Les Miserables / Victor Hugo

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Ein lohnender Kampf durch einen nicht leichten Stil


Im Jahre 1845 war Herr Charles-Francois-Bienvenu Myriel Bischof von Digne. Er war ein Greis von etwa fünfundsiebzig und hatte den Bischofsstuhl von Digne seit 1806 inne. Obwohl diese Einzelheiten in keiner Weise unsere Erzählung tiefer berühren, ist es, und sei es auch nur, um in allem genau zu sein, wohl nicht müßig, hier von Gerüchten zu sprechen, die damals, als er in der Diözese ankam, über ihn verbreitet wurden. (Zitat S. 9 – Verständnis alte Sprache und Stil)

Heute habe ich für euch ein Buch, welches schon als echter Klassiker betitelt werden kann. Okay, ich habe faul die Film-Variante gelesen, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das Original viel schwerer zu lesen ist. Die Rede ist von „Les Miserables“ Ganze 15 Tage habe ich mich immer wieder für einige Abschnitte durch das Buch gekämpft, und freue mich nun, dass ich es euch vorstellen kann. Begleitet mich nun auf eine Reise in die Welt von Jean Valjean.

'''o0o OPTK o0o'''
Ich habe die Film-Variante und das Cover ist magisch. Ein Mädchen mit so wunderschönen, blauen Augen, dass ich mir das Cover sehr gerne immer wieder angesehen habe.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Myrie Bienvenu: Bischof von Digne
Jean Valjean – Sträfling, der später andere Namen annimmt
Fantine – Mutter von Cosette
Cosette – uneheliche Tochter von Fantine, der sich Jean nach deren Tod annimmt
Marius – große Liebe von Cosette

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: Frankreich
Zeit: ab 1815
Perspektive: Dritte Person
Unterteilung: 5 Bücher

'''o0o WORUM GEHT ES? O0o'''
19 Jahrhundert: Nach 19 Jahren Haft, die Jean Valjean für den Diebstahl eines Stück Brotes und Fluchtversuche absitzen musste, durfte er nun von der Galeere runter und sich unters Volk mischen. Mit seiner Schwester und ihre Kinder, für die er das Brot stehlen wollte, hat er keinen Kontakt mehr, und durch die Jahre als Sträfling ist er innerlich erkaltet. Sarkastisch und genervt reagiert er auf die Abwehr und Verstoße aus Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten. Erst als er von Myriel, dem Bischof von Digne Hilfsbereitschaft und Vergebung kennenlernt, kehrt er in sich und schlägt einen neuen Weg ein. Das Diebesgut , welches ihm der Bischof sogar noch schenkt und die zweite Chance nutzt er und nimmt den Namen M.Madeleine an. Er erlangt Bildung, Ansehen, Reichtum und wird sogar Fabrikant und Bürgermeister. Er unterstütz die Armen und hilft, wo er es für sinnvoll hält. So hilft er zum Beispiel der erkrankten und armen Fantine, die ihre uneheliche Tochter einem Halunken anvertraut hat, und ihr ganzes Geld ihm gibt, damit er sich um ihre zauberhafte Tochter Cosette kümmert. Als er ihre Geschichte erfährt, nimmt er sich ihrer Schulden an, und will Mutter und Tochter vereinen. Bevor dies jedoch geschieht, wird ein fremder als Jean Valjean angeklagt, und der wahre Jean gibt sich zu erkennen. Er wird verhaftet, Fantine stirbt und als er fliehen kann, nimmt er sich Cosette als Vater an.
Es könnte alles nicht besser laufen. Doch als Cosette später den Studenten Marius kennen und lieben lernt, droht alles zu zerbrechen.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Les Miserables“ ist ein Klassiker, den viele kennen, aber mit Sicherheit kaum jemand gelesen hat. Das liegt nicht an der epischen und interessanten Thematik, sondern an der Tatsache, dass der Titel unglaublich schwer zu lesen ist. Ich selbst bin nur zufällig in den Genuss gekommen, denn meine Mutter hat das Buch gekauft und mir im Anschluss geschenkt. Ich habe mich ganze 15 Tage durch dieses Buch gekämpft und es war ein lohnender Kampf. Vorab möchte ich gleich einmal klarstellen, dass ich zu den ungebildeten Wesen gehöre, die weder das Buch kannten, noch einen Film oder das Musical gesehen haben. Es war also absolutes Neuland für mich.

Ohne wenn und aber, ist der Einstieg unglaublich schwer.  Obwohl ich das Buch zum Film hatte, und dies mit Sicherheit sprachlich leichter umgesetzt ist, hatte ich nicht das Gefühl, dass sich das Buch leicht lesen lässt. Ich muss sogar zugeben, dass ich am Anfang sogar kurz versucht war es ungelesen zu vertauschen. Es ist eine ältere Sprache, die sehr verschachtelt ist. Nicht nur von den Sätzen selbst, sondern auch inhaltlich. Bis zum Schluss gewöhnt man sich nur schwer an diesen Stil. Das ist auch der Grund, warum ich mir immer wieder Pausen gegönnt habe. Neben den Stil ist es aber auch die Tatsache, dass viele neue Figuren eingeführt werden. Wer ein Problem mit Namen hat, wird sofort an seine Grenzen stoßen, denn es bedarf einiger Zeit abseits der Hauptfiguren die Namen auseinander zu halten.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich mir viele historische Fakten wieder ins Gedächtnis rufen und einiges sogar nachlesen musste, denn das Buch spielt im alten Frankreich und die französische Geschichte spielt eine große Rolle. Bei all den Ludwigs kommt man schon durcheinander. Generell ist es aber schon 15 Jahre her, dass ich in der Schule die Entwicklung von Frankreich auswendig gelernt habe.

Dementsprechend ist das Buch alles andere als leicht. Es ist eine aneinander Reihung von Namen und historischen Ereignissen, die aber schon nach 50 Seiten zeigen, dass zumindest der Kern absolut lesenswert ist. Die Entwicklung von Jean Valjean zu verfolgen, macht unglaublich viel Spaß und nach jeder Pause ist es so, als das man einen alten Freund trifft. Bis zum Schluss steigert sich diese Verbundenheit, wenn auch nur minimal.

Nur minimal, denn der Autor verliert sich in unzähligen Nebensträngen, die zwar nicht minder interessant sind, aber die eigentliche Geschichte stark in  die Länge ziehen.  Es entsteht das Gefühl, als habe Hugo damals viele eigene Erlebnisse in das Buch einfließen lassen.

Es sind auf jeden Fall anstrengende 608 Seiten, die durch die Dramatik, Liebe, Herzlich- und Ehrlichkeit, jedes einzelne Wort der Qual wert waren. An einem Stück könnte ich es nicht lesen, das kann ich nicht abstreiten, aber jetzt wo ich Jean Valjean kennenlernen durfte, weiß ich, dass man sich ändern kann, und was innere Stärke bedeutet. Seine Figur macht Mut sich selbst im hellen Licht zu betrachten und vielleicht auch etwas Gutes in dieser immer kälter werdenden Zeit zu tun. 



Mich hat das Buch unglaublich beeindruckt und ich bin meiner Mutter dankbar, dass ich mich dank ihr mit dem Buch herumgeschlagen habe. „Les Miserables“ werde ich mit Sicherheit nie vergessen. Aus diesem Grund kann ich jedem sagen: Lest das Buch, es ist wirklich ein wertvoller, wenn auch schwerer Klassiker.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Victor Hugo
Titel: Les Miserables – Buch zum Film
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 4 (18. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746629578
ISBN-13: 978-3746629575
Preis: € 9,99
Genre: Historisch, Klassiker, Drama, Liebe
Gelesen in: 15 Tagen

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