Fünfzehn Kopflose Tage / Dave Cousins

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Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich unbedingt lesen wollte, weil es einfach mal wieder ein ernstes Jugendbuch ist, aber auch irgendwo witzig zu sein schein. Nach „Zoom – Alles entwickelt sich“ hatte ich die Hoffnung, hier ein echt cooles Buch zu bekommen. Wie ernst das Thema ist, und wie gut die Umsetzung dem Autoren gelungen ist, verrate ich euch jetzt in meiner kleinen Besprechung.


''' OPTK '''
Das Cover ist lustig. Ein bellender Hund, eine Telefonzelle. Es passt zum Buch und es passt zu den Zeichnungen, die auch innen im Buch genutzt werden.

'''FIGUREN '''
Laurence – Schüler, kümmert sich um seine alkoholkranke Mutter
Jay – sein 6 Jahre alter Bruder
Mina – Mitschülerin, die erkennt, dass Laurence Hilfe braucht

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: England
Zeit: Gegenwart 2010er
Perspektive:  Ich-Perspektive Laurence
Alter der Figuren: 6-15

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''
Die Tür knallt. Mum ist wieder da.Es hört sich an, als ob eine Leiche auf den Boden klatscht, als sie ihr Zeug im Flur ablädt. Sie geht direkt in die Küche. Ich höre, wie eine Flasche auf den Tisch ge stellt, der Deckel aufgeschraubt und der Inhalt leise gluckernd eingeschenkt wird.Mum hustet, zieht sich einen Stuhl ran und setzt sich.Zigarettenrauch zieht ins Wohnzimmer, wo Jay und ich uns still verhalten.  (Zitat S. 9 zeigt die Alkoholsucht und den Stil)

''' WORUM GEHT ES? '''
Laurence ist nicht wie andere Jugendliche. Er hat Verantwortung zu tragen für seinen 6 jährigen Bruder Jay, aber auch für seine Mutter, die sich zwar große Mühe gibt, dem Alkohol aber mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihren Kindern. Aus ihrer alten Stadt sind sie geflohen, weil das Jugendamt eingreifen wollte. Nun versucht Laurence das zu verhindern. Er geht zu ihrer Putzstelle, wenn sie morgens um 5.00 nicht aufstehen kann, er bringt seinen Bruder in die Schule, ins Bett und kümmert sich um den Haushalt. Damit seine Mutter wieder glücklich wird, versucht er bei einem Radio Sender eine Reise zu gewinnen. Auch dann noch als seine Mutter eines Tages nicht mehr nach Hause kommt. Anfangs denkt er noch, dass sie irgendwo besoffen hängen geblieben ist, doch dann kommt sie auch am nächsten Tag nicht und den danach auch nicht. Für ihn bedeutet dies noch mehr Stress, denn seine Nachbarin darf nicht merken, dass seine Mutter verschwunden ist. Geld hat sie keins hinterlassen und in der Schule darf er nicht mehr zu spät kommen, weil er sonst gewaltigen Ärger bekommt. Erwachsenen kann er sich nicht anvertrauen, denn niemand hätte dafür Verständnis und das Jugendamt ist immer präsent. Nur Mina, eine Mitschülerin, die er zufällig kennenlernt, erkennt den Ernst der Lage und hilft ihm. Was mit seiner Mutter passiert ist und wie das Buch ausgeht, lest selbst.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„15 Kopflose Tage“ ist ein interessantes Jugendbuch, dass sich mit der schwierigen Situation in Alkohol-Familien beschäftigt.

Der Autor beginnt den Einstieg in das Buch, in dem er den Lesern schildert, wie der Alltag für Laurence aussieht, wenn seine Mutter dort ist. Die Angst, den Wunsch nach Ruhe und die Tatsache, dass Kinder die Sucht der Eltern gerne vertuschen. Mit Laurence ist ihm ein außergewöhnlicher Protagonist gelungen, der sehr erwachsen und dann doch wieder kindlich erscheint, so wie es auch im realen Leben ist. Durch die Ich-Perspektiv wird es noch eine Spur authentischer, wenn es um die Emotionen, Gedanken und Träume des Jungen geht. 

Die Verantwortung, Last und der Wunsch nach einem normalen Leben werden sehr authentisch dargestellt. In manchen Situationen möchte man Laurence nur wachrütteln und ihm deutlich machen, dass manchmal das Jugendamt gar keine schlechte Alternative ist oder ihm sogar helfen könnte. Zudem sind nicht alle Erwachsenen schlimm. Trotzdem ist es schön zu sehen, wie auch andere Jugendliche helfen können, denn genau darauf ist das Buch ausgelegt. Wie kann ich selbst helfen, wenn ich bemerke, dass ein Klassenkamerad oder Freund in einer solchen Situation ist.

Trotzdem versucht der Autor das Thema noch etwas spaßig anzugehen. Um es aufzulockern hat er die Reise mit dem Radio-Quizz eingebaut. Hier gibt sich Laurence als sein verstorbener Vater aus und scheitert regelmäßig an vielen einfachen oder auch schweren Fragen. Er verdankt es oft nur der Dummheit der anderen, dass er nicht sofort wieder rausfliegt. Dabei ist diese Sendung sein Strohhalm im reißenden Bach. Seine Hoffnung, mit dem Gewinn wird alles wieder gut.

Und genau diese Lockerheit versucht er am Anfang des Kapitels mit einer kleinen Zeichnung zu erlangen. Wie auf dem Cover spielt ein Hund und eine Telefonzelle eine gewisse Rolle. Es ist auf jeden Fall lustig und zeigt, worum es im nächsten Kapitel geht.

Für mich ist das Buch ein außergewöhnliches Buch, welches sich gut im Schulunterricht lesen lässt, da es authentisch verfasst ist und viel Möglichkeiten für Aufklärung und Diskussionsmaterial bietet. 


Fazit: Es ist ein Buch, dass sich mit einem ernsten Thema befasst, aber dafür sorgt, dass es trotz guter Umsetzung auch spaßige und lockere Momente aufweist.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Dave Cousins
Titel: 15 Kopflose Tage
Broschiert: 301 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3772527787
ISBN-13: 978-3772527784
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahr
Preis: € 17,90
Genre: Jugendbuch
Gelesen in: 5 Tage

Das Buch wurde mir kostenfrei für eine unabhänige Rezension vom Verlag zugeschickt.

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