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Das Lied der Sonnensänger / Julie Peters

Meine Mutter und ich habe zum Glück einen sehr ähnlichen Lesegeschmack. Daher schenkt sie mir regelmäßig ihre ausgelesenen Werke. Darunter auch das Exemplar „Das Lied der Sonnenfänger“. Sie war so angetan von dem Buch, dass sie es sogar doppelt gekauft hatte. Eins für mich, eins für sich. Wie mir das Buch gefallen hat, lest einfach selbst.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
1894 Neuseeland: Die Familie O'Brien wandert von Irland nach Neuseeland aus. In Irland standen sie vor der Pleite, und nur die Ehe zwischen Walther und Siobhan, hat der Familie die zweite Chance in Neuseeland beschert. Mit dem jungen Ehepaar wandert die gesamte Familie aus, um auf einer Schafsfarm glücklich zu werden. Am Anfang scheint auch alles zu funktionieren. Die Schafswolle wirft Profit ab und sie können sogar expandieren. Während nach außen alles harmonisch ist, brodelt es jedoch in den Tiefen. Siobhan ist zwar wunschlos glücklich mit ihrem Mann, doch mag er keine Nähe, und wenn wird er mehr als brutal. Immer wieder verprügelt er sie, wenn es zum Sex kommt. Siobhan flüchtet sich aus diesem Grund in die Arme des Maori Amiri, der ihr zeigt, was Liebe bedeutet. Erst mit der Geburt ihrer Tochter Sarah endet die Affäre, und wird erst Jahre später aufgefrischt, denn Amiri geht, und Siobhan kann Walther Sarah als seine Tochter verkaufen. Auch Emily findet ihr Glück. Zwar nicht in Aaron, dem früheren Verwalter der Farm, sondern in Will einen Freund ihres Bruders Finn. Obwohl sie ihn nicht so liebt wie Aaron stimmt sie einer Heirat zu und ist sogar etwas glücklich. Schließlich unterstützt er sie bei ihrem Plan Autorin zu werden. Vor der Hochzeit kommt es jedoch zu einem tragischen Unfall, bei dem sie einen komplizierten Bruch erleidet, der nie vollständig verheilt. Ohne Morphium oder später Heroin kommt sie nicht mehr klar.

Ob Siobhan mit Amiri glücklich wird, ob Emily irgendwann wieder gesund wird und ihre wahre Liebe findet, und was das Buch noch so für Schicksalsschläge birgt, müsst ihr selbst lesen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Dramatisch, Leidenschaftlich“ so wird das Buch von vielen anderen Lesern beschrieben und genau deswegen habe ich mich so auf diese Lektüre gefreut. Ich liebe Neuseeland, und dies gepaart mit etwas Drama, Leidenschaft, Liebe und Schicksalsschlägen, ist genau die richtige Entspannung für jemanden, der auf Grund von Nachwuchs aktuell eher leichte Lektüre bevorzugt.

Im Ansatz kann ich den Bewertungen der anderen Leser auch zustimmen. Das Buch besticht durch viel Drama, aber auch eine gewisse Leidenschaft verschiedener Protagonisten untereinander. Allerdings schafft es Julie Peters nicht, mich mit ihrem Werk vom Hocker zu hauen. Ich habe mich unterhalten gefühlt, und wollte stets wissen, wie es weitergeht. Aus diesem Grund fällt das Buch auch nicht gänzlich durch, aber für mich einer der schlechtesten Neuseeland Romane, die ich meinem Leben gelesen habe. Damit ihr meine Meinung nachvollziehen könnt, werde ich euch meine Meinung nun erklären.

Es beginnt schon mit dem Einstieg. Vieles ist durch den Klappentext schon angekündigt und es bedarf gut 50 Seiten bis diese verständlicherweise abgehakt wurden. Nach 50 Seiten möchte ich mich als Leser jedoch mit den Charakteren identifizieren und das ist mit dieser Umsetzung einfach nicht möglich. Siobhan wirkt wie ein verschrecktes Huhn, das im Verlauf eine Wendung an den Tag legt, die zu der vorherigen Beschreibung überhaupt nicht passt. Ich meine, man hat Angst vor allem und jedem, ist glücklich mit seinem Mann, abgesehen von den Schlägen im Bett, und fängt dann eine Affäre mit dem Mann an, den man besonders fürchtet. Das ist nur ein Beispiel von denen es im Buch mindestens drei weitere gibt. Auch Emily ist eine Figur, die mir am Anfang wirklich sympathisch erschienen ist. Selbstbewusst, frech und ehrlich. Doch schon nach kurzer Zeit, lässt sie ihren vorherigen Charakter stehen, um eine Ehe einzugehen, von der sie weiß, dass sie damit wohl nie gänzlich glücklich wird. Im späteren Verlauf verändert sie sich durch ihre Verletzung so sehr, dass ich sie gänzlich unsympathisch fand. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, denn durch aktuelle Zahnschmerzen, weiß ich, wie froh man ist für einen Moment schmerzfrei, aber auf der anderen Seite, passt es nicht zu dieser Figur. Zumal sie bis zum Schluss bei einer Entwicklung bleibt, die eben nicht passt. Nun gut, manchmal sind Menschen zu Dingen fähig, die man ihnen nicht zugetraut hätte, und mit dieser subjektiven Unstimmigkeit hätte ich leben können, auch wenn ich es unendlich schade fand, dass keine Figur wirklich Charakterstärke besessen hat.

Was mich jedoch störte, war der generelle Verlauf des Werkes. Nach 100 Seiten habe ich zum ersten Mal pausiert und mir viel nur das Wort „Platt“ ein. Der Geschichte fehlt es an Leidenschaft seitens der Autorin. Die Geschichte wird einfach stumpf ohne Kopfkino erzählt. Immer wieder kommen Hindernisse, die durch weitere Hindernisse verschlimmert werden. Statt jedoch einfach mal ein Klischee zu erfüllen und eine Figur ihr langweiliges Schema F durchstoßen zu lassen, verschwinden sie wieder in der Versenkung.

Generell kommt keine Stimmung auf. Weder Kampfgeist, wenn etwas schief geht, noch tiefe Emotionen bei Verlust oder in der Liebe. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin selbst noch nie verliebt war. Normalerweise berühren mich Liebesgeschichten, und wenn sie richtig gut sind, würde ich sogar soweit gehen, dass ich sogar manchmal tauschen würde. In diesem Fall hatte ich jedoch oft das Gefühl, ich könnte auch meine Einkaufsliste lesen. Diese wäre genauso emotional. Man möge mir verzeihen, aber stellenweise kam mir einfach der Gedanke und ich bin in dem Punkt einfach ehrlich.

Trotzdem hat mich, wie oben erwähnt das Buch trotzdem neugierig auf den Schluss gemacht, und dieser war die Enttäuschung schlecht hin. Während vorher zumindest alles halbwegs ausführlich verfasst wurde, ist der Schluss sehr rasant. Viele Punkte werden übersprungen, was teilweise wirkt, als wären der Autorin die vorgegebenen Seiten ausgegangen. An manchen Stellen wirkt es daher konstruiert und einfach enttäuschend. Gerade was den Verlauf der Figuren betrifft. Vergleichbar mit dem Abspann eines Filmes, wo noch einmal steht. Karin hat Sam geheiratet, sie haben 5 Kinder bekommen. Julia wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt. Das hat nichts mit dem Buch zu tun, keine Sorge, aber eben zwei Beispiele, wie man es bei einem Film kennt. Mich hat es einfach enttäuscht.

Alles in allem konnte mich das Buch nicht begeistern. Nicht mal Neuseeland in seiner Pracht konnte so realistisch dargestellt werden, dass ich das Gefühl hatte vor Ort zu sein. Ich hätte auch in Kansas oder Bayern sein können. Mal übertrieben dargestellt, aber ohne verkehrten Sommer / Winter, Maori und einige Städte hätte ich nicht gewusst wo ich mich befinde.

Ich hatte wirklich auf eine neue Sara Lark gehofft, aber leider schafft es diese Autorin nicht. Von mir gibt es daher faire 2 Sterne. Highlight des gesamten Buches, ist wirklich die Tragik, wie ein Unfall alles verändern kann, wie Heroin vor Jahren noch verharmlost wurde, und was es heißt, wirklich Schmerzen zu haben.


'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Julie Peters
Titel: Das Lied der Sonnenfänger
Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Wunderlich (15. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805208960
ISBN-13: 978-3805208963
Preis: € 14,95
Genre: Familie, Drama, Liebe
Gelesen in: 2 Tage

''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: Ideen
Contra: Figuren, Emotionen, Schluss, Schilderungen, Entwicklungen
Empfehlung: Nien
Sterne: 2

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