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Was gut und Böse ist / P. D. James

Hallo ihr Büchernarren....

===Vor dem Lesen===

Als ich mir vor vielen Jahre, inzwischen sind, es ja leider einige Jahre zusammengekommen, mehrere Buchpakete ersteigerte, sortierte ich die Bücher auf verschiedene Stapel. Dieses Buch legte ich ohne zu zögern auf den Stapel „5 Sterne – Das muss super sein“. Eindrücke können täuschen und so kann ich euch nun folgende Meinung verraten.


'''Buchdaten'''
Autor: P.D. James
Titel: Was gut und böse ist
Taschenbuch: 640 Seiten
Verlag: Droemer Knaur; Auflage: 1., AUFL. (1. Mai 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426624842
ISBN-13: 978-3426624845
Originaltitel: A Certain Justice
Preis: 0,01€

'''Leseinformationen'''
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 5 Tage

'''Autor/in'''
Phyllis Dorothy James, seit 1991 Baroness James of Holland Park, wurde 1920 in Oxford geboren. Da ihr Mann unheilbar krank aus dem Weltkrieg zurückkehrte, musste sie für sich und die beiden Töchter selbst sorgen. Erst nach langen Jahren in der Krankenhausverwaltung und in der Kriminalabteilung des Innenministeriums konnte sie sich ab 1962 ganz der Schriftstellerei widmen. P. D. James, weltweit als Queen of Crime gerühmt, wurde mit Auszeichnungen und Preisen überhäuft; ihr Commander Adam Dalgliesh, der die meisten Fälle löst, ist in die Literaturgeschichte eingegangen. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Die Staranwältin Venetia Aldrige erkämpft den Freispruch eines Mordverdächtigen. Vier Wochen später stellt ihre achtzehnjährige Tochter ihr diesen Mann als zukünftigen Schwiegersohn vor. Eineinhalb Tage später findet man Venetia erstochen an ihrem Schreibtisch. Doch nicht nur der Schwiegersohn in spe kommt als Täter in Frage... (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.


===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Venetica hat nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern hat in ihrem Leben eine Menge erreicht. Sie ist eine erfolgreiche Anwältin und Mutter einer Tochter, die ihr jedoch eher das Leben schwer macht, als sich in die Rolle der Vorzeigetochter zu fügen. Als sie den 21jährigen Garry Ashe vertritt, der seine Tante ermordet haben soll, ist es für sie ein Fall wie jeder andere. Ob schuldig oder unschuldig ist egal. Sie erledigt ihren Job und sucht nach den Fehlern der Staatsanwaltschaft und wird fündig. Garry Ashe wird freigesprochen und für Venetica geht das Leben weiter. Alles ändert sich jedoch, als ihre Tochter sie wenige Monate später nach einem Gerichtstermin aufsucht. An ihrer Seite ist Garry Ashe, den ihre Tochter als ihren Verlobten vorstellt. Verständlicherweise kein Partner, den man seiner Tochter wünscht, egal wie das Verhältnis ist. Schnell wird Venetica jedoch klar, dass jedes Wort ihre Tochter nur noch mehr in dessen Arme treibt. Die Wege der beiden trennen sich und wenige Tage später wird Venetica ermordet? Steckt ihre Tochter dahinter, die ihre Mutter aus den Weg räumen will, war es Garry, der Angst vor ihr hatte oder vielleicht einer ihrer Kollegen oder früheren Fälle? Die Ermittlungen laufen an und eins ist klar, so leicht wie es Venetica meist hatte, werden es die Ermittler bei ihr nicht haben, denn fast jeder hat ein Motiv.

'''Sarahs Meinung'''
P. D. James ist eine berühmte Autorin, die sich in der Krimi-Szene einen Namen gemacht hat. Mir ist die Schriftstellerin durch ihr Werk „Tod an heiliger Stätte“ in Erinnerung geblieben. Es handelte sich um ein Werk, mit dem ich persönlich einfach nicht warm wurde. Teils auf die Thematik geschoben, hatte ich bei diesem vielversprechenden Klappentext größere Hoffnungen einen Zugang zu ihrem Stil zu bekommen.

Ganz nach dem Motto – viel ist gut – setzt P. D. James gleich zu Beginn auf einen Einstieg, der den Lesern möglichst viele Täter präsentieren soll. Obwohl den Lesern der Mord schon durch den Klappentext angekündigt wurde, will dieser irgendwie einfach nicht passieren. Stattdessen wird der Leser direkt an den Anfang katapultiert, um Venetica bei ihrer letzten Verhandlung und dem Freispruch von Garry zu erleben. Rechnete ich anfänglich noch damit, schnell zu den Mordermittlungen zu gelangen, musste ich bald feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Während mehrere Sprünge lernt man nicht nur ihre Tochter, ihre eigene Kindheit, sondern auch Kollegen kennen. Der Versuch dem Leser die Figuren näher zu bringen, ist der Autorin jedoch in meinen Augen nicht gelungen. Trotz zahlreicher Seiten konnte ich keine Verbindung zu Venetica, ihrer Tochter oder anderen Figuren herstellen. Dabei sind sowohl Charakter, als auch Äußerlichkeiten gut beschrieben. Mir fehlte nichtsdestotrotz der gewisse Funke. Leider änderte sich dieser Aspekt auch während der folgenden Seiten nicht. Im Grunde hatte ich stets das Gefühl oberflächlich auf die Figuren zu blicken, jedoch den Kern nicht entdecken zu können.

Abgesehen von den Protagonisten kommt das Buch nur gemächlich in Fahrt. Nach gut 100 Seiten ist der Mord noch immer in weiter Ferne. Bücher die so lange brauchen, um endlich auf den im Klappentext angesprochenen Inhalt zu kommen, sind leider überhaupt nicht mein Fall. Ein Kritikpunkt, den ich auch häufig bei meinem früheren Lieblingsautoren Wolfgang Hohlbein oft kritisiert habe. Die Hoffnung, dass die Ermittlungen, sobald sie ihren Anfang nehmen, überzeugen können, hat mich weiterlesen lassen. Doch auch hier setzt die Autorin eher auf Detailreichtum im negativen Sinne. Unnötige Details ziehen das Buch immer mehr in die Länge. Hinzu kommt der Versuch die potentiellen Täter erst nach und nach auszuschließen. Dem geübten Leser ist indessen schon lange klar, auf welche Figuren es am Ende hinauslaufen wird. Dadurch wirkt der Text sehr anstrengend und hätte gerne, da bin ich ehrlich, 200-300 Seiten kürzer sein dürfen. Die Ermittlungen selbst sind auch alles andere als überragend. Bei der Masse an Kriminalromanen, dürfen sich die Ermittlungen schon gerne positiv hervorheben. Sei es durch witzige Sprüche, unkonventionelle Methoden oder charmante Ermittler. In diesem Fall sind sie eher stocksteif, langweilig und die Ermittlungen selbst voller Klischees. Es wird eine Intrige nach der anderen aufgedeckt und der Ermittler selbst steckt voller Probleme, wo ich persönlich nur den Kopf schütteln konnte.

Ein weiteres Problem stellt in meinen Augen die mangelnde Spannung dar. Immer wenn ich denke, nun könnte sie sich langsam aber sicher aufbauen, dann wird sie durch unnötige Beschreibungen sofort gestoppt. Zum Beispiel geht die Autorin detailliert auf Inneneinrichtungen ein. Leider so ausführlich, dass ich das Gefühl hatte, sie will mir die Wohnung verkaufen. Irgendwo belustigend, aber für einen Kriminalroman doch etwas deplatziert.

Nichtsdestotrotz habe ich mich durch die Seiten gequält, denn die rund 600 Seiten waren alles andere als ein Lesegenuss. Gegen Ende des Buches zeigt sich, dass die Autorin sich zwar nicht wirklich für einen Täter entscheiden kann, dafür aber zumindest etwas Spannung schaffen kann. Hier lässt sich die meisterhafte Autorin erkennen, die von allen so bejubelt wird.

Alles in allem ist der Autorin auch diesmal nicht gelungen mich zu fesseln oder einen neuen Fan zu gewinnen. Die Geschichte wurde einfach unnötig in die Länge gezogen und könnte mit deutlich weniger Seiten, deutlich mehr punkten. Da ich zumindest auf den letzten Seiten erahnen konnte, was Fans an der Autorin schätzen, gibt es von mir 2 Sterne. Es tut mir leid, aber Geschmäcker sind verschieden, und mein Fall ist es leider nicht.


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



Kommentare

  1. Hallo,

    ja, der Buchgeschmack soll auch unterschiedlich sein. Und Großbritannien ist ein Land mit vielen Konventionen. Wer dieses Land schätzt, mag auch solche Bücher. Wer lieber Bücher schätzt, die nur 150 Seiten lang sind, actionreich/brutal /und auf den ersten Seiten schon 5 Morde geschehen und einfach geschrieben sind, ist mit diesen Autoren besser beraten. Nur meine persönliche Meinung, zu solchen Kommentaren.

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    1. Ich brauche auf den ersten Seiten keine fünf Morde und lese auch sehr gerne Bücher mit so vielen Seiten, sofern sie eben fesseln. Aber P. D. James ist leider bei diesem, aber auch anderen Werken einfach nicht mein Fall.

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