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Sternschnuppenstunden / Rachel McIntyre

Nach der Schule beim Warten auf den Höllenbus erwischt Molly mich dabei, wie ich mir ganz kurz und unschuldig am Kopf kratze. Natürlich grinst sie und brüllt direkt los: „Oh Gott, Lara hast du schon wieder Läuse?“ (Zitat S. 18)



Kennt ihr den Moment, wenn euch ein Verlag überraschend ein Päckchen schickt? Ihr wisst, darin ist ein Buch, habt aber so gar keine Idee, welches es sein könnte. So ist es mir bei diesem Buch ergangen. Im ersten Moment dachte ich nur, was ist das denn, aber ich liebe Jugendbücher und der Klappentext sprach mich an. Nachdem ich noch einige andere Werke auf dem Stapel hatte, musste es leider bis ins neue Jahr warten. Nun habe ich es aber gelesen, und kann euch „Sternschnuppenstunden“ vorstellen.

===OPTK===
Optisch muss ich sagen, dass das Buch wirklich wie ein Tagebuch aussieht und der Titel, der wie ein Namensaufkleber wirkt, echt cool. Allerdings hätte ich mich im Laden nie entschlossen es näher anzusehen. Wirft man einen Blick auf die englische Ausgabe, dann ist diese doch peppiger und ansprechender.

===FIGUREN===
Lara T. - Rote Haare, Schlau, Eltern Arbeitslos, Mobbingopfer
Molly – Erzfeindin von Lara
Sam – Freund von Molly, sehr klein und hackt ebenfalls auf Lara rum
Mr. J  / Ben – neuer Lehrer von Lara

===INHALTLICHE FAKTEN===
Ort: England
Zeit: Gegenwart
Perspektive: Ich-Perspektive von Lara
Alter der Figuren: 15-17

===EIGENE INHALTSANGABE===
Lara ist todunglücklich. Seit ihr Vater pleite gegangen ist, wohnen sie in einem Sozialblock, ihre Mutter muss putzen gehen und sie selbst Zeitungen austragen, um sich überhaupt etwas leisten zu können. In der Schule galt sie schon vorher eher als Außenseiterin und ist dadurch mehr zu Zielscheibe geworden. Mit ihrem Nachnamen Tittle, der sehr an Titte erinnert, ihren roten Haaren, dem frechen, leicht losen Mundwerk und den feuerroten Haaren hat man es in einer privaten Mädchenschule auch so schon nicht leicht. Schon morgens im Bus wird sie gemobbt und es hört erst auf, wenn sie zu Hause aus dem Bus steigt. Da sie ihren Mund nicht halten kann, wird sie regelmäßig angegriffen, vorgeführt und es werden sogar Sachen, wie ihr iPod, beschädigt. Sich wirklich wehren kann sie nicht, denn Molly droht ihr, ihre Mutter anzuzeigen, und diese ist auf den Job angewiesen. Ein angeblicher Diebstahl könnte die Situation noch verschlimmern. Ihre Eltern streiten auch so schon nur noch. Alles ändert sich, als sie in Englisch Mr. J bekommen. Ben, wie er mit Vornamen heißt, ist heiß, jung und könnte in einer Boygroup singen, statt Englisch zu lehren. Er sieht ihr Talent und ihre Intelligenz, und bittet sie zusammen mit ihm die Talentshow zu organisieren, die er in den letzten Schulwochen durchführen will. Da jeder nun eifersüchtig auf sie ist, wird der Schulalltag noch viel schlimmer. Einziger Lichtblick ist die Tatsache, dass auch Ben für sie Gefühle hegt. Mit dieser Liebe im Hinterkopf, ist es ihr sogar egal, wenn die anderen ihr die Haare anzünden. Im Hinterkopf ist jedoch immer die Angst, dass sie auffliegen, bevor ihr Verhältnis Lehrer-Schüler beendet ist.

===MEINE LESEEINDRÜCKE===
„Sternschnuppenstunden“ ist ein Buch, bei dem ich immer wieder dachte, der Autor könnte ich sein. Warum? Lara, klingt nicht nur wie Sarah, sondern sie erinnert mich sehr an mich selbst in meiner Jugend. Auch ich habe rote Haare, hatte gute Schulnoten und wenn mich jemand geärgert oder gereizt hat, wurde ich genauso zickig und konnte mein Mundwerk nicht halten, obwohl ich stets wusste, dass ich damit alles schlimmer mache. Damit hat mich das Buch nicht nur an mich erinnert, sondern zeigt, wie authentisch die Umsetzung ist.

Mit ihren Klischees und ihrer mir sehr ähnlichen Art, muss ich nicht lange überlegen. Die Protagonistin hatte mich sofort und auch die anderen Figuren, waren trotz ihrer meist ausgeprägten Klischees, wie zum Beispiel „Die Schöne“, „Die Dumme“, „Der Anführer“, „Die Mitläuferin“ immer interessant. Warum Ben jedoch als Boygroup-Typ und nicht als einfach interessanter Lehrer dargestellt wird, der eben jung, dynamisch und irgendwo sexy ist, sei einmal Sache der Autorin. Mit ihren Charakteren deckt sie jedoch alle Bereiche ab, und zeigt die typischen Charaktere in einer Schule.

Thematisch setzt die Autorin auf drei Schwerpunkte. Wie oben schon erwähnt Mobbing, aber zusätzlich geht es auch um die Liebe zu einem Lehrer und der Bereich Mitläufer / Mittäter. Kombiniert wird das Ganze noch mit dem Thema „Arm und Reich“. Mit ihrer Geschichte verknüpft die Autorin in meinen Augen drei bzw. vier sehr wichtige Punkte, die im Schulleben leider öfters eine tragende Rolle spielen. Gehen wir aber nun einmal näher darauf ein.

Wie kommt es zu Mobbing? Mobbing muss nicht immer einen Grund haben, sondern nur einen winzigen Auslöser. Dafür sind später alle Dinge ein Auslöser, um das Mobbing am Leben zu halten. Das zeigt die Story deutlich. Lara ist auf ihre Art hübsch und intelligent und das reicht eigentlich schon aus. Mobbing ist alles andere als schön, und das sich die meisten Opfer nicht trauen etwas zu unternehmen, zeigt die Realität, sowie diese Geschichte. Das es aber in den meisten Fällen hilft, versucht die Autorin zu zeigen, genauso wie brutal es oft zugeht, und wie sich Opfer fühlen. Schön finde ich auch, dass gezeigt wird, dass es viele Mitläufer gibt, die aus Feigheit nicht viel machen, obwohl sie sehen, dass es falsch ist. Beide Aspekte finde ich gelungen und authentisch.

Gleiches gilt für die Situation zu Hause. Da verliert der Ernährer den Job, es kommt zu Veränderungen, oft zu Geldsorgen und damit verbunden der Streit. Das sich die Kinder oft verantwortlich fühlen, ist ein Aspekt, den wir Eltern oft nicht erkennen.  Lara geht zum Beispiel Zeitungen austragen, kauft fast alles selbst und schmeißt zudem den Haushalt. Auch hier zeigt die Autorin, dass Reden helfen kann.

Die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist ein Thema, dass es öfters gibt. Meist eine einseitige Schwärmerei seitens Schüler/in, kommt es aber ab und an vor, dass es beidseitig ist, und die Grenze überschritten wird. Die Autorin geht interessant und anschaulich mit dem Thema um. In der Verliebtheit ist die Grenze ein Hindernis und wird oft nicht verstanden. Gibt es nicht genügend Jugendliche, die einen wesentlich älteren Partner auswählen. Nicht jeder versteht es, und gerade bei Lehrer und Schülern ist es heikler, denn die Situation kann schneller ausgenutzt werde. Bessere / schlechtere Noten könnten im Raum stehen. Mit ihrem Beispiel zeigt die Autorin beide Seiten und, wie die Situation von beiden Parteien erlebt und später mit deutlichem Abstand wahrgenommen werden.

Inhaltlich merkt man deutlich, dass die Autorin selbst Lehrerin ist und hier nicht viel recherchieren musste. Sie hat die in ihren Augen aktuellen Themen einfach inhaltlich jugendlich, aber lehrreich verpackt. Klar, dass ich der Meinung bin, dass dieses Buch dementsprechend auch in Schulen gelesen werden kann. 


Alles in allem fängt es zwar etwas holprig an, weil eben vieles bekannt ist und erst einmal Ort, Situation und Figuren eingeführt werden müssen, aber das Buch lohnt sich und das sogar mal im Komplettpaket. Diesmal gibt es eine subjektive Kaufempfehlung, denn wer sich in einem Buch zumindest teilweise wiedererkennt, der könnte leicht voreingenommen sein.

===BUCHFAKTEN===
Autor: Rachel McIntyre
Titel:   Sternschnuppenstunden
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Magellan (20. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373485007X
ISBN-13: 978-3734850073
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: €  16,95€
Genre: Jugend, Drama
Gelesen in: 2 Tagem

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das überraschende Rezensionsexemplar.

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