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Schaufenstermord / Kjell ola Dahl


Langatmige Ermittlungen
 
Ich weiß gar nicht mehr, woher ich dieses Buch habe. Gekauft habe ich es nicht, also wahrscheinlich gegen ein anderes Buch getauscht. Eigentlich bin ich kein Fan von skandinavischen Autoren. Die Namen klingen alle so merkwürdig, und ich kann sie mir viel zu schlecht merken. Aber dieses Buch hatte etwas interessantes vom Klappentext her, dass ich es immer wieder gerne herausgezögert habe. Nun brauchte ich ein Werk von einem skandinavischen Autoren und so wurde es nun doch gelesen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Reidar Folke Jespersen macht sich an seinem letzten Tag jede Menge Feinde. Den Anfang macht seine Frau, die seit Jahren einen jüngeren Geliebten hat, den Reidar stets hingenommen hat. Doch nun hat er die Nase voll, und droht ihr mit Trennung, wenn sie es nicht nach dem heutigen Treffen beendet. Einer Angestellten kündigt er eiskalt. Und besonders verscherzt er es sich mit seinen Brüdern, die das gemeinsame Antiquitätengeschäft verkaufen wollen. Er lehnt nicht nur ab und weigert sich jemals zu verkaufen, sondern kickt auch noch den geliebten Hund seines Bruders mit einem fiesen Tritt gegen die Wand und tötet ihn fast. Niemand ist also traurig, als er am nächsten Tag nackt und auf groteske Weise im Schaufenster drapiert zur Schau gestellt wird. Sein seltsamer Tod ist nicht nur vielen Recht, sondern kommt ihnen gelegen. Warum also trauern. Doch leider zieht es ein Mord mit sich, dass die Polizei anfängt zu ermitteln und die Kommissare Gunnarstranda und Frølich haben diese leidige Aufgabe übernommen. Leidig, denn es gibt mehr Motive als ihnen lieb ist.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Schaufenstermord“ ist der zweite Band der Reihe um die Kommissare Gunnarstranda und Frølich. Es ist jedoch nicht weiter schlimm, wenn der erste Band nicht bekannt ist, denn die Geschichte lässt sich noch wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen.

Ich muss zugeben, dass der Klappentext nicht nur einen heiteren, sondern auch klassischen Kriminalfall ankündigt, der genau nach meinem Geschmack ist. Da bei vielen Tatverdächtigen auch viele Ermittlungen notwendig sind, hatte ich jedoch Bedenken, dass es dadurch einige langatmige Passagen geben könnte.

Der Einstieg in das Buch ist eine Mischung aus heiteren Einwürfen, der Präsentation von zahlreichen potentiellen Tätern, vielen fremdklingenden Namen und einem lockeren Stil. Er weckt damit eine gewisse Neugierde und schafft die Lust den Täter nachher selbst zu finden. Wer sich schwer mit Namen tut, wird sicherlich einige Schwierigkeiten haben, da der Autor dies aber bei den fremdklingenden Namen einkalkuliert zu haben scheint, schreibt er regelmäßig immer die vollständigen Namen. Dementsprechend könnte der eine oder andere Leser etwas genervt sein, wenn er zum 3 Mal Reidar Folke Jespersen innerhalb weniger Sätze lesen muss, aber im gewissen Sinne hilft es.

Was am Anfang alles noch sehr rund erscheint, verliert sich aber spätestens mit dem Tod gewisser Person. Die Motive sind vorhanden und man überlegt selbst, wer denn nun wirklich hinter dem Tod von Reidar steckt. Doch genau diese Masse an interessanten Tätern und Motiven lässt das Buch mit jeder Seite immer mehr schwächeln. Dafür sorgen die Ermittlungen, die im Grunde einer ständigen Wiederholung gleichen. So wird zum Beispiel seine Frau verhört. Während das Verhör bis ins kleinste Detail beschrieben wird, folgen im Anschluss oder zwischendurch immer wieder Gedankengänge des Ermittlerduos, vielleicht folgt noch ein kurzer Ausflug in dessen Liebesleben, und schon wiederholt sich dies mit einer anderen Figur, wie zum Beispiel seinem Bruder. Mir ist klar, dass ein solcher klassischer Krimi auf Ermittlungsarbeit basiert. Jedoch muss es nicht so arg in die Länge gezogen werden und im Grunde immer das gleiche Schema aufweisen. Etwas mehr Abwechslung hätte nicht geschadet. Im Gegenteil so wird es mit der Zeit doch etwas langatmig und man verliert die eigenen Ermittlungen leicht aus den Augen. In meinen Augen hätten 100-150 Seiten weniger zu einem runderen Ergebnis geführt.

Auf den letzten 50 Seiten überschlagen sich dann die Dinge, und das Rätsel um den Täter wird logisch aufgelöst. Es hinterlässt aber den Faden Beigeschmack, als hätte der Autor plötzlich die Seitenzahl bemerkt und überlegt, wer denn nun als Täter idealer ist. Es wirkt zwar logisch, aber auf sehr deutlich konstruierte Weise, was eben für einen faden Beigeschmack sorgt.

Alles in allem war ich am Ende etwas enttäuscht, da die Ausgangslage doch einiges an Potential zu bieten hatte.

'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Kjell Ola Dahl
Titel: Schaufenstermord
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2008 (24. Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404153243
ISBN-13: 978-3404153244
Preis: € 1,00
Genre: Krimi
Gelesen in: 3 Tagen


''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: Einstieg, Idee, lustige Vorgeschichte
Contra: fade Ermittlungen
Empfehlung: Nein
Sterne: 3

Kommentare

  1. Hey Sarah,

    also das wäre wohl nicht so mein Buch, aber das liegt wohl schon am Genre. :o)

    Lieben Gruß,
    Ruby

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