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Gott wohnt in Polen / Renata Sprung

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Oh mein Gott“ war mein erster Gedanke, als ich das Buch aus dem Karton geholt habe, den mir eine gute Bekannte aus ihrer Buchauflösung geschenkt hat. Ich lese nun wirklich alles, aber das Buch klang schon sehr religiös, und auch wenn ich an Gott glaube, bin ich kein Kirchengänger. Am Liebsten hätte ich das Buch einfach wieder verkauft, ohne es zu lesen, aber das harmoniert nicht mit meinem Motto, jedes Buch zu lesen. Gemeinerweise wurde es mir nur in Kombination mit einer Lesechallenge ausgewählt. Also habe ich mich ans Lesen gemacht, und konnte gar nicht mehr aufhören. Warum und wieso? Lest selbst...



'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Renate Sprung
Titel: Gott wohnt in Polen
Verlag: Wuppertal : R.Brockhaus, (1968)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00D531TUO
Seiten ca. 150
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Erzählung
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Autor/in o0o'''
Leider habe ich nicht viel über die Autorin herausgefunden. Bei dem Buch handelt es sich jedoch um eine Teil-Biographie, sodass ihr zumindest beim Lesen etwas über die Autorin erfahrt. Um dies nicht vorwegzunehmen, verzichte ich auf diese Informationen, die ihr dafür unter meiner Inhaltsangabe findet.

'''o0o Optik o0o'''
Eine enge Gasse mit Häusern in gelb, orange und rot gehalten. Nett, aber sicherlich nicht das, was die liebe Sarah sonst bevorzugt.

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt.

1. Wie ich die Großmutter kennenlernte
2. Großmutter holte mich aus dem Gefängnis
3. Erster Tag bei der Großmutter
4. Wadek verhindert die Heilige Kommunion
5. Mit Großmutter zum Betteln in den Dörfern
6. Wie das Leben bei Großmutter weiterging
7. Wie das Leben im Gefängnis weiterging
8. Die Nonne
9. Großmutter wird zur Diebin
10. Großvater kam nach Hause, ein Geheimnis
11. Die Leute in der Gasse
12. Mit Wadek zum Friedhof
- Erinnerung
- Weg ins Leben

Doch worum geht es nun genau. Renata ist Anfang 20 und am Ende des zweiten Weltkrieges in Polen unterwegs. Sie gehört zu den Landstreichern und ist mit ihrem Leben eigentlich zufrieden. Als sie jedoch keine Lust mehr auf ihre Gruppe von Landstreichern hat, macht sie sich alleine auf den Weg. Übermutig, wie sie ist, wird sie kurze Zeit später von der polnischen Miliz gefasst und in ein Gefängnis gesteckt. Dort gibt es zwar genügend zu essen, aber es ist doch langweilig, zumal sie als recht korpulente Dame keinen vernünftigen Job bekommt. Das ändert sich jedoch, als sie zufällig mit einer alten Dame auf der Straße Blickkontakt erlangt, und diese alte Frau sie kurze Zeit später für sich als Haushälterin täglich aus dem Gefängnis abholen lässt. Mit dieser alten Dame erlebt sie auf Betteltouren so manches Abenteuer, lernt Gott kennen und was Freundschaft bedeutet.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Obwohl ich schon über 1000 Bücher in den letzten Jahren rezensiert habe, gibt es immer wieder Bücher, die mir gefallen oder auch nicht gefallen, aber wo es mir unendlich schwer fällt, sie zu rezensieren. „Gott wohnt in Polen“ ist ein solches Buch.

Das vorliegende Buch ist wider erwarten kein Sachbuch, sondern eine Art biographischer Roman. Diese Tatsache sorgt für einen leichten Einstieg, der jedoch um einiges hätte besser sein können. Das liegt zum einen daran, dass die Autorin, die sich selbst beschreibt, eher eine blasse Figur an den Tag legt. Anfänglich geht sie wenig auf ihre äußere Erscheinung ein. Dadurch entstehen während des Lesen immer wieder Überraschungen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Figur recht korpulent ist. Auf der anderen Seite liegt das Problem darin, dass die Zeit erst sehr spät genannt wird. Ich zähle mich zu den Lesern, die gerne wissen, in welcher Zeit sie sich befinden, um sich besser darauf einlassen zu können. Und in dieser Umsetzung fragte ich mich stets: Bin ich im Zweiten Weltkrieg, davor oder danach? Sicher war ich mir erst, als endlich eine Jahreszahl genannt wurde, und ich wusste, ich bin knapp nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hat man sich nach rund einem Kapitel an die Situation und die Figur gewöhnt, denn es ist eine Zeit über die nicht so viele Bücher berichten, dann findet man sich in einer bewegenden Geschichte, die den Leser dank ihres leichten, zeitlosen Stils nicht loslässt. Man möchte wissen, was aus dieser jungen Frau wird, wie sie sich entwickelt und was sie erlebt. Dank einer Inhaltsübersicht der Kapitel, die in meiner Ausgabe leider am Ende zu finden sind, bekommt der Leser einen groben Überblick, was in diesem Kapitel geschieht. Es sind schöne Geschichten und Erlebnisse, wie zum Beispiel die Bettelei bei verschiedenen Höfen, wo man Reichtum und die größte Armut trifft. Allerdings sind es nur wenige Geschichten, die recht herausgegriffen wurden. In meinen Augen hätte man hier deutlich mehr erzählen und berichten können. Gerade diese Wanderungen waren für mich das Highlight des Buches. Einfach weil ich so das Land und die Leute kennenlernen durfte. Es sind Einblicke, wie ich sie noch nie bekommen habe, und das kam sehr gut an. Davon hätte die Autorin gerne mehr einbauen können. Zumal sich so einige Fragen aufgetan haben, die in meinen Augen nie geklärt wurden. Stellt euch vor, ihr seid eine alte Dame, die Rede ist von der Großmutter, bei der die Autorin war. Ihr geht täglich betteln, wenn es das Wetter zulässt, und niemand aus eurer Stadt darf davon wissen. So haltet ihr es und geht als Landstreicherin verkleidet. Fällt es hier nicht auf, kennt man sich nicht in den Nachbardörfern? In der Zeit mag es weniger auffallen, weil so viele betteln, aber man fragt sich schon.
Stattdessen geht sie auf viele Punkte nur grob ein, und vergisst nie die religiöse Anspielung. Von kleinen Messen und Andachten ist die Rede. Es gibt kaum ein Kapitel, wo die Autorin nicht von einem solchen Erlebnis erzählt.

Leider entsteht durch den eher rasanten Stil immer der Eindruck, dass man nie wirklich ganz mit der Figur reist. Es ist schwer zu erklären, aber ich persönlich hätte lieber 300 Seiten gewählt, und mehr über Land, Leute und die vielen unterschiedlichen Situationen bevorzugt, als ein paar ausgewählte. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch ausgesprochen gut lesen, und das lässt die anderen Aspekte, dass man nicht alles hautnah miterlebt, in den Hintergrund rücken. Erst am Ende wird man sich dann wieder darüber bewusst.

Der religiöse Aspekt wird den meisten Lesern willkommen sein, denn das Buch ist schließlich in einem christlichen Buchverlag erschienen. Mich störte es ehrlich gesagt in diesem Zusammenhang leider doch etwas. Einfach, weil erst am Ende erklärt wurde, warum die Autorin behauptet, dass Gott in Polen wohnt. Außerdem fand ich die Erlebnisse weitaus interessanter, als die kirchlichen Aspekte. Man möge mir hier verzeihen. Bei vielen Büchern passt es. Hier in meinen Augen nicht.

Auf jeden Fall war ich recht traurig und habe mich gefragt, wie es mit der Autorin weiterging, wie sie in diese Situation gekommen ist und vieles mehr. Ersteres kann man in einem anderen Buch weiterlesen, denn später gibt es ein Buch, wo die Autorin über ihre Zeit bei den Zeugen Jehovas berichtet, welches ich persönlich aber nicht gelesen habe. Alles in allem ein nettes Buch, dass ich definitiv trotz kleinerer oder größerer Schwächen empfehlen kann, und welches mich positiv überrascht hat.  


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