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Indigo - Das Erwachen / Jordan Dane

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Wie einige schon mitbekommen haben, läuft seit Anfang des Jahres bei Rebuy eine Bücher Challenge, an der ich teilnehme. Nachdem das Viertelfinale gerade stattgefunden hat, wurden nun die vier Gewinner ermittelt, und diese haben Einzug ins Halbfinale erhalten. Darunter gehöre ich mit meinem Buchblog. Diesmal hat es uns Rebuy sehr einfach gemacht, und uns erlaubt selbst einen Buchtitel zu wählen. Ich habe für die Challenge ein Buch gewählt, welches ich zur Zeit eh für Blog dein Buch lesen muss. Mein Wahl-Titel hat den Namen „Indigo – Das Erwachen“. Ich habe das Cover gesehen und mich sofort verliebt. In Kombination mit einem interessanten Thema, musste ich es einfach lesen. Wie es mir nun gefallen hat, verrate ich euch nun in meiner Rezension.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Rayne Darby ist ein junges Mädchen, welches es in den letzten Monaten nicht sehr leicht hatte. Ihre Eltern sind gestorben, ihr Schwester Mia hat die Vormundschaft übernommen, das Erbe in Treuhandfonds angelegt, ihren jüngeren Bruder, der schon seit seiner Geburt anders war in eine Klinik gesteckt und Rayne damit nie wirklich zur Ruhe kommen lassen. Für Rayne war das alles zu viel, sodass sie selbst ihre Vormundschaft beantragt hat, in eine eigene Wohnung gezogen ist, und sich nun doch recht einsam fühlt. Es ist ein Tag wie jeder andere, als sie von ihrer Schwester erfährt, dass Luke aus der Klinik geflohen ist. Zu Hause hat sie eine mehr als verwirrende Nachricht von ihm auf dem Anrufbeantworter. Mit jedem Satz hört man die Angst vor Mia, aber auch Station 8, wo er hin sollte. Er möchte Rayne so gerne sehen, aber es geht einfach nicht. Er muss verschwinden, und Rayne soll nicht nach ihm suchen. Doch Rayne wäre nicht Rayne, wenn sie das abschrecken würde. Zumal sie durch die Tatsache, dass ihre Schwester Mia ihr etwas verschweigt, sie noch mehr anstachelt. Sie fängt an nach Luke zu suchen, und merkt bald, dass sie verfolgt wird. Das diese Leute ebenfalls ihren Bruder suchen ist selbstredend. Geschickt wurden sie wahrscheinlich von der Kirche, der Mia so verfallen ist. Kurz bevor sie von den Verfolgern gefangen werden kann, rettet sie ein Junge, der sich Gabe nennt. Er hat Visionen, ist komisch und steht irgendwie mit ihrem Bruder in Verbindung. Gemeinsam versuchen sie die Wahrheit herauszufinden. Ein gefährliches Unterfangen, denn die Wahrheit ist nicht so leicht zu verdauen.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Indigo – Das Erwachen“ ist der erste Teil einer neuen Fantasy-Serie, die im Mira / Darkiss Verlag erscheinen ist. Darkiss steht für außergewöhnliche, jungendliche Romane, die mich schon häufig überzeugt haben. Kein Wunder, dass ich bei dem Klappentext und den Cover sofort Feuer und Flamme war.

Die ersten Seiten des Buches lassen Großes hoffen. Rayne, ihre Situation und die Liebe zu ihrem Bruder werden so faszinierend beschrieben, dass man sie sofort ins Herz schließt, ihre Schwester hasst, und einfach wissen möchte, ob sie ihren Bruder findet und retten kann. Der Autorin sind eindrucksvolle, starke Persönlichkeiten gelungen. Gerade dadurch fliegen die Seiten am Anfang des Buches wie ein ICE an einem vorbei. Aber leider sind gute Figuren nicht alles, und so kann das Buch zumindest mich nicht dauerhaft überzeugen.

Es fängt schon relativ früh an, dass ich mich immer wieder frage, worauf die Autorin hinaus möchte. Trotz der anfänglichen Erklärung in Bezug auf die Familiensituation und Luke selbst, blieben viele Fragen offen. Ständig war die Rede von einer mysteriösen Kirche, die aber nie genauer erklärt wird. Handelt es sich um eine Sekte wie Scientology, was genau hat es mit Luke seiner Krankheit, dem blauen Licht, den Besonderheiten und Co auf sich. Man fühlte sich hineingeworfen, und konnte mit den einzelnen Puzzleteilen, die einem angeboten wurden, sehr wenig anfangen. Nun gut, es gibt viele Bücher, die erst im Verlauf ein klareres Bild entstehen lassen, und genau darauf hatte ich auch hier gehofft. Und genau das kann die Autorin leider nicht liefern. Am Ende fühlte ich mich genauso verwirrt, hatte Fragen und war mehr genervt. Dabei hätte die Autorin so viel aus ihrer Idee herausholen können, wenn sie sich auf ein Thema konzentriert hätte. In meinen Augen hätte sie sich lieber auf ein realistisches Buch mit Bezug auf eine Sekte beschränken sollen. Die Kombination aus Sekte und Fantasy misslingt leider.

Es passiert einfach so unglaublich viel, dass es manchmal schwer ist zu folgen bzw. die Zusammenhänge zu erkennen. Es fängt schon mit den vielen Persönlichkeiten an. Ich gehöre zu den Leuten, die sich schwer Namen merken können. Abgesehen von den wichtigen Hauptfiguren hatte ich oft das Gefühl, dass es einfach zu viele sind. Immer wieder taucht ein neuer Name auf, und es ist schwer zu sagen, ob die Person so relevant ist, wie sie in dem Moment eingeführt wird. Oft fragte ich mich, wer war das noch einmal. Daran erkenne ich, dass es einfach zu viel ist. Sollten sie für einen späteren Band wichtig sein, könnte ich mich mit Sicherheit nicht an alle erinnern. Das zeigt wieder, das manchmal weniger mehr ist.

Es sind aber nicht nur die Figuren, sondern eben auch die Handlung, die einfach verwirrt. Da ist Luke, der Stimmen hört, anders ist und sich einer merkwürdigen Gruppe anschließt, die viele Fragen aufkommen lässt. Dann ist da immer wieder die Kirche, die aber eben leider auch nur am Rande eingeführt wurde und dementsprechend für viele Fragen sorgt. Dabei sind die einzelnen Komponenten wirklich interessant, aber hätten eben einer besseren Einführung bedurft, die nicht ein und das selbe immer wieder wiederholt, denn Wiederholungen gibt es bei Erklärungen, aber auch Dialogen definitiv zu oft. Ein weiterer Punkt, der beim Lesen negativ aufstößt.

Das liegt in meinen Augen aber auch an der Umsetzung der Geschichte. Das Buch selbst ist in 20 Kapitel, wenn ich mich nicht verguckt habe, unterteilt. Jedes Kapitel hat weitere Unterkapitel, die Ort und Zeit beschreiben, sodass der Leser durch die häufigen Szenenwechsel nicht den Überblick verliert. Mit den Szenen ändern sich aber nicht nur die Orte, sondern auch die Perspektiven. Mal folgt man Luke, dann erlebt man Rayne, Mia, Kirchenmitglieder oder andere Figuren. Zwei Perspektiven, vielleicht auch eine dritte hätten vollkommen ausgereicht, und in meinen Augen dafür gesorgt gewisse Details einfach besser zu beschreiben. So gelingt es Jordan Dane einfach nicht ein rundes Bild entstehen zu lassen, obwohl sie wahrscheinlich genau deswegen die vielen Blickwinkel gewählt hat.

Die größte Schwäche, die durch diese Wechsel aber entsteht, ist der Spannungsverlust. Man merkt, dass die Autorin genau an spannenden Punkten wechselt, um eben den Wunsch nach dem weiteren Verlauf zu wecken. Wenn man dann aber rund fünf andere Szenen durchleben muss, bevor es an der Stelle weitergeht, ist es nicht mehr ganz so spannend, wie es beim Lesen und danach vorkam. Mag aber auch daran liegen, dass auch dort wieder ein Sprung geschehen ist. Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nach dem Einstieg und gerade dem Anruf eine stetige Spannung erwartet habe, die mich fesselt. So entstand eher das Gefühl, ach da geht es jetzt weiter.

Das mag vielleicht auch an der Übersetzung liegen, denn beim Lesen stößt man öfters auf Fehler, sodass es möglich ist, dass sich das Original deutlich besser lesen lässt. Wenn mir trotz meines tollen Namengedächtnisses immer mal auffällt, dass hier doch eine andere Person gemeint sein müsste, dann ist das schon nicht so toll. Gleiches gilt für die Grammatik oder auch mal Rechtschreibung. Es sind Kleinigkeiten und ich bin in dem Punkt auch nicht mehr so gut, wie zur Schulzeit, aber ich bin auch keine professionelle Übersetzerin. Damit will ich nicht sagen, dass die Übersetzerin kein Talent hat, denn die einfache, jugendliche Sprache lässt, wie oben erwähnt die Seiten schon an einem vorbeifliegen, aber manchmal ist es eben holprig. Und bei manchen Wiederholungen möchte man sich echt die Haare raufen und fragt sich, ob man es nicht hätte zumindest etwas eleganter lösen können.

Alles in allem ist das Buch okay. Wie gesagt, das Cover und die ersten Seiten haben mich umgehauen. Mehr davon und das Buch wäre der Hammer gewesen. Durch die Tatsache, dass die Autorin einfach zu viel versucht und einbaut, gehen die guten Ansätze leider unter. Die Liebesgeschichte zwischen Gabe und Rayne ist sehr oberflächlich, und berührt das Herz nicht. Der Kirchenansatz gewinnt nicht an fahrt und die eher fantasievolle Ausrichtung ist ebenfalls nicht umwerfend. Nun gut, in einem ersten Band dauert es oft bis die Geschichte an Fahrt gelingt, aber am Ende hatte ich nicht den Wunsch zu erfahren, wie es weitergeht. Nicht mal die Offenbarung von Gabe konnte mich noch Umstimmen. Es war nett, ließ sich lesen, aber es gehörte eher zu den Werken, auf die ich gerne hätte verzichten können.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Jordan Dane
Titel: Indigo – Das Erwachen
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. März 2014) / Darkiss
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956490177
ISBN-13: 978-3956490170
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Indigo Awakening
Preis: € 10,99
Genre: Fantasy
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Schon als Kind hat Jordan Dane gern gelesen. Dennoch hat sie einige Jahre bei einem Energiekonzern gearbeitet, bevor sie ihre Liebe zum Schreiben entdeckte. Jordan reist gern, liebt gutes Essen und Kochshows und lebt in Texas, wo sie ihre mehrfach preisgekrönten Romane schreibt.
(Quelle: amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Sie sind unsere Zukunft – wenn sie lange genug überleben. Der packende Auftakt der neuen Fantasy-Serie von Erfolgsautorin Jordan Dane! "Ich will dich sehen, aber es ist zu gefährlich. Du darfst nicht nach mir suchen. Versprich es mir." Als Rayne Darby die Nachricht ihres Bruder Luke auf ihrem Anrufbeantworter hört, ist sie völlig verwirrt. Überstürzt macht Rayne sich auf die Suche, bemerkt jedoch bald, dass sie verfolgt wird. In einem Tunnel sieht sie dann plötzlich ein blaues Licht, das von einem fremden Jungen ausgeht. Er hat die Arme ausgestreckt, die Lippen geöffnet in einem stummen Schrei – und ihre Verfolger ergreifen die Flucht. Ihr Retter heißt Gabe – mehr gibt er nicht von sich preis. Er scheint jedoch zu wissen, wo Luke steckt …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Cover, Einstieg, leichter Stil
Contra: Fehler, Wiederholungen, Sprünge, kein Bereich wirklich umwerfend umgesetzt.
Empfehlung: Nein
Sterne: 3


Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe Dich getaggt:
    http://literaturmaus.wordpress.com/2014/04/02/tag-ich-mochte-unbedingt-lesen/#comment-681

    AntwortenLöschen

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