Seide und Stein / Dinah Dean

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Inzwischen ist mein alter Buchbestand schon etwas lichter geworden. Nach meinem Ebay Glück 2008 sind es nur noch wenige Bücher, die seitdem auf eine Lesung warten. „Seide und Stein“ ist ein solches Buch. Obwohl das Thema interessant klingt, hat es so lange gedauert, denn historische Werke haben es bei mir doch recht schwer. Entweder ist die Sprache auf alt getrimmt, die Geschichte schwer zu verfolgen oder es passt eben doch alles. Nur kann ich mich immer schwer durchringen dies herauszufinden. Doch nun möchte ich euch nicht mehr auf die Folter spannen und euch das Buch endlich vorstellen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
England im 12. Jahrhundert. Lady Elys ist die Tochter einer normannischen Adelsfamilie, die als jüngstes Kind gegen ihre Familie ankämpfen muss. Ihre ältere Schwester ist im Kloster, der Vater verstorben und ihr Bruder Matthew ist tödlich verletzt worden, als er mit dem Templerorden nach Jerusalem gereist ist und dort vom griechischen Feuer berührt wurde. Er ist der Grund warum auch sie ins Kloster soll, denn die Mutter hat Gott versprochen, wenn er geheilt wird, dann gehen sie und Elys ins Kloster. Damit Gott sie erhört reisen sie von Schrein zu Schrein und beten um seine Genesung. Bis nach Rom reisen sie für Matthew.

Auf ihrer Rückfahrt treffen sie auf den adligen Ritter Fulk und den angelsächsischen Steinmetz Aylwin. Beide begleiten dir Gruppe ein Stück des Weges und kommen sich näher. Während Ritter Fulk deutlich Interesse an Lady Elys zeigt und dieses genauso schnell verliert, als er hört, das ihre Mitgift schon den Nonnen gespendet wurde, zeigt Aylwin sich von einer hilfsbereiten Seite und gibt Elys Tipps, wie sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen kann, denn Elys möchte um keinen Preis ins Kloster. Sie möchte heiraten und Kinder bekommen, und so Gott dienen. Ohne Mitgift ist es aber schwer und keiner aus ihrer Familie wird sie unterstützen können.

In England zurück ist Matthews Krankheit fortgeschritten. Ohne Mohnsaft hält er die Schmerzen kaum noch aus. Statt jedoch dies als Zeichen zu sehen, dass Elys nicht ins Kloster muss, besteht ihre Mutter trotzdem darauf. Elys nimmt kurzer Hand den Ratschlag von Aylwin an und bemüht sich mit ihrer Stickkunst Geld zu verdienen. Auf Grund ihres Talentes bekommt sie diese Möglichkeit und Aylwin, der für einen Auftrag ebenfalls vor Ort ist, unterstützt sie wo er kann.

Als Matthews Tod immer deutlicher wird, kommen alle zusammen. Nicht nur um für ihn da zu sein, sondern auch um Elys auf das Kloster vorzubereiten. Doch dann geschieht ein Wunder. Matthew wird geheilt und nur wenige, darunter Elys kennen die Wahrheit. Als sie mit ihrer Mutter nun erst recht ins Kloster soll, fängt sie an zu rebellieren und bekommt von Matthew und der Kirche Unterstützung, denn ihre Arbeiten sind wirklich gut, und sie kann ohne Schande davon leben. Zudem muss sie sich eingestehen, dass sie sich in Aylwin verliebt hat und ihn nicht einfach ziehen lassen kann.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Seide und Stein“ ist ein mittelalterlicher Roman über eine junge Frau, die sich gegen ihre Familie und deren Entscheidungen durchsetzt, um ihr persönliches Glück zu finden. Eine Idee, die von so manchem Autoren aufgegriffen und auf interessante Art und Weise umgesetzt wurde. Dinah Dean hat mit ihrem Versuch sehr geteilte Meinungen hervorgerufen, wenn man sich einmal die Meinungen auf Amazon anschaut. Sie setzt bei ihrem Werk auf eine ausgewogene Mischung aus Fakten und Fiktion.

Der Leser wird in eine Welt des Krieges geworfen. In England herrscht Bürgerkrieg und auch der Templerorden hat in Jerusalem ein blutiges Schlachtfeld. Statt jedoch wie viele Autoren hier den Adel oder die Kirche allein im Vordergrund bestehen zu lassen, setzt sie auf eine ausgewogene Mischung, die auch das einfache Volk und Handwerker einschließt. Mit Elys und Aylwin sind ihr zwei liebenswerte Charaktere gelungen, die es geschafft haben, mich ans Buch zu fesseln. Keine Figur wird als perfekt dargestellt, dafür aber klar, was die Gedanken betrifft und so ist es fast unmöglich sich nicht in alle beteiligten Personen hineinzuversetzen.

In Kombination mit dem detaillierten Stil, der eine mittelalterliche Kulisse entstehen lässt, die für ein Kopfkino sorgt, fühlt man sich theoretisch sehr wohl. Obwohl ich abseits des Geschichtsunterrichtes wenig mit dieser Zeit zu tun hatte, kamen während des Lesens keine Fragen auf, denn Dinah Dean erklärt anschaulich und eben lebendig.

Obwohl man mitten ins Geschehen geworfen wird, ist sofort klar, worauf die Autorin hinaus möchte. Eben ein junges Mädchen zeigen, dass ihrer Zeit weit voraus ist. Jedem dürfte klar sein, wie zumindest diese Rebellion ausgehen wird, sodass der Weg das eigentliche Interesse ausmacht. Auf Grund des Titels ist aber schon recht früh klar, dass sich hier eine Liebesgeschichte anbahnen wird, die Elys und Aylwin betreffen wird. Ohne wenn und aber ist diese Liebesgeschichte sehr zart und romantisch. Genau wie sie sein sollte, denn die befürchtete Schnulze bleibt aus.

Eigentlich hat das Buch somit alles, was in der Theorie eine schöne Umsetzung benötigt. Das war auch mein erster Gedanke, aber leider hat das Buch auch eine Seite, die zumindest mich mit der Zeit sehr gestört hat. Man nehme die damalige Zeit und stelle sich die Reaktionen der Familie vor. Man erwartet Komplikationen und einen steinigen Weg, vergleichbar mit heutigen Frauen, die auf Grund des Islams zu kämpfen haben. Nichts ist da leicht, und doch ist es im Buch so. Probleme lösen sich binnen weniger Sekunden in Luft auf. Es entsteht nicht der Kampf den man erwartet hat. Eine kurze Diskussion, die aber Unterstützung von verschiedenen Seiten findet, und schon muss sie nicht mehr ins Kloster. So wie bei diesem Beispiel ist es mit allen Steinen. Vergleichbar mit einer Fatamorgana. Vorher scheint es riesiger unüberwindbarer See zu sein, und ist man da, ist er verschwunden. Das hat mit dem sonst so realistischen Buch nicht viel zu tun. Im Grund ist doch aber dieser Kampf gegen das adelige System der Kern des Buches.

Genau aus diesem Grund gab es zahlreiche Passagen, wo ich genervt die Augen verdreht habe. Wozu gibt es überhaupt Steine in ihrem Weg, wenn sie sofort wieder verschwunden sind. Mich persönlich reizt so etwas nicht, sondern hat eher einen einschläfernden Einfluss, der den Wunsch weckt, Seiten zu überschlagen. Ein Glück bin ich jedoch ein geduldiger Leser und komme diesem Wunsch nicht nach.

Sicherlich wollte die Autorin einen leichten historischen Roman erschaffen, aber dieser Punkt hätte realistischer sein müssen, um zumindest mich vollends zu überzeugen. So ist es ein mittelmäßiger Roman, der sich nett und leicht lesen lässt, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Dinah Dean
Titel: Seide und Stein
Taschenbuch: 507 Seiten
Verlag: List Tb. (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548601766
ISBN-13: 978-3548601762
Preis: € 0,01 gebraucht
Genre: historisch
Lesedauer: 3 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Figuren, Stil, Grundidee
Contra: Problemlösung
Empfehlung: Jein
Sterne: 3

Alle ausgewiesenen Hersteller-Namen / Logos - Warenzeichen / Marken-Namen / auf den Bildern, sowie zitierte Sätze des Artikels / Buches gehören ihren jeweiligen Eigentümern - auch können Verpackungen / Cover rechtlich geschützt sein Die Nennung / Aufzählung und Bilder dienen lediglich der Produktbeschreibung!
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Unter dem Elbsand / Christiane Fix

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Vor einigen Tagen erreichte mich mal wieder ein toller Brief. Enthalten war ein Buch aus dem Hause „Piper“. Wenn ich mich nicht ganz doll täusche, konnte man sich für das Buch als Testleser bewerben, und das habe ich auch wahrgenommen. Als waschechte Hamburger Dern liebe ich Bücher, die in meiner alten Heimat spielen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Hamburg 2013: Die riesige „Flutwelle“ rollt in Richtung Hamburg, als in einem Schrebergarten die Leiche einer unbekannten Frau gefunden wird. An Hand von Rekonstruktionen soll ein ungefähres Bild gemacht entstehen, um vielleicht herauszufinden wer sie war. Theo Matthies, der Bestatter von Wilhelmsburg, nimmt sich ihrer Überreste an und glaubt in der Rekonstruktion seine verschwundene Tante Marlene zu erkennen. Sie verschwand während der großen Sturmflut 1962. Lediglich die Augenstellung und andere kleine Merkmale lassen dies vermuten, und noch bevor eine DNA Spur verfolgt werden kann, macht sich Theo daran zu ermitteln. Was passierte damals mit seiner Tante? Er weiß lediglich, dass sie ein stilles Mädchen war, das Kunstgeschichte studierte. Sie war über Jahre mit einem gewissen Henno zusammen und am Tag ihres Verschwindens hatte sie einen Streit mit ihrer Mutter. Nach und nach befragt Theo die unterschiedlichsten Leute und bekommt immer neue Hinweise, die der Polizei damals so gar nicht aufgefallen sind. Warum behauptet Henno zumBeispiel, dass es eine runde Beziehung war, während Freunde behaupten, dass sie sich entfernt haben. Und wer war der Professor, der augenscheinlich eine wichtige Rolle gespielt hat und nach ihrem Tod in die Psychiatrie musste.

Hamburg 1962: Marlene weiß nicht was sie machen soll. Ihr Leben ist ein riesiges Chaos. Sie ist verliebt und das nicht in den Mann, der sie gedenkt zu heiraten und mit dem sie schon seit ihrer Jugend zusammen ist. Doch die Gefühle für den anderen Mann sind unwahrscheinlich groß, und zudem ist sie nach einer kurzen, aber intensiven Affäre von ihm schwanger. Es ist nicht so, dass er sie nicht liebt. Obwohl er viele Affären hatte, weiß sie, dass seine Gefühle für sie echt sind. Doch er ist verheiratet und würde alles verlieren, wenn er seine Frau verlässt für eine Studentin. In der großen Sturmnacht kommt es zum Show Down zwischen allen Beteiligten. Marlene wird diese Szene nicht lebendig verlassen. So viel ist klar, doch was passierte?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Unter dem Elbsand“ ist der dritte Band um den Bestatter Theo Matthis, und der erste Band, den ich mit ihm erleben darf. Somit keine guten Voraussetzungen. Viele Krimis sind einfach nicht dafür ausgelegt mitten in ein neues Abenteuer zu starten. Figuren haben sich entwickelt, Beziehungen verändert und es fehlt eine gewisse Basis. Bei diesem Werk ist es jedoch anders. Einige Entwicklungen wurden verpasst, die jedoch dank kleiner Anmerkungen auch für Neueinsteiger verständlich gemacht werden. An Han dieser kleinen Bemerkungen erkennt man, dass es nicht der erste Band ist. Sonst hätte ich persönlich nichts davon gemerkt.

Das Buch wird in zwei Perspektiven erzählt. In der Gegenwart begleitet der Leser Theo Matthis bei seinen Ermittlungen, der Arbeit als Bestatter und der Beziehung zu seiner neuen Liebe. In der Vergangenheit wiederum erfährt der Leser die Geschichte von Marlene. Beide Perspektiven sind nicht nur durch eine Überschrift klar getrennt, sondern auch mittels differenter Schrift.

Schon mit dem Prolog zeigt die Autorin, dass sie ihr Handwerk versteht. Sie schafft es eine grundlegende Spannung zu erzeugen und diese in einem humorvollen Gewand erstrahlen zu lassen. Langweilig ist etwas anderes.

ZITAT – PROLOG
"Mami, guck mal."
Ihre Augen hinter der Sonnenbrille blieben fest geschlossen.
"Ich habe einen Piraten gefunden."
"Na toll." Sie seufzte und zupfte ihr Bikinioberteil zurecht.
Er legte ihr seinen Schatz direkt in den Schoß.
"Einen echten Piraten", sagte er glücklich.
Sie öffnete die Augen.
Dann schrie sie.

Diese Mischung setzt sich auch im Verlauf des Buches fort. Generell setzt die Autorin auf einen lebendigen, modernen und witzigen Stil, der Lust auf jede neue Seite macht. Sowohl die Gegenwart, als auch die Vergangenheit sind mit interessanten Situationen, Fakten, Spannung und Witz versehen. Gerade mit Theo Matthis ist ihr eine eindrucksvolle Hauptfigur gelungen, die perfekt in einen Krimi passt, jedoch abseits der langatmigen Ermittlungstätigkeiten einzuordnen ist, die so manchen Krimi in die Länge ziehen und ihn einfach trocken wirken lassen. Die wenigen Anmerkungen zum Thema Leichenbestatter, Forensik und Co verleihen dem Buch sogar den gewissen Charme, denn sie sind einfach kurz und knackig, aber sie gewähren Einblicke, die sonst nur wenige Menschen haben.

Obwohl von Anfang an klar ist, dass es sich bei der Leiche wahrscheinlich wirklich um die vermisste Marlene handelt, kommt keineswegs Unmut auf. Auf der einen Seite möchte man schließlich erfahren, was damals wirklich passierte in der verhängnisvollen Nacht. Auf der anderen Seite bleibt noch immer ein kleiner Funke, der Möglichkeit einer lebendigen Marlene zumindest für einen gewissen Zeitraum offen lässt. Dadurch war zumindest ich regelrecht ans Buch gefesselt. Dabei verliert die Autorin nie den roten Faden aus den Augen, setzt nicht auf unnötig eingeführte Details oder Figuren, die den Leser zwar in die Irre führen, aber oftmals bei anderen Autoren wiederum eher als Lückenfüller dienen und den Leser am Ende verwirren. Christiane Fux hingegen setzt auf alle wesentlichen Figuren und Informationen und schafft auch damit den Leser in ein kleines Ratespiel zu verwickeln. Was damals wirklich geschah, konnte ich persönlich erst im letzten Drittel erahnen. Ich erwartete jedoch noch eine winzige Wendung oder Überraschung, die am Ende zwar nicht eintraf, der Spannung jedoch keineswegs geschadet hat. Generell würde ich den Schluss als logisch, konsequent und harmonisch zum Rest bezeichnen. Es bleiben keine Fragen offen und das ist mir persönlich sehr wichtig.

Mit ihrem Geheimnis um Marlene ist es der Autorin gelungen einen neuen Fan zu gewinnen. Die Neugierde auf vorherige Fälle ist geweckt und ich kann nur hoffen, dass weitere Folgen. Besonders schön sind vor allen Dingen die Schauplätze und ihre Beschreibungen. Als Hamburgerin gab es keinen Ort, der mir nichts sagte oder an dem ich vielleicht sogar schon war. Dadurch hatte ich logischerweise eine zusätzliche Bindung zum Buch, die eben Lust auf mehr macht.

Alles in allem ein gelungenes Buch, das mit zu den besten Kriminalromanen dieses Jahres gehört. Nach meinen kleineren Pleiten, die ich mit Patricia Cornwell erlebt habe, ein wahrer literarischer, spannender Genuss.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Christiane Fux
Titel: Unter dem Elbsand
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (14. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492303706
ISBN-13: 978-3492303705
Preis: € 9,99
Genre:Krimi
Gelesen in: 4 Tagen

'''Autorenportrait'''
Christiane Fux, Jahrgang 1966, ist in Hamburg aufgewachsen und hat dort Germanistik mit den Schwerpunkten Journalistik und Psychologie studiert. Vor 20 Jahren hat es sie nach München verschlagen, wo sie in ihrer Freizeit auf die umliegenden Berge klettert. Sie schreibt als Medizinredakteurin für das Gesundheitsportal NetDoktor.de und entwickelt nebenbei in ihrem eigens gegründeten Verlag Krimispiele der Reihe "Mörderische Dinnerparty". (Quelle:Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
In einem Wilhelmsburger Schrebergarten finden Kinder beim Spielen das Skelett einer jungen Frau. Die namenlose Tote gibt der Polizei Rätsel auf und landet schließlich bei Theo Matthies. Dem Bestatter kommt schon bald der Verdacht, dass es sich bei der Verstorbenen um die Schwester seines Vaters handeln könnte, die seit der Hamburger Sturmflut 1962 als verschollen gilt. Er beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, und stößt auf ein über fünfzig Jahre zurückliegendes tödliches Geheimnis, das tief im Elbsand vergaben war.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Figuren, Einstieg, Spannung, Auflösung, Ermittlungen, Stil
Contra: nix
Empfehlung: Ja

Sterne: 5
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Blutjäger / Michael Wallner

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Noch ein Vampir-Buch? Das war mein erster Gedanke, als ich das Buch vor zwei Jahren bei einer Wichtelaktion geschenkt bekommen habe. Ich meine, ich liebe Jugendbücher, die im Fantasy-Bereich liegen. Aber um dieses Buch habe ich lange einen Bogen gemacht. Das lag an der Tatsache, dass es sich um einen zweiten Teil handelt und ich den ersten nicht kannte. Nun fehlte mir aber für meinen Buchblog ein Buch aus dem Vampir-Bereich, sowie ein zweiter Band. Dementsprechend habe ich mir das schöne Wetter zu Nutze gemacht, mich mit meinem Zwerg in den Garten begeben und angefangen zu lesen. Am Abend war die Sonne weg, mein Zwerg hundemüde und das Buch ausgelesen.



'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Samantha muss einfach wissen was mit den „Jüngern Fortirus“ passiert ist. Dafür legt sie sich sogar mit Taddeuz an, den sie trotz aller Dinge irgendwo noch liebt. Allerdings hat sie es sich leichter vorgestellt dem Vampir die Stirn zu bieten, denn ohne ihren Sohn John, der ganz komische Musik anstimmt, hätte sie es nicht bis zum Gefängnis der Jünger geschafft. Ihre Fragen vor Ort über das Verschwinden der Jünger locken komische Gestalten an. Erst bekommt sie einen Anruf von einem Mann, der sich als geheilter Jünger ausgibt und ihr mit der Musik im Hintergrund verrät, dass er in Mexiko ist. Dann greift sie ein Echsenmensch an und nur Taddeuz kann sie retten.Aus diesem Grund zögert sie keine Sekunde und reist gegen Taddeuz Willen mit John nach Mexiko. Ihr Hinweis ist eine Höhle voller Vampir-Fledermäuse und eine Frau, die es als einzige in die Höhle geschafft hat. Sie trifft die Frau, bekommt von ihr die gewünschten Informationen und schafft es sogar den Eingang zur Höhle zu ertauchen. Allerdings überschätzt sie sich und wird überraschenderweise von dem Echsenmann gerettet. Als sie wenig später wieder am Rande des Sees auftaucht, sind alle verschwunden. Die alte Frau, ihr Enkel und vor allen Dingen John, auf den die Beiden aufpassen sollten, solange sie taucht. Glücklicherweise taucht die alte Frau wieder auf, denn ihr Enkel hatte sie eingesperrt und betäubt, damit er mit dem Flugzeug John entführen kann. Beide machen sich auf die Suche und gehen dafür zur Polizei. Doch statt Hilfe werden sie zum Großgrundbesitzer gebracht, denn er hat hier das Sagen. Samantha wird klar, dass er mehr weiß, als er sagt und das bestätigt sich auch, als er anfängt sie zu betäuben. In letzter Sekunde können Taddeuz und Richard sie jedoch retten, und in Erfahrung bringen, dass John in Paragay ist, wo dieser uralte Mensch Experimente mit Blut durchführt. John soll ihm ewiges Leben als Mensch gewähre. Ob Samantha und Taddeuz ihren Sohn retten können?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Blutjäger“ ist der zweite Teil aus der Feder von Michael Wallner. Der Einstieg in das Buch ist nicht so leicht, wie bei anderen Werken, wo zumindest etwas auf die Vergangenheit eingegangen wird. In diesem Fall wird der Leser ohne Rücksicht auf Gefühle sofort in eine actionreiche Szene geworfen, die zwar sofort fesselt, aber einen faden Beigeschmack hat. Ich persönlich konnte weder mit den Namen, der Situation noch den Figuren selbst etwas anfangen. Erst später geht der Autor öfters mal auf den ersten Band ein. Bis dahin sind es jedoch etliche Seiten, wo ich mich oft fragte, wie alt die Hauptfigur eigentlich ist. Mutter, OP-Assistentin – da kann sie doch nicht erst 18 oder 19 sein, sondern muss mindestens 25 sein. Immerhin ist es doch ein Jugendbuch, und da passt eine schwangere bzw. so junge Mutter nicht so ganz rein.

Nach und nach setzt sich das lückenhafte Puzzle jedoch zusammen, und man erfährt so viel, wie man wissen muss, ohne das sich Leser, die den ersten Band kennen langweilen. Dieser Zeitpunkt wird jedoch erst nach gut 100 Seiten erreicht. Dank des leichten, ausgereiften und lebendigen Stils, kommt man schneller an diesen Punkt, als man anfänglich damit rechnet. Mit Kenntnis des ersten Bandes wäre das alles viel schneller geschehen, denn eigentlich lässt sich pauschal sagen, dass Michael Wallner einen detaillierten, authentischen Stil hat, der bei Figuren, Szenen und Emotionen ein klares Bild im Kopf entstehen lässt. Allerdings ist es auch diese liebe zum Detail, die ihn oft in Situationen bringt, wo man als Mutter dann doch wieder den Kopf schüttelt. Würde ich spontan für einen 3 Tagestripp meinen Sohn mit nach Mexiko nehmen, wenn ich eine liebe Nachbarin habe, die eh tagsüber auf ihn aufpasst? Selbst wenn ich Angst hätte, dass mein Vampir-Ex ihn holen könnte, würde ich ihn nicht solch einer Gefahr aussetzen, denn ein solcher Flug / Reise ist nicht ohne. Abgesehen wirkt sie auf mich noch verplanter, als ich es selbst manchmal bin. Ich vergesse mal eine zweite Windel einzupacken oder Ersatztrinken, wenn es in die Stadt geht wo man was kaufen kann, sie fährt aber ins tiefste Mexiko ohne etwas trinken mitzunehmen. Sie begibt sich beim Tauchen in Gefahr, obwohl sie Mutter ist. Für mich ist das einfach doch verantwortungslos, weswegen ich der Ansicht bin, dass der Autor hier hätte etwas besser recherchieren oder überlegen sollen, damit Samantha trotz junger Jahre eine etwas verantwortungsbewusstere Mutter ist.

Abgesehen davon erwartet den Leser eine spannende Geschichte, denn die Suche nach der Wahrheit und später die Rettungsaktion von John sind erstklassig geschrieben. Es gibt kaum Momente, wo die Spannung nachlässt. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Finale. Während vorher alles sehr detailliert geschildert wurde, hatte ich das Gefühl, dass es hier eine Spur zu schnell geht.

Neben der Spannung, darf die „Liebes“-Geschichte nicht aus den Augen verloren werden. Hier fehlte mir definitiv der erste Band. Als Quereinsteiger hatte ich das Gefühl, dass Samantha ungewollt geschwängert wurde. Würde ich so was jemanden verzeihen können? - Nein. Aber sie ist erst eifersüchtig auf Richard und später kann sie doch nicht die Finger von Ted lassen.

Durch diese Kombination entsteht ein Buch, welches abgeschlossen ist, aber auf Grund der Beziehung von Taddeuz und Samantha noch Möglichkeiten für einen weiteren Roman liefert. Das Buch ist mit Sicherheit nicht schlecht, aber ich müsste beide nicht noch einen Teil begleiten. Es ist unterhaltsam, spannend, hat aber in meinen Augeneben einige Schwachpunkte, wie den Schluss und die Verantwortungslosigkeit. Daher bekommt das Buch von mir auch nur drei Sterne.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Michael Wallner
Titel: Blutjäger
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: cbt (27. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570160726
ISBN-13: 978-3570160725
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: € 14,99
Genre: Fantasy
Lesedauer: 3 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Stil, Spannung
Contra: Einstieg für Fremde, Verantwortungsbewusstsein, Schluss
Empfehlung: Ja
Sterne: 3




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111 Gründe Spanien zu lieben

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Der Urlaub steht vor der Tür, und viele Leute fragen sich, wo soll es in diesem Jahr hingehen. Einige von euch haben schon den Flieger nach Spanien gebucht. Schließlich st es ein beliebtes Urlaubsziel. Für alle die in der Tat nach Spanien fliegen, habe ich einen kurzen Lesetipp zur Einstimmung.

111 Gründe Spanien zu lieben


111 Gründe Spanien zu lieben, ist mit solch einem großartigen versteckten Humor geschrieben. Lachtränen sind garantiert.
Man kann problemlos nur die Kapitel lesen, die einen interessieren, aber es empfiehlt sich keins auszulassen. Man lernt Spanien und seine Menschen besser kennen, als im ersten Moment überhaupt für möglich gehalten wird. Ich hätte nur 50 Gründe gebraucht um mich schon zu verlieben, und ich freue mich schon auf meinen ersten Spanienurlaub..
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Rückkehr ins Zombieland / Gena Showalter

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Auf dieses Buch habe ich mich schon seit Anfang des Jahres gefreut. Dort habe ich nämlich „Alice im Zombieland“ gelesen. Im Juli kommt nun der zweite Band heraus und ich hatte ihn mir trotz einiger Schwächen im ersten Band auf die Wunschliste gesetzt. Mira hat das wohl mitbekommen und während im Krankenhaus lag, habe ich den zweiten Band zur Rezension zugeschickt bekommen. Ihr könnt euch natürlich vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Nachdem sich nun mit dem Zwerg alles eingependelt hat, bin ich nun zum Lesen gekommen, und trotz der sechs Monate, wusste ich noch genau, wo das andere Buch aufgehört hatte. Für alle, die sich nicht mehr daran erinnern können, hier eine Auffrischung zum ersten Band, bevor ich zum aktuellen übergehe.


'''o0o WORUM GEHT ES IM ERSTEN BAND? o0o'''
Es ist der 16 Geburtstag von Alice oder Ali Bell, wie sie sich gerne nennt, der ihr Leben grundlegend verändert. Schon vorher war ihr Leben nicht so normal, wie man es von den vielen TV-Serien kennt. Dabei ist es genau das, was sie sich nichts sehnlicher wünscht. Aus diesem Grund kann sie ihrer kleinen Schwester Emmi auch nicht den Wunsch abschlagen, ihre Eltern um einen Gefallen zu bitten. Ihre Schwester hat eine Aufführung zu der sie nicht darf, und Alice möchte sie so gerne sehen. Das Problem ist jedoch, dass ihr Vater seid einem traumatischen Erlebnis felsenfest überzeugt ist, das mit der Dunkelheit Zombies aus den Gräbern emporsteigen. Aus diesem Grund darf niemand aus der Familie nach draußen gehen, wenn es dunkel wird. Das Haus ist wie eine Festung und der Vater patrouilliert jede Nacht. An diesem Abend setzt sich Alice jedoch durch, und am Anfang scheint auch alles gut zu gehen. Doch auf dem Rückweg sieht ihr Vater Zombies und durch das Wendemanöver was er fordert, gerät das Auto außer Kontrolle. Alice überlebt als Einzige und was sie im Dämmerzustand wahrnimmt, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren, denn ihr Vater wird von einem Zombie verspeist. Natürlich glaubt ihr niemand. Sie zieht zu ihren Großeltern und kommt auf eine neue Schule. Schon aus dem Krankenhaus kennt sie Kat, ein attraktives Mädchen mit Liebeskummer, das von ihrer Mutter angestiftet wurde, sich etwas um Alice zu kümmern. An der neuen Schule angekommen wird sie herzlich von Kat begrüßt und lernt auch sogleich deren Ex Frosty kennen, der so ganz anders ist, als sie gedacht hätte. Tattoos, Piercings und einige seiner Freunde haben sogar Fußfesseln. Besonders angetan ist sie jedoch von Cole, mit dem sie einen heißen Start aufs Parkett legt, bis sie merkt, dass sich alles nur in ihren Gedanken abgespielt hat. Was sie nicht ahnt, er sieht auch Zombies, und sie verbindet etwas. Ihr Wunsch nach Rache an den Untoten rückt also in greifbare Nähe.

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Alice hat überlebt und ist auf dem Weg der Besserung. Cole hat ein schlechtes Gewissen und lässt nur wenig Nähe zu. Er verbietet Ali sogar am Training teilzunehmen aus Angst, dass ihr wieder was passiert. Als sie jedoch einfach in die Trainingshalle fährt, bekommt sie einen Schock. Andere Zombijäger sind zur Unterstützung gekommen, und mit einer weiblichen Jägerin, die zufällig noch seine Ex-Freundin ist, geht Cole verdammt auf Tuchfühlung. Das passt ihr gar nicht, zumal er sie versetzt hat. Als sie dann auch noch statt mit ihm, mit einem anderen Zombijäger namens Gavin eine Vision hat, wo sie mit ihm im Bett liegt, ist es aus mit den Nerven. Cole, der ahnt um was diese Version geht, distanziert sich daraufhin noch mehr von Ali und trennt sich sogar von ihr. Für Ali bricht die Welt zusammen, denn trotz der Trennung flirtet Cole immer noch mit ihr. Das ist jedoch ihr kleinstes Problem, denn irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Bei einem Zombieangriff wird Justin der Verräter gebissen, weil er versucht sie zu retten. Trotz Gegenmittel beißt er Ali. Anfänglich scheint sie wieder zu genesen, aber nur nach Außen. Sie selbst sieht wie ihr Spiegelbild dunkle Flecken auf der Haut bekommt, sich anfängt von selbst zu bewegen und sogar mit ihr zu sprechen. Dazu kommt der unsagbare Drang andere zu beißen. Als sie bei einem Zombieangriff flüchtet, um andere nicht zu beißen, muss sie erkennen, dass sie in ernsten Schwierigkeiten ist. Mit Justins Biss wurde ihre dunkle Seite zum Leben erweckt, und sie verwandelt sich innerlich immer mehr in einen Zombie.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Rückkehr ins Zombieland“ ist die Fortsetzung von „Alice im Zombieland“. Ein halbes Jahr habe ich auf das Buch gewartet und gehofft, dass die Schwächen ausgebügelt und Gena Showalter mich mit einer spannenden Fortsetzung in den Bann ziehen kann. Covertechnisch kann das Buch wieder voll punkten, denn ich persönlich hätte das Buch schon alleine deswegen erworben. Inhaltlich schafft es die Autorin aber wieder nur gemischte Gefühle hervorzurufen.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einer Rückblende, für alle, die sich nicht mehr so ganz an die Geschehnisse aus dem ersten Band erinnern können. Es sind nur grobe Gedanken, die Kenntnisse um den ersten Band voraussetzen. Ohne dieses Wissen dürfte man aufgeschmissen sein. Gerade am Anfang plätschert die Geschichte dadurch arg vor sich hin. Cole und Ali spielen die gleichen Spielchen wie vorher. Man sieht, dass sie sich mögen, aber über einen gewissen Punkt kommen sie nicht hinaus. Gleiches gilt für die anderen Figuren. Kat & Frosty trennen sich fast täglich, Reeve & Bronx dürfen noch immer nicht ihre Gefühle ausleben. Dadurch entsteht kein Sprung zwischen den Büchern, aber man hat eben das Gefühl auf der Stelle zu treten. Erst im Verlauf des Buches entwickeln sich die Charaktere minimal. Im Grunde bleiben sie ihrer Linie treu, bis es auf den letzten Seiten zu einer Wendung bei allen Figuren kommt. Diese war in meinen Augen aber auch langsam nötig, denn sonst hätte ich das Buch einen Tick schlechter bewertet. Einfach, weil es ohne diese Wendung genervt hätte. Schließlich muss bei all den Erlebnissen eine Reife entstehen. Am Anfang sind es jedoch die witzigen Gedanken von Kat, die zumindest ein Schmunzeln hervorrufen. Alice ist zwar konsequent und nachvollziehbar von ihren Emotionen und Gedanken, aber noch immer sehr nervig, wenn sie mal wieder eine To-Do-Liste in Gedanken erstellt oder immer wieder sehr ähnlich denkt. Nichtsdestotrotz ist Ali mir sympathisch.

Inhaltlich geht es zwar einerseits um die Gefühle zwischen Cole und Ali, aber eben auch um die Zombie-Jagd und ihre Feinde von Anima. Beides Aspekte, die im ersten Band für erstklassige Action gesorgt haben. Die Kampfszene zwischen den Zombies und den Jägern waren schon eine Nummer für sich. Genau darauf habe ich mich auch bei diesem Band gefreut. Schließlich musste vieles im ersten Band eingeführt werden und im Folgeband hätte der Fokus klar auf den Kämpfen liegen müssen.

Vielleicht sollte ich mich bewaffnen und hinausgehen. Lieber würde ich jemanden, den ich liebe, beschützen und eine weitere lebensgefährliche Verletzung in Kauf nehmen, als untätig herumzusitzen und mich im sicheren Nest zu verkriechen. ZITAT S. 10

Die Idee hinter diesem zweiten Band hätte auch eine Menge Potential im Spannungssektor geliefert. Alice wird schließlich gebissen und das Antiserum wirkt bei ihr nicht mehr. Nicht nur der innere und äußere Kampf gegen Zombie-Ali, sondern auch die Suche nach dem Spion ist nun mal theoretisch spannend. Praktisch verliert sich die Autorin jedoch in ihrer Idee. Sobald auch nur ein Hauch von Spannung aufkommt, macht sie diese gekonnt kaputt. Cole zieht isch zurück, Ali und er sind alle 10 Seiten mindestens in eine Eifersuchtsszene verwickelt und dazwischen kommt dann etwas Spannung, die aber durch die übertriebene Eifersuchtsszenen immer wieder verdrängt wird. Im Grunde hätte nur eine Szene gefehlt, wo sich einer der beiden die Finger in die Ohren steckt, und „Lalala ich kann und will dich nicht hören“ sagt. Es ist schon alles verdammt unreif und kindisch. Das Liebesdrama der drei Mädchen ist generell im Vordergrund, während draußen Zombies herumlaufen. Aber gekämpft wird nur in wenigen Schlüsselszenen. Zum Beispiel der Kampf wo Alice gebissen wird. Wenn sie mal eingebaut werden, sind sie wie im ersten Band klasse. Auch der innere Kampf zwischen Ali und Zombie Ali muss sich nicht verstecken, aber statt nach Lösungen zu suchen, dümpelt das ganze gerade am Ende dann doch etwas vor sich hin. Am Anfang ist dies nachvollziehbar, später wirkt es jedoch künstlich.

In Kombination mit einer Menge Zufälle könnte man schon manchmal aggressiv werden. Zum Beispiel wird Ali in einen Autounfall verwickelt und ein Mann versucht sie zu fangen bzw. zu töten. Sie kann in den Wald fliehen und ihr gelingt es Cole anzurufen. Sie kann nur grob beschreiben wo sie ist, bevor sie ihr Handy verliert. Sie selbst findet es nicht wieder, und als es zum Kampf zwischen ihr und dem Mann kommt, taucht plötzlich Cole auf. Nun gut, manches funktioniert eben bei solchen Büchern via Magie, aber das auch noch das Handy im tiefsten Wald gefunden wird.

Ähnlich ist es mit dem Schluss. Er ist spannend, aber es entsteht das Gefühl, dass Gena Showalter keine krönende Lösung für ihr Problem entwickeln konnte. Sie nutzt eine Idee, die schon häufig im Buch vorgekommen ist, und schon viel früher hätte umgesetzt werden können. Wie es sich gehört, passiert es aber erst in letzter Sekunde. Nun gut ein etwas kitschiger Schluss passt wiederum zum Eifersuchtsgeplänkel.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Ende wirklich überlegen musste, ob das Buch nun beendet ist, oder noch ein dritter Teil kommt. Irgendwie hatte sich für mich nämlich alles aufgeklärt. Irgendwie bin ich aber neugierig was für diesen geplant ist, und ich hoffe hier auf viele starke Kämpfe und Action.

Trotz aller Kritik und Schwächen ist es auch bei diesem Band so, dass ich das Buch nur schwerlich aus der Hand legen konnte. Zwar habe ich deutlich länger gebraucht mit meinem Baby zu Hause, aber die Geschichte hat definitiv ihren Reiz. Aus diesem Grund kann ich euch das Buch empfehlen, aber auch sagen, stellt euch auf weniger Action und viel Seifenoper ein.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Gena Showalter
Titel: Rückkehr ins Zombieland
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956490371
ISBN-13: 978-3956490378
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Through The Zombie Glass
Preis: € 14,99
Genre: Horror / Liebe
Lesedauer: 6 Tage

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Klammroth / Isa Grimm

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Bevor mein Zwerg auf die Welt gekommen ist, habe ich bei Amazon Vine nicht widerstehen können. Es wurden einige tolle Bücher eingestellt, aber nur bei diesem hatte ich ein schnelles Händchen. Nachdem spontan das Krankenhaus dazwischen kam, bin ich nun endlich in den Genuss des Lesens gekommen. Isa Grimm sagte mir als Autorin nichts, aber der Klappentext klang irgendwo interessant. Erst später weckten, die vielen positiven Meinungen noch mehr meine Lust auf die Geschichte. Nun habe ich das Buch ausgelesen, und ich freue mich, euch das Buch vorstellen zu dürfen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Anais muss zurück zum Ort ihrer Kindheit und Jugend, aber auch dem Ort, den sie am Liebsten nie wieder sehen möchte. Im Alter von 16 Jahren erlitt sie schwere Verbrennungen am Hinterkopf, als mehrere Schulbusse auf den Weg zu einem Ausflug im Tunnel von Klammroth explodiert sind. Nur wenige haben dieses Unglück überlebt und sie traf es von allen am Wenigsten. Kurz nach dem Unglück schickte ihr Vater, der damalige Schuldirektor, sie auf ein Internat, damit sie sich von dem Schock und den Anfeindungen, warum es ihr so gut geht, erholen konnte. Inzwischen sind Jahre vergangen, sie ist geschieden, hat eine 14 jährige Tochter namens Lily und muss nun zurück, denn ihre Stiefmutter ist verstorben und ihr Vater kann auf Grund seiner Demenz nichts mehr entscheiden. Da ihr plötzlicher Tod in den Flammen des Hauses merkwürdig ist, muss sich Anais auch der Polizei als Zeugin stellen. Zusammen mit ihrer Tochter tritt sie die Reise in ihre Kindheit an. Vor Ort stößt sie nicht nur auf die alten Anfeindungen, sondern bekommt von allen Seiten gesagt, dass ihre Stiefmutter, die damals nach dem Unglück eine Schmerzklinik vor Ort eröffnet hat, Experimente mit den Opfern durchgeführt hat. In Kombination mit ihrem merkwürdigen Tod, möchte auch Anais wissen, was passiert ist. Sie fängt an Fragen zu stellen und kommt mit einem ansässigen alten Mann in Kontakt, der ebenfalls in der Klinik lebt. Er deutet sehr verwirrende Dinge an, und als Anais diesen Dingen auf den Grund geht, verschwindet plötzlich ihre Tochter. Sie ahnt, dass mehr dahinter steckt, und fängt an noch mehr Fragen zu stellen. Dabei kommt sie einer Wahrheit auf den Grund, die sie über Jahre verdrängt hat.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Klammroth“ ist ein Buch, welches ich von Anfang an schwer einschätzen konnte. Worauf möchte die Autorin hinaus und in welche Richtung soll dieses Buch gehen. Horror, Thriller, Drama? Eins war mir jedoch klar, das Buch würde einige spannende Stunden Unterhaltung bieten. Die erste Euphorie hat sich jedoch bald gelegt, denn zu 100% konnte mich das Buch schon nach wenigen Seiten nicht überzeugen. Es lässt sich sehr leicht lesen und so habe ich es auch gerne zügig zu Ende gelesen. Allerdings gibt es einige Punkte, die mir negativ aufgestoßen sind, und die die guten Ansätze eher verdrängt haben.

Es beginnt schon mit Anais als Hauptfigur. Abgesehen von dem, Entschuldigung, etwas ungewöhnlichen Namen, hatte ich Schwierigkeiten mich in die Persönlichkeit hineinzuversetzen. Das lag nicht nur an ihrer extrem Art, sondern der Tatsache, dass ich sie recht blass beschrieben fand. Es wurden lediglich einige Extreme herausgepickt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es sich um eine Autorin handelt, sie nackt stundenlang vor Publikum Tierknochen säubert. Der Hintergrund, ihre Entwicklung die zu dieser Persönlichkeit geführt hat, fehlt jedoch. Verständlich ist die Verdrängung des Unfalls und die Zeit drumherum, aber einige Fakten, Vorgeschichten und Rückblenden auf die Zeit im Anschluss, wie zum Beispiel ihre Ehe, hätten mir persönlich einen besseren Zugang gewährt. Ohne diese Dinge ist es schwer eine solche Persönlichkeit zeitgleich als liebende, fürsorgliche Mutter wahrzunehmen. Es wirkt irgendwie sehr widersprüchlich, wenn man liest, dass sie erst einmal ihre Tabletten absetzen muss, um sich um ihre Tochter kümmern zu können. Aus dem Grund hätte ich mir mehr Entwicklungsinformationen gewünscht.

Während ich hier schon etwas enttäuscht war, wird an Hand von kurzen Erzählungen, Gedanken, die Zeit rund um ihren Vater, ihre Stiefmutter kurz erklärt. Aber auch hier fehlt irgendwie ein Hintergrund. Da taucht nach einem schweren Unglück eine wildfremde Frau auf, und setzt alle Hebel in Bewegung den Schuldirektor, der glücklicherweise Witwer ist, zu heiraten. Ihr seht, es wirkt oftmals etwas in den Raum geworfen oder sehr nach Zufall, und man versteht bis zum Schluss nicht die Hintergründe. Die Geschichte um Anais, ihre Freunde und die Zeit vor dem Unglück wird nur sporadisch angeschnitten, zeigt aber auch hier schon eine sehr extreme Anais, die man gerne noch näher kennenlernen würde, um die erwachsene Persönlichkeit besser verstehen zu können. Jedoch legt die Autorin darauf keinen Wert.

Nehmen wir nun einmal Abstand vom Hintergrund und den Protagonisten. So trifft man auf ein Buch, welches alle Voraussetzungen für ein gutes Drama hat. Den Hass und Neid, den die anderen Einwohner ihr auch nach Jahren entgegenbringen ist regelrecht greifbar und verständlich. Wer selbst schwer verletzt überlebt hat oder gar ein Familienmitglied damals verloren hat, der wird eben nie verstehen können, warum gerade sie so ein großes Glück hatte. Die Emotionen sind sehr gut beschrieben, verlieren aber auf Grund des gruseligen Faktors, der immer wieder eingeworfen wird, an Intensität. Das liegt nicht am Grusel selbst, denn die Frage nach dem Warum sorgt natürlich so oder so für Spannung. Das kann man problemlos gruselig gestalten. Jedoch mit fliegenden Müllsäcken, die nur in der Dunkelheit zu sehen sind, ist es doch etwas übertrieben. Ist hier eine böse Macht am Werk und tendiert es in Richtung Wolfgang Hohlbein? In meinen Augen nimmt es dem Buch das Gewisse etwas, da der eine Bereich den anderen etwas nimmt, der Gruselfaktor aber nur oberflächlich angerissen wird. Wäre die Autorin hier in die Tiefe gegangen, hätte vielleicht auf ein paar Ideen verzichtet, um andere auszubauen, dann hätte hier ein gruseliges, spannendes Buch mit viel Drama entstehen können. So bleibt es stellenweise leider oberflächlich.

Nichtsdestotrotz muss ich auch anstandslos zugeben, dass ich mehr wissen wollte und durch den flüssigen, leichten Stil das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte. Belohnt wird man durch einen Schluss, der sich für wenige Leser schon vorher offenbaren, aber die Mehrheit definitiv überraschen wird. Auf der einen Seite ziehe ich meinen Hut für die Auflösung, denn die Beweggründe und das was damals tatsächlich passierte, sind auf jeden Fall sehr interessant und erklären so einiges. Es ist schon faszinierend, was das menschliche Gehirn alles zu Stande bringt. Aber auch hier muss ich zugeben, dass mir der gruselige Beigeschmack stellenweise falsch vorkam. Aber hier sind Geschmäcker verschieden.

Alles in allem gefällt mir der Ansatz, der Stil und teilweise der Schluss. Spannung, die durch viele Punkte aufkommen könnte, geht leider auf Grund der vielen Ideen unter. Zudem empfand ich die Protagonisten einfach zu blass für eine solche Geschichte. Im Grunde habe ich mir von dem Klappentext mehr versprochen zumindest. Da ich mich aber gut unterhalten gefühlt habe, oder zumindest nie das Gefühl aufkam, ich müsse vorblättern oder einige Passagen überspringen, bekommt das Buch faire vier Sterne von mir, denn irgendwie hat das Buch trotz aller Kritikpunkte etwas.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Isa Grimm
Titel: Klammroth
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Paperback); Auflage: Aufl. 2014 (13. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785761074
ISBN-13: 978-3785761076
Preis: € 14,99
Genre: Drama / Horror
Lesedauer: 2 Tage

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Die Schatten von Sev-Janar / Anke Höhl-Kayser

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Anke Höhl-Kayser ist eine Autorin, die ich schon recht lange verfolge. Über Bod, einen Selbstverlag, fragte sie mich vor Jahren an, ob ich Lust hätte ihr Werk zu rezensieren. Ich sagte ja, und bin inzwischen ein kleiner Fan. Ihr neues Werk ist nun schon einige Monate auf den Markt, was ich auf Grund der Schwangerschaft ehrlich gesagt verpasst habe. Sie schrieb mich jedoch an und fragte erneut nach. Anders als ihre Ronar-Trilogie und trotzdem ähnlich. In den letzten Tagen hat sie mir damit meine Verdammung zu liegen etwas versüßt. Inwiefern sie sich ähneln und doch unterscheiden, und ob das Buch abseits des Selbstverlags noch mehr lohnt, kann ich euch nun endlich verraten.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Artie ist ein Berner Sennenhund und in der letzten Zeit ging es ihm so gar nicht gut. Als er jedoch an diesem Morgen erwacht, ist es anders. Er hat keine Bauchschmerzen, fühlt sich wie neugeboren, wohl und gesund. Endlich scheint ihm seine Sünde vergeben zu sein, denn einige Tage zuvor hatte er im Garten einen köstlichen Fleischbrocken entdeckt. Als Tom Richardson, sein Herrchen und bester Freund, nicht hingesehen hat, konnte er einfach nicht dran vorbeigehen und hat ihn gegessen. Das diese Köstlichkeit ein solcher Fehler sein sollte, konnte er schließlich nicht ahnen. Nun hat er wieder Hunger und ih geht es gut, und das ist doch das Wichtigste. Doch irgendetwas ist anders. Es dauert einige Sekunden bis Artie merkt, dass er nicht bei Tom ist, sondern ganz woanders. Er ist im Land hinter dem Regenbogen, welches den wohlklingenden Namen Arcuria hat. Dort sind alle Hunde glücklich, können den ganzen Tag machen, was sie lieben, während sie darauf warten, dass ihr Herrchen sie eines Tages abholt. In Arties Fall kann das noch etwas dauern, denn sein Herrchen ist noch etwas zu jung, um in naher Zukunft zu sterben, denn Artie muss erkennen, dass Arcuria der Hundehimmel ist. Obwohl Artie Freunde findet, fehlt ihm Tom sehr und so macht er sich auf die Suche nach einem Weg zurück zu seinem besten Freund. Tom hatte schließlich in den letzten Jahren genug Leid ertragen müssen. Als Künstler in einer Kleinstadt, dessen Partner erst einige Jahre zuvor verstorben ist, hat er es tagtäglich mit Anfeindungen, blöden Sprüchen und Hass zu tun. Kein Wunder das Artie zu ihm zurück möchte. Er findet eine solche Pforte, öffnet aber dem Bösen den Weg nach Arcuria. Als ihm das klar wird, beginnt er den Kampf gegen das Böse, denn das Land hinter dem Regenbogen darf nicht zerstört werden. Gar nicht so leicht, denn die Realität sieht so aus, dass es Artie genauso schlecht geht wie schon vor seinem Tod. Glücklicherweise bekommt er menschliche, aber auch tierische Unterstützung.

'''o0o GENEHMIGTE LESEPROBEo0o'''
Sicherlich seid ihr neugierig und daher habe ich Anke einfach gefragt, ob ich eine kleine Leseprobe genehmigt bekomme. Eigentlich sollte sie mir ihre Lieblingsstelle heraussuchen, denn das finde ich persönlich immer interessant, aber diese würde zu viel Wissen voraussetzen. Mein Dank geht an Anke, die mir diese Leseprobe mit Absprache seitens Verlag für euch genehmigt hat.

ZITAT „CODE“

»Wir verlieren die Verbindung«, sagte Myrna.
Der Spiegel begann sich wieder einzutrüben. Innerhalb von Augenblicken war seine Oberfläche völlig weiß.
Ben hatte viel seiner ursprünglichen Energie zurückgewonnen. Er wirkte tatendurstig.
»Ihr zwei«, wandte er sich an Anna und Arnold, »bitte geht zu Mrs Cunningham, ihr wisst doch, die alte Dame, die die Meerschweinchen züchtet. Sie wird froh sein, euch zu sehen. Ich bin sicher, sie ist mit der aktuellen Situation überfordert. Bietet eure Hilfe an. Und dann lasst Victor mit den Meerschweinchen sprechen.«
»Und was soll ich sagen?«, erkundigte sich Victor aufgeregt.
»Nicht viel«, antwortete Ben. »Nur – den Code. Er ist sehr wichtig und wird dir alle Türen öffnen.«
Er zögerte einen Moment. Dann beugte er sich vor und sagte sehr leise: »Die Schatten von Sev-Janar
»Und was bedeutet das, dieses komische Wort?«, wollte Victor mit gespitzten Ohren wissen.
»Das ist die Parole für höchste Gefahr«, erwiderte Ben. »Es ist streng geheim - sozusagen der Schlüssel für Arcuria. Außer uns kennt den Code niemand, und das ist gut so. Ich habe es dir nur verraten, weil du ohne das Passwort das Vertrauen der Wächter nicht gewinnen kannst. Es ist riskant, aber leider geht es nicht anders. Du darfst es ausschließlich den Wächtern Arcurias sagen, hörst du, Victor!«
An der Tür bewegte sich etwas. Artie zuckte zusammen. Es kam ihm vor, als habe er dort gerade eine Gestalt gesehen. Er war sich nicht sicher. Wer konnte das gewesen sein? Hatte sie jemand belauscht? Aber wer?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Tiere sind für Menschen immer etwas Besonderes, und wer Anke Höhl-Kayser kennt, der weiß dass dieses Buch eine Art Abschied ist, denn ihre Familie hatte über Jahre einen solchen treuen Begleiter. Warum also nicht auf diese Art und Weise Abschied nehmen und sich auch noch in vielen Jahren an diesen wunderbaren Begleiter erinnern.

Dabei ist das Kinder- und Jugendbuch nicht nur etwas für Fans von Tieren, sondern für alle, die sich gerne in magische Welten entführen lassen, um dort Abenteuer zu bestehen. Das Buch beginnt direkt mit der Erkenntnis, dass nach dem Tod alles besser wird. Selbst ohne Klappentext sollte jedem Leser klar sein, dass Artie nur deswegen plötzlich so agil, fit und schmerzfrei ist. Konsequenterweise schließt man die tierische Hauptfigur sofort ins Herz. Selbst als Erwachsener muss man schon sehr gefühlskalt sein, um Artie unsympathisch zu finden. Generell setzt die Autorin auf eine zauberhafte, lebendige Beschreibung ihrer Charaktere, die sich von ihren anderen Werken deutlich unterscheidet. Man merkt deutlich, dass diese ihr einfach näher stehen, da das Buch aus anderen Beweggründen geschrieben wurde. Diese Liebe, Erinnerungen und Verbundenheit spiegelt sich in den Charakteren wieder. Dies wird besonders bei den Emotionen, Gedanken und Beziehungen deutlich. 0815 wird hier vergebens gesucht.

Nicht nur die Figuren, sondern auch die Welt hinter dem Regenbogen wurde mit der gleichen Liebe zum Detail kreiert. Es entsteht von der ersten Sekunde an ein Kopfkino, das hoffen lässt, das Anke Höhl-Kayser eine Welt beschreibt in der die Tiere, aber auch wir Menschen später vielleicht wirklich unsere Bestimmung oder unseren Ausgang finden.

Es ist aber nicht nur diese Beschreibung, sondern generell die unterhaltsame und doch rührende Art der Geschichte, die den Leser bis zum Schluss ans Buch fesselt. Es ist ein magisches Abenteuer, welches viele spannende Szenen beinhaltet und das nicht nur auf der Beziehungsebene. Generell fiebert man mit, ob es Artie anfangs gelingt zu seinem Herrchen zurück zu kommen. Später ist es die Rettung vor der Zerstörung. Langeweile kommt bei diesem Buch zu keiner Zeit auf, obwohl das Thema im ersten Moment einige langatmige Passagen vermuten lässt.

Wie oben schon erwähnt setzt die Autorin nicht durchweg auf Trauer, sondern kombiniert traurige Momente mit humorvollen Szenen, sodass Tränen vorprogrammiert sind. Sei es, weil das Buch gerade so berührt oder auf Grund von Lachtränen.

Thematisch setzt das Buch auf der einen Seite auf die Verarbeitung beim Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres. Deswegen eignet sich das Buch gerade für jüngere Leser, die sich in einer solchen Situation befinden. Auf der anderen Seite geht es aber auch um Menschen, die anders sind und somit anecken. Der tagtägliche Kampf gegen die Anfeindungen der Mitmenschen kann gut mit Mobbing in der Schule verglichen werden, und bietet den jungen Lesern zusätzlich einen gewissen Reiz.

Alles in allem ist der Autorin ein wunderschönes Buch gelungen, das große und kleine Leser als Fan gewinnen wird. Hat die Autorin schon bei Ronar einen großen Sprung innerhalb der Trilogie gemacht und so manchen überzeugen können, wird bei diesem Buch noch deutlicher, welches Talent die Autorin besitzt. Man kann nur hoffen, dass noch viele weitere, magische Werke aus ihrer Feder entspringen werden.


'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Anke Höhl-Kayser
Titel: Die Schatten von Sev-Janar
Taschenbuch: 228 Seiten
Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (22. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3942533952
ISBN-13: 978-3942533959
Preis: € 8,91
Genre: Kids, Fantasy
Lesedauer: 2

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Das letzte Revier / Patricia Cornwell

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Irgendwie komme ich in der letzten Zeit einfach kaum noch zum Lesen. Für meinen Testblog habe ich noch so viele Berichte / Proben offen, und mit zwei kleinen Jungs hat man mehr um die Ohren, als mit einem Baby. Doch nun habe ich mal wieder ein Buch beendet, und obwohl ich hundemüde bin, setze ich mich noch an den Bericht, damit auch ihr wisst, ob sich mein letztes Buch gelohnt hat. Gelesen habe ich mein letztes Buch von Patricia Cornwell. Wie ihr wisst, bin ich einfach nie mit ihr warm geworden und habe mich durch ihre konstruierten Fälle gekämpft. Um es endlich hinter mich gebracht zu haben, wurde nun auch dieses Buch endlich gelesen. Und nein, auch hiermit hat sie mich nicht als Fan gewinnen können.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Dr. Kay Scarpetta ist die Leiterin des gerichtsmedizinischen Instituts in Virgina und hat es zur Zeit mit zahlreichen Frauenleichen zu tun. Sie gehen zu großer Wahrscheinlichkeit auf das Konto des Serienmörders Jean-Baptiste Chandonne. Doch ein Chandonne lässt sich nicht fangen. Zumindest nicht, wenn er keinen Fehler macht. Diesen begeht er jedoch, indem er versucht Scarpetta umzubringen. Als Polizist klingelt er an ihrer Tür und schafft es sogar fast. Allerdings kann Kay im Formalin in die Augen gießen und sich mit einem gebrochenen Ellenbogen retten. Chandonne kann festgenommen werden, aber im Verhör streitet er ab für die Morde verantwortlich zu sein. Im Gegenteil es kommen sogar Fragen auf, ob nicht Kay sogar den einen Mord an ihrer Rivalin Diane Bray begangen hat. Schließlich ist es für sie ein leichtes einen Mord zu kopieren. Kay muss ihre Unschuld beweisen und kommt dabei einem Komplott auf die Schliche, welches bis zur Mafia reicht. Ob es ihr gelingt die tödliche Gefahr zu bannen und ihre Unschuld zu beweisen, sogar vielleicht die Morde aufzuklären, müsst ihr aber selbst nachlesen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Patricia Cornwell ist eine Autorin, die viele Fans hat. Schaut man sich jedoch die Rezensionen zu den verschiedenen Werken rund um Dr. Kay Scarpetta an, dann sind viele Meinungen auch negativer Natur. Sie schafft es somit nicht jeden zu fesseln. Ich habe damals fünf Romane aus ihrer Reihe ersteigert. Ohne auf die Reihenfolge zu achten, fing ich mit „Brandherd“ an und war mehr als enttäuscht. Ich fand keinen Bezug den Figuren und auch ihre teilweise langatmigen Schilderungen konnten mich nicht überzeugen. Zumindest dachte ich, dass die Reihenfolge vielleicht ersteres Problem lösen könnte. Im Anschluss habe ich die Werke chronologisch gelesen. „Das letzte Revier“ ist nun der letzte Roman, der noch aus dem Paket übrig geblieben ist, und war für mich die letzte Chance, die ich der Autorin geben wollte.

Der Einstieg in dieses Abenteuer zeigt sofort, dass den Leser genau das erwarten wird, was er auch schon bei anderen Romanen der Autorin angetroffen hat. Am Anfang schafft es Patricia Cornwell durch Spannung zu punkten. Es gibt kaum einen Roman von ihr, wo ich nicht denke, diesmal wird es besser und sie wird es schaffen. Doch auch hier kristallisiert sich nach rund 50 Seiten heraus, dass ich mich wiedermal getäuscht habe. Ihre manchmal sehr ausführlichen und detaillierten Schilderungen sind mit Sicherheit nicht schlecht. Oft sind sie nichts für schwache Mägen, aber leider nutzt sie diesen Detailreichtum nicht nur bei wichtigen Schilderungen, sondern eigentlich fast immer. Dadurch entsteht ein langatmiger Stil, der das Buch unnötig in die Länge zieht. Sie hat Ahnung von diesem Fach, aber manchmal sind weniger Informationen besser. Ich kann mich noch an einen Fall erinnern, wo sie sogar über Kochtöpfe unzählige Sätze verloren hat, wo ich nur den Kopf schütteln konnte. Diesmal sind es jedoch die allzu tiefen Blicke in die Gerichtsmedizin, wo sich die Autorin in meinen Augen festbeißt.

ZITAT ( Patricia Cornwell: Das letzte Revier)
Mit einer Lupe suche ich beide Seiten seiner Hände nach offensichtlichen Beweisspuren ab, die durch das Abnehmen der Fingerabdrücke verloren gehen könnten. Ich scheide Fingernägel ab und verwahre sie in einem Umschlag, den ich beschrifte und zu den anderen Papieren auf der Ablage lege, dann drücke ich die Fingerspitzen auf das Stempelkissen, und Mario hilft mir mit dem Löffel.

Abgesehen davon bekommt der Leser es mit zahlreichen Figuren, Fachbegriffen, Institutionen und Orten zu tun. Ich hatte für meinen Teil arge Schwierigkeiten mir wirklich alles zu merken, und hatte oft das Problem, dass ich in den Tiefen meines Gedächtnisses kramen musste, um wieder einen Bezug zu einer Person, die vor zig Seiten vorkam, zu finden. Gerade jetzt mit einem Baby, das mir nur immer wenige Seiten gönnt, war es extrem schwer. Aber diese Problematik kannte ich schon von den anderen Werken.

Zumindest die vielen Beziehungen und wichtigsten Persönlichkeiten, die schon in den früheren Werken vorkamen, wurden wieder sehr lebendig geschildert. Wer die Bücher nicht kennt, wird ähnlich wie ich am Anfang Schwierigkeiten haben, denn eine Menge Fakten werden vorausgesetzt, aber mit dem Wissen sind sie gelungen und entwickeln sich auf interessante Weise. Kay ist diesmal aber alles andere als sympathisch, was daran liegt, dass sie über Seiten in Selbstmitleid schwelgt und ich mit einer solche Art und Weise wenig anfangen.

Inhaltlich ist die Geschichte wieder basierend auf den vorherigen Geschehnissen, aber auch generell eine gute Idee. Wäre es nicht häufig sehr langatmig erschienen und hätte die Autorin sich mehr auf spannende Momente konzentriert, hätte das Buch klasse werden können. Ähnlich empfinde ich es eben bei allen Werken. Gute Idee, langatmige und manchmal nervige Umsetzung.

Verglichen zu Kathy Reichs, die zwar am Anfang rund 100 Seiten braucht, bis es spannend wird, dann aber punkten kann. Sind hier die ersten 50 Seiten fesselnd, bevor sich die Autorin verliert. Für mich ist diese Variante allerdings nichts und so bleibt es bei meiner Meinung. Ich kann nichts mit Patricia Cornwell anfangen. Mit dem fünften und letzten Band aus meinem Regal schließe ich für mich mit dem Kapitel ab, und möchte die restlichen Bände nicht auch noch lesen müssen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Patricia Cornwell
Titel: Das letzte Revier
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Goldmann; Auflage: 1. Auflage Taschenbuchausgabe (1. August 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442439051
ISBN-13: 978-3442439058
Originaltitel: The Last Precinct
Preis: € 0,01
Genre: Thriller
Lesedauer: 6 Tage

'''Autorenportrait'''
Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, arbeitete als Polizeireporterin in der Rechtsmedizin, bevor sie mit ihrem ersten bahnbrechenden Thriller um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta die Bestsellerlisten stürmte. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin war sie dann unter anderem als Leiterin der Abteilung für Angewandte Forensik an der National Forensic Academy der University of Tennessee tätig. Patricia Cornwells hochspannende und bis ins kleinste Detail recherchierte Bücher wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und erobern nach wie vor regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. (Quelle: amazon.de)

'''o0o Reihenfolge der Reihe o0o'''
(1990) Mord am Samstagmorgen / Ein Fall für Kay Scarpetta / Post mortem
(1991) Ein Mord für Kay Scarpetta / Flucht
(1992) Das fünfte Paar (Herzbube)
(1993) Vergebliche Entwarnung / Phantom
(1994) Das geheime ABC der Toten
(1995) Die Tote ohne Namen
(1996) Trübe Wasser sind kalt / Schuld
(1997) Der Keim des Verderbens / Verderben
(1998) Brandherd
(1999) Blinder Passagier
(2000) Das letzte Revier
(2003) Die Dämonen ruhen nicht
(2004) Staub
(2005) Defekt
(2007) Totenbuch
Book of the Dead
(2008) Scarpetta
(2009) Scarpetta Factor
(2010) Bastard
(2011) Blut
(2012) The bone bed

'''Zitierter Klappentext'''
Kay Scarpetta, oberste Gerichtsmedizinerin von Virginia, ist den tödlichen Fängen des brutalen Serienkillers Chandonne soeben um Haaresbreite entkommen, als sie selbst des Mordes verdächtigt wird: Eines der Opfer Chandonnes soll in Wahrheit auf ihr Konto gehen. Während Scarpetta fieberhaft versucht, sich von den Beschuldigungen zu entlasten, überschatten zwei weitere Morde die Ermittlungen ...

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, ersten 50 Seiten
Contra: langatmig, zu viele Personen, nichts für Quereinsteiger
Empfehlung: Nein
Sterne: 2

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