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Durch stürmische Zeiten / Lesley Pearse

Ein bisschen Luft und Licht drangen durch geöffnete Luken an der seewärtigen Seite des Schiffes und ein weiteres Gitter am anderen Ende, durch das Mary die Quartiere der männlichen Gefangenen erkennen konnte. Der schreckliche Gestank stieg vom Boden auf, auf dem der Inhalt von überlaufenden Toiletteneimern schwamm. Offensichtlich wurde dieser Ort niemals gesäubert.
Das bedeutete, dass Ratten, Ungeziefer und Läuse zu Hunderten bei den Frauen lebten, überlegte Mary. Man brauchte ihre verhärmten, grauen Gesichter, ihr strähniges Haar und ihre knochigen Körper nur anzusehen, um zu wissen, dass man sie hier hungern ließ. Sollte nachts ein Fieber hier wüten, würde es sie unter diesen Bedingungen alle dahinraffen. (Zitat S. 40)

Lust auf eine Reise nach Australien, die ihr nicht vergessen werdet? Ich für meinen Teil möchte euch nämlich ein Buch vorstellen, dass mir persönlich endlich mal wieder sehr gut gefallen hat. Ich habe es von meiner Mama geschenkt bekommen, nachdem sie es gelesen hat und da wir in der Regel einen recht ähnlichen Geschmack haben, wusste ich, dass es ein gute Buch sein muss. Aber schaut bitte selbst, ob es was für euch wäre.

==ooo BUCHFAKTEN ooo==
Autor: Lesley Pearse
Titel:  Durch stürmische Zeiten
Taschenbuch: 492 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. (26. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404164563
ISBN-13: 978-3404164561
Originaltitel: Remember Me
Preis: € 8,99
Genre: historisch, Liebe, Drama
Gelesen in: 3 Tagen

==ooo AUTORENPORTRAIT ooo==
Lesley Pearse wurde in Rochester, Kent, geboren und lebt mit ihrer Familie in Bristol. Ihre Romane belegen in England regelmäßig die ersten Plätze der Bestsellerlisten. Neben dem Schreiben engagiert sie sich intensiv für die Bedürfnisse von Frauen und Kindern und ist Präsidentin für den Bereich Bath und West Wiltshire des Britischen Kinderschutzbundes.  (Quelle: Amazon.de)

==ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo==
England 1786. Wegen eines harmlosen Diebstahls wird die junge, mittellose Mary Broad zum Tode verurteilt. Das Schicksal scheint es gut mit ihr zu meinen, als sie bald darauf begnadigt und stattdessen auf einem Gefangenenschiff in die neu entdeckte Kolonie Englands, Australien, gebracht wird. Was zunächst eine glückliche Fügung zu sein scheint, erweist sich jedoch schnell als harte Prüfung: Die monatelange Überfahrt ist geprägt von Krankheit, Leid und Tod, und die unmenschlichen Lebensbedingungen in Australien lassen Mary oftmals verzweifeln. Doch die tapfere Frau hat den unbändigen Willen zu überleben. Zusammen mit ein paar Verbündeten wagt sie schließlich die gefährliche Flucht - getragen einzig und allein von Hoffnung und Liebe - Basierend auf dem wahren Schicksal einer mutigen Frau, mitreißend erzählt von Englands Nr.-1-Bestsellerautorin

==ooo DAS COVER ooo==
Ein Stück Küste, ich schätze es handelt sich um einen Bereich in Cornwall.Es ist hübsch gestaltet und mit dem Orange wirkt es wie ein Sonnenuntergang. Allerdings hätte ich mir bei dem Titel ganz ehrlich eher etwas mit Sturm gewünscht. Trotzdem ist das Cover ansprechend.

==ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo==
Mary – Manchmal Naiv, jung, mittellos, sucht das Abenteuer, Kämpfernatur, Frech, Witzig
James – Retter von Mary, lässt sie ihre Freiheit in allen Zügen genießen
Tench – Offizier, attraktiv, witzig
Will – Witzig, stark, Kämpfer, Mitgefangener von Mary
Graham – Ihr Freier an Bord

==ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo==
Ort: England, Australien
Zeit: 1786
Perspektive: Dritte Person, erzählend
Alter der Figuren: Anfang, Mitte 20


==ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo==
1786: Mary steht kurz vor ihrem 20 Geburtstag und weiß nicht, ob sie ihn noch erleben wird. Als sie von zu Hause wegging in die große Stadt, hatte sie die Hoffnung auf ein gutes Leben, in einem Geschäft zu arbeiten, aber stattdessen hat sie sich in einen Taschendieb verliebt und sich von ihm aushalten lassen. All das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn er nicht eines Tages verschwunden wäre. Sie schließt sich anderen Freunden von ihm an und bei ihrem ersten eigenen Diebstahl wird sie prompt erwischt. Verurteilt wegen Straßenraubs, bleibt ihr nur noch der Galgen. Obwohl sie dem Tod ins Auge sieht, hat sie immer noch die Hoffnung auf ein glückliches Ende. Und sie soll Glück haben. Zusammen mit anderen Gefangenen wird ihre Strafe auf 7 Jahre Deportation verringert. Doch schnell wird klar, dass die Bedingungen auf dem Gefängnisschiff alles andere als gut sind. Sie sind sogar noch schlimmer als im Gefängnis selbst. Es stinkt, über 100 Frauen sind in einem dreckigen Raum gesperrt. Das Essen ist verschimmelt und waschen können sie sich nicht wirklich. Krankheiten, Läuse und der Tod sind vorprogrammiert. Und das auf einem Schiff, dass nur vor der Küste von England liegt. Wie soll es erst auf der Reise werden, sofern Mary überhaupt so lange überlebt. Doch Mary ist eine Kämpfernatur und sie setzt sich nicht nur für sich, sondern auch ihre Mitmenschen ein. Doch irgendwann kommt der Punkt, wo ihr eigenes Leben einfach wichtiger ist. Wenn sie Leben will, braucht sie jemanden von den Offizieren, der auf ihrer Seite ist, und so sucht sie sich als Jungfrau einen Freier, der sie aushält. Obwohl ihr Herz für einen andern schlägt, lässt sie sich auf einen anderen ein. Ein Jahr überlebt sie so mehr oder weniger bevor sie die Nachricht erhält, dass es nun nach Australien geht. Während ihr Freier zu Hause bleibt, begleitet Tench, in den sie verliebt ist, die Route nach Australien. Kann er dort für ihr Überleben sorgen, und wie wird es erst in dem fremden Land. Auf Mary warten viele steinige Wege, ehe sie glücklich werden kann.

==ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo==
Ich liebe Romane, die sich mit der australische Geschichten befassen, denn das Land ist einfach faszinierend. Die Autorin setzt auf einen Mix aus Fakten und Fantasie. Theoretisch ein Ansatz in den ich mich verlieben müsste. Allerdings hat es die Autorin nicht geschafft, dass ich wunschlos glücklich das Werk aus der Hand gelegt habe.

Mary ist eigentlich eine sympathische Hauptfigur. Sie ist witzig, offen, warmherzig, sieht positiv in die Zukunft und kämpft für ihr Leben. Sie sitzt von Anfang an im Gefängnis und lernt nur durch wenige Gedanken-Rückblenden etwas über die Zeit vor der Verhaftung kennen. Sie wirkt so stark, mutig und hat doch keine Illusionen, und man hat am Anfang große Freude sich mit ihr zu identifizieren. Doch irgendwann macht sie eine Wendung durch, die plötzlich kommt und für mich durch das Leben nicht mal nachvollziehbar ist. Sie wird hart, egoistisch und das nervt leider sehr. Wäre der Punkt für mich erkennbar geworden, durch den sie sich so geändert hat, dann wäre es klar geworden, aber früher hatte man nicht das Gefühl, dass sie für ihr eigenes Leben über Leichen geht.

Inhaltlich lernt man als Laie sehr viel über die damalige Zeit und die Härte. Nicht so, wie es viele Autoren mit ihren eher harmlosen Werken beschönigen. Die ausgemergelten Körper, die vielen Toten, die harten Bedingungen im neuen Land, das verdorbene Essen, die Angriffe und vieles mehr. Es ist interessant, aber was am Anfang noch nicht so aufgefallen ist, fällt später auf, und zwar die Tatsache, dass die Autorin sich nicht wirklich festlegen kann, was sie möchte. So empfand ich zumindest beim Lesen. Auf der einen Seite kam bei mir das Gefühl auf, dass die Autorin versucht einen der klassischen Australien-Romane zu verfassen. Großes Happy End, viele Hindernisse, ein schwerer Schicksalsschlag und dazu. Obwohl es authentisch wirkt und dort sicherlich auch viele Fakten unterkommen, bleibt es eher auf einer harmlosen Schiene, die mehr auf Unterhaltung ausgelegt ist und irgendwie zum Träumen einlädt. Während dieses Gefühl am Anfang sehr stark ausgeprägt ist und man schon überlegt, mitfiebert, wann sie zu ihrem wahren Glück kommt, geschieht irgendwann eine Wendung, und man bekommt eher das Gefühl, als möchte die Autorin authentischer werden und lieber viel Härte, Schicksalsschläge einbauen, und dabei nicht auf der sonst so beliebten Wischi-Waschi Schiene zu fahren. Die Mischung ist nicht verkehrt, aber die Autorin vergisst dabei jedoch die notwendigen Details. Alles wird mir zu grob beschrieben. Lieber wären mir ganz ehrlich mehr Details gewesen und dafür dann ein früherer Schluss. Zum Beispiel entbindet sie ein Kind auf dem Schiff, aber die Bedingungen, wie das Kind dort überlebt, gewickelt wird, was aus der Kaka wird, darauf geht sie gar nicht ein. Auch später vergehen die Tage recht rasant, ab und an mal eine kleine Sexszene. Klingt vielleicht blöd, aber gerade der harte Kampf an Bord und die Entbehrungen an Land hätten für mich viel ausführlicher sein können und nicht nur oberflächlich angekratzt. Dadurch wirkt das Buch manchmal langatmig, weil unwichtige Sachen ausführlich geschildert werden, und das wichtige, nämlich das Leben zur damaligen Zeit eben leider in den Hintergrund rückt. In Kombination mit der Tatsache, dass mir Mary über die Zeit unsympathisch wird, habe ich ganz oft die Lust am Lesen verloren und musste mich echt zwingen.

Das Buch ist nicht schlecht, aber nicht so wie ich erwartet habe. In meinen Augen hätte sich die Autorin entscheiden müssen, ob sie lieber so einen romantischen Australienroman, wie viele Autoren schreiben will, oder so einen authentischen Inhalt veröffentlichen will, wie die Werke, die sie als Inspiration genommen hat, denn die sind in den Details teilweise ehrlicher, härter und dadurch lernt man Land und Leute besser kennen.

„Durch stürmische Zeiten“ ist ein Buch, das spannend, ärgerlich und interessant zu gleich ist. Das Buch hat gute Zeiten, aber auch langatmige Passagen, sodass ich euch nur ans Herz legen kann, überlegt, ob es etwas für euch ist, denn ich kann es nicht eindeutig empfehlen.

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