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Gated - die letzten 12 Tage / Amy Parker


Für eine Lesechallenge brauchte ich noch ein Buch aus dem dtv Verlag.. Früher hatte ich davon sehr viele, aber inzwischen sind es nur noch sehr wenige. Durch Zufall habe ich dann dieses Buch in die Finger gespielt bekommen und ich musst einfach zuschlagen. Ob sich dieses Jugendbuch mit interessanten Hintergrund lohnt, lest selbst.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Lyla lebt zusammen mit ihrer und weiteren Familien in Mandrodage Meadows. Nach außen ist es eine kleine Siedlung, die sehr zurückgezogen lebt. Lyla und ihre Familie sind dort seit rund 10 Jahren. Damals verschwand Lylas Schwester Karen von einer Minute auf die andere, obwohl sie direkt vor der Haustür spielte. Es ist der 11.9 und dementsprechend hat die Polizei wenig später keine Zeit mehr um nach ihr zu suchen. Die Familie zergeht fast daran, und lediglich Pioneer und seine Idee von der Gemeinde können die Familie aufrecht erhalten. Lyla selbst ist am Anfang sehr glücklich. Sie darf endlich wieder raus, hat viele Freunde in ihrem Alter und ist glücklich. Doch dann ändert sich alles, denn Pioneer bekommt die Botschaft, dass die Welt untergehen wird, und nur sie wie damals Noah mit seiner Arche überleben werden. Sie bauen einen riesigen Schutzbunker unter ihrem Gelände, lernen mit Waffen umzugehen und die Kinder werden einem anderen Kind versprochen. Inzwischen rückt der Tag des Untergangs immer näher. Genau 12 Tage bleiben laut Pioneer noch, bevor sie für 10 Jahre in den Bunker verschwinden. Lyla soll mit ihrer Familie noch viele Vorräte kaufen, als sie vor ein Auto läuft und ins Krankenhaus muss. Dort begegnet sie Cody, der Sohn des Sheriffs, der schon wenige Tage vorher, mit seinem Vater in der Siedlung war. Obwohl Lyla niemanden vom Weltuntergang erzählen darf, erkennt sie, dass sie Cody trauen kann, und erzählt ihm alles. Dieser zeigt ihr jedoch, dass nichts davon stimmt. Nachrichten, die Pioneer von Tsunamis und Erdbeben gezeigt hat, sind über Jahre her. Lyla erkennt, dass sie in Wirklichkeit in den Fängen einer Sekte sind, und beginnt für sich und ihre Familie zu kämpfen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Gated – Die letzten 12 Tage“ ist ein Buch, welches sich mit einem Thema befasst, dass in regelmäßigen Abständen in den Medien auftaucht. In diesem Fällen fragen sich Millionen von Menschen, wie man nur so leichtgläubig sein konnte. Die Rede ist von Sekten und deren Mitgliedern, die sich zum Beispiel freiwillig umbringen.

Auch ich finde das Thema sehr interessant, denn nur wenige Gehminuten von meiner Schule befand sich früher das Scientology Centrum in Hamburg. Mich beschäftigt ebenfalls regelmäßig die Frage, warum Menschen so leichtgläubig sein können, und dementsprechend wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Amy Parker setzt bei ihrem Buch auf eine Grundidee, die gar nicht so verkehrt ist und einen logischen Einstieg in die Geschichte ermöglicht. Nach dem Anschlag am 11.9 waren viele Amerikaner leicht zu beeinflussen und es ist nur verständlich, dass eine Gruppe bereit ist, sich abzuschotten von dem Bösen dieser Welt. Was jedoch nicht so gut gelungen ist, ist die Tatsache, dass die Autorin oder auch der Verlag im Klappentext deutlich zu viel vom Inhalt preisgeben. So wird schon lange vorher deutlich, dass die Welt untergehen soll und eben nur noch 12 Tage bleiben. Fakten, die im Buch erst viel später eingeflochten wurden.

Stattdessen versucht sie über Seiten das ruhige, familiäre Bild einer kleinen Randgruppe aufzubauen. Als Ansatz eigentlich eine gute Idee, die jedoch nicht mit dem Klappentext vereinbar ist. Zumindest sind es diese Anfänge, die den Leser die wesentlichen Figuren näher bringen. Da wäre Lyla, die immer für ihre Mutter stark sein musste, und immer die Person war, die gerne etwas hinterfragt hat. Ihre Freunde Will, Marie und Brian, die alle im selben Alter sind, aber mehr oder weniger eigenständig sind und in ihren vorgeschriebenen Rollen aufgehen. Weiter geht es mit den Eltern von Lyla, die das Verschwinden ihrer Tochter nie verwunden haben, und wohl schon damals nur den Wunsch hatten zu sterben, aber nie den Mut fanden. Pioneer als starker, leicht wahnsinniger Anführer und natürlich Cody, der alles aufdeckt. Alles verschiedene Charaktere, die dazu beitragen, dass die Geschichte realistisch wirkt. Sogar mir leuchtet ein, wie beeinflussbar Menschen unter bestimmten Voraussetzungen sein können. Mit Lyla und ihrem freien Willen, der alles hinterfragt, ist der Autorin eine kleine Rebellin gelungen, deren Wandel aber trotzdem recht überraschend kommt. Es wirkt dadurch nicht unrealistischer, denn ein Keim war sicherlich schon vorher vorhanden, aber in meinen Augen wird Lyla dadurch zu einer etwas übergroßen Figur, die minimal zur Superheldin wird. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.

Obwohl das Buch so authentisch startet und vieles eine gelungene Mahnung ist, um gerade Jugendliche vor einer Sekte zu warnen, gibt es im Buch auch einige Schwächen, die leider deutlich auffallen.

Was stört mich an dem Buch? Es sind im Grunde nur Kleinigkeiten. Der Übergang oder das Wecken von Lyla ist ein solcher Punkt. 10 Jahre leben sie in ihrem Dorf, und genau wenige Tage vor dem Weltuntergang fangen die Bewohner der angrenzenden Stadt an, endlich alles zu hinterfragen? Zwar gibt es für all diese Wendungen und Idee seitens Parker, logische Auslöser, aber es wirkt trotzdem eine Spur zu künstlich. Kombiniert mit einigen Längen könnte dies einige Leser stören.

In diesem Fall siegt bei mir jedoch die Tatsache, dass das Buch eine gute Warnung ist. Mit viel Action, Blut und tödlichen Aktionen beschönigt die Autorin nichts, sondern zeigt, dass nicht mal offensichtliche Anzeichen oder korrekte Fragen, manche Menschen aufrütteln kann. Die Angst vor der Realität kann das entstandene Idealbild einfach nicht zum Einsturz bringen. Und dies ist nun einmal Fakt, wenn man die vielen Sekten-Toten anschaut.

Wie eben erwähnt beschönigt die Autorin nichts, und dementsprechend darf der Leser ein klischeehaftes, aber leider Gottes reales Finale erwarten.

Alles in allem ist so ein Buch entstanden, dass als Warnung gerade in den USA, wo viele Sekten zu finden sind, vielleicht eine Art Pflichtlektüre sein sollte. Das Buch hat zwar einige Schwächen, wie die Längen, rasante Wendungen oder ähnliches, aber es ist der Autorin gelungen mich trotzdem bis zum Schluss zu fesseln und sogar teilweise zu schockieren. Nicht nur mit manchen Ideen und Umsetzungen, sondern auch mit der Beeinflussbarkeit der Menschen. Ich kann das Buch klar empfehlen.

'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Amy Christine Parker
Titel: Gated – Die letzten 12 Tage
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423760982
ISBN-13: 978-3423760980
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Gated
Preis: € 16,95
Genre: Thriller
Gelesen in: 2 Tagen

''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: Schluss, realistisch
Contra: Klappentext verrät zu viel, dadurch Längen
Empfehlung: Ja
Sterne: 4

Kommentare

  1. Hey Sarah,

    das klingt​
    ​ nach einem sehr interessanten Buch. Finde es immer wichtig sich darüber zu informieren, damit man selber nicht hineinrutscht.

    Lieben Gruß,
    Ruby

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