Dirk Gentlys holistische Detektei / Douglas Adams

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Schwachsinn oder nicht - Das ist hier die Frage

Wie ihr wisst, bin ich kein allzu großer Fan von Science Fiction und Werken, die in diese Richtung gehen. Es gibt einige Ausnahmen, darunter auch Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. Zwar kein Buch, welches ich gelesen habe, aber ich habe den Film gesehen und fand ihn sogar ansprechend. Dieses Buch wurde mir überraschend in die Hände gespielt. Wohl unverkäuflich schickte es ein Ebay-Verkäufer als Schutzmantel für eine CD, die er mehr oder weniger hineinsteckte. Detektei, Douglas Adams – Why not. 2 Jahre hat das Buch in meinem Regal gewartet und den Weg in meine Krankenhaustasche gefunden. Da mit einem Neugeborenen nicht viel an Schlaf zu denken war, hab ich das Buch im Krankenhaus gelesen. Einen Monat habe ich nun gegrübelt, wie ich es bewerten soll. Aber lest selbst.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Das Buch hat unglaublich viele Handlungsstränge und ich hoffe, ich kann halbwegs alles verständlich einfangen.

Dirk Gentley ist alles andere als gewöhnlich und ihm wurden schon lange übersinnliche Fähigkeiten nachgesagt. Wer kann schon auf dem Klo die Fragen für die Abschlussprüfung wortwörtlich vorhersagen. Mit seiner Detektei läuft es jedoch mehr schlecht als recht und so befasst er sich hauptsächlich mit der Suche nach Katzen. Zumindest bis er seinen Freund Richard wie einen Einbrecher in ein Haus einsteigen sieht.

Dann wäre da Richard McDuff, der als Programmierer erfolgreich ist. Er besucht seinen alten Uni-Professor Reg, um Hilfe beim Anthem 2.0 zu bekommen und sich über alte Zeiten zu unterhalten. Eigentlich wollte er ja mit seiner Freundin Susan aufschlagen, doch das hatte er völlig vergessen. Sein Entschuldigungs-Anruf wird jedoch mit dem Anrufbeantworter vorlieb nehmen müssen. Was er allerdings auf Band spricht, ist der größte Mist, und so will er das Band austauschen, bevor sie es abhören kann. Auf seinen Weg zu Susan fährt er mitten durch den Geist von Gordon, der bei einem kurzen Halt auf der Landstraße ermordet wurde. Bei Susan angekommen, tauscht er die Kassette dann doch nicht aus, da er ein noch schlechteres Gewissen hätte. Ihr Auftauchen bringt ihn leicht durcheinander und so ist er froh, dass sie ihn bittet die Kassette zu ihrer Sekretärin zu bringen, damit sie den Inhalt für sie kurzer Hand zusammen fasst. Alles wäre somit in Butter, wäre am nächsten Tag nicht der Chef Gordon Way ermordet und Richard der Hauptverdächtige.

Zur gleichen Zeit durchstreift der Elektronische Mönch die Weiten der Erde. Gebaut wurde er, um den faulen Menschen das Leben noch weiter zu erleichtern. Er soll für sie das Glauben übernehmen und das ist gar nicht so leicht, denn es gibt eine Menge zu Glauben. Gott, Buddha, Politik, Werbung. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass viele Glauben widersprüchlich sind, und der arme Mönch völlig überfordert ist.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Gelesen habe ich von Douglas Adams nicht, aber sein skurriles Meisterwerk „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennt wohl jeder. Schließlich gehört es zu den Klassikern im Sci-Fi Bereich. Hätte ich das Buch nicht zufällig in die Hände gespielt bekommen, ich hätte ich wüsste nicht mal von seiner Existenz.

Der Einstieg in das Buch ist einfach nur verwirrend. Ich bin kein Mensch der sich leicht tut, und freue mich daher immer, wenn ich an eine ideale Position ins Buch geworfen werde. Diesmal fühlte ich mich jedoch wie auf der Titanic. Ich wusste nicht was auf mich zu kommt, welchen Weg das Buch einschlagen würde und ob ich den rettenden roten Faden finden würde. Ständig wechselten die Szenen und ich konnte einfach keinen Zusammenhang erkennen. Ich war mir sogar am Anfang noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt eine zusammenhängende Geschichte werden würde. Da Adams jedoch für skurril und verwirrend steht, habe ich mich durch die Seiten gekämpft. Erwartet habe ich einen schwarzen Humor, der zwar ebenfalls auf eine leicht verwirrende Handlung trifft, aber nicht in diesem Ausmaß. Zumal der Humor irgendwo auf der Strecke bleibt. Ich kenne zwar nur die Verfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“, aber dort habe ich alle fünf bis zehn Minuten schmunzeln, wenn nicht sogar lachen müssen. Aus meinem Munde dementsprechend ein dickes Lob. Hier habe ich nur versucht Passagen zusammenzufügen, die wichtigen Details von den unwichtigen zu trennen. Gelacht habe ich nicht einmal, und geschmunzelt vielleicht drei bis vier Mal im gesamten Buch.

Ein Hauptproblem lag in der Tiefe der Charaktere. Sie wirken in meinen Augen blass und es ist schwer sich in sie hineinzuversetzen. Bei einem solchen Werk ist letzteres nicht unbedingt üblich, aber zumindest hätte ich mir bezüglich der Figuren etwas mehr Details gewünscht, sodass ein kleine Kopfkino entstehen könnte. Ich weiß nicht einmal, ob dies wirklich an zu wenig Details lag. Es wird so häufig gesprungen, dass ich oft den Faden verloren habe und mir vieles einfach sehr klinisch und fad vorkam. Es mag sein, dass dies der typische Stil des Autors ist, und das viele ihn so lieben, ich kann mit dm schriftlichen Chaos nur wenig anfangen.

Mit der Zeit fügt sich alles zu einem runden Bild, das zwar jedweder Logik entbehrt und nicht unbedingt alle Fragen beantwortet, aber irgendwo doch passt. Ich war froh über das rasche Ende, da mir das Buch einfach nicht gefallen hat. Am Ende hat nicht mal der Schluss diese Meinung ändern können.

Mit Sicherheit werden Fans mich nun zerreißen, und sagen, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe. Das mag mit Sicherheit sein. Allerdings sind Meinungen eben sehr unterschiedlich und ich kann diesem Werk einfach nichts abgewinnen. Mit seinem Meisterwerk kann dies bei langem nicht mithalten. Dementsprechend fiel mir die Bewertung auch schwer, denn das Buch scheint wirklich nur etwas für Fans zu sein.

'''o0o FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Douglas Adams
Titel: Dirk Gentlys holistische Detektei
6,95 EUR
284 Seiten
ISBN-10: 3453199081
ISBN-13: 978-3453199088
Preis: € 1
Genre: SciFi
Gelesen in: 5 Tagen

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee
Contra: Sprünge, Figuren, kaum Witz
Empfehlung: Nein
Sterne: 1

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Wild Cards Das Spiel der Spiele / George RR Martin

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Vor kurzem wurden Blogger über Hallimash gesucht, die Lust hätten den neuen Roman von George R. R. Martin zu lesen. Als ich direkt angeschrieben wurde, habe ich mich spontan beworben, obwohl ich eigentlich kein Fan von „Games of Thrones“ bin. Allerdings sprach die Idee mit einer Casting Show spannend zu werden. Wie mir das Buch gefallen hat, lest selbst.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg verändert sich alles. Ein Alien-Virus wird freigesetzt und während der Pilot, der das versucht aufzuhalten als wahrer letzter Held stirbt, breitet sich das Wild Card Virus aus. Der Virus überschreibt die DNA. Entweder die Person stirbt dadurch oder wird ein Mutant. Davon gibt es verschiedene, wie den Joker, der äußerlich grotesk verschandelt überlebt. Einige hingegen werden Asse. Äußerlich bleiben sie normal, bekommen aber ehr oder weniger gute Superkräfte. Zum Beispiel kann Curveball Objekte im Flug steuern und explodieren lassen. Hive kann sich in einen Bienenschwarm verwandeln oder Gardener kann Pflanzensamen rasant wachsen lassen.

Nur was macht man mit den Superkräften, die doch teilweise alles andere als praktisch sind? 28 dieser Asse entschließen sich bei American Hero mitzumachen, einer Casting Show, die den besten von ihnen sucht. So versuchen sie berühmt, beliebt und reich zu werden. Vier Teams, Herz, Kreuz, Pik und Karo werden als Teams gebildet, und kämpfen gegeneinander gegen die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

Alles beginnt harmlos und witzig, bis ein Fanatiker aus Ägypten beschließt die Weltherrschaft zu erlangen. Einige der Asse erkennen, dass sie gebraucht werden und schließen sich zu einem Superteam zusammen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Obwohl ich kein Fan von „Games of Thrones“ bin oder werde, wollte ich dem Autoren eine Chance geben, als mir das Buch zur Rezension angeboten wurde. Karten, die alles verändern in Kombination mit einer Casting-Show sind in meinen Augen Aspekte, die einen Fantasyroman interessant gestalten können. In Zeiten von Marvel Comics Verfilmungen und Reality TV auf jeden Fall eine goldene Idee.

Das Buch beginnt spannend und setzt zumindest auf ein solides Grundgerüst, ohne das ich mich als Leser immer wieder fragen muss, woher kommen die Superhelden. Zwar wirkt auch die Idee mit dem Alien-Virus etwas fantasievoll, aber zumindest passt es zum Genre des Romans. Die Welt von Wild Cards ist auf den ersten Blick kompliziert und es bedarf einiger Seiten, bevor deutlich wird, dass es nicht die Welt ist, sondern die Art und Weise wie George R. R. Martin sie einführt. Im Grunde ist alles viel einfacher. Generell ist der Stil des Autors anfänglich eine Herausforderung, da er eine umständliche Art und Weise hat, Dinge zu beschreiben. Mal kommt er auf den Punkt, mal beschreibt er so detailliert, dass man gar nicht weiß, welches der Details nun wichtig ist. Mit ansteigender Seitenzahl gewöhnt man sich jedoch an den Stil, und kann sogar sagen, dass er auf seine Aufmerksamkeit fordernde Art, viele Leser begeistern wird

Vordergründig greift der Autor zwei Aspekte auf, die zumindest von der Idee viele Leser anziehen wird. Schaut man sich die Kino-Zahlen an, dann wird deutlich, dass Superhelden zu den Kassenschlagern gehören. Schaut man sich die Einschaltquoten von „Ich bin ein Star holt mich hier raus“ oder „Big Brother“ an, dann erkennt man, dass Reality TV ebenfalls beliebt ist. Beides bietet viel Material an, welches spannende, aber auch witzige Momente zu Tage fördert. Alleine schon dies wird so manchen Leser gefallen. Doch wer genauer liest, wird etwas mehr Tiefgang vorfinden, als er anfänglich sicherlich erwartet hat. Martin erschafft eine Welt, die unserer gleich, irgendwie völlig fremd und doch wiederum ähnlich ist. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Im Grunde wählt er unseren Planeten, lässt ihn etwas mutieren und geht auf gesellschaftliche Aspekte ein. Der Wunsch nach Reichtum, Macht, Aufmerksamkeit, ist genauso vertreten, wie die Klassenspaltung. In diesem Fall sind es zwar nur Joker und Asse, aber gibt es nicht auch reale Klassenunterschiede? Auf jeden Fall gelingt es dem Autor bewusst oder unbewusst zum Nachdenken anzuregen. Auch das Klischee, dass ein Ägypter die Weltherrschaft erlangen möchte, ist simple, aber hat etwas reales an sich.

Nach gut 100 Seiten war ich eigentlich von der Geschichte recht angetan. Die Spannung stieg an, humorvolle Anspielungen haben für eine Auflockerung gesorgt, und es könnte theoretisch nur besser werden. So dachte ich zu diesem Zeitpunkt.

Mit fortlaufender Seitenzahl hat sich jedoch das positive Bild etwas gewandelt. Irgendwann kam der Punkt, wo die Klischees und Supermächte einfach langweilig wurden. Pauschal gesagt, hätte das Buch, um mich durchweg zu faszinieren gut 100-150 Seiten weniger haben dürfen. Einfach aus dem Grund, weil der Autor sich in meinen Augen regelmäßig in langatmigen, beschreibenden Szenen verliert. Also den Kritikpunkt, den ich am Anfang schon bemängelt habe. Der Autor beschreibt einfach zu viel und dementsprechend auch viel unwichtiges.

Nun werden viele andere Leser anderer Meinung sein, und das ist auch ihr gutes Recht. Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass ich kein Fan von Superhelden bin. Als Teenager habe ich gerne Comics gelesen und ich kenne auch so gut wie alle Superhelden Verfilmungen der letzten Jahre. So ist es nicht, aber schauen und lesen ist zum einen ein Unterschied, der spannungstechnisch leider deutlich wird. Dem Autor gelingen viele tolle Kopfkinoszenen, oftmals ist es aber einfach zu langatmig, da im Kino Szenen einfach visuell erfasst werden, während hier Seiten nötig sind, um das Bild zu vervollständigen. Zum anderen muss ich ehrlich zugeben, dass ich sogar erst kürzlich bei einem via Maxdome angeschauten Film, gegen ein Buch eingetauscht habe, und das schon nach 20 Minuten, weil irgendwie alle Superhelden Filme ähnlich sind.

Was ich damit sagen möchte, dass Buch würde vielleicht am Ende weniger langweilig erscheinen, wenn ich Fan von Superhelden wäre. Alles in allem kann zumindest der Schluss wieder fesseln und mit einem Show Down, wie es sich für Superhelden gehört punkten.

Alles in allem ein Buch für echte Superhelden-Fans, die mit kleineren Schwächen im Stil-Bereich und den Längen leben können.

'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: George R. R. Martin
Titel:  Wild Cards – Spiel der Spiele
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (25. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531274
ISBN-13: 978-3764531270
Originaltitel: Wild Cards - Inside Straight
Preis: € 15,00
Genre: Fantasy
Gelesen in: 9 Tagen

''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: Idee, reale Konflikte
Contra: Langatmig, Stil
Empfehlung: Ja, für Superhelden Fans
Sterne: 3

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Vorstellung: Wild Cards Das Spiel der Spiele / George RR Martin

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Bei Hallimash wurden Testleser für das Werk "Wild Cards" gesucht. Es stammt aus der Feder von George RR Martin, der mit "Games of Thrones" bekannt wurde. Deswegen freut es mich, euch das Buch nun vorstellen zu können. Übrigens am Ende wartet noch ein kleines Gewinnspiel auf euch!




'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht. (Quelle: Klappentext).

'''o0o LESEPROBE o0o'''
Hier geht es zu einer Leseprobe: Click Here

'''o0o YOUTUBE VIDEO o0o'''


'''o0o KURZES VORAB-FAZIT o0o'''
So schnell kann ich leider nicht lesen. Zumindest nicht mit einem nimmersatten Baby. Daher gibt es vorläufig erst einmal ein Vorab-Fazit nach 200 Seiten. Und eine komplette Rezension, wie ihr es gewohnt seit, gibt es etwas später.

Obwohl ich kein Fan von "Games of Throne" bin, habe ich mich gerne für dieses Buch beworben. Karten die alles verändern und eine Casting-Show. Dieses Buch beginnt spannend, auch wenn man einige Seiten benötigt, um sich mit der ungewöhnlichen Welt der Wild Cards vertraut zu machen. Gleiches gilt für den Stil des Autors, den ich persönlich anfangs etwas umständlich erzählend fand, mit fortlaufender Seitenzahl jedoch immer angenehmer, da er Aufmerksamkeit fordert, ohne schwer zu sein. Mit viel Liebe zum Detail erschafft er eine Welt, die unserer gleich, irgendwie völlig fremd ist, und wiederum unsere Probleme widerspiegelt. So wird der Leser schon zügig ins Geschehen eingebunden und zum Nachdenken angeregt. Durch die Verknüpfung von Superkräften und der Casting Show steigt die Spannung rapide an und es zeichnet sich ein Showdown ab, der Lust auf weitere Teile machen wird.

Ich bin auf jeden Fall noch gespannt was kommt.... Und vor allen Dingen, was für weitere Teile geplant sind, denn hinter Wild Cards verbirgt sich der erste Teil einer Serie. 

'''o0o GEWINNSPIEL o0o'''
Ihr seid neugierig geworden? Dann darf ich einen von euch beglücken, denn der Verlag hat uns ein weiteres Exemplar zur Verfügung gestellt, welches ich nun unter allen Teilnehmern verlosen darf. 



Ich wünsche allen Teilnehmern ganz viel Spaß, und würde mich über ein Teilen, Piken oder Fan werden sehr freuen. 

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Das Rosenholzzimmer / Anna Romer

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich hab doch gar kein Buch bestellt. Das war mein erster Gedanke, als ich den dicken Umschlag in den Händen hielt. Die Auflösung kam beim Öffnen. Ich wurde wieder als Buchflüsterer von Buecher.de ausgewählt, um ein Buch noch vor dem Erscheinungstermin zu lesen. Mit Baby mag ich solchen Termindruck zwar nicht mehr, aber da mich der Inhalt sofort angesprochen hat, habe ich mich ans Lesen gemacht. Tagebucheinträge, Rätsel um vergangene Tage – Ich liebe es einfach, und das ist auch diesmal nicht anders.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Audrey kann es nicht fassen. Tony hat sich einfach umgebracht und niemand weiß warum. Obwohl er sie und seine Tochter Bronwyn schon vor Jahren verlassen hatte, um eine andere Frau zu heiraten, nimmt sie der Tod ihrer großen Liebe unglaublich mit. Vor allen Dingen als sie erfährt, dass sie das eigentliche Haus, in dem sie und ihre Tochter wohnen, verlassen müssen. Es soll verkauft werden. Um sie jedoch nicht ganz hilflos zurückzulassen, hat er ihr das Haus sein Kindheit hinterlassen. Thornwood liegt jedoch weit ab von Großstädten, und entspricht so gar nicht Audreys Vorstellung. Als sie mit ihrer Tochter zur Bestandsaufnahme hinfährt, verliebt sie sich allerdings in dieses urige Haus. Das Geheimnis um Tonys Großvater Samuel, der seine Frau umgebracht haben soll und Tonys Tod faszinieren sie, und so bleiben sie am Ende doch hängen. Auf eigene Faust versucht Audrey herauszufinden was damals passierte, und entdeckt dabei viele Geheimnisse, wie zum Beispiel die Tatsache, dass sie Tony nicht so gut kannte, wie sie glaubte, denn er hatte eine Schwester, die ebenfalls gestorben ist, und noch eine alte Mutter namens Luella, die noch immer vor Ort lebt. Anfangs scheint es, als würde Audrey das Geheimnis von damals nicht lösen können. Sie findet zwar schöne Liebesbriefe und erfährt eine Menge, aber erst das Tagebuch von Glenda, Tonys Schwester, bringt sie der Lösung ein ganzes Stück näher. Gefährlich nahe, denn der Mörder von damals scheint noch zu leben und es nun auf sie abgesehen zu haben.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
In „Das Rosenholzzimmer“ geht es um düstere Geheimnisse aus der Vergangenheit, die sich auf die Gegenwart auswirken. Aus diesem Grund setzt die Autorin bei ihrem Debüt auf verschiedene Perspektiven, die sie mittels Jahresangaben deutlich trennt. Gleiches gilt üfr Briefe oder die Texte in Gebärdensprache. Hier setzt sie auf verschiedene Schriftarten. In diesem Punkt macht sie es besser als viele ihrer Kollegen, allerdings merkt man der Autorin ansonsten das Debüt leider Gottes an.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt an einem Punkt, der gut gewählt ist. Man lernt Audrey und ihre Tochter in der Phase des Umschwungs kennen und erfährt dank zahlreicher Rückblenden, wie die Situation entstanden ist. Es entsteht eine gute Bindung zu den ansonsten etwas blassere Figuren. Sie sorgt zwar dafür, dass jede individuell dargestellt wird. Jedoch sind viele Details eher oberflächlich und ich empfand es schwer eine Bindung aufzubauen. Dank des für mich interessanten Themas jedoch nicht weiter tragisch.

Dank der Frage, was damals passierte, und warum sich Tony umgebracht hat, ist man als Leser einfach gefesselt. Das ist auch gut so, denn sonst hätte mich der Stil öfters in den Wahnsinn getrieben. Die Autorin versucht in vielen Punkten sehr detailliert zu beschreiben, was ihr zum Beispiel in meinen Augen bei den Schauplätzen besser gelingt als bei den Figuren. Leider verliert sie sich dadurch an vielen Stellen, und wiederholt sich ständig. Immer wieder geht sie zum Beispiel darauf ein, wie verletzt ihre Tochter nach der Trennung der Eltern war oder wenn es um die Leere geht, die Tony hinterlassen hat. Nicht nur in diesem Bereich, sondern auch in den Briefen ist dies ähnlich. In meiner Jugend war ich ein Vielschreiber und hatte zahlreiche Brieffreundschaften. Viele Inhalte der Briefe wirken leider sehr ähnlich wie ich finde, und das passt einfach nicht. Außerdem zieht sie den Schriftverkehr einfach zu sehr in die Länge. Dadurch geht einfach stellenweise die Spannung tiefer in den Keller als wahrscheinlich gewollt.

Generell ist die Spannungskurve nicht schlecht gewählt. Mehrere Geheimnisse, die zusammenhängen, da muss ein jeder Leser mit rätseln, eigene Vermutungen anstellen und Verdächtige streichen. Eigentlich ist recht schnell klar, was hinter den früheren Tragödien steckt. Dank einer vorherigen Andeutung gelingt es der Autorin jedoch den Leser etwas länger im Unklaren zu lassen. Am Ende ist es nichtsdestotrotz keine Überraschung. Zumindest nicht, wenn man genau gelesen hat.
Mit ihrem gewählten Ausgang lässt die Autorin keine Fragen offen und befriedigt den Leser auf jeden Fall.

Eigentlich könnte ich sagen, dass mir das Buch sehr gefällt. Zwischendurch fand ich viele Stellen jedoch so in die Länge gezogen, dass ich mehrfach versucht war, einfach einige Seiten zu überspringen. Ich konnte widerstehen, aber genau solche Punkte, sollten eigentlich bei einem solchen Familiengeheimnis-Thriller, wie ich sie immer nenne, nicht vorkommen. In meinen Augen hätte die Autorin das Werk gut und gerne 200 Seiten kürzen können und dadurch sogar noch mehr Spannung reingebracht.

Alles in allem ist ihr trotzdem ein schönes Debüt gelungen, und man darf gespannt sein, was folgen wird.

'''o0o FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
Autor: Anna Romer
Titel: Das Rosenholzzimmer
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (25. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313775
ISBN-13: 978-3442313778
Originaltitel: Thornwood House
Preis: € 19,99
Genre: Thriller / Drama / Familie
Gelesen in: 6 Tagen

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Grundidee, Spannungskurve
Contra: Längen, Wiederholungen
Empfehlung: Ja
Sterne: 4
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Vorstellung: Samsung Xpress M2875FW

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Kennt ihr schon den Samsung Xpress M2875FW?  Drucken, Faxen, Kopieren oder Scannen mit dem Multifunktionstalent ist alles möglich. Wer ein kompatibles Smartphone oder Tablet besitzt kann sogar alle Vorgänge direkt von dort gesteuert werden.

Mit ihm gehört Warten der Vergangenheit an. 28 Seiten schafft das All in One Gerät innerhalb von einer Minute bei Schwarz-Weiß Drucken. Damit gehört er zu den schnellsten seiner Klasse und Generation. Dabei verliert das Gerät nicht an Schärfe und Druckqualität. Während Texte eine klare Definition aufweisen, sind Bilder von unglaublicher Schärfe im Auswurf. Bei einem ähnlichen Papier könnte man das Original nicht von der Kopie unterscheiden.

Sogar sparsam ist das kleine Wunder, denn Toner und OPC sind getrennte Systeme. Das heißt es muss nur die Patrone gewechselt werden, die auch wirklich leer ist. Bei Tonerdumping gibt es die Patronen sogar deutlich günstiger, als bei anderen Shops und günstiger als das Original, jedoch in gleicher Qualität. 

Weswegen ich euch das Produkt jedoch vorstelle, ist das extra Papierfach. Wir Leseratten versenden häufig unsere Bücher. Sei es weil wir sie tauschen oder verkaufen, um Platz zu machen für neue Bücher. Seit ich Etiketten benutze um das Porto auszudrucken, bin ich arg genervt, dass ich immer das Blatt extra in das Papierfach legen muss, drucken und evtl. wieder hineinpacken muss, um erneut zu drucken. Bei diesem Modell gibt es ein separates Extrafach, wo ich gleich einen Stapel davon einlegen kann. Und das finde ich persönlich sehr praktisch. Ich spare deswegen auf dieses Modell. 

Druckt ihr euer Porto auch auf Etiketten?


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Katzenjammer / Frauke Scheunemann

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich muss zugeben, dass ich das Buch niemals selbst gekauft hätte. Meine Mutter mag Tiere und verleitet von dem niedlichen Cover konnte sie nicht einfach nicht nein sagen. Als gute Mutter wollte sie mir eine Freunde machen und so habe ich das Buch im Anschluss von ihr geschenkt bekommen. Ich glaube, das Buch würde noch die nächsten fünf Jahre bei mir im Regal stehen, wenn ich nicht ein Buch in der Farbe gelb hätte lesen müssen für eine kleine Challenge. Nun habe ich diese triviale Lektüre beendet, und möchte euch mit meiner Meinung weiterhelfen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Dackel Herkules ist am Ziel angekommen. Sein Frauchen Carolin hat den Mann ihres Lebens gefunden. Marc ist Tierarzt, liebt Herkules und hat eine entzückende Tochter. Das Carolin zu ihm zieht, ist die Krönung. Einzig Kater Beck und Carolins beste Freundin stehen dieser Liebe skeptisch gegenüber. Schließlich ist Marc erst seit zwei Jahren geschieden. Und leider scheinen beide Recht zu haben.

Kurz nach dem Einzug von Carolin taucht Sabine, die Ex-Frau von Marc auf, und reagiert alles andere als freundlich auf Carolin. Es stört sie nicht nur, dass sie die Neue ist, sondern nun auch die Mutterrolle übernimmt. Schnell wird deutlich, dass da jemand mehr als eifersüchtig ist, obwohl sie es doch vor drei Jahren war, die zu ihrer neuen Liebe gezogen ist.

Somit muss Herkules alles tun, um seine Familie zu schützen und das, wo er doch gerade selbst einiges um die Ohren hat. Das Frauchen von Herr Beck hatte einen Schlaganfall und muss nun ins Heim. Außerdem ist er in die größere Golden-Retriever-Dame Cherie verliebt, die ihn zwar wahrnimmt, aber ansonsten eigentlich völlig ignoriert, wenn man davon absieht, dass sie ihm sogar das Leben rettet.

Das Leben ist also komplizierter als im ersten Band, wo Herkules nur für sein Frauchen den richtigen Mann suchen musste. Wie die Situation ausgeht, müsst ihr aber selbst lesen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Ich muss zugeben, dass das Cover schon etwas süßes an sich hat, und ich kann nachvollziehen, warum meine Mutter sich deswegen magisch angezogen fühlte. Auf der anderen Seite muss ich auch zugeben, dass mich tierische, aber auch extrem humorvolle Werke nur selten reizen können. In Kombination mit der Tatsache, dass dieses Werk der zweite Band der „Dackel Herkules Reihe“ ist, war ich doch arg skeptisch. Da es jedoch oft solche Werke sind, die mich am Ende zum Lachen bringen und überzeugen, war ich doch irgendwo neugierig.

Der Einstieg in das Buch war überraschend einfach. Auf Grund der Hundeperspektive, die aber verhältnismäßig weitsichtig ist, entgehen dem Leser nicht wie erwartet allzu viele Details. Im Gegenteil, denn durch diese Perspektive bekommt man menschliche oder auch tierische Einblicke auf Situationen, die wirklich oftmals urkomisch sind. Damit war die größte Hürde eigentlich genommen. Wer jedoch wie ich quer in das Abenteuer von Herkules hineinschneit, wird mit vielen Fragen konfrontiert, die sich nach und nach auflösen, aber den schalen Beigeschmack etwas verpasst zu haben, nie gänzlich verschwinden lassen.

Das liegt noch nicht einmal an den Figuren, denn Carolin, Marc, seine Tochter und die Tiere sind zwar sicherlich weiterentwickelt als im ersten Band, aber so menschlich, liebenswert präsentiert, dass man hier nichts vermissen kann. Sie haben Macken, Kanten und einen Patchwork-Alltag, der sehr authentisch sein kann, wie ich mit einem Stiefsohn bestätigen kann. Ihre Entwicklung im Buchverlauf ist daher logisch, konsequent und auch für mich als Quereinsteiger stimmig. Es ist vielmehr die Situation vorab, die einfach lückenhaft ist, und auch nicht durch Rezensionen des ersten Bandes komplett geschlossen werden können. Andere Punkte dauern ewig, bis man sie erkennt. So habe ich ca. 80 Seiten gebraucht, um zu erkennen, dass das Buch in meiner Heimatstadt Hamburg spielt, um ein kleines Beispiel zu nennen. Die Frage nach dem Kennenlernen bleibt für mich allerdings offen, obwohl Herkules sehr stolz auf seine Leistung zu sein scheint.

Trotz authentischer Charaktere und einer netten Idee, denn das Auftauchen einer Ex, die Besitzansprüche geltend macht, kann richtig lustig sein, hat mich das Werk nicht vom Hocker gehauen. Die Autorin schafft es einfach nicht, mich zumindest mit einer wichtigen Ader des Buches zu fesseln. Nehmen wir einmal die humorvolle Seite. Es ist generell schwer mit wirklich zum Lachen zu bringen, aber ein Schmunzeln ist nicht so schwer. Selbst die dümmsten Dinge, die Herkules erlebt oder Dinge, die er als merkwürdig empfindet, haben diesen Reflex nicht hervorrufen können. Mit Sicherheit sind einige Blickwinkel auf Situationen komisch und interessant, aber sie sind kein Highlight, dass ich mich persönlich vom Hocker gerissen fühlte. Zum Beispiel will Herkules seine Braut beeindrucken und gerät dabei in tödliche Gefahr, aus der ihm seine Traumhündin retten muss. Sicherlich keine schlechte Idee, aber lachen oder nur schmunzeln? - Nein.

Nun gut, das ist auch ein Aspekt, der bei mir nicht so wichtig ist, wenn der Rest stimmt, da ich weiß, was ich für ein harter Brocken bin. Bleibt noch Spannung oder zumindest eine Liebesgeschichte, die auf Grund der Ex für Trouble sorgt. Doch beide Bereiche sind in meinen Augen etwas schwächelnd. Stellenweise musste ich einfach nur den Kopf über die Ideen der Autorin schütteln. Es ist zwar auch eine Art und Weise zu fesseln, aber in meinen Augen eine enttäuschendere Wahl. Natürlich möchte ich euch auch erklären, was immer wieder zum Kopfschütteln geführt hat. Zum Beispiel zieht das Traumpaar gerade zusammen. Die Frage um den Schrank wurde vorab schon geklärt, und dann kommt es zum ersten Streit, weil Marc sich von keinen Sachen trennen kann. Abgesehen davon das ich keinen Mann kenne, der einen riesigen Kleiderschrank komplett ausfüllt, fand ich es doch etwas albern, das gleich mit dem Einzug der erste Streit simuliert wird und ihre beste Freundin gleich mit Patchwork-Problemen anfängt. Das hat zum einen nichts mit Patchwork-Problemen zu tun, noch kann ich nachvollziehen, wie ein Mann der vorher schon nicht viel hatte, weil er ja verheiratet war und sich einen Schrank mit seiner Frau geteilt hat, plötzlich nicht mal eine Hälfte für seine Freundin frei hat. Das war noch ein Aspekt, wo ich eben meine eigenen Erfahrungen gesammelt habe, und daher noch leicht Scheuklappensicht habe. Die Tatsache, wie sie aber die Ex einführt mit ihrer Eifersucht ist einfach zu künstlich. Marc und Carolin sind ein Jahr zusammen. In einem Jahr gibt es Weihnachten, Ostern, Feiertage und Geburtstage. Ich habe die leibliche Mutter von meinem Stiefsohn nach drei Monaten getroffen und in der Geschichte stürmt eine böse Sabine rein, die noch nicht einmal weiß, wie die neue ihres Ex-Mannes aussieht? Auch die Tatsache, dass Carolins beste Freundin gleich in Carolins Rolle schlüpft, statt das Missverständnis aufzuklären, fand ich alles andere als glücklich gelöst. Einige werden sich darüber amüsieren und die Situation vielleicht sogar spannend finden, ich empfand sie jedoch eher als kindlich.

Wäre ab dem Zeitpunkt wenigstens die Situation brenzlig, chaotisch oder ähnliches, dann hätte mich die Autorin zumindest damit gehabt. Aber Marc ist eher ein Mensch, der Konflikten aus den Weg geht und so dümpelt dieser Ansatz auch nur wie ein Köder auf dem Wasser vor sich hin. Leider tut sich auf den 300 Seiten nicht viel. Und das ist dann eben einfach schade und der Punkt, der mir weniger gefällt. Viele Meinungen im Netz sind da gegenteilig. Sie finden diese Fortsetzung oftmals nicht so gelungen, wie den ersten Band, aber eben trotzdem gut. Ich respektiere diese Meinungen, denn auch meine Mutter fand die Sichtweise des Hundes gelungen, aber manchmal gibt es eben auch andere Meinungen. Ich hoffe, dass ich euch verständlich machen konnte, warum das Buch einfach nichts für mich ist.

'''o0o FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
Buchfakten
Autor: Frauke Scheunemann
Titel: Katzenjammer
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442477921
ISBN-13: 978-3442477920
Preis: € 8,99
Genre: Humor / Familie
Lesedauer: 2 Tage

Zum Schluss zusammengefasst
Pro: Figuren, leichter Stil
Contra: keine Highlights
Empfehlung: nein
Sterne: 2


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Fette Welt / Helmut Krausser

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als mein Mann und ich das letzte Mal auf Sylt waren, hatte unsere Ferienwohnung ein kleines Regal mit Büchern, die zum Tausch für die Urlauber bereit standen. Nachdem ich meine Bücher auf Grund des regnerischen Wetters komplett ausgelesen hatte, habe ich kurzer Hand getauscht und mir einige interessante und neue Werke dafür in den Koffer gepackt. Dieses Werk reizte mich nicht nur vom Titel, sondern auch vom Klappentext. Ja, sogar das wirre Cover machte mich neugierig, und so landete der schon etwas ältere Roman ebenfalls bei mir. Zu Hause war ich dann aber doch nicht mehr so interessiert und seitdem wartete das Buch darauf gelesen zu werden. Auf Grund der Dicke landete es im Juni in meiner Krankenhaustasche und wurde nach der Geburt in den wachen Stunden gelesen. Auch dieses Werk hat mich sehr beschäftigt, sodass ich lange für diese Rezension benötigt habe.


WORUM GEHT ES IM BUCH?
Hagen ist das, was viele Leute als gescheiterten Mann bezeichnen würden. Er spielt, trinkt, lebt mehr oder weniger auf der Straße und versucht jeden Tag aufs Neue zu meistern. Er beobachtet Menschen, kennt sich in der Münchner Innenstadt aus, hat ein Geheimversteck für Rasierzeug und ein gutes Hemd. Mit Sicherheit könnte er anders leben, zurück in eine Wohnung mit Heizung und fließend Wasser, doch inzwischen liebt er den Dreck. Eine Tatsache, die ihn alle Freundschaften kostet, denn nicht mal sein bester Freund möchte ihm noch Geld leihen, seinen Dosenfraß essen oder ihm zum 10.Mal das gleiche Buch abkaufen. Sein Leben ändert sich, als er Judith 16 und ihrerseits Ausreisserin aus Berlin kennenlernt. Er bringt ihr das Leben auf der Straße bei und geht eigentlich davon aus, dass sie bald Heimweh bekommt. Doch sie bleibt und so entwickelt sich eine kleine, zarte Liebe, die endet als sie von der Polizei nach Hause gebracht wird. Für Hagen ein Schock und er nimmt kurzer Hand einen Job als Leichentransporteur an, um Judith in Berlin zu überraschen. Doch wie findet man ein Mädchen in einer solchen Stadt, von der man nur den Vornamen kennt.
Zusätzlich zu Hagen und Judith, übernimmt auch Herodes eine Rolle in dieser fetten Welt. Er tötet kleine, unschuldige Babys in ihrem Kinderwagen.

MEINE LESEEINDRÜCKE
„Fette Welt“ ist ein Roman, der nicht nur verfilmt wurde, sondern den Leser in eine Welt zieht, die jenseits von Gut und Böse ist. Bei dem Werk handelt es sich definitiv um meinen ersten Krausser und vorab sei gesagt, wer dieses Buch liest ist keine Jungfrau mehr, und verdorben bis in die Haarwurzel.

Der Einstieg in die Geschichte ist alles andere als gewöhnlich, denn statt eines gewöhnlichen Romans erwartet den Leser eine Art Monolog der besonderen Art. Helmut Krausser erschafft eine Welt, die den Leser gerade am Anfang abstoßen wird, ehe sie ihn gefangen nimmt. Er nutzt Worte, die jeder Deutschlehrer durchgestrichen, ja sogar als ausgedachtes Wort angekreidet hätte, und die nicht jeder Mensch freiwillig in den Mund nehmen würde. Auf diese Weise schockiert und provoziert er. Ihm gelingt es jedoch den Urinstinkt vieler Menschen zu wecken, und sie dadurch zu faszinieren. Im Grunde ist es nichts als die Wahrheit, nur ohne rosa Schleife.

Gewöhnt man sich an diese ungewöhnliche Erzählweise, dann wird nicht nur der rote Faden sichtbar, sondern das Buch wird immer faszinierender. Immer wieder schüttelt man den Kopf und fragt sich, was Hagen noch alles erleben wird, denn vieles ist einfach nur krank. Aber es sind genau diese Punkte, die mich als Leser häufig zum Nachdenken bewegt haben. Noch jetzt denke ich über das Buch und seinen schrägen Inhalt nach.

Das Buch ist mit Sicherheit nichts für schwache Mägen oder empfindsame Menschen. Ja, manche Details sind einfach so abartig, dass sich sogar mir der Magen umdreht oder sogar leichte Tränen in den Augenwinkeln zu finden waren. Letzteres bedingt durch den Babymörder und der Tatsache, dass ich gerade frisch entbunden hatte, als ich mir das Buch zu Gemüte führte.

Fette Welt ist in meinen Augen kein leicht zu lesendes Buch, aber mehr als empfehlenswert. Egal wie schwer der Text auch erscheinen mag durch seinen poetischen Monolog. Wer Schreibkunst und Wahrheit gerne liest, der sollte sich das zeitlose Werk zu Gemüte führen.

NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH 
'''Buchfakten'''
Autor: Helmut Krausser
Titel: Fette Welt
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 7 (1. Dezember 1993)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349913344X
ISBN-13: 978-3499133442
Preis: € 1
Genre:Drama
Gelesen in: 2

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, Stil, Kopfkino
Contra: Einstieg
Empfehlung: Ja
Sterne:5

Wäre das ein Buch für euch, oder fändet ihr es zu schwer zum Lesen?
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Das Blutmal / Cathy Vasas-Brown

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Für die Geburt meines Sohnes hatte ich mir schon Wochen vorher eine Kliniktasche gepackt. Natürlich sind da einige Bücher in die Tasche gewandert, denn beim letzten Mal hatte ich jede Menge Zeit zum Lesen. Gelesen habe ich diesmal weniger, da ich lange an der Betäubung zu knabbern hatte und mein Nick nicht wie sein Bruder woanders lag. Trotzdem habe ich Zeit gehabt zum Lesen und eins der Bücher darf ich euch nun vorstellen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
San Francisco: Jeden Monat wird eine neue Frauenleiche aufgefunden. Sie sind alle brutal ermordet worden, verblutet und öffentlich zur Schau gestellt. Die jungen Frauen stehen nicht in Verbindung zueinander und doch ist es ein Serientäter, der an jeder Leiche das ChiRho Zeichen hinterlässt. Außer diesem Hinweis lässt er keine Spuren an den Leichen und Tatorten zurück. Er ist nahezu perfekt. Für die Bewohner der Stadt bedeutet dies jeden Tag aufs Neue Angst zu haben. Besonders Beth Wells, eine junge Frau, die mit ihrem Inneneinrichtungsunternehmen sehr erfolgreich ist, hat große Angst. Das liegt daran, dass ihre Untermieterin Ann Opfer des Serienmörders geworden ist, aber auch daran, dass sie regelmäßig Post von einem Unbekannten bekommt, der sich als Serienmörder ausgibt, und ein Auge auf sie zu haben scheint. Jim Kearns, der in den Fällen ermittelt, steht ihr beratend und freundschaftlich zur Seite.

Obwohl alle große Angst haben, lassen sich Beth und ihre Freundin trotzdem nicht ganz davon abhalten nach einem neuen Partner zu suchen. So dauert es nicht lange, bis sich Beth Hals über Kopf in einen jungen Piloten verliebt. Durch ihn fängt sie an zu Leben, lässt Arbeit Arbeit sein und übersieht zudem, wie ungewöhnlich ihr Kennenlernen war. Als sie jedoch zusammen mit ihrer Freundin auf eine Dreier-Party gehen, verändert sich das Verhältnis. Auf der einen Seite findet sie den verlobten Brad sehr nett, kann aber nicht verstehen, warum er trotz geplanter Hochzeit mit ihrer Freundin ins Bett geht. Auf der anderen Seite ist sie verwirrt, als ihr dieser Freund erzählt, dass ihr Date vorher mit ihrer Mitbewohnerin zusammen war. Sie fängt an Fragen zu stellen, die er ihr nicht beantworten möchte, und so kommt es zu einem Streit. Aus Angst ihn jedoch zu Unrecht als Serienmörder anzusehen, fängt sie an in seiner Vergangenheit zu wühlen, denn er ist auf eine Klosterschule gegangen, die das ChiRho Symbol nutzt. Als das jedoch nicht viel bringt, und sie ihn vermisst, entschuldigt, sie sich bei ihm und plant ein wunderbares Essen mit ihm. Doch die Dinge überschlagen sich und Beth wird vermisst.

Mehr möchte ich nicht verraten, denn dann wäre klar, wer der Täter ist und viel Spannung wäre nicht mehr vorhanden.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Das Blutmal“ ist der Debüt-Roman der Autorin, die versucht mit allen Tricks, die das Thriller Genre bieten, einen spannenden Mix zu liefern, der so manchen Leser fesseln soll. Während andere Autoren bei dieser Theorie scheitern, gelingt es Vasas-Brown überraschend gut.

Doch beginnen wir am Anfang, denn der ist nicht so vielversprechend, wie der Rest des Buches. Als Leser wird man ohne Vorwarnung in die Story geworfen. Wer Beth ist, was genau für Morde geschehen sind, und die dazugehörigen Fakten fehlen irgendwie. Erst nach und nach werden sie eingebunden. Ich empfand es recht schwer mich nach ewnigen Seiten mit Beth zu identifizieren, denn sie ist eine Persönlichkeit, die auf den ersten Blick nicht sonderlich sympathisch wirkt. Sie lebt Wochen mit einem Menschen zusammen und interessiert sich weniger für ihn. Sie ist naiv, trotz ihrer Vergangenheit und wirkt irgendwie enttäuschend. Erst mit den Seiten baut man eine gewisse Grundverbindung zu ihr auf, und mit dieser kann man sehr gut leben. Ähnlich wie bei Beth wird auch der Serienmörder mit seinen Taten nach und nach eingeführt, bis sich ein klares Bild zusammensetzt.

Nach dem anfänglichen Geplänkel bekommt der Leser verschiedene Verdächtige präsentiert. Es gibt, wenn ich mich nicht verzählt habe, direkt von Anfang an drei Verdächtige, wobei natürlich auch Randfiguren als Täter in Frage kommen. Jeder bekommt eine verdächtige Vorliebe oder Eigenart, die ihn verdächtig macht. Mit diesen Verdächtigen, und immer wieder Einblicken in die Gedankenwelt des Täters und einer unbekannten Frau, beschäftigt sich der Mittelteil des Buches. Leider wirkt es dadurch stellenweise in die Länge gezogen und ja, manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Autorin versucht einfach zu viele Dinge einfließen zu lassen. Dadurch wird das Buch jedoch nicht unspannend, sondern bekommt interessante Aspekte geliefert. So beschäftigt sich die Autorin mit dem Phänomen des Bösen. Werden Menschen böse geboren oder durch einen Auslöser zu einer bösen Persönlichkeit!? Eine Frage, die nicht schlecht integriert ist. Leider bekommt es durch den Stalking-Anteil seitens Beth weniger Bedeutung zugeteilt, als dieser Frage zustehen würde. Ich für meinen Teil habe nämlich regelmäßig den Kopf geschüttelt, wenn Beth sogar in eine andere Stadt fliegt, um das Geheimnis ihres Schwarms zu ergründen, den sie gerade vergrault hat.

Nichtsdestotrotz baut sich eine spannende Geschichte auf, die den Leser mitfiebern lässt, wer denn nun der Täter und was der Auslöser für seine grausamen Taten ist. Ich muss sagen, dass ich als Leser anfänglich einen anderen als Täter in Betracht gezogen habe. Als das Buch sich dem Ende näherte, wurde mir jedoch klar, wer der Täter ist. Lediglich das Motiv konnte ich nicht ganz so nachvollziehen, und war nachher etwas verwirrt von den beiden Perspektiven. Eine Aufklärung welche, denn nun korrekt ist, nämlich der Blickwinkel der Mutter oder der ihres Sohnes, hätte dem Buch noch etwas mehr Realismus eingehaucht.

Während am Anfang noch weniger das Augenmerk auf Grausamkeiten gerichtet ist, wird der Schluss recht brutal dargestellt. Nicht unbedingt ein Buch für schwache Mägen. Die Taten sind schon präzise geplant und zum Schluss wird alles noch detaillierter und eiskalter beschrieben. Hier kommt der flüssige, moderne Stil besonders zur Geltung. Wobei sich das Buch schon vorher zügig lesen ließ.

Im Grunde ist eigentlich alles sehr vielversprechend und vor allen Dingen spannend. Trotzdem ist das Buch nicht perfekt, was jedoch bei einem Debüt nicht weiter tragisch ist. Viele Autoren/innen müssen erst zu wahrer Größe finden und zeigen erst später ihr wahres Können. Viele Debüts sind gut, aber haben noch starke Schwächen. So ist es leider auch bei diesem Buch. Es wird zwar nicht langweilig, aber stellenweise hätte die Autorin gerne etwas kürzer treten oder zumindest Personen intensiver beschreiben können. Es bleiben zwar keine Fragen offen, aber so wirklich zufrieden stellend sind nicht alle Ausgangsideen. Zudem zeigt sich am Ende wieder, dass hier auf Schnelligkeit gesetzt wird. Da ist ein Mörder, der präzise alles bis ins kleinste Detail plant und nun eine neue Herausforderung sucht. Mit Sicherheit eine schöne Idee, aber auch hier würde ein Mörder einen Plan haben und sich nicht von einem ruhigen Wesen durcheinander bringen lassen. In diesem Fall hat man jedoch das Gefühl, dass Beth einen ganz anderen Täter gegenübertritt. Einige mögen dies, aber ich hätte mir hier etwas gewünscht, dass einfach mehr Logik zu bieten gehabt hätte.

Das Buch hat nur 381 Seiten und somit war es schnell gelesen. Nichtsdestotrotz hätten auch 80 Seiten weniger sein können, ohne das man als Leser etwas vermisst hätte. Alles in allem ist der Autorin ein spannender Roman gelungen, der für ein Debüt nicht verkehrt ist und zeigt, dass sie mehr zu bieten hat, aber noch nicht genau weiß, wie sie ihr Sprachtalent umsetzen soll. Es wird eben einfach auf zu viele Zufälle gesetzt, damit das Buch vorankommt, und das zeugt von kleineren Hängern. Man nehme einmal die Tatsache, dass zwei Menschen auf einer Schule sind, der eine den anderen jedoch erst auf einem Foto erkennt, und beide zusätzlich noch eine ähnliche Problematik in der Kindheit hatten. Ihr seht, es geht auch anders. Aus diesem Grund gibt es auch nur drei Sterne.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Cathy Vasas-Brown
Titel: Das Blutmal
Taschenbuch: 381 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 1., Aufl. (30. März 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404151291
ISBN-13: 978-3404151295
Originaltitel: Every Wickedness.
Preis: € 0,10
Genre: Thriller
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Stil, Mörder, Spanungsanstieg
Contra: Einstieg, Beth, Zufälle
Empfehlung: Ja
Sterne: 3



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Auf den Schwingen des Adlers / Ken Follett

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Vor einigen Tagen habe ich euch von meinem letzten Ken Follett berichtet. Es handelt sich hierbei um eine Jubiläums-Ausgabe, die zwei Thriller beinhaltete. Während mir der erste, kurze Thriller schon gar nicht zusagte, war ich im Bezug auf diesen, doch etwas skeptisch. Auf der einen Seite bin ich kein Fan von Politik-Thrillern und schon gar nicht, wenn sie in gewissen Regionen spielen. Aktuelle Geschehen interessieren mich, aber darüber in Büchern lesen, entspricht nicht meinem Geschmack. Trotzdem habe ich mich ans Lesen gemacht, denn die Tatsache, dass das Buch auf wahren Begebenheiten beruht, hat meine Neugierde dann doch geweckt.



'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Iran zur Zeit der Revolution 1978/1979. Die Firma EDS ist darauf spezialisiert Sozialversicherungssysteme aufzubauen und ist damit in den USA und anderen Ländern dieser Welt sehr erfolgreich. Unter der Leitung von Ross Perot, der die Firma ins Leben gerufen hat, gehört sie zu den Größten weltweit. Dementsprechend geben auch sie ihr Gebot ab, als der Iran 1978 auf die Idee kommt ein Sozialversicherungssystem einzuführen. EDS gewinnt die Ausschreibung und nimmt seine Arbeit im Iran auf. Am Anfang läuft auch noch alles gut, doch dann kommen plötzlich Unruhen auf und der Schah verlässt fluchtartig das Land. EDS erkennt die Situation und versucht sich langsam zurückzuziehen, zumindest, wenn es nach Perot geht. Seine Mitarbeiter wollen jedoch noch nicht aufgeben. Als jedoch von den höchsten Managern die Pässe ohne Grund einbehalten werden sollen, damit EDS nicht einfach das Land verlassen kann, muss die Rückkehr in die USA in einer Nacht und Nebelaktion geplant werden. Die Familien und normalen Angestellten können das Land problemlos verlassen, aber Paul und Bill wollen noch nicht gehen. Als sie gebeten werden als Zeugen auszusagen, und die Botschaft dies für eine Routinebefragung hält, gehen sie der Aufforderung nach. Doch niemand interessiert sich für ihre Aussagen. Übersetzungen werden nur lieblos festgehalten und am Ende werden beide ohne Grund verhaftet. Die Kaution auf rund 12 Mio. Dollar festgelegt, während ein Mörder sogar nur 20.000 Dollar Kaution vorgeschrieben bekommt. Am Anfang gehen alle noch von einem Missverständnis aus, aber schnell wird klar, dass die Regierung ihre ganze eigenen Gründe hat. Als nicht einmal politischer Druck hilft, entschließt sich Perot zu einem ungewöhnlichen Schritt. Er stellt einen Rettungstrupp zusammen. Angeführt wird es von einem wahren Profi, der nach dem Tod seiner Frau endlich wieder einen Sinn im Leben sieht. Vor Ort müssen sie jedoch erkennen, dass Paul und Bill in einer Art Festung festgehalten werden. Das Team „Adler“, wie sie sich schimpfen, hat nur eine Chance, denn ein Mob stürmt das Gefängnis. Bill und Paul können fliehen, aber es ist so gut wie unmöglich sie zur Zeit außer Landes zu bringen. Ohne Pässe oder Hilfsmittel müssen sie auf dem Landweg fliehen, und das birgt so manche Gefahr.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Nach einem kleinen Vorwort seitens Ken Follett, indem er kurz auf die namentlichen Änderungen und Umformulierung von Dialogen nimmt, aber erklärt, dass die Geschichte an sich auf wahren Begebenheiten beruht, geht es gleich mit der Geschichte los. Obwohl Thema und Örtlichkeiten nicht zu meinem bevorzugten Bereichen gehören, hat mich die Tatsache, dass es eine wahre Begebenheit sein soll, fasziniert. Das Namen zur Sicherheit geändert wurden und niemand mehr genaue Dialoge zu 100% wiedergeben kann, ist ebenfalls verständlich. Dementsprechend ehrlich empfand ich das Vorwort seitens Follett.

Eine solche Geschichte bietet viel spannendes Potential. Allerdings auch erschlagend viele Protagonisten. Zwar ist die Idee, diese gleich am Anfang zu benennen, und so für eine kleine Übersicht zu sorgen, gut gemeint, aber ich persönlich fühlte mich gänzlich erschlagen. Wer kein gutes Namensgedächtnis hat, ist schnell überfordert. Das liegt aber nicht nur an den vielen Namen, sondern der Tatsache, dass der Autor sich nicht auf ein oder zwei Perspektiven festlegt, sondern immer wieder eine andere Person auswählt. Ähnlich wie bei einer Dokumentation, bei der eben alle beteiligten Personen ihre Erlebnisse erzählen. Dies wird dann zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammengefügt. Es ergibt zwar einen Rundumblick, aber es ist so schwerer dem Geschehen zu folgen. Am Schwersten ist jedoch die Tatsache, dass es so fast unmöglich ist eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Zwar setzt Follett auf viele Details, aber sie bleiben trotzdem sehr blass und oftmals fragte ich mich, warum die handelnden Figuren sich für diesen Weg entschieden haben. Gerade bei einer solchen Handlung, sollten jedoch diese Punkte stets klar verständlich sein. Dies ist zumindest meine Meinung.

Nun liest man das Buch und geht eigentlich davon aus, dass dies ein anfängliches Problem ist. Zusammenhänge werden mit der Zeit deutlicher und die Rettungsaktion sollte theoretisch ans Buch fesseln, wie kein zweiter Aspekt. Irgendwann sind zudem nur noch wichtige Figuren beteiligt und es ist theoretisch nicht mehr ganz so verwirrend, komplex. Und ich muss auch zugeben, dass eine gewisse Grundspannung nicht geleugnet werden kann. Man fiebert mit den Menschen mit und möchte auch wissen, wie es ausgeht, obwohl es bei einem Tatsachenbuch auch eine klare Tendenz gibt. Ohne Überlebende, könnte es schließlich nicht erzählt werden. Während ich auf der einen Seite das Buch unbedingt weiter lesen musste, war es diesmal der Stil, der mir so gar nicht zugesagt hat. Ken Follett ist eigentlich ein Autor, der Leben einhaucht und mit seinem Stil ein Kopfkino entstehen lässt, wie kaum ein anderer. Deswegen liebe ich seine Werke. In diesem Fall wollte er jedoch augenscheinlich nicht zu viele Details nutzen, um eben ein unverfängliches, klares Bild zu vermitteln, wie es sich eben für eine wahre Geschichte gehört. Dadurch entsteht jedoch ein recht hölzerner Stil, der noch mehr an eine Dokumentation erinnert. Gerade Erinnerungen an die Anfänge oder andere Punkte werden immer wieder aufs Neue erwähnt und so schleicht sich an einigen Stellen eben etwas Routine ein. Hier hätten sicherlich 100 Seiten weniger oder eben anders genutzt deutlich mehr Sinn gemacht.

So ist mit Sicherheit ein schöner Thriller entstanden, den ich auch gerne bis zum Schluss gelesen habe, aber verglichen mit anderen Werken des Autors, ist es kein bahnbrechendes Highlight, sodass das Buch von mir nur 4 Sterne bekommt.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Ken Follett
Titel: Auf den Schwingen des Adlers
Taschenbuch: 552 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2013 (25. Februar 1986)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404107047
ISBN-13: 978-3404107049
Preis: € 8,99
Genre: Thriller
Lesedauer: 5 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, Recherche
Contra: Stil, Doku-Szenen-WEchsel
Empfehlung: Ja
Sterne: 4



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