E.J. und das Drachenmal / Anika Oeschger

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Lust auf ein Debüt einer 17jährigen Nachwuchsautorin? Ja, ich muss sagen, als ich das Buch in den Händen hielt kam ich mir echt alt vor. Ich war neugierig, was die heutige Jugend, die mehr Zeit vor dem Smartphone verbringt so schreiben würde.  Falls ihr auch neugierig seid, versuche ich euch einen kleinen Eindruck von meinen Leseerfahrungen zu geben. 


==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Anika Oeschger
Titel:  E.J. und das Drachenmal
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Riverfield Verlag (25. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3952446327
ISBN-13: 978-3952446324
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Preis: € 19,90
Genre: Fantasy, Liebe
Gelesen in: 4 Tage

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Anika Oeschger, geboren 1997, ist Gymnasiastin. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. In ihrer Freizeit geht sie verschiedenen sportlichen Aktivitäten nach und ist seit Jahren eine begeisterte Pianistin. »E.J. und das Drachenmal« ist ihr Romandebüt.  (Quelle: Amazon.de)

==ooo DAS COVER ooo==
Das Cover ist liebevoll gestaltet und gefällt mir sehr gut. Drachenschuppen, ein Mädchen. Ja es passt und gefällt mir sehr gut.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
E.J. - Mag ihren Namen nicht, liebt den Job ihres Vaters

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: Zürich
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive
Alter der Figuren: 16

==ooo AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUR VERANSCHAULICHUNG DES STILS ooo==

Dunkelbraune, feuchte und gelockte Haare zeigten sich. Zuerst kämmte ich sie kräftig durch, dann begann ich sie mit dem Föhn zu trocknen. Es dauerte zum Glück nicht allzu lange, aber als ich wieder in den Spiegel blickte, sah ich eine Unmenge von kleinen Haarsträhnen, die frech an der Seite abstanden. Für jedes Problem gab es eine Lösung, zum Glück auch für dieses. Mit dem Glätteisen wurden die kleinen Krausen schnell zu glatten Strähnen und zum Schluss musste ich sie nur noch einmal kurz durchkämmen und meine Frisur war fast schon perfekt. (Zitat aus E.J. Und das Drachenmal)

==ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo==
Merkwürdige Veränderungen an ihrem Körper werfen die 16-jährige Emilia Jane, die sich lieber nur E. J. nennen lässt, aus der Bahn. Nachdem sie mit ihrer Familie von Schottland nach Zürich gezogen ist, hat sie sich gerade erst an das gewöhnt, was die Pubertät mit ihr anstellt. Aber ein blauer Ausfluss, wo keiner sein sollte, und Hitzewallungen, die so heiß werden können, dass ihre Bettdecke Brandflecken bekommt, sind ein ganz anderes Kaliber als Pickel und Mitesser. Als sich dann auch noch ein unerklärlicher Ausschlag über ihren ganzen Körper ausbreitet, landet sie in der Quarantänestation der Stadtklinik. Schon bald stellt E. J. fest, dass sie eine Gezeichnete ist, Trägerin des Drachenmals, das ihr einerseits ungeahnte Fähigkeiten und Kräfte verleiht, aber gleichzeitig einen ihr unbekannten Feind aus den Tiefen einer längst vergessenen Epoche auf den Plan ruft. Das dunkle Etwas, das ihr nach dem Leben trachtet, kommt rasend schnell näher und scheint unbesiegbar zu sein ... Dieser Roman, der an einer internationalen Schule in Zürich angesiedelt ist und eine Brücke schlägt, zwischen dem großstädtischen Teenagerleben in der heutigen Zeit und einer Fantasywelt mit ihren archaischen Gesetzen, ist das überraschende Debüt der erst siebzehnjährigen Autorin.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Vorab muss ich gleich sagen, dass ich mir das Buch nicht bewusst gekauft habe, sondern es ein Rezensionsexemplar ist, welches ich vom Verlag zugeschickt bekommen habe. Eigentlich genau mein Geschmack an Lektüre, denn ich liebe Bücher, in denen es um Magie geht und wo vielleicht noch eine kleine Liebesgeschichte vorkommt. Dementsprechend voller Vorfreude habe ich mich ans Lesen gemacht.

Das Buch beginnt unglaublich vielversprechend. Eine Entführung, super gut beschrieben und ängstigend. Doch dann stellt sich heraus, dass es sich nur um einen Traum handelt, der jedoch gutes hoffen ließ.

Doch statt in diesem anfänglichen gut ausgewählten Stil zu bleiben, verliert sich die Autorin in schier unmöglichen Szenen, die mich nicht nur teilweise gelangweilt, sondern ganz ehrlich leicht wütend gemacht haben. Zum Beispiel beschreibt die Autorin, wie sie sich auf eine Party vorbereitet. Vom Duschen, über Haare föhnen bis zum Glätten der widerspenstigen Haarsträhnen bis zur perfekten Frisur wird alles so detailliert beschrieben, wie man es von einem Schulaufsatz kennt. Obwohl die Autorin einen roten Faden hat und sich daran orientiert, schweift sie immer wieder ab, und verliert sich in solch detailreichen Szenen, die total unwichtig sind. Hier merkt man eben deutlich, dass die Autorin noch nicht überblicken kann, was relevant ist und wie man fesseln kann. Sie hat Talent, wie man an vielen Szenen merkt, aber der Weg ist noch weit.

Ein weiterer Makel, der mich fast zum Abbruch nach 50 Seiten verleitet hätte, ist die Tatsache, dass die Figur einfach total nervig geworden ist. Das liegt nicht daran, dass sie schlecht beschrieben oder umgesetzt ist, aber sie ist so typisch jugendlich, und wahrscheinlich an die Autorin und ihre Erlebnisse angelehnt, dass die Figur einfach zu banal und ja nervig wirkt. Da meldet sich über Tage der Freund nicht, sie geht auf eine Party, die eigentlich keine richtige Party ist (zumindest so wie ich eine Party aus meiner Jugend kenne), verliebt sich in einen Jungen und ist traurig, weil er sie auch toll findet, aber ihr Freund mit ihr Schluss macht. Teenagerprobleme hoch zehn, und ganz nebenbei wird die Magie eingeführt. Was am Anfang noch okay gewesen wäre, ist im Verlauf total nervig. Immer wieder geraten die typischen Teenagersachen in den Vordergrund und ihre neue Fähigkeit, die vier Elemente zu beschwören, sind da so nebensächlich. Klar muss die Autorin einen Weg finden, dem Leser zu zeigen, wie ein Teenager damit fertig wird, aber die Balance sollte gehalten werden. Hinzu kommen immer wieder Logikfehler, auf die ich aber nicht näher eingehen will, weil ich ehrlich gesagt ab Seite 150 eher halbherzig gelesen habe, und somit nicht immer 100% sagen kann, ob es wirklich eine Logiklücke / Fehler ist, oder ob ich einfach was überlesen habe.

Die Idee ist zauberhaft, keine Frage, aber die Teenagersachen sind hier so ausgeprägt, dass sie eben nicht mit Werken wie „Twilight“ oder ähnliches mithalten können. Man merkt, dass es ein Debüt einer sehr jungen, unerfahrenen Autorin ist. Gut, aber eben nicht so fesselnd, fließend und gekonnt, wie bei einer Autorin, die schon ihren Stil gefunden hat.

FAZIT:„E.J. Und das Drachenmal“ ist ein gut gemeinter Versuch mit vielen guten Ansätzen, der mich jedoch immer wieder an einen Schulaufsatz im 1er Bereich erinnert hat. Logiklücken, unnötige  Details und zauberhafte Ansätze inklusive.


*Buch wurde vom Verlag kostenlos gestellt.

1 Kommentar:

  1. Hey meine Liebe,

    schade dass dich das Buch nicht so umhauen konnte. Aber die Autorin ist noch sehr jung und kann viel verbessern mit den Jahren. Solange Potenzial dabei ist, ein guter Anfang ;)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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