicht, was ich von diesem Werk erwartet habe, auf jeden Fall nicht das, was ich am Ende vorgefunden habe. Im Grunde setzt sich der Autor mit einer extremen Umsetzung mit dem dem Thema „Verlust und Trauer“ auseinander. Sterben muss jeder einmal, und meist können sich Verwandte und Freunde von der Person verabschieden. Die Umstehenden geben halt, muntern auf. Was ist aber, wenn tausende Menschen auf der ganzen Welt plötzlich nicht mehr sind. Niemand weiß warum, es sind keine Zusammenhänge erkennbar und niemand weiß, wo sie sind. So eine Situation verängstigt natürlich noch mehr, sodass die Trauerbewältigung unter extremeren Bedingungen auch extremer ausfällt. Genau dieser Ansatz war es, der mich interessiert hat, wie gehen die verschiedensten Personen damit um.

Der Einstieg in das Buch ist jedoch schon eine kleine harte Nuss, denn mir persönlich fehlte einfach der Hintergrund. Wilde Spekulationen, wo die Personen sind, warum sie geholt wurden, aber mir fehlten eben Fakten, die ich im gesamten Verlauf des Werkes nicht bekommen habe.

Stattdessen werde ich anfänglich mit Personen konfrontiert, die sich auf ihre Art und Weise fragen, warum die andere Person und nicht ich. Wo ist zum Beispiel meine Tochter oder ähnliches. Hätte der Autor eine Person ausgewählt und mich diese begleiten lassen, oder hätte er gesagt, ich erlebe die Situation an Hand von 3-4 Perspektiven hätte ich es vielleicht alles noch verstanden. An Hand von Kevin und seiner Tochter, war das sogar im Ansatz vorhanden. Aber sein Stil ist einfach nüchtern, nicht fesselnd und ich fand einfach nur unglaublich schwer in die Geschichte. Da helfen auch 1-2 interessante, verständlichere Charaktere nicht.

Unterstützt wurde der Vorgang von der dem Sektenwahn. Ich kann nachvollziehen, warum sich in einer solchen Zeit viele Propheten und Sekten herauskristallisieren. Jeder ist irritiert, und manche brauchen den Halt und die Hoffnung, dass auch sie so erlöst werden. Von der Idee also gut, aber die Umsetzung der Sekten, vielleicht in der Serie besser verständlich, aber im Buch habe ich einfach nur den Kopf geschüttelt. Warum zum Beispiel laufen die Sektenmitglieder ständig mit einer Kippe herum. Und so wie diese Frage sind auch andere Fragen, zumindest für mich einfach auch am Schluss offen geblieben.


Ich kann mir gut vorstellen, dass es in einer Serie wirklich logischer wirkt, aber im Buchformat konnte es mich nicht überzeugen.

BUCHFAKTEN
Autor: Tom Perrotta
Titel:  Die Verlassenen
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (20. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453269586
ISBN-13: 978-3453269583
Originaltitel: The Leftovers
Preis: € 19,99
Genre: Drama, Endzeit
Gelesen in: 2 Tagen


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Welcome 2015 - Frohes Neues

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Ich hoffe meine ebenso buchverrückten Leser sind gut ins neue Jahr gekommen. Ich habe es gestern würdig ausklingen lassen. Nach einem gemütlichen Bad mit einem neuen Roman, haben wir lecker Fondue gegessen und sind später vorm TV eingeschlafen, da dank unseres Nachwuchses die Nacht immer um 5 Uhr zu Ende ist.

Nun ist das neue Jah da, und ich freue mich, euch auch 2015 richtig viele tolle Bücher vorstellen zu dürfen. Einige neu, einige älteren Semesters. Damit es dieses Jahr wieder voller wird, nehme ich an vielen Challenges teil und hoffe, dass ich diesmal alle schaffe.

 
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