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Obsidian 1 - Schattendunkel / Jennifer L. Armentrout

Obwohl der Geburtstermin immer näher rückt, und ich eigentlich keine Bücher mehr anfordern wollte, gibt es Ausnahmen, so wie das Buch „Obsidian“. Bevor ich es bei Blog dein Buch entdeckt habe, hatte ich noch nie etwas davon gehört. Der Klappentext klang jedoch vielversprechend und die Tatsache, dass sich auf dieses Buch über 150 Leute beworben haben, reizte mich sehr. Normalerweise bewerben sich vielleicht 10-60 Blogger auf ein Buch. Irgendetwas musste dieses Buch also haben und ich habe das Glück gehabt, zu den Auserwählten Bloggern zu zählen. Inzwischen habe ich es ausgelesen und kann nur hoffen, dass der zweite Band zügig folgt.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Ob es Katy passt oder nicht. Sie muss mit ihrer Mutter an den Arsch der Welt ziehen. Nach dem plötzlichen Krebstod ihres Vaters, sind die Erinnerungen auch nach mehreren Jahren noch präsent und ihre Mutter braucht einfach einen Tapetenwechsel. Während sie sich gleich in ihre neue Arbeit am Krankenhaus stürzen kann, hat Katy nur ihren Buchblog, denn die Nachbarszwillinge Daemon und Dee scheinen nicht gerade begeistert von ihr zu sein. Eigentlich nur Daemon, der schon beim ersten Blick, als sie nur nach dem Weg zum Supermarkt fragt, sofort zu verstehen gibt, dass er sie hasst und sich von ihnen fernhalten soll. Dee hingegen scheint sie irgendwie zu mögen. So entsteht eine kleine, aber feine Freundschaft, die anfänglich nur von ihrem Bruder boykottiert wird. Als jedoch das letzte Schuljahr beginnt, trifft sie auf den Rest der Clique und auch hier wird sie von allen Seiten nur mit Hass begegnet. Dabei hatte sie gedacht, dass sie nach dem Tag am See, den Daemon mit ihr verbringen musste, um von Dee seine Autoschlüssel wieder zu bekommen, etwas mehr akzeptiert wird. Schließlich hat er sie sogar gerettet, als sie von einem Mann auf dem Parkplatz der Bibliothek überfallen und fast getötet wird. Während Dee alles probiert, um die Freundschaft aufrecht zu erhalten, ist Daemon einfach nur komisch. Mal knistert es und es kommt sogar fast zum Kuss, und dann sagt er ihr offen ins Gesicht, dass sie nicht erwünscht ist. Für Katy ist die Situation nicht gerade toll. Doch alles wir verständlicher, als Daemon mit ihr reden will, und sie dann wieder komplett fertig macht. Sie haut ab und läuft dabei direkt von einen LKW, obwohl ihr klar ist, dass sie sterben wird, kann sie sich nicht bewegen, bis plötzlich der LKW einfach mitten in der Bewegung einfriert. Angehalten von Daemon, der ihr nach dem ersten Schock erklärt, dass er und Dee Außerirdische namens Lux sind, die mit der Kraft des Lichtes viel bewirken können. Zeitgleich erfährt sie von den Arum, den Schattenwesen, die alles tun um das Licht der Lux auszulöschen. Da alle Menschen, die in der Nähe von Lux sind, die ihre Energie nutzen, anfangen zu leuchten, wie ein Weihnachtsbaum, muss Daemon sich nun um sie kümmern. Die anderen sind davon nicht begeistert. Ein Mensch, der ihr Geheimnis kennt, kann nur ins Verderben führen. Ash, die Ex-Freundin von Daemon geht sogar so weit, und sagt ihr auf den Kopf zu, dass sie für Daemons Tod verantwortlich sein wird. Dementsprechend ist sie froh, als sie nach einiger Zeit nicht mehr glüht. Doch auf dem Schulball muss Daemon sie erneut retten, bevor sie ihr Date vergewaltigt. Er will sie nach Hause bringen, doch ihr Glühen zieht die Arums an. Es kommt zu einem gewaltigen Kampf bei dem Katy überraschend Daemon das Leben rettet. Allen ist klar, dass sie dadurch noch mehr in Gefahr sind, denn Katy leuchtet zum einen noch mehr und zum anderen hat einer der Angreifer überlebt. Ihnen ist klar, dass ein Kampf um Leben und Tod auf sie zukommen wird, und Katy ihre Schwachstelle sein wird.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Endlich mal ein Buch abseits der ausgelutschten Themen“, das war mein erster Gedanke, als ich die vielen durchweg positiven Rezensionen samt Klappentext gelesen habe. Obwohl die Autorin auf eine Art Liebesbeziehung zwischen Mensch und magischen Wesen setzt, ist es endlich mal etwas Neues, denn es kommen keine Vampire, Zombies oder Werwölfe vor. Stattdessen setzt die Autorin auf Außerirdische Wesen, und reizt die Geschichte nicht mit der typischen Lovestory aus, sondern setzt auf eine Anziehungskraft, die man als Hassliebe bezeichnen kann. Genau diese beiden Ansätze sind es, die mich sofort an das Buch gefesselt haben.

ZITAT: S. 105 – Katys Liebe zu Büchern
>>In Büchern konnte ich mich immer verlieren. Sie waren für mich eine notwendige Zuflucht, die ich nur allzu gerne aufsuchte.<<

Schon ab den ersten Seiten habe ich mich in das Buch und den Schreibstil der Autorin verliebt. Sie setzt auf einen jugendlichen, illustrativen Stil, der aber authentischer ist, als andere Versuche. Das liegt einfach daran, dass Katy eine eindrucksvolle, lebendige Protagonistin ist, die endlich mal nicht die typischen Klischees erfüllt. Als Buchbloggerin fühlen sich Leseratten so oder so schon zu ihr hingezogen. In Kombination mit der Tatsache, dass sie zwar schüchtern ist und keine Model-Maße besitzt, und somit eigentlich das typisch, schüchterne Mädchen darstellen kann, zeigt Katy Seiten, die viel authentischer sind. Sie zeigt den Stinkefinger, sagt in Frust-Situationen ihre Meinung und macht auch mal Dinge, die schüchterne Mädchen tun, wenn sie mehr als wütend sind. Genau dadurch war sie mir sofort sympathisch und erinnerte mich an eine jüngere Ausgabe von mir.

ZITAT: S. 18 – Entstehung der Hassliebe und Darstellung von Katys Charakter
Okay. Jetzt reichte es. »Weißt du, du hast Recht. Wie konnte ich dich nur als Deppen bezeichnen. Depp ist noch viel zu nett für dich«, zischte ich und lächelte süßlich. »Ein Arschloch bist du.«
»Ein Arschloch?«, wiederholte er. »Wie charmant.«
Ich zeigte ihm den Stinkefinger.
Er lachte abermals und deutete eine Verneigung an.

Mit dieser Szene wird nicht nur ihr temperamentvoller Charakter deutlich, sondern auch die Hassliebe, die dort ihre Anfänge nimmt. Generell setzt die Autorin auf Charaktere, die einzigartig sind und doch Wiedererkennungswert haben. Besonders Daemon mit seiner geheimnisvollen, zwiespältigen Art, sorgt dafür, dass es in Kombination mit Katy nie langweilig wird.

Wer sich schon mit den Figuren anfreunden kann, der wird spätestens mit den Dialogen das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Wie die Szene oben schon zeigt, nimmt Katy in bestimmten Situationen, vor allen Dingen wenn Daemon in ihrer Nähe ist, kein Blatt vor den Mund. Die Dialoge sind somit witzig, gereizt und sorgen für ein tolles Lesetempo. Obwohl sicherlich einige Dialoge sich wiederholen, erscheinen sie einfach nicht langatmig und eintönig, sondern man könnte sich stundenlang mit diesem Buch beschäftigen.

Es ist aber nicht nur der liebenswerte und einnehmende Stil der Autorin, sondern die Idee selbst, die am Ende neue Fans entstehen lässt. Auf der einen Seite wird der Leser durch die Hassliebe immer wieder gefesselt. Während sich in anderen Büchern immer andere Mädchen dazwischendrängen oder die Figuren sich sofort verlieben, ist hier zwar das Knistern zu spüren und man ahnt, in welche Richtung es gehen wird, aber immer wenn man denkt, nun könnte es endlich was werden, schafft die Autorin auf realistische Weise einen Bruch, der wieder Distanz schafft. Einige Leser könnte dies augenscheinlich nerven, und auch mich nerven solche Ansätze oftmals, aber hier schafft es Jennifer Armentrout auf besondere Art und Weise, sodass es stimmig ist. Schließlich ist die Beziehung zwischen Mensch und Alien sicherlich noch komplizierter, als zwischen einem manipulierenden Vampir. Auf jeden Fall wird diese Hassliebe nie langweilig und sorgt zum Schluss dafür, dass ich die Fortsetzung unbedingt lesen muss.

Wer nun Angst hat, dass die Liebesgeschichte im Fokus steht und es doch zu schnulzig sein könnte, der kann beruhigt sein. Einen Teil des Buches dauert es, bis Katy überhaupt erfährt, wer ihre Nachbarn sind, und danach treffen sie schon auf ihre Feinde, die immer wieder tödliche Situationen hervorrufen. Nicht immer gehen diese gut aus. Dementsprechend spannend wird die Geschichte durch diese Höhepunkte. Hier muss ich auch als Fan ehrlich sagen, dass die Autorin diese hätte einfach detaillierter und länger ausreizen können. Oft sind es nur Sekunden in denen eben viel passiert, aber im Buch wirken sie doch recht kurz beschrieben. Mir persönlich kam an einigen Stellen der Gedanke „Das war es jetzt schon?“. Es wird alles gesagt und die Spannung nicht unnötig in die Länge gezogen, aber ein paar Zeilen mehr hätten nicht geschadet. Action lässt sich eben nicht mit wenigen Sätzen wirklich authentisch umsetzen.

Mich hat das Buch gefesselt und ich kann nur hoffen, dass der nächste Band schnell erscheinen wird, denn ich möchte die Geschichte von Daemon und Katy sehr gerne weiterverfolgen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Jennifer L. Armentrout
Titel: Obsidian 1 - Schattendunkel
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen  Verlag (25. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551583315
ISBN-13: 978-3551583314
Preis: € 18,90
Genre: Fantasy / Liebe
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden in West Virginia. Wenn sie nicht gerade mit dem Schreiben eines neuen Buches beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Ihre E-Books waren in den USA auf Anhieb so erfolgreich, dass sie kurze Zeit später in den Druck kamen und sofort auf die Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste kletterten. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Ein dunkles Geheimnis scheint über dem winzigen Städtchen zu liegen, in das die siebzehnjährige Katy gerade erst umgezogen ist. Im umliegenden Gebirge sollen merkwürdige Lichter gesehen worden sein, leuchtende Menschengestalten ... Viel schlimmer findet die leidenschaftliche Buchbloggerin Katy jedoch, dass die nächste Bibliothek meilenweit weg ist und sie kein Internet hat. Bis sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln und ein Junge die Tür öffnet, so düster und geheimnisvoll wie der Ort selbst: Daemon Black.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Stil, Plot, Daemon, Katy
Contra: manche Szenen könnten länger sein
Empfehlung: Ja

Sterne: 5

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