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Der Waldläufer / Arne Rosenow

Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Und zwar wurde das Buch vom Ehemann einer Bekannten geschrieben. Als sie mich fragte, ob ich Lust hätte das Buch zu rezensieren, habe ich anfänglich wirklich Bedenken gehabt. Einfach weil ich immer ehrlich bewerte und ich ja nie weiß, was mich bei einem Buch erwartet. Trotzdem habe ich ja gesagt, und ehrlich gesagt wurde ich positiv überrascht. Begleitet mich ins Norddeutschland vergangener Tage.


''' OPTK '''
Es ist ein nebliger See, mit einer Runde. Ja, eigentlich nicht schlecht, aber es ist auch kein Highlight. Hier bin ich ehrlich. Im Laden hätte es mich nicht angesprochen. Ein Moor, Irrlichter, ein Dolch mit vielen Verzierungen hätte mir in Kombination mit einer ausgefalleneren Schrift besser gefallen.

'''FIGUREN '''
Armin – Leibeigener von Fitje, lernt später die Schmiedekunst und wird zum Waldläufer
Fitje – Reicher Bauer, der viel Einfluss in ganz Norddeutschland hat
Mime – Zwerg, der Armin alles lehrt im Bereich der Schmiedekunst

''' INHALTLICHE FAKTEN '''
Ort: Norddeutschland
Zeit: 13. Jahrhundert
Perspektive: 3 Person
Alter der Figuren: um die 16-40

''' AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL '''
Ohne zu fragen stellte der riesige Wanderer seinen Stock an den Sims der Feuerstelle, trat an den Tisch und setzte sich an dessen Ende. Armin sah ihn forschend an.
Der Schlapphut verdeckte sein halbes Gesicht mitsamt dem linken Auge. Ein dichter Bart machte den Rest des Gesichtes fast unkenntlich.
Den Hut behielt der riesige Wanderer auf.
„Habt ihr Hunger? Ich habe ein Kaninchen im Topf.“
„Haha, dein Werk will ich gern prüfen. Tisch auf den Äugler und bringe einen Kanten.“(Zitat Seite 161 – Zeigt die eingeflochtenen Tiernamen)

''' WORUM GEHT ES? '''
Der Junge, Armin, lebt als Leibeigener auf dem Hof von Fitje. Als Baby nahm sich dieser ihm an, als ihn ein Mönch vorbeibrachte. Armin muss alle Arbeiten erledigen, wie die anderen Knechte auch. Nur wird er gerne herumgeschubst und mehr bestraft, da er nicht immer hören kann und manchmal recht impulsiv ist. Als der Sohn von Fitje ihn mal wieder schikaniert und ihm den Geldbeutel seines Vaters unterschiebt, muss Armin fliehen, denn niemand schenkt ihm Glauben, dass er nicht der Dieb des Geldes ist. Er flieht ins nahegelegene Moor und wäre dort auch in sein Verderben gerannt, hätte ihn nicht ein Bettler, der mit Tieren sprechen kann, gerettet. Dieser lehrt ihn die Kräuterheilkunde und andere nützliche Dinge. Von ihm erfährt er auch mehr über seine eigene Herkunft. Eine Information, die ihn dazu bringt bei Fitje einzubrechen, um sein Eigentum, welches dieser ihm gestohlen hat, zurückzuholen. Als Fitje dabei verletzt wird, muss er erneut fliehen und diesmal weiter weg als nur ins Moor. Wie ihm sein Freund geraten hat, macht er sich auf zu dem Wald, wo er her zukommen scheint. Dort angekommen verrät ihm jeder, dass der Wald böse ist. Trotzdem geht er hinein und trifft so auf Mime den Zwerg, der ihn in die Kunst des Schmiedens einführt. Doch nach seinen Lehrjahren muss Armin weiter und sein Weg ist holprig.

''' WIE HAT ES MIR GEFALLEN? '''
„Der Waldläufer“ ist ein historisches Buch, welches im schönen Norddeutschland spielt und somit also auch in meiner Heimat.

Der Autor hat für seinen historischen Roman eine einfache, moderne Sprache gewählt, die leicht und zügig zu lesen ist. Gerade bei der wörtlichen Rede ist dies sehr angenehm. Allerdings versucht der Autor einige Begriffe aus der damaligen Zeit einzuführen, und so werden Orte, Flüsse oder Tiere mit ihren damaligen Bezeichnungen betitelt. Hammaburg zum Beispiel für Hamburg. Diese Begriffe werden am Ende des Buches ausführlich erklärt, aber ehrlich gesagt, fand ich diese Einwürfe etwas überflüssig. Entweder wähle ich einen komplett modernen Stil, oder halte alles im altmodischeren Stil. Einigen wird diese Mischung sicherlich gefallen, und an sich ist es auch nicht schlecht, aber während einige Worte herzuleiten waren,  trifft es eben nicht auf alle zu, und in dem Fall muss dann stets geschaut werden, was den Lesefluss minimal hemmt.

Durch eben diesen leichten Stil ist dem Autoren ein sehr guter Einstieg in die Geschichte gelungen. Gerade bei historischen Werken tue ich mich doch immer recht gerne schwer. Im Fall vom „Der Waldläufer“ war ich jedoch sofort in der Geschichte. Manchmal hatte ich etwas Schwierigkeiten mir die vielen Namen zu merken, die gerade am Anfang recht zahlreich erscheinen, aber die Hauptfiguren lassen sich schnell herauskristallisieren und sie sind alle umfangreich und authentisch beschrieben. Lediglich Armin wirkt an manchen Stellen etwas naiv, was jedoch bedingt an seinem Alter liegt und der Tatsache, wie er aufgewachsen ist. Zum Beispiel sollte ihm klar sein, dass er im Nachbars-Ort nicht einfach einkehren kann, ohne erkannt zu werden, gerade bei dem Einfluss den sein Arbeitgeber hat. Trotzdem wagt er es, und das könnte einige Leser doch zu einigem Kopfschütteln verleiten.

Inhaltlich setzt Arne Rosenow auf eine Mischung aus historischen Aspekten, die sich mit Norddeutschland befassen, und einer geheimnisvollen Reise. Es ist auf jeden Fall ein interessanter Weg, dem es manchmal an einem gewissen Spannungsbogen mangelt und kommt einige Spannung auf, dann wird diese durch eine abrupte Wendung minimiert. So muss zum Beispiel Armin ein Meisterstück anfertigen, was ihm nie gelingt und nachdem ein Waldläufer auftaucht, ist der Schmied plötzlich wie ausgewechselt. Leider mangelt es zumindest für meinen Geschmack an kleineren Erklärungen. Ich würde aber schätzen, dass dies im nächsten Band alles sinniger wird, wenn Armins Reiseroute endlich Hand und Fuß bekommt. Denn aktuell weiß der Leser nicht genau, was ihm am Ziel erwartet.

Und genau diese Ungewissheit macht Lust auf den zweiten Band. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass der Schluss bzw. der Cliffhanger für den ersten Band nicht glücklich gewählt ist. Zwar ist die Szene abgeschlossen, aber sie ist sehr alltäglich und ich persönlich bevorzuge spannende Cliffhanger, wo man dazu genötigt wird, den zweiten Band schon vorzubestellen.

Nichtsdestotrotz hat das Buch viel Spaß gemacht und mich über Stunden beschäftigt. Habe ich es mal pausiert, dann mit dem Wunsch zu erfahren, wie es weitergeht. Genau so sollte ein Buch schließlich sein. 



Fazit: Der Waldläufer ist ein historisch angenehmer Roman, mit einer interessanten Mischung aus Fakten, Sagen und modernem Stil gelungen, der Spaß macht zu lesen. Stellenweise muss man mit einigen Durststrecken und naiven, impulsiven Handlungen leben, aber der Leser wird mit einer guten Geschichte belohnt, die im nächsten Teil auf mehr Spannung und vielleicht auch Action hoffen lässt.

'''BUCHFAKTEN '''
Autor: Arne Rosenow
Titel:  Der Waldläufer
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (29. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503007316
ISBN-13: 978-1503007314
Preis: € 9,99
Genre: historisch
Gelesen in: 3 Tagen


Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt.

Kommentare

  1. Ich lese ja selten wünsche dir eine schöne Woche.
    Lg Margit

    AntwortenLöschen
  2. Hey Sarah,

    das klingt nach einem sehr interessanten und vielseitigen Buch, dass bestimmt für ein paar tolle Lesestunden sorgt. Solche Bücher sind immer mal wieder eine schöne Abwechslung. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

    AntwortenLöschen

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