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Das Haus der dunklen Träume - R. Goddard

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Heute habe ich ein Buch für euch, das ich schon seit einigen Jahren auf dem Stapel ungelesener Bücher liegen habe. Vom Klappentext klang es so interessant, dass ich es damals auf den Stapel mit 5 Sternen gelegt habe. Dementsprechend lange hat es sich bei mir gehalten. Jetzt wurde es für eine Challenge ausgewählt, und ich musste es lesen. Warum es mich so enttäuscht hat, werde ich euch nun erklären.


'''o0o Worum geht es o0o'''
Tony und Marina sind eigentlich ein Traumpaar und auch nach vielen Jahren so verliebt wie am ersten Tag. Kein Wunder, dass Tony London aufgibt und mit ihr an die Küste zieht, obwohl es nicht sein Traum ist. Der Traum ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn eines Tages ist Marina Tod aufgefunden. Augenscheinlich war es ein Unfall, als sie über die Absperrung geklettert ist, um sich die Blumen dort anzusehen. In seiner Not findet er nach der Beerdigung Unterschlupf bei Lucy, Marinas Schwester, und ihrem Mann und seinem besten Freund Matt. Sie sind selbst gerade in ein Haus gezogen, das sich AndersTraum schimpft, und von einem berühmten Architekten gestaltet wurde. Doch schon von Anfang an hat das Haus etwas sehr merkwürdiges an sich. Tony ist sofort fasziniert und auch Lucy ist von der Geschichte des Hauses begeistert, denn in jeder Generation gibt es Tote. Die erste Familie hatte zwei Söhne. Der ältere brachte seine Frau aus Eifersucht um. Niemand wollte ihm Glauben und dachte, dass sein Bruder die Tat begangen hat, denn schließlich war er ein Verräter, der Atomwaffen-Informationen an Russland verkaufte. Wenige Jahre später begann die Tochter der nachfolgenden Familie aus Eifersucht sich das Leben zu nehmen. Und nun hat auch Tony merkwürdige Träume, wo er Tote sieht, die Zukunft träumt und vieles mehr. Er beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf den jüngsten Sohn, der damals als Verräter nach Russland ging. Gemeinsam mit ihm versucht er die Geschehnisse im Haus zu konstruieren, denn er merkt, dass er es machen muss. Schließlich hat er gerade eine Affäre mit Lucy angefangen, Matt hat komische Andeutungen gemacht, bevor er sich versucht hat das Leben zu nehmen, und auch Daisy, die damalige Verlobte von Cedric, dem Verräter, hat angedeutet, dass Lucy dem Haus verfallen ist, und vielleicht sogar ihre Schwester umgebracht hat. Was genau dahinter steckt und wie alles ausgeht, müsst ihr selbst lesen.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Wie eingangs schon erwähnt, hatte ich trotz negativer Kritiken große Hoffnungen in das Buch. Der Klappentext macht neugierig und das düstere Cover, was zwar leider ein völlig anderes Haus darstellt, bestärkt diese Neugierde.

Es beginnt jedoch schon mit dem Einstieg, dass diese Neugierde leicht nachlässt. Tony erzählt die Geschichte und redet dabei immer wieder mit seiner verstorbenen Frau. Sicherlich keine verkehrte Perspektive, aber da der Leser Marina nie wirklich kennengelernt hat, kann man keine Bindung aufbauen. Es bleibt immer etwas schräg, weil es auch schwer ist sich selbst als Marina anzusehen. Zumindest erklärt diese Einführung, die Beziehungen zu den verschiedenen Personen und schon einige Entwicklungen im späteren Verlauf. Zumindest hatte ich von den Namen her keine Schwierigkeiten, obwohl der Autor häufig auf kurze Namen, und den Buchstaben „Y“ setzt, wie zum Beispiel, Tony, Lucy und Daisy.

Nach einer angemessenen Einführung sammelt der Leser zusammen mit Tony, die Erkenntnisse über die früheren Tode. An Hand von Zeitungsausschnitten und Büchern erfährt er die Vergangenheit. An dieser Stelle weckte der Autor trotz des eher langweiligen Stils erneut meine Neugierde. Ich für meinen Teil war wirklich neugierig, was damals wirklich geschah. Nicht nur zwischen den beiden Brüdern, sondern auch Jahre später bei dem angeblichen Selbstmord. Außerdem wollte ich wissen, warum in diesem Haus Personen solchen Visionen haben. Schließlich hat alles einen Grund. So fliegt der Mittelteil mehr oder weniger schnell an einem vorbei. Es mangelt jedoch gänzlich an Spannung. Das Hauptproblem war einfach, dass der Autor immer auf Eifersucht, Selbstmord und sehr ähnliche Intrigen setzt. Es entsteht das Gefühl, dass man in einer Schleife hängt, wo alle sagen wir 20 Jahre das Gleiche passiert.

Irgendwann kommt der Punkt, wo man plötzlich das Gefühl hat, dass der Autor wohl selbst gemerkt hat, dass er sich wiederholt und irgendwo das Ziel aus den Augen verloren hat. Ruckartig ändert sich sein Schreibverhalten und er beginnt langsam auf Spannung zu setzen, aber auch eine Richtung einzuschlagen. Anfänglich gelingt ihm das auch ausgesprochen gut. Abgesehen von einigen Dialogen, die absolut nervtötend waren. Das Problem ist einfach, dass Goddard auf sehr kurze Dialoge setzt. Ich für meinen Teil habe regelmäßig den Faden verloren, wer was sagt, und musste immer wieder neu lesen und mir genau merken, wer für welche Aussagen verantwortlich ist. Hinzukommt, dass er irgendwann auch hier anfängt sich zu wiederholen. Im Grunde möchte Tony Dinge erfahren. Vieles wird angedeutet, aber hinterfragt er die Aussagen und möchte mehr Details, dann heißt es nur „Nein, das musst du nicht wissen“.

ZITAT S. 302 / 303

Rein Zufällig?“
Ja.“
Sind Sie sich sicher?“
Absolut.“
....
Genau wie Wisdom.“
Nicht ganz wie Wisdom.“
....
Das müssen Sie nicht wissen.“
Was muss ich denn wissen?“


Dadurch wird die Spannung auf einem eher dürftigen Level heruntergeschraubt, der mich persönlich eher enttäuscht hat. Viel Schlimmer war jedoch, dass es zum Ende hin regelrecht in Richtung James Bond abgedriftet ist. Ich habe nichts gegen Spionage und Co. Aber ich muss es auch nicht lesen. Goddard richtet jedoch sein Augenmerk darauf und lässt plötzlich die Geschehnisse rund um das Haus eher in Vergessenheit rücken. Bis zum Schluss hofft man hier auf eine Auflösung. Schließlich lag der anfängliche Fokus in den vier Wänden und den Visionen rund um AndersTraum. Ich für meinen Teil war von der Auflösung schwer enttäuscht. Einfach weil man hier merkt, dass Goddard selbst keine logische Lösung parat hatte und einfach nur einen halbwegs akzeptablen Ausgang hervorrufen wollte. So gibt es zwar genügend Spielraum für eine Fortsetzung, aber ich persönlich würde diese niemals lesen wollen. Zumal ich einfach mit zu vielen Fragen allein gelassen wurde. Vieles wird nur angedeutet und gar nicht geklärt. Ich bin aber ein Fan von abgeschlossenen Sachen, die logisch erklärt werden, gerade bei einem realistischen Buch, wo es um übersinnliche Dinge geht.

Am Ende hab ich das Buch in den Händen gehalten, und mich ernsthaft gefragt, warum der Autor uns Leser so hängen lässt. Ich fühlte mich unbefriedigt und enttäuscht. Die Idee bietet doch so viele Möglichkeiten. Aus diesem Grund kann und mag ich den meisten von euch das Buch gar nicht empfehlen. Ich habe mich streckenweise so gelangweilt und die unbefriedigende, wenn auch spannende Wendung am Ende, konnte da auch nicht mehr helfen. Wenn es möglich ist, kann ich euch nur ans Herz legen, lasst die Finger von dem Buch.

'''o0o Zusammengefasst o0o'''

Pro: Ausgangsidee, Figuren
Contra: Schluss, Spionage Anteil, offene Fragen, teilweise der Stil bei den Dialogen
Empfehlung: Nein, 2 Sterne

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten und etwas zum Autoren o0o'''
Autor: Robert Goddard
Titel: Das Haus der dunklen Träume
Taschenbuch: 414 Seiten
Verlag: Goldmann (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442447445
ISBN-13: 978-3442447442
Preis: 0,01€
Genre: Psychothriller
Lesedauer: 3 Tage

Robert Goddard wurde in Hampshire geboren, wo er auch heute noch mit seiner Frau lebt. Er lehrte Geschichte an der Universität von Cambridge, bevor er sich ausschließlich seiner schriftstellerischen Arbeit widmete. Alle seine Romane sind internationale Bestseller. (Quelle: Amazon)

'''o0o Eine kleine Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.


~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


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