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Das Vermächtnis der Feuervögel / Wolfgang Hohlbein


Ich weiß noch, wie ich meinen ersten Hohlbein gelesen habe. Ich konnte nicht aufhören, musste aber Lesepausen einlegen, um nicht zu schnell fertig zu werden. Ich war so begeistert und diese Begeisterung hielt ungefähr 20 Bücher an. Irgendwann kam der Punkt, wo ich merkte, dass er vieles wiederholt, und bei vielen Fortsetzungen alte Ideen aufgreift oder einfach nur schnell unausgereifte, lasche Inhalte verfasst, um eben Seiten an alte Erfolge noch schnell anzuknüpfen. Inzwischen ist mein Hohlbein-Buchpaket auf 3 Bücher geschrumpft, und das vorliegende Buch klang am Besten. Eins kann Hohlbein nämlich mit Kurzgeschichten punkten. Da verliert er sich in meinen Augen nicht in langatmigen Einstiegen oder Details. Das vorliegende Buch hat 7 Geschichten, aus verschiedenen Genres.


'''o0o Das Vermächtnis der Feuervögel o0o'''
Nick ist Agent und für Frank zuständig. Dieser ist Autor für Drehbücher und hat augenblicklich eine kleine Krise. Kurzer Hand mietet Nick mit seiner Freundin Nora ein altes, aber riesiges Haus, damit Frank abgeschirmt auf neue Ideen kommen kann. Zusammen mit Cora, Franks Freundin, geht es auf in das mysteriöse alte Haus, das die vier von Anfang an in den Wahnsinn treibt. Die Heizung funktioniert nicht und viele Räume sind voll von Vögeln. Das Haus gehörte ursprünglich einem Vogelnarren, der sein Haus einer Stiftung vermacht hat, unter der Voraussetzung, dass nur ein Teil der Räume vermietet wird und der Rest den Vögeln gehört. Und genau diese Vögel sind sehr merkwürdig. Fliegen gegen die Fenster, die Menschen, greifen an, aber vor allen Dingen beobachten sie die neuen Bewohner. Und Frank mögen sie einfach nicht..

Das Vermächtnis der Feuervögel“ ist eine Art Horror-Geschichte, die leicht an „Die Vögel“ erinnert. Beängstigend und definitiv nichts für Personen, die generell eine leichte Angst vor Vögeln und ihren Schnäbeln haben. Die Geschichte selbst gehört definitiv nicht zu Hohlbeins schlechtesten Umsetzung. Die Geschichte hat rund 60 Seiten und beginnt etwas zähflüssig. Die Atmosphäre rund um die Vögel kommt in meinen Augen auf Grund der Charaktere nicht so zur Geltung, wie es möglich gewesen wäre. Erst zum Schluss schafft Hohlbein Hitchcock eine gewisse Konkurrenz zu machen. Nichts für empfindliche, und tierfreundliche Mägen. Dementsprechend ein toller Einstieg in diese Sammlung.

4 / 5 Sternen -Solo für die Geschichte.

'''o0o Im Namen der Menschlichkeit o0o'''
Während mich die erste Geschichte noch überzeugen konnte, ging es mit einer Kurzgeschichte weiter, die mich sofort abgeschreckt hat. Das liegt zum Teil daran, dass es eine historisch angehauchte SciFi Geschichte ist. Der Leser wird in die Zeit von Jesu Christi versetzt. Als Leser begleitet man drei Römer, die mittels Zeitmaschine weit zurückreisen und versehentlich in Jerusalem landen, als dort Jesu Christi ist. Sie versuchen nicht aufzufallen und nehmen doch entscheidenden Einfluss. Ich fühlte mich arg in die Geschichte hineingeworfen und konnte mit dieser römischen Situation nicht viel anfangen. Woher hatten sie diese ungewöhnliche Technik, warum sie sind dort gestrandet. Ich habe ehrlich gesagt nicht viel verstanden, und fand auch die Situation in der neuen Zeit alles andere als packend. Im Grunde einige Konflikte, Kämpfe und eine kleine Theorie zu Judas... Sicherlich nicht verkehrt, aber nichts was mich vom Hocker gehauen oder gefesselt hat.

2 / 5 Sternen – Solo für die Geschichte

'''o0o Das zweite Gesicht o0o'''
Mit dieser Geschichte hat sich Hohlbein bei mir auch keinen Pluspunkt gesammelt. Das liegt aber daran, dass er ein Thema gewählt hat, dass auch meine größte Angst ist. Also worum geht es. Martin ist schwer erkrankt. Er hat einen Tumor, der nur langsam wächst, aber schon auf sein Sehzentrum Auswirkungen hatte. Inzwischen sieht er nur noch graue Schatten, kann hell und dunkel unterscheiden oder Umrisse erkennen. In wenigen Monaten wird er völlig in Dunkelheit leben. Als ihm sein Arzt Dr. Denkrad anbietet eine bestimmte Operation durchzuführen, ist er anfänglich skeptisch. Gerade weil er dank einiger Medikamente für kurze Zeit wieder sehen konnte, und somit live erlebt hat, wie die Katze, an der die Augenoperation vorher durchgeführt wurde, zwar wieder sehen kann, aber sich vor der Maus, die sie sieht im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode fürchtet. Er lehnt ab, bis zu dem Moment, als Andrea, seine Ex bei ihm auftaucht und ihn seinen Sohn vorstellt.
Er sagt zu, und kann auch wieder vollständig sehen. Allerdings ist alles anders. Er findet seinen Sohn göttlich und Denkart sogar attraktiv. Irgendwas scheint mit ihm nicht zu stimmen, aber was?

Da ich kurzsichtig bin, und schon mal ein Loch in der Netzhaut hatte, ist es meine größte Angst. Zwar erschafft Hohlbein eine gute Basis, die aber fernab der Realität liegt. Augen zu transplantieren, ist zumindest nach meinem Stand noch ein Wunschtraum, da einfach alles zu komplex ist und der Augeninnendruck überall unterschiedlich vom Gehirn gesteuert wird. Sehen könnte die Person nicht. Nun gut, es geht um eine bahnbrechende Methode, aber auch abseits davon, war die Geschichte kein Highlight. Im Grunde geht es darum, dass er durch die fremden Augen sieht. So wie Menschen mit neuem Herzen sagen, sie fühlen anders. Zwar schafft Hohlbein etwas Stimmung mit dem Tod der Katze, aber da es für mich nie aufgeklärt wurde, nur ein Lückenfüller. Welche andere Katze hat bitte Angst vor Mäusen? Ausgelutschtes oder bekanntes Thema, mittelmäßig umgesetzt, denn trotz Kurzgeschichte sieht es sich in die Länge..

3 / 5 Sternen – Solo für die Geschichte


'''o0o Der Rest o0o'''
Bis zu dieser Geschichte habe ich zwar immer gesagt, es ist zumindest unterhaltsam. Die restlichen vier Geschichten hingegen empfand ich schon nach wenigen Seiten so nervig, dass ich sie nur noch überflogen habe. Zum Beispiel geht es in der einen Geschichte um vier Personen. Zwei Kids altern plötzlich minütlich und haben einen uralten Auftrag, sich sozusagen opfern. Sie ist so verwirrend, dass ich den Anfang ungelogen fünf Mal angefangen habe und nicht wirklich schlauer war oder in die Handlung fand. Eine andere Geschichte ist die wahre erste Enwor Geschichte. Wer meinen Lesefluss verfolgt, der weiß, dass ich mit Enwor nicht so viel anfangen kann. Also nur was für Fans. Man möge mir verzeihen, dass die Geschichten nicht ausführlich beschrieben werden, aber sie wurden eben nur noch überflogen. Ich bin ehrlich. Hohlbein kann keine Kurzgeschichten schreiben. Er braucht eine gewisse Seitenzahl, damit sich die Geschichte bei ihm entfalten kann. 60-100 Seiten sollte die Geschichte Minimum bei ihm haben. Alles darunter ist entweder vom Thema nicht interessant oder man fühlt sich hineingeworfen und versteht oftmals nicht alles. Mag sein, dass echte Fans es anders sehen, aber die ersten drei Geschichten waren im direkten Vergleich zu den anderen vier schon kleine Perlen, und selbst die konnten mich nicht 100% überzeugen. Für mich daher 2 Sterne insgesamt.

'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Das Vermächtnis der Feuervögel
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2., Aufl. (Januar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492265081
ISBN-13: 978-3492265089
Preis: € 1
Genre: Thriller, Horror, Fantasy
Gelesen in: 6 Tagen


''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: 1 Geschichte
Contra: 6 andere Geschichten, schlechter Einstieg, verwirrend, keine gute Auswahl
Empfehlung: nein
Sterne: 2

Kommentare

  1. Hallo :)
    Schade, dass Dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Ich mag Wolfgang Hohlbein sehr gerne, musste aber auch mein letztes von ihm - Das Avalon-Projekt - abbrechen. War nicht so meins, für mich zu langatmig.
    Aber es warten ja noch 1000 andere gute Bücher auf uns ;)
    Liebe Grüße Melli

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