Girl on the train / Paula Hawkins

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das so vielversprechend geklungen hat. Ich habe mich sofort bei Blogg dein Buch beworben und wurde ausgewählt, es für euch zu lesen. Gelesen hatte ich schon viel positives von dem Buch, und so habe ich das Haarfärben und Einwirken dazu genutzt mich in das Buch zu vertiefen. Einmal angefangen kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen, obwohl sicherlich nicht alles perfekt umgesetzt wurde. Wie es mir am Ende gefallen hat, lest nun selbst. 


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Paula Hawkins
Titel:  Girl on the train
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (15. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505222
ISBN-13: 978-3764505226
Originaltitel: The Girl on the Train
Preis: € 12,99
Genre: Thriller, Drama
Gelesen in: 2 Tagen

== DAS COVER ==
Meins ist das Cover nicht. Wisst ihr, wie es aussieht, wenn ein Zug schnell an euch vorbeifährt und ihr davon ein Foto macht. Genauso wie eine Linie sieht das Bild aus. Die Schrift wurde angepasst und nur eine Tür wurde angedeutet, wo eine weibliche Silhouette zu sehen ist. Es passt, aber ist nicht klasse.

== FIGUREN ==
Rachel – Alkoholikerin, liebt ihren Ex, arbeitslos und wohnt bei einer Freundin
Anna – Die neue von Rachels Ex
Tom – Der Exmann von Rachel
Megan – Die Frau, die Rachel aus der Bahn beobachtet
Scott – Der Mann, von Megan

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive: Ich-Perspektive Megan, Rachel, Anne
Alter der Figuren: Anfang 30

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
»Kamal behauptet, ich müsse mir überlegen, wie ich mich selber glücklich machen kann; ich müsse aufhören, andernorts nach dem Glück zu suchen. Es stimmt, das muss ich, das ist mir selber klar, doch dann überkommt es mich wieder, und ich denke: Scheiß drauf, das Leben ist zu kurz.« (Zitat 10 Januar 2013)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Rachel ist Alkoholikerin und das schon seit langer Zeit. Nachdem sie nicht schwanger werden konnte, fing sie damit an, und als ihr Mann sie wegen Anna verlässt, kommt sie gar nicht mehr aus dem Loch heraus. Sie zieht zu einer alten Freundin, stalked ihren Ex-Mann und als sie wegen Alkohol ihren Job verliert, pendelt sie aus Scham trotzdem jeden mit den gleichen Zügen, damit niemand Verdacht schöpft. Auf ihrer Fahrt kommt sie immer an ihrem alten Haus vorbei und wird schmerzlich an Toms neues Leben erinnert. Highlight ist jedoch das glückliche Paar ein paar Minuten vorher, wo der Zug regelmäßig hält. Hier erfindet Rachel Namen, freut sich sie zu sehen und ist vielleicht ein Stück neidisch. Doch dann entdeckt sie bei einem solchen Halt, dass Jess, wie sie die Frau genannt hat mit einem anderen Mann knutschend im Garten  steht. Sie kann nicht fassen, dass sie ihren Mann betrügt. Als Rachel kurz darauf erfährt, dass Megan, wie die Frau wirklich heißt, verschwunden ist, ahnt sie, dass dies mit ihrer Beobachtung zusammen hängt. Doch als Zeugin ist sie nicht brauchbar. Dafür trinkt sie einfach zu viel, hat Blackouts und wird von Anna sogar als Kindesentführerin dargestellt. Sie ist labil und die Polizei geht davon aus, das sie sich einfach nur wichtig machen will. Deswegen erfindet Rachel eine Freundschaft zu Megan, um mit ihrem Mann Scott Kontakt aufzunehmen. Sie freunden sich an und die Polizei nimmt seinen Hinweis nach einem Geliebten sogar ernster. Doch dann kommt heraus, dass sie eine labile Lügnerin ist und sie ahnt, dass sie herausfinden muss, was damals passiert ist. Sie spürt, dass ihr Blackout in jener Nacht von Megans verschwinden, der in ihrer Straße passiert ist, die Wahrheit ans Licht bringen wird. Sie beginnt mit ihren Nachforschungen und stößt dabei auf eine tödliche Wahrheit.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Girl on the Train“ ist eins der Bücher, um die wieder ganz großer Wirbel betrieben wurde. Obwohl ich kein Fan von solchen Hype-Werken bin, hat mich die Idee von dem Buch so fasziniert, dass ich es lesen wollte. Als Pendler habe ich mir auch oft genug vorgestellt, was sich in bestimmten Häusern abspielt, wer dort wohl lebt und beobachtet, sofern ich kein Buch zur Hand hatte.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Gewechselt wird in größeren Abständen zwischen Rachel und Megan, sowie später Anna. Jeweils aus der Ich-Perspektive ist es gut möglich die Figuren näher kennenzulernen. Dies ist bei den etwas schwierigen Persönlichkeiten auch nötig. Rachel zum Beispiel ist mit ihrer Alkoholsucht eher abschreckend. Die Hintergründe, die im Laufe des Buches aufgedeckt werden, schaffen jedoch eindeutig eine gewisse Sympathie für diese arme Seele. Megan erzählt die Zeit vor ihrem verschwinden und auch sie ist nicht so sympathisch, dass man sie lieben muss. Ebenfalls wird auf eine dramatische Vergangenheit gesetzt, die zumindest nichts für werdende Mütter ist. Annas Perspektive soll Einblicke gewähren, wie es ist, wenn die Ex-Frau sich immer wieder ins Leben drängt und auch hier gibt es viele Einblicke in die Persönlichkeit, die nicht unbedingt sympathisch sind. Im Laufe des Buches merkt man im Grunde, dass die gesamten Persönlichkeiten mehr Ecken und Kanten, sowie eine schwere Bürde aufweisen, die sie unsympathisch, aber doch wieder sympathisch wirken lassen.

Am Anfang fühlt man sich leicht in das Buch geworfen, was aber nicht weiter tragisch ist. Man lernt Rachel näher kennen, erkennt ihre Alkoholsucht, die augenscheinlichen Hintergründe und begleitet sie auf ihren täglichen Touren, wo sie die beiden Hausbewohner gerne beobachtet. Die Geschichte dümpelt so vor sich hin und ist teilweise sehr anstrengend durch den Alkohol und das Klammern an den Ex. Erst mit Megans verschwinden wird es spannender, um dann die Spannung sofort wieder zu verlieren. Klar, wollte ich als Leser wissen, was mit Megan passiert ist und es gibt viele ausbaubare Möglichkeiten, die  Spielraum für eigene Vermutungen lassen. Nur nützt es nicht, wenn sie leider im alltäglichen Geschehen untergehen. Die Geschichte entwickelt sich, aber durch Rachels Alkohol-Exzesse habe ich manchmal ehrlich gesagt, genervt mit den Augen gerollt. Entweder versackt Rachel, Anna bekommt wieder einen Wutausbruch, wo sie Rachel aus den Weg räumen will. Ich weiß, wie schwer es für eine alkoholkranke Person ist und die Autorin setzt dies super um, aber auch ohne Alkohol und Stalking hätte die Geschichte gut konstruiert werden können. Ein Schlag kann auch Blackouts verursachen. Nur eine kleine Idee meinerseits.

Ab der Hälfte des Buches wird es dann aber spannender, und man versucht selbst für sich zu ermitteln, was genau passiert ist, und was Rachels Blackout ans Tagelicht bringen könnte. Ich muss zugeben, dass ich im Gegensatz zu anderen Lesern, zwar eine gute Vorahnung hatte und zumindest mit einem Teil richtig lag, aber eben nicht ganz. Deswegen finde ich den Schluss eigentlich auch gut. Nur die Auflösung hätte gerne etwas anders sein können. Ich fand den Schluss ein bisschen naiv oder unausgegoren. An sich völlig spannend, logisch und gut. Was mich eben störte, ist die Tatsache ist die Umsetzung des Täters am Schluss. Es wird ein gewisses Lügengerüst aufgedeckt, der eine ideale Basis für das Geschehen bietet, aber mit fehlte ganz ehrlich der Background. Schließlich wird einiges angedeutet und man fragt sich eben noch lange nach dem Buch, ob da vielleicht mehr gewesen ist. Ich mag jedoch keine Fragen, die mich am Ende beschäftigen. Hier ein bisschen mehr, und das Buch wäre echt klasse gewesen, abgesehen vom Einstieg.

Alles in allem hat die Autorin wirklich gute Ansätze, einen leichten Stil und einen an sich guten Schluss. Mir fehlen jedoch Kleinigkeiten, die das Buch noch besser gemacht hätten. Den Hype kann ich nicht nachvollziehen, aber zumindest kann ich für mich behaupten, das Buch hat sich gelohnt und sollte es verfilmt werden, dürfte dies sicher sehenswert sein.

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