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High Love / Madlen Ottenschläger

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich liebe Jugendbücher und dieses sprang mich regelrecht an, als ich es bei Blog dein Buch entdeckt. Das Thema Drogen hat mich über Jahre selbst sehr interessiert, da ich ähnlich wie die Protagonistin mit einem solchen Jungen / Mann zusammen war, sodass mich solche Bücher zum einen daran erinnern, aber zum anderen zeigen, dass ich froh bin, nie selbst konsumiert zu haben. Also hab ich mir das Buch mit zu dem langweiligen Schwangerschaftsdiabetes-Test mitgenommen und es innerhalb meiner Wartezeit regelrecht verschlungen. Dementsprechend möchte oder kann ich euch das Buch vorstellen.

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Die Sommerferien sind beendet und Manja hat sich während ihre Sprachkurses in England verändert. Ihre Freundin Sophie ist irgendwie langweilig geworden und als sie auch noch von Katie neben dem Schulhof angesprochen wird, ja sogar eine Kippe angeboten bekommt, fühlt sie sich auf einmal plötzlich richtig erwachsen. Katie und ihre Clique sind irgendwie aufregend, verboten und wild. Kurzer Hand lässt sie Sophie abblitzen, um mit der Katie und ihren Freunden den Abend zu verbringen. Grillen, Spaß und Alkohol stehen auf dem Plan. An diesem Abend lernt Manja Moritz kennen und verliebt sich sofort in den attraktiven Jungen. Sie trinkt hat Spaß und ist am nächsten Tag ziemlich neben der Spur, bis sie erfährt, dass auch Moritz an ihr Interesse hat. Danach schwebt sie im siebten Himmel, und sagt ja, als sie zur Party von Katie eingeladen wird. Das Sophie an dem Abend sich mit ihr versöhnen will, ist uninteressant, auch das Gras, dass diese besorgt hat und was beide schon seit Ewigkeiten mal probieren wollen ist egal. Sophie ist so wütend, dass sie es ihr sinnbildlich vor die Füße wirft und abhaut. Und so steht sie mit Sophies Gras, bei Katie vor der Tür. Moritz entdeckt dies, und ein Joint nach dem anderen macht die Runde. Von da an sich Moritz und sie ein Paar, aber irgendwie denkt Moritz immer nur an den nächsten Joint. Immer wieder leiht er sich Geld, wird aggressiv und baut anderen Mist. Trotzdem verzeiht sie ihm immer wieder, leiht ihm Geld und raucht auch ab und an mit. Das ändert sich jedoch, als er anfängt zu klauen, sie wegen einer Chillphase versetzt, Katie eine Panikattacke nach einem Joint bekommt, und Moritz sogar einen totalen Aussetzer hat. Trotz all dieser Hinweise nimmt sie Samuel, den sie damals auch an dem ersten Abend kennengelernt hat, und der augenscheinlich ehrliches Interesse an ihr hat, und sie vor Moritz warnt, nicht ernst. Bis zum bitteren Ende vertraut sie ihm, ein Ende, dass für alle Beteiligten tödlich enden kann.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Immer wieder greifen Autoren das Thema „Drogen“ auf und Madlen Ottenschläger gelingt dies auf so authentische Art und Weise, dass es schon fast erschreckend ist.

ZITAT. 36
Moritz Augen funkeln, blau und braun und grau. Er sieht glücklich aus. Dann hält er den Joint vor mein Gesicht.

Als Hauptfigur wählt die Autorin eine Persönlichkeit, die den Wunsch in sich trägt, sich zu verändern, und diese Veränderung mit jeder Faser ihres Körpers möchte. Obwohl sie eigentlich eine beste Freundin und ein tolles Elternhaus hat, möchte sie diesen wohlbehüteten Kreis irgendwie gerne durchbrechen. Wer selbst als Nachzügler geboren wurde, denn Manjas Mutter war bei der Geburt schon 41, der wird dies eher verstehen können, als Jugendliche, wo die Eltern noch nicht ganz so „altmodisch“ sind. Trotzdem hat Manja genügend Freiheiten und könnte sich eigentlich glücklich schätzen. Sie möchte jedoch nicht nur die graue Maus sein, sondern endlich mal beliebt und von anderen Leuten gesehen werden. All das wird durch den Urlaub hervorgerufen, wie es auch im echten Leben der Fall sein kann. Ein Urlaub verändert Menschen bekanntlich. Und so ist auch ihr verändertes Verhalten vollkommen nachvollziehbar. Generell merkt man in jedem Gedankengang, dass sich die Autorin wirklich genau überlegt hat, wie ein Teenager reagieren könnte und würde. Es gibt sicherlich Leser, die der Meinung sind, dass sie viel zu spät schaltet, aber wer selbst einmal in einen „Moritz“ verliebt war, der weiß, dass man lange die Sucht verharmlost und sich alles schön redet. Aus diesem Grund habe ich mich auch sofort sehr verbunden mit der Hauptfigur gefühlt. So einzigartig, wie Manja sind aber auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Sophie, die eigentlich schüchtern, aber auch wild und doch berechenbar ist; Katie, die sich nach Liebe sehnt und auffallen will; Moritz, der nur an seinen Spaß bzw. an seine Drogen denkt, und nicht wahrhaben möchte, dass er den Drogen längst verfallen ist; und dann wäre da noch Samuel, vernünftig, stark und irgendwie reif.

Mit diesen Persönlichkeiten entsteht ein wirklich klasse Roman, bei dem Madlen Ottenschläger nie aus den Augen verliert, dass Drogen gefährlich sind. Anfänglich stellt sie das Ganze noch etwas harmlos dar, versucht zu zeigen, wie Jugendliche über die Gefahren denken, Revue passieren lassen, was Erwachsene und Freunde ihnen erzählt haben. Alle Klischees von Fressflash, Lachanfall bis zur Tatsache, dass der erste Joint oft keine Wirkung zeigt, ist alles dabei. Es wird sogar genau beschrieben, wie alles gebaut wird, worin Unterschiede bestehen oder was Schimmel-Afghanen sind. Während sie diesen guten Anfang wählt, zeigt sie im Verlauf, was alles passieren kann. Von verschlafen über größere Aussetzer, Fressattacken bis zur Paranoia. Sie schildert diese Situationen so lebendig, dass mir genügend ähnliche Situationen einfallen und ich dies nur bestätigen kann. So sucht man nach Ausreden, wenn der Freund einen versetzt, weil er eingeschlafen ist, oder lacht darüber, wenn bestimmte Dinge plötzlich vergessen werden oder die Person zu Fuß auf der 8km entfernten Autobahn aufgegabelt wird und das letzte an das er sich erinnert sein Bett ist. Ganz nach dem Motto, was das hab ich gesagt oder gemacht. Es ist lustig, aber leider bei einigen die Realität. Es stimmt aber, das andere Leute kiffen und ihre Aussetzer, eher wie kleine Erinnerungslücken wirken, die man gar nicht darauf beziehen würde. Genauso die Tatsache, dass manche Eltern oder Freunde oder Kollegen es gar nicht merken, und wenn erst sehr spät. Auch wenn die Autorin wirklich alles negative hervorholt, und viele nun denken, dass es gar nicht sooo krass bei jedem sein kann. Das sind die schlimmsten Fälle, die aber jeden Treffen können, wenn er sich auf diese Einstiegsdroge einlässt. Kann, aber natürlich nicht muss. Für mich ist es daher ein schönes Aufklärungsbuch.

ZITAT S. 90
Er war bekifft! So sehr, dass er unser Date vergessen hat!

Einmal angefangen, fragt man sich als Leser, wie die Liebesgeschichte oder besser gesagt das Drama ausgehen wird, aber auch welche Rolle Samuel am Ende spielen wird. Samuel selbst ist schließlich das genaue Gegenteil von Moritz und wurde deswegen auch gewählt, um den Kontrast und die andere Möglichkeit, die jeder Teenager hat, aufzuzeigen.
Während es am Anfang noch alles sehr detailliert geschildert wird, gehen die Seiten mit einem Mal rasant zur Neige und statt sich hier zu verstricken, wählt die Autorin einen Schluss, der mich persönlich den Hut ziehen lässt, denn er zeigt nicht nur die Gefahr, sondern schreckt auf. Es zeigt, dass Marihuana eine „leichte“ Einstiegsdroge ist, aber auch den Tod bringen kann, wenn man sie unterschätzt.

Was mich jedoch an dem Buch störte, war die Tatsache, dass andere Bereiche nicht so liebevoll recherchiert oder bedacht wurden. Nehmen wir das Thema Alkohol. Augenscheinlich hat Manja noch nie viel getrunken und ist im Grunde seit dem ersten Treffen keinem Tropfen abgeneigt, auch wenn man merkt, dass es ihr nicht unbedingt schmeckt. Auch Alkohol kann süchtig machen und ist nicht unbedingt so wie Saft oder Wasser zu konsumieren. Zwar zeigt die Autorin, dass man weder bekifft noch betrunken Autofahren sollte, und auch, dass zu viel Alkohol zu einem Kater sowie Erbrechen führen kann, aber das war es auch schon.

ZITAT S. 20
Dann kotze ich mir die Seele aus dem Leib. Meine Haare hängen in mein Gesicht, alles kommt raus.

Zudem hätte ich mich persönlich, auch wenn es ein Jugendbuch ist, über 100 Seiten mehr gefreut. Manche Aspekte oder Entwicklungen hätten damit ausführlicher beschrieben werden können. Darunter eben die Situation mit Samuel, die Vorgeschichte, denn diese wird im Klappentext ganz anders dargestellt als im Buch.

Alles in allem ist der Autorin ein schönes Buch gelungen, das erschreckend und mit den schlimmsten Beispielen versucht aufzuklären. Es muss nicht jeden so packen, verändern oder ähnliches, aber man sollte wissen, dass es das kann. Es sind zwar Kleinigkeiten, die sie hätte verbessern oder ausführlicher hätte einbauen können, aber im Großen und Ganzen klärt dieses Buch auf. Durch seinen lockeren Stil, eignet es sich auch auf gewisse Weise für den Schulunterricht, weil sich die jüngeren Leser nicht unbedingt langweilen. Zumindest kamen bei uns solche Werke besser an. Zudem bietet es durch seine Schwächen und seine Extremen unglaublich viel Diskussionsmaterial, welches auch andere Seiten zulässt und die Jugendliche dazu bringt, sich mehr mit dem Inhalt auseinander zu setzen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Madlen Ottenschläger
Titel: High Love
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag (20. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551311765
ISBN-13: 978-3551311764
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 17 Jahre
Preis: € 8,99
Genre: Jugendbuch / Liebe / Drogen
Lesedauer: 3 Stunden

'''Autorenportrait'''
Madlen Ottenschläger, geboren 1979, in der Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 Meter, ca. 16.153 Stufen, Erstbesteigung M.O. 1980). Nach dem Abitur tauschte sie das Münster gegen Frauenkirche, Bavaria und Wiesn; Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule, Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität. Danach in der Stadt mit dem dollsten Dom gelandet, der sich aber als Kirmes entpuppte. Ein Buch geschrieben ("Das Uni-Einmaleins", dtv Reihe Hanser) und als freie Journalistin gearbeitet, vor allem für die ZEIT. Redakteurin bei Brigitte. Zu viel Zeit im Zug verbracht, die Berge vermisst und den Menschen, der bei den Bergen lebt. Rückkehr nach München, wo sie heute mit ihrer Familie, aber ohne Blick auf die Frauenkirche lebt. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Manja, 16, muss ihr Leben ändern. Endlich auch zu den Angesagten in der Clique gehören, das wär’s. Und tatsächlich freundet sie sich mit der beliebten Kati an, die sie auf eine Party an der Isar mitnimmt. Dort verliebt sich Manja in Moritz. Plötzlich ist alles neu und wunderbar. Dass Moritz kifft, findet Manja eigentlich ganz spannend – bis sie Moritz’ bedrohliche Aussetzer bemerkt…

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Drogenaufklärung mit Extremen, vielseitige Figuren
Contra: Alkohl verharmlost, 200 Seiten zu wenig, um alles ausführlich zu beleuchten
Empfehlung: Ja
Sterne: 4


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Kommentare

  1. Bei mir hat das Buch nur 3 Sterne bekommen. Es war mir aufgrund der flachen Charaktere einfach zu blass und das Ende, welches es nicht gab, war einfach zu abgehakt.

    Liebe Grüße

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