Eine handvoll Worte / Jojo Moyes

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass in Deutschland unglaublich viele Fans hat. Ich habe schon so viele positive Kritiken gelesen, bevor meine Mutter mir das Buch geschenkt hat. Da ich für eine Challenge ein Buch mit grünen Cover benötigt habe, musste ich zu diesem Highlight greifen, denn im Grunde habe ich nur zwei Bücher mit grünen Cover. Wie mir mein erster Jojo Moyes gefallen hat, und ob ich es auch empfehlen kann, verrate ich euch nun.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Jojo Moyes
Titel:  Eine handvoll Worte
Broschiert: 592 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 19 (4. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267764
ISBN-13: 978-3499267765
Preis: € 14,99
Genre: Drama, Liebe, Vergangenheit
Gelesen in: 9 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover ist schön, aber nichts besonderes. Ein Hügel auf dem zwei Bäume und eine Frau angedeutet sind. Sie trägt einen Korb und es wehen Blütenblätter heraus, die ein halbes Herz ergeben.

== FIGUREN ==
Elli – Reporterin, hat eine Affäre
Jennifer – verliert ihr Gedächtnis nach einem Unfall, verheiratet, aber anscheinend unglücklich

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Zeit: Gegenwart und 1960er Jahre
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: Anfang, Mitte 30?

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
«Was steht denn sonst noch in der SMS? Und sag mir jetzt bitte nicht, es geht um Sex in seinem Büro.»
Ellie schaut auf ihr Handy und scrollt durch die Textnach- richt. «‹Schwierig, von zu Hause anzurufen. Dublin nächste Woche, Planung aber noch nicht sicher. Bis später x.›«
«Er hält sich alles offen», sagt Douglas. (Zitat S. 11 – Beschreibt die Situation zwischen John und Ellie)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Elli arbeitet bei der Zeitung Nation und liebt ihren Job. In der letzten Zeit ist ihre Motivation etwas eingeschränkt, denn sie ist verliebt. John ist jedoch verheiratet und gedenkt nicht sich zu trennen. Zumindest vertröstet er sie immer wieder. Entweder träumt sie wie ein verliebter Teenager von ihm und wartet auf eine Email, oder sie springt, sobald er auch nur eine Minute Zeit hat. Darunter leidet ihre Arbeitsqualität, sodass ihre Chefin Melissa, sie schon von den Redaktionstreffen ausgeschlossen hat. Ihre letzte Chance ist in den Archiven eine Idee für das Thema „Vor 50 Jahren“ zu finden. So stößt sie auf einen Liebesbrief, der einfach nur wunderschön ist. Er weckt in ihr den Wunsch die Geschichte hinter dem Brief zu erfahren. Unterstützt wird sie von Rory, einem Archiv-Mitarbeiter, den sie bald mehr als nur schätzen lernt. Doch kann sie sich von John trennen, obwohl sie ihn liebt und auf eine gemeinsame Zukunft hofft?

In den 60er Jahren geht es um den Liebesbrief und um Jennifer. Sie ist mit Laurence verheiratet, einem reichen Geschäftsmann, und ist dafür zuständig an seiner Seite schön auszusehen. Was Liebe und Glück bedeute erfährt sie erst, als sie Anthony, einen recht munteren Journalisten, kennen lernt. Sie beginnt eine Affäre mit ihm und ist zum ersten Mal wirklich sie selbst und glücklich. Ein Autounfall mit Gedächtnisverlust lässt sie Anthony jedoch vergessen, bis sie seine Briefe findet. Schafft sie es, sich von Laurence zu trennen, um mit ihrer großen Liebe nach New York zu gehen?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Ich habe noch nicht „Ein ganzes halbes Jahr“ gelesen, da ich es mir aufsparen wollte. In so vielen Buchblogs wird das Buch in den Himmel gelobt, dass ich einfach warten wollte. „Eine handvoll Worte“  klingt genauso viel versprechend und die Kritiken sind ebenfalls sehr positiv. Die Idee hinter dem Werk ist einfach großartig, denn ich liebe Werke, die in der Gegenwart und Vergangenheit spielen und sich erst nach und nach aufklären. Als Ansatz dafür eine Liebesgeschichte und einen romantischen Liebesbrief zu nutzen, ist für mich als Romantikerin  perfekt. Ich glaube deswegen waren meine Erwartungen an das Buch recht hoch.

Leider kann ich den Hype um das Buch nicht ganz nachvollziehen, und habe es sogar nach 250 Seiten eigentlich abbrechen wollen, hätte ich nicht eine Abneigung gegen Abbrüche aus Angst etwas zu verpassen. Bis zum bitteren Schluss war es für mich eher ein Kampf mit einigen schönen Momenten. Warum ich so empfinde, möchte ich euch versuchen zu erklären, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob das auf euch ebenfalls zutrifft oder ob das Buch unter diesem Aspekt überhaupt für euch etwas ist.

Der Hauptkritikpunkt ist einfach der verworrene Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Normalerweise mag ich solche Wechsel gerne, sofern sie klar sind. Obwohl die Autorin es versucht, wirkt die Geschichte durch ihre Umsetzung sehr verworren. Zwar wird klar, dass die Autorin versucht einen Spiegel aufzubauen, der zeigt, dass sich Schicksale wiederholen, aber eine klarere Linie hätte mir an einigen Stellen zumindest mehr Lesegenuss verschafft. Vielleicht wäre das Lesen einfacherer gewesen, wenn mehr  Zeiten genannt worden wären, die zwei Perspektiven eine andere Schrift gehabt hätten. Ich konnte zumindest viele der Sprünge erst später erkennen. Das liegt daran, dass die Autorin zu den vielen weiblichen Figuren gerne „sie“ schreibt. Stilistisch einwandfrei, bekommt man nur so nicht immer mit, wer denn eigentlich gemeint ist. Gerade bei einem Wechsel zwischen Jennifer und Elli dauert es oftmals einige Sätze, bis ein Stichwort den Wechsel erkennen lässt. Ich weiß, dass die zum Spiegel gehört und zeigen soll, wie ähnlich die Situationen irgendwo sind und an sich ist diese Idee der Umsetzung wirklich reizvoll, aber eben unglaublich schwer.

Damit hätte ich mich vielleicht noch anfreunden können, denn ich bin für solche ungewöhnlichen Mittel zu begeistern, auch wenn diese ihre Eingewöhnungszeit benötigen. Allerdings bleibt es nicht bei diesem Kritikpunkt. Mit Ellie ist Jojo Moyes keine Figur gelungen, die ich beeindruckend oder bindend fand. Wie es ihr bester Freund auf den Punkt bringt, sie wirkt wie ein unreifer Teenager, wie sie auf eine SMS oder Email wartet, diese stundenlang mit Freundinnen analysiert und sofort springt, wenn ihr Liebster „jetzt“ ruft. Das Bild passt zu einer jugendlichen Figur, aber nicht zu Ellie, die schließlich auf der anderen Seite als reif und erwachsen geschildert wird. Bei Jennifer hingegen fiel es mir leichter mich auf sie einzulassen, wenn auch nur bedingt, denn mir fehlte von Anfang an die Beteiligung am Unfall. Was passierte genau, wie musste sie um ihr Leben kämpfen.

Emotionen sind das Stichwort hierfür. Ich für meinen Teil empfand den Stil der Autorin zwar als detailliert, aber fremd. Sie schafft es nicht die Emotionen der Hauptfiguren präsent zu schildern. Ich empfand die Situationen stets wie eine Fremde und sehr distanziert. Bei einem solchen Werk erwarte ich jedoch Nähe.

Wie gesagt, ich hatte bis zum Schluss immer die wage Hoffnung zu verstehen warum viele das Buch so genial finden. Im Ansatz kann ich es nachvollziehen und die Grundidee und viele weitere Ansätze sind wirklich einmalig. Nur mangelt es mir leider Gottes an der Umsetzung der Figuren und dem wirren Springen der Autorin.

Wäre für mich die Nähe zu den Figuren vorhanden gewesen, ich hätte das Buch wirklich genial gefunden, aber so war ich froh, als ich es endlich ruhigen Gewissens beendet aus der Hand legen konnte.

1 Kommentar:

  1. O weh. Ich habe das Buch noch auf meinem SUB liegen und wollte es eigentlich mit in den Sommerurlaub nehmen, aber jetzt überlege ich mir ernsthaft, ob ich dafür nicht lieber ein Buch mitnehmen sollte, von dem ich bereits jetzt weiß, dass es mir gefallen wird. Hm.

    LG
    Madame Lustig

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