Inselfeuer / Maren Schwarz [Rezension|

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Im Laufe der Zeit hatte sich Leona an viele schreckliche Anblicke gewöhnt. Dieser ging ihr trotzdem nahe. Nicht nur, weil die Leiche so übel zugerichtet war. Routiniert schaltete Leona ihr Diktiergerät ein und begann mit der äußeren Leichenbesichtigung. Die vor ihr liegende Leiche wies schwerste Verbrennungen auf. Arme und Beine waren teilweise ganz verbrannt. (Zitat S. 25)

In den letzten Jahren habe ich eine Menge Werke von Maren Schwarz gelesen und habe mich daher auf ihr neustes Werk, welches ich zur Rezension erhalten habe. Ob mich die Autorin noch immer überzeugen kann? Ich denke schon, aber guckt einfach selbst einmal, ob es nicht auch etwas für euch ist.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Maren Schwarz
Titel: Inselfeuer
Broschiert: 248 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1 (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839217415
ISBN-13: 978-3839217412
Preis: € 9,99
Genre: Krimi
Serie: Leona Pirell
Gelesen in: 2 Tagen
 

== DAS COVER ==
Reetdachhaus, ein Sonnenuntergang, Vögel und davor Gras. Es passt, aber ich hätte persönlich ein Motiv mit Feuer gewählt. Lagefeuer am Strand oder ähnliches.

== FIGUREN ==
Leona – Die neue Gerichtsmedizinerin
Berit Zwill – Die Tatverdächtige
Enoch Zwill – Die Leiche

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Rügen / Deutschland
Zeit: Gegenwart 2010er

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Leona ist die neue Gerichtsmedizinerin und sich noch nicht mal sicher, ob sie das auch wirklich sein möchte. Der Job wurde ihr zwar nicht plötzlich angeboten, aber bevor sie sich entscheidet, möchte sie warten, was aus Greifswald wird. So ist sie regelmäßig auf Rügen, aber eben auch in Greifswald. Als sie jedoch diesmal auf Rügen ist, muss sie erfahren, dass in Lobbe ein Gartenhaus abgebrannt ist, und das in ihrer Nachbarschaft. Passenderweise gibt es einen Toten der auf ihrem Tisch landet. Anfänglich ist sie sich nicht sicher, ob der Mann sich selbst umgebracht hat oder ihm der tödliche Stich von jemand anderen zugefügt wurde. Doch bald ist klar, dass es hier einen Mord gab. Hauptverdächtige ist die Ehefrau des Toten. Sie hat nicht nur ihr Kind verloren, sondern ihr Mann war zudem kein Engel. Leona ist schnell davon überzeugt, dass die Frau damit nichts zu tun hat, und fängt auf eigene Faust an zu ermitteln, denn der ermittelnde Polizist ist doch etwas träge in ihren Augen. Bei ihrer Recherche gelangt sie immer tiefer in die alte DDR und plötzlich gerät sie in tödliche Gefahr.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Inselfeuer“ ist der erste Fall von Leona Pirell und die Ablösung von Henning Lüders. Mit ihm ist eine Figur gegangen, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Abgelöst wird er jedoch von einer mutige, eigensinnigen und intelligenten Frau, die ihm ebenbürtig ist und sich nicht verstecken muss. Trotzdem werde ich den verstorbenen Kommissar vermissen, denn der eigentliche Kommissar in diesen Roman ist kein Stern am Ermittler-Himmel. Im Gegensatz zur Hauptfigur mangelt es ihm oft an Elan abgesehen von seinen frühlingshaften Gefühlen für Leona. Einfache Lösungen sind ihm lieber als Dinge zu hinterfragen und das gefällt mir gar nicht so gut.

Trotz der neuen Figuren erkennt man recht schnell Maren Schwarz und ihre Arbeit. Allen voran an ihrem angenehmen Stil. Leicht, locker, einfach und nicht überfordernd mit zu viel Fachwissen. Manchmal etwas Adjektiv-Lastig, weswegen ich öfter schmunzeln musste, aber so entsteht zumindest ein hervorragendes Kopfkino, welches gerade mich als Rügen-Fan durch die detaillierten Schauplätze überzeugen kann.

Inhaltlich nimmt Maren Schwarz wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Ihre Werke waren schon immer nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Am Anfang wirkt es noch wie ein typischer, unverfänglicher Kriminalroman mit einem eher alltäglichen Thema. Ein Ehemann stirbt auf nicht gerade schöne Art und Weise, und seine Ehefrau wird verdächtigt, da es genügend häusliche Probleme gibt. Klingt nach einer Thematik, wie es sie haufenweise von anderen Autoren gibt. Mit Sicherheit interessant, wobei es auf die Umsetzung ankommt, aber nichts Besonderes. Maren wäre aber nicht Maren, wenn sie es dabei belassen würde. Sie geht mit ihrem Roman viel weiter in die Materie, aber greift auch noch weitere Themen auf, die einen schon etwas nachdenklich machen. Sie schockiert, deckt düstere Geheimnisse auf und hält das Buch auf einem Spannungslevel, der sich nicht verstecken muss.

Alles in allem ist das Buch kurz, aber inhaltlich auf den Punkt gebracht. Keine langatmigen Ermittlungsarbeiten, sondern endlich mal alles zügig, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Mich hat Maren Schwarz mit ihrem neuen Werk wieder überzeugt. Zwar hat das Buch nicht mein „Absolutes Highlight“ Bauchgefühl hervorgerufen, aber im Grunde gibt es abgesehen von dem „Kommissar“ und seiner eher schlaffen Art nichts bemängeln. Ich kann es euch also ruhigen Gewissens empfehlen.

*rezi-ex

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