Das Mädchen auf den Klippen / Lucinda Riley

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Ausgelesen. Diesmal habe ich ein Buch gelesen, welches ich mal wieder von meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Einiges und vor allen Dingen positives hatte ich schon vorher von diesem Buch gehört. Begleitet mich doch spontan in das gelesene Abenteuer und entscheidet, ob das Buch vielleicht etwas für euch ist.


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Lucinda Riley
Titel: Das Mädchen auf den Klippen
Leserschaft: jedermann
Seitenanzahl: 444
Übersetzung: Sonja Hauser
ISBN: 978-3-442-47789-0
Verlag: Goldmann
Preis: € 9,99
Genre: Familie, Drama, Geheimnis, Liebe
Gelesen in: 3 Tagen

== DAS COVER ==
Das Cover hat etwas geheimnisvolles mit der verschlungenen Treppe, den Klippen im Hintergrund und den Blumen. Es passt zum Inhalt, aber ich persönlich hätte ein einsames Mädchen auf Klippen noch etwas besser gefunden.

== FIGUREN ==
Grania – Baby verloren, getrennt von Matt, reist nach Dublin zu ihrer Familie
Matt – Lebenspartner / Ex Freund von Grania
Aurora – Das Mädchen von den Klippen, sieht ihre tote Mutter
Alexander – Vater von Aurora, der immer Kopfschmerzen hat und oft weg ist

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Irland, England, USA
Zeit: 2010er und 1920er Jahre
Perspektive: Verschiedene Perspektiven

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Grania überlegte verzweifelt, was zu tun sei. Bevor sie zu einer Entscheidung gelangen konnte, drehte sich die Kleine um und sah sie mit leerem Blick an.Grania streckte instinktiv die Arme aus. »Ich tu dir nichts. Komm zu mir.«
Das Mädchen starrte sie weiter unverwandt an.
»Wenn du mir sagst, wo du wohnst, bringe ich dich nach Hause. Hier draußen holst du dir den Tod. Bitte lass dir helfen«, flehte Grania sie an. (Zitat S. 9 /10 – Zeigt das Kennenlernen zwischen Aurora und Grania)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Grania Ryan wirft die Fehlgeburt völlig aus der Bahn. Als dann noch etwas passiert, reist sie einfach zu ihren Eltern nach Irland und verschanzt sich dort. Ihrem Lebensgefährten Matt weicht sie aus, und will nicht mit ihm reden. In ihrer Trauer und Wut entdeckt sie Aurora, ein kleines Mädchen, dass im Nachthemd auf den Klippen steht. Ihre Mutter macht daraus ein Geheimnis und wünscht sich nur das Grania sich von Aurora fernhält. Doch so leicht ist es nicht, denn ihre Wege kreuzen sich immer wieder, und über die Vergangenheit zwischen den Lisles und den Ryans will ihre Mutter einfach nichts verraten. Als das kleine Mädchen sich mit Grania anfreundet, haben sie eine Menge Spaß, bis ihr Auroras Vater Alexander sie bittet als Kindermädchen einzuspringen. Er muss beruflich weg, und die Haushälterin will zurück nach London. Zwei Monate, gutes Geld und Ablenkung von ihrer Trauer. Aurora zu Liebe sagt sie zu und passt auch später noch auf das Mädchen auf, als diese vor ihrem neuen Kindermädchen abhaut. Es entsteht eine innige Freundschaft, und dann erfährt Grania mehr über die Vergangenheit. Trotzdem bricht sie nicht den Kontakt ab und heiratet sogar Alexander, als dieser im Sterben liegt, um Aurora als Stiefmutter halt geben zu können. Nur sich selbst kann sie keinen Halt geben, denn irgendwo mochte sie den fremden Alexander recht gern, und in ihrer Trauer vermisst sie Matt umso mehr. Doch der hat längst eine andere.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Mädchen auf den Klippen“ ist ein simples Buch, das sich auf Vergangenheit und Gegenwart beruft, wie viele andere Werke auch. Auch die Grundidee seitens der Vergangenheit ist nichts besonderes und wirkt so, wie bei vielen anderen Geschichten bis auf einige Details, und genau diese Details machen das Buch zu etwas Besonderem.

Das Buch um die Geschichte der Lisles und Ryans wird in verschiedene Erzählstränge gepackt. Die Geschichte um Grania, Matt, Auror und Alexander ist die Rahmengeschichte, die  manchmal etwas schleppend läuft, da der Leser nicht das nötige Verständnis für Grania aufbringen kann. Sie verliert ihr Baby, was ich als zweifache Mutter sehr tragisch finde, aber immer wieder wird ein weiterer Grund angedeutet, aus dem jedoch ein wahnsinniges Geheimnis gemacht wird und sich später als Nichtigkeit herausstellt. Generell ist Grania, die einen übertriebenen Stolz aufweist, nicht immer ideal. Trotzdem schließt man sie auf Grund ihrer Fürsorge Aurora gegenüber sofort ins Herz. Unterbrochen wird diese Rahmengeschichte immer wieder von kleineren Briefen, die Aurora als eine allwissende Erzählerin immer wieder  einbindet, denn für sie ist diese Geschichte schon lange passiert. Während Aurora im Buch selbst als kleines Mädchen dargestellt wird, das sich nach Liebe sehnt, wird sie in meinen Augen in den Briefen eher Vorlaut und Frühreif vorgestellt. Sie entwirft dem Leser zu liebe nach der Hälfte des Buches einen Stammbaum ein, der echt praktisch ist, um alle Zusammenhänge übersichtlich nachlesen zu können. Idealerweise wäre dieser ans Ende gepackt worden mit dem Hinweis von Aurora, doch bitte bis dort hin zu blättern. Hatte man Fragen oder wollte sichergehen, dass keine Beziehung verwechselt wird, dann musste man  immer wieder diese Seite suchen. Neben diesen beiden Strängen warten noch zwei Binnengeschichten auf den Leser. Einmal wird die Geschichte von ihrer Granias Mutter, dem Tod ihres Bruders und den eventuellen Zusammenhängen für den Freitod ihrer Cousine Jahre später, die Auroras Mutter war.  Zeitgleich erfährt der Leser auch die Geschichte von Auroras Wurzeln erzählt von Mary, die damals mit einem Ryan verlobt war, der jedoch im Krieg starb. Sie nahm sich einer anderen Waise an, die bei den Lisles Unterschlupf gefunden hatte, wür die sie gearbeitet hat. Als das Mädchen abgeschoben werden sollte, flieht Mary mit ihr und täuscht den Tod vor. Später heiratet sie und bekommt noch ein weiteres Kind, Granias Urgroßmutter, während ihre Adoptivtochter in die Lisles einheiratet und Auroras Mutter zeugt. Ihr seht alles hängt zusammen und durch die Binnenhandlungen wird das ganze Netz erst richtig deutlich.

Ich muss zugeben, dass mir durch die Binnenhandlungen Grania mehr ans Herz gewachsen ist, denn diese Rückblenden sind in meinen Augen das Highlight und hätten gut und gerne Platz für eine alleinstehende Geschichte gereicht. Die Schicksalsschläge, die alle Generationen erleiden müssen sind interessant und voller Spannung, sodass ich immer wieder mitgefiebert habe, denn Happy Ends sind leider spärlich gesät. Dafür gibt es viele traurige Momente, die mir beim Lesen Tränen in den Äuglein beschert haben.

Schade fand ich jedoch den Ausgang, denn für die kleine Familie gibt es nur ein indirektes Happy End. So wie es das echte Leben oft vorspielt, aber mir hätte es an diesem Punkt etwas ausführlicher besser gefallen. Schließlich wurde vorher alles so detailliert beschrieben. Damit möchte ich nicht sagen, dass die gewählte Form schlecht ist. Mit wenigen Worten wird alles gesagt, was eigentlich relevant ist und Spielraum für eigene Vermutungen lässt, aber ich hätte mir ganz ehrlich eine klare Ansage der Autorin gewünscht.

Alles in allem ist das Buch unglaublich gut geworden. Obwohl mich einige Punkte, wie der Schluss nicht vollends überzeugt haben, ist die Geschichte dieser beiden Familien wunderbar zu lesen und fesselt. Ich für meinen Teil konnte nicht aufhören zu lesen und war froh, wenn ich wieder in diese Geschichte eintauchen durfte. Die Geschichte ist nicht anspruchsvoll und enthält vieles, was ich schon in anderen Werken gelesen habe, aber ganz ehrlich, das Buch macht Spaß und hat den Wunsch in mir nach mehr geweckt. Das spricht für das Buch, die Autorin und natürlich auch für die Übersetzung. Empfehlen kann ich das Buch allen Leseratten, die gerne Werke mit Schicksalsschlägen, Liebe, Vergangenheit und Geheimnissen lieben. Ideal bei einer Tasse Tee, einem Keks auf dem Sofa an einem Sonntag Nachmittag zu lesen.

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