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Im Kabinett des Todes / Stephen King

Was ist, wenn ich nicht tot bin? Was ist, wenn der Tod so aussieht? Das passt. (Zitat. S. 23)

Ich habe das Buch durch Zufall bei unserem Edeka im „Buch-Tausch-Regal“ entdeckt. Irgendwie sprach mich das Buch an, obwohl ich in der letzten Zeit keine Lust auf Werke des Autors hatte und auch keine Kurzgeschichten mag. Aber in diesem Fall fühlte ich mich angezogen und habe dafür vier andere Bücher, die ich nicht lesen wollte, ins Regal gestellt. Wie mir das Buch „Im Kabinett des Todes“ gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen.


== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Damit ihr wisst, worum es in den einzelnen Geschichten geht, habe ich einfach mal alle einzeln kurz beschrieben.

1. Autopsieraum Vier: Howard Randolph Cottrell landet nach einem Golfspiel im Autopsieraum. Nur blöd, dass alle denken er ist tot, während er in Wirklichkeit jedoch lebt und er sich keinem mitteilen kann.
2. Der Mann im schwarzen Anzug: Ein alter Mann schreibt in sein Tagebuch, was er als kleiner Junge erlebt hat. Beim Angeln ist er dem Teufel begegnet, der ihn essen wollte, denn seine Mutter sei gerade gestorben und so lohne es sich nicht weiterzuleben.
3. Alle was du liebst, wird dir genommen. Alfie Zimmer ist Vertreter für Lebensmittel und unglücklich. Auf seinen Reisen sammelt er Sprüche von Toiletten und geht seine Sammlung durch, um an einen einsamen Abend im Hotel zu entscheiden, ob er Selbstmord begehen soll.
4. Der Tod des Jack Hamilton; Die Dillinger Bande kennt wohl jeder und in dieser Geschichte, geht es dem sterbenden Hamilton, den das FBI angeschossen hat, aufzumuntern.
5. Im Kabinett des Todes: Fletcher ist Reporter und wird von Escobar im Ministerium festgehalten. Dort wird er gequält und gefoltert, damit er Informationen herausrückt. Am Ende steht der Tod, sofern es ihm nicht gelingt seinen perfiden Plan in die Tat umzusetzen.
6. Die kleinen Schwestern von Eluria: Roland Deschain ist in der Stadt Eluria, als er von Mutanten verletzt wird. Ihm ist klar, dass er verdammt ist, doch dann wird er i einem Krankenhaus wach, aber ob das wirklich so gut für ihn ist?
7. Alles endgültig: Dinky hat eine Begabung, die über Leben und Tod herrscht. Mit Symbolen kann er nämlich Lebewesen einfach töten. Mit seinem Talent weckt er das Interesse einer Gruppierung, die sein Talent unbedingt nutzen möchte.
8. L.T.s Theorie der Kuscheltiere: Lulu kauft ihrem Ehemann einen Hund, während er sich ein Jahr später mit einer Katze bedankt. Problematisch ist die Tatsache, dass die Tiere nicht auf ihre Besitzer hören, sondern nur auf ihre Käufer, und dann verschwindet Lulu, als sie ihren Mann verlassen und zu ihrer Mutter ziehen will.
9. Der Straßenvirus zieht nach Norden: Richard ist Horror-Autor und verliebt sich plötzlich in ein Gemälde. Er kauft es und muss dann merken, dass mit dem Bild etwas nicht stimmt, denn der Wagen auf dem Bild, fährt genau in seine Richtung.
10. Lunch im Gotham Cafe: Ein Ehepaar möchte sich vor der Scheidung noch einmal treffen, um alle Sachen der Scheidung zu besprechen. Blöd nur, dass der Kellner just in diesem Moment den Verstand verliert.
11. Dieses Gefühl, das man nur auf Französisch ausdrücken kann: Carol und Bill haben silberne Hochzeit und reisen ein zweites Mal in die Flitterwochen. Doch diese sind wie ein Déjà vus und müssen dabei etwas erschreckendes erfahren.
12. 1408: Mike ist Autor und möchte das Geheimnis von Zimmer 1408 lösen.
13. Achterbahn: Alan Parker ist Student und bekommt einen merkwürdigen Anruf. Seine Mutter liegt im Krankenhaus. Er macht sich auf den Weg zu ihr ins Krankenhaut. Unterwegs begegnet er einem dämonischen Boten, der ihn fragt, ob er oder seine Mutter sterben soll.
14. Glücksbringer: Darlene arbeitet als Zimmermädchen in einem Hotel. Sie benötigt dringend Geld, als sie von Zimmer 322 einen Vierteldollar bekommt. Sie schenkt ihrem Sohn das Geld, der einen Jackpot gewinnt. Glückspfennig oder bringt dieser Vierteldollar vielleicht doch Unglück mit sich.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Im Kabinett des Todes“ ist eine Sammlung von 14 Kurzgeschichten aus der Feder von Stephen King. Meine Erwartungen an das Buch: Spannung, Gänsehaut und einen guten Gruselfaktor. Dafür ist King schließlich bekannt. An sich mag ich keine Kurzgeschichten, da es einfach zu viele gibt, die in meinen Augen schlecht sind, sie bringen die Pointe nicht auf den Punkt, schaffen keine Spannung aufzubauen oder Figuren zum Leben zu erwecken. Deswegen ist es nicht verwunderlich, das King in einem Vorwort auf diese Thematik eingeht. Er beklagt sich über den Verfall von Kurzgeschichten auf Grund mangelnder Leserschaft. Irgendwo gehöre ich zu den kritisierten Lesern, aber gegen eine wirklich gute Kurzgeschichte an sich habe ich nichts. Ich war also neugierig, ob King es schaffen würde mich 14 Mal umzuhauen.

Und dann legt King überraschend souverän los. Die Angst lebendig zu sein und in einem Autopsie-Raum zu liegen, während niemand erkennt, das ihr lebt, das ist Horror pur, aber hat das was mit richtigem Horror zu tun, wie man ihn aus Horror-Filmen kennt? Außerdem konnte ich mich nicht mit dem lieben Protagonisten verbunden fühlen, seine beängstigenden Emotionen konnten nicht überspringen. Trotzdem empfand ich die Geschichte als gut gewählten Einstieg. Sofern man es bei einer Sammlung, die durch das Zufallsprinzip gewürfelt wurde, behaupten kann.

Während mich die erste Geschichte noch gepackt hat, ging es danach mehr als lahm weiter. Dem leibhaftigen Teufel zu begegnen ist sicherlich Horror und ängstigend. Aber die Geschichte ist recht lahm aufgebaut, ist dann kurzzeitig etwas spannend und flaut sofort wieder ab, ohne das ich sagen kann, das war nun ein Erlebnis, das ich erwartet hätte oder bei dem ich verstehen kann, dass er nie darüber geredet hat. Bei einer Verfilmung wäre es in der Horror-Trash Schublade gelandet. 

Selbst nach diesem etwas dürftigen Übergang, der aber Spannung vermuten lässt, hatte ich große Hoffnungen in die weiteren Geschichten. King sagt ja selbst, es ist keine reine Horrorsammlung, sondern eben eine Sammlung düsterer Geschichten. Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte um die Toilettensprüche, sowie die Geschichte um die Dillinger Bande, weder düster noch spannend waren. Genau das, was mich an Kurzgeschichten so stört kam hier vor. Sie haben mich nicht gepackt, bewegt, gefesselt, berührt, zum Lesen animiert oder ähnliches. Ich dachte immer nur, wann kommt Kings brillantes Horror-Erlebnis.

Teilweise wurde es nicht wirklich besser. In manchen Geschichten ließen sich mit Abstand zum Buch interessante Ansätze erkennen, die mit einer ausgebauten Geschichte zwar keinen 500 Seiten Roman oder mehr ergeben hätten, aber eine schöne Geschichte mit 250 Seiten. Sicherlich ist es eine schöne Auswahl für echte King Fans, aber in meinen Augen sind lediglich „Achterbahn“, „Der Straßenvirus zieht nach Norden“ und „1408“ wirkliche Highlights, die gruselig sind und eine richtige düstere Horror-Atmosphäre erschafft haben. Für diese drei Geschichten hat sich der Kampf durch die manchmal langatmigen Geschichten wirklich gelohnt. Als Highlights seitens King kann ich die Mehrheit aber nicht bezeichnen und es zeigt sich, dass ich auch hier wieder weiß, warum ich keine Kurzgeschichten mag.

FAZIT: King macht alles richtig. Mit Sicherheit sind es schöne Geschichten, die Unterhalten. Aber irgendwo habe ich bei düster, trotzdem Horror im Kopf, zumindest in Kombination mit Stephen King. Obwohl ich es mir sehr gewünscht habe, hat er mich mit seinen Kurzgeschichten nicht vom Hocker hauen können. Da mir das Gewisse etwas fehlte und es stellenweise einfach eher langweilig war, gibt es von mir faire 2 Sterne und eine ehrliche Empfehlung nur für Fans.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Stephen King
Titel: Im Kabinett des Todes
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453437349
ISBN-13: 978-3453437340
Originaltitel: Everything's Eventual
Preis: € 9,99
Genre: Horror, Thriller
Gelesen in: 14 Tagen

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