Indigo - Das Erwachen / Jordan Dane

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Wie einige schon mitbekommen haben, läuft seit Anfang des Jahres bei Rebuy eine Bücher Challenge, an der ich teilnehme. Nachdem das Viertelfinale gerade stattgefunden hat, wurden nun die vier Gewinner ermittelt, und diese haben Einzug ins Halbfinale erhalten. Darunter gehöre ich mit meinem Buchblog. Diesmal hat es uns Rebuy sehr einfach gemacht, und uns erlaubt selbst einen Buchtitel zu wählen. Ich habe für die Challenge ein Buch gewählt, welches ich zur Zeit eh für Blog dein Buch lesen muss. Mein Wahl-Titel hat den Namen „Indigo – Das Erwachen“. Ich habe das Cover gesehen und mich sofort verliebt. In Kombination mit einem interessanten Thema, musste ich es einfach lesen. Wie es mir nun gefallen hat, verrate ich euch nun in meiner Rezension.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Rayne Darby ist ein junges Mädchen, welches es in den letzten Monaten nicht sehr leicht hatte. Ihre Eltern sind gestorben, ihr Schwester Mia hat die Vormundschaft übernommen, das Erbe in Treuhandfonds angelegt, ihren jüngeren Bruder, der schon seit seiner Geburt anders war in eine Klinik gesteckt und Rayne damit nie wirklich zur Ruhe kommen lassen. Für Rayne war das alles zu viel, sodass sie selbst ihre Vormundschaft beantragt hat, in eine eigene Wohnung gezogen ist, und sich nun doch recht einsam fühlt. Es ist ein Tag wie jeder andere, als sie von ihrer Schwester erfährt, dass Luke aus der Klinik geflohen ist. Zu Hause hat sie eine mehr als verwirrende Nachricht von ihm auf dem Anrufbeantworter. Mit jedem Satz hört man die Angst vor Mia, aber auch Station 8, wo er hin sollte. Er möchte Rayne so gerne sehen, aber es geht einfach nicht. Er muss verschwinden, und Rayne soll nicht nach ihm suchen. Doch Rayne wäre nicht Rayne, wenn sie das abschrecken würde. Zumal sie durch die Tatsache, dass ihre Schwester Mia ihr etwas verschweigt, sie noch mehr anstachelt. Sie fängt an nach Luke zu suchen, und merkt bald, dass sie verfolgt wird. Das diese Leute ebenfalls ihren Bruder suchen ist selbstredend. Geschickt wurden sie wahrscheinlich von der Kirche, der Mia so verfallen ist. Kurz bevor sie von den Verfolgern gefangen werden kann, rettet sie ein Junge, der sich Gabe nennt. Er hat Visionen, ist komisch und steht irgendwie mit ihrem Bruder in Verbindung. Gemeinsam versuchen sie die Wahrheit herauszufinden. Ein gefährliches Unterfangen, denn die Wahrheit ist nicht so leicht zu verdauen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Indigo – Das Erwachen“ ist der erste Teil einer neuen Fantasy-Serie, die im Mira / Darkiss Verlag erscheinen ist. Darkiss steht für außergewöhnliche, jungendliche Romane, die mich schon häufig überzeugt haben. Kein Wunder, dass ich bei dem Klappentext und den Cover sofort Feuer und Flamme war.

Die ersten Seiten des Buches lassen Großes hoffen. Rayne, ihre Situation und die Liebe zu ihrem Bruder werden so faszinierend beschrieben, dass man sie sofort ins Herz schließt, ihre Schwester hasst, und einfach wissen möchte, ob sie ihren Bruder findet und retten kann. Der Autorin sind eindrucksvolle, starke Persönlichkeiten gelungen. Gerade dadurch fliegen die Seiten am Anfang des Buches wie ein ICE an einem vorbei. Aber leider sind gute Figuren nicht alles, und so kann das Buch zumindest mich nicht dauerhaft überzeugen.

Es fängt schon relativ früh an, dass ich mich immer wieder frage, worauf die Autorin hinaus möchte. Trotz der anfänglichen Erklärung in Bezug auf die Familiensituation und Luke selbst, blieben viele Fragen offen. Ständig war die Rede von einer mysteriösen Kirche, die aber nie genauer erklärt wird. Handelt es sich um eine Sekte wie Scientology, was genau hat es mit Luke seiner Krankheit, dem blauen Licht, den Besonderheiten und Co auf sich. Man fühlte sich hineingeworfen, und konnte mit den einzelnen Puzzleteilen, die einem angeboten wurden, sehr wenig anfangen. Nun gut, es gibt viele Bücher, die erst im Verlauf ein klareres Bild entstehen lassen, und genau darauf hatte ich auch hier gehofft. Und genau das kann die Autorin leider nicht liefern. Am Ende fühlte ich mich genauso verwirrt, hatte Fragen und war mehr genervt. Dabei hätte die Autorin so viel aus ihrer Idee herausholen können, wenn sie sich auf ein Thema konzentriert hätte. In meinen Augen hätte sie sich lieber auf ein realistisches Buch mit Bezug auf eine Sekte beschränken sollen. Die Kombination aus Sekte und Fantasy misslingt leider.

Es passiert einfach so unglaublich viel, dass es manchmal schwer ist zu folgen bzw. die Zusammenhänge zu erkennen. Es fängt schon mit den vielen Persönlichkeiten an. Ich gehöre zu den Leuten, die sich schwer Namen merken können. Abgesehen von den wichtigen Hauptfiguren hatte ich oft das Gefühl, dass es einfach zu viele sind. Immer wieder taucht ein neuer Name auf, und es ist schwer zu sagen, ob die Person so relevant ist, wie sie in dem Moment eingeführt wird. Oft fragte ich mich, wer war das noch einmal. Daran erkenne ich, dass es einfach zu viel ist. Sollten sie für einen späteren Band wichtig sein, könnte ich mich mit Sicherheit nicht an alle erinnern. Das zeigt wieder, das manchmal weniger mehr ist.

Es sind aber nicht nur die Figuren, sondern eben auch die Handlung, die einfach verwirrt. Da ist Luke, der Stimmen hört, anders ist und sich einer merkwürdigen Gruppe anschließt, die viele Fragen aufkommen lässt. Dann ist da immer wieder die Kirche, die aber eben leider auch nur am Rande eingeführt wurde und dementsprechend für viele Fragen sorgt. Dabei sind die einzelnen Komponenten wirklich interessant, aber hätten eben einer besseren Einführung bedurft, die nicht ein und das selbe immer wieder wiederholt, denn Wiederholungen gibt es bei Erklärungen, aber auch Dialogen definitiv zu oft. Ein weiterer Punkt, der beim Lesen negativ aufstößt.

Das liegt in meinen Augen aber auch an der Umsetzung der Geschichte. Das Buch selbst ist in 20 Kapitel, wenn ich mich nicht verguckt habe, unterteilt. Jedes Kapitel hat weitere Unterkapitel, die Ort und Zeit beschreiben, sodass der Leser durch die häufigen Szenenwechsel nicht den Überblick verliert. Mit den Szenen ändern sich aber nicht nur die Orte, sondern auch die Perspektiven. Mal folgt man Luke, dann erlebt man Rayne, Mia, Kirchenmitglieder oder andere Figuren. Zwei Perspektiven, vielleicht auch eine dritte hätten vollkommen ausgereicht, und in meinen Augen dafür gesorgt gewisse Details einfach besser zu beschreiben. So gelingt es Jordan Dane einfach nicht ein rundes Bild entstehen zu lassen, obwohl sie wahrscheinlich genau deswegen die vielen Blickwinkel gewählt hat.

Die größte Schwäche, die durch diese Wechsel aber entsteht, ist der Spannungsverlust. Man merkt, dass die Autorin genau an spannenden Punkten wechselt, um eben den Wunsch nach dem weiteren Verlauf zu wecken. Wenn man dann aber rund fünf andere Szenen durchleben muss, bevor es an der Stelle weitergeht, ist es nicht mehr ganz so spannend, wie es beim Lesen und danach vorkam. Mag aber auch daran liegen, dass auch dort wieder ein Sprung geschehen ist. Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nach dem Einstieg und gerade dem Anruf eine stetige Spannung erwartet habe, die mich fesselt. So entstand eher das Gefühl, ach da geht es jetzt weiter.

Das mag vielleicht auch an der Übersetzung liegen, denn beim Lesen stößt man öfters auf Fehler, sodass es möglich ist, dass sich das Original deutlich besser lesen lässt. Wenn mir trotz meines tollen Namengedächtnisses immer mal auffällt, dass hier doch eine andere Person gemeint sein müsste, dann ist das schon nicht so toll. Gleiches gilt für die Grammatik oder auch mal Rechtschreibung. Es sind Kleinigkeiten und ich bin in dem Punkt auch nicht mehr so gut, wie zur Schulzeit, aber ich bin auch keine professionelle Übersetzerin. Damit will ich nicht sagen, dass die Übersetzerin kein Talent hat, denn die einfache, jugendliche Sprache lässt, wie oben erwähnt die Seiten schon an einem vorbeifliegen, aber manchmal ist es eben holprig. Und bei manchen Wiederholungen möchte man sich echt die Haare raufen und fragt sich, ob man es nicht hätte zumindest etwas eleganter lösen können.

Alles in allem ist das Buch okay. Wie gesagt, das Cover und die ersten Seiten haben mich umgehauen. Mehr davon und das Buch wäre der Hammer gewesen. Durch die Tatsache, dass die Autorin einfach zu viel versucht und einbaut, gehen die guten Ansätze leider unter. Die Liebesgeschichte zwischen Gabe und Rayne ist sehr oberflächlich, und berührt das Herz nicht. Der Kirchenansatz gewinnt nicht an fahrt und die eher fantasievolle Ausrichtung ist ebenfalls nicht umwerfend. Nun gut, in einem ersten Band dauert es oft bis die Geschichte an Fahrt gelingt, aber am Ende hatte ich nicht den Wunsch zu erfahren, wie es weitergeht. Nicht mal die Offenbarung von Gabe konnte mich noch Umstimmen. Es war nett, ließ sich lesen, aber es gehörte eher zu den Werken, auf die ich gerne hätte verzichten können.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Jordan Dane
Titel: Indigo – Das Erwachen
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. März 2014) / Darkiss
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956490177
ISBN-13: 978-3956490170
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Indigo Awakening
Preis: € 10,99
Genre: Fantasy
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Schon als Kind hat Jordan Dane gern gelesen. Dennoch hat sie einige Jahre bei einem Energiekonzern gearbeitet, bevor sie ihre Liebe zum Schreiben entdeckte. Jordan reist gern, liebt gutes Essen und Kochshows und lebt in Texas, wo sie ihre mehrfach preisgekrönten Romane schreibt.
(Quelle: amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Sie sind unsere Zukunft – wenn sie lange genug überleben. Der packende Auftakt der neuen Fantasy-Serie von Erfolgsautorin Jordan Dane! "Ich will dich sehen, aber es ist zu gefährlich. Du darfst nicht nach mir suchen. Versprich es mir." Als Rayne Darby die Nachricht ihres Bruder Luke auf ihrem Anrufbeantworter hört, ist sie völlig verwirrt. Überstürzt macht Rayne sich auf die Suche, bemerkt jedoch bald, dass sie verfolgt wird. In einem Tunnel sieht sie dann plötzlich ein blaues Licht, das von einem fremden Jungen ausgeht. Er hat die Arme ausgestreckt, die Lippen geöffnet in einem stummen Schrei – und ihre Verfolger ergreifen die Flucht. Ihr Retter heißt Gabe – mehr gibt er nicht von sich preis. Er scheint jedoch zu wissen, wo Luke steckt …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Cover, Einstieg, leichter Stil
Contra: Fehler, Wiederholungen, Sprünge, kein Bereich wirklich umwerfend umgesetzt.
Empfehlung: Nein
Sterne: 3


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Grünkohlsuppen Blues / Eileen Schlüter

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Es ist einige Zeit her, dass ich euch „Geliebte Nanny“ vorgestellt habe. Ich habe das Buch geliebt, aber die Buchqualität war so mies, dass es sich binnen weniger Minuten aufrollte. Nun hat Eileen Schlüter ihren zweiten Roman veröffentlicht und es für mich eine Frage der Ehre gewesen, dieses Buch zu lesen. Also habe ich es mir an einem Abend, als mein Mann beruflich auf Sylt war, mit diesem Buch gemütlich gemacht und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Damit ihr das Buch nicht vielleicht verpasst, möchte ich es euch nun einmal vorstellen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Stella Edwards wacht mit einem Brummen im Schädel auf und muss feststellen, dass sie im Krankenhaus liegt. Um sie herum ist es laut, wie in einem Irrenhaus und drei Kinder sprechen hüpfen auf ihrem Bett herum. Kinder? Stella hasst Kinder und wundert sich, das die Krankenschwester behauptet, dass es ihre Kinder sind. Es muss ein Missverständnis sein, oder ihr Geist wurde während des Komas mit einem anderen Körper vertauscht. Sie ist schließlich 25, reich, erfolgreich und mit Alexander verlobt. Während sie nun angeblich mit einem Frauenarzt verheiratet ist, Drillinge hat, kochen kann und 32 Jahre alt. Leider gab es eine solche Vertauschung nicht. Sie hat eine Amnesie erlitten und kann sich an die letzten 7 Jahre, warum auch immer, nicht erinnern. Stella weiß nur eins, dass sie niemals grundlos ihr gutes, schönes Leben aufgegeben hätte, um diesen bodenständigen Mann zu heiraten mit dem sie ihre Figur ruiniert hat. Die nächsten Tage sind für sie die absolute Hölle. Putzen, Kochen und immer das Geschrei.. Sie ist froh, als ihr die Flucht gelingt. Doch ohne Geld ist sie schnell wieder bei ihrem Mann, der jedoch einsieht, dass man Liebe nicht erzwingen kann, und da sie nicht mehr die Frau ist, die er kennt, lässt er sie ziehen. So macht sich Stella auf den Weg in ihr altes Leben, um herauszufinden, was vor 7 Jahren passiert ist. Alles hängt augenscheinlich mit dem Tod ihres Vaters zusammen. In ihrer alten Wohnung trifft sie auf einen alten Bekannten, der jedoch wegen eines Urlaubs in dem Zeitraum, selbst nichts Näheres weiß. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen, und die Lösung ist für Stella ein Schock. Der Schleier lüftet sich und sie erkennt, dass sie die Person ist, die ihr Mann so liebt. Doch leider ist da Katja, eine Arbeitskollegin aus dem Krankenhaus, die sich in den letzten Tagen rührend um ihn und die Drillinge gekümmert hat. Stella ist klar, dass sie zwar ihr altes Leben wiedergefunden, aber ihren Mann und ihre Familie für immer verloren hat.

Welches Geheimnis sich gelüftet hat und wie es weitergeht, müsst ihr selbst lesen....

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Eileen Schlüter ist eine Autorin, die moderne und junge Liebesromane verfasst. Mit „Geliebte Nanny“ hat sie einen guten Einstand in die Buchwelt geleistet und „Grünkohlsuppen-Blues“ kann als würdiger Nachfolger bezeichnet werden.

Dabei war der Einstieg alles andere als vielversprechend. Der Leser wird mit dem Erwachen von Stella Edwards in die Geschichte geworfen, und wundert sich über die recht merkwürdige Situation. Jedoch gibt es immer wieder Fälle von Patientenverwechslungen. Als jedoch ein Gedankenblitz das Buch in Richtung himmlische Verwechslung brachte, war ich doch sehr enttäuscht.

ZITAT S. 11
Da kam mir plötzlich etwas in den Sinn. … Wenn mein Geist nicht in meinen eigenen, sondern versehentlich in den Körper dieser dreifachen Mutter mit dem scheußlichen Hausnamen zurückgekehrt war, nachdem der Allmächtige beschlossen hatte, mich doch noch ein Weilchen weiter leben zu lassen.

Dieser Einwurf wirkte zu künstlich und erinnerte mich sehr an ein anderes Buch „Mein Tag ist deine Nacht“. Glücklicherweise sind es immer wieder nur solche Gedanken, die etwas negativ aufstoßen, denn ansonsten setzt Eileen Schlüter überraschend auf ein sehr reales Thema. Es geht um Amnesie, die durch ein kleines Geheimnis seitens Stella, überhaupt entstehen konnte. Durch diesen Wandel wirkte das Buch wieder perfekt und behielt mich in seinen Fängen. Durch die zwei unterschiedlichen Stellas ist eine Bindung zum Buch vorhanden, die auf der Frage basiert, wie konnte sich ein Mensch so ändern und was ist der Grund dafür gewesen. Das es ein Schock sein musste, habe ich mir schon gedacht, aber welcher, bleibt bis fast zum Schluss gut gehütet. Stattdessen wird man als Leser mit dem Alltag konfrontiert, der zeigt, wie schwer es für beide Parteien, aber auch Freunde und Bekannte ist, wenn der Amnesie-Patient sich an nichts erinnert. Durch humorvolle Situationen und einer recht eigensinnigen Stella Edwards, wird es zudem nie langweilig. Vom Lolli im Haar über eine schlafwandelnde Kochsession bis zum Kaufrausch ist alles vertreten. Manchmal wirkte es übertrieben, aber trotzdem konnte ich jede Situation nachvollziehen. In sieben Jahren kann sich ein Mensch bekanntlich sehr verändern. Zudem sind die Situationen mit den drei so unterschiedlichen Kindern einfach köstlich. Als Mutter von zwei Söhnen und einem Bauchzwerg war dies nur allzu vertraut.

Neben alltäglichen und humorvollen Szenen, verbirgt sich eine kleine, aber feine Liebesgeschichte. Es geht um das Wiederfinden von Gefühlen. Oft wissen viele Paare gar nicht mehr, warum sie sich lieben, und das kann nicht nur Amnesie bedingt sein. Die Umsetzung zeigt das Wiederfinden auf sehr schöne Weise, obwohl die künstliche Dramatik am Ende doch recht unnötig gewesen wäre. Solche unnötigen Ideen weist das Buch schon im vorhergegangenen Verlauf auf. Es sind Punkte, wo ich persönlich anders denken und entscheiden würde. Welcher liebende Ehemann würde seine Frau nicht bei der Suche nach den 7 Jahren helfen und auch die Vergangenheit erkunden, oder ihr zumindest Auto und etwas Geld geben, damit sie zu sich selbst zurückfinden kann. Hier hat aber jeder Autor seine eigenen Vorstellungen und so konnte wenigstens auch das Happy End noch etwas mehr ausgebaut werden, welches es auch immer geworden ist, denn das möchte ich ja nicht verraten.

Ihr seht schon es ist schon eine Spur kitschig, aber ab und an brauche ich dies und finde Eileen Schlüters Umstzung unter diesem Blickwinkel zauberhaft. Es gibt jedoch einen Punkt, der mich störte. Ihr Stil ist eigentlich detailliert, treffend und nicht in die Länge gezogen. Dadurch haucht sie ihren Charakteren Leben ein, und lässt sie von zickig bis hausmüttermäßig im richtigen Licht erscheinen. Tja, nur leider wurde bei der Print-Version der eine oder andere Fehler nicht ausgemerzt. Alle paar Seiten trifft man auf vertauschte Worte, wo man sofort deutlich merkt, dass der Satz anders geplant war. Fehler die mir auch häufiger passieren, aber bei einer Veröffentlichung eigentlich nicht in dem Umfang vorkommen sollten.

Das ist jedoch auch der einzige Kritikpunkt, den ich wirklich finden konnte. Trotz mancher Gedankenblitze, die ich etwas störend fand, ist es ein wunderschönes Liebesbuch, das ich euch nur empfehlen kann.


'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Eileen Schlüter
Titel: Grünkohlsuppen-Blues
Taschenbuch: 278 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (28. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1494429454
ISBN-13: 978-1494429454
Preis: € 8,99
Genre: Liebe
Lesedauer: 1 Tag

'''Autorenportrait'''
Eileen Schlüter wurde 1978 in Marl (Kreis Recklinghausen, im nördlichen Ruhrgebiet) geboren und lebt noch heute dort. Sie ist verheiratet und hat mit drei Söhnen alle Hände voll zu tun. Doch das Schreiben von Romanen (vorwiegend Chick-Lit) kommt dabei nicht zu kurz. Schon im Grundschulalter entdeckte sie ihre Leidenschaft für Bücher und kurz darauf begann sie, selbst erste Geschichten zu schreiben. Ihr erster Roman „Geliebte Nanny“ erschien im April 2012. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages auf und es gibt Grünkohlsuppe anstatt Beluga Kaviar und Trüffel. Ihr heißgeliebter Schuhschrank ist plötzlich ein Lager für Gesundheitslatschen und die Klamotten in Ihrem Kleiderschrank sind reif für die Altkleidersammlung. Sie sind zwar Sie selbst, aber Ihr Leben ist das einer anderen. Sie tun Dinge, die Sie nie für möglich hielten. Sie lieben einen Mann, doch nicht den, mit dem Sie eine Familie gegründet haben. Und als wäre das nicht schlimm genug, läuft Ihnen eines Tages eine alte Dame mit Ihrer verschollenen Lieblings-Designerhandtasche in die Arme. Wer würde sich nicht auf die Suche nach einer Erklärung machen? Auf der Suche nach sich selbst, begegnen einem manchmal die seltsamsten Menschen, doch am Ende stellt man fest, dass man eine von ihnen ist. Das klingt verrückt – ist es auch. Aber genau das ist mir, Stella Edwards, passiert…

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee der Amnesie, Auflösung Stil, romantisch, kitschig
Contra: Schreibfehler, manche Gedankenblitze
Empfehlung: Ja
Sterne: 5


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Der Kentucky Coup / Lauren St. John

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich kann mich noch genau erinnern, als ich den ersten Fall von Laura Marlin in den Händen hielt. Es war ein Buch, das mich unglaublich gut unterhalten hat. Kindgerecht und doch so spannend, dass auch ich als Mama das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Nachdem der zweite Teil mich persönlich durch einige kleinere Fehler nicht mehr ganz so umgehauen hat, war ich am Überlegen, ob der dritte Fall wieder meiner sein würde, denn das Thema „Pferde“ war noch nie mein Lieblingsthema für ein Buch. Obwohl ich selbst geritten bin, finde ich Bücher mit Pferden eher langweilig. Da ich aber nichts verpassen wollte, und mich doch ein Blick hinters Pferderennen interessiert hat, landete das Buch auch wieder bei mir zu Hause auf dem Nachtschrank.


'''o0o VORGESCHICHTE o0o'''
Für alle, die die anderen Bände nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung. Laura ist ein junges Mädchen, dass bei ihrem Onkel aufwächst, nachdem es die ersten Jahre als Waise im Heim verbracht hat. Bei ihrem Onkel ist es anfänglich komisch, und Laura, die viele Kriminalfälle liest, wittert ein Geheimnis. Dabei lernt sie Tariq kennen und auch die Pik-Ass-Bande kennen. Diese Bande ist sehr kriminell und nachdem Laura schon ihren ersten Menschenhandel hat auffliegen lassen, ist sie ihnen ein Dorn im Auge. Im letzten Band sind sie sogar in eine tödliche Falle gelockt worden, damit Laura ihnen nicht weiter einen Strich durch die Rechnung machen kann. Inwiefern sie diesmal mit drin hängen, werden wir nun sehen.

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Es sind bald Ferien, geniales Wetter und Laura, ihr Onkel Calvin und ihr Freund Tariq wollen ein Picknick veranstalten. Was trotz Verspätungen schön beginnt, soll bald ein jähes Ende finden, denn als Calvin eine Abkürzung nimmt, liegt plötzlich ein Pferdeanhänger mitten auf der Straße. Er kann noch ausweichen und es passiert niemanden etwas, aber wie sich herausstellt, muss das Pferd gestohlen sein, denn alle Indizien für die Herkunft wurden entfernt. Nur durch Zufall finden sie heraus, wer das Pferd ist und wo es herkommt. Hinter dem unbekannten Pferd steckt das berühmte Pferd Goldie, dass in den USA ein echter Held ist. Als Dank für das Aufspüren lädt sie der Besitzer auf seine Farm ein. Auf der Farm angekommen, sollen sie ein echtes Rennpferd betreuen und ihn auf seinem Siegeskurs begleiten. Doch irgend jemand hat etwas gegen einen Sieg und wohl auch was gegen die Besucher. Schließlich hängt von dem Sieg die Existenz der ganzen Familie ab. Ohne Sieg, sind sie Pleite. Von Anfang an ist alles sehr merkwürdig. Laura beobachtet einen Austausch von Nobel, doch niemand glaubt ihr. Spätere Unfälle und merkwürdige Dinge, wie zum Beispiel eine Jacke, die stark nach einem wilden Tier riecht oder eine Ampulle mit einem ähnlichen Duft, versteckt bei ihrem Pferd. Ihr ist klar, dass jemand sabotiert, aber sie weiß einfach nicht wer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekommt sie jedoch unerwartet von Kit, der Enkeltochter, der Farmbesitzer Hilfe, und mit ihr geht es deutlich besser voran. Als bei einem Zirkusbesuch Laura Zeuge eines sehr verdächtigen Gesprächs wird, und kurze Zeit später die tot geglaubte Pik-Ass-Chefin auftaucht, erkennt Laura die Zusammenhänge. Doch auch diesmal glaubt niemand den Kindern, bis es zu spät ist, und das zukünftige Siegerpferd Nobel in der Tat gegen seinen Zwilling ausgetauscht wird. Glücklicherweise wird der Trick durch einen Zufall aufgedeckt. Doch die ganzen Zusammenhänge werden erst beim Derby deutlich. Kann Nobel gewinnen und die Farm retten?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Der Kentucky-Coup“ ist der dritte Fall, den Laura Marlin zusammen mit ihrem Onkel und Tariq bestreitet. Immer mit dabei die berühmte Pick-Ass-Bande. Während es beim letzten Band auf eine Kreuzfahrt ging, befasst sich dieses Buch mit einem anderen Thema, was abenteuerlustige Mädchen mit Sicherheit interessieren könnte – nämlich Pferde. Schön verpackt durch die Idee eines Rennpferdes, sowie den Alltag vor einem richtigen Derby, wirkt es nicht ganz so langweilig, wie man am Anfang vermuten könnte. Man merkt jedoch deutlich den Fokus auf den Tieren.

Die Geschichte beginnt wie gewohnt schnell spannend zu werden, denn die Frage nach der Herkunft und die Tatsache, dass jemand alle Spuren unkenntlich gemacht hat, bieten einen guten Start. Obwohl dieser Aspekt schnell aufgedeckt wird, entsteht nicht das Gefühl der Langeweile, sondern man möchte schon wissen, wer die Diebe waren und warum sie ein Pferd von Amerika nach England bringen. Das Laura diesmal für den Fall sozusagen nach Amerika darf, ist ein Selbstgänger, und so lernt man als Leser natürlich viele Ecken der Welt kennen. Als Mutter von bald drei Kids, finde ich dies sehr schön, denn auch wenn man es möchte, alle Ecken kann man den Kindern einfach nicht zeigen, und so bekommen die jungen Leseratten einen schönen Eindruck von Land, Leuten und der dortigen Kultur.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird das Augenmerk, wie oben erwähnt schon auf die Pferde, den Alltag einer solchen Farm und ähnliche Aspekte gerichtet. Gerade Mädchen erfahren hier viel über die einzigartigen Tiere, wie man sie pflegt, reitet, wie sie in bestimmten Situationen reagieren, und wie man sie zum Beispiel beruhigt oder sofern sie weggelaufen sind, wieder problemlos einfängt. Es ist interessant und durch die Portion Spannung und Abenteuer, die drumherum stets präsent sind, macht es viel Spaß auch diesen Teil zu lesen.

Es ist schon faszinierend einmal hinter die Kulissen eines solchen Derbys zu schauen. Unterstützt wird der Blick hinter die Kulissen durch zahlreiche liebevoll, gezeichnete Bilder, die jedes neue Kapitel einläuten.
Aber hauptsächlich kommt der Spaß von den eigenen Ermittlungen. Laura Marlin steckt den Leser, egal ob groß oder klein, an. Ich selbst habe so manche Vermutung angestellt, schon einige wieder über den Haufen geworfen. Die Autorin versteht es wieder gekonnt zu verschleiern, und nur eine Tatsache vorab zu verraten. Jeder der sie kennt, weiß, dass die Pik-Ass-Bande eben vorkommen wird. Inwiefern und wer noch verantwortlich ist, bleibt sehr lange ein Geheimnis.

Also genau die richtige Umsetzung für einen Mädchen Roman, der mit einem Kriminalfall kombiniert wurde. Es ist auf jeden Fall ein würdiger Anschluss, den auch Quereinsteiger problemlos lesen können. Zwar entwickeln sich Laura und Tariq im Buch schon sehr weiter, aber vieles wird eben durch Erklärungen der vorherigen Bände sehr gut erklärt. Abgesehen von der Entwicklung sind die Fälle alle einzeln lesbar, ähnlich wie beim Mystery Club, falls man diese Bücher einmal als Vergleich heranziehen kann.

Ich für meinen Teil konnte das Buch nicht aus der Hand legen, und bin schon sehr gespannt, was sich die Autorin für den nächsten Fall einfallen lässt, denn dass es weitergeht ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Lauren St. John
Titel: Der Kentucky Coup
Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 1 (März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3772525334
ISBN-13: 978-3772525339
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
Preis: € 16,90
Genre: Kinderbuch / Krimi
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Lauren St. John wurde in Gatooma in Afrika geboren. Sie studierte Journalismus und arbeitete für die Sunday Times in England. Inzwischen ist durch ihre zahlreichen Kinderbücher bekannt. (Quelle: Buchangabe)

'''Buchreihe'''
  1. Die Todesbucht
  2. Der Feuerberg
  3. Der Kentucky Coup

'''Zitierter Klappentext'''
Wo es um Leidenschaft für Pferde und sagenhaft viel Geld geht, ist Kriminalität nicht fern. Damit werden Laura Marlin und ihr Freund Tariq in Kentucky konfrontiert, dem USBundesstaat, der für seine Pferdezucht berühmt ist und alljährlich das traditionsreiche Kentucky Derby ausrichtet. So merkt Laura schnell, dass im Rennpferdstall der Wainwrights nicht alles ist, was es zu sein scheint. Und Tariq, der seine Gabe als «Pferdeflüsterer » entdeckt, trägt das Seine zur Aufklärung bei. Alles beginnt mit einem umgekippten Pferdeanhänger, den Calvin Redfern, Laura und Tariq verlassen an einer Landstraße in Cornwall finden. Aber wie kommt dann Kentucky ins Spiel? Ganz einfach: Weil in dem Anhänger ein gestohlenes Rennpferd war, dessen glücklicher Besitzer die beiden Kinder zum Dank auf seine Farm in Kentucky einlädt. Und erst dort, im exquisiten Rennpferdstall, entdeckt die Spürnase Laura die ganze Dimension dieses Falls.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Stil, Lösung des Falls, Spannung
Contra: eigentlich nichts
Empfehlung: Ja
Sterne: 5


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Her mit den Jungs / Carly Phillips

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Auch wenn es schnulzig ist, ab und an brauche ich etwas fürs Herz. Leichte Lektüre, die Hoffnung auf ewige Liebe oder ähnliches gibt. Dementsprechend habe ich mir damals bei einer Buchbörse dieses Buch ausgesucht und für einen grauen, tristen Tag ausgesucht. Nun bin ich bei der Rebuy-Challenge weiter gekommen, und bekam die Aufgabe ein Buch aus dem Bereich „Komödie“ zu lesen. Einige Werke passen hier perfekt, aber leider haben fast alle 250 Seiten. So kam mir die Idee, einfach ein romantisches Buch zu lesen. „Eine wie keine“ und wie die ganzen Liebeskomödien heißen, wurden erlaubt, und so haben wir uns auf ein Buch geeinigt, bei dem ich mir selbst nicht sicher war. „Her mit den Jungs“ kling vom Klappentext her komisch und laut Amazon-Rezension soll der Humor auch sehr hoch angesiedelt sein. Also für die Challenge nicht verkehrt, oder?


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Micki ist die jüngste von drei Schwestern, die bei ihrem Onkel Yank aufgewachsen sind. Während ihre älteren Schwestern typische Mädchen sind, ist sie eher der sportliche Jungentyp, den sogar die Männer der Baseballmannschaft als Kumpel in ihrer Kabine gestatten. Früher hat es sie nicht gestört, wenn sie als Kumpel anerkannt wurde, und war sogar irgendwie stolz darauf, dass sie als PR-Beraterin für ihren Onkel einen so guten Draht zu den Sportlern hat. Nachdem Damian sie jedoch geküsst hat, ist alles anders. Sie hat sich in ihn verliebt und möchte, dass er sie auch so wahrnimmt, wie die Frauen, mit denen er sonst schläft. Doch wie wird man vom unscheinbaren Kumpel zum sexy Vamp? Mit Hilfe ihrer Schwestern und ihres besten Freundes wagt sie den Sprung, und es scheint zu funktionieren. Als sie von einem anderen Spieler abgefüllt wird, lässt Damian spontan sein Date stehen und kümmert sich um sie, als sie mit den Jungs in ein Strip-Lokal geht. Er rettet sie sogar, als sie halbnackt auf der Bühne tanzt und von einem Mann begrabscht wird. Sie scheint ihrem Traum näher zu sein, vor allen Dingen als er sie auf Wunsch ihres Onkels auf seine Privatinsel einlädt, damit sie weg von der Presse ist, die ihren Auftritt mehr oder weniger mitbekommen hat. Im sonnigen Paradies kommen sie sich näher und verbringen einige leidenschaftliche Nächte zusammen, bevor Damian zurück zu seiner Mannschaft muss. Doch statt einer Fortsetzung wird Micki zurück auf den Boden der Tatsachen gebracht, denn Damian wird Vater und scheint an ihr nicht wirklich Interesse zu haben, oder doch?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Her mit den Jungs“ ist der zweite Band, einer Trilogie, die sich mit der Verkuppelung der drei Nichten von Onkel Yank befasst. In diesem Band geht es um das Liebesleben der kumpelhaften Mickie, die ähnlich wie die Liebeskomödien im Fernsehen so manche Lachgarantie verspricht.

Der Einstieg in das Buch ist, dank eines Prologes, bei dem auch neue Leser noch einmal erfahren, wie die Familiensituation aussieht, und wie die einzelnen Mädchen vom Charakter her sind. Als Quereinsteiger fand ich dieses Kennenlernen sehr angenehm, muss aber auch ehrlich sagen, dass ich mich schon manchmal fragte, wie die erste Verkuppelaktion abgelaufen ist. Nichtsdestotrotz hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir auch nur ein Fünkchen Wissen fehlt. Allerdings kamen mir die Figuren allesamt sehr platt vor, was ich ehrlich gesagt auf diese Tatsache zurückgeführt habe. Am Ende wurde mir jedoch klar, dass es nicht so ist, und die Autorin nur bestimmte Klischees bedienen kann. Jeder ist reich, jeder ist erfolgreich, jeder ist sexy, hübsch und intelligent.

Die eigentliche Geschichte beginnt vielversprechend, wenn auch basierend auf einem ausgelutschten Thema. „Unscheinbares“ Mädchen verliebt sich in den Schwarm aller Frauen. Das ist einfach pauschal beschrieben, denn in diesem Fall ist es natürlich der Schwarm einer Baseball-Mannschaft.
ZITAT S. 25
Du wirst dich ein bisschen ins Zeug legen müssen, wenn du willst, dass er dich bemerkt“, nuschelte er zwischen zwei Bissen.
Micki erstarrte zur Salzsäule. „Wer soll mich bemerken?“ fragte sie unschuldig, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen.

Ich fühlte mich an eine der zahlreichen Liebeskomödien, meiner Jugend erinnert, und war schon total neugierig, welche Verwechselungen, Pannen und Hindernisse die Protagonistin auf ihren Weg begleiten. Die ersten Szenen sind auch von kleinen Schmunzlern begleitet, denn sie sind so lebendig beschrieben, dass man die Emotionen sehr gut nachvollziehen kann. Wer möchte schon vom Schwarm als „Nicht-Frau“ angesehen werden? Und auch später gibt es viele Situationen mit viel Potential. Zum Beispiel bestellt sich Mickie, die nie Alkohol trinkt, einen Eistee und bekommt stattdessen Long Island Icetea. Auf der anderen Seite sind die Entwicklungen wirklich nicht neu. Die Hauptfigur verliebt sich, ein Freund / Freundin hilft ihr sich zu verändern, sie schafft es ihren Schwarm auf sich aufmerksam zu machen, Hindernisse über Hindernisse, bis zum möglichen Happy End. Mit einer guten Umsetzung, kann auch ein solches Thema immer überzeugen.

Leider haut mich persönlich die liebe Carly Phillips nicht vom Hocker. Das liegt daran, dass sie versucht eben das alte Schema F durch ein paar neuere Ideen aufzulockern, die mir aber nicht so gut gefallen. Statt, wie andere Autoren die Situation bis zum Schluss irgendwie lustig und aufregend zu gleich zu gestalten, sowie den Kampf um den Traummann in Szene zu rücken, setzt die Autorin in diesem Fall auf die Tatsache, dass der Mann die Frau auch schon ins Visier genommen. Sicherlich nicht weiter schlimm, denn hier könnte man so viel draus machen. Stattdessen landen die beiden jedoch nach ca. 100 Seiten im Bett und verbringen dort aufregende Stunden. Beschrieben wie in einem erotischen Buch, bekommt man Einblicke, die man bei einem solchen Buch nicht erwarten würde, und die in meinen Augen auch den humorvollen Faktor ins Aus katapultieren.

Auch danach fängt sich das Buch nicht mehr ganz. Statt noch einmal Hindernisse in den Weg zu legen, die den Leser mitfiebern lassen, wird hier ganz offensichtlich schon vorab verraten, welche Richtung der Autor am Ende einschlagen wird. Es wirkt dadurch irgendwie langatmig und hat mir zum Schluss so gar nicht mehr gefallen. Obwohl ich Bücher liebe, wo ich vorab schon weiß, dass die Protagonistin ihren Schwarm bekommt, war ich hier an einem Punkt, wo ich gesagt habe - kann es nicht endlich mal passieren. Stattdessen werden andere Aspekte von Verwandten aufgegriffen, und es war so zähflüssig. Kein Pepp, kein Witz und gar nichts mehr. Zumindest nichts, was mir die berühmten Lachtränen beschert hätte. Im Grunde hätte die Autorin die Geschichte auch auf 200 Seiten beschränken können. Dann wäre sie mit Sicherheit sogar witziger gewesen.

Einziger interessanter Aspekt, der mich im späteren Verlauf so überzeugen konnte, wie die Anfänge, war das Thema Makuladegeneration. Wer selbst Probleme mit den Augen hat, findet so ein Thema natürlich sehr interessant, es wird toll und gut beschrieben. Man muss aber auch der Fairness halber sagen, dass ein so ernstes Thema nicht so ganz in den sonst eher heiteren Roman passt.

Alles in allem ist der Autorin sicherlich ein Roman gelungen, der viele Leser fesselt und unterhält. Ich hätte mir aber einfach etwas mehr gewünscht, und die Grundidee des Klappentextes mehr im Vordergrund gewünscht, denn dort klang alles viel witziger. Ich bin leider enttäuscht von dem Buch, auf das ich mich sooooo gefreut habe. Daher auch nur 2 Sterne.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Carly Phillips
Titel: Her mit den Jungs
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (3. Juli 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453580257
ISBN-13: 978-3453580251
Originaltitel: Hot Number (2)
Preis: € 8,95
Genre: Liebe / Humor
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Romantik und Leidenschaft sind die zentralen Themen der US-amerikanischen Schriftstellerin Carly Phillips. Mehr als 20 Romane, in denen es um die Liebe in all ihren Facetten geht, hat sie inzwischen verfasst und wurde als Autorin für zahlreiche Buchpreise nominiert. Für ihr Schreiben gab sie eine Karriere als erfolgreiche Juristin auf. Inzwischen ist Carly Phillips mit ihren schwungvoll geschriebenen Liebesgeschichten wie "Spiel mit mir!", "Verliebt, skandalös und sexy" oder "Komm schon!" regelmäßig in den Bestsellerlisten vertreten. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern und ihrem Ehemann im Staat New York. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Drei Schwestern auf der Suche nach Mr. Right

Die burschikose Micki ist bis über beide Ohren in den Baseball-Profi Damian verschossen. Doch der stadtbekannte Herzensbrecher scheint sie bisher noch nicht einmal wahrgenommen zu haben. Also nimmt sie all ihren Mut zusammen und beschließt, in die Offensive zu gehen – mit ungeahnten Folgen …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee, leichter Stil, Krankheit, Anfang
Contra: Figuren, Sexszenen, Schluss, langatmig
Empfehlung: Nein

Sterne: 2
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Nummer drei / Nicolas Lake

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Bei Amazon Vine habe ich wieder meiner Leselust etwas Gutes getan. Wie ihr wisst, liebe ich Jugendbücher über alles, und dementsprechend musste ich mir dieses Buch einfach holen. In Zeiten von „Bis(s)“ und Co fand ich die Idee einmal wieder ein Buch zu lesen, dass sich mit einer sehr realen Liebesgeschichte befasst, einfach klasse. Afrikanische Piraten sind zudem ein Thema, dass oft genug in der Presse vertreten ist. Also alles enthalten, was die Lust am Lesen weckt. Warum mir das Buch jedoch so gar nicht gefallen hat, verrate ich euch nun.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Amy ist 17 Jahre alt und muss zusammen mit ihrem Vater und dessen neuer Frau auf eine Weltreise gehen. Mit einer teuren Yacht möchte er ihr die Welt zeigen, sich einen Traum verwirklichen und sie auf andere Gedanken bringen. Seit dem Tod ihrer Mutter und der neuen Stiefmutter scheint Amy nicht mehr die Selbe zu sein. Sie rebelliert mit Piercings, Zigaretten und Alkohol. Sogar die Schule nimmt sie nicht ernst und nimmt es im Kauf von den Abschlussprüfungen ausgeschlossen zu werden. Von Anfang an hat sie keine Lust auf diese Reise, muss aber mit bis sie 18 ist. Sie liegt nur faul in der Sonne rum, hasst ihre Stiefmutter, denkt an alte Zeiten und hört Musik. Alles ändert sich jedoch, als sie zwischen Somalia und dem Jemen entlang müssen. Bekanntlich treiben hier gerne Piraten ihr Unwesen, und so müssen alle auf den Notfall vorbereitet werden. Sie scheinen Glück zu haben, denn weit und breit ist nur ein großer Tanker zu sehen. Was sie jedoch nicht wissen, dieser Tanker ist das Mutterschiff einer Piratencrew, die sie kurze Zeit später angreift. Sie entern das Boot und nehmen die gesamte Crew als Geiseln, um ja ein hohes Lösegeld fordern zu können. Damit nichts schief geht, werden die Geiseln freundlich behandelt und mit allem nötigen versorgt. Sie zeigen aber auch, dass sie bereit zum Töten sind und legen nie ihre Waffen aus der Hand. Die Passagiere werden von nun an nur noch mit Nummern angesprochen, damit keine persönliche Bindung entsteht. Lediglich einer der Piraten, der junge Farouz scheint anders zu sein. Amy freundet sich heimlich mit ihm an und verliebt sich sogar in den außergewöhnlichen Jungen, dem sie vom Tod ihrer Mutter erzählen kann und der ihr von seinem Bruder im Gefängnis erzählt. Im Hintergrund wird die Situation immer brenzliger und Amy gerät in tödliche Gefahr.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Nicholas Lake greift ein Thema mit seinem Debüt Thriller „Nummer 3“ auf, welches eher selten in Büchern zu finden. Es geht um die Piraterie vor der Küste Afrikas, die viele aus den Medien kennen. Ob es jedoch ein Thema ist, welches wirklich als Jugendthriller geeignet ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. In Kombination mit älteren Protagonisten hätte das Werk zumindest eine andere Intensität / Aussagekraft gehabt. Nichtsdestotrotz war es ein Thema, welches mich interessiert und neugierig gemacht hat.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem Prolog, der nicht besser hätte gewählt werden können. Mitten auf dem Boot muss man erleben, wie die Hautpfigur, also Amy, als Opfer ausgewählt wird, um zu zeigen, dass es den Piraten ernst ist. Ihre Panik ist so spürbar beschrieben worden, dass es eine wahre Freude ist, sie zu lesen.

Und wenn Farouz bereit ist, den Befehl auszuführen? Mit leicht zitternder Hand richtet Farouz die Waffe auf mich. (ZITAT S. 11)

Mit Ende des Prologs endet in meinen Augen jedoch auch die Spannung oder besser gesagt die Verbindung, die ich bei diesem Werk anfänglich spürte. Als Leser wird man zurück nach England geworfen, um die Hauptfigur in ihrem täglichen Umfeld kennenzulernen, aber auch um die Hintergründe für die Reise besser nachvollziehen zu können. Eigentlich ein Anfang, der mir sonst sehr gut gefällt und Lust macht den Weg zum Prolog zu verfolgen. Allerdings setzt der Autor auf eine Protagonistin, die mir von der ersten Sekunde gänzlich unsympathisch war. Manchmal sind einfache Hintergründe besser, als die komplexen, wie es der Nicholas Lake hier gewählt hat. Unter dieser Voraussetzung haben Bücher in der Regel schon so gut wie verloren. Amy ist eine Persönlichkeit, die noch stark unter dem Tod der Mutter leidet. Statt eines einfachen Todes, wird von Anfang an klargestellt, dass die Mutter mit ihrem Leben überfordert war, in psychiatrischer Behandlung befand und ihr Tod alles andere als natürlich war. In Kombination mit einem viel beschäftigten Vater, der nicht lange braucht um eine neue Frau an seiner Seite zu akzeptieren, entwickelt sich Amy zu einer Rebellin. Auf der einen Seite verständlich, aber auf der anderen Seite wirkt sie dadurch wie ein 7 jähriges Kind, statt wie 17. Wunden und Schock hin oder her, jeder geht mit dem Tod anders um, und daher ist es schwer zu sagen, ob sie übertrieben reagiert oder warum sie in dem Alter nicht in der Lage ist sich für 5 Minuten in ihren Vater hineinzuversetzen. Jedoch rebelliert sie in meinen Augen sehr kindisch. Sie setzt auf Piercings und Rauchen bei der Abschlussprüfung, um Ärger zu bekommen, ist aber schockiert, als sie von der Prüfung ausgeschlossen wird und sozusagen ohne Abschluss da steht. Auch später provoziert sie bestimmte Situationen, und ist am Ende überrascht, dass es so gekommen ist. Stellenweise hat sie mich echt wütend gemacht. Es sind nur Kleinigkeiten, aber wenn etwas stört, dann fällt es doch ins Gewicht.

Abgesehen davon wirkt die Geschichte generell sehr konstruiert. Eine Weltreise zu planen, eine erfahrene Mannschaft zu haben, und trotzdem eine Reiseroute zu wählen, die erst vor Ort auf Gefahren angesprochen wird, wirkt doch etwas naiv. Vor Ort wird alles abgedunkelt, weil um die Gefahren gewusst wird, aber die Frage, warum sie direkt in der Mitte und nicht näher zum Jemen fahren, wird nicht geklärt. Genauso wie der Aspekt mit dem großen Schiff, die Mannschaft weiß viel über Piraten, aber nicht das sie auch Mutterschiffe nutzen? Nun gut, irgendwie muss die Geschichte sich entwickeln und manchmal fällt keine bessere Lösung ein. An Bord selbst wird die Geschichte etwas interessanter, denn die Piraten wollen der Crew wegen dem Geld kein Haar krümmen, sondern kümmern sich ausgesprochen freundlich um sie. Sogar Diebesgut muss zurückgegeben werden. Während die anderen Figuren eher böse beschrieben werden, merkt man sofort, dass Farouz anders ist und dadurch einen guten Draht zu Amy hat. Damit wird Amy regelmäßig in das Leben von Farouz, aber auch von der Märchenwelt, die er zu erzählen hat, entführt. Sie kann sich ihm öffnen und es kommen Einblicke, die manches erklären, aber leider nicht alles, sodass sich meine Einstellung ihr gegenüber auch nicht im Verlauf ändert.

Trotz der Liebesgeschichte und der Märchenabschweifungen wird die Piratencrew nie aus den Augen verloren und immer wieder kommen spannende Höhepunkte. Mit Sicherheit ist diese Mischung nicht verkehrt, aber dadurch verliert das Buch an Realität und Ernsthaftigkeit. Vergleicht man diese Entführung einmal mit dem, was Menschen in TV-Interviews berichten, wirkt es hier manchmal eher wie ein Kaffeekränzchen mit Entführern. Da können die spannenden Momente nichts herumreißen.

Im Grunde hat das Buch ehrlich gesagt stellenweise genervt, aber manchmal fand ich es auch faszinierend, sodass ich es zu Ende lesen musste. Am Ende habe ich mich jedoch gefragt, warum ich es gemacht habe. Der Schluss wird sehr rasant umgesetzt und man versucht durch ein paar Dinge, die Sache noch realistischer zu gestalten. Manchen wird es gefallen, ich fand es überflüssig.

Alles in allem ist es ein Buch geworden, welches von der Thematik, die sich nach dem Lesen nicht nur auf Piraterie des 21 Jahrhunderts beschränkt, sondern auch mit Verlustbewältigung, überzeugen kann, die jedoch alles andere als gut umgesetzt wurde. Ich kann euch das Buch leider nicht empfehlen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Nicholas Lake
Titel: Nummer 3
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: ivi (17. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492703062
ISBN-13: 978-3492703062
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Hostage Three
Preis: € 14,99
Genre: Jugendbuch / Thriller
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Im Buch steht lediglich, dass der Autor aus England kommt und dort als Autor und Lektor tätigt ist. „Nummer 3“ ist sein erster Thriller.

'''Zitierter Klappentext'''
"Nummer Drei ist die nächste", bellt der Mann mit der Waffe im Anschlag. Die junge Amy und ihre Famile sind in seiner Gewalt, seit ihre Yacht vor der Küste von Piraten geentert wurde. Nun tragen die Geiseln keine Namen mehr, nur noch Nummern, damit es leichter fällt, sie zu töten. Nummer Drei ist die nächste. Und Amy ist Nummer Drei ... Das hochintensive und aufrüttelnde Debüt des britischen Thrillerautors Nicholas Lake. Bislang war Amy die Tochter eines reichen Bankers, die gemeinsam mit ihren Eltern zu einem langweiligen Segeltörn aufbrach. Doch jetzt ist sie "Nummer Drei" - eine Geisel in der Gewalt von Piraten. Vor der Küste Somalias haben sie Amys Yacht geentert und die gesamte Besatzung gefangen genommen. Damit zwischen Piraten und Geiseln keine emotionale Beziehung entsteht, werden allen Passagieren Nummern gegeben. Amy wird Geisel Nummer Drei - doch das verhindert nicht, dass sie sich ihrem Bewacher, dem jungen Farouz annähert. Damit bringt sie sich in Lebensgefahr und beschwört eine Katastrophe herauf … (Quelle: Amazon.de)

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Thema, Prolog
Contra: Umsetzung, Hauptfigur, unrealistische Umsetzung
Empfehlung: Nein

Sterne: 2
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Rezension: Boy Nobody / Allen Zadoff

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich liebe Thriller und spannende Bücher, egal ob für Erwachsene oder Jugendliche. Hier habe ich nur den Klappentext gelesen und mir gesagt: Das muss ich lesen. Genau nach meinem Geschmack. Deswegen habe ich nicht lange überlegt und bei Amazon zugeschlagen. Obwohl ich aktuell genug zum Lesen habe, musste ich mich sofort an das Buch setzen. Passend, dass ich zur Zeit erkältet bin, und eh den ganzen Tag mehr oder weniger chille. Freudig habe ich mich ans Lesen gemacht und muss ehrlich sagen: Ja, auch einfache Sätze können nerven.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Er ist 16 Jahre alt, hat schon unzählige Namen gehabt, und wechselt die Orte, wie nicht mal der Nachwuchs eines Militär-Offiziers. Grund dafür ist die Tatsache, dass er im Alter von 12 Jahren rekrutiert wurde, und nach einer guten Ausbildung als Auftragskiller arbeitet. Er freundet sich mit netten Jungs und Mädchen in seinem Alter an, und wenn er sich in ihr Vertrauen geschlichen hat, erledigt er eins oder sogar beide Elternteile. Und er ist gut in seinem Job. Genau ein solcher Auftragskiller hat damals seine Eltern erledigt und dafür gesorgt, dass er rekrutiert, statt beseitigt wird.

Nach einem Auftrag, wo er den Vater perfekt eliminiert, wartet er auf seinen neuen Auftrag. Doch dieser ist nicht ganz so leicht, wie sonst. Hauptgrund dafür ist die Tochter des Opfers. Über sie soll er an die Zielperson gelangen, und schafft es auch problemlos sich mit ihr anzufreunden. Benjamin, wie er sich diesmal nennt, entwickelt nämlich Gefühle, die Samara auslöst, und die ihn daran hindern seinen Auftrag auszuführen. Doch eine Verzögerung oder ein Nichterfüllen kann er sich nicht leisten.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Boy Nobody“ ist ein Buch, welches anders ist, als alles, was ich bis dato gelesen habe. Einerseits positiv, auf der anderen Seite leider auch negativ.

Der Leser wird in die Welt von „Benjamin“ geworfen, der seit seinem 12 Lebensjahr als Auftragskiller arbeitet. Obwohl die Hauptfigur inzwischen schon 16 Jahre alt ist, ist es doch ungewohnt, einen so jungen Auftragskiller vor sich zu haben. Mit welcher Kälte er seinen Job erfüllt, ist erschrecken. Das wird schon recht früh deutlich, denn sein erstes Opfer lässt nicht lange auf sich warten.

ZITAT S. 12
Jacks Vater beugt sich vor und reicht mit eine Dose Cola. Im selben Moment ramme ich ihm die Kulispitze in den Unterarm. Der winzige Zylinder entleert sich und sofort setzt die Wirkung des Gifts ein. Jacks Vater sieht mich mit großen Augen an. Sein Mund zieht sich zusammen und formt ein W. Vielleicht will er warum fragen.

Obwohl ein so junger Auftragskiller schon ungewöhnlich ist, ist aber genau diese Idee, die mir so gut gefällt, denn die großen Versionen kennt man schon zu Genüge. Allerdings ist eine solche Idee auch viel schwerer umzusetzen. Wie kommt ein Junge dazu, wie wird sein Alltag realisiert und vieles mehr. Der Autor löst all dies sehr einfach und gar nicht schlecht. Via Rückblenden erfährt der Leser etwas über den Tod seiner Eltern, seine Kindheit und Ausbildung. Ausgeklügelte Apps und Geschichten sorgen für ein plausibles Alibi und ermöglichen ihn immer aufzutauchen, aber eben auch ohne Fragen unterzutauchen.

Die Frage, wie man selbst reagiert hätte, wenn die Eltern ermordet worden wären und man von den Mördern selbst als Killer ausgebildet werden soll, hat für mich zumindest eine kleine Bindung zu „Benjamin“ entstehen lassen. Hinterfragt man in diesem Alter solche Dinge? Eigentlich weniger. Möchte man überleben? Ich würde sagen, ja.

Doch irgendwie gelingt es mir trotz, dieser grundlegend spannenden Idee nicht, mit diesem Buch warm zu werden. Sonst bemängle ich stets komplexe und verschachtelte Sätze, aber auch diese Einfachheit kann nerven.

ZITAT S. 25
Ich sehe die Waffe an. Dann sehe ich ihm in die Augen. Eiskalt. Ich bin in Schwierigkeiten. In diesem Moment klingelt es. Das Smartphone in meiner Hand.

Manche Passagen sind auch länger, aber viele Sätze sind am Anfang eben so kurz gehalten. Es bessert sich zwar, sobald der Autor auf den eigentlich, alles verändernden Auftrag kommt, aber immer wieder verfällt er in dieses Staccato.

Abgesehen davon kann ich den plötzlichen Wandel seiner Persönlichkeit bzw. seiner Gefühle nie ganz nachvollziehen. Vier Jahre ist er distanziert, hat Spaß und weiß wann Flirten unangebracht ist, und trotzdem verzaubert ihn ein Mädchen, welches total anders ist als er, binnen weniger Seiten. So was ist alles möglich, aber dann sollten die Emotionen einfach authentisch vermittelt werden. Das gelingt dem Autoren jedoch gar nicht. Die anfängliche Verständnis verblasste recht schnell und ich hab immer wieder nur noch den Kopf geschüttelt. Gerade bei einer Ich-Perspektive sollten die Emotionen und Gedanken einfach greifbarer und plastischer sein. Das Problem ist eben der immer wieder sehr knappe Stil, wenn es um Schilderungen geht. Auch die recht kurzen Kapitel, die manchmal nur 2-3 Seiten lang sind, unterstützen dies. Dabei passiert eigentlich nicht viel. Während der erste Auftrag an dem man teilnimmt, nach nicht mal 10 Seiten erledigt ist, zieht sich dieser über 300 Seiten.

Einerseits ist das nicht schlecht. Ein Auftragskiller, der anfängt nachzudenken, regt ebenfalls zum Nachdenken an. Gerade Jugendliche werden so gefesselt und beschäftigen sich mit der Situation. Als Erwachsener kam bei mir hinzu, dass ich früh wusste, worauf das Buch hinauswill, eigentlich schon mit dem Klappentext. Jüngere Leser werden das vielleicht nicht so empfinden. Dadurch wird noch etwas mehr Spannung gekillt.

Letzten Endes ist es aber der Schluss, der das Buch bei mir persönlich ins Aus befördert. Ich muss mir im Grunde 300 Seiten anhören, wie ein junger Mensch endlich anfängt selbst zu denken und zu handeln, um dann am Ende wieder der Alte zu werden. Sind alte Muster nicht bekanntlich leichter. Das bietet zwar dem Autoren Spielraum für eine Fortsetzung, hat mir aber nicht so gut gefallen. Ehrlich gesagt ist es eins der wenigen Jugendbücher, wo ich sage, hier muss ich den zweiten Band nicht unbedingt lesen.

Alles in allem hat mich das Werk nicht vom Hocker gehauen, und dementsprechend kann ich dem Buch auch nur zwei drei Sterne geben. Die Idee ist nicht schlecht und hat stellenweise immer wieder dafür gesorgt, dass ich mich unterhalten habe, aber der größte Teil war eher langatmig und in meinen Augen nicht fesselnd genug umgesetzt.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Allen Zadoff
Titel: Boy Nobody
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: bloomoon; Auflage: 1 (3. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3845800054
ISBN-13: 978-3845800059
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Boy Nobody
Preis: € 16,99
Genre: Jugend / Thriller
Lesedauer: 1 Tag

'''Autorenportrait'''
Allen Zadoff hat 2010 mit Food, girls and other things I can't have den Sid Fleischmann Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal arbeitet... (Quelle: Informationen aus dem Buch)

'''Zitierter Klappentext'''
Mit 12 Jahren wurde er rekrutiert, um tödliche Missionen zu „erledigen“. Mit 16 ist BOY NOBODY einer der Besten. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Weil er seine Zielobjekte schnell und effektiv aus dem Weg räumt. Seine aktuelle Mission ändert jedoch alles: Denn die Zielperson ist ganz und gar nicht, was sie scheint. Und sie kommt ihm gefährlich nahe. Zu nahe. Aber BOY NOBODY wird auch diesen Auftrag erfolgreich zu Ende bringen. Weil er einer der Besten ist. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Oder etwa nicht …?

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Mord Schilderung, Rückblenden, Einstieg
Contra: Stil, Emotionen, Schluss
Empfehlung: Nein
Sterne:3

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Die Päpstin / D. W. Cross

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Dieses Buch steht schon recht lange in meinem Buchregal. Ich habe es bei Tauschticket ertauscht, als ich bei einem Tauschspiel mitmachte. Das waren noch Zeiten, als tauschen kostenlos war. Ihr seht, es ist schon recht lange her. Damals war das Buch recht neu und die Kritiken haben mich umgestimmt, obwohl ich eigentlich mit solchen historischen Werken weniger anfangen kann. Als ich jedoch gebraucht einen neuen MP3 Player erworben habe, und dort versehentlich noch alte Musik und Hörbücher drauf waren, habe ich mich doch an dieses Werk gewagt. Das Hörspiel, basierend auf der Filmumsetzung, hat mir so gut gefallen, dass ich auch gleich das Buch gelesen habe. Herausgekommen ist ein unentschieden, denn ich könnte nicht sagen, ob das Hörbuch oder das geschriebene Wort besser gefallen hat.....


'''o0o Worum geht es o0o'''
Johanna ist die Tochter eines Dorfpriesters, der eine sächsische Frau mit Namen Gudrun geheiratet hat. Als sie 814 geboren wird, sind die Weichen für ihre Zukunft gestellt, denn ihr Vater hat ein klares Bild, wenn es um Frauen geht. Sie brauche nicht lesen oder schreiben, und müssen nur den Haushalt erledigen und Kinder bekommen. Ein Glück sieht ihr älterer Bruder Matthias das Ganze etwas moderner, und bringt seiner Schwester Johanna das Lesen bei. Als dieser jedoch an einem Fieber stirbt, ändert sich zu Hause alles. Ihr Vater ist sehr betroffen von dem Tod, und sieht Johanna nur noch als Kind des Teufels an. Das liegt vielleicht auch daran, dass sein Lieblingssohn verstorben ist, und ihr jüngerer Bruder nicht so talentiert in den Augen eines griechischen Gelehrten ist, wie seine verfluchte Tochter. Kein Wunder, dass sie das Geschenk dieses Mannes, ein griechisches Buch mit lateinischer Übersetzung heimlich lesen muss. Als ihr Vater es entdeckt, zwingt er sie, die Buchstaben mit einem Messer so herauszukratzen, dass das Buch noch einmal genutzt werden kann. An diesem Abend lernt Johanna zum ersten Mal die Grenzen einer Frau kennen, denn ein „Nein“ akzeptiert ihr Vater nicht, sondern schlägt sie halb Tod. Sie überlebt jedoch und kurze Zeit später kommt ein Gelehrter um sie mitzunehmen, damit sie als Schülerin noch viele tolle Dinge lernen kann. Ihr Vater weiß dies jedoch geschickt zu ändern, denn sein trotteliger jüngster Sohn heißt Johannes, und so ist eine Verwechselung des Namens Schuld. Wer würde schon ein Mädchen an einer Schule haben wollen!? Als ihr niemand glaubt, flieht sie in der Nacht und kann zusammen mit ihrem Bruder nach Dorstadt reisen, wo sie dem Bischof beweist, dass sie über das nötige Wissen verfügt. Doch als Mädchen kann sie nicht offiziell die Domschule besuchen, und so kommt sie zu Gerold einem Markgrafen und dessen Familie. Zwischen ihr und dem älteren Mann kommt es zu einer innigen Freundschaft. Ein einziger Kuss verändert jedoch alles, denn aus Freundschaft wurde Liebe, die nicht sein darf. Seine Frau erfährt davon und verheiratet Johanna heimlich während Gerolds Abwesenheit mit dem Sohn des Dorfschmied. Das Fest ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn wilde Normannen überfallen Johanna und alle Anwesenden und töten die Mehrheit. Johanna kann fliehen und weiß, dass sie als Frau nicht weit kommt, so verkleidet sie sich als Mann und nennt sich Bruder Johannes Anglicus, wodurch sie ohne Probleme in ein Kloster nach Fulda gehen kann. Dort empfängt sie die Weihe zum Priester und lernt vieles über Medizin. Doch dann verändert sich alles, sie soll der neue Papst werden und Gerold taucht auch wieder in ihrem Leben auf. Wie sich die Geschichte entwickelt, müsst ihr ab hier selbst lesen.
'''o0o Meine Meinung o0o'''
Die Päpstin“ ist ein Buch, welches viele Fans, aber auch kritische Stimmen hervorgerufen hat. Die Frage, ob die Legende, auf der die fiktive Geschichte von Donna W. Cross basiert, generell nur Fiktion war, oder ob es wirklich eine tapfere Frau gegeben hat, die als Päpstin, die Männerwelt auf den Kopf stellte, spaltet die Meinungen. Doch um diese Frage selbst geht es in dem Buch nicht, und so lassen wir es einfach jedem seine Meinung, und widmen uns nun der eigentlichen Umsetzung, wie sie die Autorin wohl gerne gesehen hätte.

Donna W. Cross hat sich für eine Geschichte eine Ausführung entschieden, die ein Stück weit auf der Legende basiert, jedoch viele eigene Ansätze beinhaltet, wodurch das Buch nichts für Fans ist, die auf eine erstklassige Recherche setzen und etwas über die tatsächliche Vergangenheit erfahren möchten. Nicht das die Autorin nicht gut recherchiert hat. Sie hat dies sogar vorbildlich gemacht, und lässt so eine vergangene Zeit greifbar und anschaulich entstehen, dass ich persönlich das Gefühl hatte, selbst dieses Jahrhundert erlebt zu haben. Dafür sorgt die Autorin vor allen Dingen mit ihrem Stil.

Ganz in der Nähe des Grubenhauses grollte Donner, und das kleine Mädchen erwachte. (ZITAT S. 19)

Mit diesem Satz wird sofort deutlich, welchen Stil der Leser zu erwarten hat. Viel zu oft versuchen Autoren historischer Werke, die alte Sprache aufleben zu lassen, und sorgen stattdessen mit ihrer Wortwahl für ein realistische Sprache, die jedoch nur allzu schwer zu verfolgen ist. Einer der Gründe, warum ich historische Werke nur bedingt lese. Doch mit diesem leichten, modernen und illustrativen Stil fesselt die Autorin binnen weniger Sekunden, und lässt sogar das eher langweilige Thema „Kirche“, „Papst“ und „Religion“ lebendig und faszinierend erscheinen.

Generell entsteht so nicht nur eine fabelhafte und authentische Kulisse, sondern auch eindrucksvolle Charaktere. Die kleine Johanna muss man mit ihrer wissbegierigen, vielleicht auch leicht rebellischen Art einfach sofort ins Herz schließen. Jede Figur bekommt Charakterzüge eingehaucht, die ein klares Bild entstehen lassen und die Sympathiepunkte automatisch verteilen. Vom tyrannischen, frauenfeindlichen Vater, über eine eingeschüchterte Mutter bis zu Gerold, der wie ein seelenverwandter erscheint.

Mit diesen eindrucksvollen Charakteren nimmt die Geschichte recht schnell ihre Gestalt an. Obwohl ich anfänglich von vielen langatmigen Passagen ausgegangen bin, muss ich zugeben, dass das Buch einen so in den Bann zieht, dass man es nicht aus der Hand legen mag, und schon gar keinen Satz überspringen will. Jedes Wort wird aufgesogen, denn man könnte etwas Entscheidendes verpassen.

Es passiert einfach zu viel, wofür auch das Tempo der Autorin sorgt. Langatmige oder unwichtige Passagen sind hier definitiv Mangelware. Ihr Kampf gegen den Vater, die abenteuerliche Reise nach Dorstadt, später der Angriff der Normannen oder die Pest. Alle Aspekte der damaligen Zeit wurden auf interessante Art und Weise eingeflochten und eben durch Spannung und Liebe abgerundet. In meinen Augen ist ein brillantes, lesenswertes Werk entstanden, dass mich sowohl als Hörbuch, als auch im normalen Buch vollends überzeugen kann. Bei diesem Genre also eine absolute Seltenheit, denn allzu oft habe ich starke Leseschwierigkeiten mit historischen Werken.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren, Klappentext o0o'''
Autor: Donna W. Cross
Titel: Die Päpstin
Taschenbuch: 585 Seiten
Verlag: Aufbau; Auflage: 62 (2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746614007
ISBN-13: 978-3746614007
Originaltitel: Pope Joan
Preis: € 10,00
Genre: historisch
Lesedauer: 4 Tage

Donna Woolfolk Cross wurde in den vierziger Jahren in New York geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach ihrem Studium arbeitete sie unter anderem in der Verlagsbranche. Heute lebt sie einige Autostunden nördlich der Großstadt im Bundesstaat New York und lehrt "Writing" am Onondaga College. "Die Päpstin" ist der erste Roman der Autorin, ihre vorausgegangenen Publikationen waren Sachbücher, die sich mit den Themen Gesprächstraining und Kommunikation befassten. (Quelle: Amazon.de)



'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Figuren, Stil, Aufbau des Buches, eigene Ideen, Grundlage der Legende
Contra: nichts gefunden
Empfehlung: Ja

Sterne: 5
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