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Das Druidentor / Wolfgang Hohlbein

Und dann, ganz plötzlich, wußte er die Antwort auf seine Frage Er wußte, was diesem Zug zugestoßen war. Er war alt. Es war so deutlich, daß er sich verblüfft fragte, wie er es auch nur eine Sekunde lang hatte übersehen können. (Zitat S. 16 -  Zeigt den Stil und die Idee des Buches)



Und wieder eins weniger. Genauer gesagt wieder ein Hohlbein weniger im Regal. Als ich damals seine Templer-Reihe gelesen habe, wurde ich wirklich in den Bann gezogen, aber Hohlbein ist kein Autor, der in meinen Augen mit viel Liebe schreibt, sondern sich oft wiederholt, in die Länge zieht und leider sehr aufs Geld aus ist. Nach gut 30 Büchern habe ich inzwischen die Nase voll, und bin froh, dass jetzt nur noch ein Buch im Regal steht. Ob und inwiefern mir dieses Buch gefallen hat, habe ich einmal in dieser Rezension festgehalten.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Das Druidentor
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Knaur
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492267149
ISBN-13: 978-3492267144
Preis: € 1€
Genre: Thriller, Horror
Gelesen in: 10 Tage

== DAS COVER ==
Das Cover ist alles andere als schön. Unten ist eine Art Röhre zu erkennen, ansonsten ist nur eine Rune und der blaue Hintergrund mit dem Titel und Autor vorhanden. Sorry, aber das ist kein Highlight und im Geschäft hätte ich es mir nie angesehen.

== FIGUREN ==
Rogler – Polizist
Warstein – Bauarbeiter, der früher am Tunnel gearbeitet hat
Angelika Berger – taucht recht unerwartet auf
Lohmann – Reporter
Franke – Physiker, Bauleiter, vielleicht auch Gott

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Schweiz
Zeit: 1990er Jahre

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Er soll der sicherste Eisenbahntunnel werden, der jemals gebaut wurde. Doch irgendwer hat etwas gegen diese Baupläne. Die Geräte spielen plötzlich verrückt, im Inneren ist eine unheimliche und alles durchdringende Stille, Loren machen sich selbstständig und die Zeit spinnt ebenfalls herum. Ein merkwürdiger Druide kündigt unheilvolles an und redet von der Welt und ihrer Rettung. Obwohl alle Angst haben, insbesondere Frank Warstein, wird der Tunnel weiter gebaut. Es passiert etwas, das Warstein zu einem seelischen Wrack und Alkoholiker werden lässt.

Es gehen Jahre ins Land als ein ICE durch den Tunnel fährt und nicht mehr herauskommt. Am Anfang geht jeder noch von einem Unfall aus, doch der ICE wird gefunden, und obwohl er erst wenige Wochen alt ist, sieht er aus, wie ein Zug aus der Steinzeit. Niemand würde behaupten, dass der Unfall gerade erst passiert ist, sondern er könnte vor 200 Jahren passiert sein. Die Regierung vertuscht es und spricht von einem unfassbaren Terroranschlag. Aber Warstein ahnt, was wirklich mit dem Zug passiert ist. Zusammen mit Angelika und Lohmann macht sich auf die Suche nach den Leuten, die der Druide damals genannt hat, damit sie die Welt retten, denn wie es scheint, hat der Berg sein eigenes Leben und ist zerstörerisch. Können die drei die Welt noch retten?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Wolfgang Hohlbein ist für mich ein Autor, der es schafft zu beeindrucken. Leider sind viele Werke sehr ähnlich, langatmig oder ähnliches, weswegen die anfängliche Euphorie leider stark nachgelassen hat. Mit „Das Druidentor“ dachte ich anfänglich, dass der Autor mich mit diesem Buch wieder in seinem Bann hätte, und das Werk mich überzeugen würde.

Wie gewohnt setzt der Autor auf verschiedene Handlungsstränge, die mehr oder weniger spannend gehalten sind, und irgendwann zu einer Einheit verlaufen. Es kann manchmal verwirrend und gerade ich mit meinen Namensproblemen, hatte schon etwas zu kämpfen, aber das ist nunmal ein eigenes Problem.
Dazu nutzt er interessante, und eher ungewöhnliche Figuren, die einem nicht unbedingt sofort sympathisch ist, weil sie zum Beispiel Alkoholiker sind. Nichtsdestotrotz haben seine Figuren Charakter und das überzeugt zumindest am Anfang denn im Verlauf bleibt die Struktur und sie entwickeln sich null. Die Frage nach dem was ist passiert, fesselt in der Tat gut, und ich kann mich gut erinnern, dass ich angefangen habe um 2.00 morgens, weil mich mein Sohn geweckt hatte, und mich das Buch die ersten 100 Seiten so gefesselt hat, dass ich nicht trotz Müdigkeit nicht aufhören konnte.

Allerdings kann der Autor diese anfängliche Spannung nicht aufrecht erhalten. Irgendwann kam bei mir der Punkt, dass ich merkte, dass Hohlbein in alte Muster verfällt. Immer mehr Details, langatmige und manchmal recht kitschige Dialoge und eine mysteriöse Kraft, die auf die Dauer nur nervt. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde Hohlbein versuchen etwas Humor einzubauen, der aber einfach nicht gut ankommt. Gut und gerne hätte das Buch 100 Seiten weniger haben dürfen, um zumindest nicht so verloren im Mittelteil zu wirken. Mich für meinen Teil bringt Hohlbein eher zu dem einen oder anderen Kopfschüttler und zu gerne hätte ich das Buch abgebrochen, wenn Franke mal wieder etwas geschafft hat, was einfach übertrieben und an den Haaren herbeigezogen wirkt. Er wirkt wie der Puppenspieler, der alles erreichen kann, indem er die Fäden nur zieht. Jeder macht im Grunde was er will. Wenn man bedenkt das er am Anfang Bauleiter ist und später Physiker, fragt man sich schon, woher der Einfluss kommt.

Ein Highlight ist jedoch diesmal der Schluss, und das meine ich nicht im positiven Sinne. Ich habe nichts gegen Geschichten, die vorhersehbar sind. In diesem Fall hätte Hohlbein lieber darauf zurückgreifen sollen. Bis zum Schluss versucht er alles, damit das Ende offen und spannend bleibt, vertut Chancen, um dann an den Punkt zu kommen, wo er in meinen Augen in einer Sackgasse gelandet ist. Vorher wusste niemand was getan werden muss, und innerhalb von wenigen Seiten heißt es, dass sie es eigentlich ja schon immer wussten. Auch ist die Auflösung inhaltlich kein Highlight. Im Gegenteil es berührt nicht, ist nicht spannend und völlig ohne Emotionen. Schlimm ist jedoch auch die Tatsache, dass in meinen Augen viele Fragen offen bleiben und das Buch eher einen schalen Nachgeschmack hat. Im Grunde ist es ein Buch bzw. ein Schluss, bei dem ich sagen kann, dass mir das Buch nicht lange im Gedächtnis bleibt. Positiv, weil ich dann die offenen Fragen gleich mit vergesse und nicht grüble; negativ, weil ein Buch doch gerne im Gedächtnis bleiben sollte.

Wirft man nun einmal einen Blick auf das gesamte Werk des Autors, dann kann ich den Meinungen anderer Leser mit „Wechselhaftes Buch“ nur zustimmen. Es beginnt so gut und an sich hätte so viel aus der Grundidee gemacht werden können. Die vielen Details und vor allen Dingen die immer gehäuften unnötigen Details sind einfach nur strapaziös. Hätte es Hohlbein wenigsten mit einem gelungenen Schluss beendet, dann hätte das Buch es zumindest soweit geschafft, dass ich mich persönlich auf mein letztes Hohlbein Werk auf dem Stapel ungelesener Bücher gefreut hätte. Da es ihm jedoch nicht vollends gelungen ist, wird es nun wieder einige Zeit dauern, bis ich mich an ein weiteres Werk von ihm wage.

Alles in allem ist es kein Buch was ich wirklich empfehlen kann. Tut mir leid. Es gibt genügend Leser, die das Buch gut finden, aber auch genügend, die es alles andere als berauschend beurteilen würden. Meinungen sind zum Glück unterschiedlicher Natur, und das ist auch gut so, aber alle, die schon verschiedene Hohlbein Werke gelesen haben, werden mit meiner Kritik vielleicht etwas anfangen können und selbst entscheiden, ob das Buch vielleicht etwas für sie wäre. Es ist leicht zu lesen, und diesmal ist der Einstieg gut, aber für mich etwas zu mystisch, zu viele offene Fragen, zu viele Zufälle, zu viele hingebogene Sachen und zu viele unnötige Details.

Kommentare

  1. Hey Sarah,

    das Buch würde mich vom Cover her auch überhaupt nicht ansprechen und nach deiner Rezi bleibe ich dann doch bei meinen schon zu hause liegenden Fantasybüchern. ;o)
    Aber danke für die ausführliche Rezi.

    Liebe Grüße,
    ruby

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