Wenn liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage? / Mara Andeck

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Es geht weiter!! Anfang des Jahres, genauer gesagt im Februar 2014 habe ich den zweiten Band der Trilogie über Lilia und ihr Liebesleben gelesen. Als ich die Fortsetzung bei Amazon Vine entdeckte, habe ich gleich geklickt und darf nun auch den letzten Band dieser Reihe lesen. Wie er mir gefallen hat, darf ich euch nach einer Leserunde während des CTGs verraten. Doch für alle, de nicht wissen, worum es eigentlich geht, noch einmal der Inhalt des zweiten Bandes.


'''o0o WORUM GEHT ES IIM VORHERIGEN BUCH? o0o'''
Lilia ist 16 Jahre alt und ihr Leben ist das einzige Chaos. Endlich hat sie begriffen, dass ihr Sandkasten Freund Tom der Richtige ist. Doch leider will er von ihr nichts mehr wissen. Nach dem Kuss herrscht eine gewisse Funktstille, die Lilia in den Wahnsinn treibt. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass der Kuss unglaublich war und er nun Bedenkzeit braucht, sondern sich auch noch ihre Erzfeindin, die hübsche Vicky, an ihn heran schmeißt. Das geht mal so gar nicht. Also beschließt Lilia sich für ein Hilfsprojekt in den Ferien zu bewerben, für das sich Tom auch angemeldet hat. Leider wird auch dieser Plan zerstört, denn nicht nur sie bewirbt sich, sondern auch Vicky, was zu Folge hat, das Tom sich kurzer Hand abmeldet, denn er wollte eigentlich auf der einsamen Insel zu Ruhe kommen. Sein Freund Felix, mit dem er jedoch in Email-Kontakt steht, wäscht ihm jedoch den Kopf und so übernimmt er einen kleinen Hausmeister-Job bei diesem Projekt. Während alle in diesem Forschungsprojekt aufgehen, ist es für Lilia die absolute Katastrophe. Vicky hängt die ganze Zeit mit Tom zusammen und sie selbst fühlt sich mehr als Unwohl unter den ganzen Natur- und Tierliebhabern. Da soll sie doch Blattläuse sammeln und im Wald freilassen. Kein Wunder das sie Aufträge nicht Ernst nimmt oder bei einer 6 stündigen Überwachung von Auerochsen einfach einschläft. Als sie schon nach Hause geschickt werden soll, setzt sich überraschend Tom für sie ein. Ein Lichtblick am Himmel, der sich jedoch bald in Gewitterwolken verwandelt, als sie wieder Mist baut. Die Katastrophe ist perfekt, als sie sich wegen einem Entschuldigungsbrief verzettelt und ein Auerochse vom Radar verschwunden ist. Zu allem Überfluss ist dieses Exemplar auch noch trächtig und Lilia macht sich sorgen. Dabei gerät sie in tödliche Gefahr und muss über Stunden so verharren, da ihr Fuß bei der Aktion wieder kaputt gegangen ist. Nur einem Zufall verdankt sie, dass sie von Tom gefunden wird, der jedoch in die gleiche Falle tappt. Gelingt den beiden Flucht vor der wütenden Mutter und kommt es endlich zum klärenden Gespräch!?

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Lilia und Tom sind zusammen, sie haben es geschafft und sind so richtig über beide Ohren verliebt. Leider endet ihr Happy End jäh mit der Rückkehr von der Insel. Auf der einen Seite ist Tom immer recht komisch und sagt oft, dass es etwas Privates ist, gerade in Bezug auf Vicky. Auf der anderen Seite will ihr Vater nicht akzeptieren, dass Lilia schon 16 Jahre alt ist. Ihr Vater verbietet ihr sogar die Beziehung zu Tom, und erteilt ihr Hausarrest, als eine Nachbarin sie knutschend vor der Tür entdeckt. Für Lilia der blanke Horror, denn eine Minute ohne Tom ist schon schwer genug, aber eine ganze Woche, das geht so gar nicht. Hinzu kommt der Spendenmarathon in der Schule, wo keiner so richtig Lust zu hat. Statt Spendenlauf, wollen die Schüler lieber einen Tag arbeiten und ihren Verdienst spenden. Doch der Direktor ist da anderer Meinung und stellt sich mehr als quer. Das Leben ist somit richtig kompliziert geworden. Zudem kommt bei Diana, der Freundin von Lilias Bruder, das Thema Sex und Verhütung auf. Eigentlich muss Lilia sich auch darum kümmern, doch wie weit geht man, und wie soll sie zum Arzt gehen, wenn nur Papa zu Hause ist? Fragen über Fragen, die sie nach und nach klärt. Bleibt nur die Frage, ob Tom sie noch immer liebt oder eigentlich doch etwas von Vicky will.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Obwohl ich die Umsetzung, der detaillierten Tagebucheinträge nicht unbedingt mag, ist mir das Buch inhaltlich positiv im Gedächtnis geblieben. Neugierig wie es weiter geht, habe ich entschieden auch den letzten Teil zu lesen, und zu hoffen, dass die Autorin vielleicht diesmal nicht sekündlich Einträge verfasst.

Angesetzt wird die aktuelle Geschichte genau da, wo das andere Buch aufgehört hat. Auf der Insel und die zarte Liebe zwischen Tom und Lilia. Schnell geht es vom Urlaub zurück in die Realität und hier zeigt sich, wie bei den Großen, dass es im Alltag nicht immer Sonnenschein ist. Es gibt Probleme mit denen man am Anfang gar nicht rechnet. In diesem Fall der eifersüchtige Vater, der große Bruder, die Schule und andere Mädchen. Eben die Probleme, die in dem Alter noch relevant sind. Der Autorin gelingt es eigentlich sehr schön, diese Themen einzubauen. Allerdings muss ich sagen, dass ich in diesem Fall wirklich dachte, dass sie mehr auf die im Klappentext beschriebenen Themen, wie „SÄGGS“ geht. Schließlich ist das Buch für Teenager und da es heute schon oftmals mit 13 anfängt wären Thema wie Pille, das erste Mal und Co natürlich im Fokus wesentlich interessanter. Mara Andeck setzt zwar auf diese Bereiche, aber streift sie nur minimal, um zu zeigen, dass jeder hier selbst seine Erfahrungen sammeln muss, und niemanden diese Privatsphäre etwas angeht. Auf der einen Seite gut, aber hätte sie diesen Aspekt genauso realistisch umgesetzt, wie die vorherigen Bände, wäre es eine gute Aufklärung geworden.

Neben diesen Themen entwickeln sich die Figuren auf ihre Art und Weise und zeigen, dass sie sich durch diesen „Urlaub“ erwachsener entwickelt haben. Es sind reifere Gedanken, aber eben auch Gedanken, die Eltern selbst auch mal gedacht, aber inzwischen vergessen haben. Genau diese Entwicklung gefällt mir als Mutter, die sich aber an ihre Jugend noch sehr gut erinnern kann, sehr gut.

Einzig und allein, die Art und Weise, also die Tagebuchform, kann mich auch diesmal nicht überzeugen. Auch ich habe Tagebuch geführt, wie so viele Mädchen, aber in der Regel schreibt man einmal am Abend einen Eintrag und nicht alle 10 Minuten. Ich fand die oftmals kurzen Einträge einfach zu viel. Immerhin schreibt sie diesmal nicht im Freibad oder an sonstigen Stellen, abgesehen der Schule, wo man sein Tagebuch auch nie mitnehmen würde.

Eben hab ich einzig und allein gesagt, das stimmt eigentlich nicht so ganz. Obwohl ich die Themen sehr toll finde, wird mir zu viel Augenmerk auf den Spendenlauf gelegt. Die Rebellion steht zu oft im Vordergrund. Leider geht dadurch die Liebesgeschichte unter, und das wiederum wird die Fans, die das Buch eben gerne wegen der Liebeskomplikationen lesen, doch etwas stören. Manchmal hätte ich gerne an diesen Stellen überschlagen.

Mara Andeck ist mit Sicherheit kein schlechter Schluss gelungen, wenn man die vorherigen Werke betrachtet, sind diese aber humorvoller und die Liebesgeschichte ist viel interessanter gestaltet. Ich habe es stellenweise als Erwachsene sehr langweilig gefunden und weiß, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hätte, wie die vorherigen Bände. Daher gibt es auch nur vier Sterne.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Mara Andeck
Titel: Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Boje); Auflage: Aufl. 2014 (14. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3414823780
ISBN-13: 978-3414823786
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 2,4 cm
Preis: € 12,99
Genre: Kids, Liebe
Lesedauer: 2 Tage

'''Reihefolge'''
Wen Küss ich und wenn ja, wie viele?
Wer liebt mich und wenn nicht, warum?
Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?

'''Autorenportrait'''
Die Autorin wurde 1967 in Freiburg geboren und wuchs in Tübingen auf. In Dortmund studierte sie Journalismus und Biologie. Nach einem Volontariat beim WDR ist sie als Wissenschaftsjournalistin tätig und schreibt nebenbei Bücher. Mit ihrem Mann und ihren Töchtern lebt sie in der Nähe von Stuttgart. Der vorliegende Roman ist die Fortsetzung von ihrem Erfolg „Wen küss ich und wenn ja, wie viele?

'''Zitierter Klappentext'''
Dritter und letzter Band von Lilias Tagebüchern. Lilia hat Tom erobert. Oder hat Tom Lilia erobert? Egal. Fest steht: Was aussah wie ein Happy End, macht zwar durchaus happy, aber zu Ende ist damit gar nichts. Jetzt fangen Lilias Probleme nämlich erst an. Zurück zu Hause muss sie feststellen: Nicht nur Eltern und Lehrer, auch beste Freundinnen und kleine Schwestern können ganz schön komisch werden, wenn man einen Jungen küsst. Und plötzlich hat Lilia ganz viele Fragen: Was kommt eigentlich nach dem ersten Kuss? Der zweite, klar, und dann der dritte, der vierte ... Aber danach? Lilia muss unbedingt herausfinden, wie sie, das Leben und die Liebe zusammenpassen. Diesmal kann und will sie sich nicht auf ihr Bücherwissen verlassen. Jetzt muss sie selbst ran und eigene Erfahrungen machen. Wenn man sie nur lassen würde.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Entwicklung, Figuren, Themenauswahl
Contra: Liebe nicht im Fokus, daher oft langweilig
Empfehlung: Ja
Sterne: 4


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Legend - Schwelender Sturm / Marie Lu

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Vor einigen Tagen habe ich euch den ersten Band der „Legend“-Triologie vorgestellt. Diese hat mich so begeistert und gefesselt, dass ich mich an den zweiten Band machen musste. Während ich den anderen Band kaum aus der Hand legen konnte, ist es hier etwas anders gewesen. Trotzdem freue ich mich sehr, euch nun auch „Schwelender Sturm“ vorstellen können.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Day und June konnten fliehen, sind aber nun auf sich allein gestellt, denn die Patrioten wollen keinen Klotz am Bein haben. Kurzer Hand machen sich die beiden alleine auf den Weg nach Las Vegas, wo die Patrioten zur Zeit sind. Dort angekommen können sie die Gruppe sogar überzeugen und sich ihnen anschließen. Day, der verletzt ist, wird operiert und auch June kann endlich verschnaufen. Während ihrer Reise ist nämlich eine Menge passiert. Nicht nur die Tatsache, dass Days Bruder sich hat hinrichten lassen, um Day zu helfen, sondern auch der Tod des Elektors. Sein Sohn Anden übernimmt nun die Führung, und genau hier möchten die Patrioten einen Plan in die Tat umsetzen, der vor allen Dingen Day und June einschließt. June soll sich schnappen lassen, den Elektor vor einem Anschlag warnen und ihn direkt in die Falle der Patrioten führen, sobald er ihr vertraut. Den Mord wiederum soll Day verüben, der schließlich allen Grund dazu hat, und vom Volk geliebt wird. Getrennt machen sich beide auf den Weg und hängen ihren Gefühlen nach, denn kurze Zeit zuvor hat Day June seine Liebe gestanden. Doch irgendwie verläuft der Plan nicht so, wie es sich alle erhofft haben. Während Day von Tess geküsst wird, muss June einen Anden kennenlernen, der so völlig anders ist, als sein Vater. Ja, einen Elektor der Pläne hat für das Land und sie sogar um Hilfe bittet. Sie merkt, dass mehr dahinter steckt und bricht ihren Auftrag ab. Day der nicht weiß warum, unterstützt sie und so können sie in letzter Sekunde den tödlichen Anschlag verhindern. Sie müssen erneut fliehen, und diesmal sogar über die Grenze zu den Kolonien. Anfänglich werden sie dort toll behandelt und es zeigt sich, dass die Kolonien wirklich besser zu sein scheinen. Während Day gefeiert wird, rät ihm eine innere Stimme June lieber als Sarah auszugeben. Und das ist auch gut so, denn kurze Zeit später erkennt June in ihrem Fiebertraum die Wahrheit und auch Kaede kommt extra ins Land, um Day die Wahrheit zu erklären. Razor, der Anführer der Patrioten, hatte seine ganz eigenen Pläne und sollte Anden nur töten, weil dieser vom Senat gehasst wurde. Day, June und Kaede müssen fliehen und sie haben nur eine Chance Anden zu unterstützen. Es beginnt eine gefährliche Flucht aus den Kolonien, direkt zu Anden.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Schwelender Sturm“ ist der zweite Band der „Legend“-Trilogie von Marie Lu und schließt direkt an die Geschehnisse aus „Fallender Himmel“ an. Somit sollte mich das Buch eigentlich genauso fesseln, wie schon der erste Teil. Allerdings schafft es Marie Lu leider nicht. Obwohl ich gerade erst den ersten Band aus der Hand gelegt habe, und somit eigentlich noch mitten im Geschehen sein müsste. Inhaltlich reiht sich der Band nahtlos an den ersten an. Jedoch ist der erzählerische Sprung mein größtes Problem.

Es sind im Grunde nur grob 100 Seiten mehr und eigentlich hatte ich mich hierauf sehr gefreut. Doch statt dies wieder so fesselnd umzusetzen, tritt die Autorin irgendwie auf der Stelle.

Bei den Hauptfiguren fängt es an. Im ersten Band haben sich die Charaktere rasant entwickelt, wurden wundervoll und einzigartig beschrieben. Hier ist dieser Wandel schon gesehen und leider verharren sie sehr lange in dieser Position. Lediglich ständige Selbstzweifel versuchen hier etwas Abwechslung unterzubringen. Einige mögen dies mit Sicherheit, ich war jedoch stellenweise einfach genervt. Das liegt aber auch daran, dass Marie Lu versucht, der Beziehung jegliche Steine in den Weg zu legen, die möglich sind. Da wäre Tess, die ihre Liebe zu Day entdeckt, Anden, der ebenfalls ein Auge auf June geworfen hat und später noch ein paar weitere Hindernisse. Für mich entsteht das Gefühl, dass die Autorin wirklich alles einsetzt, was das Buch komplizierter und länger macht.

ZITAT S. 200/201
Wenn du dich entscheiden müsstest, ob du entweder mich oder June rettest, und du keine Zeit zu verlieren hättest … was würdest du dann tun?“ Ich spüre, wie mir Röte ins Gesicht steigt, als meine Frustration immer größer wird.

Sicherlich sind ein paar von solchen Ideen in vielen Büchern umgesetzt, aber die Masse macht es, und ich fand diese Umsetzungen, wie das Zitat vielleicht auch zeigt, manchmal doch etwas kindisch.

Auch inhaltlich hatte ich das Gefühl, dass das Buch auf der Stelle tritt. Von Anfang an ist klar, dass auch diesmal die Hintergründe oder Beweggründe andere sind, und nichts ist, wie es zu sein scheint. Es ist nicht vielmehr der Inhalt selbst, sondern die Idee, denn im Grunde kann man sagen, dass sich irgendwo der erste Band wiederholt. Da sich jedoch eine Autorin weiterentwickeln und nicht beim zweiten Band auf altbewährtes zurückgreifen sollte, war ich eben enttäuscht und hatte kein Problem das Buch für einen Tag aus der Hand zu legen.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend geschrieben, und als Leser möchte man natürlich wissen, was nun eigentlich wirklich gegeben ist. Als Leser stellt man natürlich Vermutungen an und ich muss sagen, dass ich recht schnell das Spiel durchschaut habe. Obwohl es so vorhersehbar war, fühlte ich mich eher befriedigt, dass ich die Autorin so schnell einschätzen konnte, als das mich die Tatsache irgendwie gestört hätte. Ab der Hälfte des Buches kommt dann auch endlich wieder die Spannung, die ich im ersten Band geliebt habe. Days rasante Kletterpartien, hier ein Angriff, da eine Flucht. Je mehr sich das Buch dem Ende neigt, desto besser wird es von der Spannung.

Besonders gut gefallen hat mir grundsätzlich die Gewissheit, dass Marie Lu mein Hoffen erhört hat, und recht schnell das Entstehen des geteilten Amerikas erklärt. Hier muss ich sagen, dass die Umsetzung mir sogar sehr gut gefällt, denn es ist ein Szenario, was in der Tat eintreffen kann, wenn wir uns nicht mit dem Klima und der Umwelt beschäftigen.

Ein weiteres Highlight ist zudem der Schluss. Marie Lu hat hier ein Talent, dass nicht viele Autoren besitzen. Sie schafft es erneut das Buch abzuschließen, aber durch eine Frage oder eben Ausgangssituation die Lust auf den nächsten Band hervorzurufen. Ja, auch ich würde gerne wissen wie es weitergeht, obwohl ich auch sagen muss, dass auch ohne den neuen Konflikt zwischen Day und June die Situation interessant genug gewesen wäre. Nun möchte man aber zusätzlich noch wissen, ob es ein Happy End gibt.


'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Marie Lu
Titel: Schwelender Sturm
Gebundene Ausgabe: 442 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (16. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785573952
ISBN-13: 978-3785573952
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Patriots
Preis: € 17,95
Genre: Dystopie / SciFi
Lesedauer: 5 Tage

'''Autorenportrait'''
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher. (Quelle: Legendfans.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen.
Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen.
Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte.
Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:
Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt?
Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss?
Was, wenn die Patrioten falsch liegen?
Schwelender Sturm ist der zweite Band der Legend-Trilogie.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Schluss, klärt Fragen aus dem ersten Band
Contra: Buch tritt lange auf der Stelle
Empfehlung: Ja
Sterne:4


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Handy Reparatur ganz unkompliziert

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Ich weiß nicht, wie man früher ohne Handy auskam, aber ehrlich gesagt, finde ich diese Erfindung neben Büchern schon recht gut. Das ein Handy jedoch herunterfallen und kaputt gehen kann, ist ein Selbstläufer. Ich hatte bis dato nur abgeplatzte Kanten oder mal einen Sprung im Glas, es kann aber auch schlimmer kommen. Die Nichte meines Mannes hat regelmäßig einen Sprung im Glas. Jetzt kam jedoch ein unbekannter Fehler hinzu, der eine eigene Reparatur unmöglich gemacht hätte. 

Hier gibt es einen Anbieter im Internet, der wirklich toll helfen kann. Letsfix heißt er und kümmert sich um die Handy Reparatur. Ist der Fehler bekannt, kann der Preis für die Reparatur eingesehen werden. Ist der Fehler wie bei uns unbekannt, dann wird telefonisch der Grund herausgefunden. Das kostet zwar rund 10€, aber im Vergleich zu den Geschäften bei uns um die Ecke, wird hier solange gesucht, bis der Fehler auch gefunden wird. Danach wird ein Festpreis genannt, und der Kunde kann selbst entscheiden, ob er es zu diesem Preis einschicken möchte. In unserem Fall wurde herausgefunden, dass die Ladebuchse sozusagen einen Wackelkontakt hatte. Im Laden konnte der Fehler nicht gefunden werden und das Gerät hätte sofort eingeschickt werden müssen.

Da wir Leseratten ja oft unsere Ebook-Reader oder Tablets dabei haben, wollte ich euch diesen vielversprechenden Service einfach mal vorstellen. 
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FINALE, OH HO

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In den letzten Tagen hatte ich noch weniger Zeit zum Lesen. Das liegt nicht nur am Bauchzwerg sondern auch der Tatsache, dass wir ein Haus kaufen wollen. Nun hab ich vor einigen Tagen die freudige Nachricht erhalten, dass ich bei der Rebuy Challenge im Finale bin. Dabei hab ich diesmal fast gar nicht um Mithilfe gebeten. Daher danke ich allen Lesern.. 
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Flammende Sehnsucht / Victoria Alexander

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Warum ich mich manchmal zu Büchern entschließe, werde ich wohl nie begreifen. In diesem Fall habe ich ein Buch getauscht, was eigentlich so gar nicht in meine Leseauswahl passt. Allerdings wollte mein Tauschpartner ein altes Buch haben, das schon seit einigen Jahren in meinem Regal stand, und da habe ich nicht lange überlegen müssen. Genauso lange habe ich nun gebraucht, um mich zum Lesen durchzuringen.. Ich mag Liebesromane, solange sie in einem bestimmten Rahmen sind. Historische Liebesromane, die eher in Richtung Cora-Verlag tendieren, gehören jedoch nicht dazu. Jedes Buch verdient eine faire Chance, und so habe ich es mir in der Badewanne gemütlich gemacht und mit dem Lesen begonnen...


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
1821: Cassandra ist eine junge Frau im zarten Alter von 25. Ihre Zwillingsschwester ist nach einer früh endenden Ehe wieder glücklich verheiratet und nun möchte Cassandra auch ihr Glück finden. Doch sie hat genaue Vorstellungen von ihrem zukünftigen Mann. Er muss treu sein, keinen schlechten Ruf haben, aus einer vornehmen Familie stammen und es muss auf gegenseitiger Liebe beruhen. Gar nicht so leicht, denn entweder trifft sie auf Langweiler oder eben Männer mit üblem Ruf. Zudem ist sie sehr exentrisch, verdient ihr eignes Geld, obwohl ihre Familie reich ist und nimmt nie ein Blatt vor den Mund. Als sie Reggie kennenlernt, ist sie gleichzeitig fasziniert, aber auch abgestoßen von dem Mann, der einen so schlechten Ruf hat. Als seine Mutter jedoch im Sterben liegt und sie bittet das Haus zu renovieren, damit ihr Sohn endlich eine Braut findet, willigt sie ein. Blöd ist nur, dass sie so immer in seiner Nähe ist. So kommt auch die mehr als blödsinnige Wette zu Stande. Beide wollen für den anderen den richtigen Partner finden. Eigentlich eine lustige Wette, wenn Reggie sie nicht nur veranstalten würde, weil er sich schon in Cassandra verliebt hat. Blöd ist nur, dass auch Cassandra erkennt, dass er der richtige Mann für sie ist, aber nichts von seinen Gefühlen ahnt, so suchen beide einen anderen Partner, um zu zeigen, dass sie eigentlich füreinander bestimmt sind.

Ob es ihnen gelingt, müsst ihr selbst nachlesen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Flammende Sehnsucht“ ist ein historischer Roman, der sich auf interessante Weise mit dem Thema „Traummann“ und „den Partner fürs Leben finden“ auseinandersetzt. Eine zauberhafte Idee, um zu zeigen, dass der Traummann oft direkt vor der eigenen Nase ist und nur nicht erkannt wird. Dabei setzt die Autorin auf das altbekannte Spiel der Liebe. Eine Umsetzung die schon seit x Jahren von unzähligen Autoren immer und immer wieder gewählt wurde. Dementsprechend haben es heutige Autoren schwer sich hier besonders hervorzuheben. Victoria Alexander gelingt dies in meinen Augen auch nur bedingt. Ihr ist eine schöne, zauberhafte Liebesgeschichte gelungen, die jedoch arg in die Länge gezogen und sehr vorhersehbar wirkt.

Doch beginnen wir von vorne. Gerade der Einstieg ist alles andere als toll gewählt. Als Leser wird man Zeuge einer Zusammenkunft von Müttern, die im Grunde ihre Kinder verkuppeln wollen. Wäre nicht das Problem mit den Namen, ich hätte mich sofort wohl gefühlt, denn Victoria Alexander setzt auf einen sehr leichten, lebendigen und für die Zeit modernen Stil. Lediglich an bestimmten Einstellungen der Figuren und den Namen wird deutlich, dass das Buch 1821 spielt. Mal werden die Charaktere mit Vornamen, dann mit Titel, dann nur mit Nachnamen angesprochen. Es ist so schwer sich bei zahlreichen Figuren wirklich alle Namen merken zu können.

ZITAT S. 9
- der Blick der Herzogin ruhte auf ihrer Schwägerin,Georgina Effington, Lady William....

Hätte es nicht einfach der Vorname in Verbindung mit einer anfänglichen Titelbeschreibung gereicht? Bis zum Schluss kam ich immer wieder durcheinander, wenn plötzlich wieder vom Vornamen zum Nachnamen gewechselt wurde. Nun gut, aber ich habe auch kein gutes Namensgedächtnis.

Geschrieben wird das Buch immer abwechselnd aus Cassandras und Reggies Sichtweise. Auf diese Weise bekommt der Leser beide Perspektiven detailliert geschildert, kann Zusammenhänge und Gefühle besser verstehen. Allerdings ist es dieser Wechsel, der mit steigender Seitenzahl leicht störend wirkt. Durch das altbewährte Spiel in der Liebe ist es nämlich so, dass Cassie und ihr Reggie zwar sympathisch finden. Cassie ihn jedoch niemals als Traummann oder zukünftigen Ehemann in Erwägung ziehen würde, während sich Reggie mal wieder sofort verliebt, aber diesmal sicher gehen will, dass sein Herz nicht gebrochen wird. Ein Ansatz, den wirklich schon jeder Mal gelesen hat. Ständig kommt es zu Begegnungen und Wiederholungen. Während Reggie immer wieder betont, dass er noch nie so verliebt war, aber nicht verletzt werden will, sie zeitgleich nicht mehr hergeben möchte und sie vom Gegenteil überzeugen will, regt sich seine Angebetete ständig über ihn auf, ohne ihn wirklich zu kennen. Statt das Missverständnis oder den Grund für seinen Ruf aufzuklären, den sogar ihre Zwillingsschwester schnell herausfindet, zieht sich die Geschichte immer wieder auf diese Weise hin. Ab der Hälfte erkennt Cassie zudem dass sie ihn auch liebt, aber es wäre zu leicht, würde man als Autor nun die Geschichte zu einem Happy End führen. Intrigen, Wendungen und andere Dinge dürfen nicht fehlen, sodass es bis zum Schluss eigentlich offen bleibt. Die Betonung liegt jedoch auf eigentlich, denn die Blicke, Küsse und Gespräche zeigen eindeutig, dass beide sich lieben. Es ist auf der einen Seite schön zu lesen, aber auf der anderen Seite eben auch sehr anstrengend, da man ständig das Gefühl hat auf der Stelle zu treten.
Die Hauptproblematik liegt aber in den Dialogen, denn bei jedem, wirklich jedem Treffen diskutieren die beiden Liebenden ihre Situation. Sei es anfänglich, dass Reggie für sie nicht der passende Ehemann ist bzw. warum sie irgendwie auch nicht perfekt ist, und später versucht sie ihn immer und immer wieder zu verführen. Im Grunde hätte das Buch auch auf 200 Seiten gekürzt werden können. Immer wieder sagt man sich, bitte nicht noch eine Diskussion zu diesem Thema..

Zum Schluss wird noch einmal auf Spannung gesetzt, die keine Überraschung sein wird, und hier deutlich besser ausgearbeitet hätte werden können. Statt wie vorher alles lang und breit zu diskutieren, sind plötzlich alle Zweifel sofort weggeblasen. Nein, das find ich alles in allem nicht so doll.

Trotzdem ist es eine schöne Liebesgeschichte, die schön leicht zu lesen ist. Und nicht mal Fragen zu vorherigen Bänden aufkommen lässt, denn es scheint die Fortsetzung einer etwas längeren Familiensaga zu sein, wie Wikipedia mit Effington Familie und Freunde wohl zeigen möchte. Dementsprechend fühlte ich mich als neue Leserin von Victoria Alexander gut aufgehoben.

Alles in allem ist das Buch nicht verkehrt und lässt sich schön lesen. Allerdings habe ich noch nie für ein Buch mit ca 450 Seiten so lange gebraucht, wie es hier der Fall war. Und das lag einfach an der Tatsache, dass immer wieder alles wiederholt wurde. Dementsprechend fällt meine Bewertung nicht so positiv aus, wie Stil und Idee vermuten lassen würden.



'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Victoria Alexander
Titel: Flammende Sehnsucht
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426638010
ISBN-13: 978-3426638019
Originaltitel: The Pursuit of Marriage
Preis: € 1
Genre: historisch / Liebe
Lesedauer: 6 Tage

'''Autorenportrait'''
Victoria Alexander ist eine US-amerikanische Schriftstellerin von historischen Liebesromanen. Bevor sie ihre schriftstellerische Karriere begann, arbeitete sie beim Fernsehen als Reporterin. (Quelle: Wikipedia.de

'''Zitierter Klappentext'''
England, 1821: Cassandra Effington ist jung, strahlend schön und klug – und hat wahrlich Besseres zu tun als zu heiraten. Keinem der zahlreichen Kandidaten ist es bisher gelungen, von ihr erhört zu werden. Sie geht lieber eine Wette mit dem skandalumwitterten Lebemann Lord Reginald Berkley ein: Eher werde sie für ihn eine Braut finden als er für sie einen Bräutigam. Doch seit ihrer ersten Begegnung weiß Lord Berkley genau, wen er zur Braut möchte …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee, stil
Contra: Wiederholungen
Empfehlung: Ja
Sterne: 3


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Legend - Fallender Himmel / Marie Lu

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Es gibt Bücher, um die man als Blogger nicht drum herum kommt. „Legend“ ist ein solches Buch. Überall ist von diesem Buch zu lesen, und nachdem ich eigentlich dieses Genre weniger mag, musste das Buch auch in mein Regal. Schon im September durfte ich das Buch verlosen, und nun darf ich euch das Buch vorstellen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Amerika in der Zukunft. Day ist ein Straßenjunge, ein Krimineller und wohl der meist gesuchteste Verbrecher der Republik. Er hat schon immer sabotiert, für die Armen gekämpft und niemand weiß, wie er eigentlich aussieht. Für Day ist das eigentlich alles mehr als lustig. Wäre der Hintergrund an sich nicht so tragisch. Aufgewachsen bei seiner Familie mit seinen Brüdern, hat er den Großen Test, den alle Kinder machen müssen, nicht bestanden. Somit musste er als 10 jähriger alles stehen und liegen lassen, um in eine angebliche Arbeitskolonie zu kommen. Diese ist jedoch der harmlose Begriff für Versuchslabor und Tod. Er überlebt und kämpft seitdem auf der Straße. An seiner Seite immer die Waise Tess, die ihm irgendwann über den Weg gelaufen ist. Alles ändert sich, als sein Elternhaus mit einem X, Seuchenhaus, markiert wird. Er muss seiner Familie helfen und begeht dafür einen Einbruch ins Krankenhaus, der leider nicht so verläuft, wie er es sich erhofft hat. Er wird schwer verletzt und auch er muss einen Soldaten verletzen. Zudem gab es im gesamten Krankenhaus kein Heilmittel, sodass er für seinen erkrankten Bruder nicht viel machen kann.

Zeitgleich und doch in einer anderen Welt lebt June. Sie hat als einziges Kind je die volle Punktzahl erreicht und gilt auch sonst als Ausnahmetalent. Sie lebt bei ihrem Bruder, denn ihre Eltern wurden bei einem Autounfall vor einigen Jahren getötet. Sie kümmert sich nur um ihr Training, die Schule und Streiche. Für sie ändert sich jedoch auch alles, denn ihr Bruder wird bei einem Auftrag ermordet. Alle Indizien sprechen dafür, dass Day bei seinem Einbruch ins Krankenhaus dafür verantwortlich ist. June wird aus diesem Grund aus der Schule genommen und mit der Suche nach Day beauftragt, denn wer sonst, als das Wunderkind hat überhaupt eine Chance.

Auf den Straßen hat sie dann auch Glück und sie trifft auf Day. Anfangs weiß sie nicht, dass er es ist, doch bald enttarnt sie ihn. Sie verrät ihn ans Militär, die ihn auch ergreifen kann. Allerdings ist er flinker als erwartet und nur die Ermordung seiner Mutter kann ihn aufhalten. Während June nun eigentlich glücklich sein müsste, kommen ihr Zweifel, denn Day behauptet steif und fest, dass er nicht für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist, sondern ihn lediglich leicht verletzt hat. June lassen diese Worte keine Ruhe und sie beginnt selbst Nachforschungen anzustellen, und stößt dabei auf eine Wahrheit, die ihre Welt völlig ins Wanken bringt, denn alles ist eine einzige Lüge..

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Legend – Fallender Himmel“ ist der erste Teil der Legend-Trilogie aus der Feder von Marie Lu, die damit ihr Debüt abliefert. Ein schlichtes Cover, welches nicht vom Inhalt ablenkt, und trotzdem schön aussieht, verpackt das Ganze. Dahinter steckt eine jugendliche Mischung aus Liebesroman und Dystopie, die sich mit alltäglichen politischen Problemen und einer geteilten Gesellschaft, wie sie auch bei uns schon Anfänge nimmt, beschäftigt.

Geschrieben wird die Geschichte aus zwei Ich-Perspektiven. Abwechselnd erzählen June und Day ihre Erlebnisse und die Entwicklung. Diese Perspektive bleibt auch bestehen, wenn die beiden aufeinander treffen und eine gemeinsame Handlung entsteht. Dadurch gelingt es der Autorin zwei so unterschiedliche Charaktere verständlich und liebevoll auszubauen. Dabei setzt sie auf komplette Unterschiedlichkeit, die gewisse Klischees leider erfüllt. Reich, wohlerzogen, beliebt und anerkannt trifft auf intelligent, arm, raffiniert und selbstständig. Für manche mag hier der Tiefgang fehlen, denn die Klischees sprechen sehr deutlich für sich. Man benötigt zwar eine Zeit, um eben hinter diese Klischees blicken zu können, aber dann merkt man schnell, dass hier zwei sehr eigenständige, liebenswerte Persönlichkeiten vor einem sind, die beide hochintelligent sind, sich perfekt ergänzen und wissen, was Recht ist. Nach der Hälfte des Buches hatte ich mich für meinen Teil in die Charaktere verliebt und das ist bis zum Ende geblieben. Wer also anfänglich Schwierigkeiten hat, sollte es weiter probieren.

Generell beschreibt Marie Lu alles sehr ausführlich, mit einfachen Worten, die sich flüssig lesen lassen. Man merkt bei ihrem Stil gar nicht, wie rasant es im Buch vorwärts geht. Ich selbst war überrascht, als ich das Buch zum ersten Mal zur Seite gelegt habe, und merkte, dass ich schon auf Seite 100 war. Sie sorgt mit ihren Sätzen für eine stetige, spannende Präsens und schafft auch politische Aspekte vereinfacht und jugendlich darzustellen, sodass nie Langeweile aufkommt.

Wie oben angemerkt, setzt das Buch auf verschiedene Bereiche. Die Liebesgeschichte selbst ist eher am Rande, und entwickelt sich sehr zart. Es ist mal ein zarter, leidenschaftlicher Kuss oder ein Blick, der mehr erahnen lässt. Das Hauptaugenmerk ist jedoch auf der gesellschaftlichen Teilung und der politischen Problematik. Damit greift die Autorin ein Thema auf, das auf unsere heutige Zeit sehr gut passt. Schaut man sich einmal um, sind die Grenzen zwischen „Arm und Reich“ recht groß, während der Mittelstand immer mehr abnimmt. Dementsprechend kann man sich eine solche Zukunft sehr gut vorstellen. Gewählt wurde hierfür das Vorbild vieler, die USA, die in diesem Fall nicht mehr Vereinigt, sondern in Republik und Kolonien unterteilt ist. Die Hintergründe hierfür sind leider nicht ersichtlich, aber hier hoffe ich auf eine Aufklärung in den nächsten beiden Bänden, sodass es mich noch nicht weiter stört. Die Frage kommt jedoch auf, wenn im Verlauf auf die Vereinigten Staaten und eine Münze aus dem Jahr 1990 eingegangen wird. Zeitgleich geht es um die Macht eines alleinigen Herrschers, der sein „niederes“ Volk ausnutzt, um seinen Krieg zu gewinnen. Schön ist, dass die Autorin auf realistische Weise zeigt, dass auch in einem solchen Staat immer wieder Menschen eigenständig denken und sich von der Masse abgrenzen, wie schwer dies jedoch ist, wird ebenfalls deutlich.

Das Ende des Buches bzw. das Ende des erstens Teils ist zusätzlich sehr gut gelungen. Die Autorin vollendet die Geschichte so, dass man befriedigt das Buch aus der Hand legen kann, es aber noch zahlreiche offene Fragen gibt, die eben Lust auf mehr machen. Dementsprechend bin ich froh, dass auch gleich der zweite Band erhältlich war und hoffe, dass der dritte in diesem Jahr nicht allzu spät erscheint.

Nichtsdestotrotz ist die politische Situation trotzdem für mich etwas schwer nachzuvollziehen. Andere Autoren nutzen eine Rückblende, einen Prolog oder ähnliches, um die Veränderungen zu erläutern. „Sternenfeuer“ ist ein solcher Roman, wo die Entwicklung der Erde eben zumindest im Ansatz erläutert wird. Ich hätte mich wohler gefühlt, wenn ich vorab schon gewusst hätte, wann die USA getrennt wurde, wieso es dazu gekommen ist, wie es auf dem Rest der Welt aussieht, warum eben der Krieg zwischen den beiden Parteien herrscht und wie die politische Situation im anderen Teil des „Landes“ aussieht. So hofft man, dass es später eine Aufklärung findet, was natürlich nicht verkehrt ist, aber sollte dies nicht kommen, wäre ich arg enttäuscht.

Alles in allem ist der Autorin jedoch ein tolles Debüt, sowie ein schöner Auftakt zu einer Trilogie gelungen, die mich persönlich schon in ihren Bann gezogen hat.


'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Marie Lu
Titel: Legend – Fallender Himmel
Gebundene Ausgabe: 363 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785573944
ISBN-13: 978-3785573945
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Legend
Preis: € 17,95
Genre: Dystopie / SciFi
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher. (Quelle: Legendfans.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist. Fallender Himmel ist der erste Band der Legend-Trilogie."Es gibt mehr als eine Wahrheit!
Im Jahr 2130 unterdrückt eine menschenverachtende Militärregierung das eigene Volk. Der junge Day gilt als Feind Nummer eins. Er lebt im Untergrund. June dagegen ist dem Regime treu ergeben. Doch ist Day wirklich ein gewissenloser Rebell? Junes Weltbild gerät ins Wanken.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Stil, Perspektiven, Leichtigkeit beim Lesen, Thematik an sich
Contra: Offene Frage in Bezug auf die Entwicklung und das Warum
Empfehlung: Ja
Sterne: 5 

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Der Sog der Schwerkraft / Gae Polisner

2

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ui, schon wieder darf ich für euch ein Buch rezensieren, welches ich ehrlich gesagt, nie näher in Betracht gezogen hätte. Als Buchflüsterer kann ich mir aber meinen Lesestoff nicht aussuchen, und so musste ich das Buch lesen, ob es mir gefällt oder nicht. Eigentlich ist es ein Jugendbuch und somit genau mein Lieblingsgenre im Moment, aber weder der Titel, noch das Cover, noch der Klappentext konnten mich sofort faszinieren. Das ist natürlich kein gutes Zeichen für ein solches Buch. Doch nun lest selbst, wie es mir am Ende gefallen hat.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Nick ist ein Junge, wie jeder andere auch. Zumindest oberflächlich gesehen. Sein Bruder nervt, seine Mutter ist irgendwie cool, aber auch gestresst und sein Vater ist eben die spezielle Ausnahme. Nach dem Umzug von New York und den Verlust seine Jobs, ist er immer dicker geworden und macht eigentlich gar nichts mehr. Sein bester Freund und Nachbar, Scoot leidet an Progerie und es ist ein Wunder, dass er noch lebt. Sein eigner Schwachpunkt sind immer wiederkehrende Fieberschübe, die ihn teilweise innerhalb von wenigen Minuten in eine wandelnde Leiche verwandeln. Ihr seht, eigentlich alles normal. Das ändert sich jedoch schlagartig. Erst verschwindet sein Vater auf einen angeblichen Tripp nach New York, um wie Fatman abzuspecken, und außer ihm glaubt niemand an seine Rückkehr. Scoot selbst erleidet seinen ersten Schlaganfall und stirbt kurze Zeit später, und dann wäre da auch noch Jaycee, ein Mädchen, das neu an der Schule ist, und sich irgendwie mit Scoot angefreundet hatte. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt Scoots Vater, der nach der erschreckenden Diagnose abgehauen ist, ausfindig zu machen. Zusammen machen sich die beiden auf den Weg in die Stadt, wo der einzige Anhaltspunkt zu Scoots Vater ist. Doch was sie dort finden, sorgt für eine Menge Verwirrung, Ärger und jede Menge Emotionen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Der Sog der Schwerkraft“ ist ein Buch über Liebe, Freundschaft, der beschwerliche Weg des Erwachsenwerdens. Damit setzt die Autorin auf Themen, die 12 jährige Leser brennend interessieren.Statt jedoch eine alltägliche Umsetzung zu wählen, wie es zahlreiche Autoren schon vorgelebt haben, setzt sie auf einen besonderen Inhalt, der interessant, aber leider auch nicht massentauglich ist.

Es beginnt schon bei Nick und seiner Familie. Ein nerviger Bruder und eine Mutter, die eigentlich cool und gestresst ist, zeugt von Normalität. In Amerika trifft sogar der fettleibige Vater den Nerv der Zeit. Ohne Kritik üben zu wollen, gibt es genügend wirklich fette Menschen in den USA, die dank TV und XXL Portionen ihren Beitrag zur Wirtschaft leisten. Dementsprechend fand ich die Idee, einen solchen Vater zu wählen wirklich sehr interessant, aber auch wieder schade, weil Nick selbst durch seine Fieberschübe, wilden Halluzinationen und die Tatsache, dass er in dem Zustand die verrücktesten Dinge macht, eben schon das Maß an Übertreibung ausgereizt hat.

Neben dieser manchmal recht einzigartigen Familie, die das Erwachsenwerden nicht gerade leicht macht, zumindest, wenn man Nick heißt, will die Autorin dem Leser keine Ruhe gönnen. Neben Nick spielt Scoot eine wichtige Rolle, und hier muss der Leser sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass manchmal die Jugend und Kindheit anders verläuft. In diesem Fall muss sich der Jugendliche mit seinem eigenen, viel zu frühen Tod auseinandersetzen. Wie die Person selbst damit umgeht, und wie Freunde, sowie Familie darauf reagieren, wurde von der Autorin authentisch umgesetzt. Durch ihre Umsetzung berührt sie das Herz und würde diesem Jungen so gerne helfen, obwohl er überraschend stärker ist, als seine Umgebung. Es zeigt ich auch bei dieser Idee, dass besonders kranke Kinder, oftmals die stärksten Persönlichkeiten haben. Wie es sich für ein Drama oder eben auf dem Weg zum Erwachsenwerden gehört, gibt es logischerweise kein Happy End, was aber nicht nachteilig ist, denn Scoot scheidet auf so wundervolle, einfühlsame Weise aus dem Buch aus, dass man sich eigentlich für ihn freut, denn es geht schließlich auch anders.

Die Geschichte um Scoot sorgt wiederum für die Freundschaft zwischen Nick und Jaycee, die mit ihrem reichen Stiefvater alles andere als glücklich ist. Die Entwicklung der ungewöhnlichen Freundschaft bringt die beiden immer näher, sodass man schon recht früh, dank des Klappentextes weiß, dass hier mehr geboten wird, nämlich eine zarte Liebesgeschichte, die auf Grund gemeinsamer Trauer und einer gemeinsamen Suche entsteht. Es ist ein Weg, der nicht unbedingt voller freudiger Ereignisse ist und besonders für Nick sehr beschwerlich ist, aber eben zeigt, wie das Leben in Wirklichkeit ist. Oft bekommt man eine Faust ins Gesicht, aber wenn wir ehrlich sind, überwiegen die schönen Situationen und Momente.

Trotzdem das Buch so ernst und doch wundervoll ist, fand ich einfach, dass die Autorin einfach zu viele Baustellen am Anfang eröffnet. Zwar bleiben keine Themen und Fragen offen, aber stellenweise fühlte man sich erschlagen oder gelangweilt. Gerade zum Schluss wird letzteres eher deutlich. Ich saß beim Frauenarzt und hatte beim CTG eine Menge Ruhe, aber ich habe oft genug den Kopf geschüttelt, weil ich ir dann doch etwas fesselnderes zum Ende hin gewünscht hätte. Zwar ist es gut, weil es eben nur bedingt ein Happy End gibt, eben so, wie es im realen Leben ist, aber eben bitte etwas packender.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Gae Polisner
Titel: Der Sog der Schwerkraft
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: cbj (31. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570154025
ISBN-13: 978-3570154021
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: THE PULL OF GRAVITY
Preis: € 14,99
Genre: Drama
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Gae Polisner ist Ehefrau, Mutter und Rechtsanwältin und nebenbei auch noch Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Jungs und zwei Nymphensittichen auf Long Island, New York. Der Sog der Schwerkraft ist ihr erster Jugendroman, aber wenn es nach den euphorischen Stimmen der Kritiker geht, ganz bestimmt nicht ihr letzter. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Nicks Vater hat sich aus dem Staub gemacht, seine Familie droht zu zerbrechen und sein bester Freund Scoot, der Freak, liegt im Sterben. Da taucht Jaycee Amato in Nicks Leben auf, das durchgeknallte Mädchen mit den Husky-Augen. Sie verspricht Scoot, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen, und nötigt Nick, dabei zu helfen. Und so machen sich die beiden ausgerüstet mit der Weisheit Yodas und den Geschichten von John Steinbeck auf einen Road-Trip, um Scoots unbekannten Vater zu finden. Eine schwierige und gleichzeitig wunderschöne Reise beginnt, auf der Nick reifer, reicher und weiser wird. Am Ende hat er zwar nicht Scoots Vater gefunden, dafür aber eine über den Tod hinausgehende Freundschaft und ... die große Liebe.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: außergewöhnliche Themen, Einstieg, Stil
Contra: zu viele Themen
Empfehlung:
Sterne: 3 Sterne






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2 Kommentare:

Die Tote ohne Namen / Patricia Cornwell

1
Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Eigentlich hatte ich schon im letzten Jahr die Aufgabe das Buch zu lesen, aber es gibt Bücher, die fallen sogar mir so schwer, dass ich einen großen Bogen darum mache. Obwohl ich Kriminalromane liebe, und auch die Gerichtsmedizin wie zum Beispiel aus der Feder von Kathy Reichs, ist Patricia Cornwell eine Autorin, die mich schon bei zwei Büchern nicht überzeugen konnte, und leider habe ich damals ein kleines Buchpaket von ihr ersteigert, um es meinem Mann, der damals Fan von Reichs war. Nun stehen sie in meinem Regal und ich habe mich wirklich zwingen müssen, einen dritten Anlauf zu wagen, diese Autorin doch noch schätzen zu lernen. Mit etwas Abstand, so dachte ich, gelingt mir das am Besten... Leider ist es nicht der Fall.



'''o0o Worum geht es o0o'''
Es ist Heiligabend im New Yorker Central Park, als Passanten eine junge Frau mit kahl geschorenem Kopf entdecken. Sie ist angelehnt an einen Brunnen und wäre nicht die Tatsache, dass sie splitterfasernackt ist, hätte man sie für eine schlafende Frau halten können. Dr. Kay Scarpetta und ihren Kollegen ist jedoch klar, dass mehr hinter dieser Leiche steckt. Es ist eine versteckte Botschaft und trägt die Handschrift eines Täters, den Kay nur zu gerne hinter Gittern sehen würde. Temple Gault ist für den Tod der jungen Frau verantwortlich. Der Serienmörder hat schon einige Menschen auf dem Gewissen, und statt sich um Bedürftige oder die eigenen Lieben zu kümmern, muss das Team nun alles daran setzen, diesen Wahnsinnigen zu schnappen, bevor weitere Morde auf seine Kappe gehen. Doch die Suche ist gar nicht so leicht, denn Gault scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Alle Hinweise, sogar die Zeugenaussage eines Polizisten, bringen die Ermittler nicht weiter. Alles ändert sich jedoch, als in einem Restaurant mit Scarpettas Kreditkarte bezahlt wird. Angeblich hat ihr Mann dort gespeist, aber Kay ist Single. Obwohl sie dadurch wieder eine neue Spur zu Gault haben, werden ihnen immer neue Steine in den Weg gelegt, und bei einer weiteren Leiche entdeckt Kay eine Botschaft, die zeigt, dass sie in Lebensgefahr schwebt. Können sie Gault stoppen, bevor alles zu spät ist, und vor allen Dingen wer war die junge Frau am Brunnen.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Patricia Cornwell mag eine klasse Autorin sein, wie die Anzahl der erschienen, aber auch die Zahl der verkauften Bücher beweisen. Geschmäcker sind jedoch so verschieden und leider gehöre ich zu den Lesern, die mit ihren Werken weniger anfangen können. Nachdem ich nun schon zwei ihrer Werke gelesen habe, und keine wirkliche Bindung zu der Hauptfigur und den anderen dauerhaften Protagonisten aufbauen konnte, ist eine gewisse Skepsis schon vor dem Lesen vorhanden gewesen. Trotzdem habe ich versucht mit etwas Zeit und Abstand einen erneuten Versuch zu wagen, um nicht gleich mit Vorurteilen zu beginnen.

Sicheren Schritts ging er durch den hohen Schnee im Central Park, und es war spät, aber er wußte nicht genau, wie spät. (ZITAT S. 7 – Erster Satz)

Mit diesen Worten beginnt der sechste Fall von Dr. Kay Scarpetta, der eigentlich recht vielversprechend klingt. Das liegt zum einen an der Suche nach einem wahnsinnigen Serienmörder, aber auch der Tatsache, dass Weihnachten selbst erst wenige Wochen hinter uns liegt. Da wirkt in meinen Augen die Geschichte noch eine Spur authentischer.

Der Einstieg in das Buch beginnt wie immer hoffnungsvoll, denn der Ansatz und die ersten Ermittlungen sind wie immer spannend gestaltet. Eine unbekannte Leiche und die Tatsache, dass viele Namen schon bekannter waren, als bei meinem Quereinstieg haben noch einiges dazu beigetragen. Dadurch, dass ich schon viele Entwicklungen kannte, wirkten die Figuren jedoch noch sehr naiv und anfänglich, sodass ich auch hier langsam auf die ersten Probleme stieß. Es ist deutlich an den Beschreibungen zu erkennen, warum es mir auch in späteren Werken nie so richtig gelungen ist, mit den Figuren warm zu werden. In meinen Augen sind die Charaktere sehr blass beschrieben und es fehlt ein gewisser Tiefgang. In Kombination mit zahlreichen unnötigen Beschreibungen, verliert man irgendwie den Überblick für das Wesentliche und hat das Gefühl eine x-beliebige Person vor sich zu haben. Zwar ist es schön Figuren vor sich zu haben, die aus dem Leben gegriffen wirken, aber irgendwie sollte eine Romanfigur trotz Identifikationsfaktor auch etwas Besonderes an sich haben, und das hat sie leider nicht.

Dies ist jedoch nicht nur in diesem Bereich deutlich sichtbar, sondern generell bei vielen Beschreibungen. Details sind für einen Kriminalroman wichtig, und auch bei Kathy Reichs, die vergleichbar in der Gerichtsmedizin schreibt, gibt es auch langatmige Passagen. Hier jedoch hauptsächlich am Anfang und im Verlauf baut sich die Spannung auf. Hier ist die Spannung eher am Anfang präsent und verliert sich später durch zu zähflüssige Passagen und unnötige Details. In diesem Fall sind es nicht die Schilderungen von Kochtöpfen, sondern die liebe Liebe. Wie ich gerade bei einer anderen Krimireihe wieder feststellen durfte, können auch solche Nebenhandlungen fesselnd sein, wenn sie richtig umgesetzt werden. Leider gelingt es Patricia Cornwell nur bedingt.

Hinzu kommt ein Punkt, der mir bei diesem Werk zum ersten Mal deutlich wird. Die Autorin setzt bei ihren Werken immer sehr extrem und überdeutlich, wie auch der Klappentext verrät, auf die Idee, Protagonistin in Gefahr. Wie auch schon bei andren Bänden, ist Kay auch diesmal im Visier und gerät in Lebensgefahr. Manchmal ist dies nicht verkehrt und bedingte Gefahr durch Ermittlungen würden mich weniger stören, als die Tatsache, dass sie in diesem Fall wieder vordergründig in Gefahr gerät.

Es ist jedoch nicht alles schlecht, denn so spannend, wie der Einstieg, ist auch der gewählte Schluss. Spannung pur, soviel darf und werde ich euch verraten.

Alles in allem ist es jedoch ein Buch wie jedes andere von Patricia Cornwell, nett, aber mich kann es nicht vom Hocker hauen. Aus diesem Grund kann ich das Buch wieder nur Fans der Reihe empfehlen, die einfach die Entwicklungen nicht verpassen möchten.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren o0o'''
Autor: Patricia Cornwell
Titel: Die Tote ohne Namen
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442476607
ISBN-13: 978-3442476602
Originaltitel: From Potter's Field
Preis: € 1 gebraucht
Genre: Krimi
Reihe: Dr. Kay Scarpetta
Lesedauer: 5 Tage

Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, arbeitete als Polizeireporterin in der Rechtsmedizin, bevor sie mit ihrem ersten bahnbrechenden Thriller um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta die Bestsellerlisten stürmte. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin war sie dann unter anderem als Leiterin der Abteilung für Angewandte Forensik an der National Forensic Academy der University of Tennessee tätig. Patricia Cornwells hochspannende und bis ins kleinste Detail recherchierte Bücher wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und erobern nach wie vor regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. (Quelle: amazon.de)

'''o0o Reihenfolge der Reihe o0o'''
(1990) Mord am Samstagmorgen / Ein Fall für Kay Scarpetta / Post mortem
(1991) Ein Mord für Kay Scarpetta / Flucht
(1992) Das fünfte Paar (Herzbube)
(1993) Vergebliche Entwarnung / Phantom
(1994) Das geheime ABC der Toten
(1995) Die Tote ohne Namen
(1996) Trübe Wasser sind kalt / Schuld
(1997) Der Keim des Verderbens / Verderben
(1998) Brandherd
(1999) Blinder Passagier
(2000) Das letzte Revier
(2003) Die Dämonen ruhen nicht
(2004) Staub
(2005) Defekt
(2007) Totenbuch
Book of the Dead
(2008) Scarpetta
(2009) Scarpetta Factor
(2010) Bastard
(2011) Blut
(2012) The bone bed


'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, Einstieg, Schluss
Contra: langatmige Passagen im Mittelteil, Figuren
Empfehlung: bedingt
Sterne: 3


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