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Der Sog der Schwerkraft / Gae Polisner


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ui, schon wieder darf ich für euch ein Buch rezensieren, welches ich ehrlich gesagt, nie näher in Betracht gezogen hätte. Als Buchflüsterer kann ich mir aber meinen Lesestoff nicht aussuchen, und so musste ich das Buch lesen, ob es mir gefällt oder nicht. Eigentlich ist es ein Jugendbuch und somit genau mein Lieblingsgenre im Moment, aber weder der Titel, noch das Cover, noch der Klappentext konnten mich sofort faszinieren. Das ist natürlich kein gutes Zeichen für ein solches Buch. Doch nun lest selbst, wie es mir am Ende gefallen hat.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Nick ist ein Junge, wie jeder andere auch. Zumindest oberflächlich gesehen. Sein Bruder nervt, seine Mutter ist irgendwie cool, aber auch gestresst und sein Vater ist eben die spezielle Ausnahme. Nach dem Umzug von New York und den Verlust seine Jobs, ist er immer dicker geworden und macht eigentlich gar nichts mehr. Sein bester Freund und Nachbar, Scoot leidet an Progerie und es ist ein Wunder, dass er noch lebt. Sein eigner Schwachpunkt sind immer wiederkehrende Fieberschübe, die ihn teilweise innerhalb von wenigen Minuten in eine wandelnde Leiche verwandeln. Ihr seht, eigentlich alles normal. Das ändert sich jedoch schlagartig. Erst verschwindet sein Vater auf einen angeblichen Tripp nach New York, um wie Fatman abzuspecken, und außer ihm glaubt niemand an seine Rückkehr. Scoot selbst erleidet seinen ersten Schlaganfall und stirbt kurze Zeit später, und dann wäre da auch noch Jaycee, ein Mädchen, das neu an der Schule ist, und sich irgendwie mit Scoot angefreundet hatte. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt Scoots Vater, der nach der erschreckenden Diagnose abgehauen ist, ausfindig zu machen. Zusammen machen sich die beiden auf den Weg in die Stadt, wo der einzige Anhaltspunkt zu Scoots Vater ist. Doch was sie dort finden, sorgt für eine Menge Verwirrung, Ärger und jede Menge Emotionen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Der Sog der Schwerkraft“ ist ein Buch über Liebe, Freundschaft, der beschwerliche Weg des Erwachsenwerdens. Damit setzt die Autorin auf Themen, die 12 jährige Leser brennend interessieren.Statt jedoch eine alltägliche Umsetzung zu wählen, wie es zahlreiche Autoren schon vorgelebt haben, setzt sie auf einen besonderen Inhalt, der interessant, aber leider auch nicht massentauglich ist.

Es beginnt schon bei Nick und seiner Familie. Ein nerviger Bruder und eine Mutter, die eigentlich cool und gestresst ist, zeugt von Normalität. In Amerika trifft sogar der fettleibige Vater den Nerv der Zeit. Ohne Kritik üben zu wollen, gibt es genügend wirklich fette Menschen in den USA, die dank TV und XXL Portionen ihren Beitrag zur Wirtschaft leisten. Dementsprechend fand ich die Idee, einen solchen Vater zu wählen wirklich sehr interessant, aber auch wieder schade, weil Nick selbst durch seine Fieberschübe, wilden Halluzinationen und die Tatsache, dass er in dem Zustand die verrücktesten Dinge macht, eben schon das Maß an Übertreibung ausgereizt hat.

Neben dieser manchmal recht einzigartigen Familie, die das Erwachsenwerden nicht gerade leicht macht, zumindest, wenn man Nick heißt, will die Autorin dem Leser keine Ruhe gönnen. Neben Nick spielt Scoot eine wichtige Rolle, und hier muss der Leser sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass manchmal die Jugend und Kindheit anders verläuft. In diesem Fall muss sich der Jugendliche mit seinem eigenen, viel zu frühen Tod auseinandersetzen. Wie die Person selbst damit umgeht, und wie Freunde, sowie Familie darauf reagieren, wurde von der Autorin authentisch umgesetzt. Durch ihre Umsetzung berührt sie das Herz und würde diesem Jungen so gerne helfen, obwohl er überraschend stärker ist, als seine Umgebung. Es zeigt ich auch bei dieser Idee, dass besonders kranke Kinder, oftmals die stärksten Persönlichkeiten haben. Wie es sich für ein Drama oder eben auf dem Weg zum Erwachsenwerden gehört, gibt es logischerweise kein Happy End, was aber nicht nachteilig ist, denn Scoot scheidet auf so wundervolle, einfühlsame Weise aus dem Buch aus, dass man sich eigentlich für ihn freut, denn es geht schließlich auch anders.

Die Geschichte um Scoot sorgt wiederum für die Freundschaft zwischen Nick und Jaycee, die mit ihrem reichen Stiefvater alles andere als glücklich ist. Die Entwicklung der ungewöhnlichen Freundschaft bringt die beiden immer näher, sodass man schon recht früh, dank des Klappentextes weiß, dass hier mehr geboten wird, nämlich eine zarte Liebesgeschichte, die auf Grund gemeinsamer Trauer und einer gemeinsamen Suche entsteht. Es ist ein Weg, der nicht unbedingt voller freudiger Ereignisse ist und besonders für Nick sehr beschwerlich ist, aber eben zeigt, wie das Leben in Wirklichkeit ist. Oft bekommt man eine Faust ins Gesicht, aber wenn wir ehrlich sind, überwiegen die schönen Situationen und Momente.

Trotzdem das Buch so ernst und doch wundervoll ist, fand ich einfach, dass die Autorin einfach zu viele Baustellen am Anfang eröffnet. Zwar bleiben keine Themen und Fragen offen, aber stellenweise fühlte man sich erschlagen oder gelangweilt. Gerade zum Schluss wird letzteres eher deutlich. Ich saß beim Frauenarzt und hatte beim CTG eine Menge Ruhe, aber ich habe oft genug den Kopf geschüttelt, weil ich ir dann doch etwas fesselnderes zum Ende hin gewünscht hätte. Zwar ist es gut, weil es eben nur bedingt ein Happy End gibt, eben so, wie es im realen Leben ist, aber eben bitte etwas packender.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Gae Polisner
Titel: Der Sog der Schwerkraft
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: cbj (31. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570154025
ISBN-13: 978-3570154021
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: THE PULL OF GRAVITY
Preis: € 14,99
Genre: Drama
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Gae Polisner ist Ehefrau, Mutter und Rechtsanwältin und nebenbei auch noch Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Jungs und zwei Nymphensittichen auf Long Island, New York. Der Sog der Schwerkraft ist ihr erster Jugendroman, aber wenn es nach den euphorischen Stimmen der Kritiker geht, ganz bestimmt nicht ihr letzter. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Nicks Vater hat sich aus dem Staub gemacht, seine Familie droht zu zerbrechen und sein bester Freund Scoot, der Freak, liegt im Sterben. Da taucht Jaycee Amato in Nicks Leben auf, das durchgeknallte Mädchen mit den Husky-Augen. Sie verspricht Scoot, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen, und nötigt Nick, dabei zu helfen. Und so machen sich die beiden ausgerüstet mit der Weisheit Yodas und den Geschichten von John Steinbeck auf einen Road-Trip, um Scoots unbekannten Vater zu finden. Eine schwierige und gleichzeitig wunderschöne Reise beginnt, auf der Nick reifer, reicher und weiser wird. Am Ende hat er zwar nicht Scoots Vater gefunden, dafür aber eine über den Tod hinausgehende Freundschaft und ... die große Liebe.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: außergewöhnliche Themen, Einstieg, Stil
Contra: zu viele Themen
Empfehlung:
Sterne: 3 Sterne






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Kommentare

  1. Ich denke, man darf die vom Verlag empfohlene Altersempfehlung nicht aus den Augen verlieren. Das ist ein Jugendbuch und für ein Alter ab 12 geschrieben. Für die ist es wahrscheinlich packend genug.

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    1. Da ich viel solcher Werke lese und in der Regel immer meine 13 jährige Nichte ebenfalls lesen lasse, kann ich schon sagen, dass es nicht soo packend ist..

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