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Magische Novembertage / Anke Höhl-Kayser

Ein schmaler, nur einen Meter hoher Gang führte eine ziemlich lange Strecke durch komplette Finsternis, bis sich die eigentliche Grabkammer vor ihnen öffnete. Jetzt konnten sie sich endlich wieder aufrichten. Und – mehr noch: Sie sahen wieder etwas. Aber Marie war sich nicht sicher, ob sie sich wirklich darüber freuen sollte, denn genau in der Mitte der eiförmigen Grabkammer flackerte ein kleines, bläulich weißes Licht. »Ein Dödenlicht«, sagte Nis. Zum ersten Mal, seit sie ihn kannte, hörte Marie Besorgnis in seiner Stimme. »Das ist kein gutes Zeichen, oder?«, murmelte Imken. »Nein«, sagte Nis. »Es ist eine Warnung, dass wir nicht weitergehen sollen.« (Zitat aus dem Kapitel Im Reich der Unterirdischen – Genehmigt von Anke Höhl-Kayser)


Heute habe ich wieder ein Buch für euch, dass mir vor einigen Tagen von meiner lieben Anke Höhl-Kayser zugespielt wurde. Seitdem ich „Ronar“ gelesen habe, bin ich eigentlich ein Fan von ihr. Sie schreibt so schöne Kinderbücher, dass ich mich immer freue, wenn ich wieder etwas von ihr höre. Und auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, denn es spielt auf der Insel Sylt, wo ich selbst schon war. Aber nun lasst euch in einen regnerischen November voller Magie entführen und entscheidet selbst, was ihr von dem Buch haltet.

== OPTK ==
Das Cover ist eigentlich sehr schön gezeichnet. Eine kleine Hütte, Bäume und vielleicht Strand und Himmel. Es wirkt schön, ruhig und fesselt wegen der Ölfarbe, die das eigentliche Bild charakteristisch gestaltet hat, interessant.

== FIGUREN ==
Marie – 11jähriges Mädchen
Nis – Ist ein netter Puk
Imken – Stammt von Sylt
Finn – Ein Zwerg

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Sylt
Zeit: 2010er
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 11

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Marie Gerber ist 11 Jahre alt, als ihre Welt zusammenbricht. Ihre Eltern trennen sich nach einem Streit und die Mutter zieht zur Mamaoma, einer 72-jährigen Tierärztin, nach Sylt. Marie ist das gar nicht recht. Sie vermisst Bochum, ihren Vater und ihre Freunde. Auf Sylt mag sie niemand und der November ist außerdem kein schöner Monat für eine solche Insel. An einem besonders schlimmen Tag, schreit sie ihren Frust am Strand aufs Meer hinaus. Beobachtet wird sie zu dem Zeitpunkt von Nis, einem Jungen von rund 13 Jahren. Dieser spricht sie an, bringt sie nach Hause und hört ihr zu. Eigentlich könnte sie froh sein, einen so netten Jungen kennengelernt zu haben, wäre da nicht die Tatsache, dass er stolze 235 Jahre alt und ein Puk ist. Genauer gesagt ist er der Hausgeist der Familie. Doch damit nicht genug. Durch ihn erfährt Marie auch, dass auf Sylt ein Streit zwischen den Puken und den Zwergen ausgebrochen ist. Der Grund sind die Bewohner von Sylt, die die Naturgeister immer mehr verdrängen und das können und wollen sich die Zwerge nicht gefallen lassen. Und so nehmen sie den Menschen Dinge oder auch Tiere weg. So auch Imken, einer Klassenkameradin von Marie. Ihr wurde ihr treuer Hund gestohlen. Zusammen mit Nis wollen sie den Hund wiederholen und sorgen dafür, dass ein Krieg ausbricht.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Magische Novembertage“ ist ein schönes Fantasy-Abenteuer für Kinder. Dabei hat die Autorin sich der Legenden, die sich auf Sylt hartnäckig halten aufgegriffen und zu einem modernen Märchen verarbeitet. Eigentlich genau ein Buch nach meinem Geschmack, aber so 100% konnte mich Anke leider diesmal nicht überzeugen.

Es fängt schon mit Marie als Figur an. Sie ist 11 Jahre alt, wirkt aber für mich eher wie ein 8 jähriges, kleines Mädchen. Ich selbst habe einen 12 jährigen Stiefsohn, und seine Cousine ist gerade 14 geworden. Dementsprechend kann ich mich an 11 noch sehr gut erinnern. Weder diese beiden, noch ich als 11 jährige waren so wie Marie. Sie ist trotzig, bockig und stellenweise einfach kindisch. Nun könnte man das Argument der elterlichen Trennung für ihr Verhalten anbringen, aber ich war ebenfalls 11 Jahre alt, als sich meine Eltern für einige Zeit getrennt haben, und ich kann daher Maries Verhalten nur bedingt verstehen. Im Grunde war ich nie mit ihrer Figur verbunden und das bis zum Schluss. Eine leider etwas traurige Tatsache, zumal ich die anderen Werke der Autorin kenne und liebe.

Aber nicht nur die Figur, sondern auch Sylt selbst. Ich war dort im Urlaub, mein Mann arbeitet regelmäßig dort und ich liebe Bücher von bekannten Orten, wo ich mich sofort erinnert fühle und Dinge erkenne. In diesem Fall gibt es zwar ein paar Punkte, wo ich Sylt im Verlauf erkenne, aber gerade am Anfang hätte es eine ganz andere Insel sein können.

Abgesehen davon hätte ich mir etwas mehr über die Legenden gewünscht. Obwohl ich ein Nordlicht bin, kannte ich Nis Puk so als Sage nicht. Und leider hatte ich das Gefühl, dass die Autorin dies voraussetzt. Ich habe erst einmal Google befragt und mich so über die Legenden informiert. Danach hatte ich ehrlich gesagt einen besseren Zugang zu dem Buch.

Und abgesehen von diesen Punkten ist das Buch wirklich schön. Es steckt voller Magie, Abenteuer und vor allen Dingen wird es eigentlich nicht langweilig. Der leichte, kindliche Stil, den Anke Höhl-Kayser verwendet ist illustrativ und lässt die Seiten vorbeifliegen. Also genau das, was ich mir eigentlich von einem guten Kinder-Fantasy-Buch erwarte.

Wenn euch also meine anfänglichen Kritikpunkte nicht stören, dann solltet ihr euch das Buch einfach mal anschauen.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Anke Höhl-Kayser
Titel: Magische Novembertage
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (15. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957650240
ISBN-13: 978-3957650245
Preis: € 7,90
Genre: Kind, Fantasy
Gelesen in: 5 Tagen

*Buchsponsoring by Autor

Kommentare

  1. Hey,

    die Story klingt gut, das Cover sieht ansprechend aus, aber nach deiner Rezi würde ich es wohl eher nicht lesen wollen. :o)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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